Jetzt gibt es kein zurück

Wohnung kündigen die Zweite

Laut Telefonat mit der Hausverwaltung kann ich meine Wohnung bis einschließlich 4.Juni kündigen, damit ich sie zum 31.08.2014 fristgerecht gekündigt habe. Also noch am 30.Mai die Kündigung abgegeben und mir eine Bestätigung abstempeln lassen. Nicht nur wenn man eine Reise vor sich hat, sollte man sich immer alles bestätigen und schriftlich geben lassen. Auf jeden Fall kam dann auch ca. eine Woche darauf meine Kündigungsbestätigung: “Hiermit bestätigen wir Ihnen die Kündigung zum 30.09.2014”. Was will man da noch sagen. Also nochmal dort angerufen und mit dem netten Herrn gesprochen. Zum Glück hatte ich die Kopie der Kündigung mit Eingangsstempel und ein paar Tage später war dieser Punkt vorerst abgeschlossen.

Ein Jahr ohne Wasserbett

Als nächstes stellte sich die Frage, wohin eigentlich mit dem ganzen Mobiliar. Ein paar Stücke sind mir an Herz gewachsen und diese würde ich bei meiner Rückkehr gerne noch besitzen. Mein Wasserbett vermisse ich jetzt schon – etwas graust es mir vor der Vorstellung ein Jahr lang auf – was auch immer – zu schlafen. Ich hoffe einfach, dass ich so eine große allgemeine Entspanntheit erleben werde, so dass mir das dann egal sein wird.

Wo bringe ich meine Möbel unter?

Ich habe mir verschiedene Angebote von Lagerräumen eingeholt. Die Preise bei den verschiedenen Anbietern schwanken stark. Bei MyPlace beispielsweise kosten 1,91m² für ein Jahr 839,80 Euro. Man bekommt zwar einen Transporter kostenlos dazu, aber ich werde die zwei 2×1,5 m großen Schlafzimmerschranktüren mit Spiegelfront garantiert nicht selber einlagern. Hinzu kommt noch, dass man dort nicht für einen Monat mieten kann, sondern 4-wöchentlich. Auf ein Jahr gerechnet, ist das dann eine Woche, die man extra bezahlen muss. Daher immer hochrechnen auf die Dauer, für die man ein Lager benötigt. Bei ZeitLager kosten 2m² für ein Jahr mit Vorkasse in etwa 900 Euro, je nach Verhandlungsgeschick. Man hat aber den Vorteil, dass man eine 14-tägige Kündigungsfrist hat und sein Geld dann wieder zurückbekommt. Am Ende habe ich mich für Lager4U entschieden. Bei Vorauskasse und einer Mietdauer von mindestens 12 Monaten bekommt man satte 25% Rabatt und 2,5m² für 702,00 Euro.

Weg mit dem unnötigen Krempel

Durch einen glücklichen Zufall hat sich dann auch noch ergeben, dass ich die restlichen Möbel für die Dauer meiner Reise in einer noch leerstehenden Wohnung unterbringen kann. Alles andere habe ich bei eBay Kleinanzeigen inseriert. Kostenlos, keine Gebühren und die Leute holen das Zeug direkt bei einem Zuhause ab. Das Thema Mobiliar ist also abgehakt und ich kann mich um den ganzen Kleinkram, Trödel und Schnickschnack kümmern, der sich in den ganzen Jahren angesammelt hat. Meinen alten Mac und sämtliche Elektrogeräte habe ich bei eBay versteigert. Alles andere ist in Umzugskartons gelandet und ich habe mich auf viele Wochenenden auf dem Flohmarkt eingestellt. Aber als wir bei wunderschönstem Wetter unser Auto abgestellt und den Kofferraum geöffnet haben, standen die Leute schon da wie die Geier und die Hälfte von unserem ganzen Zeug hat den Tapeziertisch nur zusammengeklappt gesehen. Bis zum frühen Nachmittag lagen nur noch ein paar Teile auf dem drei Meter langen Tisch und der Spaß hatte ein frühes Ende. Ich bin aber trotzdem froh darüber, dass alles in einem Abwasch erledigt war – bleibt mehr Zeit für meine Apps.

An andere denken

Die paar Teile, die vom Flohmarkt übrig geblieben sind, nicht mehr benötigte Kleidung sowie Bücher und CDs, die selbst bei ReBuy nichts mehr einbringen, haben wir an Caritas gespendet. Für das Gesellenstück meiner Lebenspartnerin haben wir eine Schule gefunden, die schon seit längerem ein Stehpult gesucht hat und sich jetzt über unsere Spende freut. Es fühlt sich gut an, etwas zu geben und ich habe mir vorgenommen, dass auch auf meiner Reise beizubehalten.

Elsbeere und Ahorn

Gesellenstück meiner Lebenspartnerin

 

Der Entschluss war gefasst

Bevor die Asienreise losgehen kann, sind allerdings noch einige Vorbereitungen zu treffen. Ich werde ein ganzes Jahr lang unterwegs sein. Im Gegensatz zu einem Kurzurlaub, muss man bei so einem Entschluss eine etwas längere Liste abarbeiten. Nachdem ich meine Reise nutzen möchte, um meine Leidenschaften zu verbinden, habe ich einen straffen Zeitplan vor mir, den ich einhalten muss. Ich bin mir bewusst, dass die Entscheidungen, die ich dabei treffe, nicht dem Idealbild einiger Menschen entsprechen, und manche Dinge planlos erscheinen.  Aber ich bin nicht der Mensch, der jeden Augenblick seines Lebens penibel planen möchte. Ein grober Plan reicht mir völlig aus, um mich ins Abenteuer zu stürzen. Doch bevor es wirklich losgehen kann, gibt es für mich noch ein paar sehr wichtige Dinge zu erledigen.

Das Gespräch mit den Eltern

“Du Mama, eigentlich haben wir auf eine Wohnung gespart, aber die Preise in München sind totaler Wucher und wir hauen das Geld jetzt auf den Kopf und machen eine Weltreise.” Daraufhin meine Mutter: “Was ist mit der Arbeit?” und ich: ”Mach ich von unterwegs!”. Mir kam diese Diskussion ewig vor, vor allem weil ich mich nicht umstimmen lassen wollte. Ich wünsche mir, dass sich alle Eltern soviel Sorgen um ihre Kinder machen wie meine Mama. Denn wenn man denkt, man hat voll den Plan, dann fällt den Eltern immer doch noch etwas ein, woran man selbst überhaupt nicht gedacht hat. In meinem Fall war das die Antwort auf die Frage: “Ja und wo kann ich dich dann besuchen?”. Denn wie ich bereits erwähnt habe: Ein grober Plan reicht mir völlig aus, um mich ins Abenteuer zu stürzen.

Bevor ich aber endlich sagen kann: “Ich seh’ dann mal los”, gilt es jetzt die folgende Liste abzuarbeiten. Auch wenn einem die Liste so vorkommt, als würde sie täglich länger werden, darf man sich nicht von seinem Entschluss abbringen lassen. Jetzt heißt es diszipliniert zu sein und einen klaren Kopf zu bewahren.

Das Gespräch mit dem Arbeitgeber

Viele Arbeitgeber begrüßen das sogenannte Sabbatical und gewähren ihren Arbeitnehmern ein Jahr unbezahlten Urlaub. So muss man sich nach der Rückkehr keine Sorgen darüber machen,  dass man ohne Job da steht.

Flug buchen

Jetzt wird nicht mehr geredet sondern gehandelt. Nach diversen Recherchen und tagelanger Suche bei zig Reiseanbietern und Fluggesellschaften, habe ich einen One-Way Flug nach Singapur gebucht. Ich denke, dass man von diesem Drehkreuz aus gut und günstig überall hinkommen kann. Schauen wir mal, wohin genau es dann von dort aus weitergehen wird. Auf jeden Fall ist der nächste Schritt getan und ab jetzt wird es ernst.

Wohnung kündigen

Da im Mietvertrag meist eine Kündigungsfrist von drei Monaten steht, muss dieser demnach also spätestens drei Monate vor Abreise gekündigt werden. Manche Vermieter geben auch die Möglichkeit einen Untermieter für den Zeitraum der Reise einziehen zu lassen, oder die Wohnung kurzfristig zu kündigen, wenn man einen Nachmieter hat. Dies hängt aber sehr vom Vermieter ab und man sollte sich frühzeitig darum kümmern, damit nicht doch noch zusätzliche Kosten auf einen zukommen.

Unnötige Versicherungen und Mitgliedschaften kündigen

Die meisten Versicherungen braucht man von Haus aus sowieso nicht, aber wenn es auf eine so lange Reise geht, dann ist es sinnvoll alle Versicherungsscheine einmal durchzuchecken, um unnötige Ausgaben zu reduzieren. Da meine Haftpflichtversicherung auch im Ausland gültig ist, habe ich diese behalten. Wenn man sich so wie ich aus Deutschland abmeldet, kann die Krankenkasse ebenfalls gekündigt werden, da es für Auslandsreisen eine spezielle Auslandskrankenversicherung gibt. Die Preise schwanken je nach Bedarf und Leistungen stark. In meinem Fall werde ich mit einem Jahresbeitrag von 800 Euro rechnen müssen. Mitgliedschaften in Sportvereinen oder ähnlichem können ebenfalls gekündigt werden, je nach Vertrag und Kündigungsfristen sollte man sich auch hier schon frühzeitig darum kümmern.

Habe ich alle nötigen Impfungen?

Es empfiehlt sich von vornherein, sich vor dem Sabbatical noch einmal gründlich durchchecken zu lassen und zum Zahnarzt zu gehen. Man weiß ja nie so genau, wo man sich gerade befindet und wie es dort mit der ärztlichen Versorgung aussieht. Aber auf jeden Fall sollte man sich beim Arzt genau darüber Informieren, welche Impfungen man zwingend benötigt. Wem das nicht reicht, der kann auch in das Tropeninstitut gehen und sich dort beraten lassen. In beiden Fällen werden Gebühren von 20,00 Euro fällig.

Ist der Reisepass noch gültig?

Man sollte sich frühzeitig darum kümmern einen Reisepass zu besitzen, der länger als die Dauer des Aufenthaltes gültig ist, da es bis zu acht Wochen dauern kann, bis der neue Reisepass zur Abholung bereit liegt. Es gibt gegen Aufpreis auch einen Reisepass mit mehr Seiten, dieser lohnt sich aber nur, wenn man extrem viele Länder besuchen möchte. Mein Reisepass ist noch bis 2017 gültig, von daher mache ich mir darüber jetzt keine Gedanken.

Ich brauche einen Internationalen Führerschein

Wenn man im Besitz eines EU-Kartenführerscheins ist, dann bekommt man für 15,00 Euro bei der Führerscheinstelle noch am selben Tag einen Internationalen Führerschein. Der Internationale Führerschein hat eine Gültigkeit von drei Jahren. Wenn man aber wie ich noch den rosa Führerschein besitzt, muss man zuerst den EU-Kartenführerschein beantragen. Dieser kostet 24,00 Euro und dauert in etwa vier bis sechs Wochen bis dieser zur Abholung bereitsteht. Bei der Abholung beantragt und bezahlt man dann den Internationalen Führerschein und kann diesen dann sofort mitnehmen.

Ich brauche eine gültige Kreditkarte

Es empfiehlt sich mindestens eine gültige Kreditkarte auf die Reise mitzunehmen. Eine Kreditkarte erhält man in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen, doch wenn die Bank den Antrag ablehnt, ist es vielleicht sinnvoll noch einen Puffer zu haben. Manche Banken benötigen sogar eine Benachrichtigung darüber, wie lange man sich im Ausland aufhält, da sonst Automatismen greifen, welche zur Folge haben, dass die Kreditkarte gesperrt wird. Wichtig ist es vor allem, dass man mit der Kreditkarte überall im Ausland kostenlos Geld abheben kann. Wenn man im Urlaub die Möglichkeit hat, sichere Internetverbindungen zu benutzen, dann ist auch eine Debit Karte eine Alternative. Mit einer Debit Karte kann man nur bezahlen, wenn das Konto gedeckt ist. So hat man z.B. mit einem Dauerauftrag eine sehr gute Kontrolle über seine Finanzen.

Ich muss meine Apps updaten

Meine Apps wurden in der letzten Zeit etwas vernachlässigt und im Augenblick ist iOS Version 7 auf dem Markt. Ich muss also vor dem Urlaub noch alle Apps auf den neuesten Stand bringen sowie iPad Versionen erstellen. So kann ich mich dann auf meiner Reise auf neue Apps konzentrieren und mich mehr um meinen Blog kümmern. Die neueste Version des FitnessManager steht in den Startlöchern und muss nur noch fertig getestet werden. Diese App liegt mir besonders am Herzen und bekommt daher viele neue Features und eine vollwertige iPad Version ins Update gepackt.

Wenn jemand eine detaillierte Schritt für Schritt Checkliste für ein Sabbatical  benötigt, kann ich diesen Link empfehlen.

Wie mir eine LASIK die Augen geöffnet hat

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mich dazu entschieden, mir die Augen lasern zu lassen. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich ständig eine Brille tragen müssen, und dass war für mich eine Qual. Immer dieses Gewicht auf der Nase tragen zu müssen, war noch das kleinste Übel. Andauernd war dieses Ding dreckig, staubig oder hatte Fingertatscher drauf. Wenn ich Sport gemacht habe, ist sie mir ständig von den Ohren gerutscht. Wenn ich in ein Lokal gegangen bin, war sie erst mal beschlagen und ich hab nur Nebel gesehen. 3-D Kino, Helm oder Schibrille tragen? Nicht nur das dies alles ziemlich blöde aussieht, es drückt und beschlagt ständig. So macht das alles keine wirkliche Freude. Außerdem kam es mir die ganze Zeit so vor, als würde ich die Welt durch einen Bilderrahmen betrachten. Kurzum – ich habe mich mit meiner Brille behindert gefühlt.

Mein Baby und ich

Ich mit Brille

Nachdem ich keine Kontaktlinsen vertrage, habe ich mich über eine LASIK Operation informiert. Ein guter Freund hat mir dann das Augenlaserteam in München empfohlen. Nach einem Infoabend des Arztes und den nötigen Voruntersuchungen stand für mich fest: Ich werde brillenlos. Natürlich habe ich bei den Kosten von rund 4000 EUR schlucken müssen, aber im nachhinein betrachtet, war das die beste Investition meines Lebens. Ich möchte mich auf diesem Weg auch noch einmal bei Herr Dr. med. Thomas Christmann bedanken, dass er mir ein neues brillenloses Leben ermöglicht hat. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für ein Gefühl war, als ich direkt nach der 5 minütigen OP im Wartezimmer gesessen bin. Ich saß auf der einen Seite einer Couch. Gegenüber an der Wand war so eine silberne Getränketonne in der kleine Wasserflaschen waren. Als ich ohne Brille das Pfandzeichen mit der Dose, der Flasche und dem Pfeil klar und deutlich erkennen konnte, sind mir die Tränen gekommen. Ich möchte nicht alles schönmalen, denn am Tag der OP haben meine Augen gebrannt und ich konnte sie kaum offen halten. Doch schon am nächsten Tag konnte ich wieder in die Arbeit gehen. Ich hatte tagelang das Gefühl, als würde ich in die Ferne nicht scharf sehen können, weil mein Gehirn mit dieser Menge an neuen Bildinformationen anscheinend nicht klar gekommen ist. Als ich dann eines Abends zur Entspannung meiner Augen – wie empfohlen – ferngesehen habe, hat es mir die Augen geöffnet.

LASIK Gut - Augen Gut

Ich nach meiner LASIK

Ich habe mein ganzes Leben durch einen Bilderahmen geschaut und jetzt sitz ich da und schau ich mir schonwieder Bilder mit einen Rahmen drum herum an? Wie geil muss das sein, dies alles mit eigenen Augen zu sehen. Die Welt ist so riesig und ich habe bisher nur einen winzigen Teil gesehen. Da kann es doch nur das größte Glück auf Erden sein, dass der Traum meiner Lebenspartnerin, eine Weltreise ist.

Der Entschluss war gefasst und am 2.September heißt es dann: Ich seh’ dann mal los.

Um meine Reisevorbereitungen, aber auch meine gesamte Reise zu dokumentieren, möchte ich diesen Blog nutzen. Ich hoffe, dass ich die eine oder andere Person inspirieren kann, vielleicht selbst eine Reise in die Welt zu unternehmen. Ich werde an dieser Stelle darüber bloggen, welche Orte ich besuche, welche Menschen ich kennen lerne und wie ich mir das gemeinsam mit meiner Lebenspartnerin überhaupt leisten kann.