Mahun Beach in Kuta auf Lombok

Wie bisher jeden Morgen, werde ich wieder von Siyol begrüßt und gefragt, wie es mir geht. Er möchte wissen, was wir gestern so getrieben haben und was wir heute so vor haben. Die ganze Zeit lächelt er und macht einen ungemein glücklichen Gesichtsausdruck. Da meine Pre-Paid Karte aus mir unerklärlichen Gründen in Kuta nicht funktioniert, frage ich ihn, ob ich später einen Anruf tätigen kann, oder ob ich irgendwo telefonieren könnte. Ich erkläre ihm, dass wir in zwei Tagen eine Tour nach Komodo gebucht haben und ich herausfinden möchte, wie ich denn nun überhaupt wieder zurück zum Hafen komme. Er bietet mir sofort sein Mobiltelefon an und erwähnt ganz nebenbei, dass er ebenfalls Touren nach Komodo anbietet. Sein Laden ist ein paar Meter die Strasse hoch und ich könne bei ihm vorbeikommen, falls ich später noch irgendwelche Fragen habe. Also nicht nur das diese Großfamilie hier ein Hotel, einen Shop, eine Reinigung und einen Motorradverleih hat, sie haben auch noch ein Veranstaltungsbüro. Das ich meinen Roller auch gleich hier auftanken kann, verwundert mich daher überhaupt nicht mehr.

Meine Lebenspartnerin hat im Internet gelesen, dass es in der Mitte von Lombok einen Affenwald gibt, und ich frage Siyol, wie man dort am besten hinkommt. Er meinte, dass dieser Ort ziemlich weit weg ist, und die Fahrt mit dem Roller Stunden dauert. Wir sollen doch einfach am Strand links abbiegen, denn auch dort ist ein kleiner Wald, an dem nachmittags die Affen vom Berg kommen und am Strand abhängen. Ich könne sie füttern, und es sei auf keinen Fall gefährlich, und obendrein müsste man dort nicht mal Eintritt bezahlen, weil es ein frei zugängliches Gebiet ist. Gut zu wissen, denke ich mir, und merke mir seine Wegbeschreibung.

Der Fischer ist wohl Raucher

Ein kleines Fischerboot in der Bucht des Mahun Beach

Doch zuerst haben wir uns auf den Weg zum Mahun Beach gemacht. Um dort hin zu kommen, muss man etwa eine viertel Stunde mit dem Roller fahren. Die Parkgebühr für diesen Strand beträgt 10.000 Rupien. Als wir dort angekommen sind, war der Strand noch leer, und wir konnten dort die Zweisamkeit genießen, bis dann auch dort der erste Verkäufer anfing, uns langsam aber sicher auf die Nerven zu gehen. Ich habe wirklich nichts dagegen, mich mit Menschen zu unterhalten, aber diese aufdringliche Art, wie alle paar Minuten der Nächste und der Nächste und der Nächste und der Nächste und der Nächste kommt, geht mir langsam aber sicher auf die Nerven. Zu unserem Glück kam gegen Mittag eine Schulklasse an den Strand. Die Schulklasse bestand ausschließlich aus Mädchen im Alter von 16 Jahren, und sie waren an den Strand gekommen, um mit Hilfe der Touristen ihre Englischkenntnisse zu verbessern. Sie hatten sogar Buttons angesteckt auf denen stand: Please talk English to me! Und das haben wir dann auch gemacht. Stundenlang saßen wir gemeinsam im Schatten, haben uns mit ihnen auf Englisch unterhalten, gesungen und gelacht. Immer wieder haben sie uns gefragt, ob es OK sei, wenn sie sich noch weiter mit uns unterhalten, oder ob wir lieber alleine sein möchten. Wir haben uns wirklich gerne mit ihnen unterhalten, und wir waren gleichzeitig auch froh, denn während der gesamten Zeit hat uns kein einziger Verkäufer belästigt. Stattdessen kamen immer mehr von den Mädels zu uns und haben sich dazu gesetzt. Ich glaube am Ende ist die ganze Schulklasse bei uns gesessen. Irgendwann haben sie sich dann von uns verabschiedet, unsere Hände geschüttelt und die Mädels sind mitsamt ihren Schuluniformen ins Meer gesprungen. Das haben wir dann auch gemacht jedoch in Badekleidung, versteht sich.

Wie die Kinder stürzen wir uns die Wellen

Wie die Kinder stürzen wir uns die Wellen

Weglaufen bringt nichts

Weglaufen bringt nichts

Der Mahun Beach in Kuta auf Lombok hat einen wunderschönen, feinen Sandstrand und man kann ohne Bedenken barfuß ins Meer zum Baden gehen. Ich habe kein einziges Steinchen unter meinen Füßen gehabt, egal ob am Strand oder im Wasser. Nach ein paar Metern konnte man schwimmen, und wenn man nach unten ins klare Wasser geschaut hat, konnte man immer noch den feinen Sand am Boden erkennen. Die Bucht, in der sich der Strand befindet sieht aus wie gemalt. Gemeinsam mit meiner Lebenspartnerin, haben wir uns in die Wellen gestürzt und herumgetollt wie kleine Kinder. Viel zu schnell ging der Tag vorbei, und wir machten uns wieder auf den Weg zurück nach Kuta, um den Affenwald zu suchen, von dem uns Siyol am Morgen erzählt hat. Bis wir diesen aber endlich gefunden hatten, war es bereits dunkel, und wir haben uns dazu entschieden, morgen noch einmal hier her zum Affenwald zu kommen, um ein paar schöne Fotos zu machen.

Viel zu schnell ging der Tag vorbei

Viel zu schnell ging der Tag vorbei

(Motor)Radfahren verlernt man nie

Kaum aufgestanden, setze ich mich wieder auf die Terrasse, um meine E-Mails zu checken und um die Zugriffsstatistiken meines Blogs abzufragen. Sehr ernüchternd. Immerhin zeigt die Kurve heute wieder nach oben und ermutigt mich weiter zu machen. Nach ein paar Minuten kommt der Bruder des Hotelbesitzers um die Ecke und wünscht mir einen guten Morgen und fragt mich, wie es mir und meinem Muskelkater geht. Ich antworte mit: “Bagus“, dem indonesischen Wort für gut, und ich schieße auch noch gleich ein: “Apa Kabar?“ hinterher, was „Wie gehts?“ auf indonesisch bedeutet. Er lacht und freut sich über meine Worte, und beantwortet meine Frage ebenfalls mit „Bagus“, und setzt sich mit seiner Heckenschere auf den Boden und beginnt damit den Rasen zu stutzen. Dabei unterhalten wir uns ein wenig, und er fragt mich, was ich denn sonst noch so auf indonesisch weiss, und ich sage ihm die paar Happen auf, die ich bisher aufgeschnappt habe. Als ich Anfang zu zählen und nach der zwei schon wieder aufhöre zu zählen, muss er lachen und setzt sich zu mir auf die Terrasse und erklärt mir das indonesische Zahlensystem. Ein paar neue Wörter und Ausdrücke bekomme ich ebenfalls noch mit auf meine Reise durch Indonesien. Sein Name ist im übrigen Siyol. „Ganz einfach zu merken” meint er „see all“, ich denk nur an „Big Brother is watching you“ und sein Name brennt sich in meinen Kopf.

Indonesisch

1 – Satu
2 – Dua
3 – Tiga
4 – Ampat
5 – Lima
6 – Anam
7 – Tuju
8 – Delapan
9 – Sembilan
10 – Sepulo
11 – Seblas
12 – Duablas
13 – Tigablas
Das Wort blas steht nun immer für die 10, und mit den Zahlen 1 bis 9 kann ich jetzt bis 19 zählen. Für alle weiteren 10er Schritte verwendet man das Wort pulo, und setzt die Zahlen 1 bis 9 davor, also:
20 – Duapulo
30 – Tigapulo usw.
100 – Seratus
1000 – Seribu
Möchte man nun z.B. die Zahl 121 sagen, so setzt man sie aus dem bisher gelernten zusammen, also Seratus Duapulo Satu.
Nachmittag – Siang
Guten Abend – Salamat Sore
Gute Nacht – Salamat Malm
Bitte – Silakan
Und dir? – Dan anda?
Wie heißt du? – Siapa nama anda?
Ich heiße Peter – Nama saja Peter
Ob die Rechtschreibung korrekt ist, bezweifle ich stark, denn ich habe mir die Wörter alle nur so gemerkt, wie sie ausgesprochen werden.

Gestern Abend erzählten uns unsere Zimmernachbarn, dass sie sich ein Stück die Strasse hoch, einen Roller für 80.000 Rupien ausgeliehen haben. Ich frage Siyol, was hier im Hotel ein Roller pro Tag kostet. Siyol verlangt 50.000 Rupien pro Tag und zwei Helme sind natürlich auch mit dabei. Ich frage mich, warum die zwei Mädchen erst in der ganzen Stadt rumfragen, was ein Roller kostet anstatt zuerst hier zu fragen, aber OK. Da unsere Muskeln sich langsam wieder normal anfühlen, und wir nicht nach Kuta gekommen sind, um die ganze Zeit auf der Terrasse rum zu sitzen, nehme ich sein Angebot an, und leihe mir für zwei Tage einen Roller aus. Denn rund um Kuta gibt es zahlreiche Strände, die zu Fuß nur schwer zu erreichen sind, außerdem kann ich so nach 20 Jahren endlich mal wieder auf einem motorisierten Zweirad sitzen möchte.

Tankstelle

Das auf der rechten Seite sind 1L Flaschen, die mit Benzin befüllt sind. Wir haben 8.000 Rupien, also 50Cent pro Liter bezahlt. Diese “Tankstellen” gibt es an jeder Ecke.

(Motor)Radfahren verlernt man nie

Auch wenn ich hier aus fototechnischen Gründen stehe, (Motor)Radfahren verlernt man nie

Im Gegensatz zum Großteil der Touristen und allen Einheimischen, setzen wir zwei uns einen Helm auf und ziehen Socken und festen Schuhwerk an. Schlimm genug, dass man hier halbnackt auf dem Roller durch die Gegend fährt. Wir fahren Richtung Strand und biegen links ab. Beim ersten Kreisverkehr war ich ein bisschen verwirrt und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich alles richtig gemacht habe, aber zum Glück ist hier relativ wenig los und Polizisten waren auch keine da, die uns gleich abkassieren hätten können. Mir fällt auf, dass man bei jedem Strand eine Parkgebühr bezahlen muss, aber 5.000 Rupien, also 30 Cent, sind nun wirklich kein Grund zur Beschwerde. Egal wo wir ankommen um es uns im feinen Sandstrand gemütlich zu machen, werden wir sofort von zig Menschen belagert und jeder versucht uns irgendetwas zu verkaufen. Kokosnüsse, Ananas, Armbändchen oder handgewebte Tücher in allen Größen will man uns verkaufen. Anfangs ist das ja noch witzig, aber irgendwann möchte man sich auch mit seinem Partner unterhalten und den schönen Ausblick und die Ruhe genießen. Nach etwa einer halben Stunde haben sie dann glaub ich alle verstanden, dass es bei uns heute nichts zu holen gibt und wir haben endlich ein wenig Ruhe.

Wolle Rose kaufen

Zuerst werden wir fast eine halbe Stunde von den Tücherverkäuferinnen belagert…

Endlich mal zurücklegen

…bis wir uns endlich mal zurück legen können…

Feinster Sand

…den feinen Sandstrand genießen…

Die Natur bewundern

…und die Natur bewundern können.

Als dann kurze Zeit später ein T-Shirt Verkäufer vorbeikommt, drehe ich den Spieß einfach um, und will ihm mein T-Shirt, meinen Rucksack und meine Kokosnuss verkaufen, die ich vom Obststand gegenüber von unserem Hotel mitgebracht habe. Das scheint zu wirken, denn im Null Komma Nichts ist er wieder verschwunden. Wir haben dann noch zwei weitere Strände besucht, bevor es dunkel geworden ist, und wir uns wieder auf den Heimweg gemacht haben.

Bis auf den kleinen Fauxpas im Kreisverkehr habe ich mich auf Anhieb auf dem Roller wohlgefühlt. Doch viel wichtiger war es, dass sich meine Freundin hinten drauf ebenfalls sicher und wohl gefühlt hat, und somit unserem nächsten Roller-Ausflug nichts im Weg steht. Deshalb wollen wir morgen noch einmal zum schönsten der drei Strände fahren und einmal den ganzen Tag am Strand verbringen.

Mahun Beach

Hier möchten wir morgen am liebsten den ganzen Tag verbringen

Entspannen auf der Veranda

Ich habe wirklich keine Ahnung, wie viele Leute hier in diesem Familienbetrieb eigentlich arbeiten. Ständig läuft ein neues Gesicht an uns vorbei, dass uns freundlich lächelnd grüßt. Da wir immer noch heftigen Muskelkater von unserer Rinjani Tour haben, haben wir uns entschieden, den heutigen Tag entspannt auf der Veranda zu verbringen. Vielleicht schaffen wir es hier ja auch, das Datenvolumen des kostenlosen WiFi auszuschöpfen. Wir sitzen da also mit unseren Laptops und unterhalten uns nebenbei über den Besitzer des Hotels. Wir sind der Meinung, dass er wohl für indonesische Verhältnisse ein sehr wohlhabender Mann sein muss, da er in seinem Hinterhof mehrere Zimmer zu vermieten hat, einen kleinen Laden besitzt, Motorroller vermietet und, wie sich im Laufe des Tages herausgestellt hat, auch eine kleine Wäscherei im Haus hat.

Alleine waren wir heute nie

Auf unserer Veranda waren wir heute nie alleine

Als wir uns so über den Besitzer unterhalten, kommt dieser zu uns, und erzählt uns, dass er heute ein Fest für seine Tochter gibt, die vor 20 Tagen auf die Welt gekommen ist. Er wird aus diesem Grund seinen Laden jetzt zusperren und heute auch nicht mehr öffnen. Ausserdem wollte er wissen, ob wir indonesisches Essen mögen, denn er möchte uns gerne an seinem Glück teilhaben lassen und uns nach der Feier einige einheimische Spezialitäten bringen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es unhöflich war, diese Frage mit Ja zu beantworten oder ob es respektlos gewesen wäre, sie zu verneinen. Doch ich hatte in diesem Moment den Eindruck, dass er sich sehr darüber gefreut hat, dass wir sein Glück auf diese Art mit ihm teilen möchten. Irgendwann am Nachmittag hörten wir dann wie nebenan gesungen, geklatscht und gelacht wurde. Kurze Zeit später kam der Bruder des Besitzers mit einem großen Tablett und einem noch größerem Lächeln zu uns. Wir konnten gar nicht oft genug Danke sagen, so sehr waren wir von dieser Geste beeindruckt. Wir haben noch nichtmal aufgegessen, da kam der Besitzer mit zwei Tüten zu uns und brachte uns auch noch Kuchen.

Eine beeindruckende Geste

Eine beeindruckende Geste

Indonesische Köstlichkeiten

Wir wurden mit indonesischen Köstlichkeiten verwöhnt…

Der Inhalt einer Kuchenbox

…und zum Nachtisch gab es auch noch Kuchen, Obst und Wasser

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass wir am heutigen Tag zwar eigentlich nichts weltbewegendes unternommen haben, wir aber trotzdem ein unvergessliches Erlebnis hatten. Die Freundlichkeit und die Selbstverständlichkeit wie wir, obwohl wir nur Hotelgäste sind, am Glück des Besitzers teilhaben durften, hat uns wirklich sehr berührt und beeindruckt. Ich möchte mich auch auf diesem Weg noch einmal für diese freundliche und wundervolle Geste bedanken. Vielen vielen lieben Dank!

Das war eine gute Entscheidung

Der Ort Sengigi ist laut Wikipedia ein aufstrebendes Touristenzentrum, das erhebliche Bedeutung für die Wirtschaft der Insel erlangt hat, und dies konnte man auch deutlich an den Preisen dort erkennen. Ausser dem Hindutempel Pura Batu Bolong gibt es dort nicht viel zu sehen. Da ich mir sicher bin, dass es in Asien noch mehrere Hindutempel zu sehen gibt, bereue ich meine Entscheidung nicht.

Kuta hingegen ist eher ein kleines Fischerdorf, indem wir uns bisher wirklich wohl fühlen. In Kuta und der nächsten Umgebung gibt es zahlreiche, wunderschöne Sandstrände mit vielen Buchten und nie endenden Wellen, und es ist daher ein beliebtes Ziel von Surfern aus aller Welt. Das ist mir auch gleich aufgefallen, denn zum einen gibt es hier sehr viele Surfshops und zum anderen haben hier so ziemlich alle Roller eine Halterung an der Seite, auf die ein Surfbrett passt. Das sieht echt witzig aus, wenn so ein kleiner Roller mit zwei Personen und Surfbrett an einem vorbeifährt.

Die Strasse zum Strand von Kuta

Die Strasse zum Strand von Kuta

Der Strand von Kuta

Der Strand von Kuta

Gegenüber dem Strand von Kuta

Die gegenüberliegende Strassenseite des Strands von Kuta

Aber heute sind wir erstmal hier, um uns zu entspannen, und um es uns gut gehen zu lassen. Das Frühstück in unserem Hotel war gut, die Portion war aber kleiner als gewohnt. Da ich aber sowieso Gewicht verlieren möchte, ist das nicht schlimm. Statt viel zu essen, haben wir uns angewöhnt, viel zu trinken. Darum haben wir uns im Laden, der direkt an unser Hotel grenzt, und ebenfalls dem Hotelbesitzer gehört, Wasser gekauft und ich war positiv überrascht. Denn obwohl dies kein Supermarkt im herkömmlichen Sinne ist, und das hier ebenfalls ein Touristenort ist, kostet die 1,5 Liter Flasche Wasser nur 4000 Rupien. Nur einmal während unserem gesamten Indonesienaufenthalt habe ich weniger bezahlt. Ich finde, das ist immer ein guter Vergleich, um festzustellen, wie das Preisniveau in dieser Gegend ist. Gleich gegenüber von unserem Hotel ist ein kleiner Verkaufsstand, an dem es Obst und Gemüse gibt. Ich habe dort ein paar Limonen gekauft, und diese zusammen mit unserem Wasser zu Limonade verarbeitet. Ohne Zucker, aber trotzdem sehr, sehr lecker, wie ich meine. Wir haben uns dann zu Fuß auf die Suche nach einem Spa oder Ähnlichem gemacht, und sind auch ziemlich schnell fündig geworden. Für eine Stunde Massage wurden 100.000 Rupien pro Person veranschlagt. Ich hatte aber nur 174.000 Rupien dabei, da der Geldautomat, der sich ebenfalls genau vor unserem Hotel befindet, ausser Betrieb war. Ich zeigte der kräftigen Frau meine knapp 12 EUR und nach kurzer Diskussion mit ihrer Tochter, willigte sie ein und hat uns aufgefordert, gleich mitzukommen. Sie hat schnell noch frische Bezüge geholt und wir stiegen über zwei Bambusrohre, die als Treppe dienten, in eine kleine Hütte, die ebenfalls aus Bambus war. Auf dem Boden lagen zwei Matratzen und an einer weiteren Bambusstange hing ein Ventilator. Wir hatten so heftigen Muskelkater, dass sich unsere Waden anfühlten wie Betonklötze und die zwei Masseusen konnten sich das Lachen nicht verkneifen, weil wir gar so sehr gewinselt haben. Als es dann losging, wurden wir bei jeder Blase und jedem Kratzer den wir hatten gefragt, woher wir das haben, und unsere Antwort war immer die gleiche: Rinjani. Wir wurden eingeölt, durchgeknetet und verbogen, dass es nur so geknackt hat. Aber ich finde, die Massage hat sehr gut getan und war das Geld auf jeden Fall Wert. Denn schon gleich im Anschluss fühlen wir uns um einiges besser als vorher, und wir sind dann noch ein wenig durch Kuta spaziert. Am Strand von Kuta machten wir kehrt und sind wieder zurück zu unserem Hotel gegangen, wo wir dann endlich mal wieder mit unseren Eltern telefonieren konnten und über unsere Erlebnisse vom Schichtvulkan Rinjani gebloggt haben.

Ausser Betrieb

Ein defekter Geldautomat ist hilfreich beim Feilschen

Mamma Ayus Massage

Bei Mamma Ayus Massage haben wir uns es gut gehen lassen

Am Abend wurde ich dann abermals positiv überrascht, denn wir haben in einem einheimischen Restaurant für drei Gerichte inklusive Getränke gerade einmal 55.000 Rupien bezahlt. Ich glaube, dass ich nach fast einem Monat endlich dort angekommen bin, wo ich von Anfang an hin wollte.

Kein Bock auf Sengigi

Gemeinsam mit den beiden Schweden, die ebenfalls mit uns auf dem Rinjani gewesen sind, wurden wir in Sengigi abgesetzt. Und wie soll es auch anders sein, nicht vor irgendeinem Hotel oder idealerweise sogar vor dem Hotel, welches von unseren Mitfahrern gebucht wurde – nein – wir werden natürlich gleich wieder vor dem nächsten Tourist-Office abgesetzt, welches garantiert wieder irgendeinem Onkel oder Cousin von unserem Veranstalter gehört. Mit Blasen an den Füßen und völlig verdreckter Kleidung schnallen wir uns im Eiltempo unsere Rucksäcke auf den Rücken, und versuchen so schnell wie möglich Land zu gewinnen. Die beiden Schweden waren schon einmal in Sengigi und haben, wie bereits erwähnt, ein Zimmer gebucht. Wir schließen uns den beiden an, und gehen gemeinsam die Hauptstraße Richtung Unterkunft entlang. Rechts von uns befindet sich der Strand, der allerdings überhaupt nicht zu sehen ist, weil ein Restaurant neben dem anderen steht. Dazwischen befinden sich Hotels, die allerdings nicht gerade günstig aussehen. Auf unserer Straßenseite sieht es nicht besser aus. Wir biegen irgendwann links ab, und nach etwa zehn Minuten Fußmarsch sind wir am Hotel angekommen. „Nehmt auf jeden Fall ein Zimmer dort hinten beim Pool, denn hier rechts ist eine Hühnerfarm,“ bekomme ich noch als Tipp auf den Weg, bevor die beiden Schweden sich von uns verabschieden. Zu unserem Glück sind natürlich hinten beim Pool keine Zimmer mehr frei, und weil wir die letzten Tage sowieso noch nicht genug gewandert sind, machen wir uns wieder auf den Weg zurück zur Hauptstraße, um irgendein relativ günstiges Zimmer mit warmen Wasser und WiFi zu finden. Nach den Strapazen der letzten Tage wollten wir einfach nur entspannen und Fünfe g’rad sein lassen. In den kleinen Hinterhof-Unterkünften gab es jedoch kein warmes Wasser, und zu meinem Glück ist dann auch noch eine Blase an meinem Fuß aufgeplatzt. In diesem Moment hatte ich eigentlich schon gar keinen Bock mehr auf Sengigi. “Ein letztes Hotel checken wir jetzt noch ab, bevor wir uns ein Taxi nach Kuta nehmen.“ Meine Lebenspartnerin war der selben Meinung und wir gingen in das nächste uns sympathische Hotel und fragten was eine Nacht kostet. 650.000 Rupien, also umgerechnet 43 EUR wollten sie dort für ein Zimmer haben. Aber dafür, dass das Hotel direkt an der Hauptstraße war, muss ich ehrlich zugeben, war uns das viel zu teuer und wir sind wieder losgedackelt. Anscheinend hatte der Pförtner dieses Hotels Mitleid mit uns, weil wir mit gar so schmerzvollem Gesichtsausdruck an ihm vorbeigegangen sind, dass er uns einen kostenlosen kalten Orangensaft angeboten hat. Ich wollte mich bereits auf den Weg zum Freigetränk machen, als meine Lebenspartnerin völlig entnervt zu mir meinte: “Peter, hier gibt’s gar nichts umsonst!“ Also lehnten wir ab, doch der Pförtner lies nicht locker und verwickelte uns in ein Gespräch. Er hat uns dann tatsächlich geholfen, eine Transportmöglichkeit nach Kuta zu finden. Mit mehreren Fahrern, Bemos und Taksis haben wir verhandelt, doch unter 250.000 Rupien wollte uns keiner dorthin bringen.

Am Ende hat uns dann ein sehr netter Fahrer namens Atschie nach Kuta gebracht. Ich ahnte Böses, als er nach fünf Minuten schon wieder angehalten hat, doch er ist nur kurz bei einem kleinen Laden stehengeblieben und hat uns eine Packung Kekse spendiert. Anscheinend haben wir total abgemagert ausgesehen. Es war bereits dunkel und wir sind schon über eine Stunde unterwegs gewesen, als wir uns erneut über Essen unterhalten haben. Atschie meinte, er kenne ein gutes und günstiges einheimisches Lokal und würde uns gerne dorthin bringen. Da wir den ganzen Tag noch nichts gegessen hatten, ausser die Kekse, die uns Atschie davor spendiert hat, willigten wir ein. Zusammen mit Atschie haben wir dort zu Abend gegessen. Als ich jedoch bezahlen wollte, winkte Atschie mich zurück und sagte: “Ich habe schon bezahlt.“ Wir fuhren wieder los und sind kurze Zeit später in Kuta angekommen. Atschie hat uns versprochen solange mit uns durch die Gegend zu fahren, bis wir ein Hotel finden, dass uns gefällt und warmes Wasser sowie WiFi hat. Das war auch gut so, denn das erste Hotel machte zwar von außen wirklich was her, aber die Bettlaken waren dreckig, die Fliesen vergilbt und die Armaturen der Dusche waren total verrostet. Aber weiter als 375.000 Rupien wollte der Hotelier trotzdem nicht mit dem Preis runter gehen. Er machte sogar noch Witze, dass wir in Kuta niemals für weniger Geld ein Zimmer mit warmen Wasser bekommen würden, und falls doch, dann dürfe ich ihm „diesen Aschenbecher über den Schädel ziehen”. Letztendlich haben wir dann nach mehreren Anläufen eine für indonesische Verhältnisse wirklich sehr saubere Unterkunft im Herzen von Kuta gefunden. 250.000 Rupien, umgerechnet 16 EUR kostet die Nacht, und das finde ich einen angemessenen Preis, denn zusätzlich zu warmen Wasser, kostenlosen WiFi und Frühstück für zwei Personen, hat unser Zimmer sogar eine Klimaanlage. Wir haben dann noch kurz überlegt, ob uns Atschie nochmals zum ersten Hotel bringen soll, damit ich dem Hotelier den Aschenbecher über den Schädel ziehen kann, aber wir haben uns dann doch für die so sehr herbeigesehnte heiße Dusche entschieden.

Unsere Unterkunft in Kuta

Banyu Urip, unsere Unterkunft in Kuta

Was hab ich mir nur dabei gedacht?

Um 6:30 Uhr klingelte unser Wecker und wir packten unsere gesamte lange Kleidung, Jacken, energiehaltige Nahrung, Klopapier und unseren Fotoapparat in einen Rucksack. Wir hatten genau so viele Sachen dabei, dass alles in einen Rucksack passt. Ich will nicht, dass Beatrice ebenfalls einen Rucksack mitnimmt, so dass sie sich voll auf das Wandern konzentrieren kann. Irgendwie werde ich das schon hinbekommen, denke ich mir, so schlimm kann es ja nicht werden. Um 7.00 Uhr machten wir uns auf zum Frühstücksraum. Dort saßen bereits ein paar Leute, wie sich herausstellte waren sie ebenfalls aus Deutschland. Es sind auch noch einige andere Touristen beim Frühstück, die bereits gestern Abend wieder zurückgekommen sind und die letzte Nacht ebenfalls im Hotel verbracht hatten. Mir fiel auf, dass sie sehr erschöpft wirkten und ich suchte mit ihnen das Gespräch. Wie war es? War es sehr anstrengend? Wie viele Tage habt ihr gebucht? War es das alles wert? Glaubt ihr, wir packen das überhaupt? Super ist es gewesen! Und auch super anstrengend! Drei Tage hatten sie gebucht, aber der Ausblick, der Sternenhimmel und die heißen Geysire seien die Strapazen wert! Und da wir Deutsche sind, schaffen wir das ganz sicher!

Ich weiss, zwar nicht genau wie er aufgrund unserer Nationalität beurteilen konnte, ob wir Rinjani-tauglich sind, aber wahrscheinlich dachte er, in Deutschland gibt es Berge, also wandern wir bestimmt jeden Tag. Doch dem ist nicht so. Denn Berge wurden von mir bisher immer nur mit einer Seilbahn oder Gondel erklommen. Aber die Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer nahm mir die Angst und nachdem jeder meinte:“Das packt ihr schon!“ machten wir uns auf zur anderen Straßenseite, wo bereits einige Träger, unser Guide sowie weitere Rinjani-Touristen warteten. Irgendwie wusste aber keiner von ihnen genau, wann es denn endlich losgeht oder wie die ganze Tour überhaupt ablaufen würde. Unsere Gruppe bestand aus acht Deutschen, einem US-Amerikaner sowie zwei Schweden. Dazu kam der Guide sowie sechs bis acht Träger. Die genaue Anzahl weiss ich bis heute nicht, aber ich will schonmal vorweg nehmen, dass diese Träger meinen größten Respekt verdienen. Was diese Jungs leisten ist unvorstellbar.

Die Träger schleppten alles nach oben

Die Träger schleppten alles nach oben

Irgendwann gegen 9.00 Uhr wurden wir, nachdem die Träger alle verschwunden waren, zusammen mit unserem Guide auf die Ladefläche eines Pick-Ups verladen und wir machten uns auf den Weg. Jedes Mal, wenn der Pick-Up wieder nach unten fuhr, hofften wir, dass er wieder noch oben fahren wird, denn wir kamen dem Vulkan immer näher und die Spitze erschien nach jeder Kurve immer höher zu werden. Unser erster Stop war die Talstation, in der wir unsere Namen, Berufe, Ausweisnummern sowie den Namen von unserem Guide eintragen mussten. Ich glaube, damit sie im Fall eines Absturzes unsere menschlichen Überreste zurück in unsere Heimat schicken können. Nachdem wir uns alle eingetragen hatten, sind wir wieder auf die Ladefläche des Pick-Up gesprungen und wieder ein Stück bergab Richtung Fuss des Berges gefahren. Dann ging die Wanderung endlich los.

Auf der Ladefläche des Pick-Ups

Auf der Ladefläche des Pick-Ups

Dort oben soll es hingehen

Dort oben soll es hingehen

Anfangs war es tatsächlich noch eine Wanderung, vergleichbar mit dem Wandertag, wie wir ihn noch alle aus der Schule kennen. Alle 15 Minuten blieben wir an einem schattigen Plätzchen stehen und haben uns erholt. Nachdem wir ein kleines Waldstück passiert haben stand ich bereits vor der ersten Herausforderung, denn ein steiler, staubiger und unbefestigter Weg erschien direkt vor meinen Augen. Schlimmer kann es ja nicht mehr werden, dachte ich mir und quälte mich bereits diese Steigung nach oben. Wie eine Dampflok habe ich nach Luft gerungen, als ich diesen kleinen Hügel bezwungen hatte. Das war das erste Mal, als ich zu meiner Lebenspartnerin gesagt habe: “Ich packe das nicht, dass wird garantiert noch schlimmer und ich kann jetzt schon nicht mehr, lass uns umdrehen.“ Doch als wir dann die ersten Träger wieder gesehen haben, die mit Flip-Flops, Zigarette im Mund und wie ein Packesel bepackt an uns vorbeimarschiert sind, hat mich der Ehrgeiz gepackt, und ich wollte unbedingt diesen Vulkan erklimmen. Die nächste Stunde ging es dann zum Glück nicht mehr so steil nach oben, und wir kamen an der ersten Basisstation an. Dort warteten bereits die anderen neun Leute aus unserer Gruppe, die mit Dutzenden anderen Touristen die schöne Aussicht genossen. Die Träger bereiteten für uns eine üppige Mahlzeit zu. Nudelsuppe mit Reis, Ei und Krabbenchips sowie Ananas zum Nachtisch. Alle Lebensmittel, literweise Wasser, Gasflaschen, Zelte, Isomatten, Schlafsäcke und was weiss ich noch alles schleppten die Träger in riesigen Körben an einer Bambusstange befestigt auf der Schulter zur Basisstation und später bis hoch an den Gipfel. Ich kann wirklich nur meinen Hut ziehen vor der körperlichen Leistung dieser Menschen, die für eine Bergtour lediglich 250.000 Rupien erhalten. 16 EUR für drei Tage heftigste körperliche Anstrengungen und das zwei Mal die Woche.

Basisstation 1

Basisstation 1

Von der Basisstation konnte man bereits sehen, wo wir heute Nacht schlafen würden, aber der Punkt war so weit entfernt, dass ich niemals gedacht hätte, diese Strecke an einem Tag zurückzulegen. Noch 1500 Höhenmeter trennten uns von diesem Punkt und mit bloßem Auge war der Punkt nicht zu erkennen. Ich quälte mich also Stunde für Stunde weiter nach oben, während mich die ganze Zeit Träger und andere Touristen überholten. Zwischendurch bin ich, obwohl ich an beiden Füßen Sprunggelenkstützen getragen habe, umgeknickt. Warum ich in diesem Moment nicht zurückgehumpelt bin, kann ich nicht beantworten. Der Weg wurde immer staubiger und steiler, und langsam aber sicher bewegte sich die Sonne Richtung Horizont. Es wurde windig und da meine Kleidung bereits vollkommen verschwitzt war, wurde es richtig kalt. Da ich meinen Rucksack kaum mehr tragen konnte, und ich diesen zwischenzeitlich an meine Lebenspartnerin abgeben musste, weil ich einfach nicht mehr konnte, haben wir bereits dort unsere lange Kleidung angezogen, und es wurde wieder einigermaßen erträglich. Ich konnte keinen richtigen Schritt mehr machen, sondern bin eher im Entenmarsch den trockenen und unbefestigten Weg nach oben gewatschelt. Teilweise auf alle vieren habe ich mich Meter für Meter den Berg hochgequält. Ich wollte da, warum auch immer, unbedingt hoch. Jeder Stein und Ast wurde genutzt, um mich hinzusetzen und auszuruhen. Ein Keks nach dem anderen und Dutzende von Bonbons habe ich gegessen. Durch die vielen Bonbons hatte ich zumindest immer einen feuchten Mund, was zumindest die Staubproblematik etwas erträglicher machte. Die Sonne war bereits hinter dem Berg verschwunden, und es wurde langsam dunkel und immer windiger. Jedes Mal, wenn ich einen Träger oder Guide gefragt habe, wie lange es noch dauert, bekam ich als Antwort: “Zwei Stunden“. Ich habe schon gefragt, ob sie mir nicht wieder ein Zelt hier nach unten bringen könnten, weil ich total erschöpft bin und nicht mehr weiter kann. Doch von meiner Freundin angetrieben und anscheinend schon teilweise im Delirium habe ich es dann irgendwie zur Basisstation geschafft, an der bereits alle Zelte aufgebaut waren, und es nach Essen roch. Natürlich standen die Zelte von unserer Gruppe noch einen Hügel weiter, und das war dann der Moment an dem ich mich übergeben musste. Völlig ausgelaugt und mit einem üblen Geschmack im Mund bin ich dann endlich ins Zelt gefallen.

Wir waren höher als die Wolken

Wir waren höher als die Wolken

Der Sonnenuntergang war spektakulär

Der Sonnenuntergang war spektakulär

Abermals gab es reichlich zu essen, doch ausser ein paar Tassen heißem Tee, konnte ich nichts zu mir nehmen. Ich war so geschafft, dass ich nicht einmal in der Lage war, Fotos zu schießen. Ausserdem war es so kalt, dass ich auch nicht den wirklich wunderschönen und von Sternen übersäten Himmel genießen konnte. Das hat sich dann allerdings nach ein paar Stunden geändert, denn durch den heftigen Wind wurde die Außenhülle von unserem Zelt einfach weggeweht. Wie lagen da also unter unserem Moskitonetz ähnlichen Innenzelt bei etwa 5°C in mehreren Lagen Klamotten sowie zwei Schlafsäcken aneinandergekuschelt unter freiem Himmel und konnten nicht schlafen. Ich hatte teilweise das Gefühl, als würde uns der Wind mitsamt unserem Zelt packen und davon wehen. Als wir vor lauter Erschöpfung dann doch irgendwie ein wenig Schlaf gefunden hatten, wurden wir um 3.00 Uhr morgens geweckt, um die letzten 800 Höhenmeter zum Gipfel zu gehen, um den Sonnenaufgang von dort aus bewundern zu können. Ich lehnte dankend ab. Ich konnte von meinem Zelt aus noch die Lichterkette von Menschen sehen, die sich mit ihren Taschenlampen auf zum Gipfel des Rinjani machten, bevor meine Augen wieder zugefallen sind. Irgendwann stand dann ein Träger mit heissem Tee und Pfannkuchen vor unserm Zelt, welches in der Zwischenzeit wieder notdürftig repariert wurde. Draussen standen bereits auch wieder die anderen Teilnehmer der Tour und stopften sich mit Energie voll. Nach mehreren Kommunikationsschwierigkeiten und Personen mit denen wir dann gesprochen hatten, haben wir erfahren, dass der heutige Tag ungefähr doppelt so hart werden wird wie der gestrige. Das war dann der Moment an dem ich gesagt habe, ich breche ab und gehe wieder zurück.

Der Krater des Rinjani

Der Krater des Rinjani

Der Weg war mehr als staubig

Der Weg war mehr als staubig


Der Staub war überall

Der Staub war überall und ich quäle mich den Rinjani runter

Der Abstieg war mindestens genauso heftig wie der Aufstieg am Tag zuvor, doch durch den ganzen Staub, der sich überall am Körper festgesetzt hat, und sich in jeder Ritze meines Körpers und in meinen Schuhen ausgebreitet hat, hat sich etwa alle hundert Meter eine neue Blase auf meinen Füßen gebildet. Jedes Mal, wenn ich mich umgedreht habe, konnte ich es nicht fassen, dass ich da oben gewesen bin. Ich habe bis zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst, wozu mein Körper in der Lage ist, doch trotzdem konnte ich nicht mit den andern mithalten. Ich glaube, dass unser Träger, der uns zu keinem Zeitpunkt von der Seite gewichen ist, noch niemals zuvor einen so langsamen Abstieg erlebt hat. Ständig mussten wir uns Mut machen und haben uns gesagt:“Es ist nicht mehr weit, bald haben wir es geschafft, unten kaufen wir uns eine eiskalte Coca Cola“.

Von der Ferne hörten wir ein: “Hey Guys, you finally did it“ und ich fragte nur: “Haben die ‘ne kalte Coke?“ – „Ja, kostet ‘nen 10er“ – und ich hätte in diesem Moment auch 10 EUR für die Dose bezahlt, doch es waren dann doch nur 10.000 Rupien. Mit dem Pick-Up ging es dann wieder zurück an unseren Ausgangspunkt, und wir wurden wie versprochen von einem Fahrer nach Sengigi gebracht. Wie es dann von dort aus weiter ging, werdet ihr in meinem nächsten Blog erfahren, aber soviel sei schonmal verraten: Ich hatte noch niemals zuvor so krassen Muskelkater wie heute.

Auf zum Schichtvulkan Rinjani

So, dann wollen wir mal schauen, ob das mit dem Transport zum Schichtvulkan Rinjani so funktioniert wie versprochen. Wir machen uns, nachdem wir uns von den freundlichen Angestellten des Hotel „The Exile“ verabschiedet haben, auf zum Hafen von Gili Trawangan und zeigen unsere Tickets in die Luft. Das hat schon mal nicht funktioniert. Also rein ins Ticket Office und dort noch einmal die Tickets vorzeigen. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Veranstalter werden wir gebeten, uns ein Ticket für das Boot nach Lombok zu kaufen, wir würden das Geld bei der Ankunft wieder zurückbekommen. Auf die Frage, wann das Boot ablegt, bekommen wir die Antwort: “Wenn alle Sitzplätze belegt sind, geht es los. Vielleicht 10 oder 15 Minuten.” Nach einer halben Stunde sind alle freien Plätze verkauft, und wir verlassen schweren Herzens die Insel Gili Trawangan.

The Exile Crew

Wie immer mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht

Bye Bye Gili Trawangan

Es geht wieder zurück nach Lombok

Wir sitzen noch im Boot und haben noch gar nicht richtig angelegt, dann höre ich schon, wie jemand meinen Namen ruft und winkt. Wir werden freundlich empfangen, und es steht bereits eine Pferdekutsche für uns bereit, die uns wieder zu der Touristen Sammelstelle bringt. Auf Gili Trawangan haben wir mit einigen Leuten über die Bergtour gesprochen, und viele von ihnen haben sie bereis hinter sich. Wahnsinnig anstrengend soll der Aufstieg sein, wir sollten uns auf jeden Fall Power-Riegel oder Ähnliches besorgen, damit unsere Körper reichlich mit Energie versorgt werden. Da auf Gili Trawangan das Preisniveau etwas zu hoch ist, wollten wir diese Erledigungen in Lombok machen. Unsere Sonnencreme neigt sich ebenfalls dem Ende zu, und es wird Zeit für Nachschub.

Da wir die indonesische Gemütlichkeit schon teilweise übernommen haben, sind wir also erst am Nachmittag wieder in Lombok angekommen und haben uns nach einer Unterkunft informiert. Natürlich hatte der Veranstalter auch Zimmer in seiner Bergstation zu vermieten, angeblich sogar mir WiFi. Doch entweder waren kurz vor uns ein paar andere Blogger, welche das verfügbare Internetvolumen aufgebraucht haben dort, oder es gab irgendein Hardwareproblem. WiFi gab also nicht, aber dafür eine wunderschöne Aussicht und ich habe das erste mal in meinem Leben frei lebende Affen gesehen. Die Unterkunft hat im übrigen 200.000 Rupien, also etwa 13,50 EUR inklusive Frühstück für zwei Personen gekostet. Unser Geld, welches wir für die Bootsfahrt von Gili Trawangan nach Lombok ausgelegt haben, haben wir ebenfalls zurückbekommen.

Frei lebende Affen

Das erste Mal in meinem Leben sehe ich frei lebende Affen

Ein Affe direkt vor der Haustür

Was springt denn da von Ast zu Ast?

Schichtvulkan Rinjani

Langsam wird mir klar, worauf ich mich eingelassen habe

Ohne die geringste Ahnung zu haben, wie anstrengend der morgige Tag tatsächlich sein wird, haben wir uns in weiser Voraussicht zeitig ins Bett gelegt, um am nächsten Tag für die Besteigung des Schichtvulkans Rinjani topfit zu sein.

Mein Resume über Gili Trawangan

Umwelt

Was man über Gili Trawangan auf jeden Fall wissen muss, ist die Tatsache, dass hier jegliche Art von motorisierten Fahrzeugen verboten sind. Die Massen an Waren, die täglich auf die Insel geschafft werden, werden mit Pferdekutschen an ihren Bestimmungsort gebracht. Die Massen an Touristen werden ebenfalls mit Kutschen von einem Ort zum anderen gebracht. Die meisten Touristen, Einheimischen sowie die Menschen, welche auf der Insel arbeiten, fahren mit dem Fahrrad. Natürlich sind auch viele Menschen einfach nur zu Fuß unterwegs. Bei einigen moderneren Hotelanlagen wird bereits die Sonnenenergie zur Stromgewinnung genutzt. Auch natürliche Wasserfilter, welche das Abwasser reinigen, sind hier teilweise vorhanden. Es wird auch großen Wert auf das wohl von Meeresschildkröten gelegt. So gibt es ganz in der nähe der Hafenstation eine Zuchtstation für Meeresschildkröten, in der die Touristen über diese gefährdete Tierart aufgeklärt werden. Im Vergleich zu anderen Orten in Indonesien, in denen ich bisher gewesen bin, macht die Insel einen sauberen Eindruck. Natürlich liegt auch hier an vielen Stellen der Müll herum, und viele der Menschen respektieren auch hier ihre Umwelt nicht. Aber ich habe bisher noch nirgendwo anders in Indonesien so viele Mülleimer stehen sehen. Es gibt auch eine Müllabfuhr. Nur muss man sich die völlig anderes vorstellen, als wir das gewohnt sind. Die Müllabfuhr ist kein großer orangefarbener LKW, der einmal die Woche vorbeikommt, sondern ein Dreirad, welches vorne zwischen den beiden Rädern eine kleine Ladefläche besitzt und ständig um die Insel herumfährt. Dabei habe ich auch gesehen, dass hier auf Gili Trawangan Mülltrennung betrieben wird. Doch all das ist bei weitem noch nicht soweit fortgeschritten wie bei uns in Deutschland. Aber ich denke die Menschen hier sind auf dem richtigen Weg.

Anreise

Die Anreise nach Gili Trawangan kann auf die verschiedensten Arten von statten gehen. Die günstigste Art ist es, sich in Sengigi auf direktem Weg zur Bootsstation zu begeben und sich ein Ticket für 15.000 Rupien, also einen EUR zu kaufen. Wenn man es so wie wir nicht an den, an jeder Ecke stehenden, Reisetrip „Veranstaltern“ vorbei schafft, kann man sich zumindest nach dem Ende einer gebuchten Tour auf einer beliebigen Insel absetzen lassen. Je nach Verhandlungsgeschick und ob man für sich für die kurze Überfahrt nicht auch noch für das Speedboat entschieden hat, kann der Preis aber schnell mal das 20-Fache kosten. Wenn man von Bali nach Gili Trawangan möchte, kann man sich auch einen Hubschrauber mieten. Für 29 US$ pro Person, kann man sich direkt am Sunset Point absetzen lassen.

Unterkunft

Unterkünfte gibt es auf Gili Trawangan zur Genüge. Allerdings werden in der Hauptsaison die Plätze schonmal knapp, und es kommt vor, dass die Leute einfach am Strand übernachten. Je nach Saison bekommt man ab 100.000 Rupien einen Platz zum Schlafen. Nach oben gibt es preislich fast keine Grenzen, je nach Bedarf kann man mehrere Millionen Rupien, also viele hundert EUR für eine Nacht bezahlen. Die günstigen Unterkünfte befinden sich auf der Mitte der Insel, je weiter weg man sich vom Hafen in Richtung Norden der Insel begibt, umso teuerer werden die Hotels. Von einer Kammer mit Hängematte bis hin zur Luxusvilla mit eigenem Butler gibt es hier auf der Insel alles. Bereits hier merkt man, dass sich die Bewohner voll und ganz auf die Touristen eingestellt haben. Überall auf der Insel hört man die Menschen hämmern und klopfen. Steine werden lokal produziert und warten darauf, überall auf der Insel verteilt, verbaut zu werden.

Essen

Das Essen hier auf der Insel ist ebenfalls stark auf die Bedürfnisse der Touristen angepasst. An vielen Stellen gibt es Pizza, Pasta, Schnitzel, Chips und Coca Cola. Die für Indonesien typischen scharfen Gerichte muss man lange suchen. Für den kleinen Geldbeutel gibt es, meist in einer Ecke versteckt oder am Boden sitzend, Einheimische, die warme Speisen verkaufen. Im Zentrum der Insel gibt es ebenfalls viele Strassenverkäufe für Essen und gleich daneben wieder den nächsten Shop, in dem es gekühlte Getränke und Naschzeug gibt. Das absolute Highlight sind allerdings die vielen Buffets, die wenn es dunkel wird, direkt auf der Promenade am Strassenrand aufgebaut werden. Die Salate sind kostenlos, allerdings muss man dazu für mindestens 100.000 Rupien frischen Fisch, Oktopus, Hummer und was das Meer sonst so alles hergibt, kaufen. Dieser wird dann 100g weise abgerechnet. Ein Oktopus hat in etwa 300g, und wenn man es sich richtig gut gehen lassen will, dann kann man hier auch schon mal über eine Million Rupien für sein Abendessen bezahlen.

Aktivitäten

Hier werden den Touristen jegliche Wünsche erfüllt, solange der Preis stimmt. Es werden mehrtägige Ausflüge nach Komodo sowie Flores angeboten. Noch nie im Leben getaucht? Kein Problem. Taucheranzug an, Flossen anlegen, Flasche auf den Rücken und rein ins Meer. Mit einem Boot kann man sich an abgelegene Schnorchelplätze bringen lassen. Es gibt Yoga- und Kochkurse, oder man kann sich in einem der vielen Spas verwöhnen lassen. Wenn man möchte, kann man sich seine Hornhaut an den Füßen von kleinen Fischen, die in einem Aquarium schwimmen, abknabbern lassen. Angefangen von den Fahrrädern, die man tageweise mieten kann, werden auch Surfbretter, Schnorchel, Flossen und alles erdenkliche gegen teils unangemessene Preise zum Verleih angeboten. Wenn man sein Equipment nicht dabei hat, dann muss man eben dafür bezahlen. Und das lassen sich die „Anbieter“ hier gut bezahlen. Eine Kneipe reiht sich neben der anderen. Dazwischen sind Hotels, Diskotheken und Tauchschulen. Wenn man feiern möchte ist man im Zentrum der Promenade bestens aufgehoben. Das absolute Highlight der Insel ist aber der Sonnenuntergang. Kurz vor 18.00 Uhr versammelt sich alles, was auf der Insel zwei Beine hat, auf der Westseite von Gili Trawangan und verfolgt das Naturschauspiel – und das absolut kostenlos.

Preise

Auf Gili Trawangan ist es wie überall auf der Welt. Wenn man Geld besitzt, kann man sich alles dafür kaufen. Besitzt man weniger oder nichts, kann man hier trotzdem überleben. Zwischen fünf EUR und fünfhundert EUR kann man hier pro Tag leicht ausgeben. Ich glaube sogar, dass es nach oben hin kaum Grenzen gibt, denn jeden Tag ist irgendwo anders eine große Party. Wem das nicht genügt, der kann sich ein Ticket für die Party-Yacht kaufen. Das Ticket selber kostet nur ein paar EUR, doch ein Getränk auf dem Schiff, von dem man dann nicht mehr so schnell runter kommt, kostet ein Vielfaches des Ticketpreises. Die für uns selbstverständlichsten Dinge, auf die aber die Einheimischen nicht angewiesen sind, kosten richtig viel Geld. Das krasseste was ich gesehen habe, war eine kleine, 150ml große Sonnencreme, die sage und schreibe, 250.000 Rupien gekostet hat. 17 EUR für eine Sonnencreme? Diese sollte man sich auf jeden Fall noch auf dem Festland auf Vorrat besorgen, wenn man vor hat, für längere Zeit auf Gili Trawangan zu bleiben und man kein Schwarzafrikaner ist. Ansonsten gilt auch hier: Handeln, wenn es einem zu teuer vorkommt, oder einfach weiter zum nächsten Laden. Je weiter man sich auf der Promenade von der Bootsstation entfernt, umso günstiger werden dann auch die Preise. Doch eine Sonnencreme unter 200.000 Rupien sucht man auch dort vergeblich.

Zusammenfassung

Gili Trawangan ist auf den ersten Blick eine völlig überfüllte Touristeninsel. Doch die einzigartigen Sonnenuntergänge hier auf dieser Insel, machen Gili Trawangan zu einem absoluten Muss. Man kann sowohl 24 Stunden am Tag Party feiern als auch absolute Ruhe genießen. Da ich davor noch nie geschnorchelt habe, bin ich etwas geteilter Meinung über die Eignung der Insel für diese Aktivität. Denn um an eine Stelle zu gelangen, an der man sich flach auf den Bauch legen und sich von der Strömung treiben lassen kann, muss man unbedingt festes Schuhwerk tragen. Korallen, Felsbrocken und eine sehr starke Strömung müssen erst überwunden werden, bevor man in die Unterwasserwelt abtauchen kann. Natürlich kann man sich auch ein Boot mieten und sich gleich weiter raus bringen lassen. Ich bin mir aber sicher, dass es auf meiner Reise noch schönere Orte zum Tauchen geben wird, obwohl mein gestriger Schnorchelausflug für mich unvergesslich bleiben wird. Wenn man will, kann man sich mit einer Pferdekutsche schnell an eine andere Stelle der Insel bringen lassen, doch diese Transportmöglichkeit ist meiner Meinung nach viel zu teuer. Wenn man allerdings Unmengen an Gepäck dabei hat, oder man nicht mehr gehen kann und sich zu einem der zahlreichen 24h Kliniken bringen lassen möchte, dann ist eine Pferdekutsche jedoch eine gute Wahl. Die meisten Menschen hier sind mit dem Fahrrad unterwegs, aber ich finde, dass sich das Ausleihen eines Fahrrads nicht lohnt. Fährt man nach Westen, endet irgendwann die gepflasterte Strasse und man muss sein Fahrrad durch den Sand schieben. Wenn man Richtung Zentrum fährt, kommt man an den vielen Menschen, die sich dort befinden, nicht vorbei, und man muss wieder schieben. Wenn man in Ruhe etwas von der Insel sehen möchte und alle Zeit der Welt hat, dann sollte man meiner Meinung nach zu Fuß gehen. Wenn man wie wir als Backpacker unterwegs ist und man sich diese Insel einfach nur anschauen möchte, dann kann man sich viele der hier angebotenen Aktivitäten sparen, denn die Preise sind viel zu hoch hier. Verbringt man hier allerdings seinen wohlverdienten Jahresurlaub, kann man es sich richtig gut gehen lassen. Dann stören die Preise auch nicht, denn im Vergleich zu Deutschland ist es auch auf Gili Trawangan relativ günstig. Doch egal wie man unterwegs ist: Vergesst nicht, euch davor Sonnencreme zu kaufen.


Previous Image
Next Image

info heading

info content

Für weitere Eindrücke von Gili Trawangan könnten euch vielleicht noch folgende Links interessieren:

Der Urlaub kann beginnen, von Peter Lakatos
Ein Tag auf Gili Trawangan, von Peter Lakatos
Mein Tag auf Gili Trawangan, von Peter Lakatos
Weitere Gedanken und Eindrücke von Gili Trawangan, von Peter Lakatos
Mal was neues Probieren, von Peter Lakatos
Widdewiddewitt und Drei macht Neune, von Peter Lakatos
Gesagt, getan, von Peter Lakatos
Bea, die kleine Meerjungfrau, von Beatrice Krell
Was ist Zeit, von Beatrice Krell

Gesagt, getan

Hier ist es einfach viel zu schön, um schon abzureisen. Eine Nacht mehr muss defi,nitiv drin’ sein, und es hat sich absolut gelohnt. Heute war ich wieder einmal so glücklich darüber, dass ich mir letztes Jahr meine Augen mit einer LASIK operieren lassen habe. Ohne diese Operation hätte ich heute nicht gesehen, was da ein oder zwei Meter unter mir durchgeschwommen ist. Denn heute war unser zweiter Tag an dem wir uns an das Schnorcheln gewagt haben. Wir haben beide zuvor noch nie geschnorchelt. Wir haben uns es zwar immer vorgenommen, und wir besitzen sogar seit ungefähr fünf Jahren eine Taucherbrille und Schnorchel. Jedoch haben wir sie bisher noch nie benutzt. Nachdem wir gestern an einer Stelle waren, an der man durch die Strömung stark abgetrieben wurde, haben wir uns in unserem Hotel erkundigt, wo man auf Gili Trawangan am besten Schnorcheln kann, und wo man nicht so stark abtreibt. Ganz in der Nähe der Hafenstation ist eine Stelle mit ein paar Korallenriffen, an der es kaum eine Strömung gibt. Man muss nur immer wieder auch mal nach oben schauen, weil dort ab und zu Boote vorbeifahren, die die unzähligen Taucher wieder zurück an Land bringen. Gleich neben dem Hotel führt ein Weg vorbei an ein paar Bauernhöfen und einem angelegten Palmenwald. Quer durch die Insel kann man so fernab von allen Touristen die Zweisamkeit genießen. Ausserdem haben wir ja bereits in der Schule gelernt, dass der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten eine Gerade ist. Wir haben uns also den Umweg über die Inselpromenade erspart und haben die Stille der Inselmitte genossen.

Vorbei an Bauernhöfen

Vorbei an Bauernhöfen

Ging es durch den angelegten Palmenwald

Ging es durch den angelegten Palmenwald

Kokosnüsse für die Touristen

Hier werden die Kokosnüsse für die Touristen angebaut

Einmal quer über die Insel

Einmal quer über die Insel

Zu starke Strömung für Schnorchelanfänger

Hier ist die Strömung für Tauchanfänger zu stark

Endlich am Strand angekommen haben wir unsere Schnorchel geschnappt und haben uns ins Wasser gestürzt. Nach ein paar Metern konnten wir uns auf den Bauch legen und den ersten Blick nach unten wagen. Und da waren sie, all die bunten Fische und Korallen, wie ich sie bisher nur aus dem Fernsehen kannte. Ich hätte nicht gedacht, dass diese mir bisher verschlossene Welt sich so nah am Strand befindet. Leuchtend blaue Fischlein sind nur wenige Meter um mich herum geschwommen. Die unterschiedlichsten Formen und Farben schwimmen an mir vorbei und nehmen mich wie selbstverständlich in ihre Umwelt auf. Fingerdicke, längliche weiße Fische mit schwarzen Rallyestreifen schwimmen an KFZ-Großen rosa schimmernden Korallen vorbei. Da ein Kugelfisch, dort ein Halterfisch, dann wieder eine mir völlig unbekannte Spezies. Nachdem wir uns dann zu einem weiteren Tauchgang aufgemacht haben, war ich überglücklich darüber, dass ich jetzt brillenlos bin. Denn wie wir uns die relativ kleinen Fische von vielleicht maximal 30 Zentimeter so ansehen, schwimmt plötzlich eine ca. ein Meter große Schildkröte direkt unter mir hindurch und lässt sich von der Strömung treiben. Ich konnte alles so klar und scharf erkennen, und die Freude darüber war verantwortlich dafür, dass ich trotz einer dichten Taucherbrille salziges Wasser in selbiger hatte.

Über meine anschließenden abendlichen Erlebnisse kann ich eigentlich nicht all zu viele Details berichten. Aber sie sind es auf jeden Fall wert, für einen besseren Eindruck von Indonesien erwähnt zu werden. Denn als ich gestern Abend meine Bilder auf den Blog geladen habe, ging zum einen für etwa eine viertel Stunde der Strom auf der gesamten Insel aus, und wieder einmal hatte ich kein Internet. Und kurz bevor ich ins Bett gehen wollte, machte es einen unbeschreiblich lauten Knall, gefolgt von einem einzigen heftigen Beben der Erde. Ein weiteres unbeschreibliches Naturschauspiel, bei dem ich allerdings froh darüber bin, dass es bei einem einzigen Beben geblieben ist.

Und auf einmal war der Strom aus

Und auf einmal war der Strom aus

Widdewiddewitt und Drei macht Neune

Wer hätte gedacht, dass ich in meinem Urlaub einen Wecker brauchen werde. Aber wenn man sich das Zentrum von Gili Trawangan anschauen möchte, bevor es von den Touristen völlig überfüllt ist, muss man halt vor den anderen aufstehen. Da wir aber nicht jeden Abend Party feiern, sondern uns lediglich um unsere Blogs kümmern und die verfügbare Bandbreite ausnutzen, stellt das frühe Aufstehen kein Problem dar. Im Zentrum angekommen, versuchen wir die Hafenstation ausfindig zu machen. Es gibt zwar etwa alle zehn Meter einen Stand, an denen Trips nach Komodo, Lombok und die anderen Gili Inseln angeboten werden, aber wie das mit den Preisen und Methoden der Einheimischen funktioniert, darüber habe ich ja bereits gebloggt. Wir haben uns dorthin begeben, wo wir bei unserer Ankunft auf Gili Trawangan aus dem Boot ausgestiegen sind und haben die Ohren weit aufgemacht. Irgendwo muss doch diese Stimme herkommen, die immer wieder durch einen Lautsprecher zu hören ist. Denn da wo der Lautsprecher drauf geschraubt ist, dass ist meistens die Hafenstation, an der auch die Einheimischen ihre Tickets kaufen. 30.000 Rupien, also zwei EUR kostet der Kutter nach Gili Air. Wir möchten uns nämlich die anderen beiden Gili Inseln natürlich auch noch ansehen und dort vielleicht auch ein paar Tage verbringen. Die anderen beiden Inseln sind angeblich absolut keine Partyinseln und vielleicht können wir dort auch endlich einmal Schnorcheln.

Ankunft auf Gili Trawangan

Hier sind wir auf Gili Trawangan angekommen

Ticketoffice

Das Ticket Office, an dem man die Tickets für die Überfahrten kaufen kann, ohne einen Trip zu buchen

Schnorchel Trip

Schorcheltour mit Boot zu den angeblich besten Plätzen

Glasboot Trip

Bei diesem hier gibt es Glasboot Trips

Komodo Trips

An diesem Stand wird gleich alles angeboten

Dieser Plan wurde dann am Abend perfektioniert. Unsere Tour auf den Vulkan Rinjani auf Lombok haben wir bereits bezahlt. Uns wurde gesagt, wir müssen zu Beginn lediglich unsere Tickets hochhalten und am Ende würden wir entweder nach Sengigi oder irgendeine der Gili Inseln gebracht werden. Also werden wir uns hier abholen lassen, unsere Vulkantour machen, und uns abschließend auf eine der beiden anderen Gili Inseln bringen lassen. Wenn das so klappt, hätten wir uns immerhin vier EUR gespart. Das hört sich zwar nicht nach viel Geld an, aber es sind genau diese Kleinigkeiten, die sich langsam zu einem beachtlichen Betrag summieren und wie in diesem Fall völlig unnötig sind.

Es ist auch so, dass wir auch nicht täglich unser Essen hier im Hotel bestellen. Über die Preise kann man hier zwar wirklich nicht meckern, denn eine Portion Cah Kangkung kostet 35.000 Rupien. Cah Kangkung ist übrigens der Seespinat, von dem ich bereis geschwärmt habe. Die teuersten Speisen hier kosten 55.000 Rupien, das sind dann so Sachen wie Spaghetti Bolognese oder Chicken Schnitzel mit Pommes. Aber wer so etwas in Indonesien isst, dem ist nicht zu helfen. Wenn ich einmal um die Insel gehe, um mich mit langer Kleidung in der Mittagssonne zu saunen, nehme ich auch mal das Essen mit, was sonst eher die Einheimischen kaufen und essen. Über diese Papiertüten habe ich ja ebenfalls schon einmal geschrieben und auch dieses mal habe ich verpasst, ein Foto davon zu machen, da ich nach meiner Schwitztour doch sehr ausgelaugt war und wirklich Hunger hatte. Aufessen konnte ich das darin befindliche Essen heute aber nicht. Ich habe keine Ahnung, ob mein Magen bereits geschrumpft ist, oder ob mein Magen durch den Liter Wasser, den ich bei meiner Ankunft getrunken habe, einfach schon zu voll war. Eine Papiertüte mit reichlich und gut gewürztem Hühnchen mit Reis kostet nur 10.000 Rupien. Etwa eine halbe Stunde bevor ich am Hotel ankomme, gehe ich noch in einen kleinen Supermarkt und kaufe fünf Flaschen Wasser, die für zwei Personen ziemlich genau einen Tag reichen. Im Supermarkt kostet die Flasche genau die Hälfte, was sie hier im Hotel kostet. Und wieder befinden sich weitere kleine Beträge im Geldbeutel des Backpackers. Da wir aber nicht die typischen Backpacker sind, sind wir am überlegen, ob wir mit dem gesparten Geld nicht doch noch eine Nacht länger hier im „The Exile“ verbringen werden.

The Exile

Das Motto vom The Exile: Escape from the Center