Tag 3

Der heutige Tag war für mich bisher der Schönste hier auf Bintan. Ich habe mich schon gestern die ganze Zeit gefragt, was das für Lichter auf dem Meer sind. Wir sind dann auf diesen ewig langen Steg gegangen und haben von dort aus beobachten können, wie Leute mit einer Taschenlampe auf den Kopf und einem Stock bewaffnet durch das Meer gingen. Ich habe dann meinen ganzen Mut zusammen genommen und einen Einheimischen gefragt, was diese Leute da draußen machen. Er meinte, dass die Leute da draußen Krabben sammeln, aber nicht um sie selbst zu verzehren, sondern um sie auf dem Markt zu verkaufen. Er fragte mich gleich, ob ich nicht auch Lust hätte, mit ihm heute Nacht gemeinsam aufs Meer herauszugehen und ebenfalls ein paar Krabben zu suchen. Natürlich habe ich diese Frage sofort mit Ja beantwortet, denn mich interessiert diese Kultur und die Menschen und wie sie leben. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass Deddy mich dazu eingeladen hat. Ich konnte es also kaum erwarten bis die Ebbe endlich einsetzt, doch dafür mussten wir bis etwa 23:00 Uhr warten. Bis dahin habe ich mich mal wieder mit dem Internet herum geärgert, und schon langsam finde ich mich mit diesem Thema ab. Ich muss meine Internet Gepflogenheiten ein wenig umstellen. Hier ist es nun mal nicht so wie in Deutschland, was die Internetverbindung betrifft. Im Laufe des Vormittags habe ich dann mitbekommen, wie ein neuer Gast in das Ressort eingecheckt hat. Und da wir uns fest vorgenommen haben, mit den Leuten hier zu reden und uns Tipps von den Menschen zu holen, die schon etwas länger hier in Indonesien unterwegs sind, habe ich das Gespräch mit diesem Gast gesucht. Es hat sich dann herausgestellt, dass dieser junge Mann bereits seit zwei Monaten auf der Nachbarinsel Nikoi arbeitet, und er heute seinen freien Tag hat. Stuart kommt aus London und hat Maschinenbau studiert. Während seines Studiums wurde ihm der Job in Indonesien auf der kleinen Insel angeboten. Er meinte, dass man in 25 Minuten einmal die Insel zu Fuss umrunden kann. Dort kümmert er sich hauptsächlich darum, dass die Insel mit Solarstrom versorgt und das Abwasser gefiltert wird, so dass es wieder so sauber ins Meer gelangen kann, ohne das es der Umwelt schadet. Von ihm haben wir dann erfahren, dass das mit der Internetverbindung nun einmal so ist. Er hat uns empfohlen, dass wir uns eine Telefonkarte besorgen sollen, mit der man zumindest mit 3G eine Verbindung zum Internet herstellen kann. Das hört sich jetzt zwar für uns nicht nach viel an, ist aber trotzdem besser als das Internet hier im Ressort. Es reicht vollkommen aus, um Videos auf YouTube zu schauen oder sich auch einmal einen Film herunterladen zu können. Nachdem er schon seit zwei Monaten hier arbeitet, konnte er uns sogar ein paar indonesische Wörter beibringen.Und schon beim ersten Einkauf habe ich gesehen, wie sich die Einheimischen darüber gefreut haben, als ich mich in ihrer Sprache bedankt habe (Dankeschön -> Makasi). Bisher kann ich zwar nur bis zwei zählen (Eins -> Satu, Zwei -> Dua), aber ich denke, dass ist schon einmal ein guter Anfang, und ich kann den Leuten einen Guten Abend (Malam) und einen Guten Morgen(Pagi) wünschen. Ich kann fragen ob sie zum Beispiel ein Wasser für mich haben (Ada Stanford), oder ob ich noch ein weiteres (Satu Lagi) bekommen könnte. Stuart bestätigte uns dann noch einmal, dass wir uns in einer absoluten Touristengegend befinden. Darum haben wir dann auch entschieden, dass wir bereits am Montag abreisen und uns auf den Weg nach Mataram machen werden.

Doch bevor es gleich zum Krabben fangen geht, sind wir noch einmal zu diesem Straßenrestaurant gegangen und haben zu abend gegessen. Sicherlich muss man sich erst daran gewöhnen, dass das Hühnerfleisch mitsamt den Knochen serviert wird, doch geschmacklich gab es auch heute wieder keinen Anlass zur Beschwerde.

Sicy Chicken

Hühnerfleisch mit frischem Obst und Gemüse

Als wir dann wieder im Ressort angekommen sind, ging es endlich auf Krabbenjagd. Gemeinsam mit Deddy, einem seiner Kumpels und Stuart sind wir mit einer Taschenlampe sowie einem Eimer bewaffnet los marschiert. Bereits nach ein paar Metern haben wir die ersten Krabben entdeckt, und da ging der Spaß dann erst richtig los. Denn außer unseren Händen hatten wir nichts und diese Krabben hatten teilweise so beachtliche Scheren, dass man schon Angst um seine Finger haben musste. Nichtsdestotrotz haben wir es versucht und es auch geschafft einige Krabben zu fangen und trotzdem unsere Finger zu behalten. Auf die Frage, warum sie denn kein Netz oder einen kleinen Käscher benutzen, antwortete mir Deddy: „Wir machen das so, wie die Indonesier alles machen, im extrem Style.” Wir hatten eine Menge Spaß und am Ende hat uns Deddys Kumpel die Krabben zubereitet. Wir haben uns dann noch bis spät in die Nacht unterhalten und miteinander gelacht. Für mich persönlich war das bisher mein schönster Tag hier in Indonesien. Also immer freundlich sein, lächeln und auf die Leute zu gehen, denn so kann man hier Außergewöhnliches erleben.

Krabben mit Spicy Sauce

Den Snack für den heutigen Abend haben wir selbst gefangen

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