Nur auf Durchreise

Bali gehört sicherlich auch zu den Orten, die wir für längere Zeit besuchen möchten. Aber dieses mal waren wir nur auf der Durchreise hier. Aufgrund der langen Anreise haben wir heute ein bisschen länger geschlafen und haben deshalb den Bus, welcher um sieben, neun und elf Uhr Richtung Padang Bay abfährt, verpasst. Obwohl diese Stadt nie zu schlafen scheint, waren wir zu spät dran. Wir mussten uns also eine andere Möglichkeit suchen, um dort hin zu gelangen. Bei der Touristeninformation wurde uns gesagt, dass wir für eine Fahrt mit dem Taksi (Indonesisch für Taxi) mit ungefähr 150.000 Rupien rechnen müssen. Allerdings wollte uns Touristen nicht ein einziger Taxifahrer für diesen Preis mitnehmen. Wir sind nicht all zu lange in Kuta gewesen, aber ich hatte das Gefühl als würde die gesamte Stadt aus einer einzigen Strasse bestehen, in der das Leben dort statt findet. Ein Shop neben dem andern, dazwischen jede Menge Diskotheken, Bars und Essenstände. Zwischen all diesen Shops und Mini Markets war ein etwa 2×2 Meter großer Bretterverschlag, an dem man die verschiedensten Arten von Tagesausflügen buchen konnte. Von Radtouren über Tauchen bis hin zum Elefantenreiten durch den Dschungel gab es hier alles. Nach einem zähen Verhandlungsgespräch wollte uns der Betreiber eine Fahrtmöglichkeit für 250.000 Rupien nach Padang Bay besorgen. Ich muss zugeben, dass ich noch kein großes Verhandlungsgeschick besitze, aber dafür, dass der Betreiber ursprünglich 400.000 Rupien verlangt hat, war ich mit dem Ergebnis eigentlich zufrieden. Für umgerechnet 16,50 EUR wurden wir dann auf direktem Weg zum Fährhafen gebracht. Die Fahrt dauerte etwas mehr als eine Stunde, der Fahrer hat uns jedoch nicht direkt am Hafen abgesetzt, sondern ein paar hundert Meter davor. Ich hatte noch nicht einmal bezahlt, dann haben bereits wildfremde Leute unsere Rucksäcke aus dem Kofferraum geholt und vor einen Speedboattour Büro gestellt. „Come here fast, Speedboat leaves at 1:30, have 5 Minutes, fast“. Dort wollte man uns dann 350.000 Rupien pro Person für die Fahrt mit dem Speedboat inklusive Transfer nach Mataram abknüpfen. Ich bin heilfroh, dass ich mir eine Indonesische Pre-Paid Karte gekauft habe, denn so konnte ich mich bereis am Vortag auf der Homepage von LonelyPlanet über die Reiseroute informieren. Dort stand, dass die Fahrt mit dem Speedboat zwar schnell geht, aber preislich teilweise sogar teuerer ist als ein Flug von Bali nach Lombok. Die Einheimischen fahren mit einer ganz normalen Fähre, welche laut LonelyPlanet 15.000 Rupien kostet. Die Fahrt dauert zwar knapp fünf Stunden, aber wenn man keinen Druck hat und sich an Deck ein wenig sonnen möchte, dann ist dies eine sehr günstige Option. Deshalb haben wir uns schnell unsere Rucksäcke auf den Rücken geschnallt und sind die paar hundert Meter zur Fährstation gegangen und haben den, in der Zwischenzeit mehr als nervigen Speedboatticketverkäufer einfach ignoriert. An der Fährstation angekommen, hing am Schalter ein Preisschild, auf dem 40.000 Rupien stand. Das ist zwar fast dreimal soviel wie auf LonelyPlanet geschrieben wurde, aber trotzdem nur ein Neuntel von dem, was das Speedboat gekostet hat.

Fremdgesteuert

Manche dachten schon wir wären zu dritt, bei dem ganzen Gepäck

Auf der Fähre angekommen, liefen uns bereits wieder Einheimische hinterher, die uns etwas zu Essen und Trinken verkaufen wollten. Eigentlich waren wir ganz froh darüber, denn wir haben den ganzen Tag noch nicht sonderlich viel gegessen. Statt 35.000 Rupien habe ich dann immerhin nur 13.000 Rupien für eine warme Mahlzeit bezahlt. Für knapp einen EUR gab es Reis mit Hühnchen verpackt in Bananenblättern und Papier, welches zu einer Essensbox gefaltet war. Ein bis zwei Flaschen Wasser haben wir sowieso immer dabei und das gab es auch relativ günstig und sogar gekühlt auf der Fähre zu kaufen. Die Menschen auf der Fähre waren zum größten Teil Einheimische aber auch Franzosen, Schweden und Italiener haben diese gemütliche Art des Reisens gewählt. Es ist der Wahnsinn, wie viele Backpacker unterwegs sind, und wo diese jungen Leute bereits überall gewesen sind, und was sie in ihren jungen Jahren bereits erlebt haben. Wir haben uns auf der Fähre mit drei Schweden unterhalten und diese haben bereits ein Jahr auf Australien verbracht, um dort zu arbeiten und das Land zu bereisen. Wir kamen dann auch den auf Speedboatticketverkäufer zu sprechen, der versucht hat uns über den Tisch zu ziehen. Und ich sage jetzt ganz bewusst, über den Tisch zu ziehen, denn er hat es tatsächlich geschafft, jedem einzelnen der drei Schweden ein Speedboatticket für 350.000 Rupien anzudrehen, obwohl das Speedboat bereits abgelegt hatte. Also saßen sie nun mit uns auf der langsamen Fähre und fühlten sich leicht verarscht, als wir ihnen gesagt haben, was wir bezahlt haben. Am Hafen von Lembar haben wir uns dann mit einem Franzosen namens Fred, eine Fahrt nach Mataram geteilt. Nach abermals zähen Verhandlungen haben wir den Preis von 100.000 Rupien pro Person immerhin auf 70.000 Rupien für uns drei zusammen drücken können. Das ist zwar immer noch Welten von den 1.500 Rupien entfernt, die auf LonelyPlanet für eine Fahrt mit dem Bemo nach Mataram veranschlagt werden, aber immerhin wurden wir direkt vor die Haustür des Hotels gebracht, welches Fred empfohlen bekommen hat. Eine Nacht für 80.000 Rupien, da kann man wirklich nicht meckern.

Hotel Brata

Unsere 80.000 Rupien Unterkunft

Nachdem wir uns mit der dringend benötigten Dusche abgekühlt und erfrischt haben, sind wir dann noch gemeinsam etwas Essen gegangen. Auch Fred konnte uns viele weitere Tipps geben, vor allem was das Reisen nach Australien betrifft, da er dort wie schon viele andere die wir kennengelernt haben, ein Working Visa gehabt hat.

Im Hotel angekommen konnte ich dann endlich wieder Blogs veröffentlichen, denn das im Hotel kostenlose W-Lan ist im Vergleich zu Bintan um einiges besser. Im Hotel konnte ich dann herausfinden, wo sich das Youth Center befindet und wie ich dort hinkommen kann. Wahrscheinlich werde ich mir einen Roller ausleihen müssen um dort hinzukommen, aber der Hotelbesitzer hat angeblich einen Roller zum Ausleihen. Ich bin jetzt schon gespannt auf morgen, wenn ich nach 20 Jahren das erste mal wieder auf einem Roller sitzen werde.

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