Das Funkeln in den Augen gesehen

Ich war also bereit, mich das erste Mal seit 20 Jahren auf ein Moped zu setzen. Als wir es dann endlich aus unserem Zimmer geschafft haben, stand Fred bereits an der Rezeption und hat sich mit einem Einheimischen auf Englisch unterhalten. Fred wollte eine Tour buchen und als wir ebenfalls Richtung Rezeption gegangen sind, kam uns dieser freundliche Herr bereits entgegen, begrüßte uns und stelle sich uns vor. Sein Name war Sabri, und er wollte wissen, wie lange wir bereits in Mataram sind und wo es denn hingehen soll. Ich habe ihm dann erklärt, dass wir eigentlich nur hier sind, um zum Youth Center zu fahren, und dort unsere Laptops für einen guten Zweck spenden möchten. Ich habe ihm erklärt, dass ich meine Kontaktperson bisher weder telefonisch noch per E-Mail erreichen konnte. Die URL der Homepage, die ich bekommen habe, gibt es ebenfalls nicht. Ich hatte lediglich die Adresse, und ich würde mir gerne einen Roller ausleihen, um dort hinzukommen. Sichtlich beeindruckt hat er uns nach der Adresse gefragt, und uns angeboten dort hinzufahren, um herauszufinden, ob meine Kontaktperson dort anzufinden ist. Mataram ist ziemlich groß, und wir würden das sowieso nicht finden, meinte er und verabredete sich mit uns in ein paar Stunden wieder. Meine Lebenspartnerin und ich sind in der Zwischenzeit in die Stadt gegangen, denn dort hatten wir am Tag davor einen Supermarkt gefunden. Nur mal zum Vergleich, eine 1,5l Flasche Wasser kostete dort 3.600 Rupien, so günstig habe ich diese noch nie zuvor eingekauft. Nachdem wir uns mit einer schnellen Mahlzeit gestärkt haben, haben wir uns wieder auf den Weg zurück zu unserem Hotel gemacht. Dort angekommen, wartete Sabri bereits auf uns. Er hat selbst einige Male nachfragen müssen, um die Adresse zu finden, doch er hat sie letztendlich ausfindig machen können und auch das Youth Center gefunden. Lediglich meine Kontaktperson ist nicht vor Ort gewesen. Amin, so heisst die Kontaktperson, ist gerade in Deutschland und arbeitet dort auf einem Containerschiff. Aber sein älterer Bruder sei dort gewesen, und sie würden beide zusammen am Nachmittag noch einmal vorbeikommen, und uns mit ihren Rollern abholen, da die Kinder gerade erst von der Schule nach Hause gekommen sind, und immer erst nachmittags in das Youth Center gehen. Als die beiden uns dann abgeholt haben und zum Youth Center gebracht haben, war ich sehr froh darüber, dass wir nicht selber fahren mussten. Auf den Straßen dort herrscht indonesisches Chaos, und wie ich bereits erwähnt habe, ist Mataram eine relativ große Stadt. Als wir beim Youth Center angekommen sind wurden wir dort bereits erwartet.

Ankunft am Youth Center

Ankunft am Youth Center

Das Youth Center ist sehr klein, trotzdem sind dort täglich sehr viele Kinder jeden Alters, die dort Englisch, Mathematik und den Umgang mit Computern lernen. Als ich den Raum betreten habe, war jeder verfügbare Rechner belegt und die Kinder lernten spielerisch den Umgang mit Excel, Word, Paint und dem Internet.

Kinder beim Lernen

Kinder beim Lernen

Der Tutor bei seinen Schützlingen

Der Tutor bei seinen Schützlingen

Als wir den Tutoren, die dort mehr oder weniger als Volontäre arbeiten unsere alten Laptops übergeben haben, konnte ich das Funkeln in ihren Augen sehen. Dieser Anblick hat uns für die vielen Strapazen, die wir auf uns genommen haben, um unsere Laptops dort übergeben zu können, mehr als entschädigt.

Das Funkeln in den Augen ist unbezahlbar

Das Funkeln in den Augen ist unbezahlbar

Wir sind dann noch sehr lange zusammengesessen und haben uns über die verschiedensten Dinge unterhalten. Einer der anwesenden Tutoren arbeitet ebenfalls auf einem Containerschiff und immer wenn er frei hat, arbeitet er im Youth Center. Wir haben erfahren, dass die Schüler in Indonesien Schuluniformen tragen müssen und die Schule dort bereits um sieben Uhr beginnt. Beiderseits wurden viele Fragen gestellt und beantwortet, und auch einige neue Wörter auf Indonesisch konnten wir lernen. Das indonesische Wort für „Ja” konnte ich mir auf Anhieb merken, denn es heisst ebenfalls „Ja“. „Nein“ bedeutet „Tidak“ und „Wie geht es Dir?“ heisst „Apa Kapar“. Und wenn es einem gut geht, dann antwortet man mit „Bagus“.

Bagus

Bagus

Gemütliches Zusammensitzen mit den Tutoren

Gemütliches Zusammensitzen mit den Tutoren

Während wir uns unterhalten haben, bekamen wir Orangen, etwas zu Trinken und eine traditionell indonesische Süßspeise mit den Namen Lupes angeboten, die mir nebenbei bemerkt, sehr gut geschmeckt hat.

Die Kinder mit ihren Tutoren, Bea und mir

Die Kinder mit ihren Tutoren, Bea und mir

Zum Abschluss unseres Aufenthalts durften wir uns noch im Gästebuch des Youth Center eintragen, und wir haben gemeinsam mit den Kindern noch ein Abschiedsfoto gemacht. Bevor wir wieder zu unserem Hotel gebracht wurden, haben wir noch die aktuelle Broschüre des Youth Center sowie einen Sticker bekommen, der mich jetzt auf meiner Reise, an meinen Rucksack gepinnt, begleiten wird. Ich möchte mich auf diesem Weg bei der Organisation Labdoo bedanken, dass ich diese Erfahrung machen konnte. Wenn man Geld spendet, weiss man eigentlich nie, wo es ankommt und was genau damit passiert. Durch das Labdoo Projekt konnte ich sehen, dass meine Spende dort angekommen ist, wo sie benötigt wird – bei armen Kindern, für die es eine Freude ist, nach der Schule Englisch, Mathematik und den Umgang mit Computern zu lernen. Wer mehr über das Youth Center erfahren möchte, kann dies hier tun.

Ich möchte an dieser Stelle auch noch einmal auf den Blog meiner Lebenspartnerin verweisen, der unsere Erlebnisse aus einer völlig anderen Sicht beschreibt.

4 thoughts on “Das Funkeln in den Augen gesehen

  1. mahridin amin

    Viele vielen dank zum mit komment nach mataram lombok indonesia.
    Es tut mir leid ich bin noch in europe und
    ich bin als founder und CEO und naturlich ganze tean vom YCF( youth creative foundation) und kinder hat gelern by uns
    Herlich bedanke fur ihre besuch..

    Liebe grusse auf euch beide.

    • Multiplex

      It was a pleasure for us, to help you.
      Everybody at the Youth Centre was so friendly and it was an experience in my live i will never forget.

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