Der Urlaub kann beginnen

Das war doch bisher ein gelungener Einstand in den wohlverdienten Urlaub. Nachdem wir uns die ersten Tage auf Bintan langsam an die indonesischen Gepflogenheiten gewöhnen konnten, ging es anschließend für einen guten Zweck nach Mataram. Da uns Sabri geholfen hat, dass Youth Hostel ausfindig zu machen und für uns alles so reibungslos und sogar kostenlos organisiert hat, haben wir bei ihm einen Transfer nach Gili Trawangan gebucht, ohne mit ihm zu verhandeln. Er verlangte 110.000 Rupien pro Person, also zusammen knapp 15 EUR. Pünktlich auf die Minute stand der Fahrer morgens um 8.00 Uhr vor unserem Hotel und hat uns nach Sengigi gefahren. Sengigi ist eine kleine Hafenstadt auf Lombok, und von dort aus wird alles auf die in der Nähe liegenden Inseln gebracht. Auf dem Weg von Mataram nach Sengigi mussten wir noch einen Zwischenstopp einlegen, um ein weiteres Pärchen mitzunehmen. Da diese auch deutsch gesprochen haben, sind wir schnell ins Gespräch gekommen und es stellte sich heraus, dass sie ebenfalls aus München kommen. Wie klein doch die Welt ist.

Mataram

Es sieht nur so aus, als wäre hier nichts los

Einheimer Laden

Ein typischer Laden in Mataram

Wir wären nicht in Indonesien, wenn wir anschließend direkt zum Hafen gebracht worden wären. Nein, es ging zuerst zu einer, ich nenne es jetzt mal Sammelstelle für Touristen. Ein Ort, an dem man sich gemütlich ausruhen, eine Kleinigkeit essen, sowie etwas trinken konnte. Wir haben noch nichtmal unsere Getränke bekommen, da kam schon ein, sagen wir mal, Reiseveranstalter an unseren Tisch und stellte sich uns mit Ali vor. Wo geht es denn hin, wie kann ich euch helfen? Wir erzählten ihm, dass wir jetzt nach Gili Trawangan wollen und anschließend wieder zurück nach Lombok wollen, um den Vulkan zu sehen – schwups – holte er ein in Folie verschweißtes Blatt Papier hervor. Er präsentierte uns eine dreitägige Tour mit Übernachtungen, Verpflegung und allem drum und dran. Auch unser Gepäck müssen wir nicht selber den Vulkan hoch tragen. Stolze 1.750.000 Rupien also 100 EUR verlangt er pro Person.

Touristen Sammelstellte

Touristen Sammelstelle

Glücklicherweise haben wir tags zuvor mitbekommen, dass Fred genau die selbe Tour gebucht hat und nur 1.200.000 Rupien bezahlt. Nachdem ich das mit dem Handeln aber anscheinend nicht so gut drauf habe, konnte ich den Preis lediglich um 15% herunterhandeln. Ich denke, wenn wir das erste mal so eine Tour machen, sollten wir uns das zuerst einmal auf diese Weise ansehen, bevor wir so eine Tour auf die Backpacker Art angehen. Da in Indonesien oder zumindest dort wo wir bisher gewesen sind, an jeder Ecke ein Geldautomat steht, und ich nicht damit gerechnet habe, dass wir bevor es nach Gili Trawangan geht noch soviel Geld ausgeben werden, konnte ich die Tour allerdings nicht bezahlen. Alles kein Problem. Nach kürzester Zeit wurde ein Fahrer gefunden, der mich schnell noch zu einem Geldautomaten bringen kann, bevor das Boot ablegt. Doch entweder hatten vor mir bereits mehrere Leute das selbe Problem, oder irgendwas ist mit meinen Konto, denn der Geldautomat spuckte nichts aus. Ali hat in der Zwischenzeit zusammen mit meiner Lebenspartnerin bereits alle notwendigen Zettel ausgefüllt und wartete auf sein Geld. Und wieder einmal hat es sich gelohnt, dass ich eine indonesische Pre-Paid Karte habe. So konnte ich mit Ali Handynummern austauschen, um später die Tour bezahlen zu können. Er sagte uns, dass wir unsere Zettel bei der Abreise von Gili Trawangan einfach in die Höhe halten sollen und dann direkt von dort beginnend, die Tour auf Lombok beginnt.

Doch zuerst soll es jetzt erst einmal auf die Insel losgehen. Vor der Touristen-Sammelstelle standen einige Pferdekutschen und wir wurden mit einer davon zum Hafen gebracht. Als der Kutscher dann kurz vor dem Hafen nach rechts abgebogen ist, und ich sowieso schon schlecht drauf war, weil meine Kreditkarte nicht funktioniert hat, dachte ich mir nur: “Wo bringt denn der uns jetzt schon wieder hin…“, aber es war nur ein Umleitung.

Auf zum Boot

Irgendwo da vorne war die Umleitung

Am Hafen angekommen, zeigte der Kutscher Richtung Menschenmasse. Da warteten also dutzende Leute teilweise mit Koffern im Sand, während andere wie Ameisen, alles nur Vorstellbare auf die für 30 Personen ausgelegten Holzkutter karrten: Eier, Kloschüsseln, Bier, Plastikrohre, Butter und Fahrräder. Und wir mitten drin. Als wir endlich aufgefordert wurden, unsere Tickets vorzuzeigen, stellte sich heraus, dass der Zettel auf dem Ticket steht, gar nicht das Ticket ist. Wieder eine Umleitung. Wir haben dann zwar im Ticketoffice unsere Tickets erhalten, als ich dann aber den Preis von 15.000 Rupien darauf gelesen habe, fühlte ich mich irgendwie verarscht.

Als wir dann nach etwa einer halben Stunde auf Gili Trawangan angekommen sind, standen wir mitten im Touristengewusel. Vor uns war ein Schild, auf dem „All Hotels in this Area“ stand. Das Hotel, dass uns empfohlen wurde, stand nicht darauf. Während ich mir noch so dachte: „Wahnsinn, kann es denn wirklich sein, dass es das Hotel nicht mehr gibt?“, meinte mein Schatz: „Links, ich glaube, Martin meinte links.“. Und anstatt einfach nur einen von den hunderten von Menschen, die um uns herumwuselten zu fragen, wo “The Exile” ist, sind wir mit unseren Rucksäcken bei etwa 30 °C und prallen Sonnenschein losmarschiert. Bei irgendeinem Geldautomaten sind wir dann stehen geblieben, und ich habe noch einmal versucht Geld abzuheben. Diesmal hat alles einwandfrei funktioniert und wir sind dann doch von selbst drauf gekommen, mal jemanden nach dem Hotel zu fragen. Die Richtung hat gestimmt, und wir marschierten weiter.

Wir sind etwa 20 Minuten marschiert, dann waren wir endlich angekommen. Nachdem wir unser Quartier bezogen und ich mich mit den einheimischen Angestellten unterhalten hatte, war ich wieder einigermaßen beruhigt. Als es dann so ab 17:30 Uhr plötzlich auch dort an der Bar und vor allem am Strand immer voller wurde, und auch hier das Gewusel losging. Der Grund für diesen Menschenauflauf ist der Sonnenuntergang und den wollte ich auf gar keinen Fall verpassen. Ich habe mir deshalb den Sitzsack geschnappt, der vor unserem Bungalow lag, bin an den Strand gegangen, habe mich vor die Menge in erster Reihe auf meinen Sitzsack geworfen. Hinter mir spielten Einheimische zusammen mit Weißen auf ihren Trommeln, und vor mir habe ich den schönsten Sonnenuntergang erlebt, den ich jemals in meinem gesamten Leben gesehen habe. Dieser Anblick hat mich all die Strapazen, die ich bisher auf mich genommen habe, vergessen lassen.

Ein Einheimischer spielt auf seiner Trommel

Ein Einheimischer spielt auf seiner Trommel

Das Naturschauspiel beginnt

Das Naturschauspiel beginnt

Abendrot

Und ich seh’ warum es Abendrot heisst

Sonne geht unter

Die Sonne verschwindet hinter dem Berg

Der Berg brennt

Und es scheint, als würde der ganze Berg brennen

2 thoughts on “Der Urlaub kann beginnen

  1. Christian

    Servus Peter, ich war dieses Jahr auf Bali und Java – Indonesien ist ein geiles Land! Dein Reisebericht ist wirklich ein Highlight für mich. Zwei kleine Tipps: Für Lombock unbeding wg Malaria vorsorgen. Zweiter Tipp: Steig mit mind. 50% Rabatt in die Verhandlung ein und lass dich höchstens auf 70% hochhandeln. Wünsche euch eine geile Zeit! Grüße aus München, Chris

    Reply
    • Multiplex

      Vielen Dank für die Tipps. Malarone haben wir bereits in unserer Reiseapotheke. Ich werde in Zukunft die Tatsache ausnutzen, dass wir zwei Personen sind. Der Preis der dann da steht ist für beide zusammen, so auf die Art.
      Danke das Du Dir die Zeit genommen hast, mir einen Kommentar zu hinterlassen.

      Reply

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *