Mein Tag auf Gili Trawangan

Nachdem ich gestern Abend noch lange Zeit über das Leben von Rijal nachgedacht habe, war ich mir immer noch nicht sicher, ob diese Art zu leben meine Erfüllung wäre. Doch auch wenn mir diese Art doch ein wenig zu extrem erscheint, kann ich mir zumindest ein Stück von seiner Ruhe und Gelassenheit abschneiden.

Zuhause in Deutschland habe ich vor lauter Stress es nicht einmal geschafft, täglich zu frühstücken. Nach einem langen Arbeitstag war ich froh, wenn ich endlich wieder zu Hause war. Sportliche Aktivitäten kamen viel zu kurz, denn gemütlich auf der Couch zu sitzen und mich von der Glotze berieseln zu lassen, war mein Alltag. Ich habe mir vor meine Reise vorgenommen, mir mehr Zeit zu nehmen für Dinge, die ich eigentlich gerne machen würde, aber nicht mache. Auf meiner Reise hat sich bisher herauskristallisiert, dass für mich der späte Abend die beste Zeit ist, mich um meinen Blog zu kümmern. Auch hier auf Gili Trawangan ist diese Zeit dafür die beste Zeit. Die Touristen haben den westlichen Teil der Insel verlassen und begeben sich Richtung Zentrum der Insel, wo das Nachtleben beginnt und es nach frischen Fisch und gegrilltem Mais riecht. Ich ziehe dann meinen dicken Pullover und eine lange Hose an, lege mich mit meinem Mac in eine der Hängematten, die hier überall zwischen den Bäumen hängen. Ich genieße das Rauschen des Meeres neben mir und schreibe über meinen gestrigen Tag.

Auf Richtung Zentrum

Die Menschen ziehen zurück Richtung Zentrum

Wenn ich morgens aufwache und Richtung Strand gehe, werde ich gefragt, was ich gerne frühstücken möchte, die Auswahl ist zwar relativ klein, aber egal welche Mahlzeit ich bisher zu mir genommen habe, alles war super lecker und ich bin ein echter Fan von Seespinat geworden. Das einzig Negative was ich persönlich zu bemängeln habe, ist die Tatsache, dass ich bisher jedes Mal nach einer extra Portion geschnittener Chilischoten fragen musste. Doch ich denke der Großteil der Touristen, die hier ihren Urlaub verbringt, ist froh darüber, dass die Speisen hier nicht so scharf sind. Alle meine Freunde haben mir erzählt, wie scharf das Essen hier in Indonesien ist, aber ich muss diese Orte anscheinend erst noch finden. Auf diesem Teil der Insel, sollte man es laut den Einheimischen ehr vermeiden, ins Meer zu gehen. Die Strömung sei zu dieser Jahreszeit zu stark, und gestern ist angeblich ein Taucher nicht mehr zurückgekommen. Ich muss es ja nicht unbedingt herausfordern. Ich genieße einfach nur den schönen Ausblick und lausche der Musik, die von der Bar aus auch am Strand zu hören ist. Auch das kostenlose WiFi funktioniert am Strand. Die Verbindung ist zwar auch hier nicht das Gelbe vom Ei, aber ich habe in Indonesien bereits sehr viel Schlimmeres erlebt. Ich kann meine E-Mails checken, mich über die nächsten Reiseziele informieren, oder auf Facebook verfolgen, wie vielen Leuten meinen gestriger Beitrag gefallen hat, und ob er auch geteilt wurde. Vielen Dank im Übrigen dafür.

Unsere Hütte

Hütte Nummer 1

Badezimmer

Dusche im Freien

Ausserdem habe ich mir vorgenommen, jeden Tag Sport zu treiben und Gewicht zu verlieren. Nach jedem Blog, den ich geschrieben habe, mache ich Liegestützen und falle dann ins Bett. Wenn man einen flotten Marsch hinlegt, kann man in einer Stunde um die gesamte Insel laufen. Während alle anderen mit ihren Fahrrädern an mir vorbeifahren, gehe ich in voller Montur einmal um die Insel. Bereits in Deutschland bin ich regelmäßig in der Sauna gewesen, aber mit einem dicken Pulli und langer Hose unter der 30°C heißen Sonne zur Mittagszeit zu marschieren, ist nicht mit einem Saunagang zu vergleichen. Wer jetzt denkt, das sei doch fürchterlich heiß und man würde einen Hitzschlag bekommen, den muss ich jetzt enttäuschen, denn durch den Schweiß bildet sich zwischen den verschiedenen Kleidungsschichten eine kühlende Schweißschicht. Exakt eine Stunde und 13 Minuten habe ich gebraucht, bis ich wieder an unserem Hotel angekommen bin. Ich stelle mich dann unter freien Himmel unter ein Bambusrohr, aus dem warmes Wasser kommt, mit dem ich mich dusche. Ich hänge meine völlig durchschwitzen Kleidungsstücke in der Sonne auf zum Trocknen auf. Und wenn sich dann gegen Abend alle auf zum Strand machen, die ersten Trommellaute ertönen und die Sonne langsam hinter der gegenüberliegenden Insel verschwindet, wird es Zeit sich die Kamera und die Sitzsäcke zu schnappen, und sich abermals auf zum Strand zu machen. Wenn dann ein paar Stunden später alle Touristen im Inselzentrum beim Feiern sind, suche ich mir wieder eine Hängematte und arbeite an meinem Blog.

Sonnenuntergang

Die Sonne verschwindet

Licht aus

Das Schattenspiel ist wirklich beeindruckend

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