Gib dem Affen Zucker

Bevor es morgen auf unsere 4-Tages Tour nach Komodo geht, wollen wir heute in Kuta noch versuchen, ein paar Äffchen zu füttern. Ausserdem müssen wir noch herausfinden, wie wir wieder zurück nach Bangsal kommen, denn von dort aus startet unsere Komodo Tour. Siyol hat uns angeboten über seinen Touristenshop einen Shuttleservice dorthin zu besorgen. 175.000 Rupien pro Person war uns etwas zu viel, und wir haben mal wieder ein wenig verhandelt. Vor ein paar Tagen haben wir für die gleiche Strecke nur 250.000 Rupien für zwei Personen bezahlt, und nach einem kurzen Telefonat mit dem Fahrer bekamen wir auch diese Fahrt zum gleichen Preis. Nachdem wir nun alles für den Komodo Trip organisiert haben, konnten wir uns auf den Weg zu den Affen machen. Einen Roller haben wir uns heute nicht mehr ausgeliehen, weil man den Affenwald in einer guten halbe Stunde zu Fuß erreichen kann. Ausserdem wollte meine Lebenspartnerin noch ein wenig shoppen. Gleich im ersten Laden hat sie ein Kleidchen gefunden, das für 20.000 Rupien zwar vom Preis her in Ordnung war aber leider viel zu groß. Immerhin hatten wir eine Vorstellung darüber, was so etwas ungefähr kosten darf. Wir haben dann festgestellt, dass es in allen Shops, die wir aufgesucht haben, in etwa die gleichen Sachen gegeben hat. Identische Stoffe, Farben und Muster, nur die Preise waren von Laden zu Laden unterschiedlich. Das gleiche Kleid hat in einem Laden 80.000 Rupien gekostet, im nächsten 120.000 Rupien, dann wieder 90.000 Rupien und im nächsten wieder 110.000 Rupien. Ich war schon wieder einmal sichtlich genervt von dem ganzen Verhandeln und den immensen Preisunterschieden, welche die Verkäufer wild in der Gegend herumposaunten. Es ist absolut unmöglich in einen Laden zu gehen, zu fragen, was etwas tatsächlich kostet und es einfach zu kaufen, wenn es einem gefällt. Preisschilder sucht man vergeblich und nur um zu erfahren, was ein Kleid kostet, muss man 20 Minuten mit den Verkäufern verhandeln und diskutieren. Das geht mir gewaltig auf die Nerven, noch dazu will ich überhaupt gar kein Kleidchen haben. Am Ende haben wir dann 45.000 Rupien für das Kleid bezahlt, und ich hatte vom ganzen Verhandeln und Diskutieren schon einen trockenen Mund und mein Magen hat geknurrt. Wir haben uns dann in ein kleines Restaurant gesetzt.

1Std warten auf einen Salat

Im Warung Rasta haben wir 1Std auf unseren Salat gewartet

Dieses Mal war es kein einheimisches Restaurant sondern einen „Wir haben alles, von Pasta über Burger bis Traditionell“ Restaurant. Ich habe mir eine Coke Zero von der Karte bestellt – hatten sie nicht. Meine Lebenspartnerin wollte einen Avocadosalat von der Karte – hatten sie auch nicht. Immerhin mit einer Coke Light und einem Rasta-Salat sowie einem Griechischen Salat konnten sie dienen. Aber anscheinend mussten sie die Salate erst anpflanzen und warten bis man sie ernten konnte, denn wir haben fast eine Stunde auf unsere Salate gewartet, bis wir diese bekommen haben. An den vier anderen Gästen, die ebenfalls ungeduldig warteten, konnte es nicht liegen, dass es gar so lange gedauert hat, bis wir endlich einen Teller mit ein paar Salatblättern, Gurkenscheiben und Zwiebelringen bekommen haben, denn diese mussten ebenfalls außergewöhnlich lange auf ihr Essen warten. Salatdressing scheint in Indonesien ebenfalls ein Fremdwort zu sein. Dazu kam noch, dass man in diesem Restaurant nicht einmal die Möglichkeit hatte, sich in Ruhe zu unterhalten.

1L Tanken, 3 Armbändchenverkäufer

Nebenan haben Touristen 1L Benzin getankt, und wurden gleich von drei Armbändchenverkäufern belagert


Ständig kommt ein Straßenhändler vorbei, der einem irgendetwas verkaufen möchte. Wenn man sie fragt, ob sie nicht verstehen können, dass man hier einfach nur etwas essen möchte, dann schütteln sie den Kopf und verstehen plötzlich kein Wort Englisch mehr. Zu Fuß weitergehen, ohne dass man abermals belagert wird, ist ebenfalls unmöglich. Wenn man nicht auf einem Roller unterwegs ist, wird man alle paar Meter gefragt, ob man nicht einen Roller mieten möchte, ein Transportmittel benötigt oder irgendeine Tour kaufen möchte. Das mag am ersten Tag vielleicht noch witzig sein, aber irgendwann ist man leider einfach nur noch genervt.

Nachdem wir uns dann endlich durch den Wald an Verkäufern, Vermietern und Geld aus den Taschenzieher gekämpft hatten, hatten wir an einem abgeschiedenen Strandstückchen zumindest für ein paar Minuten unsere Ruhe, während wir darauf warteten bis die Affen vom Berg an den Strand kommen.

Auf diesem Berg leben die Affen tagsüber

Hier leben die Affen tagsüber…

Abends kommen die Affen an den Strand

…abends kommen die Affen an diesen Strand…

Der Strand ist nicht sandig, sonder kugelig

…der Strand ist nicht sandig, sonder kugelig


Ich weiss wirklich nicht, woran es liegt, dass ich solche Situationen magisch anziehe, denn kurz nach unserer Ankunft kamen zwei Einheimische mit drei Touristen an, die wie die Verrückten in der Gegend herumgeschrien haben. Ok, sie haben nur versucht, die Affen anzulocken und haben deshalb genau wie selbige herumgeschrien, aber ich verstehe das nicht ganz. Beatrice und ich konnten auch in aller Ruhe an Strand sitzen und einfach warten. Wenn es um Pünktlichkeit geht, dann kennen die Indonesier anscheinend keine Uhrzeit und haben kein Gefühl für Zeit im Allgemeinen, aber dort am Affenwald kommen sie an und fangen an zu schreien, und es kann ihnen nicht schnell genug gehen. Sie können nicht warten bis die Affen ihrem natürlichen Ablauf folgen. Aus diesem Grund war es mir dann eine Freude zu sehen, wie die Affen schnurstracks an den Einheimischen mit ihren Keksen und Chips vorbeigelaufen sind und zu Beatrice und mir gekommen sind, denn wir hatten frische, zuckersüße, gut riechende Bananen im Gepäck.
Es scheint zu Schmecken

Es geht nichts über frische, süße Bananen

Du bekommst Deine Banane schon

Die Affen sind, weil das kein Touristenort ist, wirklich sehr lieb und nicht aufdringlich

Zwei Affen unter sich

Zwei Affen unter sich


Da hat auch alles plärren und schreien nichts genutzt, und wir konnten in aller Ruhe den Affen eine Banane nach der anderen überreichen. Insgesamt sind drei Affen den Berg zu uns herunter gekommen, darunter auch ein kleines Babyäffchen. Doch man konnte sehen wir verängstigt und verschüchtert diese kleine Äffchen gewesen ist, nicht unbedingt wegen uns, sondern wegen den zwei größeren Äffchen, die dem Kleinen keine Chance ließen, sich von uns eine Banane geben zu lassen. Den Gesichtsausdruck des kleinen Äffchen werde ich nie vergessen. Vergessen habe ich in diesem Moment aber alle Verkäufer, Tourenanbieter und Rollerverleiher. Auch das ich über eine Stunde auf einen einfachen Salat gewartet habe, war mir in diesem Moment völlig egal. Unbezahlbar war dieses Erlebnis für mich und apropos bezahlen: Bezahlt haben wir nichts für dieses Erlebnis ausser der paar Cent für die vielen Bananen. Das war ein wirklich gelungener und unvergesslicher Abschluss unserer Woche in Kuta.

Unvergesslicher Gesichtsausdruck

Das Affenbaby hatte einen unvergesslichen Gesichtsausdruck


2 thoughts on “Gib dem Affen Zucker

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