Semenggoh Nationalpark – zweiter Versuch

Erster Stopp: Semenggoh Nationalpark

Zusammen mit Franky, Moses und zwei weiteren Gästen des Home Stay NOOK, sind wir heute zum zweiten Mal zum Semenggoh Nationalpark gefahren. Doch als wir am Eingangsbereich angekommen sind, hatte ich die Hoffnung bereits aufgegeben, Richie heute zu sehen. Denn dort standen zwei Reisebusse und überall waren kleine Kinder. Trotzdem sind wir zum Futterplatz gegangen, aber die Eltern hatten weder sich noch ihre kleinen Kinder unter Kontrolle. Mobiltelefone klingelten, die Kinder schrien und weinten, so dass man den Parkranger, der versucht hat die Orang Utans anzulocken, kaum hören konnte. Nach einer halben Stunde sind wir wieder hoffnungslos zurück gegangen, als uns ein Parkranger entgegenkam und in Richtung Fruchtgarten zeigte. Während alle anderen noch an der Hauptfutterstelle vergeblich warteten, hatten wir beide erneut Glück und konnten abermals zwei Orang Utans aus nächster Nähe beobachten. Als die anderen mit ihren Kleinkindern ankamen, und man sich vor lauter Lärm schon fast die Ohren zu halten musste, sind die beiden Orang Utans auch schon wieder in den dichten Dschungel verschwunden. Ich kann ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen, warum die Eltern mit ihren Kindern nicht einfach in den Zoo gehen. Statt dessen beschweren sie sich, weil sie Eintritt bezahlt haben, und keine Orang Utans gesehen haben. Obwohl man eine Einweisung bekommt, in der deutlich mehrfach darauf hingewiesen wird, leise zu sein, und die Heimat der Tiere zu respektieren. Zusätzlich stehen überall Schilder, auf denen nichts anderes ausser „Be quiet“ steht. Trotzdem führen sich die Leute auf, als wären sie im Bierzelt auf dem Oktoberfest. Es wird auch darauf hingewiesen, kein Blitzlicht zu verwenden, weil die Tiere dadurch aggressiv werden könnten. Trotzdem blitzt es bei strahlendem Sonnenschein an jeder Ecke. Die wirklichen Affen im Nationalpark waren an diesem Tag die Menschen, die keinen Respekt vor der Natur und der Heimat einer bedrohten Tierart haben.

Selena trägt ihr Baby auf dem Rücken

Selena trägt ihr Baby auf dem Rücken

Mutter mit Kind

Selena mit ihrem 6 Jahre alten Nachwuchs

Zweiter Stopp: Padawan

Nachdem alle Orang Utans verschwunden waren, sind wir nach Padawan gefahren. In dieser Region Borneos leben die Iban. Für diverse religiöse Rituale, wie beispielsweise bei einer Hochzeit, benötigten die Iban frische Schädel. Um an die Köpfe zu kommen, wurden diese ihren Feinden bei lebendigem Leibe abgeschlagen. Aus diesem Grund sind die Iban auch als Kopfjäger bekannt. Frei nach dem Motto: Wie Du mir, so ich Dir, wurden die Iban selbst auch Opfer von Vergeltungsschlägen, bei denen auch ihnen die Köpfe abgeschlagen wurden. Neben den traditionellen Langhäusern, kann man in Padawan auch diese Köpfe sehen. Im höchsten Haus des Dorfes werden diese auf Grund des unangenehmen Geruchs aufbewahrt. Franky hat mit uns einen Rundgang durch Padawan gemacht, und uns alles gezeigt. Von der Herstellung von Reis und Kakao bis zu den Körben, die immer nur für eine spezielle Sache verwendet werden, hat sie uns alles gezeigt und erklärt und uns jede einzelne Frucht kosten lassen. Bevor wir dann wieder zurück nach Kuching gefahren sind, haben wir noch zusammen mit den Einwohnern von Padawan eine traditionelle Mahlzeit eingenommen, welche im Bambusgrill zubereitet wurde.

Langhaus

Langhaus der Iban

Bea isst mal wieder eine Banane

Bea isst mal wieder eine Banane

Zuckerrohrpresse

Zuckerrohrpresse

Reis beim Trocknen

Reis beim Trocknen

Kakaofrucht

Kakaofrucht

Kakao beim Trocknen

Kakao beim Trocknen

Die Natur um Padawan

Die Natur um Padawan

Bambusbrücke in Padawan

Bambusbrücke in Padawan

Junge Ananas

Junge Ananas

Sauerapfel - Belimbing

Sauerapfel – Belimbing

Hühnersuppe im Bambusrohr zubereitet

Hühnersuppe im Bambusrohr zubereitet

Dritter Stopp: Semenggoh Nationalpark

Ursprünglich wollten wir zum Wochenendmarkt nach Kuching fahren, doch ich wollte unbedingt noch einmal die Möglichkeit nutzen, um im Semenggoh Nationalpark Richie sehen zu können. Obwohl es bereits nach 15:00 Uhr war, sind wir dann noch einmal zur Fütterung gefahren. Als Beatrice und ich zur Futterstelle kamen, winkten uns die Parkranger bereits zu und deuteten an, dass wir uns beeilen sollen. Es sind bereits drei Orang Utans an der Futterstelle und einer der Parkranger hatte angeblich Richie gesehen. Zusammen mit den Parkrangern sind wir schnellen Schrittes zur Futterstelle geeilt, denn selbst sie hatten Richie bereits seit Wochen nicht mehr zu Gesicht bekommen. Als wir kurz darauf an der Futterstation angekommen sind, konnten wir insgesamt fünf Orang Utans sehen. Und plötzlich ist das Alphamännchen wie aus dem Nichts aus dem Urwald erschienen und hat sich in mitten seines Harem gesetzt. Was für ein beeindruckendes Tier. Ich kann kaum fassen, was für ein Glück wir hatten, bereits bei unserem zweiten Besuch das Alphatier zu sehen, welches im Schnitt nur dreimal im Monat an die Futterstelle kommt.

Vier auf einen Streich

Vier auf einen Streich

Dieser Zeitgenosse hängt in den Seilen

Dieser Zeitgenosse hängt in den Seilen

Richie - The Big Boss

Richie – The Big Boss

Ein beeindruckendes Lebewesen

Ein beeindruckendes Lebewesen

Vierter Stopp: Wochenendmarkt von Kuching

Abschließend sind wir noch zum Wochenendmarkt gefahren, doch weil es zu sehr geregnet hat, haben wir ausser Gemüse für unser Abendessen nicht viel davon gesehen. Zum Glück, kann ich nur sagen, denn der Hauptgrund, warum Franky mit uns zum Wochenendmarkt fahren wollte, waren die noch lebendigen Maden, die man dort verspeist und die als Delikatesse gelten. Doch da wir auf der Rückfahrt einen Zwischenstopp im Semenggoh Nationalpark eingelegt haben, waren die Maden glücklicherweise schon ausverkauft.

Wochenendmarkt in Kuching

Wochenendmarkt in Kuching

2 thoughts on “Semenggoh Nationalpark – zweiter Versuch

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