So nah und doch so fern – Myanmar will mich nicht

Egal wie sehr ich darüber nachdenke, wann wir uns für eine Reise nach Myanmar entschieden haben, ich kann es nicht beantworten. Aber irgendwo in meinem Kopf sind Bilder von einer Tempelstadt und von einer Höhle mit Buddha Statuen. Spätestens als wir nach Kanchanaburi gefahren sind, haben wir aber Myanmar in unsere Reise eingeplant. Alleine deshalb sind wir nach Sangkhlaburi weitergefahren, um von dort aus über die Grenze nach Myanmar zu fahren.

Myanmar so nah und doch so fern

Ob wir dort überhaupt die Grenze passieren können, wussten wir nicht sicher. Manche haben gesagt: „Kein Problem,“ andere haben gesagt: „Auf keinen Fall.“ Manche Quellen im Internet haben behauptet: „Die Einreise ist möglich,“ andere Quellen haben genau das Gegenteil behauptet. Aber da wir einen Roller gemietet hatten, und nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt sind, sind wir über den Drei-Pagoden-Pass an die Grenze Thailand-Myanmar gefahren. Genauso enttäuschend wie der Drei-Pagoden-Pass war auch die Information des Grenzbeamten. Wenn wir nach Bagan in Myanmar wollen, dann müssen wir über Bangkok einreisen. Obwohl wir im Besitz eines gültigen Einreisevisum sind, war es uns nicht gestattet, die Grenze zu passieren. Wir stehen an der Grenze und uns trennen nur wenige Schritte von Myanmar. Wir sind unserem Ziel so nah und doch so fern.

Sangkhlaburi

Mit dem Roller ging es über den Drei-Pagoden Pass an die Grenze von Myanmar

Drei-Pagoden-Pass

Am Ende des Passes haben wir diese drei Pagoden vorgefunden

Myanmar will mich nicht

Der Grenzbeamte meinte: “Du kommst hier net rein”

Ein One-Way Ticket nach Yangon

Das war der Punkt, an dem ich das erste Mal gesagt habe: „Lass uns nach Bangkok zur Botschaft gehen, und für 900 Baht das Visa verlängern!“ Aber nachdem wir bereits ein Visa für Myanmar haben, wollen wir eigentlich schon gerne dort hin fahren. Darum sind wir dann mit dem Bus wieder zurück nach Bangkok gefahren. Anstatt zur Botschaft sind wir zum Flughafen gefahren und sind von Bangkok nach Yangon in Myanmar geflogen. Da wir eigentlich von Mandalay zurückfliegen wollten, haben wir natürlich nur ein einfaches Ticket gebucht.

Wir haben eine Autovermietung – oder auch nicht

Noch am Flughafen in Bangkok haben wir ein Zimmer gebucht. Schon vor ein paar Wochen haben wir uns dieses Hotel ausgesucht, da es dort unter anderem eine Autovermietung gibt. Die Informationen, die wir über das Mieten eines Fahrzeugs in Myanmar hatten, waren genauso schwammig wie die Informationen über die Einreisemöglichkeiten in Sangkhlaburi. Deswegen wollten wir es einfach selbst herausfinden. Im Hotel angekommen, erwartete uns bereits die nächste Überraschung. Da es in der gesamten Stadt aus unbekannten Gründen heute kein Internet gibt, hat das Hotel unsere Reservierung nicht erhalten. Irgendwie haben wir dann doch ein Zimmer bekommen, und schon gab es die nächste Überraschung. Anscheinend ist es in dem Hotel noch nie vorgekommen, dass jemand ein Auto mieten möchte. Obwohl der Angestellte angeblich schon seit Jahren dort arbeitet, hat dort angeblich noch nie jemand ein Auto gemietet. Genauere Informationen konnte er uns aber nicht geben, da sein Chef nicht da ist.

Kuriose Wegbeschreibung

Wir haben uns dann nach einer Alternative umgehört, wie wir uns die Tempelstadt in Bagan bei Sonnenaufgang anschauen können. Wir sollten am nächsten Tag einen Bus reservieren, damit wir am übernächsten Tag nach Bagan fahren können. Wir sollten dort dann eine Nacht schlafen, um die Tempelstadt in Bagan bei Sonnenaufgang anschauen zu können.

Das „bessere Zimmer“ bekommen

Ganz ehrlich – das klingt schon ein wenig abenteuerlich. Wir sind dann im Hotel in unser “besseres Zimmer“ gegangen, und dort die nächste Überraschung. Auf unserer gesamten Asienreise habe ich noch nie so ein dreckiges Zimmer gehabt. Wobei ich noch bemerken möchte, dass der Preis für dieses Zimmer mit 35€ sowieso schon viel zu hoch war. Welche Farbe die Wand genau hatte, kann ich nicht sagen. Ich weiss aber noch, dass das weiße Bettlaken an manchen Stellen schwarz war. Auf dem Boden lagen Haarbüschel und Zigarettenstummel. Dazu kam noch, dass das Zimmer genau vom Treppenhaus abging. Einschlafen konnte man nur schwer, weil direkt vor der Tür anscheinend der Treffpunkt der gesamten Hotelcrew war. Zumindest konnte man die ganze Nacht nichts anderes hören als Gelächter und Walky-Talky Geräusche.

Myanmar will mich nicht

Das war dann der Punkt, an dem wir gesagt haben: „Jetzt fliegen wir wieder zurück!“ Natürlich bin ich selber schuld an der Situation, da ich einfach auch in ein anderes Hotel hätte gehen können. Ich hätte auch die eine oder andere Person mehr fragen sollen, wie ich dort hin komme, wo ich hin will. Vielleicht hätte ich auch einfach ein paar Tage im Hotelzimmer sitzen sollen, um mich wieder zu beruhigen. Aber ich war wirklich genervt und angewidert.

Welcome to Asean

Ganz so Willkommen sind wir in Asien anscheinend nicht

Selber Schuld

In Asien merken die Menschen sofort, in welcher Stimmungslage man sich befindet. Es heisst, wenn man sich aufregt, verliert man sein Gesicht. Vielleicht wollte ich auch deshalb weg von dort, weil ich einfach nicht in der Lage war, ruhig und sachlich zu bleiben. Ausserdem hat sich meine schlechte Stimmung auf das Wohlbefinden meiner Lebenspartnerin ausgewirkt. Ich glaube, es hat einfach nicht sollen sein. Wir waren so nah und doch so fern von den Orten, die wir uns ansehen wollten. Und natürlich hat der spontane Rückflug nach Bangkok auch noch Mal eine Stange Geld gekostet. Aber ich glaube fest daran, dass es irgendeinen Grund gibt, warum alles so gelaufen ist. Ich weiß ihn nur noch nicht.

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