Kleine Stadtrundfahrt durch Battambang

Das ist doch Kacke, wenn ich immer nur so selten schreibe. Das Schreiben dauert länger, weil ich länger zurück denken muss. Der Eintrag ist viel weniger genau und emotional, und ich muss mir erst einmal durchlesen warum ich schreibe: „Was Battambang mit 50Cent zu tun hat, erfahrt ihr heute!“ Bei unserer kleinen Stadtrundfahrt durch Battambang bekommen wir des Rätsels Lösung.

Eine Stadtrundfahrt durch Battambang

Bevor wir uns wieder zurück auf den Weg nach Bangkok machen, wollen wir in Battambang mit einem Bamboo Train fahren. Das hört sich abenteuerlich an, und das ist es am Ende auch gewesen. Um nach Battambang zu kommen, müssen wir mit dem Bus fahren. Wir entscheiden uns gegen den Minibus und für den Preis und den Platz im Reisebus. Wie immer schlafe ich nach dem Startgeräusch des Motors ein. Als ich jedoch aufwache, bin ich etwas verwundert, weil wir mitten auf der Strasse stehen. Irgendwie vermisse ich den sonst üblichen Shop oder Cousin, der sonst bei jedem Halt inklusive ist.
Ein Blick aus dem Fenster bringt keinen Aufschluss über die Situation, also steige ich aus und schaue mir das Debakel aus der Nähe an. An irgendeiner Stelle am hinteren Teil des Busses tropft es. In etwa alle zwei bis drei Sekunden ein Tropfen. Ich weiss nicht ob es Kühlflüssigkeit, Benzin, Wasser oder einfach nur die Toilette undicht ist. Auf jeden Fall geht es mit diesem Bus nicht mehr weiter. Der Ersatzbus wird in etwa drei bis vier Stunden hier sein.
Vor unserem Bus reiht sich ein Minibus ein. Der Minibusfahrer steigt aus, und beginnt mit unserem Busfahrer zu diskutieren. Ich stelle mich total interessiert daneben und frage, ob der Minibus nicht zufällig nach Battambang fährt. Für fünf US$ pro Person würde uns der Minibusfahrer mitnehmen. Das ist besser als vier Stunden warten. Wir verladen unser Gepäck und ein paar Stunden später sind wir endlich angekommen. Natürlich werden wir schon alle von einer Schar Tuk-Tuk Fahrern empfangen. Wie immer gehen wir an den Hunden, die am lautesten Bellen vorbei und setzen uns in ein Tuk-Tuk, welches in hinterster Reihe steht. Selbstverständlich kennt Kim, unser Tuk-Tuk Fahrer, ein Hotel bei dem er eine Provision erhält, wenn er uns dort abliefert. Nachdem die günstigen Zimmer für 13 US$ pro Nacht schon vergeben waren, ist uns Kim behilflich gewesen, ein größeres Zimmer zum selben Preis zu bekommen. Darüber waren wir so sehr erfreut, dass wir Kim für den nächsten Tag engagiert haben, um uns zum Bamboo Train zu fahren. Für drei US$ pro Person haben wir eine kleine Stadtrundfahrt durch Battambang inklusive perfekt Englisch sprechenden Guide ausgehandelt.

Das Mahnmal in Form eines Naga

Am nächsten Tag geht es los. Pünktlich steht Kim vor unserem Hotel. Schon beginnt unsere kleine Stadtrundfahrt durch Battambang und wir hören eine Geschichte, die wir davor ganz anders gehört haben. Vor ein paar Tagen haben wir auf den Killing Fields noch erzählt bekommen, dass Pol Pot der Böse war, der Millionen von Khmer tötete. Die Vietnamesen haben diese Diktatur beendet und gelten seitdem als beste Freunde Kambodschas.
Unser Tuk-Tuk Fahrer hat uns jedoch erzählt, dass damals der König auf Staatsbesuch in England gewesen ist. Zu diesem Zeitpunkt gab es einen Militärputsch und die Generäle wollten sich das Land unter den Nagel reissen. Als der König wieder zurück kam, bat er Pol Pot das Land wieder zurück zu gewinnen. Da der König sehr gute politische Verhältnisse zu Vietnam hatte, haben diese den König und somit auch Pol Pot unterstützt. Zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt haben sich die Vietnamesen jedoch gegen Pol Pot gestellt, und Pol Pot aus Kambodscha vertrieben. Da die USA den Krieg mit Waffen versorgt hat, und somit viel Geld mit dem Krieg verdient hat, wurde Pol Pot letztendlich in den USA auch nicht mehr weiter verfolgt.
Welche Geschichte am Ende auch immer näher an der Wahrheit war, sicher ist jedoch, dass nachdem der Krieg beendet war, alle Waffen eingesammelt und eingeschmolzen worden sind. Vor dem ehemaligen Herrscherhaus von Battambang welches heute als Verwaltungsgebäude genutzt wird, steht ein Mahnmal in Form eines Naga, welches aus den Überresten der eingeschmolzenen Waffen erbaut wurde.
Französische Architektur

Die früheren Besetzer haben ihre Architektur hinterlassen…

Italienische Architektur

…oder hatten so viel Geld, dass sie Architekten aus Europa engagieren konnten.

Mahnmal

Dieser Naga wurde aus den verbrannten Waffen errichtet

Was Battambang mit 50Cent zu hat

Unsere kleine Stadtrundfahrt durch Battambang ging weiter, aber schon nach kurzer Zeit blieben wir mitten im Kreisverkehr, vor einer Statue stehen. Diese Statue ist das Wahrzeichen von Battambang und beschreibt, warum die Stadt so heisst. Die Sage beschreibt einen Bauern, der einen magischen Stab gefunden haben soll. Der Besitzer des magischen Stabes gilt als unverwundbar und ist mit Hilfe des magischen Stabes in der Lage, das Land zu regieren. Zu dieser Zeit wurde ein Mensch geboren, der als magischer König in die Geschichte von Battambang eingehen soll. Da er ständig den selben Albtraum hat, bittet er um den Rat eines Weisen, um herauszufinden, was der Albtraum bedeutet. Der weise Mann blickt in die Zukunft und erklärt dem magischen König, dass nur er in der Lage ist, die Tyrannei des Königs zu beenden.
Für den bevorstehenden Kampf bekommt der magische König ein weißes Pferd, mit dem er in die Lüfte fliegt, um den König zu besiegen. Wie zu erwarten war, wirft der König seinen magischen Stab auf das fliegende Pferd des magischen Königs. Der magische Stab jedoch prallt ab.
Irgendwo dort wo wir uns gerade befinden, muss der Stab wieder auf der Erde gelandet sein. Gefunden wurde er jedoch nie. Aber die Magie des Stabes ist dort immer noch vorhanden. Angeblich gibt es nirgendwo anders in Kambodscha so viele Geburten wie in Battambang Die Erde ist so fruchtbar, dass jeder dort mehr produziert, als benötigt wird. Aus diesem Grund wurde der Stadt der Name Battambang gegeben. Battam bedeutet übersetzt „magic stick“ also magischer Stab. Bang bedeutet „disappear“, also verschwinden. Battambang ist also die Stadt, in der der magische Stab verschwand und somit sollte auch klar sein, was das ganze mit 50Cent zu tun hat.
Kleine Stadtrundfahrt durch Battambang

Die Einwohner glauben, der magische Stab befindet sich immer noch hier und beten für Gesundheit, Wohlstand und eine ertragreiche Ernte

Mit dem Drogenkurier zur Grenze

Unser letztes Ziel am heutigen Tag war der Bamboo Train. Ein witziges kleines Abenteuer, dass jedoch irgendwie seinen Charme zu früher verloren hat. An Stelle von Menschenkraft, die mit Hilfe von Bambusstäben den Zug ähnlich einer Gondel auf den Schienen bis ins Dorf manövrieren, tuckert heute ein kleiner Motor am hinteren Ende des Gefährts. Das Dorf am anderen Ende der Strecke ist auch nichts anderes wie ein großer Shop. T-Shirts, Getränke, Röcke, Armbänder und Souvenirs. Nach einer Kokosnuss geht es wieder zurück.
Bambootrain

Mit diesem Bambootrain geht es gleich zum Dorf…

Dorf am anderen Ende

…auch wenn es dort nicht viel zu sehen gibt…

Wir haben Spass

…haben wir jede menge Spass!

Kim bringt uns zum Hotel, wir holen unser Gepäck, checken aus und lassen uns zu einem Restaurant bringen. Natürlich kennt Kim auch einen Taxifahrer, der uns an die Grenze bringen kann. An die Grenze wurden wir gebracht, jedoch glaube ich nicht, dass wir in einem Taxi gesessen sind. Wir sind entweder bei einem Postfahrer, Apotheker, Paketfahrer oder Drogenkurier im Auto gesessen. Auf jeden Fall hat die Fahrt von Battambang an die Grenze nach Thailand ewig gedauert, weil wir ständig Päckchen abliefern mussten.
An der Grenze gab es auf jeden Fall keine Probleme und mir sind bis heute keine illegalen Substanzen in meinem Gepäck aufgefallen. Zusammen mit meinem Neffen werden wir die nächsten Tage bis zu seinem Abflug in Bangkok verbringen.

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