Durch Meditation zum Nichtraucher werden

Schon abgefahren wie ruhig es hier auf einmal ist. Ich verzichte sogar darauf, meine elektrische Zahnbürste zu benutzen. Also nicht die Zahnbürste im Allgemeinen, sondern ich schalte sie nicht ein – zu laut. Und selbst wenn ich sie einschalten würde, aufladen kann ich sie sowieso nicht. Es gibt keinen Strom und wir sollten im Idealfall nur noch unsere Kleidung und Hygieneartikel auf dem Zimmer haben. Ich für meinen Teil ziehe das voll durch. Kein Stift, kein Papier, keine Bücher, kein iPhone, kein Getränkesirup, keine Snacks und vor allem keine Zigaretten. Ich werde durch Meditation zum Nichtraucher werden!

Wenn ich schreibe, dass wir keinen Strom haben, dann ist das nicht 100% richtig. Denn abends von 18:00 Uhr bis 21:30 Uhr und morgens von 4:00 Uhr bis 4:30 Uhr haben wir Licht in unseren Unterkünften. Darüber hinaus hat jeder Teilnehmer eine Laterne und ein paar Kerzen auf seinem Zimmer. Insgesamt gibt es vier Unterkünfte, zwei für Frauen und zwei für Männer. Am ersten Tag sind wir in etwa 150 Teilnehmer, wovon ziemlich genau die Hälfte davon Männer sind. Bis auf die nervige Musik, die in den Abendstunden irgendwo aus Dutzenden Kilometer Entfernung zu hören ist, höre ich nur Geckos, Eulen und Zikaden. Nachdem ich mein Zimmer nach Skorpionen, Tausendfüßlern und Schlangen abgesucht habe, lege ich mich unter mein Moskitonetz. Während sich mein Kopf langsam in Richtung Holzkopfkissen bewegt, denke ich Juhu – seit fünf Stunden keine Zigarette mehr geraucht. Nachdem mein Kopf das Holzkopfkissen berührt, schlafe ich ein.

Darüber, dass man am nächsten Tag um 4:00 Uhr aufstehen muss, braucht man sich keine Gedanken machen. Jedes Mal, wenn man die Beschäftigung wechselt, ertönt eine Glocke. Das kann man unmöglich überhören. Von jetzt an wird das, was ich gerade mache, die nächsten zehn Tage lang, am folgenden Tag wieder genauso gemacht. Ich stehe auf und hänge mein Moskitonetz nach oben. Ich gehe auf die Toilette und wasche mich kurz. Ab dem ersten Glockenschlag haben wir 30 Minuten, um auf unseren Plätzen zu sitzen. Meine Zähne putze ich nicht, da ich nichts gegessen habe und sowieso mit niemanden reden darf.

Die große Glocke

Die große Glocke kann man nicht überhören

Pünktlich um 4:30 Uhr sitzt jeder der 150 Teilnehmer auf einem Kissen, Schemel oder Deckchen in der Meditationshalle. Ganz vorne in der Meditationshalle befindet sich ein Podest, auf dem jeden morgen ein anderer Teilnehmer eine Morgenlesung hält. Die Morgenlesung dauert 15 Minuten.

Danach wird drei Mal ein kleines Glöckchen geläutet und um 4:45 Uhr beginnt dann die Sitzmediation. Nach endlosen 30 Minuten wird das kleine Glöckchen wieder drei Mal geläutet. Mir tun jetzt schon alle Knochen weh und weil das noch nicht reicht, müssen wir jetzt zum Morgensport.

Getrennt von den Frauen gehen wir um 5:15 Uhr zu einer weiteren Halle, in der wir 50 Minuten Yoga und im Anschluss 50 Minuten Thai Chi machen. In den nächsten zehn Tagen möchte uns unser Lehrer 16 Thai Chi Schritte beibringen, aber momentan muss ich aufpassen, dass ich nicht über meine eigenen Beine stolpere. Wir wiederholen die Bewegungsabläufe wieder und wieder.

Um exakt 7:00 Uhr ertönt die Glocke erneut. Wir treffen uns alle wieder in der Meditationshalle. Dieses Mal sitzt auf dem Podest ein Mönch. Fast eine Stunde lang hält er einen Monolog über Suan Mokkh, Meditation und Happyness (dem Streben nach Glück).

Um 8:00 Uhr werden für die nächsten zwei Stunden die Schlafräume wieder aufgesperrt und es gibt endlich Frühstück. Reissuppe, mir größtenteils unbekanntes Grünzeug und recht hässliche Bananen. Nachdem man die Schale entfernt hat, waren die Bananen allerdings sehr gut. Es sind nun mal die inneren Werte, die zählen. Nachdem ich mein Geschirr abgespült habe, begebe ich mich zu den Hot Springs und beginne meiner täglichen Aufgabe nachzukommen. Ich fische die Blätter aus der heissen Quelle und schrubbe die Treppe zum Becken. Nachdem ich sowieso schon fast 20 Minuten im heissen Becken herumgehe und schrubbe, halte ich es, nachdem ich meine Aufgabe erledigt habe, nicht mehr länger in den Hot Springs aus. Gleichzeitig fühlen sich meine Knochen und Muskeln wieder etwas entspannter. Solange die Schlafräume aufgesperrt sind, gibt es keine offiziellen Termine. Was man in dieser Zeit macht, bleibt einem selbst überlassen. Für mich heisst das, den Fensterladen meines Zimmers aufmachen, duschen, Zähne putzen, Wäsche waschen und Nickerchen machen bis die Glocke wieder ertönt.

Um 10:00 Uhr versammeln sich alle Teilnehmer wieder in der Meditationshalle. Dieses Mal sitzt mein Yoga Lehrer auf dem Podest und nach einer kurzen Einleitung seinerseits, beginnen wir einer CD zu lauschen. Ein ehemaliger Teilnehmer aus Suan Mokkh, der in der Zwischenzeit Mönch ist und in den USA ebenfalls ein Kloster wie Suan Mokkh leitet, erzählt auf dieser CD über den Buddhismus und vieles mehr. Die CD wurde aber wahrscheinlich in einem Hühnerstall aufgenommen. Die Tonqualität ist furchtbar schlecht und im Hintergrund gackern ständig Hühner und es krähen Hähne. Egal, denke ich mir. Versuch dich auf die Stimme zu konzentrieren.

Nachdem der erste Teil der CD zu Ende war, gab es eine kurze Beschreibung dessen, was uns als Nächstes erwarten wird. Von 11:00 Uhr bis 11:45 Uhr werden wir im Gehen meditieren. Einatmen, Fuß anheben, nach vorne bewegen, ausatmen während man den Fuß wieder ablegt und sich nach vorne bewegt. Dann wieder einatmen, Fuß anheben, nach vorne bewegen, ausatmen während man den Fuß wieder ablegt und sich nach vorne bewegt. Das Ganze gibt es in der Drei- und Fünftschritt Variante.

Der Glockenschlag um 11:45 Uhr reisst mich aus meiner Schrittfolge und wir müssen wieder alle in die Meditationshalle gehen. Die nächsten 45 Minuten sitzen wir im Schneidersitz wie eine Pyramide und atmen ein und atmen aus. Wir versuchen zu spüren, wie die Luft in unseren Körper strömt, und wie sie nach einer kurzen Pause wieder ausströmt. Wir suchen die Stelle an unserer Nase, an der wir den Luftstrom spüren. Wir atmen ein und atmen aus und nach 20 oder 30 Minuten sind meine Beine eingeschlafen, ich muss mich eher darauf konzentrieren gerade zu sitzen, als das ich irgendwelche Luftströme spüre. Mein Rücken tut weh und ich stehe auf. Ich schaue mich um und bin ein wenig erleichtert, dass ich nicht der Einzige bin, der mittlerweile aufgestanden ist. Ich atme tief ein und atme tief aus, und nach ein paar Minuten setze ich mich wieder in den Schneidersitz, und bin endlos glücklich, nachdem ich das kleine Glöckchen wieder drei Mal klingeln höre.

Zwischen 12:30 Uhr und 14:30 Uhr sind die Schlafräume wieder geöffnet und es gibt Mittagessen. Es gibt Reis und zwei verschiedene vegetarische Gerichte zur Auswahl sowie das mir mittlerweile vom Frühstück bekannte Grünzeug. Daneben steht noch ein Schild mit der Aufschrift: Only a few each, welches für die Schale mit in Scheiben geschnittenen Wassermelonen aufgestellt wurde. Ups, jetzt habe ich zu weit vor gegriffen, denn am ersten Tag habe ich nur das Schild gesehen und mich gefragt, was wohl in der Schale gewesen sein mag. Meine Freizeitgestaltung in der Mittagshitze beschränkt sich auf Abspülen, Zähne putzen und Nickerchen machen.

Gefiltertes Regenwasser

Zu trinken gibt es gefiltertes Regenwasser zum selber Zapfen

Der Glockenschlag um 14:30 Uhr reisst mich aus meinen Träumen. Die nächste Stunde werden wir uns in der Meditationshalle den nächsten Teil der CD anhören. Davor gibt es wieder eine kleine Geschichte von unserem Yoga Lehrer, der vorne im Schneidersitz auf dem Podest sitzt. Die CD dauert nicht ganz eine Stunde, also meditieren wir bis das kleine Glöckchen wieder drei Mal erklingt.

Um 15:30 Uhr verteilen sich die Teilnehmer wieder an ihre Lieblingsorte für die Meditation im Gehen. Exakt eine Stunde dauert es, bis die Schläge der großen Glocke über das gesamte Gelände erklingen. Wir machen uns alle wieder auf zur Meditationshalle und nehmen unsere Plätze ein.

Es ist 16:15 Uhr und das heisst, dass wir erneut im Schneidersitz meditieren. Auf dem Podest vor uns sitzt ein freiwilliger Helfer, der uns verschiedene Sitzmöglichkeiten erklärt und zeigt. Die nächsten 45 Minuten spüren wir wieder wie die Luft in unseren Körper strömt, und wie sie nach einer kurzen Pause wieder ausströmt. Wieder schlafen meine Beine ein aber eigentlich tut mir die Schulter weh. Als das kleine Glöckchen wieder drei Mal ertönt, sitze ich mit geschlossenen Augen im Schneidersitz am Boden und versuche meinen Rücken gerade zu halten.

Die nächste Stunde von 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr ist die beste Zeit des ganzen Tages gewesen und nannte sich Chanting. Nachdem dort buddhistische Gesänge angestimmt werden, ist das Chanting keine Pflichtveranstaltung. Ich für meinen Teil habe zwar an der Veranstaltung teilgenommen, habe aber nicht mitgesungen. Stattdessen habe ich nur den Worten der Mönche zwischen den Gesängen gelauscht. Weise Worte, schlaue Worte und Worte zum Nachdenken, aber vor allem witzige Worte. Man habe ich mich köstlich amüsiert dabei. Nach einer halben Stunden wurde aufgehört zu singen. Dann kam ein weiterer, junger Mönch. An seinem Akzent höre ich, dass er aus Russland kommt, und seine Geschichten und wie er sie erzählt, ist das Highlight des Tages. Schon alleine wie er uns begrüßt. Good afternoon, good friends. Sehr sympathisch. Die letzten Minuten setzen wir uns wieder in den Schneidersitz und gehen in uns. Wir spüren die Liebe und senden die Liebe in uns an unsere Nachbarn, verteilen sie auf ganz Suan Mokkh, auf Surat Thani, auf Thailand, auf Asien, auf die Welt, auf das ganze Universum. Mitten drin, als wir gerade all unsere Liebe im gesamten Universum verteilen, ertönt der Schlag der großen Glocke.

Beste Zeit des Tages

Hier verbringen wir die beste Zeit des Tages

18:00 Uhr war gleich darin, wenn nicht sogar ebenbürtig, wenn es darum geht, die beste Zeit des ganzen Tages gewesen zu sein. Denn um 18:00 Uhr werden die Schlafräume wieder aufgesperrt und es gibt heissen Kakao. Ich wusste gar nicht, dass man 20 Minuten an einer einer warmen Tasse Kakao schlürfen kann. Danach heisst es wieder Abspülen, Zähne putzen, meinen Fensterladen schließen und ein Nickerchen machen.

Exakt um 19:30 Uhr reissen mich die Schläge der Glocke wieder aus dem Schlaf. Ich ziehe mir lange Kleidung an, trage Anti-Moskito-Zeug auf und gehe zur Meditationshalle. Yippie wieder 30 Minuten lang im Schneidersitz meditieren. Kurz bevor ich meine eingeschlafenen Füße ausstrecken möchte, höre ich, wie das kleine Glöckchen drei Mal ertönt. Ich bin verwundert, dass ich so lange ruhig sitzen konnte. Draussen vor der Meditationshalle hat sich in der Zwischenzeit eine Menschenkette gebildet.

Ich reihe mich in die Kette ein, und um 20:00 Uhr gehen Männer und Frauen getrennt voneinander meditierend um zwei der Seen, die sich auf dem Gelände von Suan Mokkh befinden. Jeweils vorne geht ein freiwilliger Helfer und gibt das Tempo vor. Nur an den Ecken des Sees sind große Kerzen aufgestellt. Der Mond leuchtet uns den Weg und beim Anblick des Sternenhimmels bin ich ein wenig traurig darüber, dass ich diesen romantischen Augenblick nicht Händchen haltend mit Beatrice verbringe.

Einmal um den See

Einmal um den See und nicht mehr als 1m Abstand zum Vordermann

Eine halbe Stunde brauchen wir ein Mal um den gesamten See. Um 20:30 Uhr setzen wir uns ein letztes Mal im Schneidersitz auf den Boden der Meditationshalle. Ich halte es einfach nicht mehr aus. Ich konzentriere mich immer mehr darauf, dass die Person auf dem Podest endlich das kleine Glöckchen drei Mal läutet.

Um 21:00 Uhr ist es endlich soweit. Die nächste halbe Stunde sind die Schlafräume wieder aufgesperrt. Die nächste halbe Stunde haben wir noch elektrisches Licht. Für mich bedeutet das, auf die Toilette gehen und mich kurz zu waschen. Ich sehe nach, ob unter meinem Bett eine Schlange ist, und schüttle meine Decke aus. Kein Skorpion oder Tausendfüßler zu sehen. Ich richte mein Moskitonetz wieder hin. Ich poliere kurz mein Holzkopfkissen, nachdem ich merke, dass ich es nicht ausschütteln muss. Ich lege mich auf meinen Rücken, schließe die Augen und frage mich: Was mache ich hier eigentlich? Dann fällt mir auf, dass ich den ganzen Tag nicht einmal das Bedürfnis danach hatte, eine Zigarette zu rauchen. Ich werde doch nicht etwa durch Meditation zum Nichtraucher werden?

Fünf Minuten vor 21:30 Uhr gehen die Lichter drei Mal kurz aus und wieder an. Fünf Minuten später gehen die Lichter für diesen Tag endgültig aus und die Schlafräume werden abgesperrt. Das alles bekomme ich aber gar nicht mit, denn ich befinde mich schon längst im Schlummerland.

Auf der Suche nach mir selbst

Bevor es in den Tempel geht, rauchen wir erst noch schnell eine Zigarette. Dann geht es rein in die Tempelanlage und ab zur Information. Dort erfahre ich, dass die Farangs (Thailändisch für „Menschen mit weisser Hautfarbe”) zum Suan Mokkh International Retreat Center müssen. Dieses befindet sich etwa zwei Kilometer vom Tempel entfernt.

Wer suchet, der findet

Gemeinsam mit Marc aus Freiburg, den ich bei der Information kennengelernt habe, gehen wir wieder zurück zur Hauptstrasse. Marc erzählt mir, dass er bei seiner Reise dieses Mal nur Workshops besucht und voll motiviert ist, die zehn Tage durchzuziehen. Er hat sich vor ein paar Monaten von seiner Lebenspartnerin getrennt und ist nun irgendwie hier gelandet. Vor dem Tempel angekommen, stellen wir fest, wie klein die Welt doch ist. Vor dem Tempel steht Petra, die ehemalige Lebenspartnerin von Marc. Bevor wir uns alle auf den Weg zum Tempel machen, wollen wir natürlich noch ein Bier trinken gehen. Auch wenn ich die letzten Monate sowieso kein Bier getrunken habe, schon alleine der Gedanke daran, zehn Tage lang darauf verzichten zu müssen, lässt das Verlangen nach einem kühlen Blonden stark ansteigen. Zu unserem Bedauern finden wir in der gesamten Umgebung kein Geschäft, bei dem wir unser letztes Bier kaufen können. Immerhin habe ich noch eine Schachtel Zigaretten, die ich mit meinen neuen Freunden teilen kann.

Fußmarsch zum Retreat Center

Zu Fuß machen wir uns auf den Weg zum Suan Mokkh International Retreat Center. In netter Gesellschaft sind zwei Kilometer Fußmarsch mit 25kg Gepäck ein Klacks. Beim Suan Mokkh International Retreat Center angekommen, werden wir von freiwilligen Helfern freundlich in Empfang genommen und bekommen ein Zimmer zugewiesen. Gemeinsam mit einigen anderen, die bereits vor uns am Suan Mokkh International Retreat Center angekommen sind, werden wir zu den Unterkünften gebracht. Durch ein großes Tor betreten wir das Gebäude. An der Front, sowie an beiden Seiten befinden sich Einzelzimmer, am hinteren Ende befindet sich der Waschraum. In der Mitte befindet sich eine Grünfläche mit einem großen Baum in der Mitte. An den Ecken sowie an der Hälfte der beiden Seiten befinden sich Wasserstellen zum Wäsche waschen.

Waschraum

Unser Waschraum. Duschen und warmes Wasser sucht man hier vergeblich

Ich wusste zwar bereits, dass ich in meinem Zimmer lediglich ein Holzkopfkissen haben werde, aber dass das Bett eigentlich nur eine betonierte Ebene zwischen den beiden Wänden ist, war mir neu. Ein Raum in dieser Unterkunft dient als Lager. Dort können wir ein Moskitonetz sowie eine Decke für unser Zimmer holen. Das war es auch schon mit Luxus. Fotos habe ich natürlich keine gemacht, denn nach diesem Schock muss ich zu allererst einmal eine Zigarette rauchen. In der Zwischenzeit ist es dunkel geworden. Morgen in der Früh beginnt die offizielle Anmeldeprozedur für den Meditationskurs und deshalb gehe ich schon relativ früh ins Bett. Erstaunlicherweise schlafe ich sehr gut auf dem Holzkissen. Wie das mit den Toiletten im Suan Mokkh International Retreat Center bzw. in Thailand bzw. in ganz Asien funktioniert, werde ich in einem anderen Blog beschreiben. Ich glaube, dass eine detaillierte Erklärung den Rahmen dieses ohnehin schon langen Blogs total sprengen würde.

Schritt 4: Die Anmeldeprozedur in Suan Mokkh überstehen

Also eigentlich ist die Anmeldeprozedur eine Sache von fünf Minuten. Ich habe es allerdings geschafft, die Anmeldeprozedur zeitlich auf fünf Stunden auszudehnen. Normalerweise nimmt man sich ein Anmeldeformular, füllt dieses aus und geht zum persönlichen Interview. Dort muss man erklären, warum man am Meditationskurs teilnehmen möchte. Danach muss man seine gesamten persönlichen Dinge an der Rezeption abgeben, und man bekommt sein Zimmer zugewiesen (wenn man nicht wie ich, schon einen Tag vorher angekommen ist). Wie gesagt normalerweise. Denn tief in mir drinnen wusste ich genau, was mich erwarten wird. Zehn Tage lang absoluter Verzicht auf alles. Zehn Tage lang absolutes Schweigen. Zehn Tage lang kein Internet, kein Strom, keine persönlichen Dinge, kein Luxus, keine Freundin und zehn Tage lang kein Kontakt zur Aussenwelt. Zehn Tage lang nur Reis essen, keine Zigaretten, keine Coca Cola, kein Bier und kein Fleisch. Zehn Tage lang leben wie ein Mönch. Zehn Tage lang leben in und mit der Natur. Zehn Tage lang den selben Tagesablauf folgen. Zehn Tage lang um 4.00 Uhr morgens aufstehen und um 21.30 Uhr ins Bett gehen. Zehn Tage lang 100% Konzentration auf Ein- und Ausatmen.

Warten auf ein Zeichen

Also diskutiere ich zuerst Stunden lang mit Beatrice und suche einen Grund, warum ich das Ganze in letzter Sekunde abbrechen kann. Ich bin mir bewusst, dass ich durch die Wahl meiner Worte so argumentieren kann, wie mir das gerade am Besten gefällt. Ich versuche Beatrice die Worte im Mund umzudrehen, um hier weg zu kommen, obwohl ich die gesamten Strapazen auf mich genommen haben, hier her zu kommen. Ich habe Angst davor, was ich beim persönlichen Interview erzählen soll. Ich habe Angst davor, die zehn Tage nicht durchzustehen und zu versagen. Alles was ich in diesem Moment weiss, ist die Tatsache, dass mir gesagt wurde: „Wenn Du Dich für einen Chore (Aufgabe/Job während des Aufenthalts) anmeldest, wähle den Chore zum Reinigen der Hotsprings. Wenn du zehn Stunden am Tag meditierst, wirst Du froh sein, Deine Muskeln im heissen Wasser entspannen zu können.“

Hotsprings

Der chilligste Job! Blätter in den Hotsprings einsammeln.

Egal wie lange ich mit Beatrice diskutiert habe. Die Zeit verging und die Stunden liefen an uns vorbei. Toiletten putzen: Vergeben. Essensaal reinigen: Vergeben. Laub fegen: Vergeben. Fünf Stunden später waren so gut wie alle Chores vergeben. Und alle paar Minuten kam ein neuer Teilnehmer aus dem Nichts und hat sich in die Liste eingetragen. Am Ende war nach fünf Stunden Diskussion das Vorhandensein des Chores ein Zeichen für mich, das Anmeldeformular zu nehmen und zu sagen, warum ich hier im Suan Mokkh International Retreat Center bin. Ich bin auf der Suche nach mir selbst. Ich will aufhören zu rauchen und ich will nicht mehr in Tränen ausbrechen, wenn ich an meinen Vater denke.

Anmeldeprozedur

Schritt 4: Die Anmeldeprozedur in Suan Mokkh überstehen

The way the System functions

Ich fülle das Formular aus und gehe zum Interview. Der Mönch, der mir beim Interview gegenüber sitzt, hört mir aufmerksam zu. Dann erzählt er mir etwas darüber, dass ich auf mein Herz hören soll. Er erzählt mir etwas von einem System und das alles zusammenhängt. So wie unser Herz schlägt, so fühlen wir uns. Schlägt es schnell, so sind wir aufgeregt oder in Rage. Schlägt das Herz langsam, so sind wir ruhig und entspannt. Unser Herz weiss ganz genau, was es zu tun hat. Und egal, ob es schnell oder langsam schlägt, zwischen jedem Herzschlag macht das Herz eine Pause. Das Herz gönnt sich instinktiv eine Pause nach jedem Herzschlag, um das System Mensch am Leben zu erhalten.

Äh ja – klingt doch logisch oder? Nachdem ich jetzt überhaupt nicht mehr weiss, was los ist, gebe ich meine gesamten Besitztümer zusammen mit dem Anmeldeformular im Verwaltungsbüro ab. Um 16.00 Uhr gibt es eine Führung über das Gelände. Um 18.30 Uhr bekommen wir die letzten Informationen zu unserem Aufenthalt. Nachdem keiner der Teilnehmer eine Frage hat, beginnen wir um 19.00 Uhr noch am selben Tag mit dem Schweigen.

Visa Run von Ranong möglich

Langsam bin ich mit meinem Blog wieder auf dem Laufenden. Langsam schließt sich die Lücke zwischen den Bildern, die ich auf Facebook poste, sowie den Bildern die man hier im Blog sehen kann. Damit sich die Lücke noch ein wenig mehr schließen kann, heisst es den perfekten Plan einzuhalten.

Visa Run von Ranong möglich

Damit wir uns während unserem Aufenthalt in Suan Mokkh keine Gedanken über unser Visa machen müssen, haben wir am 30.März Koh Phayam verlassen. Gemeinsam mit Alex, den wir ebenfalls aus Bangkok kennen, sind wir mit dem Speedboat nach Ranong gefahren. Von Alex wissen wir, dass ein Visa Run von Ranong möglich ist. Er hat uns erklärt und gezeigt, wohin wir für unseren Visa Run gehen müssen, bevor er in einem Sammeltaxi verschwunden ist.

Abfahrt von Koh Phayam

Abfahrt von Koh Phayam mit dem Speedboat (350 Baht pro Person pro Fahrt)

Ankunft mit dem Speedboat

Ankunft in Ranong mit dem Speedboat

Bevor Alex im roten Sammeltaxi verschwindet...

Bevor Alex im roten Sammeltaxi verschwindet…

Da geht es lang

…zeigt er uns noch den Weg zum Visa Pear.

Seitdem wir in Asien sind, habe ich schon viele Geschichten über Visa Runs gehört und gelesen. Wahrscheinlich ändert sich zur Zeit so vieles, dass jede Geschichte zu irgendeinem Zeitpunkt vielleicht wahr gewesen ist. Ich persönlich kann auf jeden Fall mit 100% Sicherheit sagen, dass ich am 30.März 2015 einen Visa Run von Ranong nach Myanmar / Burma gemacht habe.

Schritt 2: Visa Run von Ranong nach Myanmar

Ankunft am Pier: Zwei Leute stehen bei der Grenzstelle vor mir. Als Aussenstehender könnte man diese Grenzstelle vielleicht auch mit einem Ticketschalter verwechseln. Aber nach ein paar Minuten erhalte ich an dem Schalter einen Ausreisestempel in meinen Reisepass.

Das Visa Pear in Ranong

Das Visa Pear in Ranong, rechts geht es zur…

Einreise und Ausreise

…Einreise und Ausreise, gerade aus weiter stehen die Boote bereit.

Während wir zu den Booten gehen, handeln wir 100 Baht für die Hin- und Rückfahrt nach Myanmar pro Person aus. Nachdem das Boot voll mit Passagieren ist, geht es los. Nach 5 Minuten ein kurzer Stopp an einer Insel. Ein Bootsgehilfe läuft mit einem Stapel Reisepässe zu der kleinen Hütte auf der Insel. Nach ein paar Minuten kommt er mitsamt den Ausweisen wieder zurück und wir fahren mit dem Boot nach Myanmar. Das dauert in etwa 15 Minuten. Wir steigen aus dem Boot aus, gehen an Dutzenden Duty Free Shops vorbei in eine klimatisierte Hütte. Dort bezahlen wir 10US$ für unser Visa, bekommen einen Einreisestempel und wir gehen wieder zurück zu unserem Boot. Auf dem Rückweg wieder das selbe Spiel. Fünf Minuten Bootsfahrt zu einer kleiner Insel. Dieses Mal muss jeder dem Bootsgehilfen seinen Reisepass geben. Auch dieses mal kommt er nach ein paar Minuten mitsamt den Ausweisen inklusive Ausreisestempel wieder zurück. Auf dem Rückweg nach Thailand bleiben wir auf etwa halber Strecke noch einmal stehen. An einer Insel die nicht größer ist als ein Fußballfeld machen wir Halt. Auf der Insel steht ein Zelt. Darunter sitzen fünf thailändische Militärs im Schatten. Der Bootsgehilfe läuft zu dem Zelt und redet kurz mit den Militärs, danach legen wir auch schon wieder ab. Kurze Zeit später legen wir in Ranong an. Am Einreiseschalter der Grenzstelle bekommen wir ein Thailand Visa gültig bis 28.April.

Die ganze Aktion hat nicht mal eine Stunde gedauert. Worauf man auf jeden Fall achten sollte ist, dass man einen glatten, knitter- und knickfreien 10 US$ Schein für das Myanmar Visa dabei hat. Die Fotokopie des Ausweises, die wir vor der Überfahrt nach Myanmar gemacht haben, haben wir nicht benötigt.

Schritt 3: Mit dem Bus nach Suan Mokkh

Nachdem wir unsern neuen Stempel im Reisepass haben, geht es mit dem Sammeltaxi zur Busstation nach Ranong. Kurze Zeit später steht der Bus nach Surat Thani zur Abfahrt bereit. Das nenne ich perfektes Timing. Das Ticket für die Fahrt kaufen wir im Bus und dem Ticketverkäufer sagen wir, dass wir nach Suan Mokkh wollen. Über vier Stunden quält sich der Bus über Berge und Kurven, bis wir endlich am Kloster angekommen sind. Zwischendurch habe ich gedacht, wir müssen aussteigen und schieben helfen, so langsam ging es teilweise voran. Mitten auf der Autobahn bleibt der Bus stehen und der Ticketverkäufer winkt uns zu. Anscheinend sind wir angekommen.

So, da sind wir also. Ist doch bisher alles wunderbar nach Plan verlaufen. Man kann sich jetzt höchstens noch denken: Warum um alles in der Welt wollten die beiden denn überhaupt in ein Kloster?

Als wir damals unsere Asienreise angetreten haben, haben wir uns vorgenommen auf einer Farm zu arbeiten. Wir wollten mit Tieren arbeiten und wir wollten als Informatiker arbeiten. Wir wollten aussergewöhnliche Sachen machen und die Kultur der Länder besser verstehen. Wir wollten bei Einheimischen wohnen und wir wollten wie die Einheimischen leben.

Vor ein paar Monaten sind wir in Bangkok mit ein paar Mitbewohnern zusammengesessen und sind irgendwie auf das Thema Meditieren gekommen. Ein Mitbewohner ist vor ein paar Tagen erst von Suan Mokkh zurückgekommen und er strahlte über beide Ohren. Sein Kommentar war lediglich: „Absolut geil“. Dann schlürfte er wieder grinsend an seinem Mate Tee. Während der letzten Monate hatten wir genug Zeit, uns über Suan Mokkh, Meditation, Buddhismus, Vipassana und über uns selbst Gedanken zu machen. Wir wollen die Möglichkeit nutzen, etwas über die Kultur Thailands zu lernen. Wir werden lernen einen geregelten Lebensablauf zu folgen. Wir werden lernen zu verzichten. Wir werden auf einem Steinbett und einem Holzkissen schlafen. Wir werden zehn Tage lang nicht sprechen und zehn Stunden am Tag Meditieren.

Wir stehen vor einem Zeitproblem

Fantastisch! Die Hütte steht noch und die Arbeit an meinen Apps und meiner Webseite wird weniger. Wir stehen vor einem Zeitproblem, denn am 30. März wollen wir in Suan Mokkh in Surat Thani sein.

Eins nach dem anderen

Welche Hütte? Die Hütte auf die wir letzte Woche aufgepasst haben! Auch wenn man auf so einer Reise ab und zu mit dem Gedanken spielt, ein Guesthouse zu eröffnen, so sollte man sich das wirklich ganz genau überlegen. Wir haben in dieser Woche nur einen Bruchteil von dem gemacht, was unser Freund dort täglich macht. Viele Dinge werden zwar zur Routine, aber irgend etwas ist immer los. Mal gehen die Getränke aus, mal sitzt ein Japaner mitten in der Nacht im Wohnzimmer. Manchmal wird Abends gekocht, und irgendwo ist immer irgendjemand, von dem ich mich vom Arbeiten abhalten lasse.

Schritt für Schritt

Arbeit an meinen Apps und meiner Webseite? Um die Verkäufe meiner Apps sowie den Erlös durch Werbeeinnahmen zu steigern, arbeite ich seit kurzem mit einer angeblichen Marketing Expertin zusammen. Ich habe die Frau noch nie gesehen. Wir haben lediglich über Skype Kontakt. Sie sagt mir was ich alles ändern muss. Ich ändere alles. Webseiten Design, Meta Tags, Keywords, Deadlinks, Content Seiten, Links, Pages und URL’s. Ich nehme Einstellungen an Google Analytics, Webmaster Tools und meiner Webseite vor, von denen ich nicht wusste, dass es sie gibt. Ich schreibe Content um Backlinks zu erzeugen und nebenbei schreibe ich auch noch an einer neuen App.

Der perfekte Plan

Wir stehen vor einem Zeitproblem? Es ist auf jeden Fall so, dass man als Deutscher bei der Einreise von Kambodscha nach Thailand über den Landweg, vier Wochen Visa erhält. Das bedeutet für uns, unser Visa läuft am 10. April aus. Unser Zeitproblem besteht darin, dass unser Aufenthalt in Suan Mokkh erst am 11.April enden wird. Um unsere Asienreise mit ein paar ruhigen und entspannten Tagen ausklingen zu lassen, um unsere Eindrücke der letzten acht Monate Revue passieren zu lassen, um uns von Suan Mokkh zu erholen, um uns ein wenig auf Australien vorzubereiten und weil uns gesagt wurde, von Phuket kann man günstig nach Perth fliegen, haben wir uns folgenden Plan ausgedacht:

  • Nach Koh Phayam fahren um herauszufinden, ob es uns dort gefällt
  • Am 30. März einen Visa Run nach Myanmar machen, um bis einschließlich 28.April Visa zu haben
  • Mit dem Bus nach Suan Mokkh fahren
  • Am 31. März in Suan Mokkh die Anmeldeprozedur überstehen
  • Am 11. April wieder auf Koh Phayam sein, um uns von Suan Mokkh zu erholen
  • Mit dem Bus nach Phuket fahren
  • Ende April von Phuket nach Perth fliegen

Schritt 1: Nach Koh Phayam fahren

Wie bereits erwähnt, wir stehen vor einem Zeitproblem! Keine Hektik! Wie der Thailänder gerne sagt: Easy! Eins nach dem anderen! Ich fahre die Scheuklappen hoch, und arbeite Schritt für Schritt meine Liste ab. Ich folge meinem mehr oder weniger perfekten Plan, und befinde mich plötzlich auf Koh Phayam. Nachdem wir schon vor der Ankunft gewusst haben, dass uns die Insel gefallen wird, haben wir Zeit gehabt das zu tun, was man tut, wenn einem ein Stück Land gefällt. Man vermisst den Grund!

Wir stehen vor einem Zeitproblem

Der erste Schritt lautet: Nach Ranong fahren

Koh Phayam

Von Ranong geht es weiter mit dem Slow Boat nach Koh Phayam…

Heimat des Hornbill

…der Heimat des Hornbill. Überall auf der Insel sieht man diese wunderbaren Vögel herum fliegen.

Koh Phayam hat uns gefallen

Koh Phayam hat uns so gut gefallen…

Land vermessen

…das wir das Land vermessen haben.

Zeit, um aus der Reihe zu tanzen

Zeit, ohne Musik und Tanz

Die wenigen, die meine Reise verfolgen, werden sich vielleicht ein wenig über meinen letzten Eintrag gewundert haben. Und selbst wenn man mein schlechtes Englisch meint verstanden zu haben, so werden trotzdem nur sehr wenige wirklich verstanden haben. Ab und zu ist nunmal die Zeit, um aus der Reihe zu tanzen. Das Selbe gilt auch für meinen letzten Eintrag.

Housesitter gesucht!

Das ist jetzt doch schon ein wenig her, das wir aus Kambodscha wieder in Bangkok angekommen sind. Vor allem ist dort einiges passiert. Zusammen mit meinem Neffen kommen wir in Bangkok an. Der Eigentümer unseres Guesthouses hat uns schon sehnlichst erwartet, denn alle Zimmer sind belegt und er muss unbedingt etwas auf seinem Land im Süden Thailands erledigen. Zusammen mit Beatrice sollen wir das Guesthouse am laufen halten.

Obwohl wir uns erst seit ein paar Monaten kennen, vertraut er uns sein Haus an. Die gesamte nächste Woche dürfen wir für das Haus und die Gäste sowohl Hausmeister, Gärtner und Klempner sowie Tourguide, Rezeptionist und Zimmermädchen sein. Wenn man bei seiner Ankunft jedoch mit „You look so tinny“ begrüßt wird, dann baut man das bisschen Guest-Hausarbeit gerne in den Tagesablauf mit ein.

Bangkok Tourguide

Jedes Mal, wenn ich mitbekomme, dass jemand meinen Blog liest, dann freut mich das sehr. Und mein Neffe ist während seiner Vorlesungen anscheinend absolut unterfordert. Denn er hat jeden meiner Einträge gelesen und wusste daher auch in Bangkok, was wir uns alles anzuschauen haben. Während der nächsten vier Tage haben wir in Bangkok folgendes erlebt:

  • Wir haben Stunden auf dem Jatujak Wochenendmarkt verbracht. Danach hat sich mein Neffe eine Massage gegönnt.
  • Wir haben einen gesamten Nachmittag im IMAX 4D Kino verbracht. Danach hatten wir alle einen Ohrwurm.
  • Wir sind mit den kleinen Booten auf dem Klong, mit dem Bus, dem Skytrain, Taxis aber keinem Tuk-Tuk gefahren.
  • Wir haben uns den Park angesehen, wo wir – wie auch heute – morgens Sport machen. Von dort ging es weiter zum Essen nach India Town.
  • Wir waren auf dem Fruchtmarkt und haben frische Kokosnüsse getrunken.

Warum wir sogar zwei Mal bei einem Tempel gewesen sind und warum das mehrere Tausend Baht gekostet hat, möchte Euch mein Neffe selbst erzählen. Das Ende seiner Geschichte wird auf jeden Fall sein, dass wir beide im Anschluss daran auf der Khao San Road gelandet sind. Und obwohl sich mein Neffe für den nächsten Morgen einen Wecker gestellt hat, kam er komischerweise nicht aus dem Bett. Blöd nur, wenn der Flieger zurück nach Deutschland erreicht werden muss. Gut allerdings, wenn der Onkel auch einen Wecker dabei hat.

Ein guter Chef

Als wir auf Koh Rong in Kambodscha waren, habe ich meinen Neffen gefragt, was er eigentlich genau studiert. Ich wollte wissen, wie denn so eine typische Stellenanzeige aussieht, auf die er sich später einmal bewerben möchte. Also so ganz habe ich das Ganze immer noch nicht verstanden, aber ich glaube, er studiert „Chef werden“. Wenn ich damals schon gewusst hätte, dass es so einen Studiengang gibt, dann hätte ich gar nicht den Umweg über den Informatiker nehmen müssen. Aber die Zeiten ändern sich. Alles ist schneller und hektischer geworden. Da freut es mich persönlich sehr, dass sich mein Neffe die Zeit genommen hat, sich mit uns gemeinsam Bangkok und Kambodscha anzusehen. Ich habe jede Minute genossen und ich glaube, mein Neffe wird bestimmt ein guter Chef werden. Das nächste Mal aber, lieber Sebastian, bring bitte Deine Schwester mit.

Ich werde die nächsten paar Tage in Bangkok noch nutzen, ebenfalls ein guter Chef zu sein. Ich habe die letzten drei Wochen kaum mit meiner Angestellten kommunizieren können. Ich muss die nächsten paar Tage ganz schön ranklotzen, damit die gute Frau wieder weiter arbeiten kann. Wenn ich das Timing für diese Aktion so im Nachhinein betrachte, dann ist der Zeitpunkt für eine SEO einer Webseite wirklich sehr schlecht gewählt. Es ist nicht immer einfach, Arbeit und Vergnügen zu vereinen, vor allem nicht, wenn man teilweise mehrere Tage keine Verbindung zum Internet hat.

Too late is better than never

Good morning good friends!

This one is for all you guys who mastered the retreat and – since i finally also got my insight – especially my bad habbits. It’s also for all the helpers, ladies and gentleman who prepared the food and did all the organization.

Breathing in – breathing out!

Did you see that guy wearing a white long dress before breakfast and after teatime? At daytime he looked more colorful with his blue trousers and brown shirt. This strange guy who judged others too fast and the one who broke the rules?

Did you see that guy on the first day of the retreat who smoked his last cigarette in front of the monastery? So maybe this could be the reason why he freaked out one night because his neighbor was snoring. But at least he didn’t throw his wooden pillow through his window.

Did you see that guy who braked the rules again by talking to a woman over there? So hopefully he asked the women for some earplugs and maybe this guy will find out, it’s his snoring neighbor who cleans the toilets in the dorm every day in silence.

Did you see that guy who wasn’t meditating? When you look at him, he looks like a sand sack someone dropped on the floor. Instead of this he was painting pictures into the sand in front of him. He looked around and watched the birds flying by, the leaves of the trees going up and down in the wind, he imagines how everything breathes in and breathes out. The leaves of the trees rest at the bottom, before they move up again.

The leaves of the trees rest at the bottom, before they move up again.

The leaves of the trees rest at the bottom, before they move up again.

Did you see that guy who did not take a stone from the table after the lovings and chantings? But if that guy is honest to himself he already knows that there are not enough stones on the table at all. Maybe he was just a little bit confused about the fact: Yesterday there was no hot chocolate, what will be the surprise for today?

Lovings and chantings

Lovings and chantings

Did you see that guy who sits still on his place during the personal speeches? You almost can’t see him cheering the speeches and at the last day he showed no respect!

Of course you did not see that guy! He did not say good bye to all his good friends he met at the monastery! To all the good friends also struggled their way through!

There is no i – There is no my!

It’s really hard to write one whole paragraph without i and without my. But it’s not easy to stick to the rules and there is temptation everywhere. Anyway! I want to share my experience that helped me to get my insight.

I was walking with my girlfriend towards the main road. To catch the red bus to Ranong we headed to the Busstation in front of Suan Mokkh. After a while we saw the red bus to Ranong and we tried to stop it. Honk – Honk – and the bus passed by. So we tried to stop everything from now on and my girlfriend was able to stop a car. The young couple offered us to bring us to the bus station at their hometown, 80km away from Ranong.

The driver told us he just brought his parents to Bangkok, where they celebrate Songkran. Soon we found out that his wife has also been to Suan Mokkh and she showed us some pictures of herself doing meditation inside the temple. She also showed us some pictures of her volunteer english teacher. By some amazing coincidence the teacher on the picture was Ignazio, the one i shared the chore.

After five hours discussion the hot spring chore was still availaible. My very good friend told me to get this chore. This was a sign!

After five hours discussion the hot spring chore was still availaible. My very good friend told me to get this chore. This was a sign!

It’s funny how small this world really is. The young couple even called the bus company. Because in Songkran all the busses to Ranong were fully booked and there was no chance to get a ticket. As if it were a matter of course they wanted to drive us the last 80km to Ranong. We tried to refuse but for them it seemed to be a pleasure to help us out of our situation. They didn’t accept the offer of sharing the costs for gas. Instead of this they dropped us directly in front of the pier in Ranong.

Don’t life in the past – don’t life in the future – enjoy the present!

On the 31st of March everybody was asked: Why you want to go to Suan Mokkh? My answer was: I want to find out something about me! On the 10th of April everybody was asked about his insights. Every single story was amazing. And the guy with the white long dress – and the laundry in the corner of my dorm – turns out to be a funny bon vivant. The guy with the blue trousers who loved the word, the sand, the air and all of us – twice – was indeed right. Or do you remember the girl who broke the rules by having a book where she wrote down her thoughts about Al Pacino? I also loved the speech of the guy, who took too much food and felt so bad after he ate the whole plate. Even my snoring neighbor prepared a speech and still i am not able to stand up say: Thank you for cleaning the toilets every day!

After i found out what a big knucklehead i am, i would love to say thank you! I would love to go back to the table, take one of these stones and throw it into the lake. Thanks to all my good friends who enjoyed the present and thank you Beatrice for being the most patience person in the world.

I would love to go back to the table, take one of these stones and throw it into the lake

I would love to go back to the table, take one of these stones and throw it into the lake

Somehow this is typical for me. On a 10 day retreat… on day 11… i got my insight… and while i was thinking about all the bad habits of this guy and that guy, it figured out: I am all off this and that guys by myself. There is no i, there is no my! Too late is better than never! More than 130 people from all around the world stayed together in peace and love for more than 10 days. In addition to that, many helpers and volunteers made such a wonderful job.

Like everyone in this retreat, i try to swim against the stream. But from time to time the strong current pushes me back again. I send love and happiness to all of you. I need to practice again and again. Breathe in, breathe out. Don’t life in the past – don’t life in the future – thank you to everyone.

This Speech is dedicated to my Roommate – the Gekko. Thank you for well-protecting me every day against spiders and mosquitos.