Urlaub auf Koh Phayam

Alois Hingerl, Nr. 172, Dienstmann in München, besorgte einen Auftrag mit solcher Hast, daß er vom Schlage gerührt zu Boden fiel und starb. Zwei Engel zogen ihn mit vieler Mühe in den Himmel, wo er von St. Petrus aufgenommen wurde. Der Apostel gab ihm eine Harfe und machte ihn mit der himmlischen Hausordnung bekannt. Von acht Uhr früh bis zwölf Uhr mittags »frohlocken«, und von zwölf Uhr mittags bis acht Uhr abends »Hosianna singen«. – »Ja, wann kriagt ma nacha was z’trink’n?« fragte Alois. – »Sie werden Ihr Manna schon bekommen«, sagte Petrus.

Koh Phayam – Urlaub mit Verzicht

Also wie ein Münchner im Himmel habe ich mich in Suan Mokkh nicht gefühlt, aber von 17 Uhr bis 18 Uhr abends war für mich die Zeit des Hosianna singen. Das beste zu dieser Zeit war jedoch der junge Mönch mit russischem Akzent. Eines Tages kam er mit einem kleinen Säckchen zum Chanting. Er setzte sich wie jeden Tag im Schneidersitz auf das Podest vor uns, und fing an zu erzählen. Dieses Mal war er ein wenig bedrückt über seine Aussagen des Vortages. Ich weiss gar nicht mehr genau, was er am Vortag erzählt hat, auf jeden Fall wollte er sich bei uns für seine Worte entschuldigen. Damit das nicht mehr vorkommt, hat er sein kleines Säckchen mitgebracht. Nachdem wir uns alle gegenseitig fragend angeschaut haben, öffnet er das kleine Säckchen und schüttet es vor sich auf dem Podest aus. Zum Vorschein kommen lauter Steine. Er meint, jeder dieser Steine repräsentiert eine schlechte Eigenschaft. Er nimmt sich einen dieser Steine und wirft ihn in den See vor dem Saal. Er meint, er hat einen ganzen Sack voller Steine mitgebracht, damit jeder von uns einen oder mehrere schlechte Eigenschaften in den See werfen kann. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht, wie viele Steine ich mir nehmen soll. Erst Tage später habe ich von Beatrice während eines verbotenen Gesprächs ein paar Steine zugesteckt bekommen. Am Ende habe ich vier Steine in den See geworfen. Die Steine repräsentieren Rauchen, Mc Donald’s, Coca Cola und Nestlé.

Kreislauf oder System?

Dazu kommt noch Morgensport und den Konsum von Fleisch zu reduzieren. Während unserem Urlaub auf Koh Phayam haben wir das alles ohne Probleme durchgehalten. Insgesamt ist unser Urlaub auf Koh Phayam genauso verlaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Schöne Strandspaziergänge, Schwimmen, frische Früchte und Kaschu Nüsse naschen. Lediglich drei Ereignisse stechen aus unserem sonst erholsamen Strandurlaub auf Koh Phayam heraus.

Flut vor Junes Horizon

Bei Flut kann man direkt vor der Haustüre schwimmen gehen

Hier fließt das Meer ab

Wenn das Wasser aus dem Meer am späten Nachmittag abgelaufen ist…

Ebbe vor Junes Horizon.JPG

…kann man bei Ebbe schöne Strandspaziergänge machen.

Strandkrebse

Wir haben eine Hundertschar von Strandkrebsen vor uns her getrieben…

Dreck einsammeln

…und Müll eingesammelt.

Wo beginnt ein Kreis?

Als wir bei June angekommen sind, und unsere Rucksäcke in den Strandbungalow geworfen haben, um zu Pitar zu fahren, ist das nicht exakt so reibungslos abgelaufen. Denn es gab einen kleine Pause zwischen Rucksack ablegen und Abfahrt. Während Beatrice, was auch immer, gerade im Badezimmer macht, setze ich mich auf die Veranda und genieße die Aussicht. Auf einmal höre ich, wie jemand meinen Namen sagt. Die Stimme kommt aber nicht vom Bad hinter mir, sondern vor mir steht Martina. Wir haben Martina in Bangkok kennen gelernt und jetzt wohnt sie im Bungalow neben uns. Sie ist gerade vom Mango sammeln zurückgekommen und ist gerade dabei einen Mangosalat zu machen. Bevor wir also zu Pitar gefahren sind, haben wir uns den Sonnenuntergang angesehen und dazu Mangosalat und Reis gegessen. Insgesamt waren wir zu fünft. Martina, zwei ihrer Freunde aus Australien, Beatrice und ich. Zwei ihrer Freunde aus Australien? Fantastisch! Gleich mal ausquetschen, wo wir am besten hinfahren und worauf wir achten müssen. Immerhin kommen die beiden gerade von dort, wo wir hinwollen. Genau das haben wir dann die nächsten zwei Tage immer wieder getan. Unter anderem waren wir gemeinsam bei Pitar beim Fischessen und in der absolut abgefahrenen Hippie Bar. Die gesamte Bar, die eher aussieht wie ein kleines Dorf, ist aus Treibholz zusammengezimmert, das am Strand vor der Bar angespült wird.

Hippie Bar

Die Hippie Bar auf Koh Phayam

Das Sternbild Widder

Vom zweiten Ereignis habe ich bereits geschrieben: Es steht Songkran an. Während dem thailändischen Neujahr ist es Sitte, dass sich die Menschen gegenseitig mit Wasser vollspritzen. Oftmals ist das Wasser gefärbt, oder man bekommt das Gesicht mit Puder oder Talcum verziert. Auf Koh Phayam ist das bei weitem nicht so extrem wie beispielsweise in Bangkok. Trotzdem haben wir während dieser Tage auf unseren Roller sowie unsere Kamera verzichtet. Trocken und mit heller Kleidung sind wir zum Essen gegangen, pitschnass und in roter Kleidung sind wir wieder daheim angekommen. Schön wars!

Der Kreis schließt sich

Das dritte Ereignis war der Anruf meines Freundes aus Bangkok. Eigentlich wollte ich ihn die ganze Zeit schon anrufen, um ihm zu erzählen, dass wir die zehn Tage durchgehalten haben. Aber zum einen hatte ich kein Guthaben mehr auf meiner Pre-Paid Karte, und zum anderen kann ich ihm das in drei Monaten persönlich erzählen. Ich weiss noch wie ich ihn vor ein paar Monaten folgende dumme Frage gestellt habe: Wie kann ich Disziplin lernen? Eigentlich wollte ich ihn nur fragen, wie er jeden Tag sein krasses Programm durchziehen kann, und dass mich das echt beeindruckt. Auf jeden Fall musste ich gerade an diese Frage und meinen Freund denken, als mein Telefon klingelt. Seine Worte waren in etwa folgende: Hey Peter wie geht’s? Alles klar bei Euch beiden? Ich hoffe es hat Euch in Thailand gefallen! Ich wollte Euch zeigen, wie wir Thailänder leben, wie wir denken und woran wir glauben! Ich hoffe wir sehen uns bald wieder, Ihr seid jeder Zeit herzlich bei mir Willkommen, kommt vorbei wann immer Ihr wollt! Ich wünsche Euch noch eine schöne Reise! Grüße an Martina!

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