In Australien ein Auto mieten

Unser Ausflug zum Great Barrier Reef war absolut unvergesslich. Nachdem wir den ganzen Tag im Meer verbracht haben, wird es jetzt Zeit für eine warme Dusche. Nichts wie auf nach Port Douglas ins Dougies und so tun, als würde man dort wohnen.

Woher kommt dieses Geräusch?

Die Küstenstrasse von Cairns nach Port Douglas ist angeblich die schönste Strecke an der Ostküste Australiens. Die Strecke mit den zahlreichen Kurven erinnert mich ein wenig an die Fahrt von Chiang Mai nach Pai. Allerdings sitze ich diesmal hinter dem Steuer. Mich würde echt Mal interessieren, woher dieses komische Geräusch kommt. Das war doch heute Vormittag noch nicht da. Ausserdem muss ich unbedingt stehen bleiben. Meine Frontscheibe ist total verschmiert, die Sonne steht verdammt tief und blendet mich.

Links ran fahren

An der nächsten möglichen Stelle fahre ich links ran und putze meine Frontscheibe. Richtig gelesen, links ran, denn in Australien herrscht Linksverkehr. Auf den ersten Blick scheint die Scheibe jetzt sauber zu sein. Weiter geht es nach Port Douglas, aber schon nach der ersten Kurve muss ich feststellen, dass meine Frontscheibe immer noch verschmiert ist. Das komische Geräusch ist ebenfalls noch da und ich frage mich ernsthaft, was das ist. Zum Glück ist nach ein paar Kilometern wieder ein Parkplatz zu sehen und ich kann nochmal links ran fahren.

Eine Stunde reicht…

Als ich auf das Armaturenbrett schaue, ob ich die Automatik auf „P“ steht, sehe ich wie die Temperaturanzeige in den roten Bereich steigt. Eigentlich wollte ich ja nur meine Scheibe putzen, aber dazu komme ich nicht mehr. Im selben Moment als wir aussteigen, fängt der Motor an zu rauchen, welcher sich unter dem Beifahrersitz befindet. Als ich den Beifahrersitz nach oben klappe, kommt mir eine Dampfwolke entgegen und uns bleibt nichts anderes übrig, als zu warten. Nachdem wir aus unseren bisherigen Fehlern nicht gelernt haben und Port Douglas nur noch 15km entfernt ist, beschließen wir nach etwa einer Stunde, weiter zu fahren. Die Temperaturanzeige ist wieder im grünen Bereich, Kühlerwasser haben wir nachgefüllt und der Ölstand ist perfekt.

…nicht

Das Ganze geht dann auch etwa 5km gut, bevor der Motor erst anfängt zu stottern, um dann völlig unbeeindruckt vom Druck auf das Gaspedal immer langsamer zu werden beginnt, bis er letztendlich vollkommen den Geist aufgibt. Glücklicherweise ist das Ganze nur ein paar hundert Meter vor einer Seitenstraße passiert und wir konnten mit letzter Kraft auf irgendeinen Vorgarten einer Farm rollen. Wahrscheinlich haben wir gedacht, dass am nächsten Tag das Auto schon wieder anspringen wird, als wir uns dann einfach schlafen gelegt haben.

Morgenspaziergang

Am nächsten Tag ist der Van natürlich nicht mehr angesprungen. Google Maps hat mir verraten, dass die nächste Werkstatt nur 2km entfernt ist. Während Bea den Van bewacht hat, bin ich zur Werkstatt spaziert. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es Samstag war? Auf jeden Fall haben samstags die Werkstätten in Port Douglas nicht geöffnet und ich bin wieder zurück zum Van spaziert. Es ist mir nichts anderes übrig geblieben, als beim RACQ anzurufen. Das ist das Queensland Pendant zum Deutschen ADAC. Nachdem ich vier verschiedenen Mitarbeitern mein Problem geschildert habe, haben sie mir, da ich ja nicht Mitglied beim RACQ bin, folgendes Angebot gemacht: Sie können mir entweder für 150$ einen Mechaniker schicken, der mir sagen kann, ob der Motor hinüber ist oder nicht. Oder sie können mir für 150$ einen Abschleppwagen schicken, der den Van zur nächsten Werkstatt bringen kann. Nachdem ich die Mitarbeiterin gefragt habe, was passiert, wenn der Mechaniker feststellt, dass der Motor hinüber ist, war die Antwort: Dann müssen Sie den Abschleppwagen zusätzlich bezahlen. Wir haben uns dann für den Abschleppwagen entschieden. Wahrscheinlich hatte der Fahrer des Abschleppwagens schon so viel Ahnung von Autos, dass er uns, nachdem er den Zündschlüssel umgedreht hatte, sagen konnte, dass der Motor hinüber ist. Zu den 150$ Abschleppgebühr bezahlen wir also noch weitere 40$ für das Verschrotten. Zumindest habe ich einen Beleg für den Transport zum Schrottplatz bekommen, aber vielleicht hat er den Van auch zu irgendeinem Händler gebracht. Ich weiss es nicht.

Dougies

Immerhin haben wir im Dougies…

Pool und Fahrrad

…einen Pool, können Fahrräder mieten…

Billard

…haben noch mehr Pool…

Kochstelle

…und eine Küche zur Verfügung.

Was uns bleibt…

Was uns bleibt sind Teller, Besteck, Gaskocher, Decken und Kissen, ein Skateboard, zwei Tennisschläger, ein paar verschließbare Plastikschüsseln, eine Kühlbox gefüllt mit ein paar Dosen sowie einem Kürbis, 5kg Reis ein USB-Lautsprecher und die Nummernschilder. Ich weiss auch nicht wirklich, ob wir dieses ganze Gerümpel in ein Zelt untergebracht hätten, aber im Dougies war sowieso nur noch ein Doppelzimmer für drei Nächte frei. Bisher war das Zelt unsere teuerste Unterkunft unserer gesamten Reise, jetzt war es dieses Zimmer. Und nachdem wir unser gesamtes Gerümpel endlich im Zimmer verstaut haben, war es endlich Zeit für die warme Dusche. Eigentlich haben wir uns das alles ja ein wenig anders vorgestellt, aber wir versuchen den finanziellen Verlust zu verdrängen und werden für den Rest unseres Roadtrips in Australien ein Auto mieten.

Das wars mit dem Van

Field wird das ganze Zeug schon an die richtigen Menschen weitergeben

…bekommt Field geschenkt

Die Versicherung für ein Mietauto kostet am Tag mehr, als die Miete für das Fahrzeug selbst. Bei zwei Monaten Mietdauer sind die Kosten für die Versicherung höher als die Selbstbeteiligung im Falle eines Unfalls. Um diesen Fall abzusichern, muss die Autovermietung diesen Betrag auf der Kreditkarte blocken. Was ja auch kein Problem ist, wenn man nicht ein paar Wochen zuvor einen Van gekauft hat. Habe ich schon erwähnt, dass es Sonntag ist? Auf jeden Fall haben sonntags in Deutschland die Banken geschlossen und dazu kommt noch die Zeitverschiebung. Anstatt für zwei Monate mieten wir das Fahrzeug nur für zwei Tage mit dem Rundum-Sorglos-Paket. Da wir jetzt keine Selbstbeteiligung haben, muss auch nichts auf der Kreditkarte geblockt werden und ich habe genug Zeit, mich mit meiner Bank in Verbindung zu setzen. Im zweiten Anlauf konnte die Autovermietung den Betrag blocken und wir konnten unseren Roadtrip wieder fortsetzen. Da unser neuer Camper mit allem ausgestattet ist, was man benötigt, haben wir aus unserem alten Van nur noch den USB-Lautsprecher und die Nummernschilder. Den Rest haben wir Field geschenkt, weil die karitative Einrichtung in Port Douglas dienstags geschlossen ist.

Unser neuer Van

Unser Van für die nächsten Monate – Jucy

Das Nummernschild

Uns wurde gesagt, dass man die Nummernschilder beim Kraftfahrzeugamt oder bei der Polizei abgeben muss. Das ist dann gleichbedeutend mit einer Abmeldung des Fahrzeuges. Ausserdem bekommt man einen Teil der REGO wieder zurückerstattet. In Wahrheit ist das aber so: Die Polizei nimmt das Nummernschild schonmal überhaupt nicht entgegen. Das Kraftfahrzeugamt nimmt das Nummernschild, aber man bekommt nur einen Beleg, den man dann bei der Kraftfahrzeugbehörde einreichen muss. Diese teilt einem mit, nachdem keine Strafen oder Bussgelder auf dem Nummernschild verzeichnet sind, dass man als Tourist kein Anrecht auf Rückerstattung der REGO hat. Also auch in Australien gilt: Same Same – But Different.

Schnuppertauchgang für Anfänger

Uns fehlt es an nichts. Kostenlose, öffentliche, saubere Duschen sind fünf Minuten vom Campingplatz entfernt. Bisher sind alle öffentlichen Toiletten vorbildlich sauber und anders als in Asien gibt es hier immer Klopapier. Eine Sache ist uns jedoch aufgefallen, die genauso ist wie in Asien: Es gibt öffentliche Sportplätze mit Sportgeräten. Im nächsten Dorf gibt es eine Bücherei mit kostenlosem Internetzugang und Strom. Bisher habe ich das Gefühl, Australien ist perfekt für Backpacker.

Für jeden was dabei

Wie wir von unseren neuen Freunden auf dem Campingplatz erfahren haben, kann man in Australien auch relativ einfach einen Job finden. Da wir aber nur mit einem Touristenvisa in Australien sind, interessieren wir uns eher für Angebote für Touristen. Die Auswahl an Touren ist riesig. Fallschirmspringen, Tauchen, Geländewagenfahren, Angeln oder Surfen – für jeden gibt es irgendeine Freizeitaktivität. Immer wieder haben wir uns Flyer sowie Prospekte mitgenommen und die Angebote und Preise verglichen. Am Ende sind wir mit unserem Campervan nach Cairns zur Touristeninformation gefahren und haben einen Tagesausflug zum Great Barrier Reef gebucht. 195$ pro Person inklusive drei Mahlzeiten und einem Schnuppertauchgang für Anfänger.

Aufbruchstimmung am Trinity Beach

Als wir wieder auf dem Campingplatz ankommen, herrscht bei einem Teil der Franzosen Aufbruchstimmung. In einer anderen Stadt gibt es für die Jungs lukrative Jobs und deshalb verlassen sie gerade fluchtartig den Campingplatz. Während die Jungs am Packen sind, gehen immer wieder Einheimische über den Campingplatz zum Strand. Eine davon macht uns darauf Aufmerksam, dass es keine gute Idee ist, eine Hängematte zwischen zwei Kokosnuss Palmen aufzuspannen. Angeblich sind bereits mehrere Menschen durch herunterfallende Kokosnüsse gestorben als durch Haiangriffe. Die Australier haben eben ein bisschen andere Statistikgrundlagen. Der nächste Australier untermauert seine Aussagen mit Hilfe einer App für sein Handy. Diese App behauptet, dass der Meeresspiegel bei Flut am Trinity Beach in den nächsten 48 Stunden um etwa 50 cm höher sein wird als heute. Es wird wirklich Zeit, den Standort zu wechseln.

Reef Experience

Am nächsten Tag um 6:00 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Cairns. Nachdem die Flut bereits gefährlich hoch angestiegen ist, wecke ich die Franzosen und die beiden Engländer, die in der Zwischenzeit ihre Hängematten von den Kokosnuss Palmen am Strand zum Campingplatz verlegt haben. Einige Stunden später bekomme ich ein Foto auf Facebook zu sehen, auf dem der gesamte Campingplatz unter Wasser steht. Von alldem bekommen wir allerdings nichts mehr mit. Nachdem wir unseren Campervan in Cairns auf dem öffentlichen Parkplatz abgestellt haben, suchen wir am Pier die Reef Experience.

Reef Experience

Auf der Suche nach der Reef Experience

Great Barrier Reef

Ich bin mir nicht ganz sicher ob es nur eine Verkaufsmasche gewesen ist, aber letztendlich bin ich schon froh darüber, dass ich mir für 4$ Tabletten gegen Seekrankheit gekauft habe. Die Raue See war auch der Grund, warum wir am heutigen Tag nur ein Riff gesehen haben. Trotz der rauen See war das Wasser angenehm warm. Der Schnuppertauchgang für Anfänger hat uns so gut gefallen, dass wir für 55$ pro Person einen weiteren Tauchgang absolviert haben. Und auch wenn irgendwie alles inklusive ist bei so einer Tour, habe ich zusätzlich 40$ zum Leihen einer Unterwasserkamera ausgegeben. Und obwohl der Akku nicht den ganzen Tag gehalten hat und die Bildqualität zu wünschen übrig lässt, habe ich ein paar Bilder vom Great Barrier Reef und Frank machen können.

Schnuppertauchgang

Der Schnuppertauchgang für Anfänger ist ein voller Erfolg

Great Barrier Reef

Die Unterwasserkamera ist zwar nicht die beste…

Great Barrier Reef

…und viel zu oft…

Great Barrier Reef

…bin ich mit schauen beschäftigt…

...aber hin und wieder...

…aber hin und wieder…

Great Barrier Reef

…kommt mir ein Fisch vor die Linse.

Great Barrier Reef

Leider war die See heute sehr rau…

Great Barrier Reef

…und die Sonne nicht so oft zu sehen…

Great Barrier Reef

…darum sind die Farben auf den Bildern…

Great Barrier Reef

…nicht die besten.

Great Barrier Reef

Trotzdem hat mir das Tauchen verdammt viel Spass gemacht.

Great Barrier Reef

Unser Ausflug zum Great Barrier Reef…

Great Barrier Reef

…war der Hammer!