Wie buche ich das richtige Zimmer

Wenn man ständig unterwegs ist, dann ist eines der wichtigsten Dinge, die man benötigt, eine Unterkunft. Aber wie genau buche ich das richtige Zimmer? Pauschal sagen kann man das meiner Meinung nach nicht.

Das richtige Zimmer ist Geschmacksache

Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, und jeder Mensch hat andere Vorlieben, Ansprüche und Vorstellungen über das richtige Zimmer. Manchen reicht ein Zimmer alleine nicht aus, da müssen es gleich mehrere sein, andere wiederum wollen nur in einem Bungalow übernachten. Für einige ist es das Beste sich einfach ein Wohnmobil zu mieten und das richtige Zimmer immer dabei zu haben. Sei es ein Home Stay, eine Privatvilla oder eine 6* Suite, nicht alleine das Budget entscheidet über die Art der Unterkunft.

Home Stay im Hinterhof

Tut es das Homestay im Hinterhof?

Klein aber fein

Oder doch das kleine Hotel in der Seitenstraße?

Bungalow

Oder sollte es schon ein eigener Bungalow sein?

Privatvilla

Vielleicht sogar die Privatvilla inklusive  Gärtner?

Was für mich wichtig ist

Es spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass man sich vorher genau überlegen muss, worauf es einem persönlich ankommt. Bei mir haben sich im Laufe meines Aufenthalts die Auswahlkriterien bereits so stark geändert, dass es mir mittlerweile schon fast egal ist, wo ich schlafe. Hauptsache kostenloses W-Lan ist im Preis inbegriffen.

Was mir einmal wichtig war

Anfangs war es mir noch wichtig, dass es eine Klimaanlage sowie warmes Wasser gibt, aber mal ganz ehrlich: Wenn es tagsüber total heiss ist, hält man sich sowie nicht im Zimmer auf, und wenn es dann abends kühler wird, kann ich mittlerweile auch wunderbar mit einem Ventilator schlafen. Warmes Wasser ist zwar ab und zu in Ordnung, aber bei der Hitze, die in Asien herrscht, ist eine kalte Dusche einfach nur wunderbar. Wenn man eine warme Dusche möchte, dann duscht man einfach am Nachmittag, wenn die pralle Sonne die Wassertanks aufheizt. Aber Vorsicht, damit man sich nicht verbrüht.

Jeder hat seinen eigenen Wasserturm

Wenn den ganzen Tag die Sonne auf die Tanks scheint, ist das Wasser brühend heiss

Einfach drauf los

Wenn es einem nichts ausmacht, mit seinem gesamten Gepäck durch die Mittagshitze zu spazieren, um das richtige Zimmer zu finden, dann kann man das machen. Ob man so jedoch das richtige Zimmer findet, ist dann eine Frage des Durchhaltevermögens. Früh am Morgen ist das vielleicht noch möglich, doch in der prallen Mittagssonne bin ich persönlich dann froh, wenn ich endlich einen Platz habe, wo ich meinen Rucksack abstellen kann und mich vom Schweiss befreien kann. Wenn ich am Abend ein Zimmer suchen muss, bin ich meistens bereits den ganzen Tag unterwegs gewesen. Auch dann bin ich eigentlich froh, wenn ich endlich mein Gepäck ablegen und mich duschen kann. Am besten man bezahlt dann nur für eine Nacht und nutzt die Unterkunft als Basis zur Wahl des richtigen Zimmers.

Vorteile von Onlineportalen

Natürlich stehen auch noch die diversen Onlineportale zur Verfügung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man über diese Portale die meisten Zimmer sogar günstiger bekommen kann, als wenn man direkt vor Ort nach dem Preis fragt. Manchmal kann man sich noch zusätzlich Geld sparen, wenn es beispielsweise einen kostenlosen Airport-Shuttle gibt, oder man mit einem Klick und ohne Aufpreis noch Frühstück dazu buchen kann. Diese Onlineportale sind auch ein Grund, warum ich immer kostenloses W-Lan bei meiner Unterkunft dabei haben möchte.


Bewertungen richtig beurteilen und filtern

Falls ich über ein Onlineportal ein Zimmer buche, dann sehe ich mir auch die Bewertungen zu der Unterkunft an. Diese Bewertungen sind eigentlich der Grund, warum ich gerade diesen Blog schreibe. Es ist immer wieder faszinierend, diese Bewertungen zu lesen. Wie man dadurch das richtige Zimmer findet, ist mir bisher ein Rätsel. Ich lese mir die ersten zehn Bewertungen durch, dabei finden sich welche, in denen steht: Das Personal war total unfreundlich. Gleich darunter stehen Bewertungen in denen das Personal ständig ein Lächeln auf den Lippen hatte und bei jedem Problem geholfen hat. Ein anderer schreibt, dass das Bad dreckig und abstoßend ist. Eine Seite weiter schreibt dann ein Gast, der nur drei Tage vorher seine Bewertung abgegeben hat, er habe noch nie so ein schönes Badezimmer in diesem Land gesehen. Cool finde ich auch die negativen Bewertungen über ein Hotel, in denen dann zu lesen ist: Das Wetter war viel zu heiss. Es war zu windig und die Wellen waren zu hoch. Was bitte hat das mit dem Zimmer zu tun? Die meisten deutschen Gäste geben eine negative Beurteilung ab, weil es beim Frühstück keine Wurst oder Käse gibt. Manche finden, das Zimmer ist in die Jahre gekommen und andere wiederum schreiben es ist OK. Wie man sieht, ist es am wichtigsten die ganzen Beurteilungen danach zu filtern, was einem persönlich für das richtige Zimmer für sinnvoll erscheint.

Bewertungen

Bewertungen filtern und richtig beurteilen

Manchen kann man es nicht recht machen

Ich weiss nicht, ob es den Leuten auffällt, das es Zimmer für 8 EUR die Nacht und 800 EUR für eine Nacht gibt. Man kann doch nicht erwarten, dass ich bei einer 8 EUR Unterkunft die selbe Ausstattung habe wie bei einem Luxusressort. Es gibt nunmal sehr selten einen Wasserkocher oder kostenloses Shampoo und Duschgel bei einem Zimmer in der untersten Preiskategorie. Ich verstehe auch nicht, warum sich Leute darüber beschweren dass es in einem Strandhaus, welches 15 Meter vom Meer entfernt ist, zu wenig Programme im Fernseher gibt. Aber diese Leute verstehen wahrscheinlich auch nicht, warum für mich kostenloses W-Lan wichtig ist. Warum man allerdings eine negative Bewertung darüber abgibt, weil es nachts auf dem Zimmer viel zu leise ist, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Vielleicht sollten diese Leute einfach das nächste mal in einer Diskothek buchen anstatt in einem Hotel.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Wie Ihr lesen könnt, ist es überhaupt nicht einfach, das richtige Zimmer zu finden. Jeder Mensch hat ein anderes Empfinden darüber, was er von einem Hotel erwartet. Ich erwarte mittlerweile nichts mehr, so kann ich so gut wie nicht enttäuscht werden. Ausser das angepriesene Internet funktioniert nicht, weil die Rechnung nicht bezahlt wurde. Da bin ich dann froh darüber, dass ich eine Pre-Paid Karte besitze, mit der ich mir zur Not eine andere Unterkunft suchen kann. Oder ich gehe abends los und klappere eine Unterkunft nach der anderen ab, lasse mir die Zimmer zeigen und frage die Gäste in der Lobby ob sie Internet haben.

Die Lobby

In der Lobby einfach mal die Gäste fragen, wie es ihnen gefällt

Alternativen zu den Onlineportalen

Wenn es einem nichts ausmacht, bei völlig fremden Menschen an der Haustür zu klingeln und nach einem Schlafplatz zu fragen, dann kann man das machen. Alternativ dazu gibt es neben den folgenden Möglichkeiten sicherlich auch noch weitere. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Couchsurfing

Reisebekanntschaften

Housesitting

Flughafen

Hängematte

In einem Schlafbus oder Schlafwagon reisen

Campingplatz

Ein Wohnmobil mieten oder kaufen

Zelten

Alternativ kann man auch mal Zelten. Equipment vorrausgesetzt.

Alternative

Hey, immerhin gibt es Matratzen und Kissen. Wer braucht da schon eine Wand?

Warum mir Malaysia besser gefällt als Indonesien

Wir sind jetzt bereits ein paar Wochen unterwegs und mittlerweile wurde ich bereits ein paar Mal gefragt, welches der beiden Länder mir besser gefällt. Und jedes Mal ist die Antwort die selbe: Malaysia!

Aber warum gefällt es mir hier so viel besser? Das Wetter kann es nicht sein, denn seit dem wir hier sind, regnet es fast jeden Abend. Hauptsächlich sind es die folgenden Gründe, warum mir Malaysia besser gefällt als Indonesien.

Darum gefällt mir Malaysia besser als Indonesien

Sauberkeit in Indonesien

Wenn man in Indonesien auf den Boden schaut, dann ist dort Dreck. Indonesien ist mir vorgekommen wie ein großer Mülleimer. Die Menschen dort scheren sich einen Dreck um ihre eigentlich wunderschöne Umwelt. Mülleimer sieht man dort so gut wie nirgendwo, stattdessen sieht man häufig am Strassenrand ein kleines Feuer brennen. Da dort so ziemlich alles verbrannt wird, was die Leute nicht mehr verwenden können, riecht es auch dementsprechend. Selbst auf dem höchsten Berg in 3700m liegen zahlreiche Plastikflaschen und Verpackungsmaterial herum.

Ein typisch indonesiches Bild

Eigentlich wollte ich dieses Affenbild gar nicht veröffentlichen, zu viel Müll liegt im Hintergrund herum. Doch für diesen Punkt ist es das perfekte Beispiel.

Statt dem Schild sollte dort ein Mülleimer sein

Statt dem Schild sollte dort ein Mülleimer stehen.

Sauberkeit in Malaysia

Wenn ich sagen würde, Malaysia wäre sauber, dann würde ich lügen. Aber es ist wesentlich sauberer als Indonesien. In Kuala Lumpur beispielsweise gibt es an jeder Strassenecke einen Mülleimer. Dort habe ich das erste Mal auf unserer Reise, Strassenfeger gesehen. Auch die zahlreichen Nationalparks, die wir bisher besucht haben, waren im großen und ganzen sauber. Ich habe nur ganz selten eine Dose oder Plastikflasche gesehen. Ich sollte mich allerdings selbst noch ein wenig umweltbewusster benehmen. Ich nehme zwar meinen eigenen Müll immer wieder mit, doch in Zukunft sollte ich eine leere Plastiktüte bei mir tragen, um die vereinzelten Dosen oder Plastikfaschen einsammeln zu können.

Mülleimer und grüne Oase

An jeder Ecke stehen Mülleimer. Und auch mitten in der Stadt gibt es grüne Oasen.

Menschen in Indonesien

Ohne Frage, die Menschen hier sind eigentlich alle freundlich und fast jeder lächelt. Aber in Indonesien ist es nahezu unmöglich, auf der Strasse entlang zu gehen, ohne angequatscht zu werden. Sei es ein Roller, Tücher oder Armbändchen. Die Leute lassen einen nicht einmal im Restaurant in Ruhe und kommen an den Tisch und wollen einem irgendwas verkaufen. Wenn man an einem Stand vorbeigeht, an dem es etwas zu Essen gibt, wird man am Oberarm gepackt und in kaum verständlichen Englisch zugetextet. Englisch sprechen nur sehr wenige, aber zumindest was diesen Punkt betrifft, hatte ich den Eindruck, dass sich das in Zukunft ändern wird.

Man wird regelrecht belagert

Man wird regelrecht belagert, egal ob am Strand oder im Restaurant.

Menschen in Malaysia

Auch hier sind nahezu alle Menschen freundlich und lächeln. Doch wenn man hier die Strasse entlang geht, wird man höchstens freundlich gegrüßt. Dann grüßt man freundlich zurück und kann in aller Ruhe weitergehen. Nur wenn man stehen bleibt und planlos umherschaut, kommt jemand und versucht weiterzuhelfen. Ich habe das Gefühl als würde hier jeder Englisch sprechen können. Auch die ältere Generation kann sich verständlich ausdrücken. Ich wurde hier noch nie bedrängt oder von fünf, sechs Leuten auf einmal belagert, wenn ich mich hinsetze. Wenn man nicht gestört werden möchte, wird man in Ruhe gelassen. Sucht man das Gespräch, kann man sich stundenlang unterhalten.

Die Preise in Indonesien

Dieser Punkt hat mich in Indonesien gegen Ende unseres Aufenthalts bereits so sehr genervt, dass wir bereits vor Ablauf unseres Visa das Land verlassen haben. Denn Preise in Indonesien gibt es so gut wie gar nicht. Nur in Supermärkten und manchen Restaurants stehen die Preise. Ansonsten wird man zuerst von unten nach oben begutachtet, und je nachdem wie man aussieht, bekommt man irgendeinen Preis genannt. Dazu kommt, dass die Leute richtig sauer werden, wenn man nicht mit ihnen verhandelt. Wenn man eine Tour bucht und sich auf der Tour dann mit den anderen Teilnehmern unterhält, gibt es garantiert niemanden, der den selben Preis bezahlt hat, wie man selbst.

Die Preise in Malaysia

Man kann sich kaum vorstellen, wie es nach fünf Wochen Indonesien ist, ein Preisschild zu sehen. Hier in Malaysia ist alles mit einem Preisschild versehen. Wenn man im Hotel seinen Aufenthalt verlängern möchte, wird man sogar darauf hingewiesen, online zu buchen, weil es billiger ist. Lediglich in China Town in Kuala Lumpur muss man mit den Verkäufern verhandeln. Ansonsten bezahlt jeder, egal ob In- oder Ausländer, den selben Preis. Lediglich in den Nationalparks bezahlen Ausländer den doppelten Preis, den ein Einheimischer bezahlt, doch zum Einen finde ich das völlig legitim, und zum Anderen steht das auf der Preisliste, die fast immer in englischer Sprache aushängen.

Was mir in Malaysia ebenfalls besser gefällt als Indonesien

Wie Ihr bereits mitbekommen habt: Die Internetverbindung! Nicht nur, dass man in Malaysia in nahezu jedem Bus und öffentlichen Gebäude, in Reinigungen und Banken, in Kneipen und Unterkünften kostenloses Internet zu Verfügung hat – es ist auch noch um Welten schneller als in Indonesien.

Ein weiterer nicht unwesentlicher Punkt ist die Tatsache, dass man in Malaysia weder bei der Einreise, noch bei der Ausreise etwas bezahlen muss. In Indonesien dagegen muss man bei der Einreise für das Visa 35 US$ pro Person bezahlen und bei der Ausreise, noch einmal 21 US$ pro Person für Steuern. Das empfand ich persönlich als eine echte Unverschämtheit. Und wehe man hat kein Bargeld mehr, dann kostet die Abhebung an den aufgestellten Geldautomaten plötzlich 10 US$ und ist nicht mehr, wie sonst, kostenlos.

Mein letzter und auch nicht unwesentlicher Punkt ist die Tatsache, dass es hier ein gut ausgebautes Verkehrsnetz gibt. Im Vergleich zu Indonesien muss man in Malaysia nicht den Großteil seines Budgets für Transporte ausgeben.

Mülleimer und Busbahnhof

Selbst mitten in der Nacht fahren die öffentlichen Verkehrsmittel. Und auch hier wieder zu sehen: Ein Mülleimer

Zusammengefasst kann man sagen, Malaysia ist viel westlicher als Indonesien. Und das finde ich als verwöhnter Deutscher gut. Natürlich ist das nur meine Meinung und jemand anderes findet es vielleicht toll, selbst für eine Flasche Wasser herum zu handeln, aber mein Ding ist das nicht. Ebenso wenig möchte ich in meinem Urlaub ständig belästigt werden. Wenn ich etwas möchte, dann bezahle ich den Preis, der ausgeschrieben ist. Wenn mir das zu teuer ist, dann kaufe ich es nicht. Mein Geld lasse ich sowieso hier, doch in Malaysia habe ich das Gefühl, es dafür auszugeben, wofür ich möchte.

Die letzten Tage in Indonesien auf Flores

Endlich war die 4-Tages Tour nach Komodo zu Ende. Alles in allem war das wirklich ein super Trip. Doch jetzt war ich froh darüber, endlich vom Kutter herunter zu kommen, und wieder festen Boden unter meinen Füßen zu spüren. Gemeinsam mit drei Spaniern sind meine Lebenspartnerin und ich vom Hafen in Richtung Innenstadt von Labuan Bajo gegangen, um uns eine Unterkunft zu suchen. Die Spanier hatten bereits eine Reservierung, und wir wollten ebenfalls in der gleichen Unterkunft einchecken, da sich der Preis von 450.000 Rupien ganz vernünftig angehörte. Auf dem Weg zum Hotel sind wir an vielen weiteren Hotels vorbeigegangen. Am Hotel Orange stand beispielsweise, dass es kostenloses W-Lan auf den Zimmern gibt, und meine Lebenspartnerin und ich haben uns dort ebenfalls ein Zimmer angesehen und den Preis erfragt, um einen Vergleich zu haben. Die Hotelbesitzerin wollte 250.000 Rupien für das Zimmer, doch weil es dort kein warmes Wasser gab, und wir mit den Spaniern gemeinsam in ein Hotel gehen wollten, sind wir weiter gegangen. Am Hotel der Spanier angekommen, stellte sich allerdings heraus, dass deren Reservierung absolut keine Gültigkeit hatte, denn das reservierte Zimmer war bereits vergeben. Es gab nur noch ein Doppelzimmer. Die drei Spanier konnten allerdings ein zusätzliches Bett in das Zimmer stellen lassen, so dass wenigstens die drei eine Unterkunft für diese Nacht hatten. Also sind meine Lebenspartnerin und ich wieder zurück zum Hotel Orange gegangen und wollten ein Zimmer dort nehmen. Auf dem Weg dorthin ist uns ein Italiener auf einem Roller entgegen gekommen, der Flyer für sein neu eröffnetes Hotel verteilte. Es gab ein Promotionangebot, bei dem die Nacht 85.000 Rupien pro Person kostete. Wir haben den Flyer mitgenommen und haben uns zum Hotel Orange begeben. Dort kostete das Zimmer dann plötzlich nicht mehr 250.000 Rupien sondern 300.000 Rupien, und Frühstück gab es auf einmal auch keines mehr. Also machten wir uns auf zum Hotel des Italieners.

Das Homestay lag ganz oben auf einem Berg, und wir mussten mit unserem gesamten Gepäck dort hoch gehen. Immer steiler wurde der Weg und die Treppenstufen immer höher. Schweißgebadet sind wir am Bajo View Hotel angekommen. Das Hotel war allerdings kein Hotel im herkömmlichen Sinn, denn die Zimmer sind Stoffzelte, die einen Holzboden hatten, auf dem zwei Matratzen lagen. Der Hotelschlüssel öffnete keine Tür sondern ein Schloss, mit dem man den Reißverschluss an einer Öse absperren konnte. Im Freien befanden sich ebenfalls Waschbecken, Toiletten und die Duschen. Diese konnte man jedoch nur morgens und abends zwischen sechs und neun Uhr benutzen. Auf Flores ist Wasser nämlich sehr wertvoll, da es dort kein fließendes Wasser gibt. Das Wasser muss zu jedem Haus erst mit einem LKW geliefert werden. Auf jedem Grundstück in Flores steht daher mindestens ein großer Wassertank. Von der Terrasse des Hotel Bajo View hatte man eine sehr schöne Aussicht auf den Hafen von Flores.

Das Hotel Bajo View

Das Hotel Bajo View auf Flores in Indonesien

Aussicht vom Hotel

Aussicht vom Hotel Bajo View

Noch am selben Abend haben wir uns dann mit den restlichen Teilnehmern unserer Komodo-Tour im Restaurant „Made in Italy“ getroffen. Nach einem Blick auf die Speisekarte haben wir uns allerdings dazu entschieden, den lokalen Fischmarkt aufzusuchen. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn dort waren direkt neben dem Hafen Stände, an denen man sich seinen frischen Fisch aussuchen und auch gleich grillen lassen konnte. Ich hatte noch die Preise von Gili Trawangan vor Augen, wo man für 100g Fisch 100.000 Rupien bezahlen musste. Hier auf dem Fischmarkt von Flores haben wir nicht einmal 100.000 Rupien pro kg bezahlt. Im Preis inbegriffen waren bereits zwei Portionen Reis sowie ein Teller mit frischem Gemüse und ein Teller mit gebratenem Gemüse. Yammi Yammi. Mit vollem Bauch sind wir dann wieder zurück zu den anderen gegangen und haben bis spät in Nacht zusammen gefeiert.

Fischmarkt auf Flores

Auf dem Fischmarkt in Flores gab es frischen Fisch…

Fischmarkt auf Flores

…dieser wurde dann auf offenem Feuer gegrillt

Fischmarkt auf Flores

Ein Verkaufsstand neben dem anderen…

Fischmarkt auf Flores

…steht bereit um die hungrigen Leute zu verköstigen

Am nächsten Morgen habe ich in unserer Unterkunft mitbekommen, dass die Angestellten meine Kleidung, die ich tags zuvor weggeworfen hatte, aus dem Mülleimer gefischt hatten. Alte, verdreckte Schlappen, die bei längerem Gehen die Zehen blutig reiben und ein verschwitztes T-Shirt. Die Leute haben mir so leid getan, dass ich ihnen noch ein paar Schuhe, die ich nur sinnlos mit mir herumschleppe, sowie zwei weitere T-Shirts, die ebenfalls für den Müll bestimmt waren, geschenkt habe. Danach sind wir in das Zentrum von Flores gegangen, um eine Verbindung nach Bali zu bekommen. In Bali wollten wir ursprünglich noch so lange bleiben bis unser indonesisches Visa ablaufen würde. Wenn man von Flores nicht nach Bali fliegen möchte, dann kann man mit Fähren und Bussen ebenfalls dorthin gelangen. Allerdings dauert die Fahrt insgesamt 26 Stunden und man muss mehrmals das Transportmittel wechseln. Für alle Transporte hätten wir bei einer Tourist-Information 750.000 Rupien, also 50 EUR pro Person bezahlen müssen. Selbst wenn wir alle Tickets selber gekauft hätten, hätten wir wahrscheinlich insgesamt auch nicht weniger bezahlt, da wir bei jedem einzelnen Ticket erst wieder verhandeln hätten müssen, und darauf hatten wir ehrlich gesagt keine Lust. Also haben wir uns nach Flugtickets umgesehen und sind relativ schnell fündig geworden. Der Flug nach Bali würde nur etwas über eine Stunde dauern und kostete bei kurzfristiger Buchung knapp 1.200.000 Rupien pro Person. Nachdem wir in Bali dann abermals einen Transport zu einem Hotel gebraucht hätten, und dort sowieso nur noch ein paar Tage verbracht hätten, um uns anschließend wieder zum Flughafen bringen zu lassen, haben wir uns erkundigt, was ein Anschlussflug nach Kuala Lumpur kosten würde. Der knapp vier Stunden lange Flug kostete pro Person 585.000 Rupien. Wir mussten also nicht lange überlegen und haben diesen Flug sofort zugesagt und unsere Tickets direkt vor Ort gekauft. Da der Flug erst am nächsten Tag ging, haben wir unseren Aufenthalt in Flores um einen Tag verlängert und uns in unserem Hotel erkundigt, was wir denn noch mit diesem angebrochenen Tag so anfangen könnten. Die Möglichkeit, sich für 50.000 Rupien pro Person ein Poolticket in einem Luxushotel zu erwerben, indem nebenbei auch noch W-Lan zur Verfügung steht, hat uns am besten gefallen. Nach einem Monat Meerwasser war der Aufenthalt dort eine willkommene Abwechslung. Dabei ist dann das erste Mal auf Flores echtes Urlaubsfeeling aufgekommen. Der Weg zum Pool führte vorbei an einem Koikarpfenteich und der Ausblick war fantastisch. Ausserdem konnten wir uns dann auch gleich noch eine vernünftige Unterkunft in Kuala Lumpur suchen und buchen, denn das W-Lan dort war für indonesische Verhältnisse wirklich gut. Am Abend sind wir dann wieder zum Fischmarkt gegangen und haben uns noch einmal frischen Fisch gegönnt.

Koi Karpfen

Der Koikarpfenteich vom Hotel Bintang Flores

Der Hotelpool

Endlich mal in salzfreiem Wasser schwimmen

Urlaubsfeeling am Hotel Bintang Flores

Dort kam das erste Mal auf Flores richtiges Urlaubsfeeling auf

Für den nächsten Tag haben wir uns, obwohl der Flughafen nur etwa 15 Minuten von unserem Hotel entfernt ist, einen Fahrer zum Flughafen bestellt, denn bei 40.000 Rupien, also umgerechnet knapp 3 EUR, kann man sich den Fußmarsch in der Morgensonne wirklich sparen. Ausserdem schleppen wir immer noch viel zu viel Gepäck mit uns herum und verschwitzt im Flieger zu sitzen ist weder für uns noch die anderen Fluggäste angenehm. Als unser italienischer Hotelbesitzer uns mit unseren ganzen Gepäck gesehen hat, hat er mir noch den Tipp gegeben, mich nicht Backpacker sondern Everywherepacker zu nennen, da ich sowohl vorne als auch hinten einen Rucksack mit mir herumschleppe. Um 7.00 Uhr wurden wir von unserem Fahrer abgeholt und pünktlich um 8:35 Uhr ist dann unser Flieger abgehoben, und wir haben nach ziemlich genau einem Monat Indonesien verlassen, um uns nun ein wenig Malaysia anzusehen. Ich freue mich schon auf Kuala Lumpur und die Tatsache, endlich mal wieder anständiges Internet zu haben.

Flughafen von Flores

Am Flughafen von Flores ist nicht wirklich was los

4-Tages Tour nach Komodo

Tour nach Komodo: Tag 1

Am ersten Tag mussten wir bereits um 7:30 Uhr vor unserem Hotel auf den Fahrer warten, der uns nach Bangsal gebracht hat. Von dort aus sollte die 4-tägige Tour nach Komodo starten. Wir wurden wieder zur selben Touristen-Sammelstelle gebracht, wo wir bereits zwei mal gewesen sind. Sogar unsere Namen wussten sie dort noch. Allerdings haben sie sich gewundert, warum wir erst jetzt dort ankommen und nicht schon gestern Abend angereist sind, es sei doch schon viel zu spät. Verstanden habe ich diese Aussage nicht, denn von dort aus wurden wir etwa eine halbe Stunde später zu einer weiteren Touristen-Sammelstelle gebracht, wo bereits dutzende andere Touristen warteten, um ebenfalls die Komodo Tour anzutreten. Und es hat nicht danach ausgesehen, als würde der Trip gleich losgehen. Fast drei Stunden haben wir dort gewartet und niemand konnte sagen, wann es losgehen würde. Es hieß immer nur: „Gleich.” Also haben wir auch nichts zu essen bestellt, doch eigentlich hätten wir uns denken können, dass in Indonesien „Gleich“ drei bis vier Stunden bedeutet. Als ich dann doch Hunger bekommen hatte, und mir etwas bestellen wollte, ging es dann los. Bereits vor der Abfahrt wurden wir gefragt, ob wir Getränke, Snacks oder Tabakwaren für die Tour benötigen, denn es gab dort lediglich die drei Mahlzeiten sowie Wasser. Bestellt haben wir nichts, in der Hoffnung, dass das dortige Essen und Trinken ausreicht. Von der Touristen-Sammelstelle sind wir dann zu Fuß zum Hafen gegangen und wurden in zwei verschiedene Kutter eingeteilt. Ich bin froh, dass wir erst später dort angekommen sind, denn so landeten wir auf Kutter Nummer Zwei, der irgendwie stabiler und ein bisschen größer ausgesehen hat als der Erste. Ausserdem haben sie diesen Kutter nicht mehr ganz voll bekommen und wir hatten freie Wahl, was unseren Schlafplatz angeht. Bevor man die Reise antritt und bezahlt, konnte man zwischen Deck und Kabine wählen. Für die 4-Tages Tour auf dem Deck bezahlt man regulär 1.750.000 Rupien, für eine Kabine muss man 2.500.000 Rupien bezahlen. Aber ich denke es macht überhaupt gar keinen Unterschied, ob man nun auf dem Deck oder in der Kabine schläft. In der Kabine hat man eine etwas größere Matratze und man kann eine Schiebetür hinter sich zu machen. Auf dem Deck schläft man auf einer kleineren Matratze mit allen anderen Gästen. Und das ist auch schon der Unterschied. Alle essen das selbe Essen, alle gehen auf die selbe Toilette, alle haben den selben Geräuschpegel und alle haben den selben Wellengang. Wir haben das Deck gebucht, da wir der Meinung sind, dass der erhebliche Aufpreis nicht gerechtfertigt ist.

Wir waren auf dem rechten Kutter

Wir waren auf dem rechten Kutter

Schichtvulkan Rinjani

Zu begin der Tour nach Komodo sind wir am Schichtvulkan Rinjani vorbeigetuckert

Wir haben uns nur kurz mit ein paar anderen Passagieren unterhalten, da gab es bereits die erste Mahlzeit. Am Boden wurde eine große Decke ausgelegt und darauf standen mehrere Platten mit unterschiedlichen einheimischen Gerichten, reichlich Reis, sowie eine Platte mit Wassermelonen. Es war auf jeden Fall reichlich zu Essen vorhanden und alle machten einen gesättigten Eindruck. Nach ein paar Stunden Fahrt legte der Kutter noch einmal an einem Hafen an, an dem noch zwei weitere Passagiere zu uns gestoßen sind, bevor die Fahrt dann wieder weiter ging. Doch schon kurze Zeit später sind wir wieder stehen geblieben und haben geankert. Alle haben sich gewundert, warum wir stehen geblieben sind, und als Antwort bekamen wir zu hören: „Jump, jump, go swimming.“ Also sind wir alle vom Kutter aus ins Meer gesprungen und haben uns abgekühlt und sind an den schwarzen Sandstrand geschwommen. Die Abkühlung hat richtig gut getan, und manche haben die Situation sogar genutzt, um sich die Haare zu shampoonieren und sich zu waschen. Als auch der letzte keine Lust mehr auf schwimmen hatte, sind wir wieder weiter gefahren.

Essen auf unserm Kutter

Obwohl es genug gab, haben sich sofort alle wie die Geier auf das Essen gestürzt

Den Nachmittag haben wir dann damit verbracht, uns mit den anderen Passagieren zu unterhalten, die Aussicht auf den Rinjani und den Sonnenuntergang zu genießen. Als dann die ersten Leute ihre Chips, Kekse und Ähnliches hervorgeholt haben, bekamen auch wir wieder Hunger. Lange hat es nicht gedauert, dann gab es wieder eine Mahlzeit auf dem Unterdeck. Wir saßen dann noch ein paar Stunden gemütlich zusammen, bis wir gegen 22:00 Uhr unsere Schlafplätze aufgesucht haben. Der erste Tag war somit vorbei und wir waren gespannt, wie es morgen weiter gehen würde.

Sonnenuntergang Tag 1

Sonnenuntergang am ersten Tag der Tour nach Komodo

Tour nach Komodo: Tag 2

Die ganze Nacht ist unser Kutter langsam aber sicher dem Sonnenaufgang entgegen gefahren. Als die Motoren ausgingen, erwartete uns bereits das Frühstück, das allerdings nur aus zwei Scheiben Toast mit Marmelade bestand. Kaum hatten wir den letzten Bissen vertilgt, schnappten wir unsere Taucherbrillen und Schnorchel und sind ins Meer gesprungen. Endlose Korallenbänke und eine Vielzahl an Fischen waren direkt unter unserem Kutter. Schnorchelnd sind wir dann Richtung Strand von Moyo geschwommen, um das nächste Highlight unserer Tour zu erkunden. Wir sollten uns einen Wasserfall anschauen, wofür wir etwa 15 Minuten durch einen Wald spaziert sind. Als wir dort angekommen sind, waren wir mehr als enttäuscht. Denn alles was da zu sehen war, war ein kleines Rinnsal, dass einem paar Meter hohen Berg herunterlief.

Das Rinnsal auf Moyo

Das Rinnsal auf Moyo

Wir sind dann alle dem Ursprung des Wasserfalls gefolgt und den Hügel hoch geklettert, denn dort sollte angeblich ein kleiner See sein, der angeblich 15 Meter tief sein sollte. Oben angekommen wartete die nächste Enttäuschung, denn der See war eher ein Loch mit etwa zwei Meter Durchmesser. Das Wasser war dunkel und dreckig, trotzdem sind ein paar Verrückte auf den Baum geklettert, dessen Äste direkt über diesem Loch endeten und sind in das Dunkle nichts gesprungen. Wir haben dann schnell wieder kehrt gemacht und sind zurück an den Strand gegangen, haben uns unsere Schnorchelausrüstung geschnappt und haben das wirkliche Highlight von diesem Halt genossen. Für mich ist es immer wieder faszinierend, wie viele Fische sich dort unten im Meer tummeln. Die Farben, welche die Natur hervorbringt, faszinieren mich total. Ein paar Stunden später ging es dann wieder weiter zum nächsten Highlight unserer Komodo Tour.

Auf nach Komodo

Auf der Tour nach Komodo waren viele kleine Inseln zu sehen

Nach dem Mittagessen sind wir abermals Richtung Strand der Insel Satonda geschnorchelt. Dort gab es zum Einen einen kleinen Shop, wo man ein paar Getränke und Snacks kaufen konnte. Diese wurden dann von der Crew mit einem kleinen Boot auf den Kutter gebracht. Wir haben uns in der Zwischenzeit über einen gepflasterten Weg, der links und rechts mit Korallen verziert war, zu einem Salzsee in der Mitte der Insel aufgemacht. Ohne jegliche Erwartungen wurden wir dieses Mal allerdings positiv überrascht. Bereits als wir die paar Treppen, die wir vor uns hatten, bestiegen haben, erstreckte sich ein riesiger Salzsee vor uns, der von grünen Hügeln umgeben war. Das Wasser war dunkelblau, fast schon schwarz und relativ warm.

Satonda

Schnorchelnd ging es zum Strand von Satonda

Salzsee auf Satonda

Der Salzsee auf Satonda

Als sich die ersten Passagiere wieder zurück Richtung Strand gemacht haben, sind wir ebenfalls hinterher, um noch möglichst lange Schnorcheln zu können, bevor unser Kutter wieder weiterfährt. Große blaue Seesterne und Fische, die offensichtlich die Orientierung verloren hatten, da sie senkrecht im Wasser schwommen, waren das Highlight dieses Stopps. Danach waren wir wieder unterwegs. Ein Highlight gab es allerdings noch, das im Tour-Guide gar nicht beschrieben ist. Denn als es bereits stockfinster war, konnte man an der Seite des Kutters lumineszierendes Plankton erkennen, das aussah als wären tausende kleine Glühwürmchen im Wasser, die unseren Kutter, der sich durch das Meer schnitt, hell erleuchten. Doch egal welche Einstellung ich mit meiner Kamera auch gewählt habe, es war mir leider unmöglich, dieses Naturschauspiel auf einem Bild festzuhalten. Bis spät in die Nacht saßen wir an der Reling und haben in das funkelnde Wasser geschaut, bevor wir uns wieder auf unsere Matratze an Deck gelegt haben.

Sonnenuntergang Tag 2

Der Sonnenuntergang am Tag auf unserer Tour nach Komodo

Tour nach Komodo: Tag 3

Auf dem Weg nach Komodo sind wir heute für etwa eine Stunde vor einer Insel stehen geblieben und durften mal wieder schnorcheln. Das Vergnügen währte allerdings nur kurz, denn an dieser Stelle waren wirklich viele Quallen. Schon nach ein paar Minuten habe ich das Meer wieder verlassen und habe mir auf dem Bug des Kutters ein Sonnenbad gegönnt. Nachdem auch der letzte bemerkt hatte, dass es dort nur so von Quallen wimmelte, ging es weiter zum nächsten Highlight des Tages. Ein Ort vor einer Inselkette, an dem man mit Mantarochen schnorcheln kann. Als wir uns dem Ort genähert haben, wurde die gesamte Crew unruhig, sie liefen wie aufgescheuchte Hühner den Kutter auf und ab, bis dann plötzlich einer anfing zu schreien:“Manta, Manta“ und er meinte nicht den Film, sondern die drei bis vier Meter großen Flecken, die man vom Boot aus erkennen konnte. Sofort sind wir ins offene Meer gesprungen, um mit den Mantas zu schnorcheln.

Wo sind die Mantas

Auf der Suche nach den Mantas

Klare sicht bis zum Grund

Das Meer dort war Glasklar und man konnte bis an den Grund sehen

Ich persönlich bin aber anscheinend immer an der falschen Stelle gewesen, ich habe keinen einzigen Manta durch meine Taucherbrille sehen können. Meine Lebenspartnerin und alle anderen hatten mehr Glück, und konnten gemeinsam mit den Mantarochen schwimmen und schnorcheln. Ich war wirklich sehr enttäuscht, als wir bereits nach 15 Minuten wieder weitergefahren sind. Es wird mir für immer ein Rätsel bleiben, warum wir von dort so schnell wieder verschwunden sind. Auch warum der Kutter ständig hin und her gefahren ist, und nicht einfach eine Stunde lang an der selben Stelle geblieben ist, kann ich nicht verstehen. Unser nächster Halt war jetzt aber endlich die Insel Komodo. Das wir auf der Insel 50.000 Rupien bezahlen mussten, um Fotos machen zu dürfen, war Anbetracht dessen, dass uns gesagt wurde, in der Tour sei alles inbegriffen, meiner Meinung nach unverschämt. Auch wenn es umgerechnet nur etwa 3 EUR waren, war ich in diesem Moment doch etwas verärgert. Teilweise noch enttäuscht von der viel zu kurzen Zeit, die wir bei den Mantas verbracht haben, aber auch deshalb, weil uns gesagt wurde, dass alles inklusive sei, habe ich mich einfach nicht in die Reihe zum Bezahlen der Kameragebühr angestellt. Das ich dafür nicht bezahlt habe, hat am Ende sowieso keinen interessiert. Nach einer kurzen Einführung sind wir dann gemeinsam mit mehreren Guides, die lediglich mit einem Stock bewaffnet waren, losgegangen. Nach wenigen Minuten sind wir dann auf zwei Komodo-Warane gestoßen, die wie versteinert herumgelegen sind. Einigen der Teilnehmern war anscheinend nicht ganz klar, dass diese Urechsen einen tödlichen Bakteriencocktail im Maul haben, der nach einem Biss zum Tode führen kann, wenn er nicht innerhalb kürzester Zeit behandelt wird. Und die bis zu 30 km/h, die ein Waran auf kurzen Strecken zurücklegen kann, muss man selbst erstmal erreichen, wenn man vor ihnen flüchten möchte. Bis auf wenige Meter haben sich einige Verrückte an den Guides vorbei, an die bis zu drei Meter langen Echsen angenähert.

Baumkrone

In den abgestorbenen Baumkronen wachsen die Komodowarane auf

Abgemagerter Komodo Waran

Gerade weil dieser Waran wirklich abgemagert ausgesehen hat…

Lebensmüde

…fand ich diesen Kerl hinter dem Baum absolut Lebensmüde

Ich persönlich habe immer geschaut, das zumindest immer ein Guide mit seinem Stöckchen zwischen mir und den Waranen gewesen ist. Für mich war es ziemlich furchteinflößend, so nah an diesen Tieren zu sein. Das einer der Guides nichts besseres zu tun hatte, als mit seinem Handy herum zu spielen, hat mir auch nicht das Gefühl gegeben, mich sicherer zu fühlen.

Der Guide nimmt seinen Job nicht ernst

Der Guide nimmt seinen Job wohl nicht so ernst

Ich war dann ehrlich gesagt schon fast froh darüber, als wir die Warane verlassen haben und weiter gegangen sind. Nach einer kurzen Wanderung durch den Komodo Nationalpark, hatten wir dann noch die Möglichkeit Souvenirs einzukaufen. Als es bereits dunkel wurde, haben wir Komodo verlassen. Das war dann auch der letzte Stopp für diesen Tag und es ging die ganze Nacht weiter in Richtung Rintja.

Tour nach Komodo: Tag 4

Am Vormittag sind wir in Rintja angekommen. Auf dieser Insel gibt es ebenfalls noch frei lebende Komodo-Warane, sowie verschiedene Schlangenarten, darunter die giftigsten Schlangen der Welt, wie Kobras, Grubenottern und grüne Baumvipern. Dieses Mal hatten wir wirklich einen fantastischen Guide, der zum Einen sehr gut Englisch konnte, und zum Anderen wirklich viel über die Komodo-Warane sowie die Schlangen auf dieser Insel wusste und zu erzählen hatte. Nach ein paar Minuten hat sich eine Teilnehmerin unserer Gruppe ihren Fuß an einem Stein gestoßen. Sie hat geblutet und sich deshalb an der Basisstation verarzten lassen und uns auch nicht weiter begleitet. Warum ich das erzähle? Um zu erklären, was für einen starken Geruchssinn diese Warane haben, doch dazu gleich mehr. Die restliche Gruppe ist weiter gegangen und nach etwa 500m haben wir eine Stelle erreicht, an der wir gleich sieben Warane auf einmal zu sehen bekommen haben. Warum wir angesichts der vielen tödlichen Schlangenarten noch etwa eine Stunde weiter über die Insel gelaufen sind, schiebe ich jetzt mal auf den Gruppenzwang. Als wir nach unserem Rundgang wieder an der Stelle mit den den vielen Waranen angekommen sind, mussten wir alle noch einmal Fotos und Videos machen. Bis sich dann einer der Warane langsam aufgerichtet hat und langsam aber zielsicher genau auf uns zu getrottet ist. Wir sind immer weiter zurückgewichen, aber der Waran ist genau weiter auf uns zu gegangen. Die Guides waren schon sichtlich beunruhigt und haben uns gebeten, keine schnellen Bewegungen zu machen.

Witterung aufgenommen

Dieser Artgenosse hat die Witterung unserer verletzten Teilnehmerin aufgenommen

Vor uns lagen einige Warane, links war die Basisstation, hinter uns Busch und rechts von uns ein kleiner Hügel. Als der Guide erkannt hat, dass sich der Waran Richtung Basisstation bewegt, wurden wir auf den kleinen Hügel geschickt. Wir waren dann alle sehr beruhigt, als der Waran uns nicht mehr verfolgt hat, sondern weiter Richtung Basisstation getrottet ist. Er muss wohl irgendeine Witterung aufgenommen haben.


Die Basisstation ist nur über Stufen zu erreichen und steht etwa einen Meter über dem Boden. Genau dorthin hat sich der Waran begeben. Ziemlich genau unter der Teilnehmerin, die sich eine Stunde vorher den Fuß verletzt hatte, ist der Waran dann stehen geblieben. Wir alle sind dann ebenfalls wieder zurück zur Basisstation gegangen und haben in sicherer Höhe gewartet, bis der Waran endlich wieder abgezogen ist. Ich war heilfroh, als wir die Insel dann endlich wieder verlassen haben und niemandem etwas Ernsthaftes zugestoßen ist. Trotzdem war es sehr beeindruckend live zu erleben, wie der Waran auf mehrere hundert Meter ein paar Tropfen Blut riechen konnte. Der nächste und letzte Halt unserer Tour war dann Flores. Dort haben sich am Abend alle Teilnehmer der Tour noch einmal getroffen, und wir haben alle gemeinsam gefeiert. Nur irgendwie schade, dass wir am Ende kein „We survived Komodo“ T-Shirt bekommen haben.

Das letzte mal Schnorcheln

Das letzte mal Schnorcheln, bevor es nach Flores ging

Alles in allem war diese 4-Tages Tour nach Komodo auf jeden Fall das Geld wert, auch wenn die eine oder andere Sache meiner Meinung noch zu verbessern oder zu optimieren wäre. Obwohl wir so lange mit wildfremden Leuten auf engsten Raum zusammen waren, haben wir uns alle untereinander sehr gut verstanden und sind super miteinander ausgekommen. Ich bin froh, dass wir nicht mit den feierwütigen Kids vom anderen Kutter zusammen waren, die am Tag 3 bis spät in die Nacht den Kutter in ein Partyschiff verwandelt haben. Trotzdem bin ich auch glücklich darüber, dass die Tour nach vier Tagen ein Ende hatte, und wir endlich wieder festen Boden unter den Füßen gespürt haben. Vor allem eine Dusche habe ich auf dem Kutter sehr vermisst.

Unsere Tour Gruppe

Abschiedsfoto unserer Tour Gruppe im Restaurant “Made in Italy” auf Flores

Gib dem Affen Zucker

Bevor es morgen auf unsere 4-Tages Tour nach Komodo geht, wollen wir heute in Kuta noch versuchen, ein paar Äffchen zu füttern. Ausserdem müssen wir noch herausfinden, wie wir wieder zurück nach Bangsal kommen, denn von dort aus startet unsere Komodo Tour. Siyol hat uns angeboten über seinen Touristenshop einen Shuttleservice dorthin zu besorgen. 175.000 Rupien pro Person war uns etwas zu viel, und wir haben mal wieder ein wenig verhandelt. Vor ein paar Tagen haben wir für die gleiche Strecke nur 250.000 Rupien für zwei Personen bezahlt, und nach einem kurzen Telefonat mit dem Fahrer bekamen wir auch diese Fahrt zum gleichen Preis. Nachdem wir nun alles für den Komodo Trip organisiert haben, konnten wir uns auf den Weg zu den Affen machen. Einen Roller haben wir uns heute nicht mehr ausgeliehen, weil man den Affenwald in einer guten halbe Stunde zu Fuß erreichen kann. Ausserdem wollte meine Lebenspartnerin noch ein wenig shoppen. Gleich im ersten Laden hat sie ein Kleidchen gefunden, das für 20.000 Rupien zwar vom Preis her in Ordnung war aber leider viel zu groß. Immerhin hatten wir eine Vorstellung darüber, was so etwas ungefähr kosten darf. Wir haben dann festgestellt, dass es in allen Shops, die wir aufgesucht haben, in etwa die gleichen Sachen gegeben hat. Identische Stoffe, Farben und Muster, nur die Preise waren von Laden zu Laden unterschiedlich. Das gleiche Kleid hat in einem Laden 80.000 Rupien gekostet, im nächsten 120.000 Rupien, dann wieder 90.000 Rupien und im nächsten wieder 110.000 Rupien. Ich war schon wieder einmal sichtlich genervt von dem ganzen Verhandeln und den immensen Preisunterschieden, welche die Verkäufer wild in der Gegend herumposaunten. Es ist absolut unmöglich in einen Laden zu gehen, zu fragen, was etwas tatsächlich kostet und es einfach zu kaufen, wenn es einem gefällt. Preisschilder sucht man vergeblich und nur um zu erfahren, was ein Kleid kostet, muss man 20 Minuten mit den Verkäufern verhandeln und diskutieren. Das geht mir gewaltig auf die Nerven, noch dazu will ich überhaupt gar kein Kleidchen haben. Am Ende haben wir dann 45.000 Rupien für das Kleid bezahlt, und ich hatte vom ganzen Verhandeln und Diskutieren schon einen trockenen Mund und mein Magen hat geknurrt. Wir haben uns dann in ein kleines Restaurant gesetzt.

1Std warten auf einen Salat

Im Warung Rasta haben wir 1Std auf unseren Salat gewartet

Dieses Mal war es kein einheimisches Restaurant sondern einen „Wir haben alles, von Pasta über Burger bis Traditionell“ Restaurant. Ich habe mir eine Coke Zero von der Karte bestellt – hatten sie nicht. Meine Lebenspartnerin wollte einen Avocadosalat von der Karte – hatten sie auch nicht. Immerhin mit einer Coke Light und einem Rasta-Salat sowie einem Griechischen Salat konnten sie dienen. Aber anscheinend mussten sie die Salate erst anpflanzen und warten bis man sie ernten konnte, denn wir haben fast eine Stunde auf unsere Salate gewartet, bis wir diese bekommen haben. An den vier anderen Gästen, die ebenfalls ungeduldig warteten, konnte es nicht liegen, dass es gar so lange gedauert hat, bis wir endlich einen Teller mit ein paar Salatblättern, Gurkenscheiben und Zwiebelringen bekommen haben, denn diese mussten ebenfalls außergewöhnlich lange auf ihr Essen warten. Salatdressing scheint in Indonesien ebenfalls ein Fremdwort zu sein. Dazu kam noch, dass man in diesem Restaurant nicht einmal die Möglichkeit hatte, sich in Ruhe zu unterhalten.

1L Tanken, 3 Armbändchenverkäufer

Nebenan haben Touristen 1L Benzin getankt, und wurden gleich von drei Armbändchenverkäufern belagert


Ständig kommt ein Straßenhändler vorbei, der einem irgendetwas verkaufen möchte. Wenn man sie fragt, ob sie nicht verstehen können, dass man hier einfach nur etwas essen möchte, dann schütteln sie den Kopf und verstehen plötzlich kein Wort Englisch mehr. Zu Fuß weitergehen, ohne dass man abermals belagert wird, ist ebenfalls unmöglich. Wenn man nicht auf einem Roller unterwegs ist, wird man alle paar Meter gefragt, ob man nicht einen Roller mieten möchte, ein Transportmittel benötigt oder irgendeine Tour kaufen möchte. Das mag am ersten Tag vielleicht noch witzig sein, aber irgendwann ist man leider einfach nur noch genervt.

Nachdem wir uns dann endlich durch den Wald an Verkäufern, Vermietern und Geld aus den Taschenzieher gekämpft hatten, hatten wir an einem abgeschiedenen Strandstückchen zumindest für ein paar Minuten unsere Ruhe, während wir darauf warteten bis die Affen vom Berg an den Strand kommen.

Auf diesem Berg leben die Affen tagsüber

Hier leben die Affen tagsüber…

Abends kommen die Affen an den Strand

…abends kommen die Affen an diesen Strand…

Der Strand ist nicht sandig, sonder kugelig

…der Strand ist nicht sandig, sonder kugelig


Ich weiss wirklich nicht, woran es liegt, dass ich solche Situationen magisch anziehe, denn kurz nach unserer Ankunft kamen zwei Einheimische mit drei Touristen an, die wie die Verrückten in der Gegend herumgeschrien haben. Ok, sie haben nur versucht, die Affen anzulocken und haben deshalb genau wie selbige herumgeschrien, aber ich verstehe das nicht ganz. Beatrice und ich konnten auch in aller Ruhe an Strand sitzen und einfach warten. Wenn es um Pünktlichkeit geht, dann kennen die Indonesier anscheinend keine Uhrzeit und haben kein Gefühl für Zeit im Allgemeinen, aber dort am Affenwald kommen sie an und fangen an zu schreien, und es kann ihnen nicht schnell genug gehen. Sie können nicht warten bis die Affen ihrem natürlichen Ablauf folgen. Aus diesem Grund war es mir dann eine Freude zu sehen, wie die Affen schnurstracks an den Einheimischen mit ihren Keksen und Chips vorbeigelaufen sind und zu Beatrice und mir gekommen sind, denn wir hatten frische, zuckersüße, gut riechende Bananen im Gepäck.
Es scheint zu Schmecken

Es geht nichts über frische, süße Bananen

Du bekommst Deine Banane schon

Die Affen sind, weil das kein Touristenort ist, wirklich sehr lieb und nicht aufdringlich

Zwei Affen unter sich

Zwei Affen unter sich


Da hat auch alles plärren und schreien nichts genutzt, und wir konnten in aller Ruhe den Affen eine Banane nach der anderen überreichen. Insgesamt sind drei Affen den Berg zu uns herunter gekommen, darunter auch ein kleines Babyäffchen. Doch man konnte sehen wir verängstigt und verschüchtert diese kleine Äffchen gewesen ist, nicht unbedingt wegen uns, sondern wegen den zwei größeren Äffchen, die dem Kleinen keine Chance ließen, sich von uns eine Banane geben zu lassen. Den Gesichtsausdruck des kleinen Äffchen werde ich nie vergessen. Vergessen habe ich in diesem Moment aber alle Verkäufer, Tourenanbieter und Rollerverleiher. Auch das ich über eine Stunde auf einen einfachen Salat gewartet habe, war mir in diesem Moment völlig egal. Unbezahlbar war dieses Erlebnis für mich und apropos bezahlen: Bezahlt haben wir nichts für dieses Erlebnis ausser der paar Cent für die vielen Bananen. Das war ein wirklich gelungener und unvergesslicher Abschluss unserer Woche in Kuta.

Unvergesslicher Gesichtsausdruck

Das Affenbaby hatte einen unvergesslichen Gesichtsausdruck


Mahun Beach in Kuta auf Lombok

Wie bisher jeden Morgen, werde ich wieder von Siyol begrüßt und gefragt, wie es mir geht. Er möchte wissen, was wir gestern so getrieben haben und was wir heute so vor haben. Die ganze Zeit lächelt er und macht einen ungemein glücklichen Gesichtsausdruck. Da meine Pre-Paid Karte aus mir unerklärlichen Gründen in Kuta nicht funktioniert, frage ich ihn, ob ich später einen Anruf tätigen kann, oder ob ich irgendwo telefonieren könnte. Ich erkläre ihm, dass wir in zwei Tagen eine Tour nach Komodo gebucht haben und ich herausfinden möchte, wie ich denn nun überhaupt wieder zurück zum Hafen komme. Er bietet mir sofort sein Mobiltelefon an und erwähnt ganz nebenbei, dass er ebenfalls Touren nach Komodo anbietet. Sein Laden ist ein paar Meter die Strasse hoch und ich könne bei ihm vorbeikommen, falls ich später noch irgendwelche Fragen habe. Also nicht nur das diese Großfamilie hier ein Hotel, einen Shop, eine Reinigung und einen Motorradverleih hat, sie haben auch noch ein Veranstaltungsbüro. Das ich meinen Roller auch gleich hier auftanken kann, verwundert mich daher überhaupt nicht mehr.

Meine Lebenspartnerin hat im Internet gelesen, dass es in der Mitte von Lombok einen Affenwald gibt, und ich frage Siyol, wie man dort am besten hinkommt. Er meinte, dass dieser Ort ziemlich weit weg ist, und die Fahrt mit dem Roller Stunden dauert. Wir sollen doch einfach am Strand links abbiegen, denn auch dort ist ein kleiner Wald, an dem nachmittags die Affen vom Berg kommen und am Strand abhängen. Ich könne sie füttern, und es sei auf keinen Fall gefährlich, und obendrein müsste man dort nicht mal Eintritt bezahlen, weil es ein frei zugängliches Gebiet ist. Gut zu wissen, denke ich mir, und merke mir seine Wegbeschreibung.

Der Fischer ist wohl Raucher

Ein kleines Fischerboot in der Bucht des Mahun Beach

Doch zuerst haben wir uns auf den Weg zum Mahun Beach gemacht. Um dort hin zu kommen, muss man etwa eine viertel Stunde mit dem Roller fahren. Die Parkgebühr für diesen Strand beträgt 10.000 Rupien. Als wir dort angekommen sind, war der Strand noch leer, und wir konnten dort die Zweisamkeit genießen, bis dann auch dort der erste Verkäufer anfing, uns langsam aber sicher auf die Nerven zu gehen. Ich habe wirklich nichts dagegen, mich mit Menschen zu unterhalten, aber diese aufdringliche Art, wie alle paar Minuten der Nächste und der Nächste und der Nächste und der Nächste und der Nächste kommt, geht mir langsam aber sicher auf die Nerven. Zu unserem Glück kam gegen Mittag eine Schulklasse an den Strand. Die Schulklasse bestand ausschließlich aus Mädchen im Alter von 16 Jahren, und sie waren an den Strand gekommen, um mit Hilfe der Touristen ihre Englischkenntnisse zu verbessern. Sie hatten sogar Buttons angesteckt auf denen stand: Please talk English to me! Und das haben wir dann auch gemacht. Stundenlang saßen wir gemeinsam im Schatten, haben uns mit ihnen auf Englisch unterhalten, gesungen und gelacht. Immer wieder haben sie uns gefragt, ob es OK sei, wenn sie sich noch weiter mit uns unterhalten, oder ob wir lieber alleine sein möchten. Wir haben uns wirklich gerne mit ihnen unterhalten, und wir waren gleichzeitig auch froh, denn während der gesamten Zeit hat uns kein einziger Verkäufer belästigt. Stattdessen kamen immer mehr von den Mädels zu uns und haben sich dazu gesetzt. Ich glaube am Ende ist die ganze Schulklasse bei uns gesessen. Irgendwann haben sie sich dann von uns verabschiedet, unsere Hände geschüttelt und die Mädels sind mitsamt ihren Schuluniformen ins Meer gesprungen. Das haben wir dann auch gemacht jedoch in Badekleidung, versteht sich.

Wie die Kinder stürzen wir uns die Wellen

Wie die Kinder stürzen wir uns die Wellen

Weglaufen bringt nichts

Weglaufen bringt nichts

Der Mahun Beach in Kuta auf Lombok hat einen wunderschönen, feinen Sandstrand und man kann ohne Bedenken barfuß ins Meer zum Baden gehen. Ich habe kein einziges Steinchen unter meinen Füßen gehabt, egal ob am Strand oder im Wasser. Nach ein paar Metern konnte man schwimmen, und wenn man nach unten ins klare Wasser geschaut hat, konnte man immer noch den feinen Sand am Boden erkennen. Die Bucht, in der sich der Strand befindet sieht aus wie gemalt. Gemeinsam mit meiner Lebenspartnerin, haben wir uns in die Wellen gestürzt und herumgetollt wie kleine Kinder. Viel zu schnell ging der Tag vorbei, und wir machten uns wieder auf den Weg zurück nach Kuta, um den Affenwald zu suchen, von dem uns Siyol am Morgen erzählt hat. Bis wir diesen aber endlich gefunden hatten, war es bereits dunkel, und wir haben uns dazu entschieden, morgen noch einmal hier her zum Affenwald zu kommen, um ein paar schöne Fotos zu machen.

Viel zu schnell ging der Tag vorbei

Viel zu schnell ging der Tag vorbei

(Motor)Radfahren verlernt man nie

Kaum aufgestanden, setze ich mich wieder auf die Terrasse, um meine E-Mails zu checken und um die Zugriffsstatistiken meines Blogs abzufragen. Sehr ernüchternd. Immerhin zeigt die Kurve heute wieder nach oben und ermutigt mich weiter zu machen. Nach ein paar Minuten kommt der Bruder des Hotelbesitzers um die Ecke und wünscht mir einen guten Morgen und fragt mich, wie es mir und meinem Muskelkater geht. Ich antworte mit: “Bagus“, dem indonesischen Wort für gut, und ich schieße auch noch gleich ein: “Apa Kabar?“ hinterher, was „Wie gehts?“ auf indonesisch bedeutet. Er lacht und freut sich über meine Worte, und beantwortet meine Frage ebenfalls mit „Bagus“, und setzt sich mit seiner Heckenschere auf den Boden und beginnt damit den Rasen zu stutzen. Dabei unterhalten wir uns ein wenig, und er fragt mich, was ich denn sonst noch so auf indonesisch weiss, und ich sage ihm die paar Happen auf, die ich bisher aufgeschnappt habe. Als ich Anfang zu zählen und nach der zwei schon wieder aufhöre zu zählen, muss er lachen und setzt sich zu mir auf die Terrasse und erklärt mir das indonesische Zahlensystem. Ein paar neue Wörter und Ausdrücke bekomme ich ebenfalls noch mit auf meine Reise durch Indonesien. Sein Name ist im übrigen Siyol. „Ganz einfach zu merken” meint er „see all“, ich denk nur an „Big Brother is watching you“ und sein Name brennt sich in meinen Kopf.

Indonesisch

1 – Satu
2 – Dua
3 – Tiga
4 – Ampat
5 – Lima
6 – Anam
7 – Tuju
8 – Delapan
9 – Sembilan
10 – Sepulo
11 – Seblas
12 – Duablas
13 – Tigablas
Das Wort blas steht nun immer für die 10, und mit den Zahlen 1 bis 9 kann ich jetzt bis 19 zählen. Für alle weiteren 10er Schritte verwendet man das Wort pulo, und setzt die Zahlen 1 bis 9 davor, also:
20 – Duapulo
30 – Tigapulo usw.
100 – Seratus
1000 – Seribu
Möchte man nun z.B. die Zahl 121 sagen, so setzt man sie aus dem bisher gelernten zusammen, also Seratus Duapulo Satu.
Nachmittag – Siang
Guten Abend – Salamat Sore
Gute Nacht – Salamat Malm
Bitte – Silakan
Und dir? – Dan anda?
Wie heißt du? – Siapa nama anda?
Ich heiße Peter – Nama saja Peter
Ob die Rechtschreibung korrekt ist, bezweifle ich stark, denn ich habe mir die Wörter alle nur so gemerkt, wie sie ausgesprochen werden.

Gestern Abend erzählten uns unsere Zimmernachbarn, dass sie sich ein Stück die Strasse hoch, einen Roller für 80.000 Rupien ausgeliehen haben. Ich frage Siyol, was hier im Hotel ein Roller pro Tag kostet. Siyol verlangt 50.000 Rupien pro Tag und zwei Helme sind natürlich auch mit dabei. Ich frage mich, warum die zwei Mädchen erst in der ganzen Stadt rumfragen, was ein Roller kostet anstatt zuerst hier zu fragen, aber OK. Da unsere Muskeln sich langsam wieder normal anfühlen, und wir nicht nach Kuta gekommen sind, um die ganze Zeit auf der Terrasse rum zu sitzen, nehme ich sein Angebot an, und leihe mir für zwei Tage einen Roller aus. Denn rund um Kuta gibt es zahlreiche Strände, die zu Fuß nur schwer zu erreichen sind, außerdem kann ich so nach 20 Jahren endlich mal wieder auf einem motorisierten Zweirad sitzen möchte.

Tankstelle

Das auf der rechten Seite sind 1L Flaschen, die mit Benzin befüllt sind. Wir haben 8.000 Rupien, also 50Cent pro Liter bezahlt. Diese “Tankstellen” gibt es an jeder Ecke.

(Motor)Radfahren verlernt man nie

Auch wenn ich hier aus fototechnischen Gründen stehe, (Motor)Radfahren verlernt man nie

Im Gegensatz zum Großteil der Touristen und allen Einheimischen, setzen wir zwei uns einen Helm auf und ziehen Socken und festen Schuhwerk an. Schlimm genug, dass man hier halbnackt auf dem Roller durch die Gegend fährt. Wir fahren Richtung Strand und biegen links ab. Beim ersten Kreisverkehr war ich ein bisschen verwirrt und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich alles richtig gemacht habe, aber zum Glück ist hier relativ wenig los und Polizisten waren auch keine da, die uns gleich abkassieren hätten können. Mir fällt auf, dass man bei jedem Strand eine Parkgebühr bezahlen muss, aber 5.000 Rupien, also 30 Cent, sind nun wirklich kein Grund zur Beschwerde. Egal wo wir ankommen um es uns im feinen Sandstrand gemütlich zu machen, werden wir sofort von zig Menschen belagert und jeder versucht uns irgendetwas zu verkaufen. Kokosnüsse, Ananas, Armbändchen oder handgewebte Tücher in allen Größen will man uns verkaufen. Anfangs ist das ja noch witzig, aber irgendwann möchte man sich auch mit seinem Partner unterhalten und den schönen Ausblick und die Ruhe genießen. Nach etwa einer halben Stunde haben sie dann glaub ich alle verstanden, dass es bei uns heute nichts zu holen gibt und wir haben endlich ein wenig Ruhe.

Wolle Rose kaufen

Zuerst werden wir fast eine halbe Stunde von den Tücherverkäuferinnen belagert…

Endlich mal zurücklegen

…bis wir uns endlich mal zurück legen können…

Feinster Sand

…den feinen Sandstrand genießen…

Die Natur bewundern

…und die Natur bewundern können.

Als dann kurze Zeit später ein T-Shirt Verkäufer vorbeikommt, drehe ich den Spieß einfach um, und will ihm mein T-Shirt, meinen Rucksack und meine Kokosnuss verkaufen, die ich vom Obststand gegenüber von unserem Hotel mitgebracht habe. Das scheint zu wirken, denn im Null Komma Nichts ist er wieder verschwunden. Wir haben dann noch zwei weitere Strände besucht, bevor es dunkel geworden ist, und wir uns wieder auf den Heimweg gemacht haben.

Bis auf den kleinen Fauxpas im Kreisverkehr habe ich mich auf Anhieb auf dem Roller wohlgefühlt. Doch viel wichtiger war es, dass sich meine Freundin hinten drauf ebenfalls sicher und wohl gefühlt hat, und somit unserem nächsten Roller-Ausflug nichts im Weg steht. Deshalb wollen wir morgen noch einmal zum schönsten der drei Strände fahren und einmal den ganzen Tag am Strand verbringen.

Mahun Beach

Hier möchten wir morgen am liebsten den ganzen Tag verbringen

Entspannen auf der Veranda

Ich habe wirklich keine Ahnung, wie viele Leute hier in diesem Familienbetrieb eigentlich arbeiten. Ständig läuft ein neues Gesicht an uns vorbei, dass uns freundlich lächelnd grüßt. Da wir immer noch heftigen Muskelkater von unserer Rinjani Tour haben, haben wir uns entschieden, den heutigen Tag entspannt auf der Veranda zu verbringen. Vielleicht schaffen wir es hier ja auch, das Datenvolumen des kostenlosen WiFi auszuschöpfen. Wir sitzen da also mit unseren Laptops und unterhalten uns nebenbei über den Besitzer des Hotels. Wir sind der Meinung, dass er wohl für indonesische Verhältnisse ein sehr wohlhabender Mann sein muss, da er in seinem Hinterhof mehrere Zimmer zu vermieten hat, einen kleinen Laden besitzt, Motorroller vermietet und, wie sich im Laufe des Tages herausgestellt hat, auch eine kleine Wäscherei im Haus hat.

Alleine waren wir heute nie

Auf unserer Veranda waren wir heute nie alleine

Als wir uns so über den Besitzer unterhalten, kommt dieser zu uns, und erzählt uns, dass er heute ein Fest für seine Tochter gibt, die vor 20 Tagen auf die Welt gekommen ist. Er wird aus diesem Grund seinen Laden jetzt zusperren und heute auch nicht mehr öffnen. Ausserdem wollte er wissen, ob wir indonesisches Essen mögen, denn er möchte uns gerne an seinem Glück teilhaben lassen und uns nach der Feier einige einheimische Spezialitäten bringen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es unhöflich war, diese Frage mit Ja zu beantworten oder ob es respektlos gewesen wäre, sie zu verneinen. Doch ich hatte in diesem Moment den Eindruck, dass er sich sehr darüber gefreut hat, dass wir sein Glück auf diese Art mit ihm teilen möchten. Irgendwann am Nachmittag hörten wir dann wie nebenan gesungen, geklatscht und gelacht wurde. Kurze Zeit später kam der Bruder des Besitzers mit einem großen Tablett und einem noch größerem Lächeln zu uns. Wir konnten gar nicht oft genug Danke sagen, so sehr waren wir von dieser Geste beeindruckt. Wir haben noch nichtmal aufgegessen, da kam der Besitzer mit zwei Tüten zu uns und brachte uns auch noch Kuchen.

Eine beeindruckende Geste

Eine beeindruckende Geste

Indonesische Köstlichkeiten

Wir wurden mit indonesischen Köstlichkeiten verwöhnt…

Der Inhalt einer Kuchenbox

…und zum Nachtisch gab es auch noch Kuchen, Obst und Wasser

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass wir am heutigen Tag zwar eigentlich nichts weltbewegendes unternommen haben, wir aber trotzdem ein unvergessliches Erlebnis hatten. Die Freundlichkeit und die Selbstverständlichkeit wie wir, obwohl wir nur Hotelgäste sind, am Glück des Besitzers teilhaben durften, hat uns wirklich sehr berührt und beeindruckt. Ich möchte mich auch auf diesem Weg noch einmal für diese freundliche und wundervolle Geste bedanken. Vielen vielen lieben Dank!

Das war eine gute Entscheidung

Der Ort Sengigi ist laut Wikipedia ein aufstrebendes Touristenzentrum, das erhebliche Bedeutung für die Wirtschaft der Insel erlangt hat, und dies konnte man auch deutlich an den Preisen dort erkennen. Ausser dem Hindutempel Pura Batu Bolong gibt es dort nicht viel zu sehen. Da ich mir sicher bin, dass es in Asien noch mehrere Hindutempel zu sehen gibt, bereue ich meine Entscheidung nicht.

Kuta hingegen ist eher ein kleines Fischerdorf, indem wir uns bisher wirklich wohl fühlen. In Kuta und der nächsten Umgebung gibt es zahlreiche, wunderschöne Sandstrände mit vielen Buchten und nie endenden Wellen, und es ist daher ein beliebtes Ziel von Surfern aus aller Welt. Das ist mir auch gleich aufgefallen, denn zum einen gibt es hier sehr viele Surfshops und zum anderen haben hier so ziemlich alle Roller eine Halterung an der Seite, auf die ein Surfbrett passt. Das sieht echt witzig aus, wenn so ein kleiner Roller mit zwei Personen und Surfbrett an einem vorbeifährt.

Die Strasse zum Strand von Kuta

Die Strasse zum Strand von Kuta

Der Strand von Kuta

Der Strand von Kuta

Gegenüber dem Strand von Kuta

Die gegenüberliegende Strassenseite des Strands von Kuta

Aber heute sind wir erstmal hier, um uns zu entspannen, und um es uns gut gehen zu lassen. Das Frühstück in unserem Hotel war gut, die Portion war aber kleiner als gewohnt. Da ich aber sowieso Gewicht verlieren möchte, ist das nicht schlimm. Statt viel zu essen, haben wir uns angewöhnt, viel zu trinken. Darum haben wir uns im Laden, der direkt an unser Hotel grenzt, und ebenfalls dem Hotelbesitzer gehört, Wasser gekauft und ich war positiv überrascht. Denn obwohl dies kein Supermarkt im herkömmlichen Sinne ist, und das hier ebenfalls ein Touristenort ist, kostet die 1,5 Liter Flasche Wasser nur 4000 Rupien. Nur einmal während unserem gesamten Indonesienaufenthalt habe ich weniger bezahlt. Ich finde, das ist immer ein guter Vergleich, um festzustellen, wie das Preisniveau in dieser Gegend ist. Gleich gegenüber von unserem Hotel ist ein kleiner Verkaufsstand, an dem es Obst und Gemüse gibt. Ich habe dort ein paar Limonen gekauft, und diese zusammen mit unserem Wasser zu Limonade verarbeitet. Ohne Zucker, aber trotzdem sehr, sehr lecker, wie ich meine. Wir haben uns dann zu Fuß auf die Suche nach einem Spa oder Ähnlichem gemacht, und sind auch ziemlich schnell fündig geworden. Für eine Stunde Massage wurden 100.000 Rupien pro Person veranschlagt. Ich hatte aber nur 174.000 Rupien dabei, da der Geldautomat, der sich ebenfalls genau vor unserem Hotel befindet, ausser Betrieb war. Ich zeigte der kräftigen Frau meine knapp 12 EUR und nach kurzer Diskussion mit ihrer Tochter, willigte sie ein und hat uns aufgefordert, gleich mitzukommen. Sie hat schnell noch frische Bezüge geholt und wir stiegen über zwei Bambusrohre, die als Treppe dienten, in eine kleine Hütte, die ebenfalls aus Bambus war. Auf dem Boden lagen zwei Matratzen und an einer weiteren Bambusstange hing ein Ventilator. Wir hatten so heftigen Muskelkater, dass sich unsere Waden anfühlten wie Betonklötze und die zwei Masseusen konnten sich das Lachen nicht verkneifen, weil wir gar so sehr gewinselt haben. Als es dann losging, wurden wir bei jeder Blase und jedem Kratzer den wir hatten gefragt, woher wir das haben, und unsere Antwort war immer die gleiche: Rinjani. Wir wurden eingeölt, durchgeknetet und verbogen, dass es nur so geknackt hat. Aber ich finde, die Massage hat sehr gut getan und war das Geld auf jeden Fall Wert. Denn schon gleich im Anschluss fühlen wir uns um einiges besser als vorher, und wir sind dann noch ein wenig durch Kuta spaziert. Am Strand von Kuta machten wir kehrt und sind wieder zurück zu unserem Hotel gegangen, wo wir dann endlich mal wieder mit unseren Eltern telefonieren konnten und über unsere Erlebnisse vom Schichtvulkan Rinjani gebloggt haben.

Ausser Betrieb

Ein defekter Geldautomat ist hilfreich beim Feilschen

Mamma Ayus Massage

Bei Mamma Ayus Massage haben wir uns es gut gehen lassen

Am Abend wurde ich dann abermals positiv überrascht, denn wir haben in einem einheimischen Restaurant für drei Gerichte inklusive Getränke gerade einmal 55.000 Rupien bezahlt. Ich glaube, dass ich nach fast einem Monat endlich dort angekommen bin, wo ich von Anfang an hin wollte.

Kein Bock auf Sengigi

Gemeinsam mit den beiden Schweden, die ebenfalls mit uns auf dem Rinjani gewesen sind, wurden wir in Sengigi abgesetzt. Und wie soll es auch anders sein, nicht vor irgendeinem Hotel oder idealerweise sogar vor dem Hotel, welches von unseren Mitfahrern gebucht wurde – nein – wir werden natürlich gleich wieder vor dem nächsten Tourist-Office abgesetzt, welches garantiert wieder irgendeinem Onkel oder Cousin von unserem Veranstalter gehört. Mit Blasen an den Füßen und völlig verdreckter Kleidung schnallen wir uns im Eiltempo unsere Rucksäcke auf den Rücken, und versuchen so schnell wie möglich Land zu gewinnen. Die beiden Schweden waren schon einmal in Sengigi und haben, wie bereits erwähnt, ein Zimmer gebucht. Wir schließen uns den beiden an, und gehen gemeinsam die Hauptstraße Richtung Unterkunft entlang. Rechts von uns befindet sich der Strand, der allerdings überhaupt nicht zu sehen ist, weil ein Restaurant neben dem anderen steht. Dazwischen befinden sich Hotels, die allerdings nicht gerade günstig aussehen. Auf unserer Straßenseite sieht es nicht besser aus. Wir biegen irgendwann links ab, und nach etwa zehn Minuten Fußmarsch sind wir am Hotel angekommen. „Nehmt auf jeden Fall ein Zimmer dort hinten beim Pool, denn hier rechts ist eine Hühnerfarm,“ bekomme ich noch als Tipp auf den Weg, bevor die beiden Schweden sich von uns verabschieden. Zu unserem Glück sind natürlich hinten beim Pool keine Zimmer mehr frei, und weil wir die letzten Tage sowieso noch nicht genug gewandert sind, machen wir uns wieder auf den Weg zurück zur Hauptstraße, um irgendein relativ günstiges Zimmer mit warmen Wasser und WiFi zu finden. Nach den Strapazen der letzten Tage wollten wir einfach nur entspannen und Fünfe g’rad sein lassen. In den kleinen Hinterhof-Unterkünften gab es jedoch kein warmes Wasser, und zu meinem Glück ist dann auch noch eine Blase an meinem Fuß aufgeplatzt. In diesem Moment hatte ich eigentlich schon gar keinen Bock mehr auf Sengigi. “Ein letztes Hotel checken wir jetzt noch ab, bevor wir uns ein Taxi nach Kuta nehmen.“ Meine Lebenspartnerin war der selben Meinung und wir gingen in das nächste uns sympathische Hotel und fragten was eine Nacht kostet. 650.000 Rupien, also umgerechnet 43 EUR wollten sie dort für ein Zimmer haben. Aber dafür, dass das Hotel direkt an der Hauptstraße war, muss ich ehrlich zugeben, war uns das viel zu teuer und wir sind wieder losgedackelt. Anscheinend hatte der Pförtner dieses Hotels Mitleid mit uns, weil wir mit gar so schmerzvollem Gesichtsausdruck an ihm vorbeigegangen sind, dass er uns einen kostenlosen kalten Orangensaft angeboten hat. Ich wollte mich bereits auf den Weg zum Freigetränk machen, als meine Lebenspartnerin völlig entnervt zu mir meinte: “Peter, hier gibt’s gar nichts umsonst!“ Also lehnten wir ab, doch der Pförtner lies nicht locker und verwickelte uns in ein Gespräch. Er hat uns dann tatsächlich geholfen, eine Transportmöglichkeit nach Kuta zu finden. Mit mehreren Fahrern, Bemos und Taksis haben wir verhandelt, doch unter 250.000 Rupien wollte uns keiner dorthin bringen.

Am Ende hat uns dann ein sehr netter Fahrer namens Atschie nach Kuta gebracht. Ich ahnte Böses, als er nach fünf Minuten schon wieder angehalten hat, doch er ist nur kurz bei einem kleinen Laden stehengeblieben und hat uns eine Packung Kekse spendiert. Anscheinend haben wir total abgemagert ausgesehen. Es war bereits dunkel und wir sind schon über eine Stunde unterwegs gewesen, als wir uns erneut über Essen unterhalten haben. Atschie meinte, er kenne ein gutes und günstiges einheimisches Lokal und würde uns gerne dorthin bringen. Da wir den ganzen Tag noch nichts gegessen hatten, ausser die Kekse, die uns Atschie davor spendiert hat, willigten wir ein. Zusammen mit Atschie haben wir dort zu Abend gegessen. Als ich jedoch bezahlen wollte, winkte Atschie mich zurück und sagte: “Ich habe schon bezahlt.“ Wir fuhren wieder los und sind kurze Zeit später in Kuta angekommen. Atschie hat uns versprochen solange mit uns durch die Gegend zu fahren, bis wir ein Hotel finden, dass uns gefällt und warmes Wasser sowie WiFi hat. Das war auch gut so, denn das erste Hotel machte zwar von außen wirklich was her, aber die Bettlaken waren dreckig, die Fliesen vergilbt und die Armaturen der Dusche waren total verrostet. Aber weiter als 375.000 Rupien wollte der Hotelier trotzdem nicht mit dem Preis runter gehen. Er machte sogar noch Witze, dass wir in Kuta niemals für weniger Geld ein Zimmer mit warmen Wasser bekommen würden, und falls doch, dann dürfe ich ihm „diesen Aschenbecher über den Schädel ziehen”. Letztendlich haben wir dann nach mehreren Anläufen eine für indonesische Verhältnisse wirklich sehr saubere Unterkunft im Herzen von Kuta gefunden. 250.000 Rupien, umgerechnet 16 EUR kostet die Nacht, und das finde ich einen angemessenen Preis, denn zusätzlich zu warmen Wasser, kostenlosen WiFi und Frühstück für zwei Personen, hat unser Zimmer sogar eine Klimaanlage. Wir haben dann noch kurz überlegt, ob uns Atschie nochmals zum ersten Hotel bringen soll, damit ich dem Hotelier den Aschenbecher über den Schädel ziehen kann, aber wir haben uns dann doch für die so sehr herbeigesehnte heiße Dusche entschieden.

Unsere Unterkunft in Kuta

Banyu Urip, unsere Unterkunft in Kuta