Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern

Dieses berühmte Zitat von Konrad Adenauer gilt in letzter Zeit auch immer öfter für mich. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, als ich gesagt habe, eine Woche Bangkok reicht vollkommen.

Was mich interessiert ist das Jetzt und Heute

Ein Jahr Urlaub. Ein Jahr Zeit, um die Welt erkunden. Ich bin wirklich froh darüber, dass ich momentan frei bin. Ich bin frei in meinen Entscheidungen und ich bin frei von allen Pflichten. Noch gestern haben wir diskutiert, ob wir nach Myanmar fahren beziehungsweise wann. Aber was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Warum muss ich denn alles minutiös planen? Genauso so spontan, wie wir entschieden haben, nach Sri Lanka zu fliegen, haben wir jetzt entschieden: Wir bleiben noch eine Woche in Bangkok.

Woher kommt der Sinneswandel?

Ich habe über einem Geheimtipp geschrieben, der geheim bleiben soll. Ich habe darüber geschrieben, dass wir hier nur drei Tage bleiben können. In den letzten paar Tagen haben wir in einem Hotel ganz in der Nähe übernachtet. Sterile weisse Wände, harte Betten und niemanden zum Reden ausser uns selbst. Darum sind wir auch die letzten Tage immer wieder hier gewesen. Manche Menschen hier haben eine unglaubliche Lebenserfahrung. Hier habe ich das erste Mal erfahren, was es eigentlich wirklich bedeutet, zu reisen. Hier gibt es Menschen, die schon durch die Welt reisten, da war ich noch nicht mal geboren. Und irgendwie sind wir beide anscheinend auch dem Eigentümer sympathisch. Er hat gemerkt, dass es uns hier gut gefällt und ihm gefällt es, wenn seine Gäste Kontakte knüpfen und Konversation betreiben. Da in der Zwischenzeit auch wieder ein Zimmer frei geworden ist, hat er uns angeboten zu bleiben. Morgen wollten wir eigentlich nach Myanmar reisen. Aber was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Reisen bedeutet, frei zu sein. Da kann es vorkommen, dass man irgendwo hängen bleibt, und man weiss nicht einmal warum. Doch dieses Mal weiss ich warum. Hier ist es einfach viel zu familiär und alle sind auf der selben Wellenlänge. Jeder der hier ist, hat seine persönlichen Gründe dafür, in Bangkok zu sein. Glaubt mir! Es gibt tausend Gründe, Bangkok zu besuchen.

Der Chatuchak Markt in Bangkok

Einer dieser tausend Gründe, könnte beispielsweise der Chatuchak (auch Jatujak geschrieben) Markt in Bangkok sein. Dabei handelt es sich um den größten Markt dieser Art weltweit. Hier gibt es über 10.000 Stände, an denen alles verkauft wird, was man sich nur vorstellen kann. Ich habe bereits ein paar Märkte besucht, aber der Chatuchak Markt in Bangkok stellt alle anderen Märkte in den Schatten. Der Markt ist so groß, dass man am Eingang eine Art Stadtplan vom Markt bekommt, damit man sich nicht verläuft. Wir waren heute fast vier Stunden auf dem Chatuchak Markt in Bangkok und wir haben nur einen Bruchteil gesehen. Ich weiss überhaupt nicht, womit ich anfangen soll, was man hier alles bekommen kann. Am besten Ihr klickt Euch einfach durch die Bilder.

Ruhe vor dem Sturm

Als wir angekommen sind, war noch nicht so viel los

Gang 30 Chatuchak

Die kleinen Gänge sind wie ein Irrgarten

Plan vom Wochenendmarkt

Zur Orientierung kann man den Plan benutzen…

Jatujak Wochenendmarkt

…oder man stürzt sich mitten ins Getümmel…

Tipbox

…hier gibt es Kleidung…

Handgefertigte Spielwaren

…handgefertigte Spielwaren…

Elektronikartikel

…Elektronikartikel…

Haushaltswaren

…Haushaltswaren…

Gang 25 Chatuchak

…und vieles vieles vieles mehr.

Alles kann man natürlich nicht auf Bildern festhalten. Manchmal ist es sogar verboten, Bilder zu machen. Und wenn der Kellner direkt nach der Bestellung quer durch den Food Court die Bestellung an den Koch weiter brüllt, dann kann man das natürlich auch nicht fotografieren. Das muss man einfach selbst erlebt haben.

Pad Thai Tom Yam und Reis

Quer durch den Food Court wird die Bestellung an den Koch weiter gebrüllt

Wie buche ich das richtige Zimmer

Wenn man ständig unterwegs ist, dann ist eines der wichtigsten Dinge, die man benötigt, eine Unterkunft. Aber wie genau buche ich das richtige Zimmer? Pauschal sagen kann man das meiner Meinung nach nicht.

Das richtige Zimmer ist Geschmacksache

Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, und jeder Mensch hat andere Vorlieben, Ansprüche und Vorstellungen über das richtige Zimmer. Manchen reicht ein Zimmer alleine nicht aus, da müssen es gleich mehrere sein, andere wiederum wollen nur in einem Bungalow übernachten. Für einige ist es das Beste sich einfach ein Wohnmobil zu mieten und das richtige Zimmer immer dabei zu haben. Sei es ein Home Stay, eine Privatvilla oder eine 6* Suite, nicht alleine das Budget entscheidet über die Art der Unterkunft.

Home Stay im Hinterhof

Tut es das Homestay im Hinterhof?

Klein aber fein

Oder doch das kleine Hotel in der Seitenstraße?

Bungalow

Oder sollte es schon ein eigener Bungalow sein?

Privatvilla

Vielleicht sogar die Privatvilla inklusive  Gärtner?

Was für mich wichtig ist

Es spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass man sich vorher genau überlegen muss, worauf es einem persönlich ankommt. Bei mir haben sich im Laufe meines Aufenthalts die Auswahlkriterien bereits so stark geändert, dass es mir mittlerweile schon fast egal ist, wo ich schlafe. Hauptsache kostenloses W-Lan ist im Preis inbegriffen.

Was mir einmal wichtig war

Anfangs war es mir noch wichtig, dass es eine Klimaanlage sowie warmes Wasser gibt, aber mal ganz ehrlich: Wenn es tagsüber total heiss ist, hält man sich sowie nicht im Zimmer auf, und wenn es dann abends kühler wird, kann ich mittlerweile auch wunderbar mit einem Ventilator schlafen. Warmes Wasser ist zwar ab und zu in Ordnung, aber bei der Hitze, die in Asien herrscht, ist eine kalte Dusche einfach nur wunderbar. Wenn man eine warme Dusche möchte, dann duscht man einfach am Nachmittag, wenn die pralle Sonne die Wassertanks aufheizt. Aber Vorsicht, damit man sich nicht verbrüht.

Jeder hat seinen eigenen Wasserturm

Wenn den ganzen Tag die Sonne auf die Tanks scheint, ist das Wasser brühend heiss

Einfach drauf los

Wenn es einem nichts ausmacht, mit seinem gesamten Gepäck durch die Mittagshitze zu spazieren, um das richtige Zimmer zu finden, dann kann man das machen. Ob man so jedoch das richtige Zimmer findet, ist dann eine Frage des Durchhaltevermögens. Früh am Morgen ist das vielleicht noch möglich, doch in der prallen Mittagssonne bin ich persönlich dann froh, wenn ich endlich einen Platz habe, wo ich meinen Rucksack abstellen kann und mich vom Schweiss befreien kann. Wenn ich am Abend ein Zimmer suchen muss, bin ich meistens bereits den ganzen Tag unterwegs gewesen. Auch dann bin ich eigentlich froh, wenn ich endlich mein Gepäck ablegen und mich duschen kann. Am besten man bezahlt dann nur für eine Nacht und nutzt die Unterkunft als Basis zur Wahl des richtigen Zimmers.

Vorteile von Onlineportalen

Natürlich stehen auch noch die diversen Onlineportale zur Verfügung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man über diese Portale die meisten Zimmer sogar günstiger bekommen kann, als wenn man direkt vor Ort nach dem Preis fragt. Manchmal kann man sich noch zusätzlich Geld sparen, wenn es beispielsweise einen kostenlosen Airport-Shuttle gibt, oder man mit einem Klick und ohne Aufpreis noch Frühstück dazu buchen kann. Diese Onlineportale sind auch ein Grund, warum ich immer kostenloses W-Lan bei meiner Unterkunft dabei haben möchte.


Bewertungen richtig beurteilen und filtern

Falls ich über ein Onlineportal ein Zimmer buche, dann sehe ich mir auch die Bewertungen zu der Unterkunft an. Diese Bewertungen sind eigentlich der Grund, warum ich gerade diesen Blog schreibe. Es ist immer wieder faszinierend, diese Bewertungen zu lesen. Wie man dadurch das richtige Zimmer findet, ist mir bisher ein Rätsel. Ich lese mir die ersten zehn Bewertungen durch, dabei finden sich welche, in denen steht: Das Personal war total unfreundlich. Gleich darunter stehen Bewertungen in denen das Personal ständig ein Lächeln auf den Lippen hatte und bei jedem Problem geholfen hat. Ein anderer schreibt, dass das Bad dreckig und abstoßend ist. Eine Seite weiter schreibt dann ein Gast, der nur drei Tage vorher seine Bewertung abgegeben hat, er habe noch nie so ein schönes Badezimmer in diesem Land gesehen. Cool finde ich auch die negativen Bewertungen über ein Hotel, in denen dann zu lesen ist: Das Wetter war viel zu heiss. Es war zu windig und die Wellen waren zu hoch. Was bitte hat das mit dem Zimmer zu tun? Die meisten deutschen Gäste geben eine negative Beurteilung ab, weil es beim Frühstück keine Wurst oder Käse gibt. Manche finden, das Zimmer ist in die Jahre gekommen und andere wiederum schreiben es ist OK. Wie man sieht, ist es am wichtigsten die ganzen Beurteilungen danach zu filtern, was einem persönlich für das richtige Zimmer für sinnvoll erscheint.

Bewertungen

Bewertungen filtern und richtig beurteilen

Manchen kann man es nicht recht machen

Ich weiss nicht, ob es den Leuten auffällt, das es Zimmer für 8 EUR die Nacht und 800 EUR für eine Nacht gibt. Man kann doch nicht erwarten, dass ich bei einer 8 EUR Unterkunft die selbe Ausstattung habe wie bei einem Luxusressort. Es gibt nunmal sehr selten einen Wasserkocher oder kostenloses Shampoo und Duschgel bei einem Zimmer in der untersten Preiskategorie. Ich verstehe auch nicht, warum sich Leute darüber beschweren dass es in einem Strandhaus, welches 15 Meter vom Meer entfernt ist, zu wenig Programme im Fernseher gibt. Aber diese Leute verstehen wahrscheinlich auch nicht, warum für mich kostenloses W-Lan wichtig ist. Warum man allerdings eine negative Bewertung darüber abgibt, weil es nachts auf dem Zimmer viel zu leise ist, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Vielleicht sollten diese Leute einfach das nächste mal in einer Diskothek buchen anstatt in einem Hotel.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Wie Ihr lesen könnt, ist es überhaupt nicht einfach, das richtige Zimmer zu finden. Jeder Mensch hat ein anderes Empfinden darüber, was er von einem Hotel erwartet. Ich erwarte mittlerweile nichts mehr, so kann ich so gut wie nicht enttäuscht werden. Ausser das angepriesene Internet funktioniert nicht, weil die Rechnung nicht bezahlt wurde. Da bin ich dann froh darüber, dass ich eine Pre-Paid Karte besitze, mit der ich mir zur Not eine andere Unterkunft suchen kann. Oder ich gehe abends los und klappere eine Unterkunft nach der anderen ab, lasse mir die Zimmer zeigen und frage die Gäste in der Lobby ob sie Internet haben.

Die Lobby

In der Lobby einfach mal die Gäste fragen, wie es ihnen gefällt

Alternativen zu den Onlineportalen

Wenn es einem nichts ausmacht, bei völlig fremden Menschen an der Haustür zu klingeln und nach einem Schlafplatz zu fragen, dann kann man das machen. Alternativ dazu gibt es neben den folgenden Möglichkeiten sicherlich auch noch weitere. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Couchsurfing

Reisebekanntschaften

Housesitting

Flughafen

Hängematte

In einem Schlafbus oder Schlafwagon reisen

Campingplatz

Ein Wohnmobil mieten oder kaufen

Zelten

Alternativ kann man auch mal Zelten. Equipment vorrausgesetzt.

Alternative

Hey, immerhin gibt es Matratzen und Kissen. Wer braucht da schon eine Wand?

Die letzten Tage in Indonesien auf Flores

Endlich war die 4-Tages Tour nach Komodo zu Ende. Alles in allem war das wirklich ein super Trip. Doch jetzt war ich froh darüber, endlich vom Kutter herunter zu kommen, und wieder festen Boden unter meinen Füßen zu spüren. Gemeinsam mit drei Spaniern sind meine Lebenspartnerin und ich vom Hafen in Richtung Innenstadt von Labuan Bajo gegangen, um uns eine Unterkunft zu suchen. Die Spanier hatten bereits eine Reservierung, und wir wollten ebenfalls in der gleichen Unterkunft einchecken, da sich der Preis von 450.000 Rupien ganz vernünftig angehörte. Auf dem Weg zum Hotel sind wir an vielen weiteren Hotels vorbeigegangen. Am Hotel Orange stand beispielsweise, dass es kostenloses W-Lan auf den Zimmern gibt, und meine Lebenspartnerin und ich haben uns dort ebenfalls ein Zimmer angesehen und den Preis erfragt, um einen Vergleich zu haben. Die Hotelbesitzerin wollte 250.000 Rupien für das Zimmer, doch weil es dort kein warmes Wasser gab, und wir mit den Spaniern gemeinsam in ein Hotel gehen wollten, sind wir weiter gegangen. Am Hotel der Spanier angekommen, stellte sich allerdings heraus, dass deren Reservierung absolut keine Gültigkeit hatte, denn das reservierte Zimmer war bereits vergeben. Es gab nur noch ein Doppelzimmer. Die drei Spanier konnten allerdings ein zusätzliches Bett in das Zimmer stellen lassen, so dass wenigstens die drei eine Unterkunft für diese Nacht hatten. Also sind meine Lebenspartnerin und ich wieder zurück zum Hotel Orange gegangen und wollten ein Zimmer dort nehmen. Auf dem Weg dorthin ist uns ein Italiener auf einem Roller entgegen gekommen, der Flyer für sein neu eröffnetes Hotel verteilte. Es gab ein Promotionangebot, bei dem die Nacht 85.000 Rupien pro Person kostete. Wir haben den Flyer mitgenommen und haben uns zum Hotel Orange begeben. Dort kostete das Zimmer dann plötzlich nicht mehr 250.000 Rupien sondern 300.000 Rupien, und Frühstück gab es auf einmal auch keines mehr. Also machten wir uns auf zum Hotel des Italieners.

Das Homestay lag ganz oben auf einem Berg, und wir mussten mit unserem gesamten Gepäck dort hoch gehen. Immer steiler wurde der Weg und die Treppenstufen immer höher. Schweißgebadet sind wir am Bajo View Hotel angekommen. Das Hotel war allerdings kein Hotel im herkömmlichen Sinn, denn die Zimmer sind Stoffzelte, die einen Holzboden hatten, auf dem zwei Matratzen lagen. Der Hotelschlüssel öffnete keine Tür sondern ein Schloss, mit dem man den Reißverschluss an einer Öse absperren konnte. Im Freien befanden sich ebenfalls Waschbecken, Toiletten und die Duschen. Diese konnte man jedoch nur morgens und abends zwischen sechs und neun Uhr benutzen. Auf Flores ist Wasser nämlich sehr wertvoll, da es dort kein fließendes Wasser gibt. Das Wasser muss zu jedem Haus erst mit einem LKW geliefert werden. Auf jedem Grundstück in Flores steht daher mindestens ein großer Wassertank. Von der Terrasse des Hotel Bajo View hatte man eine sehr schöne Aussicht auf den Hafen von Flores.

Das Hotel Bajo View

Das Hotel Bajo View auf Flores in Indonesien

Aussicht vom Hotel

Aussicht vom Hotel Bajo View

Noch am selben Abend haben wir uns dann mit den restlichen Teilnehmern unserer Komodo-Tour im Restaurant „Made in Italy“ getroffen. Nach einem Blick auf die Speisekarte haben wir uns allerdings dazu entschieden, den lokalen Fischmarkt aufzusuchen. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn dort waren direkt neben dem Hafen Stände, an denen man sich seinen frischen Fisch aussuchen und auch gleich grillen lassen konnte. Ich hatte noch die Preise von Gili Trawangan vor Augen, wo man für 100g Fisch 100.000 Rupien bezahlen musste. Hier auf dem Fischmarkt von Flores haben wir nicht einmal 100.000 Rupien pro kg bezahlt. Im Preis inbegriffen waren bereits zwei Portionen Reis sowie ein Teller mit frischem Gemüse und ein Teller mit gebratenem Gemüse. Yammi Yammi. Mit vollem Bauch sind wir dann wieder zurück zu den anderen gegangen und haben bis spät in Nacht zusammen gefeiert.

Fischmarkt auf Flores

Auf dem Fischmarkt in Flores gab es frischen Fisch…

Fischmarkt auf Flores

…dieser wurde dann auf offenem Feuer gegrillt

Fischmarkt auf Flores

Ein Verkaufsstand neben dem anderen…

Fischmarkt auf Flores

…steht bereit um die hungrigen Leute zu verköstigen

Am nächsten Morgen habe ich in unserer Unterkunft mitbekommen, dass die Angestellten meine Kleidung, die ich tags zuvor weggeworfen hatte, aus dem Mülleimer gefischt hatten. Alte, verdreckte Schlappen, die bei längerem Gehen die Zehen blutig reiben und ein verschwitztes T-Shirt. Die Leute haben mir so leid getan, dass ich ihnen noch ein paar Schuhe, die ich nur sinnlos mit mir herumschleppe, sowie zwei weitere T-Shirts, die ebenfalls für den Müll bestimmt waren, geschenkt habe. Danach sind wir in das Zentrum von Flores gegangen, um eine Verbindung nach Bali zu bekommen. In Bali wollten wir ursprünglich noch so lange bleiben bis unser indonesisches Visa ablaufen würde. Wenn man von Flores nicht nach Bali fliegen möchte, dann kann man mit Fähren und Bussen ebenfalls dorthin gelangen. Allerdings dauert die Fahrt insgesamt 26 Stunden und man muss mehrmals das Transportmittel wechseln. Für alle Transporte hätten wir bei einer Tourist-Information 750.000 Rupien, also 50 EUR pro Person bezahlen müssen. Selbst wenn wir alle Tickets selber gekauft hätten, hätten wir wahrscheinlich insgesamt auch nicht weniger bezahlt, da wir bei jedem einzelnen Ticket erst wieder verhandeln hätten müssen, und darauf hatten wir ehrlich gesagt keine Lust. Also haben wir uns nach Flugtickets umgesehen und sind relativ schnell fündig geworden. Der Flug nach Bali würde nur etwas über eine Stunde dauern und kostete bei kurzfristiger Buchung knapp 1.200.000 Rupien pro Person. Nachdem wir in Bali dann abermals einen Transport zu einem Hotel gebraucht hätten, und dort sowieso nur noch ein paar Tage verbracht hätten, um uns anschließend wieder zum Flughafen bringen zu lassen, haben wir uns erkundigt, was ein Anschlussflug nach Kuala Lumpur kosten würde. Der knapp vier Stunden lange Flug kostete pro Person 585.000 Rupien. Wir mussten also nicht lange überlegen und haben diesen Flug sofort zugesagt und unsere Tickets direkt vor Ort gekauft. Da der Flug erst am nächsten Tag ging, haben wir unseren Aufenthalt in Flores um einen Tag verlängert und uns in unserem Hotel erkundigt, was wir denn noch mit diesem angebrochenen Tag so anfangen könnten. Die Möglichkeit, sich für 50.000 Rupien pro Person ein Poolticket in einem Luxushotel zu erwerben, indem nebenbei auch noch W-Lan zur Verfügung steht, hat uns am besten gefallen. Nach einem Monat Meerwasser war der Aufenthalt dort eine willkommene Abwechslung. Dabei ist dann das erste Mal auf Flores echtes Urlaubsfeeling aufgekommen. Der Weg zum Pool führte vorbei an einem Koikarpfenteich und der Ausblick war fantastisch. Ausserdem konnten wir uns dann auch gleich noch eine vernünftige Unterkunft in Kuala Lumpur suchen und buchen, denn das W-Lan dort war für indonesische Verhältnisse wirklich gut. Am Abend sind wir dann wieder zum Fischmarkt gegangen und haben uns noch einmal frischen Fisch gegönnt.

Koi Karpfen

Der Koikarpfenteich vom Hotel Bintang Flores

Der Hotelpool

Endlich mal in salzfreiem Wasser schwimmen

Urlaubsfeeling am Hotel Bintang Flores

Dort kam das erste Mal auf Flores richtiges Urlaubsfeeling auf

Für den nächsten Tag haben wir uns, obwohl der Flughafen nur etwa 15 Minuten von unserem Hotel entfernt ist, einen Fahrer zum Flughafen bestellt, denn bei 40.000 Rupien, also umgerechnet knapp 3 EUR, kann man sich den Fußmarsch in der Morgensonne wirklich sparen. Ausserdem schleppen wir immer noch viel zu viel Gepäck mit uns herum und verschwitzt im Flieger zu sitzen ist weder für uns noch die anderen Fluggäste angenehm. Als unser italienischer Hotelbesitzer uns mit unseren ganzen Gepäck gesehen hat, hat er mir noch den Tipp gegeben, mich nicht Backpacker sondern Everywherepacker zu nennen, da ich sowohl vorne als auch hinten einen Rucksack mit mir herumschleppe. Um 7.00 Uhr wurden wir von unserem Fahrer abgeholt und pünktlich um 8:35 Uhr ist dann unser Flieger abgehoben, und wir haben nach ziemlich genau einem Monat Indonesien verlassen, um uns nun ein wenig Malaysia anzusehen. Ich freue mich schon auf Kuala Lumpur und die Tatsache, endlich mal wieder anständiges Internet zu haben.

Flughafen von Flores

Am Flughafen von Flores ist nicht wirklich was los

Widdewiddewitt und Drei macht Neune

Wer hätte gedacht, dass ich in meinem Urlaub einen Wecker brauchen werde. Aber wenn man sich das Zentrum von Gili Trawangan anschauen möchte, bevor es von den Touristen völlig überfüllt ist, muss man halt vor den anderen aufstehen. Da wir aber nicht jeden Abend Party feiern, sondern uns lediglich um unsere Blogs kümmern und die verfügbare Bandbreite ausnutzen, stellt das frühe Aufstehen kein Problem dar. Im Zentrum angekommen, versuchen wir die Hafenstation ausfindig zu machen. Es gibt zwar etwa alle zehn Meter einen Stand, an denen Trips nach Komodo, Lombok und die anderen Gili Inseln angeboten werden, aber wie das mit den Preisen und Methoden der Einheimischen funktioniert, darüber habe ich ja bereits gebloggt. Wir haben uns dorthin begeben, wo wir bei unserer Ankunft auf Gili Trawangan aus dem Boot ausgestiegen sind und haben die Ohren weit aufgemacht. Irgendwo muss doch diese Stimme herkommen, die immer wieder durch einen Lautsprecher zu hören ist. Denn da wo der Lautsprecher drauf geschraubt ist, dass ist meistens die Hafenstation, an der auch die Einheimischen ihre Tickets kaufen. 30.000 Rupien, also zwei EUR kostet der Kutter nach Gili Air. Wir möchten uns nämlich die anderen beiden Gili Inseln natürlich auch noch ansehen und dort vielleicht auch ein paar Tage verbringen. Die anderen beiden Inseln sind angeblich absolut keine Partyinseln und vielleicht können wir dort auch endlich einmal Schnorcheln.

Ankunft auf Gili Trawangan

Hier sind wir auf Gili Trawangan angekommen

Ticketoffice

Das Ticket Office, an dem man die Tickets für die Überfahrten kaufen kann, ohne einen Trip zu buchen

Schnorchel Trip

Schorcheltour mit Boot zu den angeblich besten Plätzen

Glasboot Trip

Bei diesem hier gibt es Glasboot Trips

Komodo Trips

An diesem Stand wird gleich alles angeboten

Dieser Plan wurde dann am Abend perfektioniert. Unsere Tour auf den Vulkan Rinjani auf Lombok haben wir bereits bezahlt. Uns wurde gesagt, wir müssen zu Beginn lediglich unsere Tickets hochhalten und am Ende würden wir entweder nach Sengigi oder irgendeine der Gili Inseln gebracht werden. Also werden wir uns hier abholen lassen, unsere Vulkantour machen, und uns abschließend auf eine der beiden anderen Gili Inseln bringen lassen. Wenn das so klappt, hätten wir uns immerhin vier EUR gespart. Das hört sich zwar nicht nach viel Geld an, aber es sind genau diese Kleinigkeiten, die sich langsam zu einem beachtlichen Betrag summieren und wie in diesem Fall völlig unnötig sind.

Es ist auch so, dass wir auch nicht täglich unser Essen hier im Hotel bestellen. Über die Preise kann man hier zwar wirklich nicht meckern, denn eine Portion Cah Kangkung kostet 35.000 Rupien. Cah Kangkung ist übrigens der Seespinat, von dem ich bereis geschwärmt habe. Die teuersten Speisen hier kosten 55.000 Rupien, das sind dann so Sachen wie Spaghetti Bolognese oder Chicken Schnitzel mit Pommes. Aber wer so etwas in Indonesien isst, dem ist nicht zu helfen. Wenn ich einmal um die Insel gehe, um mich mit langer Kleidung in der Mittagssonne zu saunen, nehme ich auch mal das Essen mit, was sonst eher die Einheimischen kaufen und essen. Über diese Papiertüten habe ich ja ebenfalls schon einmal geschrieben und auch dieses mal habe ich verpasst, ein Foto davon zu machen, da ich nach meiner Schwitztour doch sehr ausgelaugt war und wirklich Hunger hatte. Aufessen konnte ich das darin befindliche Essen heute aber nicht. Ich habe keine Ahnung, ob mein Magen bereits geschrumpft ist, oder ob mein Magen durch den Liter Wasser, den ich bei meiner Ankunft getrunken habe, einfach schon zu voll war. Eine Papiertüte mit reichlich und gut gewürztem Hühnchen mit Reis kostet nur 10.000 Rupien. Etwa eine halbe Stunde bevor ich am Hotel ankomme, gehe ich noch in einen kleinen Supermarkt und kaufe fünf Flaschen Wasser, die für zwei Personen ziemlich genau einen Tag reichen. Im Supermarkt kostet die Flasche genau die Hälfte, was sie hier im Hotel kostet. Und wieder befinden sich weitere kleine Beträge im Geldbeutel des Backpackers. Da wir aber nicht die typischen Backpacker sind, sind wir am überlegen, ob wir mit dem gesparten Geld nicht doch noch eine Nacht länger hier im „The Exile“ verbringen werden.

The Exile

Das Motto vom The Exile: Escape from the Center

Nur auf Durchreise

Bali gehört sicherlich auch zu den Orten, die wir für längere Zeit besuchen möchten. Aber dieses mal waren wir nur auf der Durchreise hier. Aufgrund der langen Anreise haben wir heute ein bisschen länger geschlafen und haben deshalb den Bus, welcher um sieben, neun und elf Uhr Richtung Padang Bay abfährt, verpasst. Obwohl diese Stadt nie zu schlafen scheint, waren wir zu spät dran. Wir mussten uns also eine andere Möglichkeit suchen, um dort hin zu gelangen. Bei der Touristeninformation wurde uns gesagt, dass wir für eine Fahrt mit dem Taksi (Indonesisch für Taxi) mit ungefähr 150.000 Rupien rechnen müssen. Allerdings wollte uns Touristen nicht ein einziger Taxifahrer für diesen Preis mitnehmen. Wir sind nicht all zu lange in Kuta gewesen, aber ich hatte das Gefühl als würde die gesamte Stadt aus einer einzigen Strasse bestehen, in der das Leben dort statt findet. Ein Shop neben dem andern, dazwischen jede Menge Diskotheken, Bars und Essenstände. Zwischen all diesen Shops und Mini Markets war ein etwa 2×2 Meter großer Bretterverschlag, an dem man die verschiedensten Arten von Tagesausflügen buchen konnte. Von Radtouren über Tauchen bis hin zum Elefantenreiten durch den Dschungel gab es hier alles. Nach einem zähen Verhandlungsgespräch wollte uns der Betreiber eine Fahrtmöglichkeit für 250.000 Rupien nach Padang Bay besorgen. Ich muss zugeben, dass ich noch kein großes Verhandlungsgeschick besitze, aber dafür, dass der Betreiber ursprünglich 400.000 Rupien verlangt hat, war ich mit dem Ergebnis eigentlich zufrieden. Für umgerechnet 16,50 EUR wurden wir dann auf direktem Weg zum Fährhafen gebracht. Die Fahrt dauerte etwas mehr als eine Stunde, der Fahrer hat uns jedoch nicht direkt am Hafen abgesetzt, sondern ein paar hundert Meter davor. Ich hatte noch nicht einmal bezahlt, dann haben bereits wildfremde Leute unsere Rucksäcke aus dem Kofferraum geholt und vor einen Speedboattour Büro gestellt. „Come here fast, Speedboat leaves at 1:30, have 5 Minutes, fast“. Dort wollte man uns dann 350.000 Rupien pro Person für die Fahrt mit dem Speedboat inklusive Transfer nach Mataram abknüpfen. Ich bin heilfroh, dass ich mir eine Indonesische Pre-Paid Karte gekauft habe, denn so konnte ich mich bereis am Vortag auf der Homepage von LonelyPlanet über die Reiseroute informieren. Dort stand, dass die Fahrt mit dem Speedboat zwar schnell geht, aber preislich teilweise sogar teuerer ist als ein Flug von Bali nach Lombok. Die Einheimischen fahren mit einer ganz normalen Fähre, welche laut LonelyPlanet 15.000 Rupien kostet. Die Fahrt dauert zwar knapp fünf Stunden, aber wenn man keinen Druck hat und sich an Deck ein wenig sonnen möchte, dann ist dies eine sehr günstige Option. Deshalb haben wir uns schnell unsere Rucksäcke auf den Rücken geschnallt und sind die paar hundert Meter zur Fährstation gegangen und haben den, in der Zwischenzeit mehr als nervigen Speedboatticketverkäufer einfach ignoriert. An der Fährstation angekommen, hing am Schalter ein Preisschild, auf dem 40.000 Rupien stand. Das ist zwar fast dreimal soviel wie auf LonelyPlanet geschrieben wurde, aber trotzdem nur ein Neuntel von dem, was das Speedboat gekostet hat.

Fremdgesteuert

Manche dachten schon wir wären zu dritt, bei dem ganzen Gepäck

Auf der Fähre angekommen, liefen uns bereits wieder Einheimische hinterher, die uns etwas zu Essen und Trinken verkaufen wollten. Eigentlich waren wir ganz froh darüber, denn wir haben den ganzen Tag noch nicht sonderlich viel gegessen. Statt 35.000 Rupien habe ich dann immerhin nur 13.000 Rupien für eine warme Mahlzeit bezahlt. Für knapp einen EUR gab es Reis mit Hühnchen verpackt in Bananenblättern und Papier, welches zu einer Essensbox gefaltet war. Ein bis zwei Flaschen Wasser haben wir sowieso immer dabei und das gab es auch relativ günstig und sogar gekühlt auf der Fähre zu kaufen. Die Menschen auf der Fähre waren zum größten Teil Einheimische aber auch Franzosen, Schweden und Italiener haben diese gemütliche Art des Reisens gewählt. Es ist der Wahnsinn, wie viele Backpacker unterwegs sind, und wo diese jungen Leute bereits überall gewesen sind, und was sie in ihren jungen Jahren bereits erlebt haben. Wir haben uns auf der Fähre mit drei Schweden unterhalten und diese haben bereits ein Jahr auf Australien verbracht, um dort zu arbeiten und das Land zu bereisen. Wir kamen dann auch den auf Speedboatticketverkäufer zu sprechen, der versucht hat uns über den Tisch zu ziehen. Und ich sage jetzt ganz bewusst, über den Tisch zu ziehen, denn er hat es tatsächlich geschafft, jedem einzelnen der drei Schweden ein Speedboatticket für 350.000 Rupien anzudrehen, obwohl das Speedboat bereits abgelegt hatte. Also saßen sie nun mit uns auf der langsamen Fähre und fühlten sich leicht verarscht, als wir ihnen gesagt haben, was wir bezahlt haben. Am Hafen von Lembar haben wir uns dann mit einem Franzosen namens Fred, eine Fahrt nach Mataram geteilt. Nach abermals zähen Verhandlungen haben wir den Preis von 100.000 Rupien pro Person immerhin auf 70.000 Rupien für uns drei zusammen drücken können. Das ist zwar immer noch Welten von den 1.500 Rupien entfernt, die auf LonelyPlanet für eine Fahrt mit dem Bemo nach Mataram veranschlagt werden, aber immerhin wurden wir direkt vor die Haustür des Hotels gebracht, welches Fred empfohlen bekommen hat. Eine Nacht für 80.000 Rupien, da kann man wirklich nicht meckern.

Hotel Brata

Unsere 80.000 Rupien Unterkunft

Nachdem wir uns mit der dringend benötigten Dusche abgekühlt und erfrischt haben, sind wir dann noch gemeinsam etwas Essen gegangen. Auch Fred konnte uns viele weitere Tipps geben, vor allem was das Reisen nach Australien betrifft, da er dort wie schon viele andere die wir kennengelernt haben, ein Working Visa gehabt hat.

Im Hotel angekommen konnte ich dann endlich wieder Blogs veröffentlichen, denn das im Hotel kostenlose W-Lan ist im Vergleich zu Bintan um einiges besser. Im Hotel konnte ich dann herausfinden, wo sich das Youth Center befindet und wie ich dort hinkommen kann. Wahrscheinlich werde ich mir einen Roller ausleihen müssen um dort hinzukommen, aber der Hotelbesitzer hat angeblich einen Roller zum Ausleihen. Ich bin jetzt schon gespannt auf morgen, wenn ich nach 20 Jahren das erste mal wieder auf einem Roller sitzen werde.