Die Insel Koh Rong

Unser nächstes Ziel ist die Insel Koh Rong. Von Sihanouk Ville fährt drei Mal am Tag ein Speedboot auf die Insel. Der Preis für den Round Trip, also Hin- und Rückfahrt beträgt 25 US$ pro Person. Die Rückfahrt kann man antreten, wann immer man möchte, man muss lediglich einen Tag vorher eine Reservierung vornehmen.

Ankunft am Tui Beach auf Koh Rong

Nach etwa 40 Minuten sind wir auf der Insel Koh Rong angekommen – natürlich pünktlich zur Mittagshitze. Strassen gibt es auf Koh Rong (bis jetzt) noch nicht. Überall ist feinster Sand. Wir ziehen unsere Schuhe aus und entschließen demokratisch, dass wir nach links gehen. Denn dort wo wir uns gerade befinden, ist eine Bar neben der anderen und es ist irre laut. Wir folgen einem Pfad zu unserer Linken, doch nach etwa 15 Minuten Gehzeit ist der Trampelpfad zu Ende, und wir stehen vor einer Bungalowhütte.

Nicht unsere Liga

Nachdem uns diese Unterkunft etwas zu teuer erschien, haben wir uns für eine Nacht den Bungalow geteilt

Keine Geldautomaten auf Koh Rong

Für eine Nacht nehmen wir den übertrieben hohen Preis von 45 US$ pro Nacht in Kauf, und teilen uns zu dritt einen Bungalow. Leider gibt es weder Haken an der Wand, noch Druck auf der Wasserleitung. Wir bekommen zwar ein Schloss für unsere Tür, aber der Türstock und die Fensterrahmen sind so stark verzogen, dass ein Schloss eigentlich keinen Sinn macht. Das sind Dinge die man zwar in Kauf nimmt, aber nicht für 45 US$ die Nacht.

Lieber lecker essen statt ruhig schlafen

Die nächsten paar Tage werden wir im Dorf verbringen. Dort ist es zwar irre laut, aber die Nacht kostet dort nur 12 US$ pro Nacht. Wir brauchen zwar zwei Zimmer, aber unterm Strich bleiben 21 US$ für BBQ und Fruchtshakes übrig. Mehr werden wir die nächsten paar Tage nicht benötigen. Da es hier auf der Insel so gut wie kein Internet gibt, werden wir hier ausschließlich am Strand relaxen.

Im Meer liegen

Die meiste Zeit haben wir im Meer verbracht…

Longbeach auf Koh Rong

…oder kurz davor.

Sonnenuntergang auf Koh Rong

Sonnenuntergang auf Koh Rong

Die Standard Touri-Tour

Man kann jedoch zu den gesparten 21 US$ noch 19 US$ pro Person oben drauf legen, dann kann man einen ganzen Tag lang mit einem Boot um die Insel Koh Rong schippern. Es gibt Stopps bei jedem Strand der Insel. Wenn man will kann man Schnorcheln oder einfach nur das türkise Wasser bewundern. Am frühen Nachmittag gibt es ein BBQ auf dem Boot. Pünktlich zum Sonnenuntergang befindet man sich am Longbeach und tuckert anschließend im Konvoi zurück zum Ausgangspunkt. Im Preis inbegriffen ist auch noch eine Nachtfahrt zu einer nahe gelegenen Insel, vor der man im lumineszierenden Plankton schwimmen kann. Wir hatten an diesem Tag jedoch alle genug vom Boot fahren. Selbst Stunden später im Bett hat immer noch alles gewackelt. Am nächsten Tag konnten wir jedoch ohne Probleme unsere Bootstour abschließen und im Plankton schwimmen.

Tempel besuchen

Während der Bootsfahrt kann man schnorcheln, Tempel besuchen…

Sonnenuntergang am Longbeach

…sich den Sonnenuntergang am Longbeach ansehen, oder Meeresleuchten beobachten.

Von Perhentian nach Kota Bharu

Einen Vorteil hat es, wenn gerade Nebensaison ist. Die Preise für die Zimmer sind erschwinglich. Man muss jedoch überhaupt erstmal eine Unterkunft finden, wenn alles geschlossen ist. Auch mit dem Essen ist es so eine Sache. Gerade einmal zwei verschiedene Restaurants gab es in unmittelbarer Nähe. Wenn man also nicht mit dem Boot zum Dorf gefahren werden möchte, hat man keine große Wahl.

Abreise von Perhentian und direkt nach Kota Bharu

Da kann es dann schonmal vorkommen, dass so ein Geizhals wie ich schnell kein Geld mehr in der Tasche hat. Denn auf den Inseln gibt es keine Geldautomaten. Die Wechselstuben, die zumindest gegen eine Gebühr die Möglichkeit bieten, an Bargeld zu kommen, haben ebenfalls geschlossen. Zwar hatten wir trotzdem ein wenig Glück, weil uns zwei nette Franzosen 100 EUR in Ringgit gewechselt haben, doch wenn man zu zweit ist, kommt man damit nicht sehr weit. Unsere Unterkunft mussten wir bar bezahlen. Frühstück, Mittagessen und Abendessen für zwei Personen, dazu und dazwischen noch Getränke. Da sind 100 EUR auf Perhentian schnell weg. Die einzige Möglichkeit, die man hat, ist für 15 EUR ans Festland zu fahren, um dort zum Automaten zu gehen. Das würde bedeuten, um 8.00 Uhr mit dem Boot zum Festland und ab zum Geldautomaten. Das nächste Boot zurück zur Insel fährt dann allerdings erst vier Stunden später. Kann man machen, haben wir aber nicht getan. Wir haben uns dann nach fünf Nächten für die Abreise entschieden.

Die meisten Hotelanlagen waren geschlossen

Die meisten Hotelanlagen waren geschlossen

Gleich geht es auf das Boot

Damit haben wir Perhentian Kecil in Richtung Kuala Besut verlassen

Mit dem Taxi von Perhentian nach Kota Bharu

Also haben wir heute morgen noch gemütlich gefrühstückt und haben uns um 11.00 Uhr zum Pier begeben. Anfangs waren wir nur vier Passagiere, doch bis zur Abfahrt um 12.00 Uhr waren dort 40 Passagiere, die dann mit zwei Booten ans Festland gebracht wurden. Kaum aus dem Boot ausgestiegen, kamen die ersten Taxifahrer angelaufen und wollten uns überrumpeln. Aber merke: „Wer am lautesten schreit, hat auch die höchsten Preise.“ Je näher wir dem Busbahnhof gekommen sind, umso günstiger wurden die Taxipreise. Direkt am Busbahnhof wollte man nur noch 60 MYR für die Fahrt von Perhentian nach Kota Bharu. Mit so vielen Leuten kann man sich die Taxifahrt gar nicht teilen, dass diese günstiger wäre als der Bus.

Mit dem Bus von Perhentian nach Kota Bharu

Die Fahrt mit dem Bus von Perhentian nach Kota Bharu kostet (Stand: 27.Oktober 2014) 6 MYR. Sicherlich dauert die Fahrt etwas länger als mit dem Taxi, denn der öffentliche Bus bleibt nunmal an jeder Haltestelle stehen. Doch der Bus war klimatisiert, geräumig und kostete nur ein Zehntel des Preises einer Taxifahrt. Das Ticket kauft man im Übrigen direkt im Bus beim Fahrer.

Ankunft in Kota Bharu

Die letzten beiden Stationen auf der Busfahrt von Perhentian nach Kota Bharu ist es richtig voll geworden im Bus, denn anscheinend war gerade Schulschluss. An der Endstation angekommen, haben wir uns auf den Weg zu unserem Home Stay gemacht. Etwa fünf Minuten dauerte es zu Fuß vom Busbahnhof dort hin. Wir haben uns erneut für ein Home Stay entschieden, weil es uns auf Borneo bei Franky so gut gefallen hat. Natürlich ist der Preis von 8 EUR die Nacht inklusive Frühstück auch ein Grund gewesen, doch auch die gute Lage und das zweitbeste Bewertungsergebnis aller Hotels in Kota Bharu waren für unsere Wahl entscheidend. Lediglich ein 5* Hotel hatte bessere Bewertungen, dies kostet jedoch für eine Nacht mehr als die gesamte Woche im Home Stay. Und wir brauchen keinen Luxus sondern nur eine schöne kalte Dusche. Diese haben wir uns dann auch gegönnt, bevor wir uns auf die Suche nach einem bestimmten Hygieneartikel für Frauen gemacht haben. Ich kann sagen, dass wir bereits nach einem halben Tag in Kota Bharu ziemlich viel gesehen haben. Denn wir wurden von einem Laden in die nächste Apotheke und dann wieder weiter geschickt. Ich weiss nicht genau, in wie vielen Geschäften wir waren, bis überhaupt mal eine Verkäuferin wusste, was wir ihr da zeigen, und wo es dies zu kaufen gibt. Doch am Ende war meine Lebenspartnerin glücklich. Und das ist doch das Wichtigste überhaupt.

Hygieneartikel für Frauen

Diesen bestimmten Hygieneartikel für Frauen bekommt man in der Guardian Pharmacy

Schnorcheln auf Perhentian Island

Gestern Abend hat es zuerst nicht so sehr danach ausgesehen, als würde es heute zum Schnorcheln auf Perhentian gehen. Man hat richtig gemerkt, dass die Monsun Saison bald losgeht. Doch pünktlich zum Sonnenaufgang ist das Unwetter genauso schnell weg gewesen, wie es gekommen war. Der weiss blaue Himmel war perfekt für unseren heutigen Ausflug. Es war so klar, dass man sogar die nahe liegenden Inseln erkennen konnte.

Perfektes Wetter zum Schnorcheln auf Perhentian Island

Zusammen mit acht weiteren Touristen sind wir um 10.30 Uhr mit einem kleinem Boot losgefahren. Für 35 MYR pro Person wurden uns sechs Ausflugsorte versprochen. Taucherbrille, Schnorchel und Schwimmflossen wurden gestellt.

Fishgarden vor Perhentian Besar

Unser erstes Ziel zum Schnorcheln auf Perhentian war der Fischgarten vor der größeren der beiden Perhentian Inseln, Perhentian Besar. Als wir dort angekommen sind, waren dort allerdings viele andere Boote und es hat zuerst so ausgesehen, als wären dort mehr Schnorchler als Fische im Wasser. Und das, obwohl zur Zeit Nebensaison ist und die Inseln fast ausgestorben sind. Ich will mir gar nicht vorstellen, was dort in der Hauptsaison abgeht. Bereits vom Boot aus konnte man dann aber durch das klare, türkise Wasser erkennen, dass es zum Glück doch mehr Fische als Schnorchler gibt. Kaum sind wir ins Wasser gesprungen waren wir bereits umzingelt von hunderten Fischen, die nur wenige Zentimeter um uns herum geschwommen sind. Schnell wurde mir klar, warum dieser Ort Fischgarten genannt wird. Ich kann nicht genau sagen, wie lange es gedauert hat, denn ich habe das Zeitgefühl beim Schnorcheln völlig verloren, aber schon bald waren die anderen Boote verschwunden, und wir waren dort die einzigen am Fischgarten.

Mehr Fische als Schnorchler

Mehr Fische als Schnorchler

Was guckst Du

Was guckst Du?

Fischgarten

Der Fischgarten vor Perhentian Besar

Shark Point vor Perhentian Besar

Nachdem wir alle wieder auf dem Boot waren, ging es weiter zum Haifisch Punkt vor Perhentian Besar. Wie der Name schon sagt, soll es dort Haifische geben. Oftmals sieht man dort gar keine Haie, und auch wir mussten ziemlich lange schnorcheln, bevor plötzlich aus dem nichts ein ausgewachsener Schwarzspitzen-Riffhai an mir vorbei geschwommen ist. Ich habe schnell noch meinen Kopf aus dem Wasser gehoben, den Schnorchel aus dem Mund genommen und den anderen zugerufen: “Shark, Shark“ bevor ich ihn mir weiter angesehen habe. Leider konnten nicht mehr alle Teilnehmer den Hai sehen, denn eine schnelle Bewegung, und er war verschwunden.

Leider kein Haifoto

Leider kein Haifoto

Von Korallen bedeckter Boden

Von Korallen bedeckter Boden

Noch mehr Korallen

Noch mehr Korallen aber immer noch kein Hai

Turtle Point vor Perhentian Besar

Teilweise enttäuscht, teilweise mit Adrenalin überschüttet, ging es weiter zum Schildkröten Punkt vor Perhentian Besar. Dort soll man eigentlich immer Schildkröten zu sehen bekommen, weil sie an dieser Stelle ihre Nahrung zu sich nehmen. Ich habe ja bereits auf Gili Trawangan Schildkröten beim Schnorcheln gesehen, aber das was dort am Grund zu sehen war, war ein wahres Prachtstück. Ganz gemächlich hat sie den Grund nach Futter abgegrast, bevor sie an die Oberfläche zum Luft holen gekommen ist. Dabei wurde sie ständig von zwei Barberfischen begleitet, welche die Schildkröte vor Parasiten befreit haben.

Schnorcheln auf Perhentian

Riesenschildkröte vor Perhentian Besar

Barberfische

Die Schildkröte wurde von den Barberfischen verfolgt

Riesenschildkröte

Die Riesenschildkröte war wirklich RIESIG

Village of Perhentian Kecil

Auf der kleineren der beiden Inseln, Perhentian Kecil gibt ein ein kleines Dorf. Dies war unsere nächster Halt auf unserer Schnorcheltour. Denn es war bereits Nachmittag und dort konnten wir zu Mittag essen. Einige haben sich im Supermarkt mit Lebensmitteln eingedeckt, denn die meisten Geschäfte und Restaurants haben auf unserem Teil der Insel geschlossen. Bevor es dann zum Leuchtturm vor Perhentian Kecil ging, musste unser Kapitän noch Treibstoff für das Boot kaufen. Eine kleine Holzhütte mit einigen Fässern voller Diesel davor, dient den Booten als Tankstelle.

Perhentian Village

Perhentian Village

Lighthouse vor Perhentian Kecil

Als der Kanister wieder voll war, ging es weiter zum Leuchtturm vor Perhentian Kecil. Dieser befindet sich ziemlich weit draussen im offenen Meer und die Strömung dort ist ziemlich stark. Trotzdem ist es ein sehr guter Platz zum Schnorcheln auf Perhentian, da es dort viele Korallen zu sehen gibt. Natürlich gab es dort auch wieder zahlreiche Fische zu beobachten, aber die Korallen sind an dieser Stelle die Hauptattraktion. Einigen war die Strömung dort dann doch etwas zu stark und nur auf Grund der Tatsache, dass wir alle Schwimmflossen an hatten, konnten wir wieder zurück zum Boot.

Lighthouse vor Perhentian Kecil

Lighthouse vor Perhentian Kecil

Korallen vor dem Lighthosue

Korallen vor dem Lighthosue

Korallen beim Schnorcheln auf Perhentian

Korallen beim Schnorcheln auf Perhentian

Romantic Beach vor Perhentian Kecil

Unser letzter Stopp war der Romantic Beach vor Perhentian Kecil. Woher der Name kommt weiss ich nicht, wahrscheinlich weil dieser Strand ziemlich weit abgelegen liegt und die mit Korallen geschmückten Bäume dort zu einem romantischen Ausflug einladen. Eigentlich sind wir dort einzig wegen den Clownfischen hingefahren, denn diese verstecken sich hauptsächlich in dem vor dem Strand befindlichen Korallenriff. Die Fische schwimmen in den Seeanemonen und sobald Gefahr in Verzug ist, verschwinden sie in deren langen Tentakeln. Doch am Ende haben wir sogar noch einen kleinen Rochen gesehen, der ganz nah am Strand den Sand nach Futter durch seine Kiemen gefiltert hat.

Romantic Beach

Romantic Beach auf Perhentian Kecil

Clownfish

Clownfish vor dem Romantic Beach

Clownfishe

Noch mehr Clownfische

Rochen

Und am Ende gab es noch einen kleinen Rochen zu sehen

Wenn man zum Schnorcheln auf Perhentian Island ist, kann man die meisten der Tiere, die wir heute gesehen haben, auch ohne eine Tour zu Gesicht bekommen. Man muss nur wissen wo man Schnorcheln muss. Da die verschiedenen Punkte stark verstreut sind, lohnt sich diese Tour meiner Meinung nach aber. Möchte man das nicht machen, sollte man sich zumindest ein Kajak ausleihen, oder sich mit dem Wassertaxi an die entsprechenden Stellen bringen lassen. Ich finde die 35 MYR haben sich gelohnt, denn für nicht einmal 10 EUR haben wir einen ganzen Tag mit Schnorcheln verbracht, viele nette Menschen kennen gelernt und sogar jemanden dabei gehabt, der mir freundlicher Weise seine Fotos zur Verfügung gestellt hat.

Nasenaffen im Bako Nationalpark

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich vor genau zwei Wochen das erste Mal darüber geschrieben habe, einen Affen in freier Wildbahn gesehen zu haben. Auch wenn die Affen, die ich bisher in Malaysia gesehen habe, allesamt in Nationalparks leben, bin ich der Meinung, dass sich die Tiere dort um einiges wohler fühlen, als in einem Zoo, eingesperrt hinter Gittern oder einer dicken Glasscheibe. Die Begegnung mit den Orang Utans vom Semenggoh Nationalpark war für mich bisher mein emotionalstes Erlebnis meines gesamten Auslandsaufenthalts. Die nächsten beiden Tage sollten die witzigsten Erlebnisse beinhalten, was die Art der Affen betrifft.

Anreise zum Bako Nationalpark

Vor ein paar Tagen haben wir uns im Touristenbüro in Kuching eine Unterkunft für zwei Nächte im Bako Nationalpark reserviert. Heute sind wir, nachdem ich meinen Blog über die Rafflesia verfasst habe, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin gefahren. Die Busfahrt ist sehr günstig und kostet nur 3,50 MYR pro Person. Die Fahrt dauert etwas mehr als eine Stunde und der Bus hält direkt vor dem Eingang des Bako Nationalpark. Der Eintritt beträgt 20 MYR pro Person. Einheimische bezahlen in allen Nationalparks im Übrigen immer nur die Hälfte von dem, was Touristen bezahlen müssen, aber das finde ich absolut in Ordnung. Um zum eigentlichen Nationalpark zu kommen, muss man allerdings noch 20 Minuten mit einem Boot fahren. Das Bootsticket für eine einfache Fahrt kostet noch einmal 20 MYR pro Person. Als wir auf der Halbinsel am Südchinesischen Meer angekommen sind, war gerade Ebbe und wir mussten über den dunkelbraunen Sandstrand zur Rezeption gehen. Dort haben wir unsere Reservierung vorgezeigt und 10 MYR Pfand für den Schlüssel hinterlegt. Schon auf dem Weg zu unserer Unterkunft waren dutzende Makaken zu sehen. Als wir die Tür der Unterkunft geöffnet haben, ist uns ein stechender Geruch entgegen gekommen, als hätte jemand in das Zimmer uriniert. Als wir uns bei der Rezeption darüber beschwert haben, wurde uns gesagt, dass dies normal sei, denn die Gebäude sind schon ziemlich alt und das Holz modert. Wir haben das so hingenommen und haben uns für einen Wanderweg eingetragen, damit wir im Notfall von den Parkrangern gefunden werden können.

Makakenbaby

Wenn sie klein sind, dann schauen die Makaken sooo süß aus

Silberner Haubenlangur

Wenn die Babys der silbernen Haubenlanguren jünger als ein Monat sind, sind sie orange. Dieser kleine Racker ist also schon etwas älter. Ein wenig kann man die orange Farbe jedoch noch erkennen.

Auf dem Weg zum Aussichtspunkt

Auf dem Weg zum Aussichtspunkt…

Es ging mitten durch den Dschungel

…ging es mitten durch den Urwald.

Auf dem Weg zum Wanderweg haben wir dann den ersten Nasenaffen gesehen. Bislang kannte ich diese Tiere nur aus dem Fernseher und diese Affen sehen so witzig aus, dass man eigentlich gar nicht glauben kann, dass sie tatsächlich so aussehen. Wenn sie ihren Kopf drehen, dann wackelt die Nase und wenn sie nach oben schauen, dann kann man in ihre riesigen Nasenlöcher sehen. Der genaue Nutzen der großen Nasen ist laut Wikipedia nicht bekannt. Möglicherweise dienen sie der sexuellen Attraktivität. Vielleicht kommt daher der Spruch, wie die Nase eines Mannes, so auch sein Johannes. Ganz ernst bleiben kann man bei dem Anblick der Nasenaffen nicht. Doch trotzdem sind es wunderschöne und aufgrund ihrer Nase unverwechselbare Tiere.

Nasenaffenmännchen

Nasenaffenmännchen

Zu witzig

Wie die Nase eines Mannes…

Nasenaffe im Baum

…so auch sein Johannes.

Nasenaffe im Bako Nationalpark

Nasenaffe im Bako Nationalpark

Einige Wanderwege waren aufgrund von Renovierungsarbeiten gesperrt, und da es bereits später Nachmittag war, haben wir die kürzeste Tour gewählt. Am Ende dieser Tour ist eine Aussichtsplattform, von der aus man den Ankunftsbereich des Nationalpark sehen kann. Auf dem Weg zur Aussichtsplattform muss man mitten durch den Urwald gehen. Dementsprechend verwurzelt und wildbewachsen ist der Weg. Wer kein Mückenspray aufträgt, ist nach kurzer Zeit zerstochen und mindestens eine Flasche Wasser sowie ein Handtuch zum Schweiß abwischen sollte man auch immer bei sich haben. Nachdem wir die meiste Zeit damit beschäftigt waren, den Boden vor unseren Füßen zu betrachten, damit wir nicht an einer Wurzel oder einem Ast hängen bleiben, sind wir viele Male stehen geblieben, um auch etwas von der schönen Natur um uns herum mitzubekommen. Tiere konnten wir zwar hören, aber gesehen haben wir auf der Tour keine. Lediglich ein paar Ameisen, Käfer und Schmetterlinge kreuzten unseren Weg. Aber diese Tiere sind nicht so, wie man sie aus Deutschland kennt, sondern um ein Vielfaches größer. Die Ameisen sind teilweise über drei Zentimeter lang und die Schmetterlinge so groß wie eine Handfläche. Zikaden konnte man zwar überall hören, aber sobald man sich ihnen nähert, verstummen sie, und ich habe es nicht geschafft, auch nur eines dieser Tiere zu erspähen. An der Aussichtsplattform angekommen, haben wir einige Zeit die Aussicht und die Geräuschkulisse des Urwalds auf uns wirken lassen, bevor wir uns vor Einbruch der Dunkelheit wieder auf den Rückweg gemacht haben.

Nachtwanderung Bako Nationalpark

Täglich um 20.00 Uhr findet bei schönem Wetter eine Nachtwanderung statt. Eine Stunde vorher hat es allerdings stark zu regnen begonnen und es war sehr windig. Trotzdem haben wir am Treffpunkt gewartet, in der Hoffnung, dass das Wetter sich wieder bessern würde. Weil es die ganze Zeit so stark geregnet hat, waren wir die Einzigen die gewartet haben und wir haben den Guide gefragt, ob die Nachtwanderung statt finden würde. Der Guide meinte, wenn der Wind nachlässt und er sich sicher fühlt, können wir gehen. Um kurz nach 20.00 Uhr hat es auf einmal aufgehört zu regnen und der Wind hat nachgelassen. Wir hatten also mal wieder Glück, denn die Nachtwanderung ist meiner Meinung nach das Highlight des Bako Nationalpark. Weil wir so geduldig waren, und uns nicht von dem Regen abschrecken ließen, hatten meine Lebenspartnerin und ich den Guide für uns alleine. Mit Taschenlampen ausgerüstet haben wir uns dann auf den Weg gemacht, die meist nachtaktiven Tiere des Bako Nationalparks zu entdecken. Anfangs hab ich noch gedacht, der Guide fuchtelt nur wild mit seiner Taschenlampe in der Gegend herum, doch als er nach kurzer Zeit eine Schlange hoch oben in den Baumkronen erspähte, wusste ich auch, warum die Nachtwanderung nur statt findet, wenn es windstill ist. Ich glaube es ist nicht so gesund, wenn eine grüne Buschviper vom Baum fällt und auf einem landet. Obwohl auch wir versucht haben, mit unseren Taschenlampen Tiere im Dickicht ausfindig zu machen, konnten wir lediglich eine Kakerlake entdecken. Der Guide jedoch wusste anscheinend ganz genau, wohin er schauen muss und hat zahlreiche Tiere erspäht, die er geduldig mit seiner Taschenlampe ausgeleuchtet hat, damit wir sie fotografieren konnten. Normalerweise dauert so eine Nachtwanderung eineinhalb Stunden, doch wir durften über zwei Stunden lang die Gesellschaft des Guides genießen. Lediglich 10 MYR pro Person mussten wir am Ende der Tour dem Guide bezahlen. Eine Investition, die sich definitiv gelohnt hat.

Anfangs dachte ich, eine Zitrone hängt am Baum

Anfangs dachte ich, eine Zitrone hängt am Baum…

Ohne Guide nicht zu entdecken

…aber ohne Guide konnten wir die Tiere in der Nacht nicht entdecken…

Der Guide wusste genau, wo er suchen muss

…der Guide wusste genau, wo er suchen muss…

Und hat immer alles perfekt ausgeleuchtet

…und hat immer alles perfekt ausgeleuchtet…

Wir haben viele verschiedene Spinnen gesehen

…und wir konnten viele verschiedene Tiere sehen…

Diese Pilze leuchten im Dunkeln

…aber auch Pilze, die im Dunkeln leuchten…

Brauner Waldfrosch

…sowie diesen braunen Waldfrosch…

Fliegender Lemur

…oder fliegende Lemuren…

Skorpion

…Skorpione…

Bereit zum Angriff

…oder giftige grüne Buschvipern.

Grüne Baumviper

Dieses Exemplar war bereit zum Angriff

Es war schon fast 23.00 Uhr, als wir uns zurück zu unserer Unterkunft begeben haben. Wir hatten schon fast wieder vergessen wie sehr es in diesem Zimmer gestunken hat, doch schon bevor wir die Tür geöffnet haben, kam uns der Gestank entgegen. Um ehrlich zu sein, es war nicht auszuhalten in diesem Zimmer. Ich habe dann in meiner Verzweiflung versucht, Zahnpasta und Shampoo auf den Ventilator zu schmieren, aber geholfen hat es nichts. Auch der Versuch, die Zahnpasta unter meiner Nase zu verteilen, war nicht von Erfolg gekrönt. Wir hatten zwar unsere Schlafsäcke dabei, in die man sich komplett vermummen kann, so dass die Haut des Schlafsacks als Mundschutz dient, aber länger als eine Stunde haben wir es nicht in diesem Zimmer ausgehalten. Da die Rezeption im Nationalpark um diese Zeit bereits geschlossen ist, blieb uns nichts anderes übrig, als vor der Tür unserer Unterkunft auf dem Tisch, der dort auf der Veranda stand, zu versuchen ein wenig Schlaf zu finden.

Wanderung zum Brandungspfeiler

Wir hatten kaum geschlafen, als die ersten Sonnenstrahlen den nächsten Tag eingeleitet haben. Nachdem wir uns gründlich geduscht hatten, kamen bereits die nächsten Gäste und bezogen das Zimmer neben uns. Wir haben sie gebeten, uns einen Blick in ihr Zimmer werfen zu lassen. Dort hat es wesentlich besser gerochen beziehungsweise gar nicht gerochen. Also sind wir erneut zur Rezeption gegangen und haben uns noch einmal beschwert. Ohne sich überhaupt das Zimmer anzuschauen, wurde uns dieses mal das Chalet mit Klimaanlage und eigenem Badezimmer ohne Aufpreis angeboten. Das Problem an der Sache war allerdings, dass unser gesamtes Gepäck gestunken hat und das wiederum hat uns gestunken. Daher lehnten wir ab, und sind lediglich noch einen weiteren Wanderweg gegangen, um uns den Brandungspfeiler anzusehen, der auf jeder Informationsbroschüre über Borneo zu sehen ist. Der Wanderweg war jedoch nicht so gut ausgeschildert, denn immer wieder kamen uns Touristen entgegen, die den gelb markierten Pfad gesucht haben. Wir wollten schon fast aufgeben und wieder zurück gehen, doch zuerst setzte ich mir auf meinem Handy einen Timer von 30 Minuten. So lange wollten wir noch den rot markierten Pfad entlang gehen, in der Hoffnung das irgendwann von dort aus der gelb markierte Pfad abgeht. Kurz bevor der Timer abgelaufen ist, haben wir dann tatsächlich den gelben Pfad gefunden, und wir wurden mit einem „Yeah we’ve found it“ von ein paar anderen Touristen empfangen. Völlig durchgeschwitzt haben wir uns nach einer längeren Rast wieder auf den Rückweg gemacht und uns ein Ticket für die Bootsfahrt zurück gekauft.

Brandungspfeiler

Dieser Brandungspfeiler ist in jeder Touristenbroschüre über Borneo abgebildet

Auch wenn wir nur eine Nacht geblieben sind, und wir in Kuching unsere gesamte Wäsche in die Reinigung bringen mussten, war der Ausflug zum Bako Nationalpark ein unvergessliches Erlebnis. Vor allem die Nachwanderung kann ich jedem ans Herz legen, der den Bako Nationalpark einmal besuchen möchte. Aber geht auf gar keinen Fall ins Hostel A – Zimmer Nummer 4.

Auf zum Schichtvulkan Rinjani

So, dann wollen wir mal schauen, ob das mit dem Transport zum Schichtvulkan Rinjani so funktioniert wie versprochen. Wir machen uns, nachdem wir uns von den freundlichen Angestellten des Hotel „The Exile“ verabschiedet haben, auf zum Hafen von Gili Trawangan und zeigen unsere Tickets in die Luft. Das hat schon mal nicht funktioniert. Also rein ins Ticket Office und dort noch einmal die Tickets vorzeigen. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Veranstalter werden wir gebeten, uns ein Ticket für das Boot nach Lombok zu kaufen, wir würden das Geld bei der Ankunft wieder zurückbekommen. Auf die Frage, wann das Boot ablegt, bekommen wir die Antwort: “Wenn alle Sitzplätze belegt sind, geht es los. Vielleicht 10 oder 15 Minuten.” Nach einer halben Stunde sind alle freien Plätze verkauft, und wir verlassen schweren Herzens die Insel Gili Trawangan.

The Exile Crew

Wie immer mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht

Bye Bye Gili Trawangan

Es geht wieder zurück nach Lombok

Wir sitzen noch im Boot und haben noch gar nicht richtig angelegt, dann höre ich schon, wie jemand meinen Namen ruft und winkt. Wir werden freundlich empfangen, und es steht bereits eine Pferdekutsche für uns bereit, die uns wieder zu der Touristen Sammelstelle bringt. Auf Gili Trawangan haben wir mit einigen Leuten über die Bergtour gesprochen, und viele von ihnen haben sie bereis hinter sich. Wahnsinnig anstrengend soll der Aufstieg sein, wir sollten uns auf jeden Fall Power-Riegel oder Ähnliches besorgen, damit unsere Körper reichlich mit Energie versorgt werden. Da auf Gili Trawangan das Preisniveau etwas zu hoch ist, wollten wir diese Erledigungen in Lombok machen. Unsere Sonnencreme neigt sich ebenfalls dem Ende zu, und es wird Zeit für Nachschub.

Da wir die indonesische Gemütlichkeit schon teilweise übernommen haben, sind wir also erst am Nachmittag wieder in Lombok angekommen und haben uns nach einer Unterkunft informiert. Natürlich hatte der Veranstalter auch Zimmer in seiner Bergstation zu vermieten, angeblich sogar mir WiFi. Doch entweder waren kurz vor uns ein paar andere Blogger, welche das verfügbare Internetvolumen aufgebraucht haben dort, oder es gab irgendein Hardwareproblem. WiFi gab also nicht, aber dafür eine wunderschöne Aussicht und ich habe das erste mal in meinem Leben frei lebende Affen gesehen. Die Unterkunft hat im übrigen 200.000 Rupien, also etwa 13,50 EUR inklusive Frühstück für zwei Personen gekostet. Unser Geld, welches wir für die Bootsfahrt von Gili Trawangan nach Lombok ausgelegt haben, haben wir ebenfalls zurückbekommen.

Frei lebende Affen

Das erste Mal in meinem Leben sehe ich frei lebende Affen

Ein Affe direkt vor der Haustür

Was springt denn da von Ast zu Ast?

Schichtvulkan Rinjani

Langsam wird mir klar, worauf ich mich eingelassen habe

Ohne die geringste Ahnung zu haben, wie anstrengend der morgige Tag tatsächlich sein wird, haben wir uns in weiser Voraussicht zeitig ins Bett gelegt, um am nächsten Tag für die Besteigung des Schichtvulkans Rinjani topfit zu sein.

Widdewiddewitt und Drei macht Neune

Wer hätte gedacht, dass ich in meinem Urlaub einen Wecker brauchen werde. Aber wenn man sich das Zentrum von Gili Trawangan anschauen möchte, bevor es von den Touristen völlig überfüllt ist, muss man halt vor den anderen aufstehen. Da wir aber nicht jeden Abend Party feiern, sondern uns lediglich um unsere Blogs kümmern und die verfügbare Bandbreite ausnutzen, stellt das frühe Aufstehen kein Problem dar. Im Zentrum angekommen, versuchen wir die Hafenstation ausfindig zu machen. Es gibt zwar etwa alle zehn Meter einen Stand, an denen Trips nach Komodo, Lombok und die anderen Gili Inseln angeboten werden, aber wie das mit den Preisen und Methoden der Einheimischen funktioniert, darüber habe ich ja bereits gebloggt. Wir haben uns dorthin begeben, wo wir bei unserer Ankunft auf Gili Trawangan aus dem Boot ausgestiegen sind und haben die Ohren weit aufgemacht. Irgendwo muss doch diese Stimme herkommen, die immer wieder durch einen Lautsprecher zu hören ist. Denn da wo der Lautsprecher drauf geschraubt ist, dass ist meistens die Hafenstation, an der auch die Einheimischen ihre Tickets kaufen. 30.000 Rupien, also zwei EUR kostet der Kutter nach Gili Air. Wir möchten uns nämlich die anderen beiden Gili Inseln natürlich auch noch ansehen und dort vielleicht auch ein paar Tage verbringen. Die anderen beiden Inseln sind angeblich absolut keine Partyinseln und vielleicht können wir dort auch endlich einmal Schnorcheln.

Ankunft auf Gili Trawangan

Hier sind wir auf Gili Trawangan angekommen

Ticketoffice

Das Ticket Office, an dem man die Tickets für die Überfahrten kaufen kann, ohne einen Trip zu buchen

Schnorchel Trip

Schorcheltour mit Boot zu den angeblich besten Plätzen

Glasboot Trip

Bei diesem hier gibt es Glasboot Trips

Komodo Trips

An diesem Stand wird gleich alles angeboten

Dieser Plan wurde dann am Abend perfektioniert. Unsere Tour auf den Vulkan Rinjani auf Lombok haben wir bereits bezahlt. Uns wurde gesagt, wir müssen zu Beginn lediglich unsere Tickets hochhalten und am Ende würden wir entweder nach Sengigi oder irgendeine der Gili Inseln gebracht werden. Also werden wir uns hier abholen lassen, unsere Vulkantour machen, und uns abschließend auf eine der beiden anderen Gili Inseln bringen lassen. Wenn das so klappt, hätten wir uns immerhin vier EUR gespart. Das hört sich zwar nicht nach viel Geld an, aber es sind genau diese Kleinigkeiten, die sich langsam zu einem beachtlichen Betrag summieren und wie in diesem Fall völlig unnötig sind.

Es ist auch so, dass wir auch nicht täglich unser Essen hier im Hotel bestellen. Über die Preise kann man hier zwar wirklich nicht meckern, denn eine Portion Cah Kangkung kostet 35.000 Rupien. Cah Kangkung ist übrigens der Seespinat, von dem ich bereis geschwärmt habe. Die teuersten Speisen hier kosten 55.000 Rupien, das sind dann so Sachen wie Spaghetti Bolognese oder Chicken Schnitzel mit Pommes. Aber wer so etwas in Indonesien isst, dem ist nicht zu helfen. Wenn ich einmal um die Insel gehe, um mich mit langer Kleidung in der Mittagssonne zu saunen, nehme ich auch mal das Essen mit, was sonst eher die Einheimischen kaufen und essen. Über diese Papiertüten habe ich ja ebenfalls schon einmal geschrieben und auch dieses mal habe ich verpasst, ein Foto davon zu machen, da ich nach meiner Schwitztour doch sehr ausgelaugt war und wirklich Hunger hatte. Aufessen konnte ich das darin befindliche Essen heute aber nicht. Ich habe keine Ahnung, ob mein Magen bereits geschrumpft ist, oder ob mein Magen durch den Liter Wasser, den ich bei meiner Ankunft getrunken habe, einfach schon zu voll war. Eine Papiertüte mit reichlich und gut gewürztem Hühnchen mit Reis kostet nur 10.000 Rupien. Etwa eine halbe Stunde bevor ich am Hotel ankomme, gehe ich noch in einen kleinen Supermarkt und kaufe fünf Flaschen Wasser, die für zwei Personen ziemlich genau einen Tag reichen. Im Supermarkt kostet die Flasche genau die Hälfte, was sie hier im Hotel kostet. Und wieder befinden sich weitere kleine Beträge im Geldbeutel des Backpackers. Da wir aber nicht die typischen Backpacker sind, sind wir am überlegen, ob wir mit dem gesparten Geld nicht doch noch eine Nacht länger hier im „The Exile“ verbringen werden.

The Exile

Das Motto vom The Exile: Escape from the Center

Der Urlaub kann beginnen

Das war doch bisher ein gelungener Einstand in den wohlverdienten Urlaub. Nachdem wir uns die ersten Tage auf Bintan langsam an die indonesischen Gepflogenheiten gewöhnen konnten, ging es anschließend für einen guten Zweck nach Mataram. Da uns Sabri geholfen hat, dass Youth Hostel ausfindig zu machen und für uns alles so reibungslos und sogar kostenlos organisiert hat, haben wir bei ihm einen Transfer nach Gili Trawangan gebucht, ohne mit ihm zu verhandeln. Er verlangte 110.000 Rupien pro Person, also zusammen knapp 15 EUR. Pünktlich auf die Minute stand der Fahrer morgens um 8.00 Uhr vor unserem Hotel und hat uns nach Sengigi gefahren. Sengigi ist eine kleine Hafenstadt auf Lombok, und von dort aus wird alles auf die in der Nähe liegenden Inseln gebracht. Auf dem Weg von Mataram nach Sengigi mussten wir noch einen Zwischenstopp einlegen, um ein weiteres Pärchen mitzunehmen. Da diese auch deutsch gesprochen haben, sind wir schnell ins Gespräch gekommen und es stellte sich heraus, dass sie ebenfalls aus München kommen. Wie klein doch die Welt ist.

Mataram

Es sieht nur so aus, als wäre hier nichts los

Einheimer Laden

Ein typischer Laden in Mataram

Wir wären nicht in Indonesien, wenn wir anschließend direkt zum Hafen gebracht worden wären. Nein, es ging zuerst zu einer, ich nenne es jetzt mal Sammelstelle für Touristen. Ein Ort, an dem man sich gemütlich ausruhen, eine Kleinigkeit essen, sowie etwas trinken konnte. Wir haben noch nichtmal unsere Getränke bekommen, da kam schon ein, sagen wir mal, Reiseveranstalter an unseren Tisch und stellte sich uns mit Ali vor. Wo geht es denn hin, wie kann ich euch helfen? Wir erzählten ihm, dass wir jetzt nach Gili Trawangan wollen und anschließend wieder zurück nach Lombok wollen, um den Vulkan zu sehen – schwups – holte er ein in Folie verschweißtes Blatt Papier hervor. Er präsentierte uns eine dreitägige Tour mit Übernachtungen, Verpflegung und allem drum und dran. Auch unser Gepäck müssen wir nicht selber den Vulkan hoch tragen. Stolze 1.750.000 Rupien also 100 EUR verlangt er pro Person.

Touristen Sammelstellte

Touristen Sammelstelle

Glücklicherweise haben wir tags zuvor mitbekommen, dass Fred genau die selbe Tour gebucht hat und nur 1.200.000 Rupien bezahlt. Nachdem ich das mit dem Handeln aber anscheinend nicht so gut drauf habe, konnte ich den Preis lediglich um 15% herunterhandeln. Ich denke, wenn wir das erste mal so eine Tour machen, sollten wir uns das zuerst einmal auf diese Weise ansehen, bevor wir so eine Tour auf die Backpacker Art angehen. Da in Indonesien oder zumindest dort wo wir bisher gewesen sind, an jeder Ecke ein Geldautomat steht, und ich nicht damit gerechnet habe, dass wir bevor es nach Gili Trawangan geht noch soviel Geld ausgeben werden, konnte ich die Tour allerdings nicht bezahlen. Alles kein Problem. Nach kürzester Zeit wurde ein Fahrer gefunden, der mich schnell noch zu einem Geldautomaten bringen kann, bevor das Boot ablegt. Doch entweder hatten vor mir bereits mehrere Leute das selbe Problem, oder irgendwas ist mit meinen Konto, denn der Geldautomat spuckte nichts aus. Ali hat in der Zwischenzeit zusammen mit meiner Lebenspartnerin bereits alle notwendigen Zettel ausgefüllt und wartete auf sein Geld. Und wieder einmal hat es sich gelohnt, dass ich eine indonesische Pre-Paid Karte habe. So konnte ich mit Ali Handynummern austauschen, um später die Tour bezahlen zu können. Er sagte uns, dass wir unsere Zettel bei der Abreise von Gili Trawangan einfach in die Höhe halten sollen und dann direkt von dort beginnend, die Tour auf Lombok beginnt.

Doch zuerst soll es jetzt erst einmal auf die Insel losgehen. Vor der Touristen-Sammelstelle standen einige Pferdekutschen und wir wurden mit einer davon zum Hafen gebracht. Als der Kutscher dann kurz vor dem Hafen nach rechts abgebogen ist, und ich sowieso schon schlecht drauf war, weil meine Kreditkarte nicht funktioniert hat, dachte ich mir nur: “Wo bringt denn der uns jetzt schon wieder hin…“, aber es war nur ein Umleitung.

Auf zum Boot

Irgendwo da vorne war die Umleitung

Am Hafen angekommen, zeigte der Kutscher Richtung Menschenmasse. Da warteten also dutzende Leute teilweise mit Koffern im Sand, während andere wie Ameisen, alles nur Vorstellbare auf die für 30 Personen ausgelegten Holzkutter karrten: Eier, Kloschüsseln, Bier, Plastikrohre, Butter und Fahrräder. Und wir mitten drin. Als wir endlich aufgefordert wurden, unsere Tickets vorzuzeigen, stellte sich heraus, dass der Zettel auf dem Ticket steht, gar nicht das Ticket ist. Wieder eine Umleitung. Wir haben dann zwar im Ticketoffice unsere Tickets erhalten, als ich dann aber den Preis von 15.000 Rupien darauf gelesen habe, fühlte ich mich irgendwie verarscht.

Als wir dann nach etwa einer halben Stunde auf Gili Trawangan angekommen sind, standen wir mitten im Touristengewusel. Vor uns war ein Schild, auf dem „All Hotels in this Area“ stand. Das Hotel, dass uns empfohlen wurde, stand nicht darauf. Während ich mir noch so dachte: „Wahnsinn, kann es denn wirklich sein, dass es das Hotel nicht mehr gibt?“, meinte mein Schatz: „Links, ich glaube, Martin meinte links.“. Und anstatt einfach nur einen von den hunderten von Menschen, die um uns herumwuselten zu fragen, wo “The Exile” ist, sind wir mit unseren Rucksäcken bei etwa 30 °C und prallen Sonnenschein losmarschiert. Bei irgendeinem Geldautomaten sind wir dann stehen geblieben, und ich habe noch einmal versucht Geld abzuheben. Diesmal hat alles einwandfrei funktioniert und wir sind dann doch von selbst drauf gekommen, mal jemanden nach dem Hotel zu fragen. Die Richtung hat gestimmt, und wir marschierten weiter.

Wir sind etwa 20 Minuten marschiert, dann waren wir endlich angekommen. Nachdem wir unser Quartier bezogen und ich mich mit den einheimischen Angestellten unterhalten hatte, war ich wieder einigermaßen beruhigt. Als es dann so ab 17:30 Uhr plötzlich auch dort an der Bar und vor allem am Strand immer voller wurde, und auch hier das Gewusel losging. Der Grund für diesen Menschenauflauf ist der Sonnenuntergang und den wollte ich auf gar keinen Fall verpassen. Ich habe mir deshalb den Sitzsack geschnappt, der vor unserem Bungalow lag, bin an den Strand gegangen, habe mich vor die Menge in erster Reihe auf meinen Sitzsack geworfen. Hinter mir spielten Einheimische zusammen mit Weißen auf ihren Trommeln, und vor mir habe ich den schönsten Sonnenuntergang erlebt, den ich jemals in meinem gesamten Leben gesehen habe. Dieser Anblick hat mich all die Strapazen, die ich bisher auf mich genommen habe, vergessen lassen.

Ein Einheimischer spielt auf seiner Trommel

Ein Einheimischer spielt auf seiner Trommel

Das Naturschauspiel beginnt

Das Naturschauspiel beginnt

Abendrot

Und ich seh’ warum es Abendrot heisst

Sonne geht unter

Die Sonne verschwindet hinter dem Berg

Der Berg brennt

Und es scheint, als würde der ganze Berg brennen