Nasenaffen im Bako Nationalpark

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich vor genau zwei Wochen das erste Mal darüber geschrieben habe, einen Affen in freier Wildbahn gesehen zu haben. Auch wenn die Affen, die ich bisher in Malaysia gesehen habe, allesamt in Nationalparks leben, bin ich der Meinung, dass sich die Tiere dort um einiges wohler fühlen, als in einem Zoo, eingesperrt hinter Gittern oder einer dicken Glasscheibe. Die Begegnung mit den Orang Utans vom Semenggoh Nationalpark war für mich bisher mein emotionalstes Erlebnis meines gesamten Auslandsaufenthalts. Die nächsten beiden Tage sollten die witzigsten Erlebnisse beinhalten, was die Art der Affen betrifft.

Anreise zum Bako Nationalpark

Vor ein paar Tagen haben wir uns im Touristenbüro in Kuching eine Unterkunft für zwei Nächte im Bako Nationalpark reserviert. Heute sind wir, nachdem ich meinen Blog über die Rafflesia verfasst habe, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin gefahren. Die Busfahrt ist sehr günstig und kostet nur 3,50 MYR pro Person. Die Fahrt dauert etwas mehr als eine Stunde und der Bus hält direkt vor dem Eingang des Bako Nationalpark. Der Eintritt beträgt 20 MYR pro Person. Einheimische bezahlen in allen Nationalparks im Übrigen immer nur die Hälfte von dem, was Touristen bezahlen müssen, aber das finde ich absolut in Ordnung. Um zum eigentlichen Nationalpark zu kommen, muss man allerdings noch 20 Minuten mit einem Boot fahren. Das Bootsticket für eine einfache Fahrt kostet noch einmal 20 MYR pro Person. Als wir auf der Halbinsel am Südchinesischen Meer angekommen sind, war gerade Ebbe und wir mussten über den dunkelbraunen Sandstrand zur Rezeption gehen. Dort haben wir unsere Reservierung vorgezeigt und 10 MYR Pfand für den Schlüssel hinterlegt. Schon auf dem Weg zu unserer Unterkunft waren dutzende Makaken zu sehen. Als wir die Tür der Unterkunft geöffnet haben, ist uns ein stechender Geruch entgegen gekommen, als hätte jemand in das Zimmer uriniert. Als wir uns bei der Rezeption darüber beschwert haben, wurde uns gesagt, dass dies normal sei, denn die Gebäude sind schon ziemlich alt und das Holz modert. Wir haben das so hingenommen und haben uns für einen Wanderweg eingetragen, damit wir im Notfall von den Parkrangern gefunden werden können.

Makakenbaby

Wenn sie klein sind, dann schauen die Makaken sooo süß aus

Silberner Haubenlangur

Wenn die Babys der silbernen Haubenlanguren jünger als ein Monat sind, sind sie orange. Dieser kleine Racker ist also schon etwas älter. Ein wenig kann man die orange Farbe jedoch noch erkennen.

Auf dem Weg zum Aussichtspunkt

Auf dem Weg zum Aussichtspunkt…

Es ging mitten durch den Dschungel

…ging es mitten durch den Urwald.

Auf dem Weg zum Wanderweg haben wir dann den ersten Nasenaffen gesehen. Bislang kannte ich diese Tiere nur aus dem Fernseher und diese Affen sehen so witzig aus, dass man eigentlich gar nicht glauben kann, dass sie tatsächlich so aussehen. Wenn sie ihren Kopf drehen, dann wackelt die Nase und wenn sie nach oben schauen, dann kann man in ihre riesigen Nasenlöcher sehen. Der genaue Nutzen der großen Nasen ist laut Wikipedia nicht bekannt. Möglicherweise dienen sie der sexuellen Attraktivität. Vielleicht kommt daher der Spruch, wie die Nase eines Mannes, so auch sein Johannes. Ganz ernst bleiben kann man bei dem Anblick der Nasenaffen nicht. Doch trotzdem sind es wunderschöne und aufgrund ihrer Nase unverwechselbare Tiere.

Nasenaffenmännchen

Nasenaffenmännchen

Zu witzig

Wie die Nase eines Mannes…

Nasenaffe im Baum

…so auch sein Johannes.

Nasenaffe im Bako Nationalpark

Nasenaffe im Bako Nationalpark

Einige Wanderwege waren aufgrund von Renovierungsarbeiten gesperrt, und da es bereits später Nachmittag war, haben wir die kürzeste Tour gewählt. Am Ende dieser Tour ist eine Aussichtsplattform, von der aus man den Ankunftsbereich des Nationalpark sehen kann. Auf dem Weg zur Aussichtsplattform muss man mitten durch den Urwald gehen. Dementsprechend verwurzelt und wildbewachsen ist der Weg. Wer kein Mückenspray aufträgt, ist nach kurzer Zeit zerstochen und mindestens eine Flasche Wasser sowie ein Handtuch zum Schweiß abwischen sollte man auch immer bei sich haben. Nachdem wir die meiste Zeit damit beschäftigt waren, den Boden vor unseren Füßen zu betrachten, damit wir nicht an einer Wurzel oder einem Ast hängen bleiben, sind wir viele Male stehen geblieben, um auch etwas von der schönen Natur um uns herum mitzubekommen. Tiere konnten wir zwar hören, aber gesehen haben wir auf der Tour keine. Lediglich ein paar Ameisen, Käfer und Schmetterlinge kreuzten unseren Weg. Aber diese Tiere sind nicht so, wie man sie aus Deutschland kennt, sondern um ein Vielfaches größer. Die Ameisen sind teilweise über drei Zentimeter lang und die Schmetterlinge so groß wie eine Handfläche. Zikaden konnte man zwar überall hören, aber sobald man sich ihnen nähert, verstummen sie, und ich habe es nicht geschafft, auch nur eines dieser Tiere zu erspähen. An der Aussichtsplattform angekommen, haben wir einige Zeit die Aussicht und die Geräuschkulisse des Urwalds auf uns wirken lassen, bevor wir uns vor Einbruch der Dunkelheit wieder auf den Rückweg gemacht haben.

Nachtwanderung Bako Nationalpark

Täglich um 20.00 Uhr findet bei schönem Wetter eine Nachtwanderung statt. Eine Stunde vorher hat es allerdings stark zu regnen begonnen und es war sehr windig. Trotzdem haben wir am Treffpunkt gewartet, in der Hoffnung, dass das Wetter sich wieder bessern würde. Weil es die ganze Zeit so stark geregnet hat, waren wir die Einzigen die gewartet haben und wir haben den Guide gefragt, ob die Nachtwanderung statt finden würde. Der Guide meinte, wenn der Wind nachlässt und er sich sicher fühlt, können wir gehen. Um kurz nach 20.00 Uhr hat es auf einmal aufgehört zu regnen und der Wind hat nachgelassen. Wir hatten also mal wieder Glück, denn die Nachtwanderung ist meiner Meinung nach das Highlight des Bako Nationalpark. Weil wir so geduldig waren, und uns nicht von dem Regen abschrecken ließen, hatten meine Lebenspartnerin und ich den Guide für uns alleine. Mit Taschenlampen ausgerüstet haben wir uns dann auf den Weg gemacht, die meist nachtaktiven Tiere des Bako Nationalparks zu entdecken. Anfangs hab ich noch gedacht, der Guide fuchtelt nur wild mit seiner Taschenlampe in der Gegend herum, doch als er nach kurzer Zeit eine Schlange hoch oben in den Baumkronen erspähte, wusste ich auch, warum die Nachtwanderung nur statt findet, wenn es windstill ist. Ich glaube es ist nicht so gesund, wenn eine grüne Buschviper vom Baum fällt und auf einem landet. Obwohl auch wir versucht haben, mit unseren Taschenlampen Tiere im Dickicht ausfindig zu machen, konnten wir lediglich eine Kakerlake entdecken. Der Guide jedoch wusste anscheinend ganz genau, wohin er schauen muss und hat zahlreiche Tiere erspäht, die er geduldig mit seiner Taschenlampe ausgeleuchtet hat, damit wir sie fotografieren konnten. Normalerweise dauert so eine Nachtwanderung eineinhalb Stunden, doch wir durften über zwei Stunden lang die Gesellschaft des Guides genießen. Lediglich 10 MYR pro Person mussten wir am Ende der Tour dem Guide bezahlen. Eine Investition, die sich definitiv gelohnt hat.

Anfangs dachte ich, eine Zitrone hängt am Baum

Anfangs dachte ich, eine Zitrone hängt am Baum…

Ohne Guide nicht zu entdecken

…aber ohne Guide konnten wir die Tiere in der Nacht nicht entdecken…

Der Guide wusste genau, wo er suchen muss

…der Guide wusste genau, wo er suchen muss…

Und hat immer alles perfekt ausgeleuchtet

…und hat immer alles perfekt ausgeleuchtet…

Wir haben viele verschiedene Spinnen gesehen

…und wir konnten viele verschiedene Tiere sehen…

Diese Pilze leuchten im Dunkeln

…aber auch Pilze, die im Dunkeln leuchten…

Brauner Waldfrosch

…sowie diesen braunen Waldfrosch…

Fliegender Lemur

…oder fliegende Lemuren…

Skorpion

…Skorpione…

Bereit zum Angriff

…oder giftige grüne Buschvipern.

Grüne Baumviper

Dieses Exemplar war bereit zum Angriff

Es war schon fast 23.00 Uhr, als wir uns zurück zu unserer Unterkunft begeben haben. Wir hatten schon fast wieder vergessen wie sehr es in diesem Zimmer gestunken hat, doch schon bevor wir die Tür geöffnet haben, kam uns der Gestank entgegen. Um ehrlich zu sein, es war nicht auszuhalten in diesem Zimmer. Ich habe dann in meiner Verzweiflung versucht, Zahnpasta und Shampoo auf den Ventilator zu schmieren, aber geholfen hat es nichts. Auch der Versuch, die Zahnpasta unter meiner Nase zu verteilen, war nicht von Erfolg gekrönt. Wir hatten zwar unsere Schlafsäcke dabei, in die man sich komplett vermummen kann, so dass die Haut des Schlafsacks als Mundschutz dient, aber länger als eine Stunde haben wir es nicht in diesem Zimmer ausgehalten. Da die Rezeption im Nationalpark um diese Zeit bereits geschlossen ist, blieb uns nichts anderes übrig, als vor der Tür unserer Unterkunft auf dem Tisch, der dort auf der Veranda stand, zu versuchen ein wenig Schlaf zu finden.

Wanderung zum Brandungspfeiler

Wir hatten kaum geschlafen, als die ersten Sonnenstrahlen den nächsten Tag eingeleitet haben. Nachdem wir uns gründlich geduscht hatten, kamen bereits die nächsten Gäste und bezogen das Zimmer neben uns. Wir haben sie gebeten, uns einen Blick in ihr Zimmer werfen zu lassen. Dort hat es wesentlich besser gerochen beziehungsweise gar nicht gerochen. Also sind wir erneut zur Rezeption gegangen und haben uns noch einmal beschwert. Ohne sich überhaupt das Zimmer anzuschauen, wurde uns dieses mal das Chalet mit Klimaanlage und eigenem Badezimmer ohne Aufpreis angeboten. Das Problem an der Sache war allerdings, dass unser gesamtes Gepäck gestunken hat und das wiederum hat uns gestunken. Daher lehnten wir ab, und sind lediglich noch einen weiteren Wanderweg gegangen, um uns den Brandungspfeiler anzusehen, der auf jeder Informationsbroschüre über Borneo zu sehen ist. Der Wanderweg war jedoch nicht so gut ausgeschildert, denn immer wieder kamen uns Touristen entgegen, die den gelb markierten Pfad gesucht haben. Wir wollten schon fast aufgeben und wieder zurück gehen, doch zuerst setzte ich mir auf meinem Handy einen Timer von 30 Minuten. So lange wollten wir noch den rot markierten Pfad entlang gehen, in der Hoffnung das irgendwann von dort aus der gelb markierte Pfad abgeht. Kurz bevor der Timer abgelaufen ist, haben wir dann tatsächlich den gelben Pfad gefunden, und wir wurden mit einem „Yeah we’ve found it“ von ein paar anderen Touristen empfangen. Völlig durchgeschwitzt haben wir uns nach einer längeren Rast wieder auf den Rückweg gemacht und uns ein Ticket für die Bootsfahrt zurück gekauft.

Brandungspfeiler

Dieser Brandungspfeiler ist in jeder Touristenbroschüre über Borneo abgebildet

Auch wenn wir nur eine Nacht geblieben sind, und wir in Kuching unsere gesamte Wäsche in die Reinigung bringen mussten, war der Ausflug zum Bako Nationalpark ein unvergessliches Erlebnis. Vor allem die Nachwanderung kann ich jedem ans Herz legen, der den Bako Nationalpark einmal besuchen möchte. Aber geht auf gar keinen Fall ins Hostel A – Zimmer Nummer 4.

Rafflesia im Gunung Gading Nationalpark

Hier auf Borneo gibt es zahlreiche Nationalparks. Im Gunung Gading Nationalpark kann man eine Blume sehen, die einen Durchmesser von 72cm erreichen kann. Für die Busfahrt dorthin muss man allerdings 90 MYR pro Person zahlen. Dazu kommt noch der Eintritt von 10 MYR pro Person und man benötigt einen Guide für 30 MYR, um die Blume mitten im Urwald überhaupt zu finden. Da uns das für eine einzige Blume allerdings etwas zu teuer ist, haben wir uns ursprünglich dazu entschieden, nicht dorthin zu fahren. Heute wollten wir das selbe machen, was wir auch in Deutschland an einem Sonntag machen würden, nämlich nichts.

Aber wir haben den Franky Faktor nicht einkalkuliert. Denn irgendwann um die Mittagszeit klopft es an unserer Tür und Franky machte uns ein Angebot, das wir dann angenommen haben. Zusammen mit zwei weiteren Gästen würde uns Moses zum Nationalpark fahren. Wir mussten nur 25 MYR pro Person für die Fahrt bezahlen. Der Eintritt für den Nationalpark von 10 MYR bleibt natürlich gleich, doch wir konnten uns mit den anderen beiden Gästen die Kosten für den Guide teilen und mussten so nur 15 MYR bezahlen. Insgesamt 85 MYR sind deutlich weniger als 230 MYR und so haben wir kurzfristig entschieden mitzufahren.

Der Gunung Gading Nationalpark

Knapp eineinhalb Stunden hat die Fahrt gedauert. Im Nationalpark angekommen, hat uns der Guide über unbefestigte Wege, mitten durch den Urwald geführt, bis wir nach einer guten halben Stunde vor der Blume standen. Neun Monate benötigt die Blume, bis zu anfängt zu erblühen. Dabei entwickelt sie Wurzeln, die so dick sind wie Lianen und sich viele Meter über den Urwaldboden erstrecken. Nach nur einer Woche ist die Blume dann wieder verblüht. Heute war der erste Tag der Blüte und wir hatten das Glück eine Blume zu sehen, die so gut wie nicht beschädigt war. Beschädigt wird die Blume allerdings nicht von den Menschen, denn auf das Ernten der Blume stehen zwei Jahre Gefängnis und 25.000 MYR Strafe. Eichhörnchen und die Natur selbst sind der Grund, warum manche Blüten nicht in voller Pracht zu beobachten sind.

Bevor wir wieder zum Home Stay NOOK gefahren sind, haben wir uns noch einen der Wasserfälle im Nationalpark angesehen und uns im kalten Quellwasser abgekühlt und erfrischt.

Damit ist der heutige Blog auch schon wieder zu Ende, doch abschließend möchte ich die Anweisungen, wie man seinen Aufenthalt im Nationalpark genießen sollte, hier niederschreiben, denn ich finde, dass dies nicht nur für diesen Nationalpark gültig ist, sondern für die gesamte Natur überall auf der Welt.

Rafflesia Lebenszyklus

Rafflesia Lebenszyklus

Rafflesia in voller Blüte

Rafflesia in voller Blüte

Diese Rafflesia hatte etwa 50cm Durchmesser

Diese Rafflesia hatte etwa 50cm Durchmesser

Verblühte Rafflesia

Verblühte Rafflesia

Wasserfall

Wasserfall #1

Abkühlung

Abkühlung im Wasserfall

Respektiere die Natur

Nimm nichts, ausser Bilder auf. Hinterlasse nichts, ausser deine Fußabdrücke. Töte nichts, ausser deine Zeit.
Dies sind wahrscheinlich die wichtigsten Dinge, die man beachten sollte, wenn man im Nationalpark höhlenklettert oder wandert, oder eigentlich überall in der Natur. Es ist eigentlich selbsterklärend, nichts zu nehmen und nichts zu hinterlassen. Überhaupt. Stehle nicht und werfe nichts weg. Selbst ein kleiner Stein, der unscheinbar erscheint, lass ihn dort. Wenn jeder einen kleinen Stein mitnimmt, oder eine Pfeilspitze, kann sogar ein Berg in Schutt verwandelt werden. Selbst ein Kaugummi Papier, das geringfügig erscheint, nimm es wieder mit. Wenn jeder ein Kaugummi Papier in eine Höhle wirft, kann die Höhle damit aufgefüllt werden. Es gibt jedoch eine Ausnahme. Es spricht nichts dagegen so viel Müll wieder mitzunehmen, wie Du kannst, wenn Du den Nationalpark verlässt. Wenn jeder nur einen Rucksack voll Müll mitnimmt, kann sogar eine Müllhalde mit Leichtigkeit geleert werden. Behalte auch im Hinterkopf, dass auch Fußabdrücke Schaden anrichten können. Vermeide fragile Gegenden und sei bei jedem Schritt vorsichtig. Es ist wirklich ganz einfach. Diese exotischen Plätze möchten auch noch von der nächsten Generation bewundert werden.

Aufmerksam sein

Wenn man sich Zeit nimmt uns aufmerksam ist…

Libelle

…kann man auch noch mehr sehen…

Eidechse

Beispielsweise Eidechsen

Semenggoh Nationalpark – zweiter Versuch

Erster Stopp: Semenggoh Nationalpark

Zusammen mit Franky, Moses und zwei weiteren Gästen des Home Stay NOOK, sind wir heute zum zweiten Mal zum Semenggoh Nationalpark gefahren. Doch als wir am Eingangsbereich angekommen sind, hatte ich die Hoffnung bereits aufgegeben, Richie heute zu sehen. Denn dort standen zwei Reisebusse und überall waren kleine Kinder. Trotzdem sind wir zum Futterplatz gegangen, aber die Eltern hatten weder sich noch ihre kleinen Kinder unter Kontrolle. Mobiltelefone klingelten, die Kinder schrien und weinten, so dass man den Parkranger, der versucht hat die Orang Utans anzulocken, kaum hören konnte. Nach einer halben Stunde sind wir wieder hoffnungslos zurück gegangen, als uns ein Parkranger entgegenkam und in Richtung Fruchtgarten zeigte. Während alle anderen noch an der Hauptfutterstelle vergeblich warteten, hatten wir beide erneut Glück und konnten abermals zwei Orang Utans aus nächster Nähe beobachten. Als die anderen mit ihren Kleinkindern ankamen, und man sich vor lauter Lärm schon fast die Ohren zu halten musste, sind die beiden Orang Utans auch schon wieder in den dichten Dschungel verschwunden. Ich kann ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen, warum die Eltern mit ihren Kindern nicht einfach in den Zoo gehen. Statt dessen beschweren sie sich, weil sie Eintritt bezahlt haben, und keine Orang Utans gesehen haben. Obwohl man eine Einweisung bekommt, in der deutlich mehrfach darauf hingewiesen wird, leise zu sein, und die Heimat der Tiere zu respektieren. Zusätzlich stehen überall Schilder, auf denen nichts anderes ausser „Be quiet“ steht. Trotzdem führen sich die Leute auf, als wären sie im Bierzelt auf dem Oktoberfest. Es wird auch darauf hingewiesen, kein Blitzlicht zu verwenden, weil die Tiere dadurch aggressiv werden könnten. Trotzdem blitzt es bei strahlendem Sonnenschein an jeder Ecke. Die wirklichen Affen im Nationalpark waren an diesem Tag die Menschen, die keinen Respekt vor der Natur und der Heimat einer bedrohten Tierart haben.

Selena trägt ihr Baby auf dem Rücken

Selena trägt ihr Baby auf dem Rücken

Mutter mit Kind

Selena mit ihrem 6 Jahre alten Nachwuchs

Zweiter Stopp: Padawan

Nachdem alle Orang Utans verschwunden waren, sind wir nach Padawan gefahren. In dieser Region Borneos leben die Iban. Für diverse religiöse Rituale, wie beispielsweise bei einer Hochzeit, benötigten die Iban frische Schädel. Um an die Köpfe zu kommen, wurden diese ihren Feinden bei lebendigem Leibe abgeschlagen. Aus diesem Grund sind die Iban auch als Kopfjäger bekannt. Frei nach dem Motto: Wie Du mir, so ich Dir, wurden die Iban selbst auch Opfer von Vergeltungsschlägen, bei denen auch ihnen die Köpfe abgeschlagen wurden. Neben den traditionellen Langhäusern, kann man in Padawan auch diese Köpfe sehen. Im höchsten Haus des Dorfes werden diese auf Grund des unangenehmen Geruchs aufbewahrt. Franky hat mit uns einen Rundgang durch Padawan gemacht, und uns alles gezeigt. Von der Herstellung von Reis und Kakao bis zu den Körben, die immer nur für eine spezielle Sache verwendet werden, hat sie uns alles gezeigt und erklärt und uns jede einzelne Frucht kosten lassen. Bevor wir dann wieder zurück nach Kuching gefahren sind, haben wir noch zusammen mit den Einwohnern von Padawan eine traditionelle Mahlzeit eingenommen, welche im Bambusgrill zubereitet wurde.

Langhaus

Langhaus der Iban

Bea isst mal wieder eine Banane

Bea isst mal wieder eine Banane

Zuckerrohrpresse

Zuckerrohrpresse

Reis beim Trocknen

Reis beim Trocknen

Kakaofrucht

Kakaofrucht

Kakao beim Trocknen

Kakao beim Trocknen

Die Natur um Padawan

Die Natur um Padawan

Bambusbrücke in Padawan

Bambusbrücke in Padawan

Junge Ananas

Junge Ananas

Sauerapfel - Belimbing

Sauerapfel – Belimbing

Hühnersuppe im Bambusrohr zubereitet

Hühnersuppe im Bambusrohr zubereitet

Dritter Stopp: Semenggoh Nationalpark

Ursprünglich wollten wir zum Wochenendmarkt nach Kuching fahren, doch ich wollte unbedingt noch einmal die Möglichkeit nutzen, um im Semenggoh Nationalpark Richie sehen zu können. Obwohl es bereits nach 15:00 Uhr war, sind wir dann noch einmal zur Fütterung gefahren. Als Beatrice und ich zur Futterstelle kamen, winkten uns die Parkranger bereits zu und deuteten an, dass wir uns beeilen sollen. Es sind bereits drei Orang Utans an der Futterstelle und einer der Parkranger hatte angeblich Richie gesehen. Zusammen mit den Parkrangern sind wir schnellen Schrittes zur Futterstelle geeilt, denn selbst sie hatten Richie bereits seit Wochen nicht mehr zu Gesicht bekommen. Als wir kurz darauf an der Futterstation angekommen sind, konnten wir insgesamt fünf Orang Utans sehen. Und plötzlich ist das Alphamännchen wie aus dem Nichts aus dem Urwald erschienen und hat sich in mitten seines Harem gesetzt. Was für ein beeindruckendes Tier. Ich kann kaum fassen, was für ein Glück wir hatten, bereits bei unserem zweiten Besuch das Alphatier zu sehen, welches im Schnitt nur dreimal im Monat an die Futterstelle kommt.

Vier auf einen Streich

Vier auf einen Streich

Dieser Zeitgenosse hängt in den Seilen

Dieser Zeitgenosse hängt in den Seilen

Richie - The Big Boss

Richie – The Big Boss

Ein beeindruckendes Lebewesen

Ein beeindruckendes Lebewesen

Vierter Stopp: Wochenendmarkt von Kuching

Abschließend sind wir noch zum Wochenendmarkt gefahren, doch weil es zu sehr geregnet hat, haben wir ausser Gemüse für unser Abendessen nicht viel davon gesehen. Zum Glück, kann ich nur sagen, denn der Hauptgrund, warum Franky mit uns zum Wochenendmarkt fahren wollte, waren die noch lebendigen Maden, die man dort verspeist und die als Delikatesse gelten. Doch da wir auf der Rückfahrt einen Zwischenstopp im Semenggoh Nationalpark eingelegt haben, waren die Maden glücklicherweise schon ausverkauft.

Wochenendmarkt in Kuching

Wochenendmarkt in Kuching

Home Stay NOOK – besser gehts nicht

Ursprünglich wollten wir heute noch einmal zum Semenggoh Nationalpark fahren, um vielleicht „Richie, The Big Boss“ zu Gesicht zu bekommen. Aber wir haben uns die letzten beiden Abende mit den anderen Gästen so super verstanden, dass wir unseren Plan kurzfristig geändert haben. Vor allem mit den beiden Jungs aus Holland und Belgien, Jeroen und Jeroen, haben wir viel zusammen gelacht. Einer der beiden Jungs ist leidenschaftlicher Koch und er hat Franky gefragt, wie man traditionelle Frühlingsrollen macht. Eine der wichtigsten Zutaten sind die Teigblätter, in die man dann die restlichen Zutaten einwickelt. Diese Teigblätter sind am besten, wenn man sie frisch auf dem Markt kauft. Aus diesem Grund wollte Jeroen zusammen mit Franky heute nach China Town in Kuching gehen, um diese dort einzukaufen. Also haben wir uns kurzfristig dazu entschieden mitzukommen und später gemeinsam Frühlingsrollen zu machen. Nicht weit vom Home Stay NOOK entfernt, sind wir in einen Hinterhof gegangen. Dort stand eine etwa 70-jährige Frau. Die eine Hand hatte sie in einer großen Schüssel voller Teig, und mit der anderen Hand hat sie mit bloßen Fingern die fertigen Teigblätter von der heißen Kochplatte gelöst. Im Akkord stellt die alte Dame auf diese Art täglich Tausende von Teigblättern her. Wir haben 20 davon vorbestellt und sind dann durch das Haus der alten Dame gegangen und standen plötzlich mitten in China Town.

Handgemachte Teigblätter

Seit 60 Jahren macht diese Frau täglich Tausende von Teigblätter

China Town Kuching

Als wir durch ihr Haus gegangen sind, standen wir mitten in China Town

Irgendwie hat dort jeder seinen eigenen Laden, und jeder verkauft irgendetwas anderes. Wenn man dort als Tourist durchgeht, fragt man sich bei so ziemlich allem, was man sieht, was das überhaupt ist. Doch zusammen mit Franky war es eine Freude dort durchzugehen. Sie hat uns so ziemlich alles erklärt, was es dort zu sehen gab. Ob es essbar ist, woraus die einzelnen Farben in den Lebensmitteln gemacht werden, und warum man diese Farben nur alle zwei Jahre hergestellt werden. Sie hat uns erklärt, dass man an den Waren, welche die Händler verkaufen, erkennen kann, aus welcher Provinz diese ursprünglich stammen. Franky hat uns sehr viel über die Religion der Chinesen erklärt. Wir haben erfahren, warum früher die wohlhabenden Frauen ihre Füße abgebunden haben, und warum es in manchen Geschäften palettenweise Papiergeld zu kaufen gibt. Da wir zusammen mit Franky durch China Town gegangen sind, durften wir auch viele der Spezialitäten kostenlos probieren. Bei einer Tasse schwarzen Reistee hat Franky uns erzählt, dass die Chinesen früher in Höhlen Schwalbennester gesammelt haben, um daraus eine Schwalbennestersuppe zu machen. Nachdem das Sammeln der Nester von der Regierung verboten wurde, haben die Chinesen angefangen, den natürlichen Lebensraum der Schwalben in großen Lagerhallen zu simulieren, um die Nester in Massen herzustellen.

Franky vom Home Stay NOOK hat uns jede einzelne Speise erklärt

Franky vom Home Stay NOOK hat uns jede einzelne Speise erklärt…

Chinesisches Papiergeld

…und was es mit dem Papiergeld auf sich hat.

Bei einer Tasse Tee haben wir viel über die Religion und Kultur Chinas erfahren.

Bei einer Tasse Tee haben wir viel über die Religion und Kultur Chinas erfahren.

Nach ein paar Stunden haben wir uns wieder zurück auf den Weg gemacht, um die Teigblätter abzuholen. Nachdem wir die letzten Zutaten besorgt hatten, sind wir dann wieder in das Home Stay NOOK gegangen und haben gemeinsam das Gemüse zubereitet. Wir haben uns entschieden vegetarische Frühlingsrollen zu machen. Die Hauptzutaten sind geriebene Rüben, Karotten, Knoblauch und Stangenbohnen. Weil wir frische Teigblätter hatten, werden die Frühlingsrollen nicht in Fett ausgebraten, sondern stattdessen die Zutaten gekocht. Zusätzlich gab es noch Rühreier, Nüsse mit braunem Zucker sowie eine Sojasoße. Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, hat uns Franky gezeigt, wie wir alle Zutaten zu einer Frühlingsrolle rollen. Danach hat sich jeder von uns selbst daran versucht. Für Franky war es eine wahre Freude und zuzusehen, denn sie konnte sich vor Lachen nicht mehr halten. Auch wenn unsere Frühlingsrollen nicht perfekt ausgesehen haben, geschmeckt haben sie vorzüglich.

Zutaten für traditionelle Frühlingsrollen

Zutaten für traditionelle Frühlingsrollen

Wir bereiten die Zutaten vor

Gemeinsam bereiten wir die Zutaten vor

Franky beim Rüben reiben

Franky vom Home Stay NOOK reibt die Rüben für unsere Frühingsrollen

Die Zutaten werden gekocht

Anschließend werden die Zutaten gekocht

Ich bereite meine erste Fürhlingsrolle zu

Nachem alle Zutaten aufgetischt sind, bereite ich meine erste Frühlingsrolle zu

Am späten Nachmittag sind meine Lebenspartnerin und ich noch zur Touristeninformation gegangen, um uns eine Unterkunft für den Bako Nationalpark zu reservieren. Als wir wieder zurückgekommen sind, mussten wir uns leider auch schon von Jeroen und Jeroen verabschieden, denn sie wurden von Moses zum Flughafen gefahren, um von dort aus nach Kambodscha zu fliegen. Kaum waren die beiden weg, waren auch schon wieder die nächsten Gäste angekommen, und haben sich bei Franky informiert, wie sie zum Semenggoh Nationalpark kommen. Kurzfristig hat sich Franky dazu entschieden, eine Tour zu machen und den beiden neuen Gästen angeboten, zwischen den Fütterungszeiten nach Padawan zu fahren, um etwas über die Ureinwohner Borneos zu erfahren. Da wir am nächsten Tag sowieso nach Semenggoh fahren wollten, und Franky besser als jeder Reiseführer ist, haben wir uns ebenfalls für die Tour angemeldet.

Das Home Stay NOOK ist nicht unsere Unterkunft. Wir lernen hier ständig neue Leute kennen. Wir können die Küche benutzen und fühlen uns wie zu Hause. Doch das beste daran ist Franky, die sich um ihre Gäste kümmert, als wären es ihre Kinder. Wir waren jetzt schon in einigen Home Stays, aber so wohl wie hier, haben wir uns bisher noch nicht gefühlt.

Ausflug zum Semenggoh Nationalpark

Gestern Abend hat uns Franky, wie Francesca liebevoll von allen genannt wird, den Weg zur Bushaltestelle erklärt. Überpünktlich sind wir an der Bushaltestelle angekommen und haben uns in den wartenden Bus gesetzt. Kurz vor Abfahrt zum Semenggoh Nationalpark ist dann auch der Busfahrer erschienen, der uns ein Ticket verkaufte. Lediglich 3 MYR, also umgerechnet 75 Cent kostet die einstündige Busfahrt. Ich war sehr aufgeregt und gespannt, ob wir überhaupt einen Orang Utan zu Gesicht bekommen werden. Denn Franky hat uns erklärt, dass zur Zeit Früchtesaison ist, und die Orang Utans nur gelegentlich zu den Futterplätzen gehen. Um diese Jahreszeit gibt es im Urwald genug zum Fressen und wir sollen uns nicht allzu große Hoffnungen machen. Manche Gäste mussten dreimal zum Semenggoh Nationalpark fahren, um einen Orang Utan zu sehen. Einer von ihnen war sogar fünfmal dort und hat am Ende nur ein Foto von einem Poster gemacht, auf dem ein Orang Utan zu sehen ist.

Ohne uns große Hoffnungen zu machen, sind wir um 8:00 Uhr am Semenggoh Nationalpark angekommen. Der Preis für den Eintritt ist eigentlich nicht der Rede wert, aber der Vollständigkeit halber sei erwähnt, das dieser 10 MYR, also 2,50 EUR beträgt. Die letzten 1,2 Kilometer zum Futterplatz mussten wir zu Fuß zurücklegen. Lediglich eine kleine Straße führt durch den sonst dicht bewachsenen Urwald. An manchen Stellen zweigen kleine Wege ab, über die man sich etwas tiefer in den Dschungel wagen kann. Es ist fast schon laut in dem Dschungel, aber nicht aufgrund von Verkehrslärm oder ähnlichem, sondern auf Grund der vielen Tiere, die sich mit ihren artentypischen Geräuschen gegenseitig übertönen. Ein Gequake hier, ein Zwitschern dort, Gezirpe und mir völlig unbekannte Töne überall. Überall duftet es. Man sieht die verschiedensten Blumenarten und riesige, saftig grüne Bäume, Gräser und Farne.

Semenggoh Nationalpark

Semenggoh Nationalpark

Nur ein kleiner Weg führt zur Futterstelle

Nur ein kleiner Weg führt zur Futterstelle

Saftiges Grün, wohin man auch schaut

Saftiges Grün, wohin man auch schaut

Ein Farn so groß wie ein Haus

Ein Farn so groß wie ein Haus

Wie Schlangen winden sich die Wurzeln dieses Baumes

Wie Schlangen winden sich die Wurzeln dieses Baumes

Fallgrubenfalle

Eine Fallgrubenfalle

Pünktlich um 9:00 Uhr bekamen alle Besucher des Semenggoh Nationalpark eine Einweisung, wie man sich im Falle einer Begegnung mit einem Orang Utan zu verhalten hat. Während der Einweisung meinte der Nationalpark Ranger, dass er über sein Walky Talky bereits gehört hat, dass zwei Orang Utans an einer der Futterstellen gesichtet worden waren. Ich konnte meinen Ohren nicht trauen und musste noch einmal nachfragen, ob ich mich auch wirklich nicht verhört habe. Plötzlich fing mein Puls an zu rasen und bereits nur der Gedanke daran, gleich einen frei in der Wildnis lebenden Orang Utan zu sehen, presste mir die ersten Tränen in die Augen. Als die Einweisung zu Ende war, sind wir still schweigend Richtung Futterstelle gegangen.

Als wir um die letzte Ecke gegangen waren, hing bereits einer der Orang Utans an seinem linken Arm und linken Bein an einem Ast, der nur wenige Meter vom Boden entfernt war. Ich musste erst einige Male tief Luft holen und durchatmen, bevor ich ein Foto machen konnte. Viel zu sehr hatte ich mir gewünscht, eines von diesen Tieren mit eigenen Augen und vor allem ohne Gitter dazwischen zu sehen. Ein paar Äste höher hing ein weiterer Orang Utan und hat seine Mahlzeit genossen. An diesem Tag waren in etwa 20 weitere Touristen im Semenggoh Nationalpark und als ich mich so umgeschaut habe, habe ich gesehen, dass ich nicht der einzige war, der sich vor Freude und Ehrfurcht die Tränen aus den Augen gewischt hat. Plötzlich konnte ich es weiter hinten aus dem Urwald rascheln hören. Während alle anderen dicht aneinander gedrängt die beiden Orang Utans bestaunten und fotografierten, bin ich in Richtung des Raschelns gegangen und konnte beobachten, wie ein dritter Orang Utan aus den Tiefen des Urwalds sich seinen Weg in Richtung Futterstelle bahnte.

Ich kann kaum glauben, wie viel Glück wir an diesem Vormittag hatten, den wir durften drei von nur noch insgesamt 27 im Semenggoh Nationalpark lebenden Orang Utans mit eigenen Augen sehen. Der Gedanke, dass diese wunderschönen und einzigartigen Tiere vom Aussterben bedroht sind, macht mich wirklich sehr traurig. Ich muss mir jetzt erst einmal ein Taschentuch holen, bevor ich überhaupt weiter schreiben kann.

An seinem linken Arm und Bein hängt der Orang Utan im Ast

An seinem linken Arm und Bein hängt der Orang Utan im Ast

Die 44 jährige Seduku

Die 44 jährige Seduku

Seduku vom Semenggoh Nationalpark

Seduku vom Semenggoh Nationalpark

Über eine Stunde sind die Orang Utans heute an der Futterstelle geblieben, was ziemlich aussergewöhnlich ist, denn normalerweise begeben sie sich relativ schnell wieder zurück in die Tiefen des Semenggoh Nationalpark. Am Nachmittag wollten wir unser Glück noch einmal strapazieren und die zweite Fütterung abwarten. In der Zwischenzeit sind wir wieder zum Bus gegangen, der uns nach ein paar Minuten im Vorort von Kuching abgesetzt hatte, damit wir dort etwas zu Mittag essen konnten. Eigentlich hätten wir noch eineinhalb Stunden warten müssen, bis der Bus zurück Richtung Semenggoh Nationalpark wiederkommt. Doch ein sehr freundlicher Einheimischer hat uns, als wir an der Bushaltestelle gesessen sind, mitgenommen und wir konnten die zusätzliche Zeit nutzen, um ein wenig durch den Urwald zu spazieren. Dabei haben wir viele weitere Urwaldbewohner gesehen.

Eine Biene setzt zur Landung an

Eine Biene setzt zur Landung an

Eidechse

Gut getarnte Eidechsen

Vogel

Vögel

Tausendfüssler

Einen Tausendfüssler

Stabschrecke

Stabschrecken

Schmetterling

Unzählige Schmetterlinge

Libelle

Libellen

Langfühlerschrecke

Langfühlerschrecken

Rieseneichhörnchen

Rieseneichhörnchen

Krokodil

Und auch Krokodile

Bei der Fütterung um 15:00 Uhr waren sehr viel mehr Touristen anwesend als am Vormittag und auch sehr viele kleine Kinder, die verständlicherweise keine Lust darauf hatten, sich ruhig zu verhalten und still zu sein. Das war wohl auch der Grund, warum wir am Nachmittag dann keinen weiteren Orang Utan mehr gesehen haben.

Trotzdem möchte ich noch mindestens einmal zum Semenggoh Nationalpark, um vielleicht „Richie, The Big Boss“ zu sehen. Dieses 170kg schwere Alphatier ist allen Einwohnern von Borneo bekannt. Ihn einmal mit eigenen Augen zu sehen, wäre das I-Tüpfelchen des ohnehin schon absolut unvergesslichen Erlebnisses. Aber da Richie im letzten Monat nur dreimal zur Futterstelle gekommen ist, glaube ich ehrlich gesagt nicht, das ich ihn zu sehen bekommen werde. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und außerdem kommt der Eintritt, den ich bezahlen werde, zu 100% dem Semenggoh Nationalpark zu Gute.