Urlaub auf Koh Phayam

Alois Hingerl, Nr. 172, Dienstmann in München, besorgte einen Auftrag mit solcher Hast, daß er vom Schlage gerührt zu Boden fiel und starb. Zwei Engel zogen ihn mit vieler Mühe in den Himmel, wo er von St. Petrus aufgenommen wurde. Der Apostel gab ihm eine Harfe und machte ihn mit der himmlischen Hausordnung bekannt. Von acht Uhr früh bis zwölf Uhr mittags »frohlocken«, und von zwölf Uhr mittags bis acht Uhr abends »Hosianna singen«. – »Ja, wann kriagt ma nacha was z’trink’n?« fragte Alois. – »Sie werden Ihr Manna schon bekommen«, sagte Petrus.

Koh Phayam – Urlaub mit Verzicht

Also wie ein Münchner im Himmel habe ich mich in Suan Mokkh nicht gefühlt, aber von 17 Uhr bis 18 Uhr abends war für mich die Zeit des Hosianna singen. Das beste zu dieser Zeit war jedoch der junge Mönch mit russischem Akzent. Eines Tages kam er mit einem kleinen Säckchen zum Chanting. Er setzte sich wie jeden Tag im Schneidersitz auf das Podest vor uns, und fing an zu erzählen. Dieses Mal war er ein wenig bedrückt über seine Aussagen des Vortages. Ich weiss gar nicht mehr genau, was er am Vortag erzählt hat, auf jeden Fall wollte er sich bei uns für seine Worte entschuldigen. Damit das nicht mehr vorkommt, hat er sein kleines Säckchen mitgebracht. Nachdem wir uns alle gegenseitig fragend angeschaut haben, öffnet er das kleine Säckchen und schüttet es vor sich auf dem Podest aus. Zum Vorschein kommen lauter Steine. Er meint, jeder dieser Steine repräsentiert eine schlechte Eigenschaft. Er nimmt sich einen dieser Steine und wirft ihn in den See vor dem Saal. Er meint, er hat einen ganzen Sack voller Steine mitgebracht, damit jeder von uns einen oder mehrere schlechte Eigenschaften in den See werfen kann. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht, wie viele Steine ich mir nehmen soll. Erst Tage später habe ich von Beatrice während eines verbotenen Gesprächs ein paar Steine zugesteckt bekommen. Am Ende habe ich vier Steine in den See geworfen. Die Steine repräsentieren Rauchen, Mc Donald’s, Coca Cola und Nestlé.

Kreislauf oder System?

Dazu kommt noch Morgensport und den Konsum von Fleisch zu reduzieren. Während unserem Urlaub auf Koh Phayam haben wir das alles ohne Probleme durchgehalten. Insgesamt ist unser Urlaub auf Koh Phayam genauso verlaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Schöne Strandspaziergänge, Schwimmen, frische Früchte und Kaschu Nüsse naschen. Lediglich drei Ereignisse stechen aus unserem sonst erholsamen Strandurlaub auf Koh Phayam heraus.

Flut vor Junes Horizon

Bei Flut kann man direkt vor der Haustüre schwimmen gehen

Hier fließt das Meer ab

Wenn das Wasser aus dem Meer am späten Nachmittag abgelaufen ist…

Ebbe vor Junes Horizon.JPG

…kann man bei Ebbe schöne Strandspaziergänge machen.

Strandkrebse

Wir haben eine Hundertschar von Strandkrebsen vor uns her getrieben…

Dreck einsammeln

…und Müll eingesammelt.

Wo beginnt ein Kreis?

Als wir bei June angekommen sind, und unsere Rucksäcke in den Strandbungalow geworfen haben, um zu Pitar zu fahren, ist das nicht exakt so reibungslos abgelaufen. Denn es gab einen kleine Pause zwischen Rucksack ablegen und Abfahrt. Während Beatrice, was auch immer, gerade im Badezimmer macht, setze ich mich auf die Veranda und genieße die Aussicht. Auf einmal höre ich, wie jemand meinen Namen sagt. Die Stimme kommt aber nicht vom Bad hinter mir, sondern vor mir steht Martina. Wir haben Martina in Bangkok kennen gelernt und jetzt wohnt sie im Bungalow neben uns. Sie ist gerade vom Mango sammeln zurückgekommen und ist gerade dabei einen Mangosalat zu machen. Bevor wir also zu Pitar gefahren sind, haben wir uns den Sonnenuntergang angesehen und dazu Mangosalat und Reis gegessen. Insgesamt waren wir zu fünft. Martina, zwei ihrer Freunde aus Australien, Beatrice und ich. Zwei ihrer Freunde aus Australien? Fantastisch! Gleich mal ausquetschen, wo wir am besten hinfahren und worauf wir achten müssen. Immerhin kommen die beiden gerade von dort, wo wir hinwollen. Genau das haben wir dann die nächsten zwei Tage immer wieder getan. Unter anderem waren wir gemeinsam bei Pitar beim Fischessen und in der absolut abgefahrenen Hippie Bar. Die gesamte Bar, die eher aussieht wie ein kleines Dorf, ist aus Treibholz zusammengezimmert, das am Strand vor der Bar angespült wird.

Hippie Bar

Die Hippie Bar auf Koh Phayam

Das Sternbild Widder

Vom zweiten Ereignis habe ich bereits geschrieben: Es steht Songkran an. Während dem thailändischen Neujahr ist es Sitte, dass sich die Menschen gegenseitig mit Wasser vollspritzen. Oftmals ist das Wasser gefärbt, oder man bekommt das Gesicht mit Puder oder Talcum verziert. Auf Koh Phayam ist das bei weitem nicht so extrem wie beispielsweise in Bangkok. Trotzdem haben wir während dieser Tage auf unseren Roller sowie unsere Kamera verzichtet. Trocken und mit heller Kleidung sind wir zum Essen gegangen, pitschnass und in roter Kleidung sind wir wieder daheim angekommen. Schön wars!

Der Kreis schließt sich

Das dritte Ereignis war der Anruf meines Freundes aus Bangkok. Eigentlich wollte ich ihn die ganze Zeit schon anrufen, um ihm zu erzählen, dass wir die zehn Tage durchgehalten haben. Aber zum einen hatte ich kein Guthaben mehr auf meiner Pre-Paid Karte, und zum anderen kann ich ihm das in drei Monaten persönlich erzählen. Ich weiss noch wie ich ihn vor ein paar Monaten folgende dumme Frage gestellt habe: Wie kann ich Disziplin lernen? Eigentlich wollte ich ihn nur fragen, wie er jeden Tag sein krasses Programm durchziehen kann, und dass mich das echt beeindruckt. Auf jeden Fall musste ich gerade an diese Frage und meinen Freund denken, als mein Telefon klingelt. Seine Worte waren in etwa folgende: Hey Peter wie geht’s? Alles klar bei Euch beiden? Ich hoffe es hat Euch in Thailand gefallen! Ich wollte Euch zeigen, wie wir Thailänder leben, wie wir denken und woran wir glauben! Ich hoffe wir sehen uns bald wieder, Ihr seid jeder Zeit herzlich bei mir Willkommen, kommt vorbei wann immer Ihr wollt! Ich wünsche Euch noch eine schöne Reise! Grüße an Martina!

Relaxen auf Koh Phayam

Da denkt man, man hat es geschafft. Endlich hat man die zehn Tage des Schweigens überstanden, da wird bekannt gegeben, dass das Retreat erst am elften Tag zum Frühstück endet. Da musste ich erst einige Male tief ein- und ausatmen, hat aber nicht viel gebracht. Völlig entnervt habe ich das Retreat verlassen und das ist auch der Grund, warum es kaum Fotos gibt. Zwar durften wir am letzten Tag über das Gelände laufen, um zu fotografieren, aber ich wollte so schnell wie möglich weg. Weg zum Relaxen auf Koh Phayam.

Das kleine Mädchen

Als wir an der Bushaltestelle angekommen sind, steht dort das kleine Mädchen aus den USA. Das Mädchen sieht aus wie zwölf, ist aber immerhin schon 16 Jahre alt. Wie alt ihr Geist ist, kann ich nicht sagen, aber von diesem kleinen Mädchen konnten sich in Suan Mokkh alle Teilnehmer eine Scheibe abschneiden. Ihr Chore bestand darin, die Toiletten auf dem Gelände zu reinigen. Nachdem ein Teilnehmer frühzeitig abgebrochen hat, hat das kleine Mädchen dessen Chore übernommen und zusätzlich noch die Toiletten beim Essensaal geputzt. Vor jedem Gebäude, welches man nicht mit Schuhen oder Flip-Flops betreten darf, befindet sich in Suan Mokkh ein Fußbad. Vor jedem Schlafsaal, vor dem Essensaal, vor dem Meditationssaal und vor jeder Halle. Und jeden Tag lagen frische Blüten im Fußbad und ich habe mich ständig gefragt, wer macht denn sowas? Die Antwort lautet: Das kleine Mädchen, dass jeden Tag alle Toiletten putzt.

Als wir dann also an der Bushaltestelle angekommen sind, steht dort dieses Mädchen und fragt uns, wo wir hin wollen. Nachdem wir ihr erzählt haben, wo wir hin wollen, dreht sie sich um und meint: Moment, ich frage die Einheimischen dort drüben, ich kann Thai! Da ist mir erstmal die Kinnlade runtergefallen. Respekt vor dieser Person! Einer der Gedanken, der mir in diesem Moment durch den Kopf gegangen ist, war: Wenn dieses kleine Mädchen ihre gesamte Generation vertritt, dann steht die Welt vor einer rosigen Zukunft.

Das junge Pärchen

Leider kann uns das kleine Mädchen auch nicht mehr Informationen besorgen, als wir bereits haben. Wir müssen auf den Bus nach Ranong warten. Nach einer viertel Stunde sehe ich auch endlich aus der Ferne einen Bus auf die Bushaltestelle zufahren. Ich erkenne die Aufschrift Bangkok-Ranong und ich strecke meine Daumen raus, damit der Bus anhält. Dann sehe ich nur noch wie der Busfahrer mir zuwinkt und weiter fährt. Später stellte sich heraus, dass der Bus überfüllt war, weil Songkran ansteht. Das thailändische Neujahr. Uns bleibt also nichts anderes übrig als weiter den Daumen raus zu strecken.

Es dauert nicht lange, bis ein junges Pärchen anhält. Sie haben unser Schild mit der Aufschrift Ranong gesehen, und könnten uns zumindest in ihre Heimatstadt zum Busbahnhof bringen, welche etwa 80 km vor Ranong liegt. Wir nehmen das Angebot dankend an und machen uns auf den Weg. Sofort kommen wir ins Gespräch und wir erzählen von Suan Mokkh. Wir stellen erneut fest, wie klein diese Welt doch ist, denn die Frau des Fahrers ist ebenfalls regelmäßig in Suan Mokkh beim Meditieren. Die Welt wird noch ein wenig kleiner, als sie uns Fotos von ihrem Englischlehrer zeigt, der einmal die Woche die Einheimischen freiwillig in Englisch unterrichtet. Auf den Fotos erkenne ich Ignazio, einen der Teilnehmer des Retreats, mit dem ich gemeinsam für das Reinigen der Hot Springs verantwortlich war. Als das junge Pärchen uns dann auch noch Fotos vom Relaxen auf Koh Phayam zeigt, sowie Fotos der Unterkunft, in der sie dort immer übernachten, frag ich mich ob ich im falschen Film bin. Das gibts doch alles gar nicht. Wie ich bereits erwähnt habe, steht Songkran an. Der Grund, warum es keine freien Plätze in öffentlichen Verkehrsmitteln gibt. Das hat uns zumindest das junge Pärchen gesagt, denn irgendwann während der Fahrt hat die Frau des Fahrers beim Busbahnhof angerufen, um für uns herauszufinden, wann der nächste Bus nach Ranong abfährt.

Diese Fahrt war ein weiters Beispiel für die Freundlichkeit der Asiaten. Mit einer absoluten Selbstverständlichkeit und ohne mit der Wimper zu zucken, und vor allem ohne irgendwelche Erwartungen, hat uns das junge Paar 80 km weiter nach Ranong direkt vor die Fähre gefahren. Wir haben ihnen Geld für Benzin angeboten, wollten sie zum Essen einladen, konnten uns am Ende aber lediglich tausend Mal bedanken. Offensichtlich war es eine Freude für das junge Pärchen, etwas Gutes zu tun. Die Fahrt im voll klimatisierten schneeweißem Chrysler Jeep mit Ledersitzen von Suan Mokkh nach Ranong, war ein unbeschreiblicher Abschluss der Anstrengungen der letzten zwei Wochen. Das Erlebnis selbst war für mich wie das i-Tüpfelchen dieses unvergesslichen Erlebnisses.

June und Pitar

Die nächsten zehn Tage werden wir relaxen auf Koh Phayam. Für 300 Baht kaufen wir uns ein Ticket für das Speedboat. Knapp 30 Minuten später sind wir auf Koh Phayam angekommen und leihen uns direkt am Hafen einen Roller aus. Wir fahren zu June und werfen die Rucksäcke in unseren Strandbungalow. Danach fahren wir zu Pitar. Pitar ist Fischer und betreibt ein kleines Restaurant. Heute hat er einen Barrakuda gefangen und wird ihn uns in Tamarind Sauce und Reis servieren. Es lässt sich nicht in Worte fassen, wie nach 14 Tagen vegetarischer Kost ein frisches Barrakuda Steak in Tamarind Sauce von Pitar zubereitet schmeckt. Ich glaube am besten lässt sich diese Mahlzeit mit dem Wort Geschmacksorgasmus beschreiben. Nur dieses Mal ohne die Zigarette danach!

Junes Horizon

Unser Strandbungalow bei June…

Mangroven

…mit Blick auf den Mangrovenwald…

Hornbill

…in der Nähe der Hornbills.

Barrakudasteak

Barrakudasteak in Tamarind Sauce

Ich sehe einen Menschen, der glücklich ist

Tatsächlich ist es so, dass mich meine Reise verändert. Vor allem die Menschen in Thailand haben es mir angetan. Manchmal kommt es mir so vor, als wäre ich hier irgendwann schon einmal gewesen. Ich treffe Menschen, die ich in meinem Leben noch nie gesehen habe, aber die genau darüber reden, was mich schon immer beschäftigt.

Vor meiner Reise war ich unglücklich

Ich mache diese Reise auch deshalb, weil ich mit meinem bisherigen Leben unglücklich war. Ich war es leid, den Traum eines Anderen zu leben, und nicht meinen eigenen. Ich habe mich viel zu wenig, um mich selber gekümmert. Statt dessen bin ich gestresst, genervt und deprimiert von der Arbeit gekommen. Anstatt mich mit Freunden zu treffen, bin ich stundenlang vor dem PC gesessen und habe meine Zeit verbrannt. Ich habe Nahrung zu mir genommen, von der ich nicht wusste, woraus sie besteht.

Meine Reise hat mich verändert

Aber jetzt und heute kann ich sagen: „Ich bin glücklich!“ Ich beginne meinen eigenen Traum zu leben und ich bin wahnsinnig glücklich darüber, dass ich diese Erfahrung gemeinsam mit meinem Engel teilen darf. Ich kümmere mich um meinen Körper und meine Seele. Ich stehe um 6.00 Uhr morgens auf, nicht weil ich das muss, sondern weil ich das will. Ich merke, wie meine täglichen Übungen Früchte tragen. Auf einmal rasiere ich mich täglich, und ich fühle mich wohl in meinem Körper. Ich bin viel ruhiger geworden und ich rege mich kaum mehr über etwas auf. Während unserer Reise haben wir bereits so viele Menschen kennen gelernt, und einige habe ich wirklich sehr in mein Herz geschlossen. Anstatt wie ein Zombie auf den Bildschirm zu starren, nutze ich das Internet, um mich über Kultur und Religionen schlau zu machen. Ich weiss, was ich esse, denn das Essen wird vor meinen Augen mit Zutaten zubereitet, die ich kenne.

Im Einklang mit der Natur

Ich musste nicht lange suchen…

Es lebe der Sport

…um ein Foto von mir zu finden…

Das Leben ist schön

…auf dem ich glücklich aussehe.

Meine Reise macht mich glücklich

Ich habe hier schon so viele Dinge gesehen, die mich wirklich beeindruckt haben. Ich habe hier in Asien noch nie ein Kind schreien gehört, statt dessen beschäftigen sich die Eltern zu 100% mit ihren Kindern und versuchen es immer zum Lachen zu bringen. Die Kinder hier werden nicht in einem Kinderwagen vorgeschoben, sondern vom Vater am Körper getragen. Wenn ich auf der Strasse ein kleines Kind sehe, dann lächelt es mich an und winkt mir zu. Das steckt wirklich an, denn wenn ich heute in den Spiegel sehe, dann sehe ich dort einen Menschen, der mich anlächelt. Ich sehe einen Menschen, der glücklich ist.

Auch Bea ist glücklich

Und wenn mein Engel glücklich ist, dann bin ich es auch

Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern

Dieses berühmte Zitat von Konrad Adenauer gilt in letzter Zeit auch immer öfter für mich. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, als ich gesagt habe, eine Woche Bangkok reicht vollkommen.

Was mich interessiert ist das Jetzt und Heute

Ein Jahr Urlaub. Ein Jahr Zeit, um die Welt erkunden. Ich bin wirklich froh darüber, dass ich momentan frei bin. Ich bin frei in meinen Entscheidungen und ich bin frei von allen Pflichten. Noch gestern haben wir diskutiert, ob wir nach Myanmar fahren beziehungsweise wann. Aber was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Warum muss ich denn alles minutiös planen? Genauso so spontan, wie wir entschieden haben, nach Sri Lanka zu fliegen, haben wir jetzt entschieden: Wir bleiben noch eine Woche in Bangkok.

Woher kommt der Sinneswandel?

Ich habe über einem Geheimtipp geschrieben, der geheim bleiben soll. Ich habe darüber geschrieben, dass wir hier nur drei Tage bleiben können. In den letzten paar Tagen haben wir in einem Hotel ganz in der Nähe übernachtet. Sterile weisse Wände, harte Betten und niemanden zum Reden ausser uns selbst. Darum sind wir auch die letzten Tage immer wieder hier gewesen. Manche Menschen hier haben eine unglaubliche Lebenserfahrung. Hier habe ich das erste Mal erfahren, was es eigentlich wirklich bedeutet, zu reisen. Hier gibt es Menschen, die schon durch die Welt reisten, da war ich noch nicht mal geboren. Und irgendwie sind wir beide anscheinend auch dem Eigentümer sympathisch. Er hat gemerkt, dass es uns hier gut gefällt und ihm gefällt es, wenn seine Gäste Kontakte knüpfen und Konversation betreiben. Da in der Zwischenzeit auch wieder ein Zimmer frei geworden ist, hat er uns angeboten zu bleiben. Morgen wollten wir eigentlich nach Myanmar reisen. Aber was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Reisen bedeutet, frei zu sein. Da kann es vorkommen, dass man irgendwo hängen bleibt, und man weiss nicht einmal warum. Doch dieses Mal weiss ich warum. Hier ist es einfach viel zu familiär und alle sind auf der selben Wellenlänge. Jeder der hier ist, hat seine persönlichen Gründe dafür, in Bangkok zu sein. Glaubt mir! Es gibt tausend Gründe, Bangkok zu besuchen.

Der Chatuchak Markt in Bangkok

Einer dieser tausend Gründe, könnte beispielsweise der Chatuchak (auch Jatujak geschrieben) Markt in Bangkok sein. Dabei handelt es sich um den größten Markt dieser Art weltweit. Hier gibt es über 10.000 Stände, an denen alles verkauft wird, was man sich nur vorstellen kann. Ich habe bereits ein paar Märkte besucht, aber der Chatuchak Markt in Bangkok stellt alle anderen Märkte in den Schatten. Der Markt ist so groß, dass man am Eingang eine Art Stadtplan vom Markt bekommt, damit man sich nicht verläuft. Wir waren heute fast vier Stunden auf dem Chatuchak Markt in Bangkok und wir haben nur einen Bruchteil gesehen. Ich weiss überhaupt nicht, womit ich anfangen soll, was man hier alles bekommen kann. Am besten Ihr klickt Euch einfach durch die Bilder.

Ruhe vor dem Sturm

Als wir angekommen sind, war noch nicht so viel los

Gang 30 Chatuchak

Die kleinen Gänge sind wie ein Irrgarten

Plan vom Wochenendmarkt

Zur Orientierung kann man den Plan benutzen…

Jatujak Wochenendmarkt

…oder man stürzt sich mitten ins Getümmel…

Tipbox

…hier gibt es Kleidung…

Handgefertigte Spielwaren

…handgefertigte Spielwaren…

Elektronikartikel

…Elektronikartikel…

Haushaltswaren

…Haushaltswaren…

Gang 25 Chatuchak

…und vieles vieles vieles mehr.

Alles kann man natürlich nicht auf Bildern festhalten. Manchmal ist es sogar verboten, Bilder zu machen. Und wenn der Kellner direkt nach der Bestellung quer durch den Food Court die Bestellung an den Koch weiter brüllt, dann kann man das natürlich auch nicht fotografieren. Das muss man einfach selbst erlebt haben.

Pad Thai Tom Yam und Reis

Quer durch den Food Court wird die Bestellung an den Koch weiter gebrüllt

Eigentlich will ich überhaupt nicht weg von Pai

Ganz ehrlich, eigentlich will ich überhaupt nicht weg von Pai. Wir hatten hier alles, was wir zum glücklich sein brauchten. Tagsüber fantastisches Wetter bei über 30°C und nachts konnte man schlafen wie ein Murmeltier.

Eigentlich will ich nicht weg von Pai

Ich vermisse jetzt schon unser kleines Haus in den Bergen. Ich vermisse unseren Nachbarn, der den lieben langen Tag auf seiner Mundharmonika spielte. Ich vermisse die schwarze Katze, die Enten und die Hühner, die uns fast jeden Tag besucht haben. Ich vermisse jetzt schon die vielen netten Leute, die wir in Pai kennengelernt haben.

Dich vermisse ich nicht

Dich vermisse ich nicht

Unser Haus in den Bergen

Da haben wir mal wirklich ein glückliches Händchen bewiesen. Wir hatten hier immer absolute Ruhe. Und dazu gehört auch, dass unser Nachbar auf seiner Mundharmonika gespielt hat, denn er hat wirklich saugut gespielt. Ich hoffe er kann die beiden Decken gebrauchen, die wir ihm heute vor seine Tür gelegt haben.

Ich vermisse unser Haus

Ich vermisse unser Haus…

Die Natur in Pai ist fantastisch

…und die wunderschöne Landschaft

Abrechnung auf Thailändisch

Bereits gestern haben wir die Endabrechnung mit Dijem, unserem Vermieter gemacht. Stromkosten für einen Monat: 138 Baht – umgerechnet 3,50 EUR. Warum geht das in Deutschland nicht? Für die Endreinigung wurden wie besprochen 150 Baht von der Kaution einbehalten. Die restliche Kaution haben wir sofort wieder zurückbekommen. Auf die Kaution unserer Wohnung in München warten wir nach vier Monaten immer noch.

Pai ist schon was Besonderes

Durch die Bank waren hier alle Menschen stets freundlich und ehrlich. Ich möchte hier auch noch niederschreiben, dass unser Nachbar einmal die halbe Stadt mit einer Suchanzeige seiner Mundharmonika zugepflastert hat. Bereits am nächsten Tag hat sich ein ehrlicher Finder bei ihm gemeldet. Pai hat sogar eine eigene Facebook Gruppe. Wenn man mal überhaupt nicht mehr weiterkommt, hilft die Community sofort. Von Reis mit Curry über Pizza bis frische Brötchen gibt es hier alles. Doch am besten hat mir gefallen, als ich selbst meine ersten Thai-Gerichte gekocht habe.

Kochen mit Su

Kochen mit Su

Mehr als nur Urlaub

Wir haben wirklich viel erlebt in Pai. Fast alle Sehenswürdigkeiten haben wir abgeklappert. Doch am Besten hat mir gefallen, dass ich Zeit gefunden habe, etwas zu programmieren. Zwei Apps inklusive Grafik, Design, Tests und allem notwendigen Schnick Schnack habe ich im AppStore eingereicht. Der Currency Exchange Converter ist bereits im AppStore erhältlich. Der Prefix Changer wartet momentan noch auf die Freigabe durch Apple. Und wenn ich keinen Bock auf programmieren gehabt habe, dann habe ich mich in meine Hängematte gelegt.

Auch im Urlaub produktiv

Wenn ich mal keinen Bock zum Programmieren hatte…

Ich vermisse die schwarze Katze

…habe ich mich auf die Hängematte gelegt

Aber jetzt ist der Monat plötzlich vorbei. Wir haben unsere Habseligkeiten wieder in unsere Rucksäcke gepackt. Und als wir mit gepackten Rucksäcken ein letztes Mal vor unserem Haus in Pai stehen, sind uns plötzlich die Tränen gekommen. Eigentlich will ich überhaupt nicht weg von Pai. Aber der Bus, der Zug, der Flug – alles schon gebucht.

Sandpipers Guesthouse Langkawi

Heute ist es uns wirklich schwer gefallen, uns zu verabschieden. Wir haben im Sandpipers Guesthouse so viele sympathische Menschen kennengelernt. Vor allem der Eigentümer des Sandpipers Guesthouse ist sehr freundlich und hilfsbereit. Man konnte merken, dass ihm das Wohl seiner Gäste sehr am Herzen liegt.

Das Sandpipers Guesthouse in Langkawi

Mit unserem angemieteten Wagen haben wir uns von Google Maps zum Guesthouse navigieren lassen. Wir sind ungefähr zehn Minuten gefahren, bis wir unser Ziel erreicht haben. Nur leider konnte man dort kein Guesthouse sehen, welches den Bildern der Reservierung gleicht. Zuerst haben wir einige Einheimische gefragt, wo wir hin müssen, doch leider konnte uns niemand weiterhelfen. Auf der Reservierung war auch die Telefonnummer vom Sandpipers Guesthouse angegeben. Wir konnten zuerst niemanden erreichen und deshalb haben wir uns weiter durchgefragt. Doch dann klingelte mein Telefon und der Eigentümer hat uns angeboten, uns abzuholen. Wir haben das Angebot dankend angenommen und sind dann in etwa noch zwei Kilometer gefahren und in eine kleine Seitenstrasse eingebogen.

Guesthouse ausgebucht – kein Problem

Der Besitzer des Sandpipers Guesthouse stellte sich uns mit MK vor. Er meinte, seinen echten Namen kann sich sowieso keiner merken. Da die Zimmer im Sandpipers Guesthouse schon alle belegt sind, hat uns MK sein Eigenheim für die Übernachtungen zur Verfügung gestellt. Es gibt eine Dusche mit Warmwasser, zwei Toiletten, eine Küche mit Bar sowie einen großen Gemeinschaftsbereich. Im selben Geschoss gibt es noch einen Schlafsaal mit acht Betten. Im oberen Stockwerk gibt es zwei Zimmer. Das hintere Zimmer hat eine Tür mit Schloss, aber keinen Schlüssel. Unser Zimmer hatte eine Tür mit Schloss und Schlüssel, war aber an der gesamten Front offen und nur mit einem Vorhang geschützt. Über dem Bett hängt ein Moskitonetz und es gibt einen Ventilator.

Frühstückspreise

Die Küche im Sandpipers Guesthouse kann jeder nutzen. Oben stehen die Frühstückspreise. MK bereitet es höchst persönlich zu.

Sehr netter und hilfsbereiter Besitzer

Das Schöne an einem Guesthouse ist, dass man ständig neue Leute kennenlernt. Bisher waren alle Eigentümer immer sehr hilfsbereit und freundlich gewesen, MK ist da keine Ausnahme. MK, wo bekommen wir was gutes und günstiges zu Essen? MK, wie kommt man von hier nach dort? MK, kannst du uns mit dem Visa für Thailand helfen? MK, was sollten wir uns unbedingt ansehen? MK, kannst du uns eine günstige Tour organisieren? MK, soll ich dir noch ein Bier bringen? Wenn uns MK nicht weiterhelfen konnte, hatte er einen Freund, der es konnte. Es waren immer ein paar einheimische Freunde von MK im Sandpipers Guesthouse. Und abends, wenn alle Gäste erschöpft von ihren Touren zurückgekommen sind, sind wir alle gemeinsam vor MK’s Haus gesessen.

Super Gastgeber, super BBQ, super Gäste

Super Gastgeber, super BBQ, super Gäste

Und für die besonderen Gäste ein BBQ

Am ersten Abend wollte MK von uns wissen, ob wir Fisch mögen und wir nicht Lust auf ein BBQ hätten. Aber bei dieser Frage musste keiner der Gäste lange überlegen, und so veranstaltete MK ein BBQ. Für seine besonderen Gäste macht er das gerne und wir alle haben uns sehr geehrt gefühlt. Am Abend des BBQ waren alle Gäste erstaunlich früh wieder von ihren Touren zurück. Ich weiss das so genau, weil wir die Ersten waren. Während des BBQ habe ich dann erfahren, dass MK mit seinen Freunden mehrmals die Woche ein BBQ veranstaltet. Wir sind somit gar nicht so besondere Gäste. Aber es zeigt, dass für MK alle seine Gäste etwas Besonderes sind. Ich möchte mich auf diesen Weg auch noch einmal für das fantastische BBQ bedanken. Ich habe mich sehr darüber gefreut, MK und seine Freunde kennen zu lernen. SKOL

BBQ

BBQ

Sorry I'm late

Sorry I’m late

SKOL

SKOL

Jeder liebt MK

Jeder liebt MK

MK mit seinen Freunden und Gästen

MK mit seinen Freunden und Gästen

Zusammenfassung

Eine Nacht pro Person kostet im Sandpipers Guesthouse 60 MYR. Unser Zimmer mit Fenstern, Doppelbett, Moskitonetz und Ventilator war sehr groß. Die Gäste teilen sich eine Warmwasser Dusche und zwei Toiletten. Es gibt eine Küche sowie kostenloses W-Lan im gesamten Bereich. Der Besitzer ist sehr nett und hilfsbereit. Es gibt Frühstück gegen Aufpreis. Das Haus selber ist schon sehr alt, aber alles wurde sehr liebevoll renoviert. Es ist nicht perfekt, aber es handelt sich auch nicht um ein Luxusressort. Auch wenn die eine oder andere Dichtung in der Dusche nicht so dicht ist, hat es mir dort sehr gut gefallen.

Best Guesthouse ever

Best Guesthouse ever

Warum mir Malaysia besser gefällt als Indonesien

Wir sind jetzt bereits ein paar Wochen unterwegs und mittlerweile wurde ich bereits ein paar Mal gefragt, welches der beiden Länder mir besser gefällt. Und jedes Mal ist die Antwort die selbe: Malaysia!

Aber warum gefällt es mir hier so viel besser? Das Wetter kann es nicht sein, denn seit dem wir hier sind, regnet es fast jeden Abend. Hauptsächlich sind es die folgenden Gründe, warum mir Malaysia besser gefällt als Indonesien.

Darum gefällt mir Malaysia besser als Indonesien

Sauberkeit in Indonesien

Wenn man in Indonesien auf den Boden schaut, dann ist dort Dreck. Indonesien ist mir vorgekommen wie ein großer Mülleimer. Die Menschen dort scheren sich einen Dreck um ihre eigentlich wunderschöne Umwelt. Mülleimer sieht man dort so gut wie nirgendwo, stattdessen sieht man häufig am Strassenrand ein kleines Feuer brennen. Da dort so ziemlich alles verbrannt wird, was die Leute nicht mehr verwenden können, riecht es auch dementsprechend. Selbst auf dem höchsten Berg in 3700m liegen zahlreiche Plastikflaschen und Verpackungsmaterial herum.

Ein typisch indonesiches Bild

Eigentlich wollte ich dieses Affenbild gar nicht veröffentlichen, zu viel Müll liegt im Hintergrund herum. Doch für diesen Punkt ist es das perfekte Beispiel.

Statt dem Schild sollte dort ein Mülleimer sein

Statt dem Schild sollte dort ein Mülleimer stehen.

Sauberkeit in Malaysia

Wenn ich sagen würde, Malaysia wäre sauber, dann würde ich lügen. Aber es ist wesentlich sauberer als Indonesien. In Kuala Lumpur beispielsweise gibt es an jeder Strassenecke einen Mülleimer. Dort habe ich das erste Mal auf unserer Reise, Strassenfeger gesehen. Auch die zahlreichen Nationalparks, die wir bisher besucht haben, waren im großen und ganzen sauber. Ich habe nur ganz selten eine Dose oder Plastikflasche gesehen. Ich sollte mich allerdings selbst noch ein wenig umweltbewusster benehmen. Ich nehme zwar meinen eigenen Müll immer wieder mit, doch in Zukunft sollte ich eine leere Plastiktüte bei mir tragen, um die vereinzelten Dosen oder Plastikfaschen einsammeln zu können.

Mülleimer und grüne Oase

An jeder Ecke stehen Mülleimer. Und auch mitten in der Stadt gibt es grüne Oasen.

Menschen in Indonesien

Ohne Frage, die Menschen hier sind eigentlich alle freundlich und fast jeder lächelt. Aber in Indonesien ist es nahezu unmöglich, auf der Strasse entlang zu gehen, ohne angequatscht zu werden. Sei es ein Roller, Tücher oder Armbändchen. Die Leute lassen einen nicht einmal im Restaurant in Ruhe und kommen an den Tisch und wollen einem irgendwas verkaufen. Wenn man an einem Stand vorbeigeht, an dem es etwas zu Essen gibt, wird man am Oberarm gepackt und in kaum verständlichen Englisch zugetextet. Englisch sprechen nur sehr wenige, aber zumindest was diesen Punkt betrifft, hatte ich den Eindruck, dass sich das in Zukunft ändern wird.

Man wird regelrecht belagert

Man wird regelrecht belagert, egal ob am Strand oder im Restaurant.

Menschen in Malaysia

Auch hier sind nahezu alle Menschen freundlich und lächeln. Doch wenn man hier die Strasse entlang geht, wird man höchstens freundlich gegrüßt. Dann grüßt man freundlich zurück und kann in aller Ruhe weitergehen. Nur wenn man stehen bleibt und planlos umherschaut, kommt jemand und versucht weiterzuhelfen. Ich habe das Gefühl als würde hier jeder Englisch sprechen können. Auch die ältere Generation kann sich verständlich ausdrücken. Ich wurde hier noch nie bedrängt oder von fünf, sechs Leuten auf einmal belagert, wenn ich mich hinsetze. Wenn man nicht gestört werden möchte, wird man in Ruhe gelassen. Sucht man das Gespräch, kann man sich stundenlang unterhalten.

Die Preise in Indonesien

Dieser Punkt hat mich in Indonesien gegen Ende unseres Aufenthalts bereits so sehr genervt, dass wir bereits vor Ablauf unseres Visa das Land verlassen haben. Denn Preise in Indonesien gibt es so gut wie gar nicht. Nur in Supermärkten und manchen Restaurants stehen die Preise. Ansonsten wird man zuerst von unten nach oben begutachtet, und je nachdem wie man aussieht, bekommt man irgendeinen Preis genannt. Dazu kommt, dass die Leute richtig sauer werden, wenn man nicht mit ihnen verhandelt. Wenn man eine Tour bucht und sich auf der Tour dann mit den anderen Teilnehmern unterhält, gibt es garantiert niemanden, der den selben Preis bezahlt hat, wie man selbst.

Die Preise in Malaysia

Man kann sich kaum vorstellen, wie es nach fünf Wochen Indonesien ist, ein Preisschild zu sehen. Hier in Malaysia ist alles mit einem Preisschild versehen. Wenn man im Hotel seinen Aufenthalt verlängern möchte, wird man sogar darauf hingewiesen, online zu buchen, weil es billiger ist. Lediglich in China Town in Kuala Lumpur muss man mit den Verkäufern verhandeln. Ansonsten bezahlt jeder, egal ob In- oder Ausländer, den selben Preis. Lediglich in den Nationalparks bezahlen Ausländer den doppelten Preis, den ein Einheimischer bezahlt, doch zum Einen finde ich das völlig legitim, und zum Anderen steht das auf der Preisliste, die fast immer in englischer Sprache aushängen.

Was mir in Malaysia ebenfalls besser gefällt als Indonesien

Wie Ihr bereits mitbekommen habt: Die Internetverbindung! Nicht nur, dass man in Malaysia in nahezu jedem Bus und öffentlichen Gebäude, in Reinigungen und Banken, in Kneipen und Unterkünften kostenloses Internet zu Verfügung hat – es ist auch noch um Welten schneller als in Indonesien.

Ein weiterer nicht unwesentlicher Punkt ist die Tatsache, dass man in Malaysia weder bei der Einreise, noch bei der Ausreise etwas bezahlen muss. In Indonesien dagegen muss man bei der Einreise für das Visa 35 US$ pro Person bezahlen und bei der Ausreise, noch einmal 21 US$ pro Person für Steuern. Das empfand ich persönlich als eine echte Unverschämtheit. Und wehe man hat kein Bargeld mehr, dann kostet die Abhebung an den aufgestellten Geldautomaten plötzlich 10 US$ und ist nicht mehr, wie sonst, kostenlos.

Mein letzter und auch nicht unwesentlicher Punkt ist die Tatsache, dass es hier ein gut ausgebautes Verkehrsnetz gibt. Im Vergleich zu Indonesien muss man in Malaysia nicht den Großteil seines Budgets für Transporte ausgeben.

Mülleimer und Busbahnhof

Selbst mitten in der Nacht fahren die öffentlichen Verkehrsmittel. Und auch hier wieder zu sehen: Ein Mülleimer

Zusammengefasst kann man sagen, Malaysia ist viel westlicher als Indonesien. Und das finde ich als verwöhnter Deutscher gut. Natürlich ist das nur meine Meinung und jemand anderes findet es vielleicht toll, selbst für eine Flasche Wasser herum zu handeln, aber mein Ding ist das nicht. Ebenso wenig möchte ich in meinem Urlaub ständig belästigt werden. Wenn ich etwas möchte, dann bezahle ich den Preis, der ausgeschrieben ist. Wenn mir das zu teuer ist, dann kaufe ich es nicht. Mein Geld lasse ich sowieso hier, doch in Malaysia habe ich das Gefühl, es dafür auszugeben, wofür ich möchte.

Auf nach Borneo zu den Orang Utans

Geschlafen haben wir heute nicht, denn zum Einen bin ich mal wieder viel zu lange an meinem Blog gesessen, und zum Anderen wollten wir auf keinen Fall unseren Bus verpassen. Um halb drei haben wir aus unserem Hotel ausgecheckt und haben uns auf den Weg zum Bus gemacht. Bei den Ticketverkäufern, die wieder völlig unscheinbar auf ihren Gartenstühlen gesessen sind, haben wir uns für jeweils 12 MYR ein Busticket gekauft. Das war definitiv günstiger und unkomplizierter als die Anreise. Denn als wir in Kuala Lumpur eingetroffen sind, haben wir uns für jeweils 70 MYR ein Ticket für den Schnellzug gekauft, dann hat sich jeder ein Ticket für die Einschienenbahn gekauft und trotzdem waren wir am Schluss immer noch 2 km von unserem Hotel entfernt. Das wir heute bereits so früh zum Bus gegangen sind, war eine weise Entscheidung. Normalerweise fährt der Bus um 4:15 Uhr ab. Aus welchem Grund auch immer ist der Bus aber schon um 3:45 Uhr abgefahren.

Ticketverkäufer

Häuser bis in die Wolken, aber für einen Ticketschalter hat es nicht gereicht…

Um fünf Uhr waren wir dann am Flughafen. Schon beim Buchen unseres Fluges habe ich mich ein wenig darüber geärgert, dass der Flug mit jedem Klick teurer geworden ist. Als ich dann wie üblich einchecken wollte, wollte die Frau am Check-In-Schalter 10 MYR für den Check-In. Ganz schnell hab ich dann meinen Rucksack wieder von der Waage genommen und mir die App von Air Asia heruntergeladen. Nebenbei bemerkt, gibt es im Flughafen von KL, wie sollte es anders sein, kostenloses Internet. Die App von Air Asia ist aber anscheinend nicht dazu geeignet einen Check-In durchzuführen, denn obwohl ich meine malaiische Nummer korrekt eingegeben hatte, konnte die App sie nicht verifizieren. Also bin ich wieder zum Schalter gegangen und habe mich beschwert und schon war der Check-In plötzlich doch kostenlos.

Als wir in Kuching ankamen, wartete bereits wie versprochen unser Fahrer mit einem Beatrice & Peter Zettel in der Hand auf uns. Während der Fahrt haben wir erfahren, dass der Fahrer Moses heisst, und die Hotelbesitzerin gar keine Italienerin ist, obwohl sie Francesca heisst. Nach ungefähr 20 Minuten waren wir beim NOOK Home Stay angekommen. Eine kleine unscheinbare Tür zwischen einem Restaurant und einem Elektroladen führt zum NOOK Home Stay. Kurzfristig war ich etwas geschockt, denn das Zimmer ist nicht viel größer als das Bett, was darin steht. Doch alles ist sauber und Francesca ist mehr als freundlich. Ich muss einfach aus meinem Kopf streichen, dass wir davor in einem Hotel mit Jacuzzi und Warmwasser übernachtet haben. Plötzlich war das NOOK Home Stay besser als gedacht. Man kann die Küche benutzen, der Aufenthaltsraum ist super gemütlich und wie bereits erwähnt, ist die Besitzerin superfreundlich. Sie kennt sich super mit allen Nationalparks aus, weiss wann die Busse fahren, wann Fütterungszeiten sind und wie man sich viel Geld sparen kann. Manchmal organisiert sie selbst Touren, die ausser dem Eintritt für die Parks, nichts kosten. Heute haben wir sogar ein kostenloses Abendessen bekommen und sie war glücklich über die Gesellschaft ihrer Gäste. Auf einer Wand sind hunderte von farbigen Handabdrücken ihrer Gäste, die durch die Bank alle positive Nachrichten hinterlassen haben. Lediglich unser Moskitonetz haben wir zur Sicherheit angebracht, aber das war auch schon alles was ich zu bemängeln habe. Sie hat uns sogar einen Trick gezeigt, wie wir unsere deutschen Stecker in die malaiischen Steckdosen bekommen, ohne einen Adapter kaufen zu müssen. Bis spät in die Nacht saßen wir mit den restlichen Gästen, Moses und Francesca zusammen und haben uns unterhalten. Bevor wir ins Bett gegangen sind, hat sie uns einen Plan gezeichnet, wie wir morgen zum Bus kommen, der für 3 MYR pro Person zum Semenggoh Wildlife Center fährt. Wir sind also gut in Borneo angekommen und morgen geht es auf zu den Orang Utans.

Verschiedene Länder aber eine Meinung

Verschiedene Länder aber die gleiche Meinung

Unsere Küche im NOOK Home Stay

Unsere Küche im NOOK Home Stay

Mahun Beach in Kuta auf Lombok

Wie bisher jeden Morgen, werde ich wieder von Siyol begrüßt und gefragt, wie es mir geht. Er möchte wissen, was wir gestern so getrieben haben und was wir heute so vor haben. Die ganze Zeit lächelt er und macht einen ungemein glücklichen Gesichtsausdruck. Da meine Pre-Paid Karte aus mir unerklärlichen Gründen in Kuta nicht funktioniert, frage ich ihn, ob ich später einen Anruf tätigen kann, oder ob ich irgendwo telefonieren könnte. Ich erkläre ihm, dass wir in zwei Tagen eine Tour nach Komodo gebucht haben und ich herausfinden möchte, wie ich denn nun überhaupt wieder zurück zum Hafen komme. Er bietet mir sofort sein Mobiltelefon an und erwähnt ganz nebenbei, dass er ebenfalls Touren nach Komodo anbietet. Sein Laden ist ein paar Meter die Strasse hoch und ich könne bei ihm vorbeikommen, falls ich später noch irgendwelche Fragen habe. Also nicht nur das diese Großfamilie hier ein Hotel, einen Shop, eine Reinigung und einen Motorradverleih hat, sie haben auch noch ein Veranstaltungsbüro. Das ich meinen Roller auch gleich hier auftanken kann, verwundert mich daher überhaupt nicht mehr.

Meine Lebenspartnerin hat im Internet gelesen, dass es in der Mitte von Lombok einen Affenwald gibt, und ich frage Siyol, wie man dort am besten hinkommt. Er meinte, dass dieser Ort ziemlich weit weg ist, und die Fahrt mit dem Roller Stunden dauert. Wir sollen doch einfach am Strand links abbiegen, denn auch dort ist ein kleiner Wald, an dem nachmittags die Affen vom Berg kommen und am Strand abhängen. Ich könne sie füttern, und es sei auf keinen Fall gefährlich, und obendrein müsste man dort nicht mal Eintritt bezahlen, weil es ein frei zugängliches Gebiet ist. Gut zu wissen, denke ich mir, und merke mir seine Wegbeschreibung.

Der Fischer ist wohl Raucher

Ein kleines Fischerboot in der Bucht des Mahun Beach

Doch zuerst haben wir uns auf den Weg zum Mahun Beach gemacht. Um dort hin zu kommen, muss man etwa eine viertel Stunde mit dem Roller fahren. Die Parkgebühr für diesen Strand beträgt 10.000 Rupien. Als wir dort angekommen sind, war der Strand noch leer, und wir konnten dort die Zweisamkeit genießen, bis dann auch dort der erste Verkäufer anfing, uns langsam aber sicher auf die Nerven zu gehen. Ich habe wirklich nichts dagegen, mich mit Menschen zu unterhalten, aber diese aufdringliche Art, wie alle paar Minuten der Nächste und der Nächste und der Nächste und der Nächste und der Nächste kommt, geht mir langsam aber sicher auf die Nerven. Zu unserem Glück kam gegen Mittag eine Schulklasse an den Strand. Die Schulklasse bestand ausschließlich aus Mädchen im Alter von 16 Jahren, und sie waren an den Strand gekommen, um mit Hilfe der Touristen ihre Englischkenntnisse zu verbessern. Sie hatten sogar Buttons angesteckt auf denen stand: Please talk English to me! Und das haben wir dann auch gemacht. Stundenlang saßen wir gemeinsam im Schatten, haben uns mit ihnen auf Englisch unterhalten, gesungen und gelacht. Immer wieder haben sie uns gefragt, ob es OK sei, wenn sie sich noch weiter mit uns unterhalten, oder ob wir lieber alleine sein möchten. Wir haben uns wirklich gerne mit ihnen unterhalten, und wir waren gleichzeitig auch froh, denn während der gesamten Zeit hat uns kein einziger Verkäufer belästigt. Stattdessen kamen immer mehr von den Mädels zu uns und haben sich dazu gesetzt. Ich glaube am Ende ist die ganze Schulklasse bei uns gesessen. Irgendwann haben sie sich dann von uns verabschiedet, unsere Hände geschüttelt und die Mädels sind mitsamt ihren Schuluniformen ins Meer gesprungen. Das haben wir dann auch gemacht jedoch in Badekleidung, versteht sich.

Wie die Kinder stürzen wir uns die Wellen

Wie die Kinder stürzen wir uns die Wellen

Weglaufen bringt nichts

Weglaufen bringt nichts

Der Mahun Beach in Kuta auf Lombok hat einen wunderschönen, feinen Sandstrand und man kann ohne Bedenken barfuß ins Meer zum Baden gehen. Ich habe kein einziges Steinchen unter meinen Füßen gehabt, egal ob am Strand oder im Wasser. Nach ein paar Metern konnte man schwimmen, und wenn man nach unten ins klare Wasser geschaut hat, konnte man immer noch den feinen Sand am Boden erkennen. Die Bucht, in der sich der Strand befindet sieht aus wie gemalt. Gemeinsam mit meiner Lebenspartnerin, haben wir uns in die Wellen gestürzt und herumgetollt wie kleine Kinder. Viel zu schnell ging der Tag vorbei, und wir machten uns wieder auf den Weg zurück nach Kuta, um den Affenwald zu suchen, von dem uns Siyol am Morgen erzählt hat. Bis wir diesen aber endlich gefunden hatten, war es bereits dunkel, und wir haben uns dazu entschieden, morgen noch einmal hier her zum Affenwald zu kommen, um ein paar schöne Fotos zu machen.

Viel zu schnell ging der Tag vorbei

Viel zu schnell ging der Tag vorbei

Entspannen auf der Veranda

Ich habe wirklich keine Ahnung, wie viele Leute hier in diesem Familienbetrieb eigentlich arbeiten. Ständig läuft ein neues Gesicht an uns vorbei, dass uns freundlich lächelnd grüßt. Da wir immer noch heftigen Muskelkater von unserer Rinjani Tour haben, haben wir uns entschieden, den heutigen Tag entspannt auf der Veranda zu verbringen. Vielleicht schaffen wir es hier ja auch, das Datenvolumen des kostenlosen WiFi auszuschöpfen. Wir sitzen da also mit unseren Laptops und unterhalten uns nebenbei über den Besitzer des Hotels. Wir sind der Meinung, dass er wohl für indonesische Verhältnisse ein sehr wohlhabender Mann sein muss, da er in seinem Hinterhof mehrere Zimmer zu vermieten hat, einen kleinen Laden besitzt, Motorroller vermietet und, wie sich im Laufe des Tages herausgestellt hat, auch eine kleine Wäscherei im Haus hat.

Alleine waren wir heute nie

Auf unserer Veranda waren wir heute nie alleine

Als wir uns so über den Besitzer unterhalten, kommt dieser zu uns, und erzählt uns, dass er heute ein Fest für seine Tochter gibt, die vor 20 Tagen auf die Welt gekommen ist. Er wird aus diesem Grund seinen Laden jetzt zusperren und heute auch nicht mehr öffnen. Ausserdem wollte er wissen, ob wir indonesisches Essen mögen, denn er möchte uns gerne an seinem Glück teilhaben lassen und uns nach der Feier einige einheimische Spezialitäten bringen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es unhöflich war, diese Frage mit Ja zu beantworten oder ob es respektlos gewesen wäre, sie zu verneinen. Doch ich hatte in diesem Moment den Eindruck, dass er sich sehr darüber gefreut hat, dass wir sein Glück auf diese Art mit ihm teilen möchten. Irgendwann am Nachmittag hörten wir dann wie nebenan gesungen, geklatscht und gelacht wurde. Kurze Zeit später kam der Bruder des Besitzers mit einem großen Tablett und einem noch größerem Lächeln zu uns. Wir konnten gar nicht oft genug Danke sagen, so sehr waren wir von dieser Geste beeindruckt. Wir haben noch nichtmal aufgegessen, da kam der Besitzer mit zwei Tüten zu uns und brachte uns auch noch Kuchen.

Eine beeindruckende Geste

Eine beeindruckende Geste

Indonesische Köstlichkeiten

Wir wurden mit indonesischen Köstlichkeiten verwöhnt…

Der Inhalt einer Kuchenbox

…und zum Nachtisch gab es auch noch Kuchen, Obst und Wasser

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass wir am heutigen Tag zwar eigentlich nichts weltbewegendes unternommen haben, wir aber trotzdem ein unvergessliches Erlebnis hatten. Die Freundlichkeit und die Selbstverständlichkeit wie wir, obwohl wir nur Hotelgäste sind, am Glück des Besitzers teilhaben durften, hat uns wirklich sehr berührt und beeindruckt. Ich möchte mich auch auf diesem Weg noch einmal für diese freundliche und wundervolle Geste bedanken. Vielen vielen lieben Dank!