Langsam wird es Zeit für Urlaub

Hört sich komisch an, ist aber so.

Es wird Zeit für Urlaub vom Urlaub

Ein Informatiker ohne Internet – schwer vorstellbar

Wir sind jetzt bereits acht Wochen unterwegs. Wir haben viele schöne Strände, Landschaften, Berge und Städte gesehen. Sowohl in Indonesien als auch in Malaysia haben wir super nette Menschen kennengelernt. Ich habe eine Wahnsinns Diskussion ausgelöst, als ich schrieb, dass es mir in Malaysia besser gefallen hat als in Indonesien. Dabei sollte dies keine Bewertung der Länder oder Menschen sein, die wir dort kennen lernen durften, sondern lediglich meine subjektive Meinung. Mir wurde gesagt, dass ich doch keine Äpfel mit Birnen vergleichen kann. Obwohl ich eindeutig sagen kann, was mir besser schmeckt. Genauso sollte mein Blog verstanden werden. Es ist einzig meine Meinung, und diese entsteht durch mein Empfinden, was ich an einem Urlaub, schöner Natur und Entspannung für wichtig empfinde. Meine Lebenspartnerin und ich sind Informatiker. Wir haben unsere Laptops mit in den Urlaub genommen, um zu programmieren und zu bloggen. Dazu gehört die Recherche im Internet und das Uploaden von Bildern. Folglich ist es nunmal wichtig für uns, eine passable Internetverbindung zu haben. Wenn Ihr unseren Blog schon länger verfolgt, wisst Ihr, wie oft ich über die schlechte Internetverbindung berichtet habe. Zu viel Zeit geht dabei verloren. Zeit, die ich eigentlich gerne mit anderen Menschen oder einem Strandbesuch verbracht hätte.

Ein Informatiker ohne Internet - schwer vorstellbar

Ein Informatiker ohne Internet – schwer vorstellbar

Meine Umwelt liegt mir sehr am Herzen

Ich wurde dazu erzogen, meinen Müll zu trennen. Wenn ich einen Kaugummi auspacke, dann stecke ich das Papier in meine Hosentasche und entsorge es daheim. Ich liebe meine Umwelt und versuche sie zu bewahren. Aus Überzeugung habe ich mich dazu entschlossen, mein Auto abzuschaffen und fahre seit nun fast 10 Jahren nur noch mit Bus und Bahn. Höchstens einmal im Jahr muss ich mir dann mal ein Auto ausleihen, wenn ich beispielsweise auf eine Hochzeit eingeladen werde oder einige Farbeimer zur Wohnungsrenovierung kaufen muss. Ich benutze seit Jahren Energie-Sparlampen und das Kriterium für den Kauf meines Fernseher war der Energieverbrauch. Eingeschaltet habe ich ihn allerdings selten, denn ich sitze ja sowieso die ganze Zeit nur an meinem Laptop. Da macht es mich nunmal traurig, wenn ich wunderschöne Strände, Landstriche und Berge sehe, die einer Müllhalde gleichen. Natürlich hat das alles seine Gründe, und der Massentourismus trägt dazu auch einen nicht unwesentlichen Teil bei. Ich zähle mich selbst auch zu den Massentouristen, aber ich muss mich deshalb nicht so benehmen, vor allem wenn es um unsere Umwelt geht. Auch wenn der Film, die Nackte Kanone eine Komödie ist, etwas Wahres ist trotzdem an der Aussage von Frank Drebin, wenn er sagt:

Ich möchte eine Welt,
Eine Welt in der Würmer und Insekten endlich wieder sprechen
Ich möchte eine Welt,
In der ich aus einer Toilette trinken kann ohne Ausschlag zu kriegen
Eichhörnchen

Ich liebe Tiere…

Perhentian Kecil

…die Natur…

Mein Schatz und meine Wenigkeit

…und meinen Schatz

Ich freue mich, meine Freunde wieder zu sehen

Doch langsam wird es Zeit für Urlaub vom Urlaub. Ich möchte mir ein wenig Zeit für mich nehmen. Einfach mal entspannen und in Ruhe die nächste App in Angriff nehmen, vielleicht sogar ein bisschen zocken. Ich möchte die Zweisamkeit mit meiner Lebenspartnerin genießen und mich mit Freunden treffen. Aus letzterem Grund werden wir deshalb bald nach Thailand fahren, um Freunde zu treffen, die ich schon seit Jahrzehnten kenne. Ich freue mich schon so sehr darauf, dass ich nachts davon träume. Bis dahin werden wir hier auf Perhentian Kecil noch die eine oder andere Schnorcheltour mitmachen. Anschließend geht es weiter nach Langkawi, um einmal über die Langkawi Sky Bridge zu gehen, bevor wir dann nach Thailand weiter reisen werden.
Zeit für Urlaub

Auch wenn hier auf Perhentian Kezil gerade keine Saison ist, und wir für 10 EUR / Tag dieses Häuschen mieten – langsam wird es Zeit für Urlaub vom Urlaub

Entspannen in Kuala Lumpur

Ich kann gar nicht oft genug erwähnen, dass es hier in Kuala Lumpur super schnelles Internet gibt. In Bussen, Einkaufszentren, Restaurants, Bars, öffentlichen Gebäuden und Hotels gibt es kostenloses, schnelles Internet. Sogar die 3G Verbindung meiner malaiischen Pre-Paid Karte, die ich mir im Mobilfunkladen um die Ecke für 40 MYR geholt habe, ist besser als das schnellste Internet in Indonesien. Wunderbare Vorraussetzungen um ein wenig zu entspannen in Kuala Lumpur. Viel zu wenig konnte ich mich um meinen Blog kümmern, denn vieles kann ich noch verbessern. Geteilte Inhalte haben bislang fürchterlich ausgesehen, und auf Twitter konnte man immer nur einen Link sehen. Auch meine Videos habe ich bisher noch nicht auf meiner Dropbox gesichert. Ausserdem habe ich mich in letzter Zeit viel zu wenig um meinen Körper gekümmert, denn wie ich bereits erwähnt hatte, möchte ich Gewicht verlieren, und da muss ich dran bleiben. Darum habe ich mir heute mal wieder meine langen Klamotten angezogen und bin in das oberste Stockwerk unseres Hotels gegangen, denn dort gibt es ein Gym. Mit wahnsinnigen 4,5 km/h habe ich 75 Minuten lang die 15% starke Steigung auf dem Laufband absolviert. Das hatte zwar nicht gerade viel mit Entspannung zu tun, das anschließende Schaumbad hingegen schon. Es hat richtig gut getan, sich von den Düsen ein wenig massieren zu lassen.

Training beendet

Immerhin 186,3 Kalorien verbrannt. Besser als nichts.

Da wir nur noch zwei Nächte in KL bleiben wollen, müssen wir uns auch noch um unser nächstes Reiseziel kümmern. Ein Grund, warum ich Malaysia besuchen wollte, sind die Orang Utans in den Nationalparks von Borneo. Also haben wir in aller Ruhe das Internet nach Flügen von KL nach Borneo durchstöbert. Die Dauer unseres Aufenthalts wird sich nach den Preisen der Flüge, die wir bekommen werden, richten. Nach ein wenig Recherche und ein bisschen Glück, haben wir einen passenden Flug gefunden. Am 8. Oktober geht es für 13 Nächte nach Kuching im malaysischen Bundesstaat Sarawak. Kuching ist die größte Stadt auf der Insel Borneo. Für zwei Personen inklusive Hin- und Rückflug sowie jeweils 20kg Gepäck pro Person kosten alle vier Flüge zusammen 150 EUR. Nachdem wir die Eckdaten geklärt hatten, haben wir uns nach einer günstigen aber sauberen Unterkunft umgesehen. Nachdem wir viele Kommentare und Bewertungen gelesen hatten, haben wir eine Unterkunft inklusive Frühstück und kostenlosem W-Lan für 13 Übernachtungen zum Gesamtpreis von 138 EUR gebucht. Kurz nach der Buchung haben wir eine E-Mail von der Besitzerin des Hotel bekommen, in der diese uns angeboten hat, uns für 26 MYR mit einem Taxi abholen zu lassen. Da das weniger ist, als alles was wir bisher in Indonesien für eine Fahrt bezahlt haben, haben wir ihr Angebot dankend angenommen.

Unser nächstes Ziel lautet also Kuching auf Borneo. Ich freue mich schon tierisch auf die Orang Utans und die Nasenaffen sowie die vielen Nationalparks. Ausserdem bin ich gespannt, ob Borneo zusätzlich auch noch schöne Strände zu bieten hat. Den restlichen Abend habe ich mir noch ein paar Videos auf YouTube angesehen, die ich in Deutschland wegen der GEMA nicht abspielen konnte. Danach bin ich noch einmal zusammen mit meiner Lebenspartnerin auf den Nachtmarkt in China Town gegangen. Wegen dem moslemischen Feiertag Grand Baram war auf dem Nachtmarkt heute richtig wenig los, und wir konnten völlig entspannt und ohne Gedrängel über die Jalan Petaling schlendern.

China Town Nachtmarkt

Wegen dem moslemischen Feiertag, war auf dem Nachtmarkt in China Town richtig wenig los

Weil unser Flieger bereits um 8:15 Uhr abhebt, sind wir zur Sicherheit noch losgezogen, um herauszufinden, von wo aus der Shuttle Bus zum Flughafen abfährt, und wo wir unsere Tickets kaufen können. Das Busterminal und den Ticketschalter haben wir relativ schnell gefunden, doch von dort aus wurden wir dorthin geschickt, von wo aus der Shuttle Bus abfährt. Uns wurde gesagt, dass wir dort auch die Tickets kaufen sollen. Wir sind dann noch fast eine Stunde um mehrere Blocks geirrt und wurden von verschiedenen Leuten weiss Gott wohin geschickt, bis wir dann endlich zwei Einheimische auf Gartenstühlen sitzend vor einer unscheinbaren Bushaltestelle entdeckt haben. Schließlich ist uns dann aufgefallen, dass dieser doch sehr aussergewöhnliche Ticketverkauf 200m von unserem Hotel entfernt ist. Wir sind auf der Suche danach sogar mehrfach daran vorbei gegangen. So richtig konnte ich mich heute also gar nicht entspannen in Kuala Lumpur, doch vielleicht klappt es ja in Borneo.

Willkommen in Kuala Lumpur

Bereits bei der Einreise habe ich mir gedacht, dass Malaysia im Gegensatz zu Indonesien ein sehr wohlhabendes Land zu sein scheint. Denn bei der Einreise muss man kein Visa kaufen und nachdem der linke und rechte Zeigefinger fotografiert worden sind, hat man das gesamte Einreiseprozedere auch schon wieder abgeschlossen. Der Flughafen ist riesig. Man kann dort jeden nur erdenklichen Luxusartikel kaufen. Alles ist blitzblank sauber, und an jeder Ecke findet man einen Infostand, an dem einem geholfen wird, wenn man sich in dem riesigen Komplex nicht zurechtfindet. Nachdem ich alle Geldautomaten dort durchprobiert hatte, habe ich mir dann meine ersten Malaysischen Ringgit gezogen. Der aktuelle Umrechnungskurs für 1 EUR beträgt 4,11 MYR. Um vom Flughafen nach Kuala Lumpur zu kommen, haben wir den Express Zug genommen. Ein Ticket für eine Fahrt kostet 35 MYR pro Person und man ist in etwa einer halben Stunde am Hauptbahnhof von Kuala Lumpur. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so eine Masse an Menschen gesehen zu haben. Nach dem überschaubaren Dörfchen Labuan Bajo auf Flores, war das hier genau das Gegenteil. Um in das Stadtzentrum Bukit Bintang zu kommen, mussten wir uns ein Ticket für die Einschienenbahn kaufen. Ich dachte zuerst, wir fahren mit dem Autoscooter ins Stadtzentrum, denn anstelle eines Fahrscheins haben wir einen blauen Jeton erhalten. Während der Fahrt kam ich mir dann vor, als wäre ich in New York, denn so viele Wolkenkratzer habe ich davor nur dort gesehen. Man liest und hört nur Englisch, überall sieht man Leuchtreklame, bunte Lichter und Taxis. Die Taxis waren jedoch größtenteils rot, von daher konnte ich mir sicher sein, dass ich in Kuala Lumpur bin. Als wir dann am Hotel angekommen sind, war es bereits dunkel. Doch egal wie ausgelaugt ich in diesem Moment auch war, ich musste unbedingt einmal das kostenlose W-Lan des Hotels ausprobieren, bevor es noch zum Nachtmarkt nach China Town ging. Ich konnte mich vor Freude kaum halten, denn hier habe ich seit einem Monat endlich mal wieder eine Internetverbindung, wie ich es aus Deutschland gewohnt bin. Endlich kann ich alle meine Bilder und Videos auf meine Dropbox kopieren, ohne dass die verbleibende Zeit in Tagen anstatt in Minuten angezeigt wird.

Petronas Towers in der Ferne

Das Erste was mir ins Auge gestochen ist, als ich in Kuala Lumpur angekommen bin

Ankunft in Kuala Lumpur

Das Stadtzentrum von Kuala Lumpur ist nicht weit von unserem Hotel entfernt

Pavilion Einkaufszentrum

Bei der Ankunft haben wir einen kurzen Blick in ein Einkaufszentrum geworfen

Keine zehn Minuten zu Fuß von unserem Hotel entfernt, befindet sich China Town. Dort gibt es einen Nachtmarkt, auf dem man so ziemlich alles kaufen kann, was man essen oder fälschen kann.

China Town

Ankunft in China Town

Nachtmarkt

Weil es geregnet hat, war ziemlich wenig los

Ich will jetzt hier nicht alle Luxusmarken aufzählen, die es gibt, aber Original ist hier meiner Meinung nach nur das Markt selber. Das stört hier allerdings niemanden, denn der Markt ist zum Bersten voll von Menschen, die für wenig Geld ein Label tragen möchten. Rolex Uhr? Unter 100 EUR. Beats Kopfhörer? Keine 5 EUR. Nike Free? Nichtmal 10 EUR. In Deutschland wäre dieser Markt nach fünf Minuten komplett geschlossen, die gesamte Ware beschlagnahmt und in Plastiktüten abtransportiert worden.

Handtaschen

Von Handtaschen…

Noch mehr Plagiate

…T-Shirts, Rucksäcke, Baseballcaps…

Spielwaren

…über Spielwaren…

Hello Kitty

…wie Hello Kitty…

Mr Bean

…oder Mr.Bean Bären…

...bis zum aberwitzigsten Schnick Schnack, gibt es auch Elektronikartikel und Lebensmittel auf dem Nachtmarkt in China Town

…bis zum aberwitzigsten Schnick Schnack, gibt es auch Elektronikartikel und Lebensmittel auf dem Nachtmarkt in China Town

Aber zum Glück sind wir nicht in Deutschland, und darum habe ich mir gleich einmal das aktuelle Adidas Trikot der Deutschen Nationalmannschaft – Made in Thailand – gekauft. Bis ich wieder in Deutschland sein werde, ist das Trikot sowieso wieder kaputt, und von daher mache ich mir keine Sorgen um den Zoll. Zuerst wollte der Verkäufer 55 MYR also 11 EUR dafür haben, doch wer auf dem Nachtmarkt nicht handelt, hat definitiv zu viel bezahlt. Nach zähen Verhandlungen habe ich am Ende 30 MYR bezahlt, also 6 EUR, was wahrscheinlich immer noch das fünffache von dem ist, was das Shirt eigentlich wert ist. Völlig ausgelaugt von der Reise und dem Verhandeln sind wir dann noch eine Kleinigkeit essen gegangen. Ich dachte, wenn ich schon auf so einem chinesischen Nachtmarkt bin, kann ich dem Koch ja mal sagen, er soll meine Mahlzeit doch mal richtig scharf machen. Stefan Mross wäre wahrscheinlich wieder ins Krankenhaus eingeliefert worden, aber mich würde echt mal interessieren, was ich machen muss, um einmal einen Schweißtropfen auf Grund der Schärfe auf meiner Stirn zu haben. Gut war es trotzdem und auch günstig, denn für eine Meeresfrüchtesuppe, eine Portion Mie Goreng, einen Softdrink und einen frisch zubereiteten Limettensaft haben wir zusammen 17 MYR bezahlt, was nach dem aktuellen Umrechnungskurs genau 4,14 EUR sind.

Fressmeile

Verhungern kann man auf dem Nachtmarkt in China Town nicht…

Es gibt auch Schwein

…es gibt Speck vom Rind und sogar Schwein…

Pfannkuchen

…kleine Snacks, wie diese Pfannkuchen…

Kokosnüsse

…und natürlich auch Kokosnüsse.

Funkenflug

Überall riecht es nach Essen und alles wird frisch zubereitet bis die Funken fliegen

Teehaus

Zur Entspannung kann man sich es auch in einem Teehaus gemütlich machen

Die letzten Tage in Indonesien auf Flores

Endlich war die 4-Tages Tour nach Komodo zu Ende. Alles in allem war das wirklich ein super Trip. Doch jetzt war ich froh darüber, endlich vom Kutter herunter zu kommen, und wieder festen Boden unter meinen Füßen zu spüren. Gemeinsam mit drei Spaniern sind meine Lebenspartnerin und ich vom Hafen in Richtung Innenstadt von Labuan Bajo gegangen, um uns eine Unterkunft zu suchen. Die Spanier hatten bereits eine Reservierung, und wir wollten ebenfalls in der gleichen Unterkunft einchecken, da sich der Preis von 450.000 Rupien ganz vernünftig angehörte. Auf dem Weg zum Hotel sind wir an vielen weiteren Hotels vorbeigegangen. Am Hotel Orange stand beispielsweise, dass es kostenloses W-Lan auf den Zimmern gibt, und meine Lebenspartnerin und ich haben uns dort ebenfalls ein Zimmer angesehen und den Preis erfragt, um einen Vergleich zu haben. Die Hotelbesitzerin wollte 250.000 Rupien für das Zimmer, doch weil es dort kein warmes Wasser gab, und wir mit den Spaniern gemeinsam in ein Hotel gehen wollten, sind wir weiter gegangen. Am Hotel der Spanier angekommen, stellte sich allerdings heraus, dass deren Reservierung absolut keine Gültigkeit hatte, denn das reservierte Zimmer war bereits vergeben. Es gab nur noch ein Doppelzimmer. Die drei Spanier konnten allerdings ein zusätzliches Bett in das Zimmer stellen lassen, so dass wenigstens die drei eine Unterkunft für diese Nacht hatten. Also sind meine Lebenspartnerin und ich wieder zurück zum Hotel Orange gegangen und wollten ein Zimmer dort nehmen. Auf dem Weg dorthin ist uns ein Italiener auf einem Roller entgegen gekommen, der Flyer für sein neu eröffnetes Hotel verteilte. Es gab ein Promotionangebot, bei dem die Nacht 85.000 Rupien pro Person kostete. Wir haben den Flyer mitgenommen und haben uns zum Hotel Orange begeben. Dort kostete das Zimmer dann plötzlich nicht mehr 250.000 Rupien sondern 300.000 Rupien, und Frühstück gab es auf einmal auch keines mehr. Also machten wir uns auf zum Hotel des Italieners.

Das Homestay lag ganz oben auf einem Berg, und wir mussten mit unserem gesamten Gepäck dort hoch gehen. Immer steiler wurde der Weg und die Treppenstufen immer höher. Schweißgebadet sind wir am Bajo View Hotel angekommen. Das Hotel war allerdings kein Hotel im herkömmlichen Sinn, denn die Zimmer sind Stoffzelte, die einen Holzboden hatten, auf dem zwei Matratzen lagen. Der Hotelschlüssel öffnete keine Tür sondern ein Schloss, mit dem man den Reißverschluss an einer Öse absperren konnte. Im Freien befanden sich ebenfalls Waschbecken, Toiletten und die Duschen. Diese konnte man jedoch nur morgens und abends zwischen sechs und neun Uhr benutzen. Auf Flores ist Wasser nämlich sehr wertvoll, da es dort kein fließendes Wasser gibt. Das Wasser muss zu jedem Haus erst mit einem LKW geliefert werden. Auf jedem Grundstück in Flores steht daher mindestens ein großer Wassertank. Von der Terrasse des Hotel Bajo View hatte man eine sehr schöne Aussicht auf den Hafen von Flores.

Das Hotel Bajo View

Das Hotel Bajo View auf Flores in Indonesien

Aussicht vom Hotel

Aussicht vom Hotel Bajo View

Noch am selben Abend haben wir uns dann mit den restlichen Teilnehmern unserer Komodo-Tour im Restaurant „Made in Italy“ getroffen. Nach einem Blick auf die Speisekarte haben wir uns allerdings dazu entschieden, den lokalen Fischmarkt aufzusuchen. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn dort waren direkt neben dem Hafen Stände, an denen man sich seinen frischen Fisch aussuchen und auch gleich grillen lassen konnte. Ich hatte noch die Preise von Gili Trawangan vor Augen, wo man für 100g Fisch 100.000 Rupien bezahlen musste. Hier auf dem Fischmarkt von Flores haben wir nicht einmal 100.000 Rupien pro kg bezahlt. Im Preis inbegriffen waren bereits zwei Portionen Reis sowie ein Teller mit frischem Gemüse und ein Teller mit gebratenem Gemüse. Yammi Yammi. Mit vollem Bauch sind wir dann wieder zurück zu den anderen gegangen und haben bis spät in Nacht zusammen gefeiert.

Fischmarkt auf Flores

Auf dem Fischmarkt in Flores gab es frischen Fisch…

Fischmarkt auf Flores

…dieser wurde dann auf offenem Feuer gegrillt

Fischmarkt auf Flores

Ein Verkaufsstand neben dem anderen…

Fischmarkt auf Flores

…steht bereit um die hungrigen Leute zu verköstigen

Am nächsten Morgen habe ich in unserer Unterkunft mitbekommen, dass die Angestellten meine Kleidung, die ich tags zuvor weggeworfen hatte, aus dem Mülleimer gefischt hatten. Alte, verdreckte Schlappen, die bei längerem Gehen die Zehen blutig reiben und ein verschwitztes T-Shirt. Die Leute haben mir so leid getan, dass ich ihnen noch ein paar Schuhe, die ich nur sinnlos mit mir herumschleppe, sowie zwei weitere T-Shirts, die ebenfalls für den Müll bestimmt waren, geschenkt habe. Danach sind wir in das Zentrum von Flores gegangen, um eine Verbindung nach Bali zu bekommen. In Bali wollten wir ursprünglich noch so lange bleiben bis unser indonesisches Visa ablaufen würde. Wenn man von Flores nicht nach Bali fliegen möchte, dann kann man mit Fähren und Bussen ebenfalls dorthin gelangen. Allerdings dauert die Fahrt insgesamt 26 Stunden und man muss mehrmals das Transportmittel wechseln. Für alle Transporte hätten wir bei einer Tourist-Information 750.000 Rupien, also 50 EUR pro Person bezahlen müssen. Selbst wenn wir alle Tickets selber gekauft hätten, hätten wir wahrscheinlich insgesamt auch nicht weniger bezahlt, da wir bei jedem einzelnen Ticket erst wieder verhandeln hätten müssen, und darauf hatten wir ehrlich gesagt keine Lust. Also haben wir uns nach Flugtickets umgesehen und sind relativ schnell fündig geworden. Der Flug nach Bali würde nur etwas über eine Stunde dauern und kostete bei kurzfristiger Buchung knapp 1.200.000 Rupien pro Person. Nachdem wir in Bali dann abermals einen Transport zu einem Hotel gebraucht hätten, und dort sowieso nur noch ein paar Tage verbracht hätten, um uns anschließend wieder zum Flughafen bringen zu lassen, haben wir uns erkundigt, was ein Anschlussflug nach Kuala Lumpur kosten würde. Der knapp vier Stunden lange Flug kostete pro Person 585.000 Rupien. Wir mussten also nicht lange überlegen und haben diesen Flug sofort zugesagt und unsere Tickets direkt vor Ort gekauft. Da der Flug erst am nächsten Tag ging, haben wir unseren Aufenthalt in Flores um einen Tag verlängert und uns in unserem Hotel erkundigt, was wir denn noch mit diesem angebrochenen Tag so anfangen könnten. Die Möglichkeit, sich für 50.000 Rupien pro Person ein Poolticket in einem Luxushotel zu erwerben, indem nebenbei auch noch W-Lan zur Verfügung steht, hat uns am besten gefallen. Nach einem Monat Meerwasser war der Aufenthalt dort eine willkommene Abwechslung. Dabei ist dann das erste Mal auf Flores echtes Urlaubsfeeling aufgekommen. Der Weg zum Pool führte vorbei an einem Koikarpfenteich und der Ausblick war fantastisch. Ausserdem konnten wir uns dann auch gleich noch eine vernünftige Unterkunft in Kuala Lumpur suchen und buchen, denn das W-Lan dort war für indonesische Verhältnisse wirklich gut. Am Abend sind wir dann wieder zum Fischmarkt gegangen und haben uns noch einmal frischen Fisch gegönnt.

Koi Karpfen

Der Koikarpfenteich vom Hotel Bintang Flores

Der Hotelpool

Endlich mal in salzfreiem Wasser schwimmen

Urlaubsfeeling am Hotel Bintang Flores

Dort kam das erste Mal auf Flores richtiges Urlaubsfeeling auf

Für den nächsten Tag haben wir uns, obwohl der Flughafen nur etwa 15 Minuten von unserem Hotel entfernt ist, einen Fahrer zum Flughafen bestellt, denn bei 40.000 Rupien, also umgerechnet knapp 3 EUR, kann man sich den Fußmarsch in der Morgensonne wirklich sparen. Ausserdem schleppen wir immer noch viel zu viel Gepäck mit uns herum und verschwitzt im Flieger zu sitzen ist weder für uns noch die anderen Fluggäste angenehm. Als unser italienischer Hotelbesitzer uns mit unseren ganzen Gepäck gesehen hat, hat er mir noch den Tipp gegeben, mich nicht Backpacker sondern Everywherepacker zu nennen, da ich sowohl vorne als auch hinten einen Rucksack mit mir herumschleppe. Um 7.00 Uhr wurden wir von unserem Fahrer abgeholt und pünktlich um 8:35 Uhr ist dann unser Flieger abgehoben, und wir haben nach ziemlich genau einem Monat Indonesien verlassen, um uns nun ein wenig Malaysia anzusehen. Ich freue mich schon auf Kuala Lumpur und die Tatsache, endlich mal wieder anständiges Internet zu haben.

Flughafen von Flores

Am Flughafen von Flores ist nicht wirklich was los

Mein Tag auf Gili Trawangan

Nachdem ich gestern Abend noch lange Zeit über das Leben von Rijal nachgedacht habe, war ich mir immer noch nicht sicher, ob diese Art zu leben meine Erfüllung wäre. Doch auch wenn mir diese Art doch ein wenig zu extrem erscheint, kann ich mir zumindest ein Stück von seiner Ruhe und Gelassenheit abschneiden.

Zuhause in Deutschland habe ich vor lauter Stress es nicht einmal geschafft, täglich zu frühstücken. Nach einem langen Arbeitstag war ich froh, wenn ich endlich wieder zu Hause war. Sportliche Aktivitäten kamen viel zu kurz, denn gemütlich auf der Couch zu sitzen und mich von der Glotze berieseln zu lassen, war mein Alltag. Ich habe mir vor meine Reise vorgenommen, mir mehr Zeit zu nehmen für Dinge, die ich eigentlich gerne machen würde, aber nicht mache. Auf meiner Reise hat sich bisher herauskristallisiert, dass für mich der späte Abend die beste Zeit ist, mich um meinen Blog zu kümmern. Auch hier auf Gili Trawangan ist diese Zeit dafür die beste Zeit. Die Touristen haben den westlichen Teil der Insel verlassen und begeben sich Richtung Zentrum der Insel, wo das Nachtleben beginnt und es nach frischen Fisch und gegrilltem Mais riecht. Ich ziehe dann meinen dicken Pullover und eine lange Hose an, lege mich mit meinem Mac in eine der Hängematten, die hier überall zwischen den Bäumen hängen. Ich genieße das Rauschen des Meeres neben mir und schreibe über meinen gestrigen Tag.

Auf Richtung Zentrum

Die Menschen ziehen zurück Richtung Zentrum

Wenn ich morgens aufwache und Richtung Strand gehe, werde ich gefragt, was ich gerne frühstücken möchte, die Auswahl ist zwar relativ klein, aber egal welche Mahlzeit ich bisher zu mir genommen habe, alles war super lecker und ich bin ein echter Fan von Seespinat geworden. Das einzig Negative was ich persönlich zu bemängeln habe, ist die Tatsache, dass ich bisher jedes Mal nach einer extra Portion geschnittener Chilischoten fragen musste. Doch ich denke der Großteil der Touristen, die hier ihren Urlaub verbringt, ist froh darüber, dass die Speisen hier nicht so scharf sind. Alle meine Freunde haben mir erzählt, wie scharf das Essen hier in Indonesien ist, aber ich muss diese Orte anscheinend erst noch finden. Auf diesem Teil der Insel, sollte man es laut den Einheimischen ehr vermeiden, ins Meer zu gehen. Die Strömung sei zu dieser Jahreszeit zu stark, und gestern ist angeblich ein Taucher nicht mehr zurückgekommen. Ich muss es ja nicht unbedingt herausfordern. Ich genieße einfach nur den schönen Ausblick und lausche der Musik, die von der Bar aus auch am Strand zu hören ist. Auch das kostenlose WiFi funktioniert am Strand. Die Verbindung ist zwar auch hier nicht das Gelbe vom Ei, aber ich habe in Indonesien bereits sehr viel Schlimmeres erlebt. Ich kann meine E-Mails checken, mich über die nächsten Reiseziele informieren, oder auf Facebook verfolgen, wie vielen Leuten meinen gestriger Beitrag gefallen hat, und ob er auch geteilt wurde. Vielen Dank im Übrigen dafür.

Unsere Hütte

Hütte Nummer 1

Badezimmer

Dusche im Freien

Ausserdem habe ich mir vorgenommen, jeden Tag Sport zu treiben und Gewicht zu verlieren. Nach jedem Blog, den ich geschrieben habe, mache ich Liegestützen und falle dann ins Bett. Wenn man einen flotten Marsch hinlegt, kann man in einer Stunde um die gesamte Insel laufen. Während alle anderen mit ihren Fahrrädern an mir vorbeifahren, gehe ich in voller Montur einmal um die Insel. Bereits in Deutschland bin ich regelmäßig in der Sauna gewesen, aber mit einem dicken Pulli und langer Hose unter der 30°C heißen Sonne zur Mittagszeit zu marschieren, ist nicht mit einem Saunagang zu vergleichen. Wer jetzt denkt, das sei doch fürchterlich heiß und man würde einen Hitzschlag bekommen, den muss ich jetzt enttäuschen, denn durch den Schweiß bildet sich zwischen den verschiedenen Kleidungsschichten eine kühlende Schweißschicht. Exakt eine Stunde und 13 Minuten habe ich gebraucht, bis ich wieder an unserem Hotel angekommen bin. Ich stelle mich dann unter freien Himmel unter ein Bambusrohr, aus dem warmes Wasser kommt, mit dem ich mich dusche. Ich hänge meine völlig durchschwitzen Kleidungsstücke in der Sonne auf zum Trocknen auf. Und wenn sich dann gegen Abend alle auf zum Strand machen, die ersten Trommellaute ertönen und die Sonne langsam hinter der gegenüberliegenden Insel verschwindet, wird es Zeit sich die Kamera und die Sitzsäcke zu schnappen, und sich abermals auf zum Strand zu machen. Wenn dann ein paar Stunden später alle Touristen im Inselzentrum beim Feiern sind, suche ich mir wieder eine Hängematte und arbeite an meinem Blog.

Sonnenuntergang

Die Sonne verschwindet

Licht aus

Das Schattenspiel ist wirklich beeindruckend

Nur auf Durchreise

Bali gehört sicherlich auch zu den Orten, die wir für längere Zeit besuchen möchten. Aber dieses mal waren wir nur auf der Durchreise hier. Aufgrund der langen Anreise haben wir heute ein bisschen länger geschlafen und haben deshalb den Bus, welcher um sieben, neun und elf Uhr Richtung Padang Bay abfährt, verpasst. Obwohl diese Stadt nie zu schlafen scheint, waren wir zu spät dran. Wir mussten uns also eine andere Möglichkeit suchen, um dort hin zu gelangen. Bei der Touristeninformation wurde uns gesagt, dass wir für eine Fahrt mit dem Taksi (Indonesisch für Taxi) mit ungefähr 150.000 Rupien rechnen müssen. Allerdings wollte uns Touristen nicht ein einziger Taxifahrer für diesen Preis mitnehmen. Wir sind nicht all zu lange in Kuta gewesen, aber ich hatte das Gefühl als würde die gesamte Stadt aus einer einzigen Strasse bestehen, in der das Leben dort statt findet. Ein Shop neben dem andern, dazwischen jede Menge Diskotheken, Bars und Essenstände. Zwischen all diesen Shops und Mini Markets war ein etwa 2×2 Meter großer Bretterverschlag, an dem man die verschiedensten Arten von Tagesausflügen buchen konnte. Von Radtouren über Tauchen bis hin zum Elefantenreiten durch den Dschungel gab es hier alles. Nach einem zähen Verhandlungsgespräch wollte uns der Betreiber eine Fahrtmöglichkeit für 250.000 Rupien nach Padang Bay besorgen. Ich muss zugeben, dass ich noch kein großes Verhandlungsgeschick besitze, aber dafür, dass der Betreiber ursprünglich 400.000 Rupien verlangt hat, war ich mit dem Ergebnis eigentlich zufrieden. Für umgerechnet 16,50 EUR wurden wir dann auf direktem Weg zum Fährhafen gebracht. Die Fahrt dauerte etwas mehr als eine Stunde, der Fahrer hat uns jedoch nicht direkt am Hafen abgesetzt, sondern ein paar hundert Meter davor. Ich hatte noch nicht einmal bezahlt, dann haben bereits wildfremde Leute unsere Rucksäcke aus dem Kofferraum geholt und vor einen Speedboattour Büro gestellt. „Come here fast, Speedboat leaves at 1:30, have 5 Minutes, fast“. Dort wollte man uns dann 350.000 Rupien pro Person für die Fahrt mit dem Speedboat inklusive Transfer nach Mataram abknüpfen. Ich bin heilfroh, dass ich mir eine Indonesische Pre-Paid Karte gekauft habe, denn so konnte ich mich bereis am Vortag auf der Homepage von LonelyPlanet über die Reiseroute informieren. Dort stand, dass die Fahrt mit dem Speedboat zwar schnell geht, aber preislich teilweise sogar teuerer ist als ein Flug von Bali nach Lombok. Die Einheimischen fahren mit einer ganz normalen Fähre, welche laut LonelyPlanet 15.000 Rupien kostet. Die Fahrt dauert zwar knapp fünf Stunden, aber wenn man keinen Druck hat und sich an Deck ein wenig sonnen möchte, dann ist dies eine sehr günstige Option. Deshalb haben wir uns schnell unsere Rucksäcke auf den Rücken geschnallt und sind die paar hundert Meter zur Fährstation gegangen und haben den, in der Zwischenzeit mehr als nervigen Speedboatticketverkäufer einfach ignoriert. An der Fährstation angekommen, hing am Schalter ein Preisschild, auf dem 40.000 Rupien stand. Das ist zwar fast dreimal soviel wie auf LonelyPlanet geschrieben wurde, aber trotzdem nur ein Neuntel von dem, was das Speedboat gekostet hat.

Fremdgesteuert

Manche dachten schon wir wären zu dritt, bei dem ganzen Gepäck

Auf der Fähre angekommen, liefen uns bereits wieder Einheimische hinterher, die uns etwas zu Essen und Trinken verkaufen wollten. Eigentlich waren wir ganz froh darüber, denn wir haben den ganzen Tag noch nicht sonderlich viel gegessen. Statt 35.000 Rupien habe ich dann immerhin nur 13.000 Rupien für eine warme Mahlzeit bezahlt. Für knapp einen EUR gab es Reis mit Hühnchen verpackt in Bananenblättern und Papier, welches zu einer Essensbox gefaltet war. Ein bis zwei Flaschen Wasser haben wir sowieso immer dabei und das gab es auch relativ günstig und sogar gekühlt auf der Fähre zu kaufen. Die Menschen auf der Fähre waren zum größten Teil Einheimische aber auch Franzosen, Schweden und Italiener haben diese gemütliche Art des Reisens gewählt. Es ist der Wahnsinn, wie viele Backpacker unterwegs sind, und wo diese jungen Leute bereits überall gewesen sind, und was sie in ihren jungen Jahren bereits erlebt haben. Wir haben uns auf der Fähre mit drei Schweden unterhalten und diese haben bereits ein Jahr auf Australien verbracht, um dort zu arbeiten und das Land zu bereisen. Wir kamen dann auch den auf Speedboatticketverkäufer zu sprechen, der versucht hat uns über den Tisch zu ziehen. Und ich sage jetzt ganz bewusst, über den Tisch zu ziehen, denn er hat es tatsächlich geschafft, jedem einzelnen der drei Schweden ein Speedboatticket für 350.000 Rupien anzudrehen, obwohl das Speedboat bereits abgelegt hatte. Also saßen sie nun mit uns auf der langsamen Fähre und fühlten sich leicht verarscht, als wir ihnen gesagt haben, was wir bezahlt haben. Am Hafen von Lembar haben wir uns dann mit einem Franzosen namens Fred, eine Fahrt nach Mataram geteilt. Nach abermals zähen Verhandlungen haben wir den Preis von 100.000 Rupien pro Person immerhin auf 70.000 Rupien für uns drei zusammen drücken können. Das ist zwar immer noch Welten von den 1.500 Rupien entfernt, die auf LonelyPlanet für eine Fahrt mit dem Bemo nach Mataram veranschlagt werden, aber immerhin wurden wir direkt vor die Haustür des Hotels gebracht, welches Fred empfohlen bekommen hat. Eine Nacht für 80.000 Rupien, da kann man wirklich nicht meckern.

Hotel Brata

Unsere 80.000 Rupien Unterkunft

Nachdem wir uns mit der dringend benötigten Dusche abgekühlt und erfrischt haben, sind wir dann noch gemeinsam etwas Essen gegangen. Auch Fred konnte uns viele weitere Tipps geben, vor allem was das Reisen nach Australien betrifft, da er dort wie schon viele andere die wir kennengelernt haben, ein Working Visa gehabt hat.

Im Hotel angekommen konnte ich dann endlich wieder Blogs veröffentlichen, denn das im Hotel kostenlose W-Lan ist im Vergleich zu Bintan um einiges besser. Im Hotel konnte ich dann herausfinden, wo sich das Youth Center befindet und wie ich dort hinkommen kann. Wahrscheinlich werde ich mir einen Roller ausleihen müssen um dort hinzukommen, aber der Hotelbesitzer hat angeblich einen Roller zum Ausleihen. Ich bin jetzt schon gespannt auf morgen, wenn ich nach 20 Jahren das erste mal wieder auf einem Roller sitzen werde.

Tag 3

Der heutige Tag war für mich bisher der Schönste hier auf Bintan. Ich habe mich schon gestern die ganze Zeit gefragt, was das für Lichter auf dem Meer sind. Wir sind dann auf diesen ewig langen Steg gegangen und haben von dort aus beobachten können, wie Leute mit einer Taschenlampe auf den Kopf und einem Stock bewaffnet durch das Meer gingen. Ich habe dann meinen ganzen Mut zusammen genommen und einen Einheimischen gefragt, was diese Leute da draußen machen. Er meinte, dass die Leute da draußen Krabben sammeln, aber nicht um sie selbst zu verzehren, sondern um sie auf dem Markt zu verkaufen. Er fragte mich gleich, ob ich nicht auch Lust hätte, mit ihm heute Nacht gemeinsam aufs Meer herauszugehen und ebenfalls ein paar Krabben zu suchen. Natürlich habe ich diese Frage sofort mit Ja beantwortet, denn mich interessiert diese Kultur und die Menschen und wie sie leben. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass Deddy mich dazu eingeladen hat. Ich konnte es also kaum erwarten bis die Ebbe endlich einsetzt, doch dafür mussten wir bis etwa 23:00 Uhr warten. Bis dahin habe ich mich mal wieder mit dem Internet herum geärgert, und schon langsam finde ich mich mit diesem Thema ab. Ich muss meine Internet Gepflogenheiten ein wenig umstellen. Hier ist es nun mal nicht so wie in Deutschland, was die Internetverbindung betrifft. Im Laufe des Vormittags habe ich dann mitbekommen, wie ein neuer Gast in das Ressort eingecheckt hat. Und da wir uns fest vorgenommen haben, mit den Leuten hier zu reden und uns Tipps von den Menschen zu holen, die schon etwas länger hier in Indonesien unterwegs sind, habe ich das Gespräch mit diesem Gast gesucht. Es hat sich dann herausgestellt, dass dieser junge Mann bereits seit zwei Monaten auf der Nachbarinsel Nikoi arbeitet, und er heute seinen freien Tag hat. Stuart kommt aus London und hat Maschinenbau studiert. Während seines Studiums wurde ihm der Job in Indonesien auf der kleinen Insel angeboten. Er meinte, dass man in 25 Minuten einmal die Insel zu Fuss umrunden kann. Dort kümmert er sich hauptsächlich darum, dass die Insel mit Solarstrom versorgt und das Abwasser gefiltert wird, so dass es wieder so sauber ins Meer gelangen kann, ohne das es der Umwelt schadet. Von ihm haben wir dann erfahren, dass das mit der Internetverbindung nun einmal so ist. Er hat uns empfohlen, dass wir uns eine Telefonkarte besorgen sollen, mit der man zumindest mit 3G eine Verbindung zum Internet herstellen kann. Das hört sich jetzt zwar für uns nicht nach viel an, ist aber trotzdem besser als das Internet hier im Ressort. Es reicht vollkommen aus, um Videos auf YouTube zu schauen oder sich auch einmal einen Film herunterladen zu können. Nachdem er schon seit zwei Monaten hier arbeitet, konnte er uns sogar ein paar indonesische Wörter beibringen.Und schon beim ersten Einkauf habe ich gesehen, wie sich die Einheimischen darüber gefreut haben, als ich mich in ihrer Sprache bedankt habe (Dankeschön -> Makasi). Bisher kann ich zwar nur bis zwei zählen (Eins -> Satu, Zwei -> Dua), aber ich denke, dass ist schon einmal ein guter Anfang, und ich kann den Leuten einen Guten Abend (Malam) und einen Guten Morgen(Pagi) wünschen. Ich kann fragen ob sie zum Beispiel ein Wasser für mich haben (Ada Stanford), oder ob ich noch ein weiteres (Satu Lagi) bekommen könnte. Stuart bestätigte uns dann noch einmal, dass wir uns in einer absoluten Touristengegend befinden. Darum haben wir dann auch entschieden, dass wir bereits am Montag abreisen und uns auf den Weg nach Mataram machen werden.

Doch bevor es gleich zum Krabben fangen geht, sind wir noch einmal zu diesem Straßenrestaurant gegangen und haben zu abend gegessen. Sicherlich muss man sich erst daran gewöhnen, dass das Hühnerfleisch mitsamt den Knochen serviert wird, doch geschmacklich gab es auch heute wieder keinen Anlass zur Beschwerde.

Sicy Chicken

Hühnerfleisch mit frischem Obst und Gemüse

Als wir dann wieder im Ressort angekommen sind, ging es endlich auf Krabbenjagd. Gemeinsam mit Deddy, einem seiner Kumpels und Stuart sind wir mit einer Taschenlampe sowie einem Eimer bewaffnet los marschiert. Bereits nach ein paar Metern haben wir die ersten Krabben entdeckt, und da ging der Spaß dann erst richtig los. Denn außer unseren Händen hatten wir nichts und diese Krabben hatten teilweise so beachtliche Scheren, dass man schon Angst um seine Finger haben musste. Nichtsdestotrotz haben wir es versucht und es auch geschafft einige Krabben zu fangen und trotzdem unsere Finger zu behalten. Auf die Frage, warum sie denn kein Netz oder einen kleinen Käscher benutzen, antwortete mir Deddy: „Wir machen das so, wie die Indonesier alles machen, im extrem Style.” Wir hatten eine Menge Spaß und am Ende hat uns Deddys Kumpel die Krabben zubereitet. Wir haben uns dann noch bis spät in die Nacht unterhalten und miteinander gelacht. Für mich persönlich war das bisher mein schönster Tag hier in Indonesien. Also immer freundlich sein, lächeln und auf die Leute zu gehen, denn so kann man hier Außergewöhnliches erleben.

Krabben mit Spicy Sauce

Den Snack für den heutigen Abend haben wir selbst gefangen

Tag 2

Wenn bei den Hotelinformationen steht: Kostenloses Internet über W-Lan verfügbar, bedeutet das nicht, dass es ständig Internet gibt, sondern das man ständig eine W-Lan Verbindung zum Router hat. Ob der Router dann eine Internetverbindung hat, ist eine andere Frage. Wer kann schon wissen, dass in einem Beach Ressort nur 1GB Datenvolumen am Tag zur Verfügung stehen. Da sollte man sich dann schon überlegen, ob man seine Bilder in der Cloud speichert, oder ob man das Sicherheitsupdate für Windows wirklich benötigt. Hat man diese kleine Hürde erst einmal genommen, muss man eben lernen damit umzugehen. Automatische Updates ausschalten und die Bilder erstmal lokal speichern. Und wenn man den ganzen Tag sowieso nichts anderes zu tun hat, als sich “gepflegt zu langweilen“, dann stört es einen plötzlich überhaupt nicht mehr, dass ein Seitenaufruf im Internet geschätzte 5 Minuten dauert. So kann es dann passieren, dass man hier für einen Eintrag in seinem Blog knapp sieben Stunden Zeit benötigt. Man muss sich halt arrangieren und ich denke, das wird in den nächsten 12 Monaten noch öfter passieren.

Genauso unbeständig wie die Internetverbindung war auch das Wetter heute. Ein heftiger Regenschauer, der in etwa eine Stunde andauerte, hat das Restaurant in unserem Ressort in eine Dusche verwandelt. Doch zum Glück gab es die eine oder andere freie Stelle, an der wir uns mit unseren elektronischen Geräten unterstellen konnten, ohne nass zu werden. Und wenn es regnet, dann gibt es natürlich kein Internet. Und wenn es aufhört zu regnen, heisst das nicht, dass die Internetverbindung wieder funktioniert. Richtig – die W-Lan Verbindung zum Router funktioniert dann wieder. Der Router selber wollte sich aber die nächsten Stunden nicht mit dem Internet verbinden.

Wir haben diese Zeit genutzt, um unsere Umgebung ein bisschen zu erkunden. Die Strasse entlang, nicht weit von unserem Ressort haben wir dann einen Strassenverkauf gefunden, bei dem die 1,5 Liter Flasche Wasser nur noch 5000 Rupien gekostet hat. Wahrscheinlich immer noch viel zu teuer, aber trotzdem nur ein Fünftel des Preises hier in diesem Ressort.

Nachdem ich dann meinen Blog endlich online stellen konnte, haben sich meine Lebenspartnerin und ich gemeinsam abends wieder auf den Weg zum circa 10 Minuten Fussmarsch entfernten Strassenverkauf gemacht, an dem wir gestern bereits gut gegessen haben. Fussmarsch? Warum keinen Roller ausleihen? Weil das Ausleihen eines Rollers für sechs Stunden, ungeheuerliche 30 Singapur Dollar kostet. Ich glaube, wenn in Indonesien ein Preis von Haus aus in einer nicht einheimischen Währung angegeben wird, sollte man auf jeden Fall die Finger davon lassen. Ausserdem kann man bei einem Fussmarsch viel mehr entdecken, als wenn man mit dem Roller unterwegs ist.

Nie Goreng

Gebratene Nudeln mit Meeresfrüchten

15cm Schnecke

Die Schuhe sind zwar auch cool, aber was für eine rießen Schnecke