Warum mir Malaysia besser gefällt als Indonesien

Wir sind jetzt bereits ein paar Wochen unterwegs und mittlerweile wurde ich bereits ein paar Mal gefragt, welches der beiden Länder mir besser gefällt. Und jedes Mal ist die Antwort die selbe: Malaysia!

Aber warum gefällt es mir hier so viel besser? Das Wetter kann es nicht sein, denn seit dem wir hier sind, regnet es fast jeden Abend. Hauptsächlich sind es die folgenden Gründe, warum mir Malaysia besser gefällt als Indonesien.

Darum gefällt mir Malaysia besser als Indonesien

Sauberkeit in Indonesien

Wenn man in Indonesien auf den Boden schaut, dann ist dort Dreck. Indonesien ist mir vorgekommen wie ein großer Mülleimer. Die Menschen dort scheren sich einen Dreck um ihre eigentlich wunderschöne Umwelt. Mülleimer sieht man dort so gut wie nirgendwo, stattdessen sieht man häufig am Strassenrand ein kleines Feuer brennen. Da dort so ziemlich alles verbrannt wird, was die Leute nicht mehr verwenden können, riecht es auch dementsprechend. Selbst auf dem höchsten Berg in 3700m liegen zahlreiche Plastikflaschen und Verpackungsmaterial herum.

Ein typisch indonesiches Bild

Eigentlich wollte ich dieses Affenbild gar nicht veröffentlichen, zu viel Müll liegt im Hintergrund herum. Doch für diesen Punkt ist es das perfekte Beispiel.

Statt dem Schild sollte dort ein Mülleimer sein

Statt dem Schild sollte dort ein Mülleimer stehen.

Sauberkeit in Malaysia

Wenn ich sagen würde, Malaysia wäre sauber, dann würde ich lügen. Aber es ist wesentlich sauberer als Indonesien. In Kuala Lumpur beispielsweise gibt es an jeder Strassenecke einen Mülleimer. Dort habe ich das erste Mal auf unserer Reise, Strassenfeger gesehen. Auch die zahlreichen Nationalparks, die wir bisher besucht haben, waren im großen und ganzen sauber. Ich habe nur ganz selten eine Dose oder Plastikflasche gesehen. Ich sollte mich allerdings selbst noch ein wenig umweltbewusster benehmen. Ich nehme zwar meinen eigenen Müll immer wieder mit, doch in Zukunft sollte ich eine leere Plastiktüte bei mir tragen, um die vereinzelten Dosen oder Plastikfaschen einsammeln zu können.

Mülleimer und grüne Oase

An jeder Ecke stehen Mülleimer. Und auch mitten in der Stadt gibt es grüne Oasen.

Menschen in Indonesien

Ohne Frage, die Menschen hier sind eigentlich alle freundlich und fast jeder lächelt. Aber in Indonesien ist es nahezu unmöglich, auf der Strasse entlang zu gehen, ohne angequatscht zu werden. Sei es ein Roller, Tücher oder Armbändchen. Die Leute lassen einen nicht einmal im Restaurant in Ruhe und kommen an den Tisch und wollen einem irgendwas verkaufen. Wenn man an einem Stand vorbeigeht, an dem es etwas zu Essen gibt, wird man am Oberarm gepackt und in kaum verständlichen Englisch zugetextet. Englisch sprechen nur sehr wenige, aber zumindest was diesen Punkt betrifft, hatte ich den Eindruck, dass sich das in Zukunft ändern wird.

Man wird regelrecht belagert

Man wird regelrecht belagert, egal ob am Strand oder im Restaurant.

Menschen in Malaysia

Auch hier sind nahezu alle Menschen freundlich und lächeln. Doch wenn man hier die Strasse entlang geht, wird man höchstens freundlich gegrüßt. Dann grüßt man freundlich zurück und kann in aller Ruhe weitergehen. Nur wenn man stehen bleibt und planlos umherschaut, kommt jemand und versucht weiterzuhelfen. Ich habe das Gefühl als würde hier jeder Englisch sprechen können. Auch die ältere Generation kann sich verständlich ausdrücken. Ich wurde hier noch nie bedrängt oder von fünf, sechs Leuten auf einmal belagert, wenn ich mich hinsetze. Wenn man nicht gestört werden möchte, wird man in Ruhe gelassen. Sucht man das Gespräch, kann man sich stundenlang unterhalten.

Die Preise in Indonesien

Dieser Punkt hat mich in Indonesien gegen Ende unseres Aufenthalts bereits so sehr genervt, dass wir bereits vor Ablauf unseres Visa das Land verlassen haben. Denn Preise in Indonesien gibt es so gut wie gar nicht. Nur in Supermärkten und manchen Restaurants stehen die Preise. Ansonsten wird man zuerst von unten nach oben begutachtet, und je nachdem wie man aussieht, bekommt man irgendeinen Preis genannt. Dazu kommt, dass die Leute richtig sauer werden, wenn man nicht mit ihnen verhandelt. Wenn man eine Tour bucht und sich auf der Tour dann mit den anderen Teilnehmern unterhält, gibt es garantiert niemanden, der den selben Preis bezahlt hat, wie man selbst.

Die Preise in Malaysia

Man kann sich kaum vorstellen, wie es nach fünf Wochen Indonesien ist, ein Preisschild zu sehen. Hier in Malaysia ist alles mit einem Preisschild versehen. Wenn man im Hotel seinen Aufenthalt verlängern möchte, wird man sogar darauf hingewiesen, online zu buchen, weil es billiger ist. Lediglich in China Town in Kuala Lumpur muss man mit den Verkäufern verhandeln. Ansonsten bezahlt jeder, egal ob In- oder Ausländer, den selben Preis. Lediglich in den Nationalparks bezahlen Ausländer den doppelten Preis, den ein Einheimischer bezahlt, doch zum Einen finde ich das völlig legitim, und zum Anderen steht das auf der Preisliste, die fast immer in englischer Sprache aushängen.

Was mir in Malaysia ebenfalls besser gefällt als Indonesien

Wie Ihr bereits mitbekommen habt: Die Internetverbindung! Nicht nur, dass man in Malaysia in nahezu jedem Bus und öffentlichen Gebäude, in Reinigungen und Banken, in Kneipen und Unterkünften kostenloses Internet zu Verfügung hat – es ist auch noch um Welten schneller als in Indonesien.

Ein weiterer nicht unwesentlicher Punkt ist die Tatsache, dass man in Malaysia weder bei der Einreise, noch bei der Ausreise etwas bezahlen muss. In Indonesien dagegen muss man bei der Einreise für das Visa 35 US$ pro Person bezahlen und bei der Ausreise, noch einmal 21 US$ pro Person für Steuern. Das empfand ich persönlich als eine echte Unverschämtheit. Und wehe man hat kein Bargeld mehr, dann kostet die Abhebung an den aufgestellten Geldautomaten plötzlich 10 US$ und ist nicht mehr, wie sonst, kostenlos.

Mein letzter und auch nicht unwesentlicher Punkt ist die Tatsache, dass es hier ein gut ausgebautes Verkehrsnetz gibt. Im Vergleich zu Indonesien muss man in Malaysia nicht den Großteil seines Budgets für Transporte ausgeben.

Mülleimer und Busbahnhof

Selbst mitten in der Nacht fahren die öffentlichen Verkehrsmittel. Und auch hier wieder zu sehen: Ein Mülleimer

Zusammengefasst kann man sagen, Malaysia ist viel westlicher als Indonesien. Und das finde ich als verwöhnter Deutscher gut. Natürlich ist das nur meine Meinung und jemand anderes findet es vielleicht toll, selbst für eine Flasche Wasser herum zu handeln, aber mein Ding ist das nicht. Ebenso wenig möchte ich in meinem Urlaub ständig belästigt werden. Wenn ich etwas möchte, dann bezahle ich den Preis, der ausgeschrieben ist. Wenn mir das zu teuer ist, dann kaufe ich es nicht. Mein Geld lasse ich sowieso hier, doch in Malaysia habe ich das Gefühl, es dafür auszugeben, wofür ich möchte.

Mahun Beach in Kuta auf Lombok

Wie bisher jeden Morgen, werde ich wieder von Siyol begrüßt und gefragt, wie es mir geht. Er möchte wissen, was wir gestern so getrieben haben und was wir heute so vor haben. Die ganze Zeit lächelt er und macht einen ungemein glücklichen Gesichtsausdruck. Da meine Pre-Paid Karte aus mir unerklärlichen Gründen in Kuta nicht funktioniert, frage ich ihn, ob ich später einen Anruf tätigen kann, oder ob ich irgendwo telefonieren könnte. Ich erkläre ihm, dass wir in zwei Tagen eine Tour nach Komodo gebucht haben und ich herausfinden möchte, wie ich denn nun überhaupt wieder zurück zum Hafen komme. Er bietet mir sofort sein Mobiltelefon an und erwähnt ganz nebenbei, dass er ebenfalls Touren nach Komodo anbietet. Sein Laden ist ein paar Meter die Strasse hoch und ich könne bei ihm vorbeikommen, falls ich später noch irgendwelche Fragen habe. Also nicht nur das diese Großfamilie hier ein Hotel, einen Shop, eine Reinigung und einen Motorradverleih hat, sie haben auch noch ein Veranstaltungsbüro. Das ich meinen Roller auch gleich hier auftanken kann, verwundert mich daher überhaupt nicht mehr.

Meine Lebenspartnerin hat im Internet gelesen, dass es in der Mitte von Lombok einen Affenwald gibt, und ich frage Siyol, wie man dort am besten hinkommt. Er meinte, dass dieser Ort ziemlich weit weg ist, und die Fahrt mit dem Roller Stunden dauert. Wir sollen doch einfach am Strand links abbiegen, denn auch dort ist ein kleiner Wald, an dem nachmittags die Affen vom Berg kommen und am Strand abhängen. Ich könne sie füttern, und es sei auf keinen Fall gefährlich, und obendrein müsste man dort nicht mal Eintritt bezahlen, weil es ein frei zugängliches Gebiet ist. Gut zu wissen, denke ich mir, und merke mir seine Wegbeschreibung.

Der Fischer ist wohl Raucher

Ein kleines Fischerboot in der Bucht des Mahun Beach

Doch zuerst haben wir uns auf den Weg zum Mahun Beach gemacht. Um dort hin zu kommen, muss man etwa eine viertel Stunde mit dem Roller fahren. Die Parkgebühr für diesen Strand beträgt 10.000 Rupien. Als wir dort angekommen sind, war der Strand noch leer, und wir konnten dort die Zweisamkeit genießen, bis dann auch dort der erste Verkäufer anfing, uns langsam aber sicher auf die Nerven zu gehen. Ich habe wirklich nichts dagegen, mich mit Menschen zu unterhalten, aber diese aufdringliche Art, wie alle paar Minuten der Nächste und der Nächste und der Nächste und der Nächste und der Nächste kommt, geht mir langsam aber sicher auf die Nerven. Zu unserem Glück kam gegen Mittag eine Schulklasse an den Strand. Die Schulklasse bestand ausschließlich aus Mädchen im Alter von 16 Jahren, und sie waren an den Strand gekommen, um mit Hilfe der Touristen ihre Englischkenntnisse zu verbessern. Sie hatten sogar Buttons angesteckt auf denen stand: Please talk English to me! Und das haben wir dann auch gemacht. Stundenlang saßen wir gemeinsam im Schatten, haben uns mit ihnen auf Englisch unterhalten, gesungen und gelacht. Immer wieder haben sie uns gefragt, ob es OK sei, wenn sie sich noch weiter mit uns unterhalten, oder ob wir lieber alleine sein möchten. Wir haben uns wirklich gerne mit ihnen unterhalten, und wir waren gleichzeitig auch froh, denn während der gesamten Zeit hat uns kein einziger Verkäufer belästigt. Stattdessen kamen immer mehr von den Mädels zu uns und haben sich dazu gesetzt. Ich glaube am Ende ist die ganze Schulklasse bei uns gesessen. Irgendwann haben sie sich dann von uns verabschiedet, unsere Hände geschüttelt und die Mädels sind mitsamt ihren Schuluniformen ins Meer gesprungen. Das haben wir dann auch gemacht jedoch in Badekleidung, versteht sich.

Wie die Kinder stürzen wir uns die Wellen

Wie die Kinder stürzen wir uns die Wellen

Weglaufen bringt nichts

Weglaufen bringt nichts

Der Mahun Beach in Kuta auf Lombok hat einen wunderschönen, feinen Sandstrand und man kann ohne Bedenken barfuß ins Meer zum Baden gehen. Ich habe kein einziges Steinchen unter meinen Füßen gehabt, egal ob am Strand oder im Wasser. Nach ein paar Metern konnte man schwimmen, und wenn man nach unten ins klare Wasser geschaut hat, konnte man immer noch den feinen Sand am Boden erkennen. Die Bucht, in der sich der Strand befindet sieht aus wie gemalt. Gemeinsam mit meiner Lebenspartnerin, haben wir uns in die Wellen gestürzt und herumgetollt wie kleine Kinder. Viel zu schnell ging der Tag vorbei, und wir machten uns wieder auf den Weg zurück nach Kuta, um den Affenwald zu suchen, von dem uns Siyol am Morgen erzählt hat. Bis wir diesen aber endlich gefunden hatten, war es bereits dunkel, und wir haben uns dazu entschieden, morgen noch einmal hier her zum Affenwald zu kommen, um ein paar schöne Fotos zu machen.

Viel zu schnell ging der Tag vorbei

Viel zu schnell ging der Tag vorbei

(Motor)Radfahren verlernt man nie

Kaum aufgestanden, setze ich mich wieder auf die Terrasse, um meine E-Mails zu checken und um die Zugriffsstatistiken meines Blogs abzufragen. Sehr ernüchternd. Immerhin zeigt die Kurve heute wieder nach oben und ermutigt mich weiter zu machen. Nach ein paar Minuten kommt der Bruder des Hotelbesitzers um die Ecke und wünscht mir einen guten Morgen und fragt mich, wie es mir und meinem Muskelkater geht. Ich antworte mit: “Bagus“, dem indonesischen Wort für gut, und ich schieße auch noch gleich ein: “Apa Kabar?“ hinterher, was „Wie gehts?“ auf indonesisch bedeutet. Er lacht und freut sich über meine Worte, und beantwortet meine Frage ebenfalls mit „Bagus“, und setzt sich mit seiner Heckenschere auf den Boden und beginnt damit den Rasen zu stutzen. Dabei unterhalten wir uns ein wenig, und er fragt mich, was ich denn sonst noch so auf indonesisch weiss, und ich sage ihm die paar Happen auf, die ich bisher aufgeschnappt habe. Als ich Anfang zu zählen und nach der zwei schon wieder aufhöre zu zählen, muss er lachen und setzt sich zu mir auf die Terrasse und erklärt mir das indonesische Zahlensystem. Ein paar neue Wörter und Ausdrücke bekomme ich ebenfalls noch mit auf meine Reise durch Indonesien. Sein Name ist im übrigen Siyol. „Ganz einfach zu merken” meint er „see all“, ich denk nur an „Big Brother is watching you“ und sein Name brennt sich in meinen Kopf.

Indonesisch

1 – Satu
2 – Dua
3 – Tiga
4 – Ampat
5 – Lima
6 – Anam
7 – Tuju
8 – Delapan
9 – Sembilan
10 – Sepulo
11 – Seblas
12 – Duablas
13 – Tigablas
Das Wort blas steht nun immer für die 10, und mit den Zahlen 1 bis 9 kann ich jetzt bis 19 zählen. Für alle weiteren 10er Schritte verwendet man das Wort pulo, und setzt die Zahlen 1 bis 9 davor, also:
20 – Duapulo
30 – Tigapulo usw.
100 – Seratus
1000 – Seribu
Möchte man nun z.B. die Zahl 121 sagen, so setzt man sie aus dem bisher gelernten zusammen, also Seratus Duapulo Satu.
Nachmittag – Siang
Guten Abend – Salamat Sore
Gute Nacht – Salamat Malm
Bitte – Silakan
Und dir? – Dan anda?
Wie heißt du? – Siapa nama anda?
Ich heiße Peter – Nama saja Peter
Ob die Rechtschreibung korrekt ist, bezweifle ich stark, denn ich habe mir die Wörter alle nur so gemerkt, wie sie ausgesprochen werden.

Gestern Abend erzählten uns unsere Zimmernachbarn, dass sie sich ein Stück die Strasse hoch, einen Roller für 80.000 Rupien ausgeliehen haben. Ich frage Siyol, was hier im Hotel ein Roller pro Tag kostet. Siyol verlangt 50.000 Rupien pro Tag und zwei Helme sind natürlich auch mit dabei. Ich frage mich, warum die zwei Mädchen erst in der ganzen Stadt rumfragen, was ein Roller kostet anstatt zuerst hier zu fragen, aber OK. Da unsere Muskeln sich langsam wieder normal anfühlen, und wir nicht nach Kuta gekommen sind, um die ganze Zeit auf der Terrasse rum zu sitzen, nehme ich sein Angebot an, und leihe mir für zwei Tage einen Roller aus. Denn rund um Kuta gibt es zahlreiche Strände, die zu Fuß nur schwer zu erreichen sind, außerdem kann ich so nach 20 Jahren endlich mal wieder auf einem motorisierten Zweirad sitzen möchte.

Tankstelle

Das auf der rechten Seite sind 1L Flaschen, die mit Benzin befüllt sind. Wir haben 8.000 Rupien, also 50Cent pro Liter bezahlt. Diese “Tankstellen” gibt es an jeder Ecke.

(Motor)Radfahren verlernt man nie

Auch wenn ich hier aus fototechnischen Gründen stehe, (Motor)Radfahren verlernt man nie

Im Gegensatz zum Großteil der Touristen und allen Einheimischen, setzen wir zwei uns einen Helm auf und ziehen Socken und festen Schuhwerk an. Schlimm genug, dass man hier halbnackt auf dem Roller durch die Gegend fährt. Wir fahren Richtung Strand und biegen links ab. Beim ersten Kreisverkehr war ich ein bisschen verwirrt und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich alles richtig gemacht habe, aber zum Glück ist hier relativ wenig los und Polizisten waren auch keine da, die uns gleich abkassieren hätten können. Mir fällt auf, dass man bei jedem Strand eine Parkgebühr bezahlen muss, aber 5.000 Rupien, also 30 Cent, sind nun wirklich kein Grund zur Beschwerde. Egal wo wir ankommen um es uns im feinen Sandstrand gemütlich zu machen, werden wir sofort von zig Menschen belagert und jeder versucht uns irgendetwas zu verkaufen. Kokosnüsse, Ananas, Armbändchen oder handgewebte Tücher in allen Größen will man uns verkaufen. Anfangs ist das ja noch witzig, aber irgendwann möchte man sich auch mit seinem Partner unterhalten und den schönen Ausblick und die Ruhe genießen. Nach etwa einer halben Stunde haben sie dann glaub ich alle verstanden, dass es bei uns heute nichts zu holen gibt und wir haben endlich ein wenig Ruhe.

Wolle Rose kaufen

Zuerst werden wir fast eine halbe Stunde von den Tücherverkäuferinnen belagert…

Endlich mal zurücklegen

…bis wir uns endlich mal zurück legen können…

Feinster Sand

…den feinen Sandstrand genießen…

Die Natur bewundern

…und die Natur bewundern können.

Als dann kurze Zeit später ein T-Shirt Verkäufer vorbeikommt, drehe ich den Spieß einfach um, und will ihm mein T-Shirt, meinen Rucksack und meine Kokosnuss verkaufen, die ich vom Obststand gegenüber von unserem Hotel mitgebracht habe. Das scheint zu wirken, denn im Null Komma Nichts ist er wieder verschwunden. Wir haben dann noch zwei weitere Strände besucht, bevor es dunkel geworden ist, und wir uns wieder auf den Heimweg gemacht haben.

Bis auf den kleinen Fauxpas im Kreisverkehr habe ich mich auf Anhieb auf dem Roller wohlgefühlt. Doch viel wichtiger war es, dass sich meine Freundin hinten drauf ebenfalls sicher und wohl gefühlt hat, und somit unserem nächsten Roller-Ausflug nichts im Weg steht. Deshalb wollen wir morgen noch einmal zum schönsten der drei Strände fahren und einmal den ganzen Tag am Strand verbringen.

Mahun Beach

Hier möchten wir morgen am liebsten den ganzen Tag verbringen

Entspannen auf der Veranda

Ich habe wirklich keine Ahnung, wie viele Leute hier in diesem Familienbetrieb eigentlich arbeiten. Ständig läuft ein neues Gesicht an uns vorbei, dass uns freundlich lächelnd grüßt. Da wir immer noch heftigen Muskelkater von unserer Rinjani Tour haben, haben wir uns entschieden, den heutigen Tag entspannt auf der Veranda zu verbringen. Vielleicht schaffen wir es hier ja auch, das Datenvolumen des kostenlosen WiFi auszuschöpfen. Wir sitzen da also mit unseren Laptops und unterhalten uns nebenbei über den Besitzer des Hotels. Wir sind der Meinung, dass er wohl für indonesische Verhältnisse ein sehr wohlhabender Mann sein muss, da er in seinem Hinterhof mehrere Zimmer zu vermieten hat, einen kleinen Laden besitzt, Motorroller vermietet und, wie sich im Laufe des Tages herausgestellt hat, auch eine kleine Wäscherei im Haus hat.

Alleine waren wir heute nie

Auf unserer Veranda waren wir heute nie alleine

Als wir uns so über den Besitzer unterhalten, kommt dieser zu uns, und erzählt uns, dass er heute ein Fest für seine Tochter gibt, die vor 20 Tagen auf die Welt gekommen ist. Er wird aus diesem Grund seinen Laden jetzt zusperren und heute auch nicht mehr öffnen. Ausserdem wollte er wissen, ob wir indonesisches Essen mögen, denn er möchte uns gerne an seinem Glück teilhaben lassen und uns nach der Feier einige einheimische Spezialitäten bringen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es unhöflich war, diese Frage mit Ja zu beantworten oder ob es respektlos gewesen wäre, sie zu verneinen. Doch ich hatte in diesem Moment den Eindruck, dass er sich sehr darüber gefreut hat, dass wir sein Glück auf diese Art mit ihm teilen möchten. Irgendwann am Nachmittag hörten wir dann wie nebenan gesungen, geklatscht und gelacht wurde. Kurze Zeit später kam der Bruder des Besitzers mit einem großen Tablett und einem noch größerem Lächeln zu uns. Wir konnten gar nicht oft genug Danke sagen, so sehr waren wir von dieser Geste beeindruckt. Wir haben noch nichtmal aufgegessen, da kam der Besitzer mit zwei Tüten zu uns und brachte uns auch noch Kuchen.

Eine beeindruckende Geste

Eine beeindruckende Geste

Indonesische Köstlichkeiten

Wir wurden mit indonesischen Köstlichkeiten verwöhnt…

Der Inhalt einer Kuchenbox

…und zum Nachtisch gab es auch noch Kuchen, Obst und Wasser

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass wir am heutigen Tag zwar eigentlich nichts weltbewegendes unternommen haben, wir aber trotzdem ein unvergessliches Erlebnis hatten. Die Freundlichkeit und die Selbstverständlichkeit wie wir, obwohl wir nur Hotelgäste sind, am Glück des Besitzers teilhaben durften, hat uns wirklich sehr berührt und beeindruckt. Ich möchte mich auch auf diesem Weg noch einmal für diese freundliche und wundervolle Geste bedanken. Vielen vielen lieben Dank!

Das Funkeln in den Augen gesehen

Ich war also bereit, mich das erste Mal seit 20 Jahren auf ein Moped zu setzen. Als wir es dann endlich aus unserem Zimmer geschafft haben, stand Fred bereits an der Rezeption und hat sich mit einem Einheimischen auf Englisch unterhalten. Fred wollte eine Tour buchen und als wir ebenfalls Richtung Rezeption gegangen sind, kam uns dieser freundliche Herr bereits entgegen, begrüßte uns und stelle sich uns vor. Sein Name war Sabri, und er wollte wissen, wie lange wir bereits in Mataram sind und wo es denn hingehen soll. Ich habe ihm dann erklärt, dass wir eigentlich nur hier sind, um zum Youth Center zu fahren, und dort unsere Laptops für einen guten Zweck spenden möchten. Ich habe ihm erklärt, dass ich meine Kontaktperson bisher weder telefonisch noch per E-Mail erreichen konnte. Die URL der Homepage, die ich bekommen habe, gibt es ebenfalls nicht. Ich hatte lediglich die Adresse, und ich würde mir gerne einen Roller ausleihen, um dort hinzukommen. Sichtlich beeindruckt hat er uns nach der Adresse gefragt, und uns angeboten dort hinzufahren, um herauszufinden, ob meine Kontaktperson dort anzufinden ist. Mataram ist ziemlich groß, und wir würden das sowieso nicht finden, meinte er und verabredete sich mit uns in ein paar Stunden wieder. Meine Lebenspartnerin und ich sind in der Zwischenzeit in die Stadt gegangen, denn dort hatten wir am Tag davor einen Supermarkt gefunden. Nur mal zum Vergleich, eine 1,5l Flasche Wasser kostete dort 3.600 Rupien, so günstig habe ich diese noch nie zuvor eingekauft. Nachdem wir uns mit einer schnellen Mahlzeit gestärkt haben, haben wir uns wieder auf den Weg zurück zu unserem Hotel gemacht. Dort angekommen, wartete Sabri bereits auf uns. Er hat selbst einige Male nachfragen müssen, um die Adresse zu finden, doch er hat sie letztendlich ausfindig machen können und auch das Youth Center gefunden. Lediglich meine Kontaktperson ist nicht vor Ort gewesen. Amin, so heisst die Kontaktperson, ist gerade in Deutschland und arbeitet dort auf einem Containerschiff. Aber sein älterer Bruder sei dort gewesen, und sie würden beide zusammen am Nachmittag noch einmal vorbeikommen, und uns mit ihren Rollern abholen, da die Kinder gerade erst von der Schule nach Hause gekommen sind, und immer erst nachmittags in das Youth Center gehen. Als die beiden uns dann abgeholt haben und zum Youth Center gebracht haben, war ich sehr froh darüber, dass wir nicht selber fahren mussten. Auf den Straßen dort herrscht indonesisches Chaos, und wie ich bereits erwähnt habe, ist Mataram eine relativ große Stadt. Als wir beim Youth Center angekommen sind wurden wir dort bereits erwartet.

Ankunft am Youth Center

Ankunft am Youth Center

Das Youth Center ist sehr klein, trotzdem sind dort täglich sehr viele Kinder jeden Alters, die dort Englisch, Mathematik und den Umgang mit Computern lernen. Als ich den Raum betreten habe, war jeder verfügbare Rechner belegt und die Kinder lernten spielerisch den Umgang mit Excel, Word, Paint und dem Internet.

Kinder beim Lernen

Kinder beim Lernen

Der Tutor bei seinen Schützlingen

Der Tutor bei seinen Schützlingen

Als wir den Tutoren, die dort mehr oder weniger als Volontäre arbeiten unsere alten Laptops übergeben haben, konnte ich das Funkeln in ihren Augen sehen. Dieser Anblick hat uns für die vielen Strapazen, die wir auf uns genommen haben, um unsere Laptops dort übergeben zu können, mehr als entschädigt.

Das Funkeln in den Augen ist unbezahlbar

Das Funkeln in den Augen ist unbezahlbar

Wir sind dann noch sehr lange zusammengesessen und haben uns über die verschiedensten Dinge unterhalten. Einer der anwesenden Tutoren arbeitet ebenfalls auf einem Containerschiff und immer wenn er frei hat, arbeitet er im Youth Center. Wir haben erfahren, dass die Schüler in Indonesien Schuluniformen tragen müssen und die Schule dort bereits um sieben Uhr beginnt. Beiderseits wurden viele Fragen gestellt und beantwortet, und auch einige neue Wörter auf Indonesisch konnten wir lernen. Das indonesische Wort für „Ja” konnte ich mir auf Anhieb merken, denn es heisst ebenfalls „Ja“. „Nein“ bedeutet „Tidak“ und „Wie geht es Dir?“ heisst „Apa Kapar“. Und wenn es einem gut geht, dann antwortet man mit „Bagus“.

Bagus

Bagus

Gemütliches Zusammensitzen mit den Tutoren

Gemütliches Zusammensitzen mit den Tutoren

Während wir uns unterhalten haben, bekamen wir Orangen, etwas zu Trinken und eine traditionell indonesische Süßspeise mit den Namen Lupes angeboten, die mir nebenbei bemerkt, sehr gut geschmeckt hat.

Die Kinder mit ihren Tutoren, Bea und mir

Die Kinder mit ihren Tutoren, Bea und mir

Zum Abschluss unseres Aufenthalts durften wir uns noch im Gästebuch des Youth Center eintragen, und wir haben gemeinsam mit den Kindern noch ein Abschiedsfoto gemacht. Bevor wir wieder zu unserem Hotel gebracht wurden, haben wir noch die aktuelle Broschüre des Youth Center sowie einen Sticker bekommen, der mich jetzt auf meiner Reise, an meinen Rucksack gepinnt, begleiten wird. Ich möchte mich auf diesem Weg bei der Organisation Labdoo bedanken, dass ich diese Erfahrung machen konnte. Wenn man Geld spendet, weiss man eigentlich nie, wo es ankommt und was genau damit passiert. Durch das Labdoo Projekt konnte ich sehen, dass meine Spende dort angekommen ist, wo sie benötigt wird – bei armen Kindern, für die es eine Freude ist, nach der Schule Englisch, Mathematik und den Umgang mit Computern zu lernen. Wer mehr über das Youth Center erfahren möchte, kann dies hier tun.

Ich möchte an dieser Stelle auch noch einmal auf den Blog meiner Lebenspartnerin verweisen, der unsere Erlebnisse aus einer völlig anderen Sicht beschreibt.

Tag 3

Der heutige Tag war für mich bisher der Schönste hier auf Bintan. Ich habe mich schon gestern die ganze Zeit gefragt, was das für Lichter auf dem Meer sind. Wir sind dann auf diesen ewig langen Steg gegangen und haben von dort aus beobachten können, wie Leute mit einer Taschenlampe auf den Kopf und einem Stock bewaffnet durch das Meer gingen. Ich habe dann meinen ganzen Mut zusammen genommen und einen Einheimischen gefragt, was diese Leute da draußen machen. Er meinte, dass die Leute da draußen Krabben sammeln, aber nicht um sie selbst zu verzehren, sondern um sie auf dem Markt zu verkaufen. Er fragte mich gleich, ob ich nicht auch Lust hätte, mit ihm heute Nacht gemeinsam aufs Meer herauszugehen und ebenfalls ein paar Krabben zu suchen. Natürlich habe ich diese Frage sofort mit Ja beantwortet, denn mich interessiert diese Kultur und die Menschen und wie sie leben. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass Deddy mich dazu eingeladen hat. Ich konnte es also kaum erwarten bis die Ebbe endlich einsetzt, doch dafür mussten wir bis etwa 23:00 Uhr warten. Bis dahin habe ich mich mal wieder mit dem Internet herum geärgert, und schon langsam finde ich mich mit diesem Thema ab. Ich muss meine Internet Gepflogenheiten ein wenig umstellen. Hier ist es nun mal nicht so wie in Deutschland, was die Internetverbindung betrifft. Im Laufe des Vormittags habe ich dann mitbekommen, wie ein neuer Gast in das Ressort eingecheckt hat. Und da wir uns fest vorgenommen haben, mit den Leuten hier zu reden und uns Tipps von den Menschen zu holen, die schon etwas länger hier in Indonesien unterwegs sind, habe ich das Gespräch mit diesem Gast gesucht. Es hat sich dann herausgestellt, dass dieser junge Mann bereits seit zwei Monaten auf der Nachbarinsel Nikoi arbeitet, und er heute seinen freien Tag hat. Stuart kommt aus London und hat Maschinenbau studiert. Während seines Studiums wurde ihm der Job in Indonesien auf der kleinen Insel angeboten. Er meinte, dass man in 25 Minuten einmal die Insel zu Fuss umrunden kann. Dort kümmert er sich hauptsächlich darum, dass die Insel mit Solarstrom versorgt und das Abwasser gefiltert wird, so dass es wieder so sauber ins Meer gelangen kann, ohne das es der Umwelt schadet. Von ihm haben wir dann erfahren, dass das mit der Internetverbindung nun einmal so ist. Er hat uns empfohlen, dass wir uns eine Telefonkarte besorgen sollen, mit der man zumindest mit 3G eine Verbindung zum Internet herstellen kann. Das hört sich jetzt zwar für uns nicht nach viel an, ist aber trotzdem besser als das Internet hier im Ressort. Es reicht vollkommen aus, um Videos auf YouTube zu schauen oder sich auch einmal einen Film herunterladen zu können. Nachdem er schon seit zwei Monaten hier arbeitet, konnte er uns sogar ein paar indonesische Wörter beibringen.Und schon beim ersten Einkauf habe ich gesehen, wie sich die Einheimischen darüber gefreut haben, als ich mich in ihrer Sprache bedankt habe (Dankeschön -> Makasi). Bisher kann ich zwar nur bis zwei zählen (Eins -> Satu, Zwei -> Dua), aber ich denke, dass ist schon einmal ein guter Anfang, und ich kann den Leuten einen Guten Abend (Malam) und einen Guten Morgen(Pagi) wünschen. Ich kann fragen ob sie zum Beispiel ein Wasser für mich haben (Ada Stanford), oder ob ich noch ein weiteres (Satu Lagi) bekommen könnte. Stuart bestätigte uns dann noch einmal, dass wir uns in einer absoluten Touristengegend befinden. Darum haben wir dann auch entschieden, dass wir bereits am Montag abreisen und uns auf den Weg nach Mataram machen werden.

Doch bevor es gleich zum Krabben fangen geht, sind wir noch einmal zu diesem Straßenrestaurant gegangen und haben zu abend gegessen. Sicherlich muss man sich erst daran gewöhnen, dass das Hühnerfleisch mitsamt den Knochen serviert wird, doch geschmacklich gab es auch heute wieder keinen Anlass zur Beschwerde.

Sicy Chicken

Hühnerfleisch mit frischem Obst und Gemüse

Als wir dann wieder im Ressort angekommen sind, ging es endlich auf Krabbenjagd. Gemeinsam mit Deddy, einem seiner Kumpels und Stuart sind wir mit einer Taschenlampe sowie einem Eimer bewaffnet los marschiert. Bereits nach ein paar Metern haben wir die ersten Krabben entdeckt, und da ging der Spaß dann erst richtig los. Denn außer unseren Händen hatten wir nichts und diese Krabben hatten teilweise so beachtliche Scheren, dass man schon Angst um seine Finger haben musste. Nichtsdestotrotz haben wir es versucht und es auch geschafft einige Krabben zu fangen und trotzdem unsere Finger zu behalten. Auf die Frage, warum sie denn kein Netz oder einen kleinen Käscher benutzen, antwortete mir Deddy: „Wir machen das so, wie die Indonesier alles machen, im extrem Style.” Wir hatten eine Menge Spaß und am Ende hat uns Deddys Kumpel die Krabben zubereitet. Wir haben uns dann noch bis spät in die Nacht unterhalten und miteinander gelacht. Für mich persönlich war das bisher mein schönster Tag hier in Indonesien. Also immer freundlich sein, lächeln und auf die Leute zu gehen, denn so kann man hier Außergewöhnliches erleben.

Krabben mit Spicy Sauce

Den Snack für den heutigen Abend haben wir selbst gefangen