Mit eigenem Fahrer Sri Lanka erkunden – Tag 5

Heute ist der Tag, den ich seitdem wir mit eigenem Fahrer Sri Lanka erkunden, kaum erwarten konnte. Eigentlich war das, was wir heute sehen werden, der Hauptgrund, dass wir uns dazu entschieden haben, Sri Lanka zu besuchen.

Den Yala Nationalpark auf Sri Lanka erkunden

So einfach erkunden kann man den fast 1.500 km² großen Yala Nationalpark auf Sri Lanka natürlich nicht. Das älteste Naturschutzgebiet auf Sri Lanka beheimatet viele Tiere, denen man besser nicht zu nahe kommt. Dazu gehören Bären, Elefanten, Krokodile, Pythons sowie der Sri-Lanka-Leopard. Es gibt aber auch zahlreiche Vogelarten, die ich persönlich bisher nur in Zoos oder im Fernsehen gesehen habe.

Mit eigenem Fahrer Sri Lanka erkunden – Yala Nationalpark

Um 5.00 Uhr morgens werden wir von einem Safari Jeep vor unserem Hotel abgeholt. Von einem Mitarbeiter des Hotels bekommen wir noch ein Frühstück ToGo mit auf den Weg. Noch bevor die Sonne aufgeht kommen wir an einer Art Sammelstelle an. Um uns herum sind überall Safari Jeeps. Die Fahrer der Jeeps warten alle darauf, dass sie sich einen Passierschein für das Naturschutzgebiet holen können. Sobald der Ticketschalter geöffnet ist, bricht Hektik aus. Mit dem Passierschein in der Hand laufen die Fahrer wie von einer Tarantel gestochen zurück zu den Safari Jeeps. Jeder will der Erste sein und seinen Fahrgästen die besten Plätze vor allen anderen zeigen. Am Haupteingang zum Yala Nationalpark sitzt ein Pförtner, der akribisch darauf achtet, dass auch wirklich jeder einen Passierschein besitzt.

Gleich gibt es den Passierschein

Während die Fahrer auf den Passierschein warten…

Warten auf den Passierschein

…warten wir auf die Fahrer.

Der Yala Nationalpark

Am Eingang zum Yala Nationalpark müssen die Fahrer den Passierschein vorlegen

Ich dachte eigentlich – mehr Natur geht nicht

Bisher dachte ich, mehr Natur geht überhaupt nicht mehr. Denn ausgenommen von den Großstädten, ist überall, wo man hinsieht, alles grün. Aber da habe ich mich getäuscht. Auf einer roten Sandstrasse fahren wir in den Nationalpark. Egal, wo ich auch hinsehe, überall sehe ich üppige Vegetation. Durch den buschbewachsenen Strassenrand ragt ein kleiner Felsen hervor. Dann erstreckt sich vor den Augen der Besucher plötzlich weitläufiges Terrain. An anderer Stelle liegt dann wieder ein kleiner See und überall kann man Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Aber der Hauptgrund warum wir die Safari bei Sonnenaufgang machen, ist der Sri-Lanka-Leopard. In den frühen Morgenstunden ist er noch nicht sehr aktiv und mit sehr viel Glück, kann man ihn zu Gesicht bekommen.

Sonnenaufgang im Yala Nationalpark

Sonnenaufgang im Yala Nationalpark

Pelikan

Links auf dem Baum ist ein Pelikan zu sehen

Halsstreifenmanguste

Der Fahrer wollte uns diese Halsstreifenmanguste als Mungo verkaufen

Pfau beim tanzen

Ein Pfau beim tanzen

Pfau bei der Balz

Der Pfau in der Nahaufnahme

Hanuman Languren

Hanuman Languren habe ich bis dato auch noch nie gesehen

Blauschwanzspint

Dieser kleine Piepmatz ist ein Blauschwanzspint

Frosch zum Frühstück

Fressen und gefressen werden

Malabarhornvogel

Malabarhornvogel

The Elephant Rock

The Elephant Rock im Yala Nationalpark

Buntstorch

Sieht aus wie die Marabus aus Spy vs Spy. Es handelt sich hierbei aber um Buntstörche.

Webervogelnest

Das sind keine Flughunde, sondern zwei Webervogelnester

Brahminenweih

Der Brahminenweih ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen

Der Puls steigt ins Unermessliche

Ständig hängt unser Fahrer an seinem Handy. Zuerst hat mich das Ganze ein wenig an Komodo erinnert, wo ein Guide völlig teilnahmslos mit seinem Handy herumgespielt hat. Aber unser Fahrer hat anscheinend ständigen Kontakt zu den anderen Fahrern gehalten. Denn auf einmal tritt er ins Gaspedal und rast über die buckelige Sandstrasse. Das eine oder andere Mal dachte ich, jetzt kippt der Jeep gleich um. Wie ich bereits geschrieben habe, mit sehr viel Glück kann man einen Sri-Lanka-Leoparden zu Gesicht bekommen. Mit jeder Kurve, die wir gefahren sind, ist mein Puls angestiegen. Leoparden gehören für mich zu den schönsten Tieren, die es auf diesen Planeten gibt. Als wir um die letzte Kurve fahren, sehe ich schon all die anderen Safari Jeeps. Sofort fällt mein Blick auf den Baum vor den ganzen Jeeps. In diesem Moment war ich mal wieder unheimlich glücklich darüber, dass ich Brillenlos bin. Es wäre ansonsten viel zu kompliziert gewesen, mir die Freudentränen aus den Augen zu wischen. Der Anblick des Sri-Lanka-Leoparden, der nur wenige Meter vor uns im Baum ein Nickerchen gemacht hat, ist für mich nicht nur das Highlight unserer Sri-Lanka Reise sondern das Highlight unserer gesamten Reise.

Safari Jeep Auflauf

Die Fahrer haben sich perfekt ausgetauscht

Sri Lanka Leopard

Worüber der Sri Lanka Leopard wohl gerade nachdenkt?

Der Sri-Lanka-Leopard

Im gesamten Yala Nationalpark leben etwa 25 bis 30 Leoparden

Danke das ich Dich sehen durfte

Das Nickerchen ist vorbei. Der Sri Lanka Leopard verlässt seinen Schlafplatz.

Und der Leopard verschwand elegant

Und der Leopard verschwand elegant

Das wir heute in Yala Nationalpark keine Elefanten gesehen haben, stört mich nicht. Es hat viel geregnet und die Elefanten finden deshalb reichlich Wasser im Inneren des Nationalparks. Wir haben am heutigen Tag so viele verschiedene Tiere gesehen, ohne dass irgendwelche Tierpfleger oder Guides diese durch eine Fütterung angelockt haben. Die Tiere waren einfach da, wo sie hingehören.

Nasenaffen im Bako Nationalpark

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich vor genau zwei Wochen das erste Mal darüber geschrieben habe, einen Affen in freier Wildbahn gesehen zu haben. Auch wenn die Affen, die ich bisher in Malaysia gesehen habe, allesamt in Nationalparks leben, bin ich der Meinung, dass sich die Tiere dort um einiges wohler fühlen, als in einem Zoo, eingesperrt hinter Gittern oder einer dicken Glasscheibe. Die Begegnung mit den Orang Utans vom Semenggoh Nationalpark war für mich bisher mein emotionalstes Erlebnis meines gesamten Auslandsaufenthalts. Die nächsten beiden Tage sollten die witzigsten Erlebnisse beinhalten, was die Art der Affen betrifft.

Anreise zum Bako Nationalpark

Vor ein paar Tagen haben wir uns im Touristenbüro in Kuching eine Unterkunft für zwei Nächte im Bako Nationalpark reserviert. Heute sind wir, nachdem ich meinen Blog über die Rafflesia verfasst habe, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin gefahren. Die Busfahrt ist sehr günstig und kostet nur 3,50 MYR pro Person. Die Fahrt dauert etwas mehr als eine Stunde und der Bus hält direkt vor dem Eingang des Bako Nationalpark. Der Eintritt beträgt 20 MYR pro Person. Einheimische bezahlen in allen Nationalparks im Übrigen immer nur die Hälfte von dem, was Touristen bezahlen müssen, aber das finde ich absolut in Ordnung. Um zum eigentlichen Nationalpark zu kommen, muss man allerdings noch 20 Minuten mit einem Boot fahren. Das Bootsticket für eine einfache Fahrt kostet noch einmal 20 MYR pro Person. Als wir auf der Halbinsel am Südchinesischen Meer angekommen sind, war gerade Ebbe und wir mussten über den dunkelbraunen Sandstrand zur Rezeption gehen. Dort haben wir unsere Reservierung vorgezeigt und 10 MYR Pfand für den Schlüssel hinterlegt. Schon auf dem Weg zu unserer Unterkunft waren dutzende Makaken zu sehen. Als wir die Tür der Unterkunft geöffnet haben, ist uns ein stechender Geruch entgegen gekommen, als hätte jemand in das Zimmer uriniert. Als wir uns bei der Rezeption darüber beschwert haben, wurde uns gesagt, dass dies normal sei, denn die Gebäude sind schon ziemlich alt und das Holz modert. Wir haben das so hingenommen und haben uns für einen Wanderweg eingetragen, damit wir im Notfall von den Parkrangern gefunden werden können.

Makakenbaby

Wenn sie klein sind, dann schauen die Makaken sooo süß aus

Silberner Haubenlangur

Wenn die Babys der silbernen Haubenlanguren jünger als ein Monat sind, sind sie orange. Dieser kleine Racker ist also schon etwas älter. Ein wenig kann man die orange Farbe jedoch noch erkennen.

Auf dem Weg zum Aussichtspunkt

Auf dem Weg zum Aussichtspunkt…

Es ging mitten durch den Dschungel

…ging es mitten durch den Urwald.

Auf dem Weg zum Wanderweg haben wir dann den ersten Nasenaffen gesehen. Bislang kannte ich diese Tiere nur aus dem Fernseher und diese Affen sehen so witzig aus, dass man eigentlich gar nicht glauben kann, dass sie tatsächlich so aussehen. Wenn sie ihren Kopf drehen, dann wackelt die Nase und wenn sie nach oben schauen, dann kann man in ihre riesigen Nasenlöcher sehen. Der genaue Nutzen der großen Nasen ist laut Wikipedia nicht bekannt. Möglicherweise dienen sie der sexuellen Attraktivität. Vielleicht kommt daher der Spruch, wie die Nase eines Mannes, so auch sein Johannes. Ganz ernst bleiben kann man bei dem Anblick der Nasenaffen nicht. Doch trotzdem sind es wunderschöne und aufgrund ihrer Nase unverwechselbare Tiere.

Nasenaffenmännchen

Nasenaffenmännchen

Zu witzig

Wie die Nase eines Mannes…

Nasenaffe im Baum

…so auch sein Johannes.

Nasenaffe im Bako Nationalpark

Nasenaffe im Bako Nationalpark

Einige Wanderwege waren aufgrund von Renovierungsarbeiten gesperrt, und da es bereits später Nachmittag war, haben wir die kürzeste Tour gewählt. Am Ende dieser Tour ist eine Aussichtsplattform, von der aus man den Ankunftsbereich des Nationalpark sehen kann. Auf dem Weg zur Aussichtsplattform muss man mitten durch den Urwald gehen. Dementsprechend verwurzelt und wildbewachsen ist der Weg. Wer kein Mückenspray aufträgt, ist nach kurzer Zeit zerstochen und mindestens eine Flasche Wasser sowie ein Handtuch zum Schweiß abwischen sollte man auch immer bei sich haben. Nachdem wir die meiste Zeit damit beschäftigt waren, den Boden vor unseren Füßen zu betrachten, damit wir nicht an einer Wurzel oder einem Ast hängen bleiben, sind wir viele Male stehen geblieben, um auch etwas von der schönen Natur um uns herum mitzubekommen. Tiere konnten wir zwar hören, aber gesehen haben wir auf der Tour keine. Lediglich ein paar Ameisen, Käfer und Schmetterlinge kreuzten unseren Weg. Aber diese Tiere sind nicht so, wie man sie aus Deutschland kennt, sondern um ein Vielfaches größer. Die Ameisen sind teilweise über drei Zentimeter lang und die Schmetterlinge so groß wie eine Handfläche. Zikaden konnte man zwar überall hören, aber sobald man sich ihnen nähert, verstummen sie, und ich habe es nicht geschafft, auch nur eines dieser Tiere zu erspähen. An der Aussichtsplattform angekommen, haben wir einige Zeit die Aussicht und die Geräuschkulisse des Urwalds auf uns wirken lassen, bevor wir uns vor Einbruch der Dunkelheit wieder auf den Rückweg gemacht haben.

Nachtwanderung Bako Nationalpark

Täglich um 20.00 Uhr findet bei schönem Wetter eine Nachtwanderung statt. Eine Stunde vorher hat es allerdings stark zu regnen begonnen und es war sehr windig. Trotzdem haben wir am Treffpunkt gewartet, in der Hoffnung, dass das Wetter sich wieder bessern würde. Weil es die ganze Zeit so stark geregnet hat, waren wir die Einzigen die gewartet haben und wir haben den Guide gefragt, ob die Nachtwanderung statt finden würde. Der Guide meinte, wenn der Wind nachlässt und er sich sicher fühlt, können wir gehen. Um kurz nach 20.00 Uhr hat es auf einmal aufgehört zu regnen und der Wind hat nachgelassen. Wir hatten also mal wieder Glück, denn die Nachtwanderung ist meiner Meinung nach das Highlight des Bako Nationalpark. Weil wir so geduldig waren, und uns nicht von dem Regen abschrecken ließen, hatten meine Lebenspartnerin und ich den Guide für uns alleine. Mit Taschenlampen ausgerüstet haben wir uns dann auf den Weg gemacht, die meist nachtaktiven Tiere des Bako Nationalparks zu entdecken. Anfangs hab ich noch gedacht, der Guide fuchtelt nur wild mit seiner Taschenlampe in der Gegend herum, doch als er nach kurzer Zeit eine Schlange hoch oben in den Baumkronen erspähte, wusste ich auch, warum die Nachtwanderung nur statt findet, wenn es windstill ist. Ich glaube es ist nicht so gesund, wenn eine grüne Buschviper vom Baum fällt und auf einem landet. Obwohl auch wir versucht haben, mit unseren Taschenlampen Tiere im Dickicht ausfindig zu machen, konnten wir lediglich eine Kakerlake entdecken. Der Guide jedoch wusste anscheinend ganz genau, wohin er schauen muss und hat zahlreiche Tiere erspäht, die er geduldig mit seiner Taschenlampe ausgeleuchtet hat, damit wir sie fotografieren konnten. Normalerweise dauert so eine Nachtwanderung eineinhalb Stunden, doch wir durften über zwei Stunden lang die Gesellschaft des Guides genießen. Lediglich 10 MYR pro Person mussten wir am Ende der Tour dem Guide bezahlen. Eine Investition, die sich definitiv gelohnt hat.

Anfangs dachte ich, eine Zitrone hängt am Baum

Anfangs dachte ich, eine Zitrone hängt am Baum…

Ohne Guide nicht zu entdecken

…aber ohne Guide konnten wir die Tiere in der Nacht nicht entdecken…

Der Guide wusste genau, wo er suchen muss

…der Guide wusste genau, wo er suchen muss…

Und hat immer alles perfekt ausgeleuchtet

…und hat immer alles perfekt ausgeleuchtet…

Wir haben viele verschiedene Spinnen gesehen

…und wir konnten viele verschiedene Tiere sehen…

Diese Pilze leuchten im Dunkeln

…aber auch Pilze, die im Dunkeln leuchten…

Brauner Waldfrosch

…sowie diesen braunen Waldfrosch…

Fliegender Lemur

…oder fliegende Lemuren…

Skorpion

…Skorpione…

Bereit zum Angriff

…oder giftige grüne Buschvipern.

Grüne Baumviper

Dieses Exemplar war bereit zum Angriff

Es war schon fast 23.00 Uhr, als wir uns zurück zu unserer Unterkunft begeben haben. Wir hatten schon fast wieder vergessen wie sehr es in diesem Zimmer gestunken hat, doch schon bevor wir die Tür geöffnet haben, kam uns der Gestank entgegen. Um ehrlich zu sein, es war nicht auszuhalten in diesem Zimmer. Ich habe dann in meiner Verzweiflung versucht, Zahnpasta und Shampoo auf den Ventilator zu schmieren, aber geholfen hat es nichts. Auch der Versuch, die Zahnpasta unter meiner Nase zu verteilen, war nicht von Erfolg gekrönt. Wir hatten zwar unsere Schlafsäcke dabei, in die man sich komplett vermummen kann, so dass die Haut des Schlafsacks als Mundschutz dient, aber länger als eine Stunde haben wir es nicht in diesem Zimmer ausgehalten. Da die Rezeption im Nationalpark um diese Zeit bereits geschlossen ist, blieb uns nichts anderes übrig, als vor der Tür unserer Unterkunft auf dem Tisch, der dort auf der Veranda stand, zu versuchen ein wenig Schlaf zu finden.

Wanderung zum Brandungspfeiler

Wir hatten kaum geschlafen, als die ersten Sonnenstrahlen den nächsten Tag eingeleitet haben. Nachdem wir uns gründlich geduscht hatten, kamen bereits die nächsten Gäste und bezogen das Zimmer neben uns. Wir haben sie gebeten, uns einen Blick in ihr Zimmer werfen zu lassen. Dort hat es wesentlich besser gerochen beziehungsweise gar nicht gerochen. Also sind wir erneut zur Rezeption gegangen und haben uns noch einmal beschwert. Ohne sich überhaupt das Zimmer anzuschauen, wurde uns dieses mal das Chalet mit Klimaanlage und eigenem Badezimmer ohne Aufpreis angeboten. Das Problem an der Sache war allerdings, dass unser gesamtes Gepäck gestunken hat und das wiederum hat uns gestunken. Daher lehnten wir ab, und sind lediglich noch einen weiteren Wanderweg gegangen, um uns den Brandungspfeiler anzusehen, der auf jeder Informationsbroschüre über Borneo zu sehen ist. Der Wanderweg war jedoch nicht so gut ausgeschildert, denn immer wieder kamen uns Touristen entgegen, die den gelb markierten Pfad gesucht haben. Wir wollten schon fast aufgeben und wieder zurück gehen, doch zuerst setzte ich mir auf meinem Handy einen Timer von 30 Minuten. So lange wollten wir noch den rot markierten Pfad entlang gehen, in der Hoffnung das irgendwann von dort aus der gelb markierte Pfad abgeht. Kurz bevor der Timer abgelaufen ist, haben wir dann tatsächlich den gelben Pfad gefunden, und wir wurden mit einem „Yeah we’ve found it“ von ein paar anderen Touristen empfangen. Völlig durchgeschwitzt haben wir uns nach einer längeren Rast wieder auf den Rückweg gemacht und uns ein Ticket für die Bootsfahrt zurück gekauft.

Brandungspfeiler

Dieser Brandungspfeiler ist in jeder Touristenbroschüre über Borneo abgebildet

Auch wenn wir nur eine Nacht geblieben sind, und wir in Kuching unsere gesamte Wäsche in die Reinigung bringen mussten, war der Ausflug zum Bako Nationalpark ein unvergessliches Erlebnis. Vor allem die Nachwanderung kann ich jedem ans Herz legen, der den Bako Nationalpark einmal besuchen möchte. Aber geht auf gar keinen Fall ins Hostel A – Zimmer Nummer 4.

Rafflesia im Gunung Gading Nationalpark

Hier auf Borneo gibt es zahlreiche Nationalparks. Im Gunung Gading Nationalpark kann man eine Blume sehen, die einen Durchmesser von 72cm erreichen kann. Für die Busfahrt dorthin muss man allerdings 90 MYR pro Person zahlen. Dazu kommt noch der Eintritt von 10 MYR pro Person und man benötigt einen Guide für 30 MYR, um die Blume mitten im Urwald überhaupt zu finden. Da uns das für eine einzige Blume allerdings etwas zu teuer ist, haben wir uns ursprünglich dazu entschieden, nicht dorthin zu fahren. Heute wollten wir das selbe machen, was wir auch in Deutschland an einem Sonntag machen würden, nämlich nichts.

Aber wir haben den Franky Faktor nicht einkalkuliert. Denn irgendwann um die Mittagszeit klopft es an unserer Tür und Franky machte uns ein Angebot, das wir dann angenommen haben. Zusammen mit zwei weiteren Gästen würde uns Moses zum Nationalpark fahren. Wir mussten nur 25 MYR pro Person für die Fahrt bezahlen. Der Eintritt für den Nationalpark von 10 MYR bleibt natürlich gleich, doch wir konnten uns mit den anderen beiden Gästen die Kosten für den Guide teilen und mussten so nur 15 MYR bezahlen. Insgesamt 85 MYR sind deutlich weniger als 230 MYR und so haben wir kurzfristig entschieden mitzufahren.

Der Gunung Gading Nationalpark

Knapp eineinhalb Stunden hat die Fahrt gedauert. Im Nationalpark angekommen, hat uns der Guide über unbefestigte Wege, mitten durch den Urwald geführt, bis wir nach einer guten halben Stunde vor der Blume standen. Neun Monate benötigt die Blume, bis zu anfängt zu erblühen. Dabei entwickelt sie Wurzeln, die so dick sind wie Lianen und sich viele Meter über den Urwaldboden erstrecken. Nach nur einer Woche ist die Blume dann wieder verblüht. Heute war der erste Tag der Blüte und wir hatten das Glück eine Blume zu sehen, die so gut wie nicht beschädigt war. Beschädigt wird die Blume allerdings nicht von den Menschen, denn auf das Ernten der Blume stehen zwei Jahre Gefängnis und 25.000 MYR Strafe. Eichhörnchen und die Natur selbst sind der Grund, warum manche Blüten nicht in voller Pracht zu beobachten sind.

Bevor wir wieder zum Home Stay NOOK gefahren sind, haben wir uns noch einen der Wasserfälle im Nationalpark angesehen und uns im kalten Quellwasser abgekühlt und erfrischt.

Damit ist der heutige Blog auch schon wieder zu Ende, doch abschließend möchte ich die Anweisungen, wie man seinen Aufenthalt im Nationalpark genießen sollte, hier niederschreiben, denn ich finde, dass dies nicht nur für diesen Nationalpark gültig ist, sondern für die gesamte Natur überall auf der Welt.

Rafflesia Lebenszyklus

Rafflesia Lebenszyklus

Rafflesia in voller Blüte

Rafflesia in voller Blüte

Diese Rafflesia hatte etwa 50cm Durchmesser

Diese Rafflesia hatte etwa 50cm Durchmesser

Verblühte Rafflesia

Verblühte Rafflesia

Wasserfall

Wasserfall #1

Abkühlung

Abkühlung im Wasserfall

Respektiere die Natur

Nimm nichts, ausser Bilder auf. Hinterlasse nichts, ausser deine Fußabdrücke. Töte nichts, ausser deine Zeit.
Dies sind wahrscheinlich die wichtigsten Dinge, die man beachten sollte, wenn man im Nationalpark höhlenklettert oder wandert, oder eigentlich überall in der Natur. Es ist eigentlich selbsterklärend, nichts zu nehmen und nichts zu hinterlassen. Überhaupt. Stehle nicht und werfe nichts weg. Selbst ein kleiner Stein, der unscheinbar erscheint, lass ihn dort. Wenn jeder einen kleinen Stein mitnimmt, oder eine Pfeilspitze, kann sogar ein Berg in Schutt verwandelt werden. Selbst ein Kaugummi Papier, das geringfügig erscheint, nimm es wieder mit. Wenn jeder ein Kaugummi Papier in eine Höhle wirft, kann die Höhle damit aufgefüllt werden. Es gibt jedoch eine Ausnahme. Es spricht nichts dagegen so viel Müll wieder mitzunehmen, wie Du kannst, wenn Du den Nationalpark verlässt. Wenn jeder nur einen Rucksack voll Müll mitnimmt, kann sogar eine Müllhalde mit Leichtigkeit geleert werden. Behalte auch im Hinterkopf, dass auch Fußabdrücke Schaden anrichten können. Vermeide fragile Gegenden und sei bei jedem Schritt vorsichtig. Es ist wirklich ganz einfach. Diese exotischen Plätze möchten auch noch von der nächsten Generation bewundert werden.

Aufmerksam sein

Wenn man sich Zeit nimmt uns aufmerksam ist…

Libelle

…kann man auch noch mehr sehen…

Eidechse

Beispielsweise Eidechsen

Ausflug zum Semenggoh Nationalpark

Gestern Abend hat uns Franky, wie Francesca liebevoll von allen genannt wird, den Weg zur Bushaltestelle erklärt. Überpünktlich sind wir an der Bushaltestelle angekommen und haben uns in den wartenden Bus gesetzt. Kurz vor Abfahrt zum Semenggoh Nationalpark ist dann auch der Busfahrer erschienen, der uns ein Ticket verkaufte. Lediglich 3 MYR, also umgerechnet 75 Cent kostet die einstündige Busfahrt. Ich war sehr aufgeregt und gespannt, ob wir überhaupt einen Orang Utan zu Gesicht bekommen werden. Denn Franky hat uns erklärt, dass zur Zeit Früchtesaison ist, und die Orang Utans nur gelegentlich zu den Futterplätzen gehen. Um diese Jahreszeit gibt es im Urwald genug zum Fressen und wir sollen uns nicht allzu große Hoffnungen machen. Manche Gäste mussten dreimal zum Semenggoh Nationalpark fahren, um einen Orang Utan zu sehen. Einer von ihnen war sogar fünfmal dort und hat am Ende nur ein Foto von einem Poster gemacht, auf dem ein Orang Utan zu sehen ist.

Ohne uns große Hoffnungen zu machen, sind wir um 8:00 Uhr am Semenggoh Nationalpark angekommen. Der Preis für den Eintritt ist eigentlich nicht der Rede wert, aber der Vollständigkeit halber sei erwähnt, das dieser 10 MYR, also 2,50 EUR beträgt. Die letzten 1,2 Kilometer zum Futterplatz mussten wir zu Fuß zurücklegen. Lediglich eine kleine Straße führt durch den sonst dicht bewachsenen Urwald. An manchen Stellen zweigen kleine Wege ab, über die man sich etwas tiefer in den Dschungel wagen kann. Es ist fast schon laut in dem Dschungel, aber nicht aufgrund von Verkehrslärm oder ähnlichem, sondern auf Grund der vielen Tiere, die sich mit ihren artentypischen Geräuschen gegenseitig übertönen. Ein Gequake hier, ein Zwitschern dort, Gezirpe und mir völlig unbekannte Töne überall. Überall duftet es. Man sieht die verschiedensten Blumenarten und riesige, saftig grüne Bäume, Gräser und Farne.

Semenggoh Nationalpark

Semenggoh Nationalpark

Nur ein kleiner Weg führt zur Futterstelle

Nur ein kleiner Weg führt zur Futterstelle

Saftiges Grün, wohin man auch schaut

Saftiges Grün, wohin man auch schaut

Ein Farn so groß wie ein Haus

Ein Farn so groß wie ein Haus

Wie Schlangen winden sich die Wurzeln dieses Baumes

Wie Schlangen winden sich die Wurzeln dieses Baumes

Fallgrubenfalle

Eine Fallgrubenfalle

Pünktlich um 9:00 Uhr bekamen alle Besucher des Semenggoh Nationalpark eine Einweisung, wie man sich im Falle einer Begegnung mit einem Orang Utan zu verhalten hat. Während der Einweisung meinte der Nationalpark Ranger, dass er über sein Walky Talky bereits gehört hat, dass zwei Orang Utans an einer der Futterstellen gesichtet worden waren. Ich konnte meinen Ohren nicht trauen und musste noch einmal nachfragen, ob ich mich auch wirklich nicht verhört habe. Plötzlich fing mein Puls an zu rasen und bereits nur der Gedanke daran, gleich einen frei in der Wildnis lebenden Orang Utan zu sehen, presste mir die ersten Tränen in die Augen. Als die Einweisung zu Ende war, sind wir still schweigend Richtung Futterstelle gegangen.

Als wir um die letzte Ecke gegangen waren, hing bereits einer der Orang Utans an seinem linken Arm und linken Bein an einem Ast, der nur wenige Meter vom Boden entfernt war. Ich musste erst einige Male tief Luft holen und durchatmen, bevor ich ein Foto machen konnte. Viel zu sehr hatte ich mir gewünscht, eines von diesen Tieren mit eigenen Augen und vor allem ohne Gitter dazwischen zu sehen. Ein paar Äste höher hing ein weiterer Orang Utan und hat seine Mahlzeit genossen. An diesem Tag waren in etwa 20 weitere Touristen im Semenggoh Nationalpark und als ich mich so umgeschaut habe, habe ich gesehen, dass ich nicht der einzige war, der sich vor Freude und Ehrfurcht die Tränen aus den Augen gewischt hat. Plötzlich konnte ich es weiter hinten aus dem Urwald rascheln hören. Während alle anderen dicht aneinander gedrängt die beiden Orang Utans bestaunten und fotografierten, bin ich in Richtung des Raschelns gegangen und konnte beobachten, wie ein dritter Orang Utan aus den Tiefen des Urwalds sich seinen Weg in Richtung Futterstelle bahnte.

Ich kann kaum glauben, wie viel Glück wir an diesem Vormittag hatten, den wir durften drei von nur noch insgesamt 27 im Semenggoh Nationalpark lebenden Orang Utans mit eigenen Augen sehen. Der Gedanke, dass diese wunderschönen und einzigartigen Tiere vom Aussterben bedroht sind, macht mich wirklich sehr traurig. Ich muss mir jetzt erst einmal ein Taschentuch holen, bevor ich überhaupt weiter schreiben kann.

An seinem linken Arm und Bein hängt der Orang Utan im Ast

An seinem linken Arm und Bein hängt der Orang Utan im Ast

Die 44 jährige Seduku

Die 44 jährige Seduku

Seduku vom Semenggoh Nationalpark

Seduku vom Semenggoh Nationalpark

Über eine Stunde sind die Orang Utans heute an der Futterstelle geblieben, was ziemlich aussergewöhnlich ist, denn normalerweise begeben sie sich relativ schnell wieder zurück in die Tiefen des Semenggoh Nationalpark. Am Nachmittag wollten wir unser Glück noch einmal strapazieren und die zweite Fütterung abwarten. In der Zwischenzeit sind wir wieder zum Bus gegangen, der uns nach ein paar Minuten im Vorort von Kuching abgesetzt hatte, damit wir dort etwas zu Mittag essen konnten. Eigentlich hätten wir noch eineinhalb Stunden warten müssen, bis der Bus zurück Richtung Semenggoh Nationalpark wiederkommt. Doch ein sehr freundlicher Einheimischer hat uns, als wir an der Bushaltestelle gesessen sind, mitgenommen und wir konnten die zusätzliche Zeit nutzen, um ein wenig durch den Urwald zu spazieren. Dabei haben wir viele weitere Urwaldbewohner gesehen.

Eine Biene setzt zur Landung an

Eine Biene setzt zur Landung an

Eidechse

Gut getarnte Eidechsen

Vogel

Vögel

Tausendfüssler

Einen Tausendfüssler

Stabschrecke

Stabschrecken

Schmetterling

Unzählige Schmetterlinge

Libelle

Libellen

Langfühlerschrecke

Langfühlerschrecken

Rieseneichhörnchen

Rieseneichhörnchen

Krokodil

Und auch Krokodile

Bei der Fütterung um 15:00 Uhr waren sehr viel mehr Touristen anwesend als am Vormittag und auch sehr viele kleine Kinder, die verständlicherweise keine Lust darauf hatten, sich ruhig zu verhalten und still zu sein. Das war wohl auch der Grund, warum wir am Nachmittag dann keinen weiteren Orang Utan mehr gesehen haben.

Trotzdem möchte ich noch mindestens einmal zum Semenggoh Nationalpark, um vielleicht „Richie, The Big Boss“ zu sehen. Dieses 170kg schwere Alphatier ist allen Einwohnern von Borneo bekannt. Ihn einmal mit eigenen Augen zu sehen, wäre das I-Tüpfelchen des ohnehin schon absolut unvergesslichen Erlebnisses. Aber da Richie im letzten Monat nur dreimal zur Futterstelle gekommen ist, glaube ich ehrlich gesagt nicht, das ich ihn zu sehen bekommen werde. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und außerdem kommt der Eintritt, den ich bezahlen werde, zu 100% dem Semenggoh Nationalpark zu Gute.