Die letzten Tage in Indonesien auf Flores

Endlich war die 4-Tages Tour nach Komodo zu Ende. Alles in allem war das wirklich ein super Trip. Doch jetzt war ich froh darüber, endlich vom Kutter herunter zu kommen, und wieder festen Boden unter meinen Füßen zu spüren. Gemeinsam mit drei Spaniern sind meine Lebenspartnerin und ich vom Hafen in Richtung Innenstadt von Labuan Bajo gegangen, um uns eine Unterkunft zu suchen. Die Spanier hatten bereits eine Reservierung, und wir wollten ebenfalls in der gleichen Unterkunft einchecken, da sich der Preis von 450.000 Rupien ganz vernünftig angehörte. Auf dem Weg zum Hotel sind wir an vielen weiteren Hotels vorbeigegangen. Am Hotel Orange stand beispielsweise, dass es kostenloses W-Lan auf den Zimmern gibt, und meine Lebenspartnerin und ich haben uns dort ebenfalls ein Zimmer angesehen und den Preis erfragt, um einen Vergleich zu haben. Die Hotelbesitzerin wollte 250.000 Rupien für das Zimmer, doch weil es dort kein warmes Wasser gab, und wir mit den Spaniern gemeinsam in ein Hotel gehen wollten, sind wir weiter gegangen. Am Hotel der Spanier angekommen, stellte sich allerdings heraus, dass deren Reservierung absolut keine Gültigkeit hatte, denn das reservierte Zimmer war bereits vergeben. Es gab nur noch ein Doppelzimmer. Die drei Spanier konnten allerdings ein zusätzliches Bett in das Zimmer stellen lassen, so dass wenigstens die drei eine Unterkunft für diese Nacht hatten. Also sind meine Lebenspartnerin und ich wieder zurück zum Hotel Orange gegangen und wollten ein Zimmer dort nehmen. Auf dem Weg dorthin ist uns ein Italiener auf einem Roller entgegen gekommen, der Flyer für sein neu eröffnetes Hotel verteilte. Es gab ein Promotionangebot, bei dem die Nacht 85.000 Rupien pro Person kostete. Wir haben den Flyer mitgenommen und haben uns zum Hotel Orange begeben. Dort kostete das Zimmer dann plötzlich nicht mehr 250.000 Rupien sondern 300.000 Rupien, und Frühstück gab es auf einmal auch keines mehr. Also machten wir uns auf zum Hotel des Italieners.

Das Homestay lag ganz oben auf einem Berg, und wir mussten mit unserem gesamten Gepäck dort hoch gehen. Immer steiler wurde der Weg und die Treppenstufen immer höher. Schweißgebadet sind wir am Bajo View Hotel angekommen. Das Hotel war allerdings kein Hotel im herkömmlichen Sinn, denn die Zimmer sind Stoffzelte, die einen Holzboden hatten, auf dem zwei Matratzen lagen. Der Hotelschlüssel öffnete keine Tür sondern ein Schloss, mit dem man den Reißverschluss an einer Öse absperren konnte. Im Freien befanden sich ebenfalls Waschbecken, Toiletten und die Duschen. Diese konnte man jedoch nur morgens und abends zwischen sechs und neun Uhr benutzen. Auf Flores ist Wasser nämlich sehr wertvoll, da es dort kein fließendes Wasser gibt. Das Wasser muss zu jedem Haus erst mit einem LKW geliefert werden. Auf jedem Grundstück in Flores steht daher mindestens ein großer Wassertank. Von der Terrasse des Hotel Bajo View hatte man eine sehr schöne Aussicht auf den Hafen von Flores.

Das Hotel Bajo View

Das Hotel Bajo View auf Flores in Indonesien

Aussicht vom Hotel

Aussicht vom Hotel Bajo View

Noch am selben Abend haben wir uns dann mit den restlichen Teilnehmern unserer Komodo-Tour im Restaurant „Made in Italy“ getroffen. Nach einem Blick auf die Speisekarte haben wir uns allerdings dazu entschieden, den lokalen Fischmarkt aufzusuchen. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn dort waren direkt neben dem Hafen Stände, an denen man sich seinen frischen Fisch aussuchen und auch gleich grillen lassen konnte. Ich hatte noch die Preise von Gili Trawangan vor Augen, wo man für 100g Fisch 100.000 Rupien bezahlen musste. Hier auf dem Fischmarkt von Flores haben wir nicht einmal 100.000 Rupien pro kg bezahlt. Im Preis inbegriffen waren bereits zwei Portionen Reis sowie ein Teller mit frischem Gemüse und ein Teller mit gebratenem Gemüse. Yammi Yammi. Mit vollem Bauch sind wir dann wieder zurück zu den anderen gegangen und haben bis spät in Nacht zusammen gefeiert.

Fischmarkt auf Flores

Auf dem Fischmarkt in Flores gab es frischen Fisch…

Fischmarkt auf Flores

…dieser wurde dann auf offenem Feuer gegrillt

Fischmarkt auf Flores

Ein Verkaufsstand neben dem anderen…

Fischmarkt auf Flores

…steht bereit um die hungrigen Leute zu verköstigen

Am nächsten Morgen habe ich in unserer Unterkunft mitbekommen, dass die Angestellten meine Kleidung, die ich tags zuvor weggeworfen hatte, aus dem Mülleimer gefischt hatten. Alte, verdreckte Schlappen, die bei längerem Gehen die Zehen blutig reiben und ein verschwitztes T-Shirt. Die Leute haben mir so leid getan, dass ich ihnen noch ein paar Schuhe, die ich nur sinnlos mit mir herumschleppe, sowie zwei weitere T-Shirts, die ebenfalls für den Müll bestimmt waren, geschenkt habe. Danach sind wir in das Zentrum von Flores gegangen, um eine Verbindung nach Bali zu bekommen. In Bali wollten wir ursprünglich noch so lange bleiben bis unser indonesisches Visa ablaufen würde. Wenn man von Flores nicht nach Bali fliegen möchte, dann kann man mit Fähren und Bussen ebenfalls dorthin gelangen. Allerdings dauert die Fahrt insgesamt 26 Stunden und man muss mehrmals das Transportmittel wechseln. Für alle Transporte hätten wir bei einer Tourist-Information 750.000 Rupien, also 50 EUR pro Person bezahlen müssen. Selbst wenn wir alle Tickets selber gekauft hätten, hätten wir wahrscheinlich insgesamt auch nicht weniger bezahlt, da wir bei jedem einzelnen Ticket erst wieder verhandeln hätten müssen, und darauf hatten wir ehrlich gesagt keine Lust. Also haben wir uns nach Flugtickets umgesehen und sind relativ schnell fündig geworden. Der Flug nach Bali würde nur etwas über eine Stunde dauern und kostete bei kurzfristiger Buchung knapp 1.200.000 Rupien pro Person. Nachdem wir in Bali dann abermals einen Transport zu einem Hotel gebraucht hätten, und dort sowieso nur noch ein paar Tage verbracht hätten, um uns anschließend wieder zum Flughafen bringen zu lassen, haben wir uns erkundigt, was ein Anschlussflug nach Kuala Lumpur kosten würde. Der knapp vier Stunden lange Flug kostete pro Person 585.000 Rupien. Wir mussten also nicht lange überlegen und haben diesen Flug sofort zugesagt und unsere Tickets direkt vor Ort gekauft. Da der Flug erst am nächsten Tag ging, haben wir unseren Aufenthalt in Flores um einen Tag verlängert und uns in unserem Hotel erkundigt, was wir denn noch mit diesem angebrochenen Tag so anfangen könnten. Die Möglichkeit, sich für 50.000 Rupien pro Person ein Poolticket in einem Luxushotel zu erwerben, indem nebenbei auch noch W-Lan zur Verfügung steht, hat uns am besten gefallen. Nach einem Monat Meerwasser war der Aufenthalt dort eine willkommene Abwechslung. Dabei ist dann das erste Mal auf Flores echtes Urlaubsfeeling aufgekommen. Der Weg zum Pool führte vorbei an einem Koikarpfenteich und der Ausblick war fantastisch. Ausserdem konnten wir uns dann auch gleich noch eine vernünftige Unterkunft in Kuala Lumpur suchen und buchen, denn das W-Lan dort war für indonesische Verhältnisse wirklich gut. Am Abend sind wir dann wieder zum Fischmarkt gegangen und haben uns noch einmal frischen Fisch gegönnt.

Koi Karpfen

Der Koikarpfenteich vom Hotel Bintang Flores

Der Hotelpool

Endlich mal in salzfreiem Wasser schwimmen

Urlaubsfeeling am Hotel Bintang Flores

Dort kam das erste Mal auf Flores richtiges Urlaubsfeeling auf

Für den nächsten Tag haben wir uns, obwohl der Flughafen nur etwa 15 Minuten von unserem Hotel entfernt ist, einen Fahrer zum Flughafen bestellt, denn bei 40.000 Rupien, also umgerechnet knapp 3 EUR, kann man sich den Fußmarsch in der Morgensonne wirklich sparen. Ausserdem schleppen wir immer noch viel zu viel Gepäck mit uns herum und verschwitzt im Flieger zu sitzen ist weder für uns noch die anderen Fluggäste angenehm. Als unser italienischer Hotelbesitzer uns mit unseren ganzen Gepäck gesehen hat, hat er mir noch den Tipp gegeben, mich nicht Backpacker sondern Everywherepacker zu nennen, da ich sowohl vorne als auch hinten einen Rucksack mit mir herumschleppe. Um 7.00 Uhr wurden wir von unserem Fahrer abgeholt und pünktlich um 8:35 Uhr ist dann unser Flieger abgehoben, und wir haben nach ziemlich genau einem Monat Indonesien verlassen, um uns nun ein wenig Malaysia anzusehen. Ich freue mich schon auf Kuala Lumpur und die Tatsache, endlich mal wieder anständiges Internet zu haben.

Flughafen von Flores

Am Flughafen von Flores ist nicht wirklich was los

Der Abflug ist zum Greifen nah

Was für eine stressige Woche, aber im Nachhinein betrachtet war es eine sehr erfolgreiche Woche. Ich merke, wie mich das Schreiben gerade entspannt, nachdem ich den ganzen Tag die restliche Wohnung abgeklebt und gestrichen habe. Alles was jetzt noch in meiner Wohnung ist, befindet sich im Gästezimmer. Eine Matratze mitsamt Bettzeug, ein Staubsauger, mein Desktop PC, zwei Umzugskartons sowie mein gepackter Rucksack. Dieser Rucksack ist der absolute Wahnsinn. Ich hätte niemals gedacht, dass da so viel rein passt. Ich habe zwar nur 18 Kilogramm zusammen bekommen, aber die 15 Liter Extravolumen habe ich bis zum Anschlag ausgenutzt. Trotzdem sind überall noch irgendwelche Reißverschlüsse, hinter denen sich noch jede Menge extra Stauraum versteckt. Das Probetragen ist erfolgreich abgeschlossen und der Rucksack passt locker in die Schutzhülle. Letzte Woche hat sich die Wohnung Tag für Tag mehr geleert. Am Donnerstag und am Samstag hat der Vater meiner Lebenspartnerin alle Sachen abgeholt, die nicht eingelagert werden mussten. Am Sonntag haben wir unser Wasserbett abgebaut. Als ich mich beim Ausleihen der Pumpe mit der Verkäuferin unterhalten habe, habe ich allerdings Angst bekommen, ob dieses Vorhaben von Erfolg gekrönt sein wird. Denn die Verkäuferin meinte, dass man ein Wasserbett nur maximal drei bis sechs Monate einlagern sollte. Wenn man es länger einlagert, können die Falten spröde werden und aufplatzen, oder zumindest entstehen da kleine Haarrisse. “Kann sein, muss aber nicht unbedingt passieren“, waren ihre abschließenden Worte. Es ist kein Wunder, dass ich dann verunsichert war. Der Laden, in dem ich das Wasserbett gekauft habe, existiert natürlich nicht mehr und im Internet findet man noch mehr unterschiedliche Meinungen. Vakuum oder Luft drinnen lassen? Falten oder flach auslegen? Plastikwanne oder Umzugskarton? Ich habe mich für Luft drinnen lassen entschieden, da ich denke, dass die Matratze dann weniger Falten hat und sie nicht zu stark knickt. Nachdem ich nur eine beschränkte Lagergröße zur Verfügung habe und die Matratzen nicht flach auslegen kann, werde ich sie falten. Und da ich nirgendwo eine Plastikwanne finden konnte, die nur annähernd groß genug war, habe ich die Matratzen in Bettlaken eingewickelt und beide in einen riesigen Umzugskarton Marke Eigenbau gelegt. Das Innere des Umzugskartons habe ich mit Folie ausgelegt. In einem Jahr kann ich dann berichten, ob das Ganze funktioniert hat. Am Sonntag haben wir dann die Matratzen abgepumpt und alles für die Umzugsfirma vorbereitet. Alles was bis dahin noch nicht in Umzugskartons verpackt war, wurde spätestens an diesem Tag verpackt und beschriftet, und auch unsere Rucksäcke waren gepackt. Als am Montag die Umzugsfirma die restlichen Möbel in das Lager gebracht hat, war die Wohnung so gut wie leer.

Volles Lager

Unser Lager ist voll bis zum Anschlag

Nur noch ein zweites Mal die letzten beiden Zimmer und die Türen streichen, dann sind wir bereit überall auf der Welt zu schlafen. Ich freue mich schon wie verrückt auf nächsten Dienstag, da werde ich genau um diese Zeit im Flieger sitzen und hoffentlich ein bisschen schlafen können.

Und irgendwie habe ich es zwischendurch auch noch geschafft, meine App Wusstest Du… auf den neuesten Stand zu bringen. Schreibfehler wurden korrigiert, die App ist jetzt für das iPhone 5 optimiert und besitzt jetzt eine eigenständige iPad Version. Das Design wurde angepasst und der Werbebanner ist jetzt an einer benutzerfreundlicheren Stelle. Die App ist bereits eingereicht und wartet auf das Review.