Schnorcheln auf Perhentian Island

Gestern Abend hat es zuerst nicht so sehr danach ausgesehen, als würde es heute zum Schnorcheln auf Perhentian gehen. Man hat richtig gemerkt, dass die Monsun Saison bald losgeht. Doch pünktlich zum Sonnenaufgang ist das Unwetter genauso schnell weg gewesen, wie es gekommen war. Der weiss blaue Himmel war perfekt für unseren heutigen Ausflug. Es war so klar, dass man sogar die nahe liegenden Inseln erkennen konnte.

Perfektes Wetter zum Schnorcheln auf Perhentian Island

Zusammen mit acht weiteren Touristen sind wir um 10.30 Uhr mit einem kleinem Boot losgefahren. Für 35 MYR pro Person wurden uns sechs Ausflugsorte versprochen. Taucherbrille, Schnorchel und Schwimmflossen wurden gestellt.

Fishgarden vor Perhentian Besar

Unser erstes Ziel zum Schnorcheln auf Perhentian war der Fischgarten vor der größeren der beiden Perhentian Inseln, Perhentian Besar. Als wir dort angekommen sind, waren dort allerdings viele andere Boote und es hat zuerst so ausgesehen, als wären dort mehr Schnorchler als Fische im Wasser. Und das, obwohl zur Zeit Nebensaison ist und die Inseln fast ausgestorben sind. Ich will mir gar nicht vorstellen, was dort in der Hauptsaison abgeht. Bereits vom Boot aus konnte man dann aber durch das klare, türkise Wasser erkennen, dass es zum Glück doch mehr Fische als Schnorchler gibt. Kaum sind wir ins Wasser gesprungen waren wir bereits umzingelt von hunderten Fischen, die nur wenige Zentimeter um uns herum geschwommen sind. Schnell wurde mir klar, warum dieser Ort Fischgarten genannt wird. Ich kann nicht genau sagen, wie lange es gedauert hat, denn ich habe das Zeitgefühl beim Schnorcheln völlig verloren, aber schon bald waren die anderen Boote verschwunden, und wir waren dort die einzigen am Fischgarten.

Mehr Fische als Schnorchler

Mehr Fische als Schnorchler

Was guckst Du

Was guckst Du?

Fischgarten

Der Fischgarten vor Perhentian Besar

Shark Point vor Perhentian Besar

Nachdem wir alle wieder auf dem Boot waren, ging es weiter zum Haifisch Punkt vor Perhentian Besar. Wie der Name schon sagt, soll es dort Haifische geben. Oftmals sieht man dort gar keine Haie, und auch wir mussten ziemlich lange schnorcheln, bevor plötzlich aus dem nichts ein ausgewachsener Schwarzspitzen-Riffhai an mir vorbei geschwommen ist. Ich habe schnell noch meinen Kopf aus dem Wasser gehoben, den Schnorchel aus dem Mund genommen und den anderen zugerufen: “Shark, Shark“ bevor ich ihn mir weiter angesehen habe. Leider konnten nicht mehr alle Teilnehmer den Hai sehen, denn eine schnelle Bewegung, und er war verschwunden.

Leider kein Haifoto

Leider kein Haifoto

Von Korallen bedeckter Boden

Von Korallen bedeckter Boden

Noch mehr Korallen

Noch mehr Korallen aber immer noch kein Hai

Turtle Point vor Perhentian Besar

Teilweise enttäuscht, teilweise mit Adrenalin überschüttet, ging es weiter zum Schildkröten Punkt vor Perhentian Besar. Dort soll man eigentlich immer Schildkröten zu sehen bekommen, weil sie an dieser Stelle ihre Nahrung zu sich nehmen. Ich habe ja bereits auf Gili Trawangan Schildkröten beim Schnorcheln gesehen, aber das was dort am Grund zu sehen war, war ein wahres Prachtstück. Ganz gemächlich hat sie den Grund nach Futter abgegrast, bevor sie an die Oberfläche zum Luft holen gekommen ist. Dabei wurde sie ständig von zwei Barberfischen begleitet, welche die Schildkröte vor Parasiten befreit haben.

Schnorcheln auf Perhentian

Riesenschildkröte vor Perhentian Besar

Barberfische

Die Schildkröte wurde von den Barberfischen verfolgt

Riesenschildkröte

Die Riesenschildkröte war wirklich RIESIG

Village of Perhentian Kecil

Auf der kleineren der beiden Inseln, Perhentian Kecil gibt ein ein kleines Dorf. Dies war unsere nächster Halt auf unserer Schnorcheltour. Denn es war bereits Nachmittag und dort konnten wir zu Mittag essen. Einige haben sich im Supermarkt mit Lebensmitteln eingedeckt, denn die meisten Geschäfte und Restaurants haben auf unserem Teil der Insel geschlossen. Bevor es dann zum Leuchtturm vor Perhentian Kecil ging, musste unser Kapitän noch Treibstoff für das Boot kaufen. Eine kleine Holzhütte mit einigen Fässern voller Diesel davor, dient den Booten als Tankstelle.

Perhentian Village

Perhentian Village

Lighthouse vor Perhentian Kecil

Als der Kanister wieder voll war, ging es weiter zum Leuchtturm vor Perhentian Kecil. Dieser befindet sich ziemlich weit draussen im offenen Meer und die Strömung dort ist ziemlich stark. Trotzdem ist es ein sehr guter Platz zum Schnorcheln auf Perhentian, da es dort viele Korallen zu sehen gibt. Natürlich gab es dort auch wieder zahlreiche Fische zu beobachten, aber die Korallen sind an dieser Stelle die Hauptattraktion. Einigen war die Strömung dort dann doch etwas zu stark und nur auf Grund der Tatsache, dass wir alle Schwimmflossen an hatten, konnten wir wieder zurück zum Boot.

Lighthouse vor Perhentian Kecil

Lighthouse vor Perhentian Kecil

Korallen vor dem Lighthosue

Korallen vor dem Lighthosue

Korallen beim Schnorcheln auf Perhentian

Korallen beim Schnorcheln auf Perhentian

Romantic Beach vor Perhentian Kecil

Unser letzter Stopp war der Romantic Beach vor Perhentian Kecil. Woher der Name kommt weiss ich nicht, wahrscheinlich weil dieser Strand ziemlich weit abgelegen liegt und die mit Korallen geschmückten Bäume dort zu einem romantischen Ausflug einladen. Eigentlich sind wir dort einzig wegen den Clownfischen hingefahren, denn diese verstecken sich hauptsächlich in dem vor dem Strand befindlichen Korallenriff. Die Fische schwimmen in den Seeanemonen und sobald Gefahr in Verzug ist, verschwinden sie in deren langen Tentakeln. Doch am Ende haben wir sogar noch einen kleinen Rochen gesehen, der ganz nah am Strand den Sand nach Futter durch seine Kiemen gefiltert hat.

Romantic Beach

Romantic Beach auf Perhentian Kecil

Clownfish

Clownfish vor dem Romantic Beach

Clownfishe

Noch mehr Clownfische

Rochen

Und am Ende gab es noch einen kleinen Rochen zu sehen

Wenn man zum Schnorcheln auf Perhentian Island ist, kann man die meisten der Tiere, die wir heute gesehen haben, auch ohne eine Tour zu Gesicht bekommen. Man muss nur wissen wo man Schnorcheln muss. Da die verschiedenen Punkte stark verstreut sind, lohnt sich diese Tour meiner Meinung nach aber. Möchte man das nicht machen, sollte man sich zumindest ein Kajak ausleihen, oder sich mit dem Wassertaxi an die entsprechenden Stellen bringen lassen. Ich finde die 35 MYR haben sich gelohnt, denn für nicht einmal 10 EUR haben wir einen ganzen Tag mit Schnorcheln verbracht, viele nette Menschen kennen gelernt und sogar jemanden dabei gehabt, der mir freundlicher Weise seine Fotos zur Verfügung gestellt hat.

4-Tages Tour nach Komodo

Tour nach Komodo: Tag 1

Am ersten Tag mussten wir bereits um 7:30 Uhr vor unserem Hotel auf den Fahrer warten, der uns nach Bangsal gebracht hat. Von dort aus sollte die 4-tägige Tour nach Komodo starten. Wir wurden wieder zur selben Touristen-Sammelstelle gebracht, wo wir bereits zwei mal gewesen sind. Sogar unsere Namen wussten sie dort noch. Allerdings haben sie sich gewundert, warum wir erst jetzt dort ankommen und nicht schon gestern Abend angereist sind, es sei doch schon viel zu spät. Verstanden habe ich diese Aussage nicht, denn von dort aus wurden wir etwa eine halbe Stunde später zu einer weiteren Touristen-Sammelstelle gebracht, wo bereits dutzende andere Touristen warteten, um ebenfalls die Komodo Tour anzutreten. Und es hat nicht danach ausgesehen, als würde der Trip gleich losgehen. Fast drei Stunden haben wir dort gewartet und niemand konnte sagen, wann es losgehen würde. Es hieß immer nur: „Gleich.” Also haben wir auch nichts zu essen bestellt, doch eigentlich hätten wir uns denken können, dass in Indonesien „Gleich“ drei bis vier Stunden bedeutet. Als ich dann doch Hunger bekommen hatte, und mir etwas bestellen wollte, ging es dann los. Bereits vor der Abfahrt wurden wir gefragt, ob wir Getränke, Snacks oder Tabakwaren für die Tour benötigen, denn es gab dort lediglich die drei Mahlzeiten sowie Wasser. Bestellt haben wir nichts, in der Hoffnung, dass das dortige Essen und Trinken ausreicht. Von der Touristen-Sammelstelle sind wir dann zu Fuß zum Hafen gegangen und wurden in zwei verschiedene Kutter eingeteilt. Ich bin froh, dass wir erst später dort angekommen sind, denn so landeten wir auf Kutter Nummer Zwei, der irgendwie stabiler und ein bisschen größer ausgesehen hat als der Erste. Ausserdem haben sie diesen Kutter nicht mehr ganz voll bekommen und wir hatten freie Wahl, was unseren Schlafplatz angeht. Bevor man die Reise antritt und bezahlt, konnte man zwischen Deck und Kabine wählen. Für die 4-Tages Tour auf dem Deck bezahlt man regulär 1.750.000 Rupien, für eine Kabine muss man 2.500.000 Rupien bezahlen. Aber ich denke es macht überhaupt gar keinen Unterschied, ob man nun auf dem Deck oder in der Kabine schläft. In der Kabine hat man eine etwas größere Matratze und man kann eine Schiebetür hinter sich zu machen. Auf dem Deck schläft man auf einer kleineren Matratze mit allen anderen Gästen. Und das ist auch schon der Unterschied. Alle essen das selbe Essen, alle gehen auf die selbe Toilette, alle haben den selben Geräuschpegel und alle haben den selben Wellengang. Wir haben das Deck gebucht, da wir der Meinung sind, dass der erhebliche Aufpreis nicht gerechtfertigt ist.

Wir waren auf dem rechten Kutter

Wir waren auf dem rechten Kutter

Schichtvulkan Rinjani

Zu begin der Tour nach Komodo sind wir am Schichtvulkan Rinjani vorbeigetuckert

Wir haben uns nur kurz mit ein paar anderen Passagieren unterhalten, da gab es bereits die erste Mahlzeit. Am Boden wurde eine große Decke ausgelegt und darauf standen mehrere Platten mit unterschiedlichen einheimischen Gerichten, reichlich Reis, sowie eine Platte mit Wassermelonen. Es war auf jeden Fall reichlich zu Essen vorhanden und alle machten einen gesättigten Eindruck. Nach ein paar Stunden Fahrt legte der Kutter noch einmal an einem Hafen an, an dem noch zwei weitere Passagiere zu uns gestoßen sind, bevor die Fahrt dann wieder weiter ging. Doch schon kurze Zeit später sind wir wieder stehen geblieben und haben geankert. Alle haben sich gewundert, warum wir stehen geblieben sind, und als Antwort bekamen wir zu hören: „Jump, jump, go swimming.“ Also sind wir alle vom Kutter aus ins Meer gesprungen und haben uns abgekühlt und sind an den schwarzen Sandstrand geschwommen. Die Abkühlung hat richtig gut getan, und manche haben die Situation sogar genutzt, um sich die Haare zu shampoonieren und sich zu waschen. Als auch der letzte keine Lust mehr auf schwimmen hatte, sind wir wieder weiter gefahren.

Essen auf unserm Kutter

Obwohl es genug gab, haben sich sofort alle wie die Geier auf das Essen gestürzt

Den Nachmittag haben wir dann damit verbracht, uns mit den anderen Passagieren zu unterhalten, die Aussicht auf den Rinjani und den Sonnenuntergang zu genießen. Als dann die ersten Leute ihre Chips, Kekse und Ähnliches hervorgeholt haben, bekamen auch wir wieder Hunger. Lange hat es nicht gedauert, dann gab es wieder eine Mahlzeit auf dem Unterdeck. Wir saßen dann noch ein paar Stunden gemütlich zusammen, bis wir gegen 22:00 Uhr unsere Schlafplätze aufgesucht haben. Der erste Tag war somit vorbei und wir waren gespannt, wie es morgen weiter gehen würde.

Sonnenuntergang Tag 1

Sonnenuntergang am ersten Tag der Tour nach Komodo

Tour nach Komodo: Tag 2

Die ganze Nacht ist unser Kutter langsam aber sicher dem Sonnenaufgang entgegen gefahren. Als die Motoren ausgingen, erwartete uns bereits das Frühstück, das allerdings nur aus zwei Scheiben Toast mit Marmelade bestand. Kaum hatten wir den letzten Bissen vertilgt, schnappten wir unsere Taucherbrillen und Schnorchel und sind ins Meer gesprungen. Endlose Korallenbänke und eine Vielzahl an Fischen waren direkt unter unserem Kutter. Schnorchelnd sind wir dann Richtung Strand von Moyo geschwommen, um das nächste Highlight unserer Tour zu erkunden. Wir sollten uns einen Wasserfall anschauen, wofür wir etwa 15 Minuten durch einen Wald spaziert sind. Als wir dort angekommen sind, waren wir mehr als enttäuscht. Denn alles was da zu sehen war, war ein kleines Rinnsal, dass einem paar Meter hohen Berg herunterlief.

Das Rinnsal auf Moyo

Das Rinnsal auf Moyo

Wir sind dann alle dem Ursprung des Wasserfalls gefolgt und den Hügel hoch geklettert, denn dort sollte angeblich ein kleiner See sein, der angeblich 15 Meter tief sein sollte. Oben angekommen wartete die nächste Enttäuschung, denn der See war eher ein Loch mit etwa zwei Meter Durchmesser. Das Wasser war dunkel und dreckig, trotzdem sind ein paar Verrückte auf den Baum geklettert, dessen Äste direkt über diesem Loch endeten und sind in das Dunkle nichts gesprungen. Wir haben dann schnell wieder kehrt gemacht und sind zurück an den Strand gegangen, haben uns unsere Schnorchelausrüstung geschnappt und haben das wirkliche Highlight von diesem Halt genossen. Für mich ist es immer wieder faszinierend, wie viele Fische sich dort unten im Meer tummeln. Die Farben, welche die Natur hervorbringt, faszinieren mich total. Ein paar Stunden später ging es dann wieder weiter zum nächsten Highlight unserer Komodo Tour.

Auf nach Komodo

Auf der Tour nach Komodo waren viele kleine Inseln zu sehen

Nach dem Mittagessen sind wir abermals Richtung Strand der Insel Satonda geschnorchelt. Dort gab es zum Einen einen kleinen Shop, wo man ein paar Getränke und Snacks kaufen konnte. Diese wurden dann von der Crew mit einem kleinen Boot auf den Kutter gebracht. Wir haben uns in der Zwischenzeit über einen gepflasterten Weg, der links und rechts mit Korallen verziert war, zu einem Salzsee in der Mitte der Insel aufgemacht. Ohne jegliche Erwartungen wurden wir dieses Mal allerdings positiv überrascht. Bereits als wir die paar Treppen, die wir vor uns hatten, bestiegen haben, erstreckte sich ein riesiger Salzsee vor uns, der von grünen Hügeln umgeben war. Das Wasser war dunkelblau, fast schon schwarz und relativ warm.

Satonda

Schnorchelnd ging es zum Strand von Satonda

Salzsee auf Satonda

Der Salzsee auf Satonda

Als sich die ersten Passagiere wieder zurück Richtung Strand gemacht haben, sind wir ebenfalls hinterher, um noch möglichst lange Schnorcheln zu können, bevor unser Kutter wieder weiterfährt. Große blaue Seesterne und Fische, die offensichtlich die Orientierung verloren hatten, da sie senkrecht im Wasser schwommen, waren das Highlight dieses Stopps. Danach waren wir wieder unterwegs. Ein Highlight gab es allerdings noch, das im Tour-Guide gar nicht beschrieben ist. Denn als es bereits stockfinster war, konnte man an der Seite des Kutters lumineszierendes Plankton erkennen, das aussah als wären tausende kleine Glühwürmchen im Wasser, die unseren Kutter, der sich durch das Meer schnitt, hell erleuchten. Doch egal welche Einstellung ich mit meiner Kamera auch gewählt habe, es war mir leider unmöglich, dieses Naturschauspiel auf einem Bild festzuhalten. Bis spät in die Nacht saßen wir an der Reling und haben in das funkelnde Wasser geschaut, bevor wir uns wieder auf unsere Matratze an Deck gelegt haben.

Sonnenuntergang Tag 2

Der Sonnenuntergang am Tag auf unserer Tour nach Komodo

Tour nach Komodo: Tag 3

Auf dem Weg nach Komodo sind wir heute für etwa eine Stunde vor einer Insel stehen geblieben und durften mal wieder schnorcheln. Das Vergnügen währte allerdings nur kurz, denn an dieser Stelle waren wirklich viele Quallen. Schon nach ein paar Minuten habe ich das Meer wieder verlassen und habe mir auf dem Bug des Kutters ein Sonnenbad gegönnt. Nachdem auch der letzte bemerkt hatte, dass es dort nur so von Quallen wimmelte, ging es weiter zum nächsten Highlight des Tages. Ein Ort vor einer Inselkette, an dem man mit Mantarochen schnorcheln kann. Als wir uns dem Ort genähert haben, wurde die gesamte Crew unruhig, sie liefen wie aufgescheuchte Hühner den Kutter auf und ab, bis dann plötzlich einer anfing zu schreien:“Manta, Manta“ und er meinte nicht den Film, sondern die drei bis vier Meter großen Flecken, die man vom Boot aus erkennen konnte. Sofort sind wir ins offene Meer gesprungen, um mit den Mantas zu schnorcheln.

Wo sind die Mantas

Auf der Suche nach den Mantas

Klare sicht bis zum Grund

Das Meer dort war Glasklar und man konnte bis an den Grund sehen

Ich persönlich bin aber anscheinend immer an der falschen Stelle gewesen, ich habe keinen einzigen Manta durch meine Taucherbrille sehen können. Meine Lebenspartnerin und alle anderen hatten mehr Glück, und konnten gemeinsam mit den Mantarochen schwimmen und schnorcheln. Ich war wirklich sehr enttäuscht, als wir bereits nach 15 Minuten wieder weitergefahren sind. Es wird mir für immer ein Rätsel bleiben, warum wir von dort so schnell wieder verschwunden sind. Auch warum der Kutter ständig hin und her gefahren ist, und nicht einfach eine Stunde lang an der selben Stelle geblieben ist, kann ich nicht verstehen. Unser nächster Halt war jetzt aber endlich die Insel Komodo. Das wir auf der Insel 50.000 Rupien bezahlen mussten, um Fotos machen zu dürfen, war Anbetracht dessen, dass uns gesagt wurde, in der Tour sei alles inbegriffen, meiner Meinung nach unverschämt. Auch wenn es umgerechnet nur etwa 3 EUR waren, war ich in diesem Moment doch etwas verärgert. Teilweise noch enttäuscht von der viel zu kurzen Zeit, die wir bei den Mantas verbracht haben, aber auch deshalb, weil uns gesagt wurde, dass alles inklusive sei, habe ich mich einfach nicht in die Reihe zum Bezahlen der Kameragebühr angestellt. Das ich dafür nicht bezahlt habe, hat am Ende sowieso keinen interessiert. Nach einer kurzen Einführung sind wir dann gemeinsam mit mehreren Guides, die lediglich mit einem Stock bewaffnet waren, losgegangen. Nach wenigen Minuten sind wir dann auf zwei Komodo-Warane gestoßen, die wie versteinert herumgelegen sind. Einigen der Teilnehmern war anscheinend nicht ganz klar, dass diese Urechsen einen tödlichen Bakteriencocktail im Maul haben, der nach einem Biss zum Tode führen kann, wenn er nicht innerhalb kürzester Zeit behandelt wird. Und die bis zu 30 km/h, die ein Waran auf kurzen Strecken zurücklegen kann, muss man selbst erstmal erreichen, wenn man vor ihnen flüchten möchte. Bis auf wenige Meter haben sich einige Verrückte an den Guides vorbei, an die bis zu drei Meter langen Echsen angenähert.

Baumkrone

In den abgestorbenen Baumkronen wachsen die Komodowarane auf

Abgemagerter Komodo Waran

Gerade weil dieser Waran wirklich abgemagert ausgesehen hat…

Lebensmüde

…fand ich diesen Kerl hinter dem Baum absolut Lebensmüde

Ich persönlich habe immer geschaut, das zumindest immer ein Guide mit seinem Stöckchen zwischen mir und den Waranen gewesen ist. Für mich war es ziemlich furchteinflößend, so nah an diesen Tieren zu sein. Das einer der Guides nichts besseres zu tun hatte, als mit seinem Handy herum zu spielen, hat mir auch nicht das Gefühl gegeben, mich sicherer zu fühlen.

Der Guide nimmt seinen Job nicht ernst

Der Guide nimmt seinen Job wohl nicht so ernst

Ich war dann ehrlich gesagt schon fast froh darüber, als wir die Warane verlassen haben und weiter gegangen sind. Nach einer kurzen Wanderung durch den Komodo Nationalpark, hatten wir dann noch die Möglichkeit Souvenirs einzukaufen. Als es bereits dunkel wurde, haben wir Komodo verlassen. Das war dann auch der letzte Stopp für diesen Tag und es ging die ganze Nacht weiter in Richtung Rintja.

Tour nach Komodo: Tag 4

Am Vormittag sind wir in Rintja angekommen. Auf dieser Insel gibt es ebenfalls noch frei lebende Komodo-Warane, sowie verschiedene Schlangenarten, darunter die giftigsten Schlangen der Welt, wie Kobras, Grubenottern und grüne Baumvipern. Dieses Mal hatten wir wirklich einen fantastischen Guide, der zum Einen sehr gut Englisch konnte, und zum Anderen wirklich viel über die Komodo-Warane sowie die Schlangen auf dieser Insel wusste und zu erzählen hatte. Nach ein paar Minuten hat sich eine Teilnehmerin unserer Gruppe ihren Fuß an einem Stein gestoßen. Sie hat geblutet und sich deshalb an der Basisstation verarzten lassen und uns auch nicht weiter begleitet. Warum ich das erzähle? Um zu erklären, was für einen starken Geruchssinn diese Warane haben, doch dazu gleich mehr. Die restliche Gruppe ist weiter gegangen und nach etwa 500m haben wir eine Stelle erreicht, an der wir gleich sieben Warane auf einmal zu sehen bekommen haben. Warum wir angesichts der vielen tödlichen Schlangenarten noch etwa eine Stunde weiter über die Insel gelaufen sind, schiebe ich jetzt mal auf den Gruppenzwang. Als wir nach unserem Rundgang wieder an der Stelle mit den den vielen Waranen angekommen sind, mussten wir alle noch einmal Fotos und Videos machen. Bis sich dann einer der Warane langsam aufgerichtet hat und langsam aber zielsicher genau auf uns zu getrottet ist. Wir sind immer weiter zurückgewichen, aber der Waran ist genau weiter auf uns zu gegangen. Die Guides waren schon sichtlich beunruhigt und haben uns gebeten, keine schnellen Bewegungen zu machen.

Witterung aufgenommen

Dieser Artgenosse hat die Witterung unserer verletzten Teilnehmerin aufgenommen

Vor uns lagen einige Warane, links war die Basisstation, hinter uns Busch und rechts von uns ein kleiner Hügel. Als der Guide erkannt hat, dass sich der Waran Richtung Basisstation bewegt, wurden wir auf den kleinen Hügel geschickt. Wir waren dann alle sehr beruhigt, als der Waran uns nicht mehr verfolgt hat, sondern weiter Richtung Basisstation getrottet ist. Er muss wohl irgendeine Witterung aufgenommen haben.


Die Basisstation ist nur über Stufen zu erreichen und steht etwa einen Meter über dem Boden. Genau dorthin hat sich der Waran begeben. Ziemlich genau unter der Teilnehmerin, die sich eine Stunde vorher den Fuß verletzt hatte, ist der Waran dann stehen geblieben. Wir alle sind dann ebenfalls wieder zurück zur Basisstation gegangen und haben in sicherer Höhe gewartet, bis der Waran endlich wieder abgezogen ist. Ich war heilfroh, als wir die Insel dann endlich wieder verlassen haben und niemandem etwas Ernsthaftes zugestoßen ist. Trotzdem war es sehr beeindruckend live zu erleben, wie der Waran auf mehrere hundert Meter ein paar Tropfen Blut riechen konnte. Der nächste und letzte Halt unserer Tour war dann Flores. Dort haben sich am Abend alle Teilnehmer der Tour noch einmal getroffen, und wir haben alle gemeinsam gefeiert. Nur irgendwie schade, dass wir am Ende kein „We survived Komodo“ T-Shirt bekommen haben.

Das letzte mal Schnorcheln

Das letzte mal Schnorcheln, bevor es nach Flores ging

Alles in allem war diese 4-Tages Tour nach Komodo auf jeden Fall das Geld wert, auch wenn die eine oder andere Sache meiner Meinung noch zu verbessern oder zu optimieren wäre. Obwohl wir so lange mit wildfremden Leuten auf engsten Raum zusammen waren, haben wir uns alle untereinander sehr gut verstanden und sind super miteinander ausgekommen. Ich bin froh, dass wir nicht mit den feierwütigen Kids vom anderen Kutter zusammen waren, die am Tag 3 bis spät in die Nacht den Kutter in ein Partyschiff verwandelt haben. Trotzdem bin ich auch glücklich darüber, dass die Tour nach vier Tagen ein Ende hatte, und wir endlich wieder festen Boden unter den Füßen gespürt haben. Vor allem eine Dusche habe ich auf dem Kutter sehr vermisst.

Unsere Tour Gruppe

Abschiedsfoto unserer Tour Gruppe im Restaurant “Made in Italy” auf Flores

Gesagt, getan

Hier ist es einfach viel zu schön, um schon abzureisen. Eine Nacht mehr muss defi,nitiv drin’ sein, und es hat sich absolut gelohnt. Heute war ich wieder einmal so glücklich darüber, dass ich mir letztes Jahr meine Augen mit einer LASIK operieren lassen habe. Ohne diese Operation hätte ich heute nicht gesehen, was da ein oder zwei Meter unter mir durchgeschwommen ist. Denn heute war unser zweiter Tag an dem wir uns an das Schnorcheln gewagt haben. Wir haben beide zuvor noch nie geschnorchelt. Wir haben uns es zwar immer vorgenommen, und wir besitzen sogar seit ungefähr fünf Jahren eine Taucherbrille und Schnorchel. Jedoch haben wir sie bisher noch nie benutzt. Nachdem wir gestern an einer Stelle waren, an der man durch die Strömung stark abgetrieben wurde, haben wir uns in unserem Hotel erkundigt, wo man auf Gili Trawangan am besten Schnorcheln kann, und wo man nicht so stark abtreibt. Ganz in der Nähe der Hafenstation ist eine Stelle mit ein paar Korallenriffen, an der es kaum eine Strömung gibt. Man muss nur immer wieder auch mal nach oben schauen, weil dort ab und zu Boote vorbeifahren, die die unzähligen Taucher wieder zurück an Land bringen. Gleich neben dem Hotel führt ein Weg vorbei an ein paar Bauernhöfen und einem angelegten Palmenwald. Quer durch die Insel kann man so fernab von allen Touristen die Zweisamkeit genießen. Ausserdem haben wir ja bereits in der Schule gelernt, dass der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten eine Gerade ist. Wir haben uns also den Umweg über die Inselpromenade erspart und haben die Stille der Inselmitte genossen.

Vorbei an Bauernhöfen

Vorbei an Bauernhöfen

Ging es durch den angelegten Palmenwald

Ging es durch den angelegten Palmenwald

Kokosnüsse für die Touristen

Hier werden die Kokosnüsse für die Touristen angebaut

Einmal quer über die Insel

Einmal quer über die Insel

Zu starke Strömung für Schnorchelanfänger

Hier ist die Strömung für Tauchanfänger zu stark

Endlich am Strand angekommen haben wir unsere Schnorchel geschnappt und haben uns ins Wasser gestürzt. Nach ein paar Metern konnten wir uns auf den Bauch legen und den ersten Blick nach unten wagen. Und da waren sie, all die bunten Fische und Korallen, wie ich sie bisher nur aus dem Fernsehen kannte. Ich hätte nicht gedacht, dass diese mir bisher verschlossene Welt sich so nah am Strand befindet. Leuchtend blaue Fischlein sind nur wenige Meter um mich herum geschwommen. Die unterschiedlichsten Formen und Farben schwimmen an mir vorbei und nehmen mich wie selbstverständlich in ihre Umwelt auf. Fingerdicke, längliche weiße Fische mit schwarzen Rallyestreifen schwimmen an KFZ-Großen rosa schimmernden Korallen vorbei. Da ein Kugelfisch, dort ein Halterfisch, dann wieder eine mir völlig unbekannte Spezies. Nachdem wir uns dann zu einem weiteren Tauchgang aufgemacht haben, war ich überglücklich darüber, dass ich jetzt brillenlos bin. Denn wie wir uns die relativ kleinen Fische von vielleicht maximal 30 Zentimeter so ansehen, schwimmt plötzlich eine ca. ein Meter große Schildkröte direkt unter mir hindurch und lässt sich von der Strömung treiben. Ich konnte alles so klar und scharf erkennen, und die Freude darüber war verantwortlich dafür, dass ich trotz einer dichten Taucherbrille salziges Wasser in selbiger hatte.

Über meine anschließenden abendlichen Erlebnisse kann ich eigentlich nicht all zu viele Details berichten. Aber sie sind es auf jeden Fall wert, für einen besseren Eindruck von Indonesien erwähnt zu werden. Denn als ich gestern Abend meine Bilder auf den Blog geladen habe, ging zum einen für etwa eine viertel Stunde der Strom auf der gesamten Insel aus, und wieder einmal hatte ich kein Internet. Und kurz bevor ich ins Bett gehen wollte, machte es einen unbeschreiblich lauten Knall, gefolgt von einem einzigen heftigen Beben der Erde. Ein weiteres unbeschreibliches Naturschauspiel, bei dem ich allerdings froh darüber bin, dass es bei einem einzigen Beben geblieben ist.

Und auf einmal war der Strom aus

Und auf einmal war der Strom aus