Winter in Australien

Je weiter wir runter in den Süden fahren, umso kälter wird es. Es ist eindeutig Winter in Australien. Nachdem uns das nicht davon abgehalten hat, Australien überhaupt zu besuchen, wird uns der Winter auch nicht davon abhalten, auf die Great Keppel Islands zu fahren.

Noch reicht eine Decke

Bevor es mit der Fähre auf die Insel geht, haben wir uns mal wieder einen kostenlosen Campingplatz im Grünen gesucht. Und auch wenn es vielleicht niemanden interessiert, aber ich wollte seit dem Retreat nie mehr zu Mc Donald’s gehen. Ich muss diese Aussage richtig formulieren, denn in Australien sind wir sehr oft bei Mc Donald’s gewesen. Richtig müsste es heissen: Ich gehe nie mehr zu Mc Donald’s essen. Ansonsten gibt es bei Mc Donald’s saubere Toiletten und kostenloses Internet. Und auch wenn ich davon nichts habe, finde ich es eine tolle Sache, dass in Australien die Rentner bei Mc Donald’s kostenlosen Kaffee bekommen. Ausserdem gibt es bei Mc Donald’s freundliche Mitarbeiter, die einem im Notfall Starthilfe geben können, aber das ist eine andere Geschichte.

Campingplatz am Fluss

Heute Nacht müssen wir nichts für die Unterkunft bezahlen

Woolwash Campingplatz

Voll ausgerüstet machen wir uns es gemütlich

Die Great Keppel Islands

Die Great Keppel Islands wurden uns von den Franzosen empfohlen, die wir am Campingplatz am Trinity Beach kennengelernt haben. Über einen Monat haben die Jungs dort Wooving gemacht. In ihrer Freizeit haben sie die Inseln und die angrenzenden Korallenriffe erkundet. Laut den Jungs kann man dort wunderbar vom Strand aus Schnorcheln. Da es jedoch offensichtlich Winter in Australien ist, legen wir uns noch Neoprenanzüge zu.

Pelikane

Tiere auf dem Wasser…

Opossum

…Tiere auf Bäumen…

Schnorcheln auf GKI

…und dort unten soll es ein schönes Riff geben.

Wenn man nicht für seine Unterkunft und Verpflegung arbeiten möchte, dann bekommt man in der Nebensaison für 100$ die Nacht eine kleines Häuschen direkt am Strand. Nachdem wir unsere bis dato teuerste Unterkunft unserer gesamten Reise bezogen haben, haben wir uns auf den Weg zum Monkey Beach gemacht. Dort soll es schöne Korallen geben, die man direkt vom Strand erreichen kann.

Weg zum Strand

Auf zum Monkey Beach

Monkey Beach GKI

Dort drüben kann man abgeblich super Schnorcheln

Der Aufmerksame Leser hat mitbekommen, dass wir uns einen Neoprenanzug gekauft haben. Denn in Australien ist es Winter. Das sieht zwar auf den Bildern aus wie im Paradies, aber in Wahrheit bekommt man bei diesen Temperaturen harte Nippel. Da bringt dann auch ein Neoprenanzug nicht viel. Wenn dann auch noch raue See herrscht und man nicht zum Riff schwimmen kann, hat so ein Inselaufenthalt kaum einen Sinn. Und auch wenn wir nicht gesehen haben, was wir eigentlich wollten, haben wir zwei schöne Tage in Zweisamkeit auf den Great Keppel Islands verbracht.

Great Keppel Islands

Sieht aus wie im Paradies…

Strand GKI

…ist aber nicht so.

Noch mehr Strand

Immerhin hatten wir alle Strände für uns alleine

Schnorcheln auf Perhentian Island

Gestern Abend hat es zuerst nicht so sehr danach ausgesehen, als würde es heute zum Schnorcheln auf Perhentian gehen. Man hat richtig gemerkt, dass die Monsun Saison bald losgeht. Doch pünktlich zum Sonnenaufgang ist das Unwetter genauso schnell weg gewesen, wie es gekommen war. Der weiss blaue Himmel war perfekt für unseren heutigen Ausflug. Es war so klar, dass man sogar die nahe liegenden Inseln erkennen konnte.

Perfektes Wetter zum Schnorcheln auf Perhentian Island

Zusammen mit acht weiteren Touristen sind wir um 10.30 Uhr mit einem kleinem Boot losgefahren. Für 35 MYR pro Person wurden uns sechs Ausflugsorte versprochen. Taucherbrille, Schnorchel und Schwimmflossen wurden gestellt.

Fishgarden vor Perhentian Besar

Unser erstes Ziel zum Schnorcheln auf Perhentian war der Fischgarten vor der größeren der beiden Perhentian Inseln, Perhentian Besar. Als wir dort angekommen sind, waren dort allerdings viele andere Boote und es hat zuerst so ausgesehen, als wären dort mehr Schnorchler als Fische im Wasser. Und das, obwohl zur Zeit Nebensaison ist und die Inseln fast ausgestorben sind. Ich will mir gar nicht vorstellen, was dort in der Hauptsaison abgeht. Bereits vom Boot aus konnte man dann aber durch das klare, türkise Wasser erkennen, dass es zum Glück doch mehr Fische als Schnorchler gibt. Kaum sind wir ins Wasser gesprungen waren wir bereits umzingelt von hunderten Fischen, die nur wenige Zentimeter um uns herum geschwommen sind. Schnell wurde mir klar, warum dieser Ort Fischgarten genannt wird. Ich kann nicht genau sagen, wie lange es gedauert hat, denn ich habe das Zeitgefühl beim Schnorcheln völlig verloren, aber schon bald waren die anderen Boote verschwunden, und wir waren dort die einzigen am Fischgarten.

Mehr Fische als Schnorchler

Mehr Fische als Schnorchler

Was guckst Du

Was guckst Du?

Fischgarten

Der Fischgarten vor Perhentian Besar

Shark Point vor Perhentian Besar

Nachdem wir alle wieder auf dem Boot waren, ging es weiter zum Haifisch Punkt vor Perhentian Besar. Wie der Name schon sagt, soll es dort Haifische geben. Oftmals sieht man dort gar keine Haie, und auch wir mussten ziemlich lange schnorcheln, bevor plötzlich aus dem nichts ein ausgewachsener Schwarzspitzen-Riffhai an mir vorbei geschwommen ist. Ich habe schnell noch meinen Kopf aus dem Wasser gehoben, den Schnorchel aus dem Mund genommen und den anderen zugerufen: “Shark, Shark“ bevor ich ihn mir weiter angesehen habe. Leider konnten nicht mehr alle Teilnehmer den Hai sehen, denn eine schnelle Bewegung, und er war verschwunden.

Leider kein Haifoto

Leider kein Haifoto

Von Korallen bedeckter Boden

Von Korallen bedeckter Boden

Noch mehr Korallen

Noch mehr Korallen aber immer noch kein Hai

Turtle Point vor Perhentian Besar

Teilweise enttäuscht, teilweise mit Adrenalin überschüttet, ging es weiter zum Schildkröten Punkt vor Perhentian Besar. Dort soll man eigentlich immer Schildkröten zu sehen bekommen, weil sie an dieser Stelle ihre Nahrung zu sich nehmen. Ich habe ja bereits auf Gili Trawangan Schildkröten beim Schnorcheln gesehen, aber das was dort am Grund zu sehen war, war ein wahres Prachtstück. Ganz gemächlich hat sie den Grund nach Futter abgegrast, bevor sie an die Oberfläche zum Luft holen gekommen ist. Dabei wurde sie ständig von zwei Barberfischen begleitet, welche die Schildkröte vor Parasiten befreit haben.

Schnorcheln auf Perhentian

Riesenschildkröte vor Perhentian Besar

Barberfische

Die Schildkröte wurde von den Barberfischen verfolgt

Riesenschildkröte

Die Riesenschildkröte war wirklich RIESIG

Village of Perhentian Kecil

Auf der kleineren der beiden Inseln, Perhentian Kecil gibt ein ein kleines Dorf. Dies war unsere nächster Halt auf unserer Schnorcheltour. Denn es war bereits Nachmittag und dort konnten wir zu Mittag essen. Einige haben sich im Supermarkt mit Lebensmitteln eingedeckt, denn die meisten Geschäfte und Restaurants haben auf unserem Teil der Insel geschlossen. Bevor es dann zum Leuchtturm vor Perhentian Kecil ging, musste unser Kapitän noch Treibstoff für das Boot kaufen. Eine kleine Holzhütte mit einigen Fässern voller Diesel davor, dient den Booten als Tankstelle.

Perhentian Village

Perhentian Village

Lighthouse vor Perhentian Kecil

Als der Kanister wieder voll war, ging es weiter zum Leuchtturm vor Perhentian Kecil. Dieser befindet sich ziemlich weit draussen im offenen Meer und die Strömung dort ist ziemlich stark. Trotzdem ist es ein sehr guter Platz zum Schnorcheln auf Perhentian, da es dort viele Korallen zu sehen gibt. Natürlich gab es dort auch wieder zahlreiche Fische zu beobachten, aber die Korallen sind an dieser Stelle die Hauptattraktion. Einigen war die Strömung dort dann doch etwas zu stark und nur auf Grund der Tatsache, dass wir alle Schwimmflossen an hatten, konnten wir wieder zurück zum Boot.

Lighthouse vor Perhentian Kecil

Lighthouse vor Perhentian Kecil

Korallen vor dem Lighthosue

Korallen vor dem Lighthosue

Korallen beim Schnorcheln auf Perhentian

Korallen beim Schnorcheln auf Perhentian

Romantic Beach vor Perhentian Kecil

Unser letzter Stopp war der Romantic Beach vor Perhentian Kecil. Woher der Name kommt weiss ich nicht, wahrscheinlich weil dieser Strand ziemlich weit abgelegen liegt und die mit Korallen geschmückten Bäume dort zu einem romantischen Ausflug einladen. Eigentlich sind wir dort einzig wegen den Clownfischen hingefahren, denn diese verstecken sich hauptsächlich in dem vor dem Strand befindlichen Korallenriff. Die Fische schwimmen in den Seeanemonen und sobald Gefahr in Verzug ist, verschwinden sie in deren langen Tentakeln. Doch am Ende haben wir sogar noch einen kleinen Rochen gesehen, der ganz nah am Strand den Sand nach Futter durch seine Kiemen gefiltert hat.

Romantic Beach

Romantic Beach auf Perhentian Kecil

Clownfish

Clownfish vor dem Romantic Beach

Clownfishe

Noch mehr Clownfische

Rochen

Und am Ende gab es noch einen kleinen Rochen zu sehen

Wenn man zum Schnorcheln auf Perhentian Island ist, kann man die meisten der Tiere, die wir heute gesehen haben, auch ohne eine Tour zu Gesicht bekommen. Man muss nur wissen wo man Schnorcheln muss. Da die verschiedenen Punkte stark verstreut sind, lohnt sich diese Tour meiner Meinung nach aber. Möchte man das nicht machen, sollte man sich zumindest ein Kajak ausleihen, oder sich mit dem Wassertaxi an die entsprechenden Stellen bringen lassen. Ich finde die 35 MYR haben sich gelohnt, denn für nicht einmal 10 EUR haben wir einen ganzen Tag mit Schnorcheln verbracht, viele nette Menschen kennen gelernt und sogar jemanden dabei gehabt, der mir freundlicher Weise seine Fotos zur Verfügung gestellt hat.

Mahun Beach in Kuta auf Lombok

Wie bisher jeden Morgen, werde ich wieder von Siyol begrüßt und gefragt, wie es mir geht. Er möchte wissen, was wir gestern so getrieben haben und was wir heute so vor haben. Die ganze Zeit lächelt er und macht einen ungemein glücklichen Gesichtsausdruck. Da meine Pre-Paid Karte aus mir unerklärlichen Gründen in Kuta nicht funktioniert, frage ich ihn, ob ich später einen Anruf tätigen kann, oder ob ich irgendwo telefonieren könnte. Ich erkläre ihm, dass wir in zwei Tagen eine Tour nach Komodo gebucht haben und ich herausfinden möchte, wie ich denn nun überhaupt wieder zurück zum Hafen komme. Er bietet mir sofort sein Mobiltelefon an und erwähnt ganz nebenbei, dass er ebenfalls Touren nach Komodo anbietet. Sein Laden ist ein paar Meter die Strasse hoch und ich könne bei ihm vorbeikommen, falls ich später noch irgendwelche Fragen habe. Also nicht nur das diese Großfamilie hier ein Hotel, einen Shop, eine Reinigung und einen Motorradverleih hat, sie haben auch noch ein Veranstaltungsbüro. Das ich meinen Roller auch gleich hier auftanken kann, verwundert mich daher überhaupt nicht mehr.

Meine Lebenspartnerin hat im Internet gelesen, dass es in der Mitte von Lombok einen Affenwald gibt, und ich frage Siyol, wie man dort am besten hinkommt. Er meinte, dass dieser Ort ziemlich weit weg ist, und die Fahrt mit dem Roller Stunden dauert. Wir sollen doch einfach am Strand links abbiegen, denn auch dort ist ein kleiner Wald, an dem nachmittags die Affen vom Berg kommen und am Strand abhängen. Ich könne sie füttern, und es sei auf keinen Fall gefährlich, und obendrein müsste man dort nicht mal Eintritt bezahlen, weil es ein frei zugängliches Gebiet ist. Gut zu wissen, denke ich mir, und merke mir seine Wegbeschreibung.

Der Fischer ist wohl Raucher

Ein kleines Fischerboot in der Bucht des Mahun Beach

Doch zuerst haben wir uns auf den Weg zum Mahun Beach gemacht. Um dort hin zu kommen, muss man etwa eine viertel Stunde mit dem Roller fahren. Die Parkgebühr für diesen Strand beträgt 10.000 Rupien. Als wir dort angekommen sind, war der Strand noch leer, und wir konnten dort die Zweisamkeit genießen, bis dann auch dort der erste Verkäufer anfing, uns langsam aber sicher auf die Nerven zu gehen. Ich habe wirklich nichts dagegen, mich mit Menschen zu unterhalten, aber diese aufdringliche Art, wie alle paar Minuten der Nächste und der Nächste und der Nächste und der Nächste und der Nächste kommt, geht mir langsam aber sicher auf die Nerven. Zu unserem Glück kam gegen Mittag eine Schulklasse an den Strand. Die Schulklasse bestand ausschließlich aus Mädchen im Alter von 16 Jahren, und sie waren an den Strand gekommen, um mit Hilfe der Touristen ihre Englischkenntnisse zu verbessern. Sie hatten sogar Buttons angesteckt auf denen stand: Please talk English to me! Und das haben wir dann auch gemacht. Stundenlang saßen wir gemeinsam im Schatten, haben uns mit ihnen auf Englisch unterhalten, gesungen und gelacht. Immer wieder haben sie uns gefragt, ob es OK sei, wenn sie sich noch weiter mit uns unterhalten, oder ob wir lieber alleine sein möchten. Wir haben uns wirklich gerne mit ihnen unterhalten, und wir waren gleichzeitig auch froh, denn während der gesamten Zeit hat uns kein einziger Verkäufer belästigt. Stattdessen kamen immer mehr von den Mädels zu uns und haben sich dazu gesetzt. Ich glaube am Ende ist die ganze Schulklasse bei uns gesessen. Irgendwann haben sie sich dann von uns verabschiedet, unsere Hände geschüttelt und die Mädels sind mitsamt ihren Schuluniformen ins Meer gesprungen. Das haben wir dann auch gemacht jedoch in Badekleidung, versteht sich.

Wie die Kinder stürzen wir uns die Wellen

Wie die Kinder stürzen wir uns die Wellen

Weglaufen bringt nichts

Weglaufen bringt nichts

Der Mahun Beach in Kuta auf Lombok hat einen wunderschönen, feinen Sandstrand und man kann ohne Bedenken barfuß ins Meer zum Baden gehen. Ich habe kein einziges Steinchen unter meinen Füßen gehabt, egal ob am Strand oder im Wasser. Nach ein paar Metern konnte man schwimmen, und wenn man nach unten ins klare Wasser geschaut hat, konnte man immer noch den feinen Sand am Boden erkennen. Die Bucht, in der sich der Strand befindet sieht aus wie gemalt. Gemeinsam mit meiner Lebenspartnerin, haben wir uns in die Wellen gestürzt und herumgetollt wie kleine Kinder. Viel zu schnell ging der Tag vorbei, und wir machten uns wieder auf den Weg zurück nach Kuta, um den Affenwald zu suchen, von dem uns Siyol am Morgen erzählt hat. Bis wir diesen aber endlich gefunden hatten, war es bereits dunkel, und wir haben uns dazu entschieden, morgen noch einmal hier her zum Affenwald zu kommen, um ein paar schöne Fotos zu machen.

Viel zu schnell ging der Tag vorbei

Viel zu schnell ging der Tag vorbei

(Motor)Radfahren verlernt man nie

Kaum aufgestanden, setze ich mich wieder auf die Terrasse, um meine E-Mails zu checken und um die Zugriffsstatistiken meines Blogs abzufragen. Sehr ernüchternd. Immerhin zeigt die Kurve heute wieder nach oben und ermutigt mich weiter zu machen. Nach ein paar Minuten kommt der Bruder des Hotelbesitzers um die Ecke und wünscht mir einen guten Morgen und fragt mich, wie es mir und meinem Muskelkater geht. Ich antworte mit: “Bagus“, dem indonesischen Wort für gut, und ich schieße auch noch gleich ein: “Apa Kabar?“ hinterher, was „Wie gehts?“ auf indonesisch bedeutet. Er lacht und freut sich über meine Worte, und beantwortet meine Frage ebenfalls mit „Bagus“, und setzt sich mit seiner Heckenschere auf den Boden und beginnt damit den Rasen zu stutzen. Dabei unterhalten wir uns ein wenig, und er fragt mich, was ich denn sonst noch so auf indonesisch weiss, und ich sage ihm die paar Happen auf, die ich bisher aufgeschnappt habe. Als ich Anfang zu zählen und nach der zwei schon wieder aufhöre zu zählen, muss er lachen und setzt sich zu mir auf die Terrasse und erklärt mir das indonesische Zahlensystem. Ein paar neue Wörter und Ausdrücke bekomme ich ebenfalls noch mit auf meine Reise durch Indonesien. Sein Name ist im übrigen Siyol. „Ganz einfach zu merken” meint er „see all“, ich denk nur an „Big Brother is watching you“ und sein Name brennt sich in meinen Kopf.

Indonesisch

1 – Satu
2 – Dua
3 – Tiga
4 – Ampat
5 – Lima
6 – Anam
7 – Tuju
8 – Delapan
9 – Sembilan
10 – Sepulo
11 – Seblas
12 – Duablas
13 – Tigablas
Das Wort blas steht nun immer für die 10, und mit den Zahlen 1 bis 9 kann ich jetzt bis 19 zählen. Für alle weiteren 10er Schritte verwendet man das Wort pulo, und setzt die Zahlen 1 bis 9 davor, also:
20 – Duapulo
30 – Tigapulo usw.
100 – Seratus
1000 – Seribu
Möchte man nun z.B. die Zahl 121 sagen, so setzt man sie aus dem bisher gelernten zusammen, also Seratus Duapulo Satu.
Nachmittag – Siang
Guten Abend – Salamat Sore
Gute Nacht – Salamat Malm
Bitte – Silakan
Und dir? – Dan anda?
Wie heißt du? – Siapa nama anda?
Ich heiße Peter – Nama saja Peter
Ob die Rechtschreibung korrekt ist, bezweifle ich stark, denn ich habe mir die Wörter alle nur so gemerkt, wie sie ausgesprochen werden.

Gestern Abend erzählten uns unsere Zimmernachbarn, dass sie sich ein Stück die Strasse hoch, einen Roller für 80.000 Rupien ausgeliehen haben. Ich frage Siyol, was hier im Hotel ein Roller pro Tag kostet. Siyol verlangt 50.000 Rupien pro Tag und zwei Helme sind natürlich auch mit dabei. Ich frage mich, warum die zwei Mädchen erst in der ganzen Stadt rumfragen, was ein Roller kostet anstatt zuerst hier zu fragen, aber OK. Da unsere Muskeln sich langsam wieder normal anfühlen, und wir nicht nach Kuta gekommen sind, um die ganze Zeit auf der Terrasse rum zu sitzen, nehme ich sein Angebot an, und leihe mir für zwei Tage einen Roller aus. Denn rund um Kuta gibt es zahlreiche Strände, die zu Fuß nur schwer zu erreichen sind, außerdem kann ich so nach 20 Jahren endlich mal wieder auf einem motorisierten Zweirad sitzen möchte.

Tankstelle

Das auf der rechten Seite sind 1L Flaschen, die mit Benzin befüllt sind. Wir haben 8.000 Rupien, also 50Cent pro Liter bezahlt. Diese “Tankstellen” gibt es an jeder Ecke.

(Motor)Radfahren verlernt man nie

Auch wenn ich hier aus fototechnischen Gründen stehe, (Motor)Radfahren verlernt man nie

Im Gegensatz zum Großteil der Touristen und allen Einheimischen, setzen wir zwei uns einen Helm auf und ziehen Socken und festen Schuhwerk an. Schlimm genug, dass man hier halbnackt auf dem Roller durch die Gegend fährt. Wir fahren Richtung Strand und biegen links ab. Beim ersten Kreisverkehr war ich ein bisschen verwirrt und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich alles richtig gemacht habe, aber zum Glück ist hier relativ wenig los und Polizisten waren auch keine da, die uns gleich abkassieren hätten können. Mir fällt auf, dass man bei jedem Strand eine Parkgebühr bezahlen muss, aber 5.000 Rupien, also 30 Cent, sind nun wirklich kein Grund zur Beschwerde. Egal wo wir ankommen um es uns im feinen Sandstrand gemütlich zu machen, werden wir sofort von zig Menschen belagert und jeder versucht uns irgendetwas zu verkaufen. Kokosnüsse, Ananas, Armbändchen oder handgewebte Tücher in allen Größen will man uns verkaufen. Anfangs ist das ja noch witzig, aber irgendwann möchte man sich auch mit seinem Partner unterhalten und den schönen Ausblick und die Ruhe genießen. Nach etwa einer halben Stunde haben sie dann glaub ich alle verstanden, dass es bei uns heute nichts zu holen gibt und wir haben endlich ein wenig Ruhe.

Wolle Rose kaufen

Zuerst werden wir fast eine halbe Stunde von den Tücherverkäuferinnen belagert…

Endlich mal zurücklegen

…bis wir uns endlich mal zurück legen können…

Feinster Sand

…den feinen Sandstrand genießen…

Die Natur bewundern

…und die Natur bewundern können.

Als dann kurze Zeit später ein T-Shirt Verkäufer vorbeikommt, drehe ich den Spieß einfach um, und will ihm mein T-Shirt, meinen Rucksack und meine Kokosnuss verkaufen, die ich vom Obststand gegenüber von unserem Hotel mitgebracht habe. Das scheint zu wirken, denn im Null Komma Nichts ist er wieder verschwunden. Wir haben dann noch zwei weitere Strände besucht, bevor es dunkel geworden ist, und wir uns wieder auf den Heimweg gemacht haben.

Bis auf den kleinen Fauxpas im Kreisverkehr habe ich mich auf Anhieb auf dem Roller wohlgefühlt. Doch viel wichtiger war es, dass sich meine Freundin hinten drauf ebenfalls sicher und wohl gefühlt hat, und somit unserem nächsten Roller-Ausflug nichts im Weg steht. Deshalb wollen wir morgen noch einmal zum schönsten der drei Strände fahren und einmal den ganzen Tag am Strand verbringen.

Mahun Beach

Hier möchten wir morgen am liebsten den ganzen Tag verbringen