Essen bis zum Umfallen

Eine Sache kann einem, vorausgesetzt man hat ein paar EUR bei sich, in Malaysia nicht passieren. Man kann hier nicht verhungern. Es ist eher darauf zu achten, dass man nicht in einer Tour beim Essen ist.

Essen wohin man schaut

Wenn ich schreiben würde, an jeder Ecke gibt es etwas zu essen, dann ist das mehr als untertrieben. Alle paar Meter kann man sich die unterschiedlichsten Köstlichkeiten einverleiben. Zwischen den Restaurants sind kleine Geschäfte, in denen man Spielwaren, Kleidung oder Elektronikartikel kaufen kann. Doch selbst dort kann man sich meistens zumindest etwas zu trinken kaufen. Dann kommt gleich wieder der nächste Food Court und daneben ein Guest House. Vor allem im Stadtzentrum stehen dann zusätzlich noch am Strassenrand kleine Verkaufsstände an denen man ebenfalls Lebensmittel und Getränke kaufen kann. Seien es Frühlingsröllchen, Hühnerdärme, Fleischbällchen, Obst oder eisgekühlte Getränke, man kann hier essen bis zum Umfallen.

Manche Stände haben tagsüber geöffnet, andere werden erst abends aufgebaut und verschwinden dann wieder mitsamt Tischen und Stühlen. Manchmal bekommt man Teller, an einer anderen Stelle wird das Essen in Papier gewickelt oder es wird auf Bananenblättern serviert. Wobei serviert der falsche Ausdruck ist, denn in der Regel nimmt man sich einfach einen Teller und stellt sich sein Menu selbst zusammen. Als Grundlage dient überall Reis, dann beginnt die Qual der Wahl. Wobei es an manchen Stellen sogar schon beim Reis losgeht. Blauer Reis, gelber Reis, brauner Reis oder klassischer weisser Reis? Welche Beilagen möchte man dazu? Hühnchen, Fisch oder Gemüse? Scharf, süß oder sauer? Oder doch von jedem ein bisschen? Manchmal brauchen wir länger, um uns zu entscheiden, wo und was wir essen wollen, als es dann zu essen.

Drei unserer Entscheidungen möchte ich in diesem Blog mit Euch teilen.

Der Inder um die Ecke

Vom indischen Essen sind wir bisher noch nie enttäuscht worden. Teller nehmen, Reis drauf und meistens Hühnchen in süßer Sauce. Am besten schmeckt mir dort aber die Beilage. Habt Ihr schonmal Gurken mit Ananas gegessen? Super Lecker!

Inder um die Ecke

Der Inder um die Ecke

Sweet Chicken

Auf Bananenblätter servierter Reis, super leckeres Gemüse und süße Karotten. Kartoffeln, sowie drei Stück Hühnchen, 1,5 Liter Wasser und ein Teh – zusammen 2o Ringgit

Das Abendrestaurant

Ab 18.00 Uhr wird jeden Abend direkt an der Hauptstrasse groß aufgekocht. Tagsüber ist dort nur ein Parkplatz, aber abends riecht es dort fantastisch. Man kann beobachten wie aus jeder Richtung kleine mobile Küchen zu dem Parkplatz am Strassenrand gezogen werden. Tische und Stühle werden angeschleppt, und während diese noch aufgestellt werden, werden alle Gerichte frisch zubereitet. Innerhalb kürzester Zeit verwandelt sich der Gehweg und der Parkplatz davor in ein Abendrestaurant, das spätestens um 23.00 Uhr wieder verschwunden ist.

Abendrestaurant

Schon von weitem riecht man das köstliche Essen vom Abendrestaurant

Mahlzeit beim Abenrestaurant

Zwei Portionen Reis, Hühnchen, Riesengarnele und Gemüse – zusammen 21 Ringgit – wobei alleine die Riesengarnele 15 Ringgit vom Preis ausmacht

Der Nachtmarkt

Ebenfalls ab 18.00 Uhr eröffnet der Nachtmarkt. Dort gibt es unter anderem den berühmten blauen Reis, der seine Farbe von der Schmetterlings-Erbsenblume erhält. Durch die Blume schmeckt der Reis ein wenig süßlich. Angeblich schmeckt der blaue Reis nirgendwo in Asien so gut wie in Kota Bharu. Ich habe bis heute noch nie zuvor blauen Reis gegessen, daher kann ich das nicht beurteilen. Aber die Einwohner stehen voll hinter dieser Aussage. Und ich stehe voll auf diesen Reis. Sehr empfehlenswert!

Nachtmarkt von Kota Bharu

Auf dem Nachtmarkt von Kota Bharu gibt es Hauptspeisen…

Süßspeisen auf dem Nachtmarkt

…Süßspeisen (z.B. 4 Kokosbällchen für 1 Ringgit)…

Murtabak

…sowie frisch zubereitetes Murtabak.

Hier gibt es den blauen Reis

Hier gibt es den blauen Reis

Blauer Reis

Blauer Reis, in Paprika eingelegte Fischpastete, Ei und ein Stück Hühnchen – zusammen 5 Ringgit – 1,20 EUR

Tag 1

Endlich sind wir angekommen. Wir sind zwar noch immer total geschlaucht von der langen Reise, aber wir haben gut geschlafen. Das Zimmer ist sauber und das Moskitonetz über dem Bett hat dicht gehalten. Gleich nach dem Frühstück habe ich mich hingesetzt um meinen ersten Blog aus Asien zu schreiben.

Unsere Bleibe für die nächsten Tage

Unsere Bleibe für die nächsten Tage

Mein neuer Arbeitsplatz

So lässt es sich aushalten

Spabereich

Der Spabereich, aber bei 30 Singapur Dollar für eine Massage, wird dieser unbenutzt bleiben

Eigentlich sollte hier in diesem Ressort eine Internetverbindung bestehen, doch diese funktionierte nur auf Anfrage. Ich habe es nicht einmal geschafft, meinen Blog mit allen Bildern hochzuladen, da war auch schon die gesamte Kapazität von einem Tag verbraucht. Angeblich haben die hier täglich nur 1GB Datenvolumen zur Verfügung. Durch einige Downloads der Dropbox und ein bisschen Zeitung lesen war diese bereits vollständig aufgebraucht. Das habe ich mir ehrlich gesagt anders vorgestellt. Auffällig sind hier auch die extrem hohen Preise. Eine 1,5 Liter Flasche Wasser kostet 25.000 Rupien, das sind knapp zwei Euro. Ich kann mich sehr gut daran erinnern das alle meine Freunde und Bekannte von den günstigen Preisen in Indonesien geschwärmt haben. Aber hier in diesem Ressort besteht keine Chance für die angeblichen zwei EUR für Essen und Trinken für zwei Personen ran zu kommen.

Bea im Meer

Ein Meer wie der Plattensee

Das fantastische Wetter und der Blick auf das Meer lassen mich den ersten Frust vergessen. Also nichts wie rein in die Badehose und ab ins Meer. Doch irgendwie komme ich mir gerade vor als wäre ich in Ungarn am Plattensee. Nach hunderten von Metern, die wir watend im Wasser verbracht haben, stehen wir endlich hüfttief im klaren, warmen Wasser. Die willkommene Abkühlung dauerte jedoch nicht all zu lange an. Bis wir wieder an unserer Strandhütte angekommen sind, waren wir bereits sonnengetrocknet. Die Dusche ist sauber und trotz nur einem Wasserhahn, hat das Duschwasser genau die richtige Temperatur. Noch etwas Sonnencreme und Mückenschutz auftragen und wir sind bereit für den ersten kleinen Erkundungstrip auf unserer Insel. Doch sobald wir das Ressort auf dem Strandweg verlassen haben, öffnet sich vor unseren Augen ein Bild der Verzweiflung. Überall liegt der Müll der Menschheit im sandigen Strand. Von Badeschlappen über intakte Glühbirnen, leere Glasflaschen, Fischernetze und jede Menge undefinierbarem Müll liegt hier alles rum, was man sich nur vorstellen kann. Ein Müllsack wäre in ein paar Minuten randvoll. Es ist wirklich traurig zu sehen, wie wir Menschen mit unserer Umwelt umgehen.

Ungestellte Szene

Kaum draussen aus dem Ressort, bietet sich dieser Anblick

Als wir dann wieder im Ressort angekommen sind, haben wir ein deutsches Paar kennengelernt, die ebenfalls ein paar Nächte hier verbringen. Während des Gesprächs wurde dann klar, das die Ressorts auf der Insel Bintan sowie der Nachbarinsel Batam hauptsächlich von den Bewohnern Singapurs genutzt werden. Da dies die nächstliegenden Destinationen sind, bitten die Indonesier die Singapurer und in diesem Fall auch uns heftig zur Kasse. Mit dieser Informationen im Hinterkopf müssen wir unser Kaufverhalten einfach nur ein wenig umstellen. Wasser kaufen wir jetzt ausserhalb des Ressorts am Strassenverkauf und gegessen wird ebenfalls ausserhalb.

Wir haben auch gleich am ersten Abend am Strassenrand eine kleine Hütte gefunden, an der Einheimische gegessen haben. Ich habe zwar kein Wort verstanden, was auf der Karte gestanden ist, oder was der nette Herr gesprochen hat, aber dieser hat dann einfach die Zutaten an den Tisch gebracht und ich habe dann einfach mit dem Finger darauf gezeigt, was mir am meisten zugesagt hat. Geschmacklich kann man absolut nichts sagen. Das Essen von uns beiden hat echt super geschmeckt. Und natürlich haben wir die Goldene Regel für Auslandsreisende beachtet: Cooked, Boiled, Fried. Aber wir wären ja nicht in Asien, wenn es hier nicht in jedem Essen etwas geben würde, was bei uns eher unvorstellbar ist. Denn ich habe mich anfangs ein wenig gewundert, warum die Sojasprossen so hart sind. Bis ich dann gesehen habe, dass die Sojasprossen kleine Augen haben und das dies eigentlich gar keine Sojasprossen waren, sondern kleine 2-3 cm Fischchen. Das hört sich vielleicht komisch an, war aber bissig und hat verdammt gut geschmeckt. Für zwei Personen haben wir dort inklusive Getränke und einer Kokosnuss, 50.000 Rupien, also knapp 3,50 EUR bezahlt. Ich denke wir sind auf dem richtigen Weg. An der Kokosnuss habe ich dann meinen neuen Leatherman ausprobiert. Ein kleines Loch, ein Strohhalm und der erste Tag nahm ein erfrischendes Ende.

Kokosnuss

Erfrischungsgetränk