Einfach mal was Gutes tun

Als Erstes möchte ich mich bei allen Lesern bedanken, die meinen Blog lesen. Täglich verfolge ich meine Google Analytics Statistiken und freue mich über jeden Kommentar auf Facebook. Am meisten freut es mich, wenn meine Postings auf Facebook geteilt werden, in der Hoffnung, dass weitere Reisebegeisterte auf meinen Blog stoßen und zu „Ich seh’ dann mal los“-Stalkern konvertieren.

Ich möchte an dieser Stelle auf ein paar Dinge aufmerksam machen, welche vielleicht bisher von Euch noch unentdeckt geblieben sind.

  • Auf meinem Blog befindet sich oben rechts ein Menu mit vier Links sowie einem Lupensymbol. Einer dieser Links lautet Map, über den man unsere Reiseroute und unseren aktuellen Standort einsehen kann. Mit jedem Punkt auf der Karte ist ein Blog verknüpft, der zu diesem Ort gehört.
    • Mit Hilfe des Lupensymbols, was ebenfalls im Menu oben rechts zu finden ist, kann jedes beliebige Wort gesucht werden. Will man beispielsweise wissen, wie das in Asien mit dem Visa funktioniert, findet man über die Suche alle relevanten Blogs zu diesem Thema.
    • Wenn Euch die Bilder in meinem Blog zu klein sind, dann solltet Ihr einfach mal darauf klicken. Dann öffnet sich das Bild in einer für Euren Bildschirm angepassten Größe. Ist Euch das immer noch zu klein, könnt Ihr das Bild in der Auflösung von 2000 x 1500 Pixel öffnen. Befinden sich in einem Blog mehrere Bilder, so kann man alle Bilder mit den Links, welche mit <— Previous und Next —> beschriftet sind, durchstöbern. Wenn Euch ein Bild besonders gut gefällt, kann dieses genauso wie der Blog selbst auf jeder beliebigen sozialen Plattform geteilt werden.
    • Ich möchte nicht verheimlichen, dass ich mit meinem Blog auch Geld verdienen möchte. Wenn Ihr also den Ad-Blocker auf meiner Seite deaktivieren würdet, wäre ich Euch sehr dankbar. Ausserdem habe ich auf der rechten Seite ein Widget eingefügt, welches mit Partner beschriftet ist und in dem sich eine Amazon-Suche befindet. Solltet Ihr also sowieso schon Kunde bei Amazon sein und dort gelegentlich einkaufen, dann würde ich mich extrem darüber freuen, wenn Ihr Eure Artikel über die Amazon-Suche auf meinem Blog sucht und kauft. Ich garantiere Euch, dass dabei keinerlei zusätzlichen Kosten für Euch entstehen. Ich hingegen bekomme eine minimale Provision von Amazon.
    • Meine Lebenspartnerin und ich sind immer auf der Suche nach langfristigen, günstigen Übernachtungsmöglichkeiten in Asien oder Australien. Solltet Ihr also irgendjemanden kennen, oder selbst auf einem dieser Kontinente wohnen und z.B. einen Housesitter benötigen, dann hinterlasst mir einfach einen Kommentar auf meinem Blog.
    • Sollte Euch irgendetwas an meinen Blogs nicht gefallen, oder wenn Ihr weitere Fragen zu einem bestimmten Eintrag habt, und selbstverständlich auch, wenn Euch ein Blog gefällt, dann zögert nicht und hinterlasst mir einen Kommentar über den Link Leave a reply. Dieser Link befindet sich immer unterhalb des Blogs, gleich unter dem Sozialmedia Plugin.

    Ich hoffe man merkt, dass mir das Bloggen wirklich verdammt viel Spass macht. Für mich persönlich ist dieser Blog eine Art Tagebuch, das mich in vielen Jahren wieder an diese außergewöhnliche Reise zurückerinnern soll. Ich bin absolut begeistert von den Orten, die ich bisher sehen durfte, und ich bin wahnsinnig glücklich darüber, dass ich mich vor ziemlich genau einem Jahr dazu entschieden habe, meine Augen Lasern zu lassen. Doch das wirklich absolut Beste, was mir bisher in meinem Leben gelungen ist, ist die Tatsache, dass ich vor 16 Jahren meinen ganzen Mut zusammengenommen habe, um die Liebe meines Lebens anzusprechen. Diese Reise gemeinsam mit meiner Lebenspartnerin machen zu können, ist für mich das Beste und Schönste, was ich mir nur vorstellen kann.

    Terima kasih. Saya suka Anda di atas segalanya.

    Am Ende möchte ich jedoch noch erwähnen, dass Ihr alle mit dem Lesen, dem Verwenden meines Amazon Links und der Benutzung meiner Google-Adds könnt Ihr nicht nur meiner Partnerin und mir etwas Gutes tun, sondern sehr viel mehr Menschen als Ihr Euch vorstellen könnt. Bisher haben wir zwei auf unserer Reise vielen Menschen etwas Gutes tun können, sei es der Bedienung unserer ersten Unterkunft auf Bintan, den mittellosen Kindern in Mataram, oder dem Mann in unserer Unterkunft auf Flores, oder den obdachlosen Menschen hier in Kuala Lumpur, die nicht einmal ein T-Shirt besitzen. Auch wenn meine Lebenspartnerin absolut schlechte Videoaufnahmen macht, und man kaum etwas erkennen kann, kann man trotzdem die Freude in den Augen der Leute erkennen. Gemeinsam mit Eurer Hilfe sind wir in der Lage auch in Zukunft etwas zurückzugeben.

    Ein Tag auf Gili Trawangan

    Je mehr man teilt, umso mehr besitzt man auch selber. Aus diesem Grund bin ich dankbar darüber, dass Martin mit mir seine Erfahrungen über diese Insel geteilt hat. Womöglich wären wir sonst wieder mitten im Partyviertel abgestiegen und wären am nächsten Tag gleich weiter gefahren. Natürlich habe ich Reiseführer gelesen, mir Impressionen von Google Maps geholt und mit so vielen Menschen wie nur möglich über unser Vorhaben geredet und mich ausgetauscht. Aber bei manchen Dingen bin ich immer noch wie ein kleines Kind. Ich muss erst selbst auf die rote Herdplatte fassen, damit ich weiss, dass sie heiß ist. Und ich hätte meinen Blog bestimmt nicht „Ich seh’ dann mal los“ genannt, wenn ich mir in Deutschland in einem Reisebüro eine Pauschalreise gebucht hätte. Einfach drauf los, und mit offenen Augen unseren Planeten erkunden. Mir ist klar, dass ich nicht der Erste bin der so eine Reise macht, gemacht hat, oder in Zukunft machen wird. Aber es ist was anderes, für ein paar Wochen Urlaub zu nehmen, nach Hause kommen zu müssen und während dieser Zeit eine finanzielle Doppelbelastung zu haben, oder ob man frei von jeglichen Verpflichtungen tun und lassen kann, worauf man gerade Lust hat. Mein sehr guter Freund Martin beschreibt diese Zeit immer mit den Worten: „Sich gepflegt langweilen“.

    Was macht man also, wenn man sich wirklich um NICHTS Gedanken machen muss? Ich habe mich aus diesem Grund mit den Einheimischen unterhalten, die hier im Hotel arbeiten. Schnell habe ich herausgefunden, dass sie nicht nur hier arbeiten sondern auch leben. Natürlich wollte ich wissen, wo sie wohnen, denn wir Deutschen kennen das normalerweise so: Man steht morgens auf, fährt zu Arbeit, erledigt diese und fährt wieder nach Hause. Nachdem ich hier bisher nur ein Hotel neben dem anderen und bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht mehr von der Insel gesehen habe, als den Weg vom Hafen bis zu unserem Hotel, dachte ich, diae Häuser oder Wohnungen der Angestellten sind in der Mitte der Insel. Der selbe Indonesier, der gestern Abend mit weiteren Angestellten am Strand getrommelt hat, saß am Vormittag mit mir am Tisch und beantwortete meine Frage wie folgt: „Ach wo ich schlafe? Achja, manchmal hier, manchmal dort. Wir haben jetzt aber schon September und da ist es immer so windig, sonst würde er heute am Strand schlafen. Darum schlafe ich heute dort drüben.“ und zeigte auf die Hütte zu seiner rechten. Diese dient tagsüber den Touristen als Ort der Entspannung, an der man Speisen und Getränke zu sich nehmen kann. Als Windschutz hängen lediglich Strohrollos an den Wänden, die tagsüber geöffnet sind. Ich wollte wissen, wo er denn dann seine Sachen hat, denn wir deutschen kennen das normalerweise so: In der Küche hat man seinen Kühlschrank und das Geschirr, im Schlafzimmer steht das Bett und die Kleider hängen im Schrank. Im Wohnzimmer steht die Couch und der LED Fernseher hängt an der Dolby-Surround Anlage. Diesmal zeigte Rijal nach links, auf den Schrank, indem sauberes Besteck, Gewürze, ein paar Gesellschaftsspiele und eine Gitarre steht. Im obersten Regal lag ein etwa 50cm langer, im Durchmesser etwa 15cm kleiner, roter Sack. In diesem Sack befinden sich seine gesamten Besitztümer.

    Bambushütte

    Tagsüber eine Lounge, Nachts ein Schlafplatz

    Roter Sack

    Rijal braucht nicht viel für ein erfülltes Leben

    Seit mehreren Jahren wohnt er bereits auf diese Art auf Gili Trawangan. Um Kleidung muss er sich keine Gedanken machen, denn ein frisch gewaschenes T-Shirt mit aufgedrucktem Hotel Logo bekommt er jeden Tag gestellt. Und wenn mal ein Gast seine Sandalen bei der Abreise vergisst, dann fährt er deswegen garantiert nicht mehr zurück. Manchmal verstehen sie die Gäste, die am Strand sitzen nicht richtig und bringen ihnen das falsche Gericht, oder die Person, welche das Essen bestellt hat, ist gar nicht mehr anwesend. An eine warme Mahlzeiten zu kommen ist also ebenfalls kein Problem für ihn. Kurz vor Sonnenuntergang muss er dann für ein paar Stunden Gas geben, denn da kommen die Touristen an den Strand und an die Bar, und er muss ein paar Cocktails mixen. Bevor das Spektakel dann los geht, holt Rijal die Trommeln aus einer Hütte und setzt sich an den Strand, um mit ein paar seiner Kollegen die Touristen zu unterhalten. Manchmal gesellt sich auch ein Nicht-Einheimischer dazu oder irgendjemand hat ein Didgeridoo. Nachdem das Naturschauspiel zu Ende ist und die Nacht langsam einbricht, verschwinden die Leute wieder, und Rijal bringt die Trommeln wieder zurück an ihren Platz. Kurz darauf werden die Lichter ausgemacht und er begibt sich an seinen Schlafplatz, wo er dann noch ein paar Stunden gemeinsam mit seinen Kollegen zusammensitzt, bevor auch dort die Lichter ausgehen. So läuft das hier jeden Tag.

    Die Trommeln sind bereit

    Die Trommeln sind bereit

    Postkartenidylle

    Spätestens jetzt sind alle Plätze am Strand belegt

    Naturschauspiel

    Und alles konzentriert sich auf die nächsten paar Minuten

    Und während ich noch darüber nachdenke, ob sich Rijal auch um NICHTS Gedanken machen muss, fällt mir auf, dass es mir gut tut, meine Gedanken schweifen zu lassen und einmal über andere Menschen nachzudenken, und nicht nur ständig an mich selbst zu denken.

    Das Funkeln in den Augen gesehen

    Ich war also bereit, mich das erste Mal seit 20 Jahren auf ein Moped zu setzen. Als wir es dann endlich aus unserem Zimmer geschafft haben, stand Fred bereits an der Rezeption und hat sich mit einem Einheimischen auf Englisch unterhalten. Fred wollte eine Tour buchen und als wir ebenfalls Richtung Rezeption gegangen sind, kam uns dieser freundliche Herr bereits entgegen, begrüßte uns und stelle sich uns vor. Sein Name war Sabri, und er wollte wissen, wie lange wir bereits in Mataram sind und wo es denn hingehen soll. Ich habe ihm dann erklärt, dass wir eigentlich nur hier sind, um zum Youth Center zu fahren, und dort unsere Laptops für einen guten Zweck spenden möchten. Ich habe ihm erklärt, dass ich meine Kontaktperson bisher weder telefonisch noch per E-Mail erreichen konnte. Die URL der Homepage, die ich bekommen habe, gibt es ebenfalls nicht. Ich hatte lediglich die Adresse, und ich würde mir gerne einen Roller ausleihen, um dort hinzukommen. Sichtlich beeindruckt hat er uns nach der Adresse gefragt, und uns angeboten dort hinzufahren, um herauszufinden, ob meine Kontaktperson dort anzufinden ist. Mataram ist ziemlich groß, und wir würden das sowieso nicht finden, meinte er und verabredete sich mit uns in ein paar Stunden wieder. Meine Lebenspartnerin und ich sind in der Zwischenzeit in die Stadt gegangen, denn dort hatten wir am Tag davor einen Supermarkt gefunden. Nur mal zum Vergleich, eine 1,5l Flasche Wasser kostete dort 3.600 Rupien, so günstig habe ich diese noch nie zuvor eingekauft. Nachdem wir uns mit einer schnellen Mahlzeit gestärkt haben, haben wir uns wieder auf den Weg zurück zu unserem Hotel gemacht. Dort angekommen, wartete Sabri bereits auf uns. Er hat selbst einige Male nachfragen müssen, um die Adresse zu finden, doch er hat sie letztendlich ausfindig machen können und auch das Youth Center gefunden. Lediglich meine Kontaktperson ist nicht vor Ort gewesen. Amin, so heisst die Kontaktperson, ist gerade in Deutschland und arbeitet dort auf einem Containerschiff. Aber sein älterer Bruder sei dort gewesen, und sie würden beide zusammen am Nachmittag noch einmal vorbeikommen, und uns mit ihren Rollern abholen, da die Kinder gerade erst von der Schule nach Hause gekommen sind, und immer erst nachmittags in das Youth Center gehen. Als die beiden uns dann abgeholt haben und zum Youth Center gebracht haben, war ich sehr froh darüber, dass wir nicht selber fahren mussten. Auf den Straßen dort herrscht indonesisches Chaos, und wie ich bereits erwähnt habe, ist Mataram eine relativ große Stadt. Als wir beim Youth Center angekommen sind wurden wir dort bereits erwartet.

    Ankunft am Youth Center

    Ankunft am Youth Center

    Das Youth Center ist sehr klein, trotzdem sind dort täglich sehr viele Kinder jeden Alters, die dort Englisch, Mathematik und den Umgang mit Computern lernen. Als ich den Raum betreten habe, war jeder verfügbare Rechner belegt und die Kinder lernten spielerisch den Umgang mit Excel, Word, Paint und dem Internet.

    Kinder beim Lernen

    Kinder beim Lernen

    Der Tutor bei seinen Schützlingen

    Der Tutor bei seinen Schützlingen

    Als wir den Tutoren, die dort mehr oder weniger als Volontäre arbeiten unsere alten Laptops übergeben haben, konnte ich das Funkeln in ihren Augen sehen. Dieser Anblick hat uns für die vielen Strapazen, die wir auf uns genommen haben, um unsere Laptops dort übergeben zu können, mehr als entschädigt.

    Das Funkeln in den Augen ist unbezahlbar

    Das Funkeln in den Augen ist unbezahlbar

    Wir sind dann noch sehr lange zusammengesessen und haben uns über die verschiedensten Dinge unterhalten. Einer der anwesenden Tutoren arbeitet ebenfalls auf einem Containerschiff und immer wenn er frei hat, arbeitet er im Youth Center. Wir haben erfahren, dass die Schüler in Indonesien Schuluniformen tragen müssen und die Schule dort bereits um sieben Uhr beginnt. Beiderseits wurden viele Fragen gestellt und beantwortet, und auch einige neue Wörter auf Indonesisch konnten wir lernen. Das indonesische Wort für „Ja” konnte ich mir auf Anhieb merken, denn es heisst ebenfalls „Ja“. „Nein“ bedeutet „Tidak“ und „Wie geht es Dir?“ heisst „Apa Kapar“. Und wenn es einem gut geht, dann antwortet man mit „Bagus“.

    Bagus

    Bagus

    Gemütliches Zusammensitzen mit den Tutoren

    Gemütliches Zusammensitzen mit den Tutoren

    Während wir uns unterhalten haben, bekamen wir Orangen, etwas zu Trinken und eine traditionell indonesische Süßspeise mit den Namen Lupes angeboten, die mir nebenbei bemerkt, sehr gut geschmeckt hat.

    Die Kinder mit ihren Tutoren, Bea und mir

    Die Kinder mit ihren Tutoren, Bea und mir

    Zum Abschluss unseres Aufenthalts durften wir uns noch im Gästebuch des Youth Center eintragen, und wir haben gemeinsam mit den Kindern noch ein Abschiedsfoto gemacht. Bevor wir wieder zu unserem Hotel gebracht wurden, haben wir noch die aktuelle Broschüre des Youth Center sowie einen Sticker bekommen, der mich jetzt auf meiner Reise, an meinen Rucksack gepinnt, begleiten wird. Ich möchte mich auf diesem Weg bei der Organisation Labdoo bedanken, dass ich diese Erfahrung machen konnte. Wenn man Geld spendet, weiss man eigentlich nie, wo es ankommt und was genau damit passiert. Durch das Labdoo Projekt konnte ich sehen, dass meine Spende dort angekommen ist, wo sie benötigt wird – bei armen Kindern, für die es eine Freude ist, nach der Schule Englisch, Mathematik und den Umgang mit Computern zu lernen. Wer mehr über das Youth Center erfahren möchte, kann dies hier tun.

    Ich möchte an dieser Stelle auch noch einmal auf den Blog meiner Lebenspartnerin verweisen, der unsere Erlebnisse aus einer völlig anderen Sicht beschreibt.

    Der letzte Tag bevor das Abenteuer weiter geht

    Der gestrige Tag war das bisherige Highlight auf unserer bisher noch nicht so lange andauernden Reise. Ich kann mich nicht vorstellen, dass sich das hier auf Bintan für uns noch toppen lässt. Ich muss gestehen, dass mir diese Insel viel zu teuer ist. Wir werden uns hier keinen Roller oder Ähnliches ausleihen. Nicht weil wir uns das nicht leisten könnten, sondern weil es einfach unverschämt teuer ist. Wir werden unseren letzten Tag hier im Ressort jetzt einfach genießen, relaxen und versuchen aus der Vergangenheit zu lernen. Da ich unbedingt sehen wollte, wie die Sonne aus dem Meer aufsteigt, bin ich heute bereits vor 6.00 Uhr aufgestanden, doch leider war der Himmel zu sehr bewölkt und man konnte das Spektakel nicht in vollen Zügen verfolgen. Doch selbst wenn die Sonne kaum zu sehen war, ist es wichtig, stets Sonnenschutzlotion aufzutragen. Ständig weht ein leichter Wind und es kommt einem so vor, als bräuchte man keinen Sonnenschutz. Wenn man sich dann sowieso schon am Eincremen ist, sollte man auch noch gleich einen Mückenschutz auftragen. Momentan haben wir noch ein paar Fläschchen Autan-Spray aus Deutschland, doch nach den ersten fünf Tagen geht das erste Fläschchen langsam zur Neige. Ich mache das mit dem Auftragen so, wie mein sehr guter Freund Martin das empfohlen hat: „Sonnen- oder Nivea-Creme in die Hand, Insektenschutz drauf sprühen, alles miteinander vermischen und einreiben“. Mit dieser Taktik bin ich bisher super gefahren – kein Sonnenbrand und nur sehr wenige Insektenstiche.

    Als wir gestern Abend noch mit ein paar Leuten zusammengesessen sind, muss Deddy wohl mein Foto mit der Kokosnuss gesehen haben, denn auf einmal kam er zu unserem Bungalow und meinte, dass er jetzt Kokosnüsse sammeln geht, und ob ich nicht Lust hätte mitzukommen. Natürlich hatte ich Lust und wir sind gemeinsam losgezogen. Ungesichert, barfuß und mit einer Machete bewaffnet ist Deddy dann auf die höchste Palme gestiegen, die es im Umkreis gab. Er hatte zwar ein Seil umgebunden, dieses war aber nicht zur Sicherung, sondern zum Herablassen der Kokosnüsse gedacht. Beim ersten Baum hat das aber anscheinend nicht so funktioniert wie es sollte, denn plötzlich tat es einen Riesenknall und eine komplette Kokosnussstaude krachte auf den Boden. Er meinte nur: „All broken, go next Tree“. Diese Palme war dann zwar nicht so hoch, aber auf die Frage: „Want try“ antwortete ich dann doch lieber mit: „No i am to fat“. Diesmal hat Deddy dann wohl alles richtig gemacht und nach kurzer Zeit konnten wir die Kokosnüsse abseilen. Ich habe dann noch gelernt, dass es gelbe, grüne und rote Kokosnüsse gibt, die alle zum Verzehr geeignet sind. Diese braunen, haarigen Dinger, die es bei uns gibt, sind in Indonesien alte Kokosnüsse, die eher auf dem Müll landen als in den Mägen der Einheimischen.

    Langsam abseilen

    Bei der zweiten Kokosnusspalme hat alles so funktioniert wie geplant

    Deddy auf den Weg nach unten

    Abstieg aus schwindelerregender Höhe

    Ich habe in meinem Blog bisher schon mehrere Male geschrieben, wo und was wir abends gegessen haben, doch ein Foto von diesem Strassenverkauf wollte ich unbedingt noch nachreichen. Bei der Auswahl meines Abendessens war ich heute einmal mutig und habe etwas Scharfes bestellt, und da auf dem Teller meiner Lebenspartnerin ebenfalls ein paar Paprikaschoten zu finden waren, hab ich diese ebenfalls auf meinen Teller bekommen, da sie nicht so sehr auf scharfes Essen steht. Ich bin überglücklich, dass ich ungarische Wurzeln habe, und dass Paprika quasi in meinem Blut fließt. Ich habe diese Mahlzeit mehr als genossen und freue mich schon auf die wahren Herausforderungen der indonesischen Küche.

    Strandrestaurant

    Hier haben vor allem Einheimische gegessen

    Nudeln mit Meeresfrüchten

    Und das haben wir gegessen

    Abends saßen wir auf der Terrasse unseres Bungalows und haben mit unserem Fotoapparat herumgespielt. Vor allem das Feature mit der Belichtungszeit hat es mir besonders angetan. Mehere Stunden haben wir damit verbracht, das perfekte Abschiedsfoto aus Bintan zu schießen. Und wie wir da so gesessen sind, habe ich aus der Ferne Laute einer Gitarre vernommen. Wir sind dann den Lauten gefolgt und haben Deddy sowie zwei weitere Angestellte Gitarre spielend und singend am Hotelrestaurant vorgefunden. „Can we join you?“ – „Yes please come sit with us“. Ich konnte gar nicht so schnell schauen, dann stand bereits das erste alkoholische Getränk vor meiner Nase. Obwohl diese Menschen wirklich nicht viel besitzen, haben sie Sonnenblumenkerne, Erdnüsse und einheimische Getränke mit uns geteilt. Wieder hatten wir einen schönen Abend, den wir singend und lachend zusammen mit den Einheimischen verbracht haben und ich bin wirklich froh, dass ich aus Deutschland noch ein paar Sachen mitnehmen konnte, um mich auf meine Art erkenntlich zeigen zu können. In diesem Fall hatte ich noch eine nie benutzte Frisbee Scheibe im Gepäck, die ich gerne bereit war Deddy zu schenken, damit er diese seinen Kindern mitbringen kann.

    Mit Gitarre gemütlich zusammensitzen

    Und wieder hatten wir einen schönen Abend mit den Einheimischen

    Bye Bye Bintan

    Bintan abgehakt