Warum mir Malaysia besser gefällt als Indonesien

Wir sind jetzt bereits ein paar Wochen unterwegs und mittlerweile wurde ich bereits ein paar Mal gefragt, welches der beiden Länder mir besser gefällt. Und jedes Mal ist die Antwort die selbe: Malaysia!

Aber warum gefällt es mir hier so viel besser? Das Wetter kann es nicht sein, denn seit dem wir hier sind, regnet es fast jeden Abend. Hauptsächlich sind es die folgenden Gründe, warum mir Malaysia besser gefällt als Indonesien.

Darum gefällt mir Malaysia besser als Indonesien

Sauberkeit in Indonesien

Wenn man in Indonesien auf den Boden schaut, dann ist dort Dreck. Indonesien ist mir vorgekommen wie ein großer Mülleimer. Die Menschen dort scheren sich einen Dreck um ihre eigentlich wunderschöne Umwelt. Mülleimer sieht man dort so gut wie nirgendwo, stattdessen sieht man häufig am Strassenrand ein kleines Feuer brennen. Da dort so ziemlich alles verbrannt wird, was die Leute nicht mehr verwenden können, riecht es auch dementsprechend. Selbst auf dem höchsten Berg in 3700m liegen zahlreiche Plastikflaschen und Verpackungsmaterial herum.

Ein typisch indonesiches Bild

Eigentlich wollte ich dieses Affenbild gar nicht veröffentlichen, zu viel Müll liegt im Hintergrund herum. Doch für diesen Punkt ist es das perfekte Beispiel.

Statt dem Schild sollte dort ein Mülleimer sein

Statt dem Schild sollte dort ein Mülleimer stehen.

Sauberkeit in Malaysia

Wenn ich sagen würde, Malaysia wäre sauber, dann würde ich lügen. Aber es ist wesentlich sauberer als Indonesien. In Kuala Lumpur beispielsweise gibt es an jeder Strassenecke einen Mülleimer. Dort habe ich das erste Mal auf unserer Reise, Strassenfeger gesehen. Auch die zahlreichen Nationalparks, die wir bisher besucht haben, waren im großen und ganzen sauber. Ich habe nur ganz selten eine Dose oder Plastikflasche gesehen. Ich sollte mich allerdings selbst noch ein wenig umweltbewusster benehmen. Ich nehme zwar meinen eigenen Müll immer wieder mit, doch in Zukunft sollte ich eine leere Plastiktüte bei mir tragen, um die vereinzelten Dosen oder Plastikfaschen einsammeln zu können.

Mülleimer und grüne Oase

An jeder Ecke stehen Mülleimer. Und auch mitten in der Stadt gibt es grüne Oasen.

Menschen in Indonesien

Ohne Frage, die Menschen hier sind eigentlich alle freundlich und fast jeder lächelt. Aber in Indonesien ist es nahezu unmöglich, auf der Strasse entlang zu gehen, ohne angequatscht zu werden. Sei es ein Roller, Tücher oder Armbändchen. Die Leute lassen einen nicht einmal im Restaurant in Ruhe und kommen an den Tisch und wollen einem irgendwas verkaufen. Wenn man an einem Stand vorbeigeht, an dem es etwas zu Essen gibt, wird man am Oberarm gepackt und in kaum verständlichen Englisch zugetextet. Englisch sprechen nur sehr wenige, aber zumindest was diesen Punkt betrifft, hatte ich den Eindruck, dass sich das in Zukunft ändern wird.

Man wird regelrecht belagert

Man wird regelrecht belagert, egal ob am Strand oder im Restaurant.

Menschen in Malaysia

Auch hier sind nahezu alle Menschen freundlich und lächeln. Doch wenn man hier die Strasse entlang geht, wird man höchstens freundlich gegrüßt. Dann grüßt man freundlich zurück und kann in aller Ruhe weitergehen. Nur wenn man stehen bleibt und planlos umherschaut, kommt jemand und versucht weiterzuhelfen. Ich habe das Gefühl als würde hier jeder Englisch sprechen können. Auch die ältere Generation kann sich verständlich ausdrücken. Ich wurde hier noch nie bedrängt oder von fünf, sechs Leuten auf einmal belagert, wenn ich mich hinsetze. Wenn man nicht gestört werden möchte, wird man in Ruhe gelassen. Sucht man das Gespräch, kann man sich stundenlang unterhalten.

Die Preise in Indonesien

Dieser Punkt hat mich in Indonesien gegen Ende unseres Aufenthalts bereits so sehr genervt, dass wir bereits vor Ablauf unseres Visa das Land verlassen haben. Denn Preise in Indonesien gibt es so gut wie gar nicht. Nur in Supermärkten und manchen Restaurants stehen die Preise. Ansonsten wird man zuerst von unten nach oben begutachtet, und je nachdem wie man aussieht, bekommt man irgendeinen Preis genannt. Dazu kommt, dass die Leute richtig sauer werden, wenn man nicht mit ihnen verhandelt. Wenn man eine Tour bucht und sich auf der Tour dann mit den anderen Teilnehmern unterhält, gibt es garantiert niemanden, der den selben Preis bezahlt hat, wie man selbst.

Die Preise in Malaysia

Man kann sich kaum vorstellen, wie es nach fünf Wochen Indonesien ist, ein Preisschild zu sehen. Hier in Malaysia ist alles mit einem Preisschild versehen. Wenn man im Hotel seinen Aufenthalt verlängern möchte, wird man sogar darauf hingewiesen, online zu buchen, weil es billiger ist. Lediglich in China Town in Kuala Lumpur muss man mit den Verkäufern verhandeln. Ansonsten bezahlt jeder, egal ob In- oder Ausländer, den selben Preis. Lediglich in den Nationalparks bezahlen Ausländer den doppelten Preis, den ein Einheimischer bezahlt, doch zum Einen finde ich das völlig legitim, und zum Anderen steht das auf der Preisliste, die fast immer in englischer Sprache aushängen.

Was mir in Malaysia ebenfalls besser gefällt als Indonesien

Wie Ihr bereits mitbekommen habt: Die Internetverbindung! Nicht nur, dass man in Malaysia in nahezu jedem Bus und öffentlichen Gebäude, in Reinigungen und Banken, in Kneipen und Unterkünften kostenloses Internet zu Verfügung hat – es ist auch noch um Welten schneller als in Indonesien.

Ein weiterer nicht unwesentlicher Punkt ist die Tatsache, dass man in Malaysia weder bei der Einreise, noch bei der Ausreise etwas bezahlen muss. In Indonesien dagegen muss man bei der Einreise für das Visa 35 US$ pro Person bezahlen und bei der Ausreise, noch einmal 21 US$ pro Person für Steuern. Das empfand ich persönlich als eine echte Unverschämtheit. Und wehe man hat kein Bargeld mehr, dann kostet die Abhebung an den aufgestellten Geldautomaten plötzlich 10 US$ und ist nicht mehr, wie sonst, kostenlos.

Mein letzter und auch nicht unwesentlicher Punkt ist die Tatsache, dass es hier ein gut ausgebautes Verkehrsnetz gibt. Im Vergleich zu Indonesien muss man in Malaysia nicht den Großteil seines Budgets für Transporte ausgeben.

Mülleimer und Busbahnhof

Selbst mitten in der Nacht fahren die öffentlichen Verkehrsmittel. Und auch hier wieder zu sehen: Ein Mülleimer

Zusammengefasst kann man sagen, Malaysia ist viel westlicher als Indonesien. Und das finde ich als verwöhnter Deutscher gut. Natürlich ist das nur meine Meinung und jemand anderes findet es vielleicht toll, selbst für eine Flasche Wasser herum zu handeln, aber mein Ding ist das nicht. Ebenso wenig möchte ich in meinem Urlaub ständig belästigt werden. Wenn ich etwas möchte, dann bezahle ich den Preis, der ausgeschrieben ist. Wenn mir das zu teuer ist, dann kaufe ich es nicht. Mein Geld lasse ich sowieso hier, doch in Malaysia habe ich das Gefühl, es dafür auszugeben, wofür ich möchte.

Nur auf Durchreise

Bali gehört sicherlich auch zu den Orten, die wir für längere Zeit besuchen möchten. Aber dieses mal waren wir nur auf der Durchreise hier. Aufgrund der langen Anreise haben wir heute ein bisschen länger geschlafen und haben deshalb den Bus, welcher um sieben, neun und elf Uhr Richtung Padang Bay abfährt, verpasst. Obwohl diese Stadt nie zu schlafen scheint, waren wir zu spät dran. Wir mussten uns also eine andere Möglichkeit suchen, um dort hin zu gelangen. Bei der Touristeninformation wurde uns gesagt, dass wir für eine Fahrt mit dem Taksi (Indonesisch für Taxi) mit ungefähr 150.000 Rupien rechnen müssen. Allerdings wollte uns Touristen nicht ein einziger Taxifahrer für diesen Preis mitnehmen. Wir sind nicht all zu lange in Kuta gewesen, aber ich hatte das Gefühl als würde die gesamte Stadt aus einer einzigen Strasse bestehen, in der das Leben dort statt findet. Ein Shop neben dem andern, dazwischen jede Menge Diskotheken, Bars und Essenstände. Zwischen all diesen Shops und Mini Markets war ein etwa 2×2 Meter großer Bretterverschlag, an dem man die verschiedensten Arten von Tagesausflügen buchen konnte. Von Radtouren über Tauchen bis hin zum Elefantenreiten durch den Dschungel gab es hier alles. Nach einem zähen Verhandlungsgespräch wollte uns der Betreiber eine Fahrtmöglichkeit für 250.000 Rupien nach Padang Bay besorgen. Ich muss zugeben, dass ich noch kein großes Verhandlungsgeschick besitze, aber dafür, dass der Betreiber ursprünglich 400.000 Rupien verlangt hat, war ich mit dem Ergebnis eigentlich zufrieden. Für umgerechnet 16,50 EUR wurden wir dann auf direktem Weg zum Fährhafen gebracht. Die Fahrt dauerte etwas mehr als eine Stunde, der Fahrer hat uns jedoch nicht direkt am Hafen abgesetzt, sondern ein paar hundert Meter davor. Ich hatte noch nicht einmal bezahlt, dann haben bereits wildfremde Leute unsere Rucksäcke aus dem Kofferraum geholt und vor einen Speedboattour Büro gestellt. „Come here fast, Speedboat leaves at 1:30, have 5 Minutes, fast“. Dort wollte man uns dann 350.000 Rupien pro Person für die Fahrt mit dem Speedboat inklusive Transfer nach Mataram abknüpfen. Ich bin heilfroh, dass ich mir eine Indonesische Pre-Paid Karte gekauft habe, denn so konnte ich mich bereis am Vortag auf der Homepage von LonelyPlanet über die Reiseroute informieren. Dort stand, dass die Fahrt mit dem Speedboat zwar schnell geht, aber preislich teilweise sogar teuerer ist als ein Flug von Bali nach Lombok. Die Einheimischen fahren mit einer ganz normalen Fähre, welche laut LonelyPlanet 15.000 Rupien kostet. Die Fahrt dauert zwar knapp fünf Stunden, aber wenn man keinen Druck hat und sich an Deck ein wenig sonnen möchte, dann ist dies eine sehr günstige Option. Deshalb haben wir uns schnell unsere Rucksäcke auf den Rücken geschnallt und sind die paar hundert Meter zur Fährstation gegangen und haben den, in der Zwischenzeit mehr als nervigen Speedboatticketverkäufer einfach ignoriert. An der Fährstation angekommen, hing am Schalter ein Preisschild, auf dem 40.000 Rupien stand. Das ist zwar fast dreimal soviel wie auf LonelyPlanet geschrieben wurde, aber trotzdem nur ein Neuntel von dem, was das Speedboat gekostet hat.

Fremdgesteuert

Manche dachten schon wir wären zu dritt, bei dem ganzen Gepäck

Auf der Fähre angekommen, liefen uns bereits wieder Einheimische hinterher, die uns etwas zu Essen und Trinken verkaufen wollten. Eigentlich waren wir ganz froh darüber, denn wir haben den ganzen Tag noch nicht sonderlich viel gegessen. Statt 35.000 Rupien habe ich dann immerhin nur 13.000 Rupien für eine warme Mahlzeit bezahlt. Für knapp einen EUR gab es Reis mit Hühnchen verpackt in Bananenblättern und Papier, welches zu einer Essensbox gefaltet war. Ein bis zwei Flaschen Wasser haben wir sowieso immer dabei und das gab es auch relativ günstig und sogar gekühlt auf der Fähre zu kaufen. Die Menschen auf der Fähre waren zum größten Teil Einheimische aber auch Franzosen, Schweden und Italiener haben diese gemütliche Art des Reisens gewählt. Es ist der Wahnsinn, wie viele Backpacker unterwegs sind, und wo diese jungen Leute bereits überall gewesen sind, und was sie in ihren jungen Jahren bereits erlebt haben. Wir haben uns auf der Fähre mit drei Schweden unterhalten und diese haben bereits ein Jahr auf Australien verbracht, um dort zu arbeiten und das Land zu bereisen. Wir kamen dann auch den auf Speedboatticketverkäufer zu sprechen, der versucht hat uns über den Tisch zu ziehen. Und ich sage jetzt ganz bewusst, über den Tisch zu ziehen, denn er hat es tatsächlich geschafft, jedem einzelnen der drei Schweden ein Speedboatticket für 350.000 Rupien anzudrehen, obwohl das Speedboat bereits abgelegt hatte. Also saßen sie nun mit uns auf der langsamen Fähre und fühlten sich leicht verarscht, als wir ihnen gesagt haben, was wir bezahlt haben. Am Hafen von Lembar haben wir uns dann mit einem Franzosen namens Fred, eine Fahrt nach Mataram geteilt. Nach abermals zähen Verhandlungen haben wir den Preis von 100.000 Rupien pro Person immerhin auf 70.000 Rupien für uns drei zusammen drücken können. Das ist zwar immer noch Welten von den 1.500 Rupien entfernt, die auf LonelyPlanet für eine Fahrt mit dem Bemo nach Mataram veranschlagt werden, aber immerhin wurden wir direkt vor die Haustür des Hotels gebracht, welches Fred empfohlen bekommen hat. Eine Nacht für 80.000 Rupien, da kann man wirklich nicht meckern.

Hotel Brata

Unsere 80.000 Rupien Unterkunft

Nachdem wir uns mit der dringend benötigten Dusche abgekühlt und erfrischt haben, sind wir dann noch gemeinsam etwas Essen gegangen. Auch Fred konnte uns viele weitere Tipps geben, vor allem was das Reisen nach Australien betrifft, da er dort wie schon viele andere die wir kennengelernt haben, ein Working Visa gehabt hat.

Im Hotel angekommen konnte ich dann endlich wieder Blogs veröffentlichen, denn das im Hotel kostenlose W-Lan ist im Vergleich zu Bintan um einiges besser. Im Hotel konnte ich dann herausfinden, wo sich das Youth Center befindet und wie ich dort hinkommen kann. Wahrscheinlich werde ich mir einen Roller ausleihen müssen um dort hinzukommen, aber der Hotelbesitzer hat angeblich einen Roller zum Ausleihen. Ich bin jetzt schon gespannt auf morgen, wenn ich nach 20 Jahren das erste mal wieder auf einem Roller sitzen werde.