Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte. (Noel Coward)

Angestellte eines Restaurants beim Geschirrabwasch in Kuching in Malaysia

Angestellte eines Restaurants beim Geschirrabwasch in Kuching in Malaysia

Angestellte eines Supermarkts in Kuching in Malaysia

Angestellte eines Supermarkts in Kuching in Malaysia

Busticketverkäufer in Kuala Lumpur

Busticketverkäufer in Kuala Lumpur

Ein kleiner Teil der Angestellten eines Hotels auf Bintan in Indonesien

Ein kleiner Teil der Angestellten eines Hotels auf Bintan in Indonesien

Ein kleiner Teil der Angestellten eines Hotels auf Gili T. in Indonesien

Ein kleiner Teil der Angestellten eines Hotels auf Gili T. in Indonesien

Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte. Dies kann jeder bestätigen, der arbeiten muss. Ich wollte heute mal über die unterschiedlichen Arbeitsverhältnisse in Deutschland und den von mir bereits bereisten Ländern Indonesien und Malaysia schreiben, auch wenn ich eigentlich nicht das Recht habe über malaiische oder indonesische Arbeitsverhältnisse zu reden, denn ich bekomme nur Eindrücke am Rande mit. Doch jedes Mal, wenn ich beispielsweise in Kuching in Malaysia in den Supermarkt um die Ecke gehe oder ein Restaurant aufsuche, dann stehen dort immer zahlreiche Angestellte herum, deren Aufgabe es scheinbar ist, dort Präsenz zu zeigen. In den Nationalparks, die ich in Malaysia besucht habe, bot sich auch kein anderes Bild. Ebenso fand ich oftmals das Angestelltenverhältnis in den Übernachtungsunterkünften in Indonesien üppig. Würden wir in Deutschland so arbeiten, dann hätten wir Null Arbeitslose, Null Ein-Euro-Jobber, Null Praktikanten und Null Menschen, die sich in für sie höchstwahrscheinlich unpassenden Weiterbildungsmaßnahmen befinden würden, damit die Arbeitslosenstatistik geschönt wird. Ich habe auch schon über das Phänomen Bureout in deutschen Firmen gelesen, habe aber bis jetzt noch niemanden kennengelernt, den das jemals getroffen hat. Eigentlich hatte ich oftmals eher das Gefühl, als würden in Deutschland noch mehr Angestellte zur Bewältigung der Arbeit benötigt werden. Bevor jetzt hier wieder alle bezüglich Fachkräftemangel anfangen zu schreien, erstens hapert es meist an der Personalabteilung, die aus Kostengründen nur eine bestimmte Anzahl an Stellen bewilligt, und zweitens sollen die Firmen kompetentes Personal ausbilden, dann brauchen sie sich auch nicht wegen Fachkräftemangel zu beschweren. Ich war auf alle Fälle in meiner Akademikerlaufbahn schon gezwungen, zahlreiche Bewerbungen zu schreiben und Vorstellungsgespräche zu absolvieren trotz angeblichem Fachkräftemangel. Es mag minimale Engpässe geben, aber diese sind nicht so eklatant, dass in führenden Tageszeitungen jede Woche ein Artikel darüber verfasst werden muss. Letztendlich empfinde ich die Arbeitssituationen, die ich bis jetzt in Malaysia und Indonesien gesehen habe schon als sehr unterschiedlich zu Deutschland, und wenn sich hier einer der Angestellten über Bureout beschweren würde, dann könnte ich das gut nachvollziehen. In führenden Industrieländern dagegen scheinen viele Angestellte kaum noch einen Ausgleich zur Arbeit zu finden. Wie man auch in hiesigen Tageszeitungen oftmals lesen kann, werden eine enorme Anzahl an Überstunden geleistet und Urlaub wird verfallen gelassen. Ich möchte mich auf gar keinen Fall beschweren, denn eines macht mir meine Reise jeden Tag auf das Neue deutlich. Es geht uns in Deutschland ohne Zweifel sehr gut. Diese Reise hat mir definitiv jetzt schon zu einer Steigerung meiner eigenen Zufriedenheit mit meinem Leben und auch zu mehr Toleranz und Offenheit gegenüber meinen Mitmenschen verholfen. Ich übe auch mit großer Freude und viel Engagement meinen Job aus, und deshalb ist mir auch bewußt, was ich in meiner Arbeit geleistet habe und das ich mit Streßsituationen gut umgehen kann. Trotzdem halte ich die Arbeitsbelastung in manchen Bereichen für enorm, wie beispielsweise in der Alten- oder Krankenpflege. Die Bezahlung für Jobs dieser Art ist dagegen schon fast kriminell. Ich befürchte, dass die Arbeitssituation in den vielen Industrieländern eine Folge der Gewinnmaximierungspolitik der Unternehmen und auch des Staates ist. Schließlich müssen selbst Krankenhäuser, deren oberstes Ziel die Pflege kranker Menschen sein sollte, gewinnorientiert arbeiten. Man sollte meinen, dass es einen geeigneten Mittelweg gibt, um sowohl die von Unternehmen und Staat gesteckten Ziele als auch die von Arbeitnehmern gewünschte Work-Life-Balance und Lebenszufriedenheit zu erreichen. Auf alle Fälle fand ich es sehr angenehm zu sehen, dass in Indonesien und Malaysia anscheinend nicht am Personal gespart wird. In Deutschland wird sich zu oft über die steigenden Personalkosten beschwert, und die Arbeit vieler muss von wenigen erledigt werden. Dies geht nur auf die Kosten der Angestellten und deren Gesundheit. Oder anders gesagt, der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.

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