Kein Ende in Sicht

Wunderschöner Sonnenuntergang an einem Ort der schlimmsten Kriegsverbrechen

Wunderschöner Sonnenuntergang an einem Ort der schlimmsten Kriegsverbrechen

Es ist kein Ende in Sicht.

Verdammt, es ändert sich nichts.

Der Krieg bleibt im Geschäft.

Die Menschen sind leider schlecht.

Woher nehmen wir uns einfach das Recht?

Auch wenn der Song „Kein Ende in Sicht“ von der deutschen Rap-Combo „Die Firma“ bereits vor über 4 Jahren aufgenommen wurde, so ist er doch aktueller denn je. Man kann es überall in den Nachrichten lesen und auf den Strassen sehen.

Die Brücke am Kwai

Die Brücke am Kwai

Mein Freund und ich haben unsere Reise von Bangkok nach Kanchanaburi in Thailand fortgesetzt. Hier wollten wir uns die historische Brücke am Fluss Khwae Yai anschauen, welche die titelgebende Brücke für den berühmten Film „Die Brücke am Kwai“ ist. Die Brücke am Kwai ist Teil der Thailand-Burma-Eisenbahn auch Todeseisenbahn genannt. Die Thailand-Burma-Eisenbahn ist eine Eisenbahnverbindung, die die Kaiserlich Japanische Armee im Zweiten Weltkrieg zwischen dem von ihr besetzten Burma und Thailand von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen bauen ließ. Die Bahnlinie verlief auf einer Länge von knapp 415 km. Heute werden lediglich noch 131 km von der Thailändischen Staatsbahn betrieben, rund 284 km der Strecke sind nach Kriegsende wieder abgebaut worden. Beim Bau dieser Bahnstrecke verloren circa 94.000 asiatische Zwangsarbeiter und etwa 14.000 alliierte Kriegsgefangene ihr Leben. Insgesamt wurden ungefähr 200.000 asiatische Zwangsarbeiter und rund 60.000 Kriegsgefangene zum Bau der Bahnstrecke eingesetzt.

Kanchanaburi War Cemetry

Kanchanaburi War Cemetry

Es gibt in Kanchanaburi noch weitere historische Stätten zur Besichtigung, welche die Greueltaten des zweiten Weltkriegs dokumentieren, wie den Kanchanaburi War Cemetery. Auf diesem Friedhof befinden sich 6982 Gräber von Opfern des Baus der Thailand-Burma-Eisenbahn. Es ist ein sehr beklemmendes Gefühl diesen Friedhof zu besichtigen, denn unter den Opfern befanden sich so viele junge Menschen im Alter von 20 – 30 Jahren, dass einem der Atem stockt.

Lasst uns niemals vergessen.

Lasst uns niemals vergessen.

Ich sitze hier im Schatten auf dem Balkon unseres Guesthouses und kämpfe mit meinen Tränen, während ich versuche niederzuschreiben, was wir besichtigt haben. Unendliches und unvorstellbares Leid mussten die Menschen im zweiten Weltkrieg durchmachen, während die Sonne mit unerbittlicher Kraft auf sie niederschien. Ich möchte es verdeutlichen, indem ich hier anmerke, dass ich schon schwitze, obwohl ich nur im Schatten sitze. Hinzu kamen die schlechten hygienischen Bedingungen, Schwärme von Moskitos, Unterversorgung, Krankheiten, Folter und Gewalt.

Und nun möchte ich zu dem Punkt kommen, der mich meinen Glauben an die Menschheit verlieren lässt. Obwohl es auf der ganzen Welt zahlreiche solche Mahnmale gibt, obwohl auf der Welt unzählige Zeitzeugen über die damals geschehenen Greueltaten berichtet haben und diese sehr gut dokumentiert sind, machen wir weiter als wäre all dies nie geschehen. Wir bauen immer bessere und tödlichere Waffen. Weltweit werden immer mehr Waffen importiert und exportiert. Das Waffengeschäft und der Krieg sind eben ein sehr lukrativer Markt. Es geht immer nur um Geld und mit Krieg lässt sich sehr viel Geld verdienen. Nicht nur der waffenproduzierende Industrie verdient sehr viel Geld mit Krieg, auch ein Wiederaufbau nach einem Krieg ist ein sehr gewinnbringendes Geschäft.

Bei einem Krieg gibt es keine Gewinner. Wir Menschen hätten so viele wichtigere Probleme zu lösen, wie die Bekämpfung von Armut, Hungersnot und Umweltverschmutzung. Wir könnten diese Probleme auch lösen. Wir hätten die Kraft und die Mittel dafür, aber dies würde ja Geld kosten.

Diesen Blog widme ich meinen beiden geliebten Omis. Ich kann mir trotz Besichtigung zahlreicher solcher Mahnmale nicht annähernd vorstellen, was sie durchmachen mussten. Ich liebe Euch von ganzem Herzen und ich vermisse Dich so sehr, geliebte Tapsi-Oma.

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