Ein weiteres trauriges Kapitel in der Geschichte der Menschheit

Gedächtnisstupa

Gedächtnisstupa

In Phnom Penh haben wir die Killing Fields und das Tuol-Sleng-Genozid-Museum angeschaut. Auf den Killing Fields in Kambodscha wurden bei politisch motivierten Massenmorden Menschen durch die Roten Khmer umgebracht. Der Massenmord der Roten Khmer an der eigenen Bevölkerung wurde von 1975 bis 1979 begangen. Die Gesamtzahl der Opfer der Roten Khmer wird mit 2 Millionen beziffert.

Es sieht heute alles so friedlich aus.

Es sieht heute alles so friedlich aus.

Die Blätter dieser wunderschönen Palme können als Waffe missbraucht werden.

Die Blätter dieser wunderschönen Palme können als Waffe missbraucht werden.

Die bekannteste Stätte der Killing Fields befindet sich in Choeung Ek, in der Nähe von Phnom Penh. Diese haben wir besucht. In einem Stupa, der zum Gedächtnis an die Toten des Genozids errichtet wurde, werden die Totenköpfe und Knochen der Opfer aufbewahrt. Um Munition zu sparen, wurden die Opfer erschlagen. Kinder wurden gegen Bäume geschlagen bis sie tot waren. Es wurde immer die ganze Familie eines Opfers getötet, um spätere Racheakte auszuschliessen. Die Toten wurden in Massengräbern auf dem Gelände verscharrt. Auch heute noch kommen in der Monsunzeit Kleidung und Knochen aus dem Boden zum Vorschein. Diese werden alle 2-3 Monate von den Mitarbeitern der Gedenkstätte eingesammelt. Auf dem Gelände befand sich eine Lautsprecheranlage, die in ohrenbetäubender Lautstärke Musik abspielte, um das Geschrei der Sterbenden zu übertönen. Dies geschah, da oft mehr zu exekutierende Menschen eintrafen als an einem Tag getötet werden konnten und somit Wartezeiten entstanden.

In Gedenken an die zahlreichen Opfer werden hier Armbänder hinterlegt.

In Gedenken an die zahlreichen Opfer werden hier Armbänder hinterlegt.

Viele der ermordeten Menschen stammten aus dem Gefängnis S21, dem heutigen Tuol-Sleng-Genozid-Museum. Bei dem Gebäude handelt es sich um eine ehemalige Schule der Stadt, die von den Roten Khmer als Gefängnis zur systematischen Folterung der Insassen genutzt wurde. Als Foltermethoden kamen im S-21 Elektroschocks, das Untertauchen in Wasserbottichen, Waterboarding, das Aufhängen an einem Galgen bis zum Eintreten der Bewusstlosigkeit, Daumenschrauben und das Einführen von Säure oder Alkohol in die Nase zum Einsatz. Als das Gefängnis befreit wurde, waren noch 14 Insassen am Leben, wovon noch weitere starben, da sie zu schwach, ausgehungert und zu krank waren. Nach einer Woche waren es dann nur noch sieben von insgesamt mindestens 14.000 Gefangenen, die S-21 überlebten.

Gefängnis S-21

Gefängnis S-21

Gefängniszellen in einer ehemaligen Schule

Gefängniszellen in einer ehemaligen Schule

Die Roten Khmer wollten die Gesellschaft mit Gewalt in einen Kommunismus überführen. Dieser Prozess umfasste auch die fast vollständige Vertreibung der Bevölkerung aus den Städten und mündete in einem Massenmord an der kambodschanischen Bevölkerung. Die Roten Khmer blieben auch nach ihrer Vertreibung durch vietnamesische Invasionstruppen bestehen und wurden weiterhin von westlichen Ländern unterstützt, bis sie sich 1998 endgültig auflösten. Die juristische Aufarbeitung dieser Kriegsverbrechen dauert bis heute an.

Ein weiteres trauriges Kapitel in der Geschichte der Menschheit.

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