Bambootrain in Batambong

Bitte Platz nehmen im Bambootrain.

Bitte Platz nehmen im Bambootrain.

Unser letztes Ziel in Kambodscha lag fast auf unserem Rückweg nach Bangkok. Wir wollten nach Batambong. Zuerst ging es morgens um 07:30 Uhr mit dem Bus von Kampot zurück nach Phnom Penh. Mittags um 12:00 Uhr erreichten wir schließlich Phnom Penh. Eine Stunde später fuhr dann ein Bus nach Batambong weiter. Leider hatte dieser nach 2 Stunden einen Schaden und blieb liegen. Nach etlichen Diskussionen hatten wir schließlich in Erfahrung gebracht, dass ein Ersatzbus in frühestens 2 Stunden zur Verfügung stehen würde, da dieser die gleiche Strecke nochmal fahren musste. Es blieben jedoch etliche Minibusfahrer am Straßenrand stehen, die diese für sie gewinnbringende Situation erkannten. Für 5 USD pro Person bekamen wir schließlich 3 Plätze in einem Minibus. Wir bevorzugten zu zahlen, anstatt weitere Wartezeit in Kauf zu nehmen, und das war eine gute Entscheidung. Obwohl der Minibusfahrer gefahren ist, als wäre der Teufel hinter uns her, erreichten wir erst am Abend Batambong. Die Fahrgäste des großen Linienbusses kamen wahrscheinlich nicht vor Mitternacht in Batambong an. Noch am Abend machten wir mit unserem Tuk-Tuk-Fahrer, der uns vom Minibus zu einer Unterkunft brachte, eine Verabredung für den nächsten Morgen, um den Bambootrain in Batambong zu fahren.

Skulptur zu Ehren eines Mannes

Skulptur zu Ehren eines Mannes

Unser reizender Tuk-Tuk-Fahrer war ein geschichtlich und politisch interessierter Vater von drei kleinen Kindern, der uns mit seinem Tuk-Tuk vor der Zugfahrt erstmal zu allen wichtigen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten der Stadt Batambong fuhr. Er sprach ausgezeichnet Englisch und erläuterte uns alles Wissenswerte zu Gebäuden, Skulpturen und Plätzen. Generell scheinen es sich die Tuk-Tuk-Fahrer in Batambong zur Aufgabe gemacht zu haben, den Touristen die Geschichte ihrer Stadt zu erzählen. Wir trafen an einigen Gebäuden auf andere Tuk-Tuk’s, in denen Touristen saßen, die andächtig lauschten und fleissig nickten.

Restauriertes Art-Deko Gebäude in Batambong

Restauriertes Art-Deko Gebäude in Batambong

Anwesen einer ehemaligen chinesischen Herrscherdynastie

Anwesen einer ehemaligen chinesischen Herrscherdynastie

Nach dieser netten, kleinen und kurzweiligen Stadtrundfahrt ging es dann zum Bambootrain in Batambong. Die Bambuszugfahrt war sehr amüsant. Die Schienentaxis mit dem Namen Norry sind ein improvisiertes Transportmittel, die Touristen als Bambootrain angeboten werden. Der Bambuszug wird auf ramponierten, ehemaligen Kolonialtrassen von Bauern eingesetzt, die sich als Fahrer der Norries einen Teil ihres Lebensunterhaltes verdienen. Die Schienentaxis ähneln Draisinen mit einer Ladefläche von etwa 3,5 mal 2 Metern auf einem zweiachsigen Metallgestell, angetrieben von einem 6-PS-Benzinmotor. Wenn auf dieser eingleisigen Strecke zwei Bambuszüge aufeinander treffen, dann wird der Zug mit weniger Ladung binnen Sekunden demontiert und neben die Strecke gestellt bis der andere Zug passiert hat. Gelegentlich nutzen auch noch Güterzüge diese Strecke. Das Hupen eines Güterzugs ist über weite Strecken hörbar und dann müssen die Bambuszüge ebenfalls schnell demontiert werden. Es gibt Gerüchte, dass der Bambuszug bald abgeschafft werden soll, da die Zugstrecke nach Phnom Penh ausgebaut wird und die Einnahmen des Bambuszuges der lokalen Bevölkerung zu Gute kommen und nicht der Regierung.

Bambuszugfahrt

Bambuszugfahrt

Da sieht man die Züge in zerlegter und zusammengebauter Form.

Da sieht man die Züge in zerlegter und zusammengebauter Form.

Die Bahnstrecke sieht nicht nur abenteuerlich aus.

Die Bahnstrecke sieht nicht nur abenteuerlich aus.

Nach der Zugfahrt machten wir uns gleich auf den Rückweg nach Bangkok. Sebastian wollte dort vor seinem Rückflug noch einige Tage verbringen. Mit dem Taxi fuhren wir für 10 USD pro Person an die Grenze nach Thailand. Dort angekommen ertrugen wir das übliche Immigrationsprozedere und organisierten uns Tickets für den Minibus, da der Zug nicht mehr fuhr. Mit dem Minibus traten wir schließlich unsere Rückfahrt nach Bangkok an. Bei einem Tankstop passierte dann noch etwas, dass hatte ich auch noch nicht wirklich erlebt. Der Tankstelle war das Benzin ausgegangen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *