Kulturschock der Zweite

Sonnenuntergang in Port Douglas in Australien

Sonnenuntergang in Port Douglas in Australien

Bereits in meinem letzten Blog hatte ich angemerkt, dass mein erster Kontakt mit Asien ein Kulturschock für mich war. Es hatte mich Zeit gekostet, diese andere Lebensart anzunehmen, aber ich habe gelernt, sie zu lieben. Dementsprechend habe ich mich zumindest gedanklich versucht, darauf vorzubereiten, dass ich nun wieder in ein westliches Land zurückkehren würde. Doch auf einen Kulturschock kann man sich nicht vorbereiten. Irgendwann kommt der Augenblick, wo einem alles surreal oder lächerlich erscheint. Auch ich konnte Kulturschock der Zweite nicht verhindern.

Der Sonnenuntergang auf Gili T. in Indonesien ist ebenso schön.

Der Sonnenuntergang auf Gili T. in Indonesien ist ebenso schön.

In Asien beispielsweise holt man sein Essen auf der Strasse von einem fahrenden Händler, oder von einem Händler auf einem der zahlreichen Märkte, oder wahlweise auch aus einer Bude mit Plastikstühlen zum Sitzen oder vielleicht sogar aus einem richtigen Restaurant. Es gibt meistens nur eine geringe Anzahl an Gerichten zur Auswahl. Oftmals hat man keinen blassen Schimmer, was genau man da eigentlich isst. Die Zutaten sind jedoch immer frisch und natürlich und das Essen wird frisch vor der eigenen Nase innerhalb weniger Minuten zubereitet. In Australien dagegen stehe ich wie erschlagen in einem riesigen Supermarkt vor gigantischen Fleisch- und Obsttheken. Die Auswahl an angebotenen Produkten ist riesig und wird mit sterilem, hässlichen Neonlicht beleuchtet. Es gibt hier alles im Überfluss. Es gibt auch große Supermärkte in Asien, wo man wirklich alles kaufen kann oder 7-11 an jeder Ecke, aber glücklicherweise haben die kleinen Straßenhändler und Straßenrestaurants in diesen Ländern Tradition.

Der Markt in Port Douglas in Australien befindet sich auf einem schönen weitläufigen Fußgängerplatz.

Der Markt in Port Douglas in Australien befindet sich auf einem schönen weitläufigen Fußgängerplatz.

Früchte gibt es hier auch zu kaufen.

Früchte gibt es hier auch zu kaufen.

Ich erinnere mich noch, wie wir in Thailand eine Hotelrechnung auf die Rückseite einer anderen Rechnung gedruckt bekommen haben, aber immerhin haben wir überhaupt eine Rechnung bekommen. Stifte und Papier waren eigentlich überall knapp und man konnte mit einem einfachen Kugelschreiber einen Menschen glücklich machen. In Australien dagegen hat jeder Zettel und Stift.

Straßenmärkte gibt es in Asien zahlreiche und diese sind meistens in engen Gassen.

Straßenmärkte gibt es in Asien zahlreiche und diese sind meistens in engen Gassen.

Selbst auf größeren Plätzen lassen die Stände kaum Platz zur Bewegung.

Selbst auf größeren Plätzen lassen die Stände kaum Platz zur Bewegung.

Sehr amüsiert hat uns hier in Port Douglas, als wir uns ein Fahrrad ausgeliehen haben. In Australien muss man einen Fahrradhelm tragen, sonst muss man 110 AUD Strafe zahlen. Dies entspricht momentan 77 Euro. Es ist einfach lustig, wenn man nach einer achtmonatigen Asienreise, wo alle Menschen ohne Helm zu dritt, viert oder fünft auf einem Moped fahren, mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf durch die Straßen von Port Douglas radelt. Auch einen Fußgängerweg habe ich seit 8 Monaten nicht mehr gesehen und hier gibt es sogar einen Fahrradweg. Die Straßen sind kerzengerade angelegt und sie sehen aus wie geschleckt. Alles ist so ordentlich.

Es wird in Australien nicht immer gerne gesehen, wenn man seine Eindrücke fotografiert, wie ich bei diesem Foto erfahren durfte.

Es wird in Australien nicht immer gerne gesehen, wenn man seine Eindrücke fotografiert, wie ich bei diesem Foto erfahren durfte.

Die Fleischauswahl in australischen Supermärkten ist riesig und die Fleischpackungen sind es auch.

Die Fleischauswahl in australischen Supermärkten ist riesig und die Fleischpackungen sind es auch.

Glücklicherweise sind hier sehr viele Menschen auch sehr offen und freundlich, und begrüßen einen sogar im Vorbeiradeln mit einem „Hey, how are you?“. Trotzdem ist es ein kleiner Unterschied, wenn man gerade aus dem Land des Lächelns kommt, wo einen jeder wie ein Honigkuchenpferd angrinst. Man ist glücklicher, wenn man die ganze Zeit lächelt beziehungsweise angelächelt wird. Das fehlt mir schon und ich lächele leider auch schon automatisch weniger.

Undenkbar in Europa oder Australien ist dieses Bild.

Undenkbar in Europa oder Australien ist dieses Bild.

Das Verkehrsaufkommen in asiatischen Städten ist mit nichts zu vergleichen.

Das Verkehrsaufkommen in asiatischen Städten ist mit nichts zu vergleichen.

In australischen Städten sind selbst die Nebenstraßen breit und alles sieht aus wie geschleckt.

In australischen Städten sind selbst die Nebenstraßen breit und alles sieht aus wie geschleckt.

Es war wunderschön in Asien und es ist auch wunderschön in Australien. Die Natur ist wunderschön und wild. Es ist alles wieder so anders.

One thought on “Kulturschock der Zweite

  1. […] in Port Douglas verbracht, wie ich bereits in meinem letzten vor ewigen Zeiten veröffentlichten Blog erwähnt hatte. Wir haben hier in einem kleinen Stylie-Zelt im Dougies gewohnt. Dieses Zelt war […]

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