Zurück in der Realität

Boote unserer Komodotour

Boote unserer Komodotour

Ich habe heute einen Artikel im Spiegel Online gelesen, der mich wirklich sehr schockiert hat und mich zurück in der Realität hat ankommen lassen. In dem besagten Artikel http://www.spiegel.de/panorama/schiffbruch-vor-indonesien-untergang-der-versace-amara-a-996911.html ging es um ein Schiffsunglück bei einer Komodotour, welche ich selber auch erst vor wenigen Wochen gemacht habe. Es war jedoch nicht nur der Artikel, den ich schockierend fand, sondern auch die Kommentare, welche ich unter dem Artikel vorfinden musste. Denn laut den Foristen ist man offensichtlich selber schuld, wenn man in einem Land wie Indonesien drauf geht. Das gehört anscheinend zu einem Abenteuerurlaub dazu. Es gibt tatsächlich Menschen, die damit rechnen, dass sie absaufen, wenn sie in ein Boot steigen. Ich gehöre eher zu der anderen Sorte Menschen, die nicht damit rechnen, dass ein Boot untergeht. Viele der Foristen waren der Meinung, dass man bei einer Tour zu dem in dem Artikel genannten Preis keine Sicherheitsstandards erwarten kann. Auch wenn der Preis der Bootstour günstig war, so war er doch entsprechend dem Preisniveau, das sonst in Indonesien vorherrscht. Ein Mittagessen für 2 Personen kostet dort nun mal nur 2-3 Euro. Ich habe diese Bootstour gemacht, in der Annahme, dass sich alles Notwendige für meine Sicherheit im Falle eines Notfalls an Board befindet. Wenn wir uns ein Moped ausgeliehen haben, dann sind wir auch nie ohne Helm, sehr langsam und vorsichtig gefahren, und es haben sich auch nie mehr als 2 Personen auf dem Moped befunden. Unser Ausflug auf den Rinjani war zwar schon ziemlich leichtsinnig, da diese Bergtour sehr steil und anspruchsvoll ist. Nachdem wir aber gemerkt haben, dass es kräftemäßig nicht mehr geht, haben wir diese Tour verkürzt. Es gab viele andere Touristen, die das nicht so gehandhabt haben. Wir haben also trotz Abenteuerurlaub auf unsere Sicherheit geachtet, dachte ich zumindest. Denn dieser Artikel hat mich eines Besseren belehrt. Obwohl ich stark bezweifle, dass selbst wenn ich versucht hätte, einen teureren Komodotrip zu erwerben, dort mehr für meine Sicherheit gesorgt gewesen wäre, wie von vielen Foristen in den Kommentaren angemerkt wurde. Da man also in Indonesien als Tourist nur wie ein Geldautomat behandelt wird, die Einheimischen sich dort einen Dreck um ihre wunderschöne Natur scheren und das Leben eines Menschen dort anscheinend nichts wert ist, kann ich nur jedem interessierten Leser, dem sein Leben lieb und teuer ist, raten, sich genau zu überlegen, ob das Reiseziel wirklich Indonesien sein soll. Macht beispielsweise lieber Urlaub in Malaysia. Ein Mittagessen kostet in Malaysia auch nicht mehr als Indonesien. Hier habe ich sehr selten mehr als 2 Fahrer auf einem Motorrad gesehen und die allermeisten Fahrer tragen Helm. Bei unserer Überfahrt zu den Perhentian Inseln, zum Bako Nationalpark und auch bei unserer Schnorcheltour wurde jedem Fahrgast eine Schwimmweste angeboten. In jedem Laden gibt es Preisschilder, welche einem stundenlanges Herumhandeln wie in Indonesien ersparen. In Malaysia gab es weder Visagebühren noch Flughafensteuer wie in Indonesien. Man wird auf der Straße freundlich gegrüßt. In Indonesien wurde man nur alle 5 Meter gefragt, ob man einen Motorroller leihen möchte oder etwas kaufen möchte. Und in Malaysia gibt es im Gegensatz zu Indonesien viele Mülleimer, in die sowohl Einheimische wie auch Touristen ihren Müll entsorgen. Laut des Besitzers unseres Home Stays in Kota Bharu gibt es in Kuala Lumpur auch ein Freiwilligenprojekt, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, nach der Hauptsaison den Müll der Touristen auf den Perhentian Inseln zu entsorgen. In Malaysia ist zwar genau so wenig wie in Deutschland oder Indonesien alles Gold, was glänzt, aber es scheint hier doch weitaus sicherer zu sein als Indonesien. Man muss hier auch beispielsweise beim Gehen aufpassen, denn es gibt hier viele Löcher im Asphalt oder es ragen auch mal Eisenstangen aus dem Boden.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass dieser Blog von mir wahrscheinlich vielen renitenten Indonesien-Fans, zu denen ich auch einige der Foristen des Artikels zähle, gehörig gegen den Strich gehen wird, aber mir braucht keiner zu erzählen, dass die armen Indonesier nichts dafür können. Der Geschäftsinhaber der Touragentur ist mit Sicherheit kein armer Mann und finanziell dazu in der Lage, sowohl für die Sicherheit seiner Crews als auch für die der Bootspasagiere zu sorgen. Ein Funkgerät kostet nun wirklich nicht die Welt. Außerdem kann jeder der nur will und bereit ist hart zu arbeiten, sich in jedem Land dieser Welt Bildung aneignen und hocharbeiten, etwas aus sich machen und etwas an die Gesellschaft und sein Land zurückgeben.

Das Meer war bei unserem Ausflug Gott sei Dank ruhig.

Das Meer war bei unserem Ausflug Gott sei Dank ruhig.

Nach dem Lesen des Artikels war ich sehr erleichtert, dass bei uns alles gut gegangen ist, denn die Boote schauen alles andere als gut aus.

Nach dem Lesen des Artikels war ich sehr erleichtert, dass bei uns alles gut gegangen ist, denn die Boote schauen alles andere als gut aus.

Die Wildtierführer im Komodo-Nationalpark in Indonesien haben vorab nur die Kameragebühr kassiert.

Die Wildtierführer im Komodo-Nationalpark in Indonesien haben vorab nur die Kameragebühr kassiert.

Man bekommt bei jeder Bootsfahrt in Malaysia eine Schwimmweste angeboten.

Man bekommt bei jeder Bootsfahrt in Malaysia eine Schwimmweste angeboten.

Bei den Wildtierführern im Semengoh Wildlife Center in Malaysia gab es vorab eine Sicherheitseinführung.

Bei den Wildtierführern im Semengoh Wildlife Center in Malaysia gab es vorab eine Sicherheitseinführung.

Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. (Wolf Biermann)

Der Bako Nationalpark hat atemberaubende Natur zu bieten, aber leider galt das auch für unsere Unterkunft.

Der Bako Nationalpark hat atemberaubende Natur zu bieten, aber leider galt das auch für unsere Unterkunft.

Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. Und bereits vor Beginn meiner Reise durch Asien und Australien habe ich mich mehrfach gefragt, ob mich diese Reise verändern wird. Und ja, diese Reise hat mich bereits verändert. Ich merke dies in kleinen alltäglichen Dingen aber auch in meinen Ansichten. Ich habe in den letzten 6 Wochen auf meiner Reise wahrscheinlich mehr erlebt und mehr Menschen kennengelernt als in den letzten 5 Jahren in Deutschland. Ich trage mittlerweile beispielsweise Röcke. Ich habe in Deutschland so gut wie nie einen Rock getragen, weil ich mich damit in der Arbeit einfach unsicher gefühlt habe. Ich habe das erste Mal in meinem Leben Bananen gegessen, weil sie hier ganz anders schmecken als in Deutschland. Ich benötige mittlerweile weitaus weniger Konsumgüter als in Deutschland, denn eigentlich brauche ich nur einige Kosmetikartikel, ein paar Kleidungsstücke, einen Schlafsack, meinen Laptop und meine Kamera. Alles andere wie Fernseher, Auto, neue CD’s, DVD’s, Inneneinrichtungsgegenstände oder Sonstiges sind absolut überbewertet. Ich kann mittlerweile sogar so gut wie überall und zu jeder Tageszeit schlafen, sei es auf der harten Holzbank am Strand, sei es im Bus bei ruckeliger Fahrt aufrecht sitzend oder auch im Flugzeug bei eisiger Kälte. Früher konnte ich nur in meinem Bett schlafen. Ich habe weder in der Schule noch während Vorlesungen in der Fachhochschule noch während Meetings in der Arbeit geschlafen. Meine Prioritäten haben sich ebenfalls komplett verschoben. Wenn ich in Deutschland abends von der Arbeit heimgekommen bin, wollte ich einfach nur noch meine Ruhe haben und am liebsten für mich alleine sein. Auf meiner Reise dagegen lausche ich gebannt den Geschichten der Leuten, die ich kennengelernt habe, ganz gleich wie müde ich auch sein mag. Diese Menschen definieren einen nicht aufgrund der Arbeit, die man ausübt, wie dies ausschließlich in Deutschland getan wird. Diese Menschen erfahren auf ihrer Reise ebenso Rückschläge, aus denen sie lernen und an denen sie einen teilhaben lassen. Es gibt jedoch von niemanden Häme dafür. Wenn man in Deutschland in seiner Arbeit einen Fehler macht, so hat dies oft unangenehme Konsequenzen. Dabei sind Fehler sehr wichtig im Leben, denn aus Fehlern kann man sehr viel mehr lernen als es der Fall ist, wenn immer alles perfekt läuft. Ich habe auf dieser Reise sehr viele bewundernswerte Menschen kennengelernt, die schon ganz außergewöhnliche Dinge getan haben, oder die besondere Talente haben, die in einer leistungsorientierten Gesellschaft wie in Deutschland einfach niemanden interessieren, die mich aber doch regelmäßig in Staunen versetzen. Also ja, diese Reise hat mich bereits verändert. Es gibt aber immer noch einige wenige Punkte, die sich glücklicherweise niemals ändern werden. Meine Familie wird immer oberste Priorität für mich haben. Dies hat sich auf dieser Reise auch eher noch vertieft. Ich werde immer mit einem großen Haufen guter Vorsätze durch das Leben wandeln, von dem ich noch nicht mal die Hälfte schaffe umzusetzen. Ich werde niemals an Orten schlafen oder mich aufhalten können, an denen es stinkt. Dies habe ich im Bako Nationalpark feststellen müssen. Die Natur war zwar wirklich atemberaubend, wie man den dem Blog beigefügten Bildern und dem Blog meines Lebensgefährten entnehmen kann, aber leider war dies auch der Fall bei der Unterkunft.

Dschungel soweit das Auge reicht im Bako Nationalpark

Dschungel soweit das Auge reicht im Bako Nationalpark

Winzige Krabbe mit riesiger Schere

Winzige Krabbe mit riesiger Schere

Es war der reinste Affenstall

Es war der reinste Affenstall

Sie waren alle so süß ....

Sie waren alle so süß ….

und auch rotzfrech.

und auch rotzfrech.

An diesen Gesellen konnte ich mich gar nicht satt sehen.

An diesen Gesellen konnte ich mich gar nicht satt sehen.

Sie waren so lustig, ...

Sie waren so lustig, …

dass ich gleich mehrere Aufnahmen hinzufügen musste.

dass ich gleich mehrere Aufnahmen hinzufügen musste.

"Wild"schweine gab es auch.

“Wild”schweine gab es auch.

Eine Nachtwanderung haben wir auch gemacht. Mehr Bilder dazu unter http://www.mplx.de/Blog

Eine Nachtwanderung haben wir auch gemacht. Mehr Bilder dazu unter http://www.mplx.de/Blog