Einmal Kindheit und zurück

Zugfahren in Thailand ist super.

Zugfahren in Thailand ist super.

Entspannt von den Massagen und gut gelaunt vom leckeren Essen in Bangkok ging es für uns in Begleitung von Sebastian, dem Neffen meines Freundes, weiter nach Kambodscha. Unser erstes Ziel war natürlich Angkor Wat. Also fuhren wir mit dem Zug von Bangkok zur kambodschanischen Grenze. Diese Zugfahrt hat wirklich Spaß gemacht so wie in der Kindheit als man die ersten Male alleine Zug gefahren ist. Es war wie einmal Kindheit und zurück.

Die Zugwaggons waren innen mit Deckenventilatoren ausgestattet.

Die Zugwaggons waren innen mit Deckenventilatoren ausgestattet.

Ich weiß noch, als ich klein war, bin ich öfters alleine mit dem Zug gefahren, um meine Oma zu besuchen. Damals war Zug fahren noch ein riesiges Abenteuer. Es war spannend und ich bin mir sehr erwachsen vorgekommen. Leider verliert Zug fahren wie so vieles im Leben seinen Reiz und Spaß, wenn man erwachsen wird. Man fährt nur noch Zug um von A nach B zu kommen, und man verflucht den Zug wegen jeder Minute Verspätung, die einen zwingt länger im Zug sitzen müssen.

Bei gemütlicher Fahrt konnte man die schöne Aussicht genießen.

Bei gemütlicher Fahrt konnte man die schöne Aussicht genießen.

Diese Zugfahrt hat auf alle Fälle sehr viel Spaß gemacht. Es gab keine Fenster im Zug und die Türen waren auch alle geöffnet. Die Fahrtgeschwindigkeit war gemütlich und man konnte an den Stufen der Türen sitzen und sich den Fahrtwind um die Ohren blasen lassen. Es hat sich ein bißchen nach Freiheit angefühlt. Zwischendurch musste die Fahrt unterbrochen werden, da es auf und neben der Strecke anscheinend kürzlich erst gebrannt hatte. Die Gleise wurden dann erst noch mit ein paar Eimern Wasser heruntergekühlt. Während der gesamten Fahrt gingen Händler mit Eimern durch den Zug und verkauften kalte Getränke, Wachteleier, Pad Thai, Mangosalat, Donuts oder Pfannkuchen. Ich glaube, dass sogar jeder Waggon seinen eigenen Schaffner hatte, so viele Angestellte der Bahn waren bei dem Zwangsstop auf den Gleisen. Die Bahnfahrt war auf alle nicht mit einer Bahnfahrt in Deutschland zu vergleichen.

Im und am Zug wurde aus Eimern und Körben Essen verkauft.

Im und am Zug wurde aus Eimern und Körben Essen verkauft.

Da leider im Erwachsenendasein alles schneller seinen Reiz verliert, war ich dann trotzdem froh, als die Fahrt nach 6 Stunden vorüber war. Es war auf alle Fälle ein schöner Kindheitsausflug, nur diesmal bin ich mir beim Zug fahren klein vorgekommen.

Alles offen!

Alles offen!

Zurück in Bangkok

Zurück in Bangkok

Zurück in Bangkok

Nach einem missglückten und einem freiwillig abgebrochenen Versuch nach Myanmar zu gelangen, sind mein Freund und ich wieder zurück in Bangkok. In Bangkok gefällt es uns in vielerlei Hinsicht. Das Essen ist günstig und sehr lecker. Wir haben eine gemütliche Unterkunft gefunden. Außerdem kann man zahlreiche Unternehmungen machen in Bangkok, wie ins Kino gehen, im Park Sport treiben, guten Freunden vor deren Heimreise Bangkok zeigen oder über die verschiedensten Märkte schlendern. Zusätzlich gab es für mich persönlich noch einen weiteren guten Punkt, mehr Zeit in Bangkok zu verbringen. Bereits bei unserem zweiten Aufenthalt in dieser Stadt hatte ich das Vergnügen zweimal eine professionelle, seriöse und hervorragende Thai-Massage genießen zu dürfen. Das hat meinem Körper sehr gut getan.

Man kann sich in Bangkok wirklich überall massieren lassen sogar auf der Khao-San-Road.

Man kann sich in Bangkok wirklich überall massieren lassen sogar auf der Khao-San-Road.

Als Software Entwicklerin sitze ich beruflich bedingt ständig vor dem Computer. Auch in meiner Freizeit habe ich mich gerne mit meinem Computer beschäftigt. Eine katastrophale Sitzhaltung und die unnatürliche Handbewegung mit der Computermaus hatten zur Folge, dass ich immer stärkere Rückenschmerzen bekommen habe im Laufe der Jahre. Lange habe ich mit diesen Schmerzen einfach gelebt. Stärker werdende Schmerzen haben mich mit der Zeit dazu gezwungen mit Yoga anzufangen. Yoga war definitiv ein große Bereicherung für mein Leben, jedoch verschwinden große Schmerzen leider nicht einfach durch wöchentliches Yogatraining. Folglich war ich bereits in Deutschland bei meiner Hausärztin und habe ihr von meinen Rückenschmerzen berichtet. Es fühlte sich für mich an, als würde mir jemand ein Messer in den Rücken rammen und es hin- und herdrehen. Ich bat meine Ärztin in Deutschland um Massagetermine, aber dies wurde abgelehnt mit der Begründung, dass mir dies nicht helfen würde.

Fitnessgeräte stehen in Bangkok vielerorts kostenlos zur Verfügung.

Fitnessgeräte stehen in Bangkok vielerorts kostenlos zur Verfügung.

Die ersten Massagen in Thailand und Indonesien schienen diese Diagnose zu bestätigen. In Bangkok in unserer gemütlichen Unterkunft empfahl mir schließlich unser thailändischer Guesthouse-Besitzer eine ausgezeichnete Masseuse. Er betonte jedoch, dass einige wenige Massagen nicht ausreichen würden. Also bin ich in Bangkok zwei Wochen lang jeden Tag außer montags zwei Stunden zur Thai-Massage gegangen. Gezahlt habe ich 280 Baht für eine Massagesession, also umgerechnet 8 Euro für 2 Stunden Massage. Das Ergebnis dieser Massageserie war einfach nur fantastisch. Ich habe kaum noch Rückenschmerzen. Meine Haltung hat sich schon leicht verbessert. Ich muss zwar noch sehr bewusst und ständig an meiner Haltung arbeiten, aber die Lebensqualität hat sich für mich durch diese Massagen erheblich gesteigert. Laut unserem Guesthousebesitzer bin ich nicht die einzige Europäerin, die in Bangkok zu diesem Zweck längere Zeit verweilt. Er erzählte mir beispielsweise von einem Gast, der sich nach einem Autounfall einen Monat lang jeden Tag ein Bein massieren ließ. Natürliche fernöstliche Heilpraktiken sind eben manchmal wirkungsvoller als die in den Industrieländern vielgepriesene Schulmedizin. In Asien wird vielerorts ein gesünderer Lebensstil mit zahlreichen vorbeugenden Maßnahmen praktiziert. In Bangkok gehen viele Menschen regelmäßig zur Massage und treiben viel Sport, so wird chronischen Schmerzen und körperlichen Verschleißerscheinungen vorgebeugt.

Sportliche Betätigung wird hier einfach mehr gefördert.

Sportliche Betätigung wird hier einfach mehr gefördert.

Leider wird dies in Deutschland nicht unterstützt. Mehrstündige Massagen sind unbezahlbar und es herrscht das Mantra, dass der Körper mehrere Tage Ruhe braucht nach einer Massage, was ich nicht bestätigen kann. Auch das Angebot an günstigen, öffentlichen Sportmöglichkeiten ist bei uns begrenzt.

Sport ist eben nicht nur gut für den Körper, sondern er hebt auch die Laune.

Sport ist eben nicht nur gut für den Körper, sondern er hebt auch die Laune.

Deshalb ist für mich persönlich, allein durch unsere Aufenthalte in Bangkok mit ihrer gesundenen Wirkung, diese Asienreise eine der besten Dinge, die ich je in meinem Leben gemacht habe.

Das Leben ist ein ständiger Kampf mit sich selbst

Frühmorgens in Bangkok wird der Stock ans Schild gehängt und Sport getrieben.

Frühmorgens in Bangkok wird der Stock ans Schild gehängt und Sport getrieben.

Jeden Tag oder vielleicht auch manch Einer seltener setzt man sich auf’s Neue Ziele. Ziele, die man erreichen möchte, um ein gesünderes, besseres und glücklicheres Leben zu führen. Ziele, die es beinhalten, netter zu seinen Mitmenschen zu sein, fürsorglicher gegenüber sich selbst und seinen Liebsten und ressourcensparender der Umwelt zuliebe. Es ist schön und auch sehr wichtig, solche Ziele zu haben. Aber es ist manchmal sehr schwierig, diese Ziele zu verwirklichen.

Bei Einigen steht Badminton auf dem Programm.

Bei Einigen steht Badminton auf dem Programm.

Andere nutzen lieber die Fitnessgeräte im Park.

Andere nutzen lieber die Fitnessgeräte im Park.

Umso mehr bewundere ich die Mentalität der Asiaten. Zurück in Bangkok wurde ich Zeuge eines beeindruckenden morgendlichen Ritus. Um 06:00 Uhr morgens trifft man in Bangkok alt und jung im Park beim Frühsport. Da wird gedehnt, gejoggt, Badminton und Fußball gespielt, Fitnessübungen an Fitnessgeräten im Park oder auch wahlweise auf dem Rasen gemacht, oder es wird einfach nur getanzt. Es ist ein reges Treiben im Park und auch auf den Strassen drum herum. Beispielsweise macht eine kleine Truppe auf dem kleinen Parkplatz vor dem Park Fitnessübungen mit Trainer und Musik. 50 Meter weiter trifft man auf die nächste Gruppe dieser Art und zwar mitten auf der Strasse. Im Park selber kann man sich in einem Zelt den Blutdruck messen lassen. Auch abgepacktes Wasser ist überall im Park erhältlich. Es ist wirklich fantastisch, sich dieses morgendliche Schauspiel anzusehen. Alles ist auf den Beinen. Die Jüngeren sind beim Fußball spielen. Ältere Menschen hängen ihre Stöcke an die Schilder im Park und machen Übungen auf einer Art Stepper.

Beinahe jeder Zentimeter im Park wird ausgenutzt.

Beinahe jeder Zentimeter im Park wird ausgenutzt.

Jeden Morgen werden in Thailand in den Schulen und in den Firmen Sportübungen gemacht. So gehört der Sport ganz automatisch zum Alltag dazu, und man kann dann auch im hohen Alter nicht mehr auf die täglichen Bewegungseinheiten verzichten. Die alten Menschen in Bangkok müssen zugebenermassen aber auch auf Zack sein. Der Bus hält an den Bushaltestellen oftmal kurz bis gar nicht und aus dem Khlong-Boot rauszukommen, ist auch nicht immer ganz einfach. Auch die Strassenüberquerung erfordert in Bangkok mehr Aufmerksamkeit als in Deutschland beispielsweise. Es ist schön zu sehen, dass es Länder gibt, in denen Aktivität und Gesundheit bis ins hohe Alter wirklich gefördert wird. Viele Thailänder gehen auch regelmäßig zur Massage und verwenden gerne natürliche Heilmittel. Die Gesundheit des Körpers und der Seele wird in Asien wesentlich wichtiger eingestuft als in westlichen Industrieländern. Dass Fastfood und süße, zuckerhaltige Getränke auch hier längst zum alltäglichen Leben dazu gehören, kann man auch in Asien bemerken. Trotzdem sind alle gezwungen in Bewegung zu bleiben. Es ein Teil der Mentalität.

Ach, wäre es schön, wenn man sich in Deutschland zu den gleichen Preisen wie in Thailand massieren lassen könnte.

Ach, wäre es schön, wenn man sich in Deutschland zu den gleichen Preisen wie in Thailand massieren lassen könnte.

Auf seinen Körper zu achten und dererlei Ziele sind Aufgaben, die man sein ganzes Leben lang bewältigen muss. In Deutschland sind viele dieser Ziele leider optional und es wird bereits frühzeitig zu wenig Wert darauf gelegt. Deshalb fällt es auch leicht, diese aus dem stressigen Alltag entfallen zu lassen. Leider sind gerade Ziele wie regelmäßiger Sport, gesunde Ernährung, ein ausgeglichenes Leben und Zeit zur Gewährleistung eines stabilen Familienumfeldes Punkte, die sowohl erhebliche Eigenmühen erfordern, die aber auch mehr gefördert werden könnten.

Soviel Aktivität ist ansteckend.

Soviel Aktivität ist ansteckend.

Das Leben ist ein ständiger Kampf mit sich selbst und dem inneren Schweinehund. Einige erzwungene Maßnahmen wie Sport sind anscheinend gemeinsam leichter umzusetzen. Man darf seine Ziele aber auch nie aus den Augen verlieren und vergessen.

Luxusbaby

Ruheoase im Luxushotel in Bangkok

Ruheoase im Luxushotel in Bangkok

Nachdem wir uns bereits mit unseren Freunden 11 Tage im Luxusresort mit einem eigenen Bungalow direkt am Strand von Koh Samui gegönnt hatten, haben wir uns in Bangkok nach 3 Nächten in einem einfachen Guesthouse und einem günstigen Hotel entschieden, uns in dieser Metropole ebenfalls nochmal ein teureres Hotel zu gönnen. Wir hatten ein riesiges Zimmer mit einer Klimaanlage, einem weichen und bequemen Bett, einem sauberen Badezimmer mit Warmwasserdusche und Toilette mit Toilettenspülung, 2 Fernsehern und einer Küche. Die Küche und die Fernseher hätte es allerdings nicht unbedingt gebraucht. Das Hotel hatte im 4. Stock einen wunderschönen, großen Außenpool, der überdacht war. Dazu gab es noch ein schönes, heißes Becken mit Whirlfunktion. Es gab Sauna, Dampfbad und einen großen Fitnessraum in dem Hotel. Und abschließend verfügte das Hotel noch über eine Lounge, in der Massagesessel zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung standen. Es ist mir selten so schwer gefallen, mich von einem Ort zu verabschieden. So könnte ich immer leben. Jeden Tag Sport machen, in die Sauna oder ins Dampfbad gehen, in den Pool hüpfen und mich danach noch von einem Sessel durchkneten lassen. Es war einfach nur wunderschön. Man ist es als Backpacker gewohnt, seine Ansprüche an Unterkünfte sehr weit herunterzuschrauben. Immerhin hatten wir schon Zimmer mit Toiletten ohne Toilettenspülung oder Zimmer ohne Dusche, wo wir dann einfach die Dusche vom Nachbarn benutzt haben, oder aber wir haben in Unterkünften gewohnt, wo sich alle Zimmer eine Toilette und eine Dusche geteilt haben. Es ist aber auch sehr schön, zwischendurch mal wieder etwas Luxus zu haben. Ich bin eben auch manchmal ein riesiges, verwöhntes Luxusbaby.

Ich weiß sehr zu schätzen, dass wir unsere Asien- und Australienreise überhaupt machen können und uns ein Jahr Auszeit von der Arbeit überhaupt leisten können. Sehr, sehr viele Menschen auch in Deutschland können das nicht. Es gibt sehr viele Tätigkeiten, da verdienen die Angestellten gerade genug, um überleben zu können. Für diese Menschen sind Luxuseskapaden wie ins Restaurant oder ins Pub gehen unerschwinglich. Diese Reise ist also wirklich ein großes Privileg. Dementsprechend ist es selbstverständlich, dass man zwischenzeitlich dafür auch auf einigen Luxus verzichtet. Gerade bei einer Reise durch Asien wird einem aber auch bewusst, wie priviligiert wir Deutsche unabhängig vom Einkommen sind. Nicht jedem Menschen dieser Erde steht das gleiche Kontigent an Nahrungsmitteln, Wasser, Strom und anderen Ressourcen zur Verfügung wie uns Deutschen. Die Amerikaner sprengen diesbezüglich natürlich sämtliche Dimensionen. Auch der gleiche Lebensstandard und Lebensraum steht nicht allen Menschen auf dieser Erde zur Verfügung. Trotzdem gebietet es mir mein Sinn für Fairness und Gerechtigkeit, mir dies für jeden Menschen zu wünschen. Ich bin keine Befürworterin des Kapitalismus, der reiche Menschen immer mehr Geld und Güter anhäufen lässt, während armen Menschen immer weniger zum Leben zur Verfügung steht. In Deutschland kämpfen bereits viele Menschen mit den horrenden Lebenshaltungskosten und Menschen aus der Mittelschicht drohen bei einem unvorhersehbaren Notfall in die Armut abzurutschen. In Asien ist die Situation noch viel eklatanter. Hier kämpfen die Menschen teilweise ums Überleben. Ich sehe hier immer wieder Menschen, die in einfachsten kleinen Wellblechhütten leben und die nichts haben. Eine Regenschauer wird von vielen ausgenutzt, um sich schlichtweg waschen zu können. Ich frage mich, wann wird diese Welt endlich gerechter werden? Wann werden wir endlich lernen, dass wir ohne einander nicht überleben können, und dass wir immer auf die Hilfe und das Können unserer Mitmenschen angewiesen sind? Wann werden die Ressourcen dieser Erde, die eigentlich allen Lebewesen zu gleichen Teilen gehören, endlich fair verteilt? Wann werden wir Menschen endlich in Frieden und Freiheit leben können, ohne dass wir uns gegenseitig Grenzen setzen? Es ist ein großes Glück in einem wohlhabenden Land ohne Kriegsabsichten oder in eine wohlhabende Familie geboren zu sein. Es hätte für jeden von uns auch anders kommen können.

Fitnessstudio im Hotel

Fitnessstudio im Hotel

Sauna und Dampfbad im Hotel

Sauna und Dampfbad im Hotel

Überdachter Außenpool des Hotels

Überdachter Außenpool des Hotels

Schade, dass ich den Whirlpool nicht einpacken konnte, ...

Schade, dass ich den Whirlpool nicht einpacken konnte, …

... und die Massagesessel hätte ich am liebsten auch mitgenommen.

… und die Massagesessel hätte ich am liebsten auch mitgenommen.

Mediale Verzerrung der Wirklichkeit

Weihnachtlicher Trubel in Bangkok

Weihnachtlicher Trubel in Bangkok

Wir sind nun schon seit 2 Wochen in Thailand. Thailand ist eigentlich ein wunderschönes Land. Es bietet wunderschöne abgelegene Strände, unberührten Dschungel, eine große Artenvielfalt an Tieren, interessante Märkte, geile Parties und typisches Großstadtleben. Dies ist zumindest der Eindruck, den Hollywood mir persönlich vermittelt hat. Dieses Bild haben anscheinend aber auch etliche andere Touristen dieses Landes vor Augen, die ihren Urlaub hier geplant haben. Wunderschöne Strände gibt es zweifellos in diesem Land, aber nahezu unberührte Strände wie in dem Film ‘The Beach’ sind entweder bereits zu Touristenattraktionen verkommen oder unbezahlbar. Unter Bangkok hatte ich mir eine Metropole wie New York vorgestellt. Ich stelle mir immer New York vor, wenn ich eine Großstadt besuche. Kuala Lumpur in Malaysia ist auf einem guten Weg eine derartige Großstadt zu werden. Bangkok würde ich dagegen eher mit München vergleichen. Die Stadt ist natürlich wesentlich verdreckter als München, hat weitaus mehr Einwohner als München und wesentlich mehr Stadtbezirke. Dagegen ist das öffentliche Verkehrsnetz in München eindeutig besser ausgebaut. Es gibt jedoch ähnlich wenige Hochhäuser wie in München und die Ausbreitung der Stadt verläuft eher flächenmäßig wie in München. Eventuell hätte ich beim Film ‘Hangover in Bangkok’ mehr auf die Umgebung als auf die ziemlich vorhersehbare Story achten sollen, dann hätte ich besser vergleichen können, ob Hollywood mir wenigstens mit diesem Film ein realistischeres Bild hätte liefern können. Nachdem also meine Vorstellungen doch eklatant von der Wirklichkeit abweichen und bei mir anscheinend eine leichte mediale Verzerrung der Wirklichkeit vorliegt, bin ich nun um so mehr gespannt, wie sich unser weiterer Aufenthalt im angeblich weniger touristischen Norden Thailands entwickelt, den wir in den nächsten Tagen besuchen möchten.

Unsere bisherige Asienreise hat mich definitiv schon viel gelehrt. Reisen ist nicht immer so aufregend und exotisch wie in vielen Reiseblogs beschrieben. Es ist beispielsweise sehr zeitaufwendig sich ständig über diverse Bewertungsportale im Internet eine Unterkunft zu suchen. Das Ergebnis der Suche kann dann ebenso maßlos enttäuschend wie auch positiv überraschend sein. Es ist auch meistens sehr erschöpfend von einem Ort zum nächsten Ort zu reisen und das oftmals unabhängig vom gewählten Transportmittel, denn auch dafür muss man permament das Internet oder Reiseführer durchforsten. Oftmals ist der Transport selber dann auch meistens weniger abenteuerlich oder witzig, wie oftmals in vielen Reiseblogs beschrieben, sondern eher anstrengend und mit vielen Mißverständnissen behaftet. Grenzübergänge in asiatischen Ländern sind bisweilen teilweise auch sehr dubios. Die Verständigung mit den Einheimischen ist manchmal auch sehr schleppend, da diese vor allem in Thailand dann doch öfter als gedacht mit lediglich zwei bis vier englischen Wörtern auskommen muß. Die bekannsten englischen Aussagen von Thailändern werden hier sogar auf billig produzierten T-Shirts verkauft: „Same same, but different“ und „No have“. Lediglich die Nahrungssuche gestaltet sich in Asien mehr als einfach, denn Essen gibt es hier wirklich an jeder Ecke und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Letztendlich ist reisen wie das Leben auch, so wie Liebe nicht immer romatisch ist, so wie nicht immer alle glücklich lebten bis an ihr Ende und so wie nicht immer alles läuft, wie man sich das vorgestellt hat. Trotzdem ist reisen sehr viel besser, abwechslungsreicher und aufregender als sich in Deutschland über das schlechte Wetter, die Politiker und ihre gebrochenen Solidaritätszuschlagsversprechen, die dreisten Banken, die schamlosen Versicherungsgesellschaften, die miserable Wohnungssituation in den Großstädten, die Strom- und Benzinpreise oder die Beschäftigungsverhältnisse in deutschen Unternehmen aufzuregen.

Wunderschöne Strände mit Strandbars für die Touristen

Wunderschöne Strände mit Strandbars für die Touristen

Urzeitechse frisst sich durch den Müll am Fluß Chao Phraya in Bangkok

Urzeitechse frisst sich durch den Müll am Fluß Chao Phraya in Bangkok

Viele Gebäude in Bangkok sind nicht wirklich hoch, ...

Viele Gebäude in Bangkok sind nicht wirklich hoch, …

... aber es gibt auch einige Hochhäuser.

… aber es gibt auch einige Hochhäuser.