Nur die Harten kommen in den Garten

Ich habe heute in Spiegel Online einen Artikel über Austauschschüler (http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/austausch-log-schueleraustausch-nach-israel-brasilien-australien-paraguay-a-989452.html) gelesen, welche zu Beginn eines Austauschs einen Brief an sich selbst geschrieben haben, welcher ihre Erwartungen, Sehnsüchte und auch Ängste beschreiben soll. Nach dem Austausch würden sie diesen Brief dann lesen, und sehen, wie sehr sie dieser Austausch verändert hat. Für mich ist mein Blog dieser Brief. Das bedeutet für mich, dass ich hier auch intime, vielleicht schmerzhafte und manchmal auch peinliche Momente meiner Reise beschreiben möchte und deren Auswirkungen auf mich.

Da es von mir nur Blogeinträge gibt, über Themen, die mich wirklich berühren und betreffen, möchte ich hier auf den Blog meines Freundes verweisen, der unsere Reiseerlebnisse sehr viel detaillierter dokumentiert als ich. Schaut bitte auf: http://www.mplx.de/Blog.

Ansonsten möchte ich hier alle Leser darauf hinweisen, dass der heutige Blogeintrag nichts für zarte Gemüter ist und vor allem an die weiblichen Leser gerichtet ist. Denn es gilt das Motto: Nur die Harten kommen in den Garten.

Wir haben unser Hotelressort in Bintan verlassen und sind weiter nach Kuta in Bali gereist. Kuta ist eine wirklich üble Partyhochburg. Dagegen ist Mallorca oder Llorett de Mar der reinste Kinderfasching. Hier liegt nicht nur der Müll und Dreck auf der Strasse, sondern auch die besoffenen Teenager aus aller Welt. In Kuta gibt es wirklich Party rund um die Uhr. Für mich gilt hier das Motto von Danny Glover aus der Lethal Weapon Reihe: Ich bin zu alt für diesen Scheiß. Wäre ich 15 Jahre jünger gewesen, hätte ich hier wahrscheinlich meinen Spaß gehabt, aber ich fand die Stadt wirklich heftig. Deshalb haben wir auch beschlossen, nach einer Nacht wieder abzureisen. Zuerst ging es mit dem Taxi zum Hafen in Patang. Dort sind wir dann mit der Fähre rüber nach Lombok. Die Fahrt mit der Fähre hat ungefähr 5 Stunden gedauert und hat mich vor ein Riesenproblem gestellt, dass für Männer wahrscheinlich schwer nachzuvollziehen ist. In warmen Ländern wie Indonesien muss man halt nunmal auf seinen Flüssigkeitshaushalt achten. Also habe ich fleissig Wasser getrunken. Dann bin das erste Mal auf der Fähre auf die Toilette gegangen und auch gleich wieder rückwärts raus. Die Toiletten für Frauen waren einfache Löcher im Boden. Ich hatte diese Art von “Toiletten“ zwar bereits auf dem Flughafen in Doha gesehen, aber hier hatte man immerhin noch die Wahl. Es standen auch westliche Standarttoiletten zur Verfügung. Mmmmh, aber was soll man machen bei einer fünfstündigen Fahrt. Man beisst in den sauren Apfel, krallt sich in der schaukelnden Fähre fest, wo es nur möglich ist, und dankt Gott auf Knien, dass man keine Durchfallerkrankung hat. Auf alle Fälle ist jetzt schon mal die erste Schamgrenze überwunden. Trotzdem bin ich heilfroh, dass wir jetzt wieder in einem Hotel sind mit richtigen Toiletten. So ein bißchen Luxus und Mindeststandard ist halt doch nicht zu verachten. Abschließend möchte ich noch einen der besten Tipps weitergeben, den ich für meine Asienreise bekommen habe: Immer Toilettenpapier oder Taschentücher mitnehmen.

Typischer Touri-Shop in Kuta

Typischer Touri-Shop in Kuta

Mopeds überall

Mopeds überall

Aussicht auf Bali von der Fähre

Aussicht auf Bali von der Fähre