Das war erst der Anfang

Phnom Penh

Phnom Penh

Nachdem wir uns zwei Tage lang Angkor Wat in der Nähe von Siem Reap zu allen unterschiedlichen Tageszeiten angeschaut hatten, beschlossen wir weiter zu fahren nach Phnom Penh. Wenn nicht gerade Trockenzeit ist, dann kann man mit dem Speedboat über den Tonle Sap Lake und dessen Nebenflüsse bis nach Phnom Penh fahren. Und das war erst der Anfang einer ganzen Reihe von Bootsfahrten, die noch folgen sollten in den nächsten Tagen. Für 36 USD pro Person wurden die Bootstickets angeboten. Morgens in der Früh um 7:00 Uhr sollten wir abgeholt werden. Pünktlich um 7:20 Uhr stand dann auch schon der Minibus vor unserer Unterkunft. Der brachte uns zu einer Busstation, an der schon zahlreiche Touristen warteten. Dort warteten wir alle auf einen größeren Bus. Dank zahlreicher Klappsessel im Gang konnten wir uns schließlich auch alle in den größeren Bus quetschen. Der größere Bus brachte uns zu zwei kleineren Booten. Je nach Zielort wurden wir den verschiedenen kleinen Booten zugeordnet. Das eine Boot fuhr nach Batambang, das andere Boot nach Phnom Penh. Auf dem Dach des kleinen Bootes sitzend ging es für uns auf einem Nebenfluss Richtung Tonle Sap Lake. Da es kein Essen auf dem Boot gab, hatten wir uns am Vortag noch mit Lebensmitteln eingedeckt. Also machten wir erstmal Brotzeit und genossen den Ausblick vom Dach des kleinen Bootes. Nachdem wir den See erreicht hatten und ein schwimmendes Dorf passiert hatten, wurde es für uns mal wieder Zeit umzusteigen, nämlich in das von uns gebuchte Speedboat. Mit dem Speedboat ging es dann über den See und dessen Nebenflüsse bis nach Phnom Penh. Die Fahrt dauerte ewig und wir mussten sogar einen Zwangsstop von einer Stunde in Kauf nehmen, da sich ein großes Fischernetz in der Schiffsschraube verheddert hatte. Trotzdem war die Fahrt aber auch wunderschön und hat viel Spaß gemacht. Unter Deck gab es einigermaßen gemütliche Ledersitze, es war klimatisiert und es gab kalte Dosengetränke. Zusätzlich konnte man sich noch oben auf dem Dach des Schiffes niederlassen oder an der Reeling sitzen. In Deutschland wäre das niemals zulässig gewesen, ebenso wie der Zug mit den geöffneten Türen eine absolute Unmöglichkeit gewesen wäre. Deshalb haben die Fahrten wahrscheinlich auch so viel Spaß gemacht. Es fühlt sich einfach nach Freiheit an, wenn man an der Reeling oder zwischen den Eisenbahnwaggons sitzt, und man die Landschaft an sich vorbeiziehen sieht. Es ist definitv nicht vergleichbar mit der Fahrt in einem ICE und dessen verdunkelten Glasscheiben. Nach 7-8 Stunden erreichten wir schließlich Phnom Penh. Unser letztes Transportmittel für diesen Tag war ein quietschgelbes, rundliches Tuk-Tuk, dass uns erstmal zur falschen Unterkunft brachte. Nach einer kleineren Diskussion haben wir es aber doch noch in die richtige Unterkunft geschafft.

Die Schiffsschraube muss wieder in Gang gebracht werden. Das erfordert mehrere Tauchgänge im trüben Wasser.

Die Schiffsschraube muss wieder in Gang gebracht werden. Das erfordert mehrere Tauchgänge im trüben Wasser.

Trotz schlechter Sicht fördern die Taucher so einiges zu Tage.

Trotz schlechter Sicht fördern die Taucher so einiges zu Tage.

Die Landschaft war wunderschön.

Die Landschaft war wunderschön.

Vögelschwärme begleiteten unsere Fahrt.

Vögelschwärme begleiteten unsere Fahrt.

Fast überall entlang des Flusses waren Menschen beschäftigt. Was die wohl machen?

Fast überall entlang des Flusses waren Menschen beschäftigt. Was die wohl machen?

Nur manchmal war es menschenleer.

Nur manchmal war es menschenleer.

Die Megatouristenattraktion Angkor Wat

Angkor Wat bei Sonnenaufgang

Angkor Wat bei Sonnenaufgang

Wie bereits beschrieben, war unser erstes Ziel in Kambodscha die Megatouristenattraktion Angkor Wat. Angkor Wat ist eine riesige Tempelanlage und UNESCO Weltkulturerbe. Der Tempel befindet sich in unmittelbarer Nähe von Siem Reap.

Es ist zur Zeit Hauptsaison in Kambodscha und dementsprechend überlaufen ist alles. Aber die Besuchermassen in Angkor Wat, die wir zu sehen bekamen, waren wirklich nicht zu übertreffen. Bereits vor Sonnenaufgang herrschte vor Angkor Wat ein Betrieb wie auf dem Oktoberfest. Es war unglaublich. Es gibt beispielsweise einen kleinen See vor dem Tempel Angkor Wat. Jeder Tourist möchte scheinbar ein Foto von Angkor Wat während des Sonnenaufgangs haben, wenn sich der Tempel im See spiegelt. Deshalb haben sich an der einen Uferseite des Sees die Touristen fast gegenseitig totgetreten. Nachdem wir dieses Spektakel genossen hatten, haben wir Angkor Wat selbst besichtigt. Es ist wirklich ein wunderschöner Tempel. In das Innerste des Tempels bin ich nicht vorgedrungen, denn die Warteschlange für den Einlass war entsprechend der Anzahl der Besucher sehr lang. Mit dem Tuk-Tuk liesen wir uns dann noch zu einigen weiteren bekannten Tempeln der Anlage fahren. Auch diese Tempel waren absolut überlaufen. Überall kletterten Touristen durch die Tempel und machten fleissig Fotos. Es war einfach zuviel.

Der Besucheransturm in Angkor Wat war enorm.

Der Besucheransturm in Angkor Wat war enorm.

Sogar die Guides betaschten die Fresken.

Sogar die Guides betaschten die Fresken.

Tempelanlage Bayon

Tempelanlage Bayon

In Bayon war das Gedränge ebenfalls groß.

In Bayon war das Gedränge ebenfalls groß.

Man muss Angkor Wat einfach gesehen haben, wenn man Kambodscha besucht. Immerhin ist Angkor Wat sogar auf der kambodschanischen Landesflagge abgebildet. Dementsprechend viele Touristen, welche das genau so sehen, hinterlassen in der riesigen Tempelanlage ihre Spuren. Es sind einfach zu viele und dadurch entstehen sehr viele Schäden an den uralten Bauwerken. Auch die sogenannten Angkor Wat Guides achten nicht auf die Erhaltung der Tempelanlage. Ich habe zahlreiche Guides gesehen, die bei ihren Erklärungen die Fresken der Tempel angefasst haben. Dabei sollten zumindest die Guides vorsichtig, respektvoll und vorbildlich bezüglich ihres Verhaltens in der Tempelanlage sein.

Die Tempelanlagen waren wirklich wunderschön, ...

Die Tempelanlagen waren wirklich wunderschön, …

... aber der Verfall war überall deutlich zu sehen.

… aber der Verfall war überall deutlich zu sehen.

Dieses Brückengeländer wurde frisch restauriert. Es fällt kaum auf.

Dieses Brückengeländer wurde frisch restauriert. Es fällt kaum auf.

Deshalb fände ich es sinnvoll, wenn der Zugang für den Erhalt dieses Weltkulturerbes eingeschränkt werden würde. Die Besucherzahlen müssten begrenzt werden. Aber bei Eintrittspreisen von 20 USD pro Tagesticket und den ganzen zugehörigen Einnahmenquellen für die Stadt Siem Reap wäre dies wahrscheinlich eine zu große finanzielle Einbuße. Für den Erhalt der Tempelanlage dagegen wäre jeder Tourist weniger, der die Tempel besichtigt, eine Wohltat. Es ist schwierig. Es ist Angkor Wat und wenn man in Kamboscha ist, dann muss man es einfach gesehen haben.

Am Besten haben mir die Tempel gefallen, die sich bereits die Natur zurückerobert hat.

Am Besten haben mir die Tempel gefallen, die sich bereits die Natur zurückerobert hat.

Und manchmal hatte man tatsächlich einen Tempel kurzzeitig für sich alleine.

Und manchmal hatte man tatsächlich einen Tempel kurzzeitig für sich alleine.

Dann konnte man auch ein Foto von einer Elefantenfigur machen ohne einen Tourist, der darauf herumkletterte.

Dann konnte man auch ein Foto von einer Elefantenfigur machen ohne einen Tourist, der darauf herumkletterte.