Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Peter auf dem geliehenen Motorroller

Peter auf dem geliehenen Motorroller

Wie man an unserer Rinjani-Tour sehen konnte, sind auch wir vor diesen Tricks durch Nepper, Schlepper, Bauernfänger nicht gefeit. Man dankt dem netten Herrn aus Mataram, der uns geholfen hat, das Jugendzentrum ausfindig zu machen, an das wir unsere Laptops gespendet haben, indem man den Transport auf die Gili-Inseln anstatt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der Einheimischen über sein Unternehmen bucht, und schon sitzt man in einem Cafe in Bangsal, wo einem weitere Touri-Touren des besagten Unternehmen aufs Auge gedrückt werden. Angeblich fährt die Fähre nach Gili Trawangan erst um 10:00 Uhr, wurde uns in dem Cafe mitgeteilt, obwohl das wackelige Holzbootchen, dass man nun wirklich nicht als Fähre bezeichnen kann, wirklich ständig nach Gili Trawangan übersetzt, sobald genügend Leute ein Ticket gekauft haben. Also bucht man halt noch schnell und sichtlich überrumpelt eine Rinjani-Tour und einen Komodotrip ohne genauere Informationen und Details. Das unsere Rinjani-Tour suboptimal verlaufen ist, konnte man bereits unseren letzten Blogs entnehmen. Trotzdem muss ich zugeben, dass dies wirklich ein Erlebnis war, was ich sicherlich nie vergessen werde. Es klingt ja auch ziemlich spannend, einen Vulkan zu besteigen, wenn man mal außen vorlässt, dass ich für eine derartige Tour schlichtweg nicht geeignet bin. Den Komodotrip hatte ich bereits vor Urlaubsbeginn eingeplant, da die Komodowarane nun mal weltweit nur hier in Indonesien in freier Wildbahn zu finden sind. Am Samstag beginnt unser Bootstrip nach Komodo, und ich hoffe wirklich sehr, dass dieser etwas entspannter wird als die Rinjani-Besteigung. Nachdem wir nun also gleich zu Beginn unserer Backpacker-Reise durch Asien und Australien alle Nepper, Schlepper und Bauernfänger Fallen mitgenommen haben, werde ich mich ernsthaft bemühen, diese im weiteren Verlauf unserer Reise zu vermeiden. Laut Freunden und ehemaligen Kollegen gehören diese Erfahrungen zu einer Asienreise aber auch standardmäßig dazu, und es scheint auch wirklich niemanden zu geben, dem es nicht schon ähnlich ging. Sei es, dass man eigentlich in Thailand einen Tempel besuchen wollte, man stattdessen aber auf einmal beim Schneider sitzt, und einen neuen Anzug maßgeschneidert bekommt, oder das man trotz Buchung einer Fahrt mit dem Fastboat auf einmal auf der SlowFerry sitzt, da das Fastboat bereits bei Verkauf des Tickets abgelegt hatte. Wenigstens kann ich derartige Erlebnisse nun bereits auf die Abgehakt-Liste setzen.

Aber ehrlich gesagt, lasse ich mich auch lieber hier in Indonesien in kleinem Stil abzocken, als in Deutschland systematisch durch Großkonzerne ausnehmen. Die Banken verlangen neben Kontoführungsgebühren Servicegebühren, wenn man sein eigenes Gehalt, dass man den Banken freundlicherweise zur Verfügung stellt, an einem Geldautomaten eines anderen Instituts abheben möchte und das trotz Rettung dieser Gierschlunde durch Steuerzahlermilliarden. Die Stromkonzerne enthalten den Privatkunden die gesunkenen Einkaufpreise vor. Es fehlt nur noch, dass Frau Merkel erfreut daneben steht und in die Hände klatscht.

Trotzdem haben wir es in Indonesien in den letzten Tagen schon besser gemacht als zu Beginn unserer Reise, und uns einfach nur einen Motorroller ausgeliehen und für kleines Geld die schönsten Strände in der Umgebung von Kuta auf Lombok besucht und uns in die Wellen gestürzt. Wilde Affen haben wir auch schon mit kleinen Bananen gefüttert, und von unserem Hotelbesitzer in Kuta haben wir ein traditionelles indonesisches Essen spendiert bekommen, da er die Geburt seiner Tochter gefeiert hat. Solche Erlebnisse sind ebenfalls unvergesslich und doch wesentlich günstiger als diese Touri-Touren. Ein weiterer Vorteil bei so einer Motorroller-Fahrt ist auch, dass man nicht ständig gefragt wird, ob man nicht eine Tour buchen oder einen Motorroller ausleihen möchte. Man muss also nur noch die Verkäufer von Tüchern, Kokosnüssen, Ananas und Armbändchen im Restaurant und am Strand abwimmeln und aufpassen, dass man nicht die Kinder überfährt, die mitten auf der Straße stehen, und vorbeifahrenden Touristen einen Eimer entgegenhalten, in den man augenscheinlich Geld werfen soll. Auf alle Fälle haben wir bereits nach einem Monat auf unserer Reise alles mitgenommen, was so geht. Ich würde mal sagen, dass der Einstand gelungen ist und jetzt geht es erstmal los nach Komodo.

Strand in Kuta

Strand in Kuta

Monkey Forrest in Kuta

Monkey Forrest in Kuta

Beim Füttern des Äffchens

Beim Füttern des Äffchens

Äffchen mit Banane

Äffchen mit Banane

Wenn Welten aufeinander prallen

Auf dem Motorroller

Auf dem Motorroller

Eigentlich sind wir doch alle gleich. Wir alle sind Menschen. Wir sollten uns gegenseitig respektieren. Wir sollten in Frieden miteinander auskommen. Wir sollten unseren Planeten schützen, auf dem wir alle gemeinsam leben und auf dem auch noch unsere Nachfahren in Hunderten von Jahren leben werden. Das klingt doch eigentlich nicht so schwer. Wieso also bekommen wir das nicht auf die Reihe?
In Deutschland wird den Schulkindern bereits im Unterricht beigebracht, schonend mit den Ressourcen der Erde umzugehen. Wir wurden derart erzogen, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, und das es nichts Wertvolleres gibt als das Leben eines Menschen. Meine Schulzeit liegt zwar nun schon etliche Jahre zurück, doch ich gehe mal davon aus, dass Eltern und Lehrer immer noch versuchen, diese Werte auch im Zeitalter von Internet, Facebook, Twitter und Co. an Kinder weiter zu vermitteln, obwohl moderne Medien die Lehre dieser Werte nicht unbedingt vereinfacht und gefördert haben. Vielleicht mag es naiv von mir sein, aber eigentlich habe ich immer gehofft, dass diese Werte in der Mehrzahl der Länder an Kinder weitergegeben werden.
Doch dann sehe ich Menschen in Indonesien, die mit Ihren Kindern zu dritt oder viert auf einem Motorroller fahren, ohne dass auch nur eine Person auf dem Motorroller einen Helm trägt. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie in Deutschland die Gurtpflicht eingeführt wurde, und es mir widerstrebt hat, mich anzuschnallen, aber letztendlich habe ich begriffen, dass es zu meinem eigenen Schutz war. Das Leben der Menschen ist schützenswert, und doch werden in vielen Ländern noch nicht mal die einfachsten Sicherheitsvorkehrungen im Straßenverkehr wahrgenommen, selbst wenn es sich um die eigenen Kinder handelt. Oder ich sehe die ältere Frau auf der Fähre, die obwohl ein Meter neben ihr ein Mülleimer steht, trotzdem ihren Müll einfach so ins Meer wirft. Doch ich hoffe einfach auf die nächste Generation, dass diese es besser machen wird, bis ich das kleine Mädchen am Strand treffe, dass mir verzweifelt versucht ein Armband zu verkaufen und dabei Wasser aus einem Plastikbecher trinkt, den es danach einfach achtlos über seine Schulter auf den Strand wirft. Und ich verliere die Hoffnung wieder. Wenn Welten aufeinander prallen, dann zerbrechen sie. Man hofft immer darauf, dass es die nächste Generation besser machen wird, und dass sie aus den Fehlern der vorhergehenden Generationen lernt. Aber ich lebe offensichtlich doch in meiner eigenen kleinen Welt, oder aber wahrscheinlicher ist es, dass es immer Menschen geben wird, die es vielleicht einfach auch nicht besser wissen und noch nicht gelernt haben. Es ist wie Konrad Adenauer gesagt hat: Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.
Es ist einfach so, dass es solche und solche Menschen überall auf der Erde gibt, unabhängig davon in welchem Land man sich gerade befindet, und es ist dann sehr erfreulich, wenn man auf freundliche Menschen trifft, die einem ganz selbstlos weiterhelfen, wie mein Freund in seinem Blog beschrieben hat, und die auch einfach Interesse haben, etwas Neues dazu zu lernen und zu erfahren, und die deshalb auch das Gespräch mit Dir suchen. Ich versuche das auch, und auch ich habe noch sehr viel zu lernen. Wahrscheinlich werde ich bei meiner Reise noch auf sehr viele Menschen und Begebenheiten treffen, die mir gefallen, mich verwundern, verblüffen oder eben auch leider mißfallen.

Wunderschöne Strände

Wunderschöne Strände

Einer schöner als der andere

Einer schöner als der andere

Beneidenswert einfach, aber ....

Beneidenswert einfach, aber ….

Kein Kommentar

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