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Die beiden Boote für die Touristen des Komodo-Touri-Trips

Die beiden Boote für die Touristen des Komodo-Touri-Trips

Mit Komodo stand unsere nächste typische Touri-Tour in Indonesien an. Angefangen hat die Tour wie in Indonesien üblich. Der Verkäufer der Tour meinte, dass es wesentlich besser gewesen wäre, wenn wir bereits einen Tag früher in Bangsal eingetroffen wären, der Ort von dem die Tour startete. Es bleibt jedoch ein ungelöstes Rätsel, wieso wir einen Tag früher hätten eintreffen sollen, wenn wir danach sowieso erstmal 2 Stunden mit ungefähr 50 weiteren Touristen in einem Cafe warten mussten, in dem es von der Decke tropfte. Auf mehrere Nachfragen, wann das Boot denn nun vom Hafen ablegen würde, bekam ich immer die Antwort: „Soon“, so dass ich kein Mittagessen bestellte. Als wir dann nach 2 Stunden mit den Worten „Hurry, Hurry“ endlich zum Hafen losgeschickt wurden, war mein Magen bereits ganz flau vor Hunger und meine Stimmung im Keller. Trotzdem kann ich hier bereits vorwegnehmen, dass der Bootstrip nach Komodo insgesamt ein sehr schönes Erlebnis war.

Um 13:00 Uhr starteten also 2 Boote mit jeweils ungefähr 20 bis 30 Touristen an Bord nach Komodo. Mit diesen uns fremden Leuten würden wir also nun 4 Tage und 3 Nächte auf einem kleinen Boot verbringen und gemeinsam auf dem Deck schlafen. Es bestand auch die Möglichkeit eine Kabine zu buchen, aber diese war uns dann doch zu teuer, obwohl der Verkäufer der Tour wirklich noch alles Erdenkliche versucht hatte, uns eine Kabine vor der Abfahrt anzudrehen. Es gab dann auch nach ungefähr einer Stunde ein leckeres Mittagessen, was meine Stimmung gleich wieder hob. Am ersten Tag der Bootsfahrt passierte dann ausser einer kurzen Unterbrechung der Fahrt zum Schwimmen im Meer nichts Aufregendes mehr. Am zweiten Tag bekamen wir mehrere Male die Möglichkeit zum Schnorcheln, außerdem setzten wir zur Insel Moyo über, um uns dort den Wasserfall und den Salzsee anzuschauen. Da der Wasserfall auf der Insel alles andere als spektakulär war, entschied ich mich dagegen, den 20 Meter hohen und sehr steilen Kletterpfad zum Salzsee zu erklimmen, was laut den Schilderungen meines Freundes und der anderen Touristen auch die richtige Entscheidung war.

Schlafgelegenheiten an Deck einer der Boote

Schlafgelegenheiten an Deck einer der Boote

Mittagessen an Bord

Mittagessen an Bord

Am dritten Tag des Bootstrips hielten wir auf der nächsten Insel namens Satonda an, um uns dort einen weiteren Salzsee anzuschauen, und ich konnte es kaum glauben, aber dieser Salzsee war tatsächlich wunderschön. Eingerahmt von grünen Bergen lag auf der Insel dieser wunderschöne, große See mit sehr angenehm temperierten Wasser, auf dem man sich einfach treiben lassen konnte. Wie jeden Tag der Bootstour gab es auch an diesem Tag wieder verschiedene Stops zum Schnorcheln. Am ungeduldigsten wartete ich jedoch auf die Schnorchelstops am nächsten Tag, da wir hier bei bei den sogenannten Mantarochen-Spots halten würden. Dies war jedoch ein weiterer großer Wermutstropfen dieses Boottrips für meinen Freund und mich. Während ich noch das Glück hatte zumindest ein Jungtier zu sehen, so hatte er, wie viele andere auf dem Boot leider überhaupt keinen Mantarochen im Wasser sehen können. Es war aber auch offensichtlich, dass wenn 40 bis 50 Touristen mit Schnorcheln bewaffnet auf einmal ins Wasser hüpften, weil der Guide vom Boot aus einen Mantarochen erspäht hatte, dass diese unmittelbar die Flucht ergreifen würden. Auch waren wir hier sehr enttäuscht, dass die Indonesier, für die weder Zeit noch Pünktlichkeit eine Rolle spielen, uns an diesen Punkten nicht einfach nochmal mehr Zeit gelassen hatten. Bei den anderen Schnorchelpunkten hatten wir auch immer mindestens eine Stunde Zeit bekommen, uns im Wasser zu tummeln oder wem das eher beliebte, dutzende Sprünge vom Boot zu machen. Warum also hier nicht auch? Jedoch ging es bereits nach lediglich 20 Minuten wieder weiter mit unserem Bootstrip zur Insel Komodo.

Salzsee auf der Insel Satonda

Salzsee auf der Insel Satonda

Ich muß ehrlich gestehen, dass ich davon ausgegangen bin, dass die Inseln, auf denen Komodowarane leben, unberührte Naturfleckchen sind. Das keine Menschen jemals diese Insel betreten würden, denn immerhin sind Komodowarane sehr gefährliche Tiere. Ich hätte mir die Tourbeschreibung wirklich genauer vorher durchlesen sollen, denn diese Annahme war weit verfehlt. Auf der Insel Komodo gibt es einen Nationalpark mit Wildtierhütern. Diese führen die Touristen mit Holzstöcken bewaffnet über die Insel. Dort kann man sich die Komodowarane absolut ungesichert anschauen. In zwei Meter Abstand geht man dann ohne einen Zaun zwischen sich und dem Wildtier an diesen Riesenechsen vorbei. Das ist in Deutschland absolut unvorstellbar und war auch dementsprechend sehr furchteinflössend. Das die Holzstöcke der Wildhüter im Falle eines Angriffs irgendetwas bewirkt hätten, kann ich mir wirklich auch nur sehr schwer vorstellen. Glücklicherweise lagen die Warane jedoch sehr lethargisch im Schatten. Als sich dann doch ein Komodowaran dazu bequemte aufzustehen, um sich dann einen Meter weiter wieder abzulegen, rief einer der Wildhüter auch gleich aus: Dragonmove, get your camera and make movies. Neben den Waranen sind übrigens auch Büffel und Dammwild freilaufend auf der Insel unterwegs.

Komodo National Park auf der Insel Komodo

Komodo National Park auf der Insel Komodo

Wildhüter mit Stock

Wildhüter mit Stock

Lethargischer Komodowaran

Lethargischer Komodowaran

Am letzten Tag machten wir neben weiteren Schnorchelstops abermals Halt in einem weiteren Nationalpark auf der Insel Rinca, um uns ein weiteres Mal die Riesenechsen anzuschauen. Es kostete mich sehr viel Überwindung noch einmal auf die Insel Komodo zu gehen, denn auch wenn der letzte tödliche Unfall mit den Riesenechsen bereits über 20 Jahre her ist, so wollte ich doch nicht unbedingt der nächste Vorfall sein. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch eine andere Touristin am Fuß und der Geruch ihres Blutes ließ die vormals lethargischen Warane auf einmal sehr aktiv werden. Wir beschlossen schnellstens wieder die Flucht zu ergreifen. Schließlich legten wir nach 4 Tagen und 3 Nächten in Labuhan Bajo auf der Insel Flores an und verließen das Boot.

Blut gerochen ...

Blut gerochen …

Im Übrigen haben wir uns mit den anderen Touristen gleich noch am selben Abend in einem Restaurant getroffen und unsere Bootstour gefeiert und begossen. Wir haben sehr nette Leute verschiedenster Nationalitäten auf dem Boot kennengelernt und viele neue Freundschaften geschlossen. Auch war ich sehr überrascht, auf dem Boot so viele Menschen kennenzulernen, die ebenfalls geplant haben, für einen sehr langen Zeitraum zu reisen. Ich war doch sehr erleichtert festzustellen, dass wir nicht die einzigen Verrückten mit diesem Vorhaben sind. Diese Leute kennenzulernen, war wirklich das Schönste der ganzen Bootsfahrt. Was mir nebenbei bemerkt, gleich in der ersten Nacht an Land sehr abging und mich nicht schlafen ließ, war, dass mein Bett nicht mehr schaukelte.