Bambootrain in Batambong

Bitte Platz nehmen im Bambootrain.

Bitte Platz nehmen im Bambootrain.

Unser letztes Ziel in Kambodscha lag fast auf unserem Rückweg nach Bangkok. Wir wollten nach Batambong. Zuerst ging es morgens um 07:30 Uhr mit dem Bus von Kampot zurück nach Phnom Penh. Mittags um 12:00 Uhr erreichten wir schließlich Phnom Penh. Eine Stunde später fuhr dann ein Bus nach Batambong weiter. Leider hatte dieser nach 2 Stunden einen Schaden und blieb liegen. Nach etlichen Diskussionen hatten wir schließlich in Erfahrung gebracht, dass ein Ersatzbus in frühestens 2 Stunden zur Verfügung stehen würde, da dieser die gleiche Strecke nochmal fahren musste. Es blieben jedoch etliche Minibusfahrer am Straßenrand stehen, die diese für sie gewinnbringende Situation erkannten. Für 5 USD pro Person bekamen wir schließlich 3 Plätze in einem Minibus. Wir bevorzugten zu zahlen, anstatt weitere Wartezeit in Kauf zu nehmen, und das war eine gute Entscheidung. Obwohl der Minibusfahrer gefahren ist, als wäre der Teufel hinter uns her, erreichten wir erst am Abend Batambong. Die Fahrgäste des großen Linienbusses kamen wahrscheinlich nicht vor Mitternacht in Batambong an. Noch am Abend machten wir mit unserem Tuk-Tuk-Fahrer, der uns vom Minibus zu einer Unterkunft brachte, eine Verabredung für den nächsten Morgen, um den Bambootrain in Batambong zu fahren.

Skulptur zu Ehren eines Mannes

Skulptur zu Ehren eines Mannes

Unser reizender Tuk-Tuk-Fahrer war ein geschichtlich und politisch interessierter Vater von drei kleinen Kindern, der uns mit seinem Tuk-Tuk vor der Zugfahrt erstmal zu allen wichtigen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten der Stadt Batambong fuhr. Er sprach ausgezeichnet Englisch und erläuterte uns alles Wissenswerte zu Gebäuden, Skulpturen und Plätzen. Generell scheinen es sich die Tuk-Tuk-Fahrer in Batambong zur Aufgabe gemacht zu haben, den Touristen die Geschichte ihrer Stadt zu erzählen. Wir trafen an einigen Gebäuden auf andere Tuk-Tuk’s, in denen Touristen saßen, die andächtig lauschten und fleissig nickten.

Restauriertes Art-Deko Gebäude in Batambong

Restauriertes Art-Deko Gebäude in Batambong

Anwesen einer ehemaligen chinesischen Herrscherdynastie

Anwesen einer ehemaligen chinesischen Herrscherdynastie

Nach dieser netten, kleinen und kurzweiligen Stadtrundfahrt ging es dann zum Bambootrain in Batambong. Die Bambuszugfahrt war sehr amüsant. Die Schienentaxis mit dem Namen Norry sind ein improvisiertes Transportmittel, die Touristen als Bambootrain angeboten werden. Der Bambuszug wird auf ramponierten, ehemaligen Kolonialtrassen von Bauern eingesetzt, die sich als Fahrer der Norries einen Teil ihres Lebensunterhaltes verdienen. Die Schienentaxis ähneln Draisinen mit einer Ladefläche von etwa 3,5 mal 2 Metern auf einem zweiachsigen Metallgestell, angetrieben von einem 6-PS-Benzinmotor. Wenn auf dieser eingleisigen Strecke zwei Bambuszüge aufeinander treffen, dann wird der Zug mit weniger Ladung binnen Sekunden demontiert und neben die Strecke gestellt bis der andere Zug passiert hat. Gelegentlich nutzen auch noch Güterzüge diese Strecke. Das Hupen eines Güterzugs ist über weite Strecken hörbar und dann müssen die Bambuszüge ebenfalls schnell demontiert werden. Es gibt Gerüchte, dass der Bambuszug bald abgeschafft werden soll, da die Zugstrecke nach Phnom Penh ausgebaut wird und die Einnahmen des Bambuszuges der lokalen Bevölkerung zu Gute kommen und nicht der Regierung.

Bambuszugfahrt

Bambuszugfahrt

Da sieht man die Züge in zerlegter und zusammengebauter Form.

Da sieht man die Züge in zerlegter und zusammengebauter Form.

Die Bahnstrecke sieht nicht nur abenteuerlich aus.

Die Bahnstrecke sieht nicht nur abenteuerlich aus.

Nach der Zugfahrt machten wir uns gleich auf den Rückweg nach Bangkok. Sebastian wollte dort vor seinem Rückflug noch einige Tage verbringen. Mit dem Taxi fuhren wir für 10 USD pro Person an die Grenze nach Thailand. Dort angekommen ertrugen wir das übliche Immigrationsprozedere und organisierten uns Tickets für den Minibus, da der Zug nicht mehr fuhr. Mit dem Minibus traten wir schließlich unsere Rückfahrt nach Bangkok an. Bei einem Tankstop passierte dann noch etwas, dass hatte ich auch noch nicht wirklich erlebt. Der Tankstelle war das Benzin ausgegangen.

Die Sehenswürdigkeiten von Kampot

Durianfrucht-Verkehrskreisel in Kampot

Durianfrucht-Verkehrskreisel in Kampot

Nach der Insel Koh Rong stand für uns das Städtchen Kampot in Kambodscha auf dem Programm. Bereits auf Koh Rong haben wir uns aus einem kleinen Touristenführer, der überall kostenlos auslag, eine Unterkunft in Kampot ausgesucht. Das Internet war auf Koh Rong, wie bereits erwähnt, nicht wirklich vorhanden. Unsere Unterkunft hieß Captain Chim’s und wir haben uns für die Unterkunft entschieden, weil es dort eine kostenlose Reinigung und WiFi gab. Neben der kostenlosen Reinigung haben wir bei Captain Chim noch einige weitere Serviceleistungen in Anspruch genommen, um uns die Sehenswürdigkeiten von Kampot anzuschauen. Wir haben uns beispielsweise einen Motorroller für 4 USD am Tag ausgeliehen und sind zur Bokor Hill Station gefahren.

Bokor Hill Station

Bokor Hill Station ist ein verlassener Ort auf dem Berg Phnom Bokor in der Nähe von Kampot, der vor allem wegen seiner Aussicht und dem Image als Geisterstadt beliebt ist. Der Ort liegt im Preah Monivong Nationalpark und wurde in der Zeit der französischen Kolonialherrschaft errichtet. Hier fanden die Franzosen ein mildes Klima vor. Vor allem französische Kolonialoffiziere mit ihren Familien verbrachten hier ihre Freizeit und Urlaube. Neunhundert Bauarbeiter verloren in den neun Monaten des Baus der Anlage ihr Leben. Das Herzstück des Ortes war das große Bokor Palace Hotel & Casino. Für uns war es auf jeden Fall ein großer Spaß, die kurvigen Strassen mit dem Moped raufzuknattern. Auch die Aussicht war senationell, wenn auch wenig wolkenverhangen. Am Besten hat mir jedoch gefallen, dass wir einen wilden Nashornvogel gesehen haben. Der Vogel war riesig und es war unglaublich, dass er bei der Größe überhaupt fliegen oder auf einem Baum landen konnte.

Berg Phnom Bokor

Berg Phnom Bokor

Bokor Palace Hotel & Casino der Bokor Hill Station

Bokor Palace Hotel & Casino der Bokor Hill Station

Leider gab es in dem ehemaligen Casino nichts Aufregendes mehr zu entdecken.

Leider gab es in dem ehemaligen Casino nichts Aufregendes mehr zu entdecken.

Kirche von Bokor Hill Station

Kirche von Bokor Hill Station

Eine grandiose aber leider wolkenverhangene Aussicht.

Eine grandiose aber leider wolkenverhangene Aussicht.

Das war wirklich zu schade.

Das war wirklich zu schade.

Pfefferplantage

Am nächsten Tag habe ich die Jungs mit dem Tuk-Tuk dahin geschickt, wo der Pfeffer wächst und ich habe mein Schlafdefizit von Koh Rong ausgeglichen. Ich habe mir dann alles auf Bildern angeschaut und weiß jetzt, wie der fleissige Blogleser sich fühlt.

Pfefferplantage

Pfefferplantage

Pfefferkörner an der Pflanze

Pfefferkörner an der Pflanze

Rabbit Island

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Kampot wollten wir nach Kep, um mit dem Boot auf die Insel Koh Tonsay zu fahren. Koh Tonsay bedeutet soviel wie Kanincheninsel. Somit stand auf alle Fälle unsere nächste Bootsfahrt an. Eigentlich wollten wir morgens mit dem Tuk-Tuk erst nach Kep fahren, aber wir fuhren dann auf der Ladefläche des Pickup von Captain Chim nach Kep, da dieser glücklicherweise auch nach Kep musste. Wie sich herausstellte, hat der Mann ein Guesthouse und ein Restaurant in Kampot und ein Restaurant in Kep. In Kep mieteten wir für 25 USD ein Boot, dass uns in einer halben Stunde nach Rabbit Island brachte. Dort taten wir das, was alle am Strand machen, nämlich baden, schnorcheln, relaxen und futtern. Es war fantastisch und sogar die Bootsfahrt hat Spaß gemacht.

Bootsfahrt nach Rabbit Island

Bootsfahrt nach Rabbit Island

Eine wunderschöne, kleine Insel vor Kep in Kambodscha

Eine wunderschöne, kleine Insel vor Kep in Kambodscha

Koh Rong

Auf Koh Rong gibt es wunderschöne Strände.

Auf Koh Rong gibt es wunderschöne Strände.

Nachdem wir uns in Phnom Penh die Killing Fields angeschaut und uns auf dem Nachtmarkt die Bäuche vollgeschlagen haben, hatten wir erstmal genug von großen Städten. Deshalb wollten wir weiterreisen in den Süden Kambodschas auf die Insel Koh Rong. Zuerst fuhren wir mit dem Bus nach Sihanouk Ville, um von dort aus unsere nächste Bootsfahrt anzutreten. Mit dem Speedboat fuhren wir auf die Insel Koh Rong. Diese Fahrt dauerte eine knappe Stunde inklusive der obligatorischen Verspätung und das Ticket kostete für Hin- und Rückfahrt 25 USD.

Das Innere der Insel ist bewachsen mit üppigem Dschungel.

Das Innere der Insel ist bewachsen mit üppigem Dschungel.

Die Insel Koh Rong ist eine kleine Partyinsel voller Kiddies. Ich spreche so, denn ich habe im Epizentrum der Insel geschlafen. Es hätte auch die Möglichkeit bestanden, abseits zu schlafen, aber die Preise dieser Unterkünfte war dann doch etwas unverhältnismäßig für deren Standard. Die Insel Koh Rong ist aber auch eine kleine Insel mit wunderschönen Stränden und einem Dschungel in der Mitte.

Die Strände, die wir auf unserer Bootstour besucht haben, waren zu Fuß nicht erreichbar.

Die Strände, die wir auf unserer Bootstour besucht haben, waren zu Fuß nicht erreichbar.

Das Wasser war klar, aber es war nicht vergleichbar mit den Perhentian Inseln.

Das Wasser war klar, aber es war nicht vergleichbar mit den Perhentian Inseln.

Einfach wunderschön ... so fast ohne Partyvolk

Einfach wunderschön … so fast ohne Partyvolk

Auf der Insel Koh Rong kann man am Strand relaxen, schlecht bis gar nicht im Internet surfen, schnorcheln, eine Bootstour um die Insel machen, am Police Beach Filme auf einer großen Leinwand anschauen oder ausgiebig feiern. Also haben wir die Bootstour gemacht. Um 10:00 Uhr morgens starteten wir mit dem Boot von dem Strand vor unserer Unterkunft. Wir machten Halt an verschiedenen menschenleeren Stränden der Insel, um zu schnorcheln, zu schwimmen, am Strand zu faulenzen oder auch Tempel zu besichtigen. Abends machten wir an Board unseres Holzbootes ein kleines Barbeque, bevor es dann an den Long Beach ging, um den Sonnenuntergang zu bewundern. Danach ging es mit dem Boot zurück zu dem Strand vor unserer Unterkunft und wir hatten die gesamte Insel einmal mit dem kleinen Holzboot umrundet. Ich freute mich sehr darauf, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Leider währte die Freude nicht lange, den ich bin den ganzen Abend über die Insel gewankt, als hätte ich viel zu viel gefeiert. Am nächsten Morgen fühlte sich der Boden wieder nach Boden an und wir beendeten am Abend unsere Bootstour und gingen zum Planktonschwimmen. Das ist gar nicht so einfach bei Vollmond. Eine kleine Insel, welche 10 Minuten vor Koh Rong liegt, bot uns jedoch genügend Schatten vor dem hellen Mondlicht, und wir konnten schwimmen gehen.

Die Sonnenuntergänge kann man vom Long Beach aus bewundern.

Die Sonnenuntergänge kann man vom Long Beach aus bewundern.

Sie waren jedes Mal wunderschön.

Sie waren jedes Mal wunderschön.

Die Boote haben die Touristen dann wieder zurück ins Dorf gebracht.

Die Boote haben die Touristen dann wieder zurück ins Dorf gebracht.

Nachdem wir 5 Tage auf Koh Rong verbracht hatten, wurde es für uns wieder Zeit, die Insel zu verlassen. Dafür mussten wir wieder eine Bootsfahrt machen, und es sollte immer noch nicht unsere letzte Bootsfahrt in Kambodscha gewesen sein. Unser nächstes Ziel lautete Kampot, die Stadt des Pfeffers.

Ein weiteres trauriges Kapitel in der Geschichte der Menschheit

Gedächtnisstupa

Gedächtnisstupa

In Phnom Penh haben wir die Killing Fields und das Tuol-Sleng-Genozid-Museum angeschaut. Auf den Killing Fields in Kambodscha wurden bei politisch motivierten Massenmorden Menschen durch die Roten Khmer umgebracht. Der Massenmord der Roten Khmer an der eigenen Bevölkerung wurde von 1975 bis 1979 begangen. Die Gesamtzahl der Opfer der Roten Khmer wird mit 2 Millionen beziffert.

Es sieht heute alles so friedlich aus.

Es sieht heute alles so friedlich aus.

Die Blätter dieser wunderschönen Palme können als Waffe missbraucht werden.

Die Blätter dieser wunderschönen Palme können als Waffe missbraucht werden.

Die bekannteste Stätte der Killing Fields befindet sich in Choeung Ek, in der Nähe von Phnom Penh. Diese haben wir besucht. In einem Stupa, der zum Gedächtnis an die Toten des Genozids errichtet wurde, werden die Totenköpfe und Knochen der Opfer aufbewahrt. Um Munition zu sparen, wurden die Opfer erschlagen. Kinder wurden gegen Bäume geschlagen bis sie tot waren. Es wurde immer die ganze Familie eines Opfers getötet, um spätere Racheakte auszuschliessen. Die Toten wurden in Massengräbern auf dem Gelände verscharrt. Auch heute noch kommen in der Monsunzeit Kleidung und Knochen aus dem Boden zum Vorschein. Diese werden alle 2-3 Monate von den Mitarbeitern der Gedenkstätte eingesammelt. Auf dem Gelände befand sich eine Lautsprecheranlage, die in ohrenbetäubender Lautstärke Musik abspielte, um das Geschrei der Sterbenden zu übertönen. Dies geschah, da oft mehr zu exekutierende Menschen eintrafen als an einem Tag getötet werden konnten und somit Wartezeiten entstanden.

In Gedenken an die zahlreichen Opfer werden hier Armbänder hinterlegt.

In Gedenken an die zahlreichen Opfer werden hier Armbänder hinterlegt.

Viele der ermordeten Menschen stammten aus dem Gefängnis S21, dem heutigen Tuol-Sleng-Genozid-Museum. Bei dem Gebäude handelt es sich um eine ehemalige Schule der Stadt, die von den Roten Khmer als Gefängnis zur systematischen Folterung der Insassen genutzt wurde. Als Foltermethoden kamen im S-21 Elektroschocks, das Untertauchen in Wasserbottichen, Waterboarding, das Aufhängen an einem Galgen bis zum Eintreten der Bewusstlosigkeit, Daumenschrauben und das Einführen von Säure oder Alkohol in die Nase zum Einsatz. Als das Gefängnis befreit wurde, waren noch 14 Insassen am Leben, wovon noch weitere starben, da sie zu schwach, ausgehungert und zu krank waren. Nach einer Woche waren es dann nur noch sieben von insgesamt mindestens 14.000 Gefangenen, die S-21 überlebten.

Gefängnis S-21

Gefängnis S-21

Gefängniszellen in einer ehemaligen Schule

Gefängniszellen in einer ehemaligen Schule

Die Roten Khmer wollten die Gesellschaft mit Gewalt in einen Kommunismus überführen. Dieser Prozess umfasste auch die fast vollständige Vertreibung der Bevölkerung aus den Städten und mündete in einem Massenmord an der kambodschanischen Bevölkerung. Die Roten Khmer blieben auch nach ihrer Vertreibung durch vietnamesische Invasionstruppen bestehen und wurden weiterhin von westlichen Ländern unterstützt, bis sie sich 1998 endgültig auflösten. Die juristische Aufarbeitung dieser Kriegsverbrechen dauert bis heute an.

Ein weiteres trauriges Kapitel in der Geschichte der Menschheit.

Das war erst der Anfang

Phnom Penh

Phnom Penh

Nachdem wir uns zwei Tage lang Angkor Wat in der Nähe von Siem Reap zu allen unterschiedlichen Tageszeiten angeschaut hatten, beschlossen wir weiter zu fahren nach Phnom Penh. Wenn nicht gerade Trockenzeit ist, dann kann man mit dem Speedboat über den Tonle Sap Lake und dessen Nebenflüsse bis nach Phnom Penh fahren. Und das war erst der Anfang einer ganzen Reihe von Bootsfahrten, die noch folgen sollten in den nächsten Tagen. Für 36 USD pro Person wurden die Bootstickets angeboten. Morgens in der Früh um 7:00 Uhr sollten wir abgeholt werden. Pünktlich um 7:20 Uhr stand dann auch schon der Minibus vor unserer Unterkunft. Der brachte uns zu einer Busstation, an der schon zahlreiche Touristen warteten. Dort warteten wir alle auf einen größeren Bus. Dank zahlreicher Klappsessel im Gang konnten wir uns schließlich auch alle in den größeren Bus quetschen. Der größere Bus brachte uns zu zwei kleineren Booten. Je nach Zielort wurden wir den verschiedenen kleinen Booten zugeordnet. Das eine Boot fuhr nach Batambang, das andere Boot nach Phnom Penh. Auf dem Dach des kleinen Bootes sitzend ging es für uns auf einem Nebenfluss Richtung Tonle Sap Lake. Da es kein Essen auf dem Boot gab, hatten wir uns am Vortag noch mit Lebensmitteln eingedeckt. Also machten wir erstmal Brotzeit und genossen den Ausblick vom Dach des kleinen Bootes. Nachdem wir den See erreicht hatten und ein schwimmendes Dorf passiert hatten, wurde es für uns mal wieder Zeit umzusteigen, nämlich in das von uns gebuchte Speedboat. Mit dem Speedboat ging es dann über den See und dessen Nebenflüsse bis nach Phnom Penh. Die Fahrt dauerte ewig und wir mussten sogar einen Zwangsstop von einer Stunde in Kauf nehmen, da sich ein großes Fischernetz in der Schiffsschraube verheddert hatte. Trotzdem war die Fahrt aber auch wunderschön und hat viel Spaß gemacht. Unter Deck gab es einigermaßen gemütliche Ledersitze, es war klimatisiert und es gab kalte Dosengetränke. Zusätzlich konnte man sich noch oben auf dem Dach des Schiffes niederlassen oder an der Reeling sitzen. In Deutschland wäre das niemals zulässig gewesen, ebenso wie der Zug mit den geöffneten Türen eine absolute Unmöglichkeit gewesen wäre. Deshalb haben die Fahrten wahrscheinlich auch so viel Spaß gemacht. Es fühlt sich einfach nach Freiheit an, wenn man an der Reeling oder zwischen den Eisenbahnwaggons sitzt, und man die Landschaft an sich vorbeiziehen sieht. Es ist definitv nicht vergleichbar mit der Fahrt in einem ICE und dessen verdunkelten Glasscheiben. Nach 7-8 Stunden erreichten wir schließlich Phnom Penh. Unser letztes Transportmittel für diesen Tag war ein quietschgelbes, rundliches Tuk-Tuk, dass uns erstmal zur falschen Unterkunft brachte. Nach einer kleineren Diskussion haben wir es aber doch noch in die richtige Unterkunft geschafft.

Die Schiffsschraube muss wieder in Gang gebracht werden. Das erfordert mehrere Tauchgänge im trüben Wasser.

Die Schiffsschraube muss wieder in Gang gebracht werden. Das erfordert mehrere Tauchgänge im trüben Wasser.

Trotz schlechter Sicht fördern die Taucher so einiges zu Tage.

Trotz schlechter Sicht fördern die Taucher so einiges zu Tage.

Die Landschaft war wunderschön.

Die Landschaft war wunderschön.

Vögelschwärme begleiteten unsere Fahrt.

Vögelschwärme begleiteten unsere Fahrt.

Fast überall entlang des Flusses waren Menschen beschäftigt. Was die wohl machen?

Fast überall entlang des Flusses waren Menschen beschäftigt. Was die wohl machen?

Nur manchmal war es menschenleer.

Nur manchmal war es menschenleer.

Die Megatouristenattraktion Angkor Wat

Angkor Wat bei Sonnenaufgang

Angkor Wat bei Sonnenaufgang

Wie bereits beschrieben, war unser erstes Ziel in Kambodscha die Megatouristenattraktion Angkor Wat. Angkor Wat ist eine riesige Tempelanlage und UNESCO Weltkulturerbe. Der Tempel befindet sich in unmittelbarer Nähe von Siem Reap.

Es ist zur Zeit Hauptsaison in Kambodscha und dementsprechend überlaufen ist alles. Aber die Besuchermassen in Angkor Wat, die wir zu sehen bekamen, waren wirklich nicht zu übertreffen. Bereits vor Sonnenaufgang herrschte vor Angkor Wat ein Betrieb wie auf dem Oktoberfest. Es war unglaublich. Es gibt beispielsweise einen kleinen See vor dem Tempel Angkor Wat. Jeder Tourist möchte scheinbar ein Foto von Angkor Wat während des Sonnenaufgangs haben, wenn sich der Tempel im See spiegelt. Deshalb haben sich an der einen Uferseite des Sees die Touristen fast gegenseitig totgetreten. Nachdem wir dieses Spektakel genossen hatten, haben wir Angkor Wat selbst besichtigt. Es ist wirklich ein wunderschöner Tempel. In das Innerste des Tempels bin ich nicht vorgedrungen, denn die Warteschlange für den Einlass war entsprechend der Anzahl der Besucher sehr lang. Mit dem Tuk-Tuk liesen wir uns dann noch zu einigen weiteren bekannten Tempeln der Anlage fahren. Auch diese Tempel waren absolut überlaufen. Überall kletterten Touristen durch die Tempel und machten fleissig Fotos. Es war einfach zuviel.

Der Besucheransturm in Angkor Wat war enorm.

Der Besucheransturm in Angkor Wat war enorm.

Sogar die Guides betaschten die Fresken.

Sogar die Guides betaschten die Fresken.

Tempelanlage Bayon

Tempelanlage Bayon

In Bayon war das Gedränge ebenfalls groß.

In Bayon war das Gedränge ebenfalls groß.

Man muss Angkor Wat einfach gesehen haben, wenn man Kambodscha besucht. Immerhin ist Angkor Wat sogar auf der kambodschanischen Landesflagge abgebildet. Dementsprechend viele Touristen, welche das genau so sehen, hinterlassen in der riesigen Tempelanlage ihre Spuren. Es sind einfach zu viele und dadurch entstehen sehr viele Schäden an den uralten Bauwerken. Auch die sogenannten Angkor Wat Guides achten nicht auf die Erhaltung der Tempelanlage. Ich habe zahlreiche Guides gesehen, die bei ihren Erklärungen die Fresken der Tempel angefasst haben. Dabei sollten zumindest die Guides vorsichtig, respektvoll und vorbildlich bezüglich ihres Verhaltens in der Tempelanlage sein.

Die Tempelanlagen waren wirklich wunderschön, ...

Die Tempelanlagen waren wirklich wunderschön, …

... aber der Verfall war überall deutlich zu sehen.

… aber der Verfall war überall deutlich zu sehen.

Dieses Brückengeländer wurde frisch restauriert. Es fällt kaum auf.

Dieses Brückengeländer wurde frisch restauriert. Es fällt kaum auf.

Deshalb fände ich es sinnvoll, wenn der Zugang für den Erhalt dieses Weltkulturerbes eingeschränkt werden würde. Die Besucherzahlen müssten begrenzt werden. Aber bei Eintrittspreisen von 20 USD pro Tagesticket und den ganzen zugehörigen Einnahmenquellen für die Stadt Siem Reap wäre dies wahrscheinlich eine zu große finanzielle Einbuße. Für den Erhalt der Tempelanlage dagegen wäre jeder Tourist weniger, der die Tempel besichtigt, eine Wohltat. Es ist schwierig. Es ist Angkor Wat und wenn man in Kamboscha ist, dann muss man es einfach gesehen haben.

Am Besten haben mir die Tempel gefallen, die sich bereits die Natur zurückerobert hat.

Am Besten haben mir die Tempel gefallen, die sich bereits die Natur zurückerobert hat.

Und manchmal hatte man tatsächlich einen Tempel kurzzeitig für sich alleine.

Und manchmal hatte man tatsächlich einen Tempel kurzzeitig für sich alleine.

Dann konnte man auch ein Foto von einer Elefantenfigur machen ohne einen Tourist, der darauf herumkletterte.

Dann konnte man auch ein Foto von einer Elefantenfigur machen ohne einen Tourist, der darauf herumkletterte.

Einmal Kindheit und zurück

Zugfahren in Thailand ist super.

Zugfahren in Thailand ist super.

Entspannt von den Massagen und gut gelaunt vom leckeren Essen in Bangkok ging es für uns in Begleitung von Sebastian, dem Neffen meines Freundes, weiter nach Kambodscha. Unser erstes Ziel war natürlich Angkor Wat. Also fuhren wir mit dem Zug von Bangkok zur kambodschanischen Grenze. Diese Zugfahrt hat wirklich Spaß gemacht so wie in der Kindheit als man die ersten Male alleine Zug gefahren ist. Es war wie einmal Kindheit und zurück.

Die Zugwaggons waren innen mit Deckenventilatoren ausgestattet.

Die Zugwaggons waren innen mit Deckenventilatoren ausgestattet.

Ich weiß noch, als ich klein war, bin ich öfters alleine mit dem Zug gefahren, um meine Oma zu besuchen. Damals war Zug fahren noch ein riesiges Abenteuer. Es war spannend und ich bin mir sehr erwachsen vorgekommen. Leider verliert Zug fahren wie so vieles im Leben seinen Reiz und Spaß, wenn man erwachsen wird. Man fährt nur noch Zug um von A nach B zu kommen, und man verflucht den Zug wegen jeder Minute Verspätung, die einen zwingt länger im Zug sitzen müssen.

Bei gemütlicher Fahrt konnte man die schöne Aussicht genießen.

Bei gemütlicher Fahrt konnte man die schöne Aussicht genießen.

Diese Zugfahrt hat auf alle Fälle sehr viel Spaß gemacht. Es gab keine Fenster im Zug und die Türen waren auch alle geöffnet. Die Fahrtgeschwindigkeit war gemütlich und man konnte an den Stufen der Türen sitzen und sich den Fahrtwind um die Ohren blasen lassen. Es hat sich ein bißchen nach Freiheit angefühlt. Zwischendurch musste die Fahrt unterbrochen werden, da es auf und neben der Strecke anscheinend kürzlich erst gebrannt hatte. Die Gleise wurden dann erst noch mit ein paar Eimern Wasser heruntergekühlt. Während der gesamten Fahrt gingen Händler mit Eimern durch den Zug und verkauften kalte Getränke, Wachteleier, Pad Thai, Mangosalat, Donuts oder Pfannkuchen. Ich glaube, dass sogar jeder Waggon seinen eigenen Schaffner hatte, so viele Angestellte der Bahn waren bei dem Zwangsstop auf den Gleisen. Die Bahnfahrt war auf alle nicht mit einer Bahnfahrt in Deutschland zu vergleichen.

Im und am Zug wurde aus Eimern und Körben Essen verkauft.

Im und am Zug wurde aus Eimern und Körben Essen verkauft.

Da leider im Erwachsenendasein alles schneller seinen Reiz verliert, war ich dann trotzdem froh, als die Fahrt nach 6 Stunden vorüber war. Es war auf alle Fälle ein schöner Kindheitsausflug, nur diesmal bin ich mir beim Zug fahren klein vorgekommen.

Alles offen!

Alles offen!

Zurück in Bangkok

Zurück in Bangkok

Zurück in Bangkok

Nach einem missglückten und einem freiwillig abgebrochenen Versuch nach Myanmar zu gelangen, sind mein Freund und ich wieder zurück in Bangkok. In Bangkok gefällt es uns in vielerlei Hinsicht. Das Essen ist günstig und sehr lecker. Wir haben eine gemütliche Unterkunft gefunden. Außerdem kann man zahlreiche Unternehmungen machen in Bangkok, wie ins Kino gehen, im Park Sport treiben, guten Freunden vor deren Heimreise Bangkok zeigen oder über die verschiedensten Märkte schlendern. Zusätzlich gab es für mich persönlich noch einen weiteren guten Punkt, mehr Zeit in Bangkok zu verbringen. Bereits bei unserem zweiten Aufenthalt in dieser Stadt hatte ich das Vergnügen zweimal eine professionelle, seriöse und hervorragende Thai-Massage genießen zu dürfen. Das hat meinem Körper sehr gut getan.

Man kann sich in Bangkok wirklich überall massieren lassen sogar auf der Khao-San-Road.

Man kann sich in Bangkok wirklich überall massieren lassen sogar auf der Khao-San-Road.

Als Software Entwicklerin sitze ich beruflich bedingt ständig vor dem Computer. Auch in meiner Freizeit habe ich mich gerne mit meinem Computer beschäftigt. Eine katastrophale Sitzhaltung und die unnatürliche Handbewegung mit der Computermaus hatten zur Folge, dass ich immer stärkere Rückenschmerzen bekommen habe im Laufe der Jahre. Lange habe ich mit diesen Schmerzen einfach gelebt. Stärker werdende Schmerzen haben mich mit der Zeit dazu gezwungen mit Yoga anzufangen. Yoga war definitiv ein große Bereicherung für mein Leben, jedoch verschwinden große Schmerzen leider nicht einfach durch wöchentliches Yogatraining. Folglich war ich bereits in Deutschland bei meiner Hausärztin und habe ihr von meinen Rückenschmerzen berichtet. Es fühlte sich für mich an, als würde mir jemand ein Messer in den Rücken rammen und es hin- und herdrehen. Ich bat meine Ärztin in Deutschland um Massagetermine, aber dies wurde abgelehnt mit der Begründung, dass mir dies nicht helfen würde.

Fitnessgeräte stehen in Bangkok vielerorts kostenlos zur Verfügung.

Fitnessgeräte stehen in Bangkok vielerorts kostenlos zur Verfügung.

Die ersten Massagen in Thailand und Indonesien schienen diese Diagnose zu bestätigen. In Bangkok in unserer gemütlichen Unterkunft empfahl mir schließlich unser thailändischer Guesthouse-Besitzer eine ausgezeichnete Masseuse. Er betonte jedoch, dass einige wenige Massagen nicht ausreichen würden. Also bin ich in Bangkok zwei Wochen lang jeden Tag außer montags zwei Stunden zur Thai-Massage gegangen. Gezahlt habe ich 280 Baht für eine Massagesession, also umgerechnet 8 Euro für 2 Stunden Massage. Das Ergebnis dieser Massageserie war einfach nur fantastisch. Ich habe kaum noch Rückenschmerzen. Meine Haltung hat sich schon leicht verbessert. Ich muss zwar noch sehr bewusst und ständig an meiner Haltung arbeiten, aber die Lebensqualität hat sich für mich durch diese Massagen erheblich gesteigert. Laut unserem Guesthousebesitzer bin ich nicht die einzige Europäerin, die in Bangkok zu diesem Zweck längere Zeit verweilt. Er erzählte mir beispielsweise von einem Gast, der sich nach einem Autounfall einen Monat lang jeden Tag ein Bein massieren ließ. Natürliche fernöstliche Heilpraktiken sind eben manchmal wirkungsvoller als die in den Industrieländern vielgepriesene Schulmedizin. In Asien wird vielerorts ein gesünderer Lebensstil mit zahlreichen vorbeugenden Maßnahmen praktiziert. In Bangkok gehen viele Menschen regelmäßig zur Massage und treiben viel Sport, so wird chronischen Schmerzen und körperlichen Verschleißerscheinungen vorgebeugt.

Sportliche Betätigung wird hier einfach mehr gefördert.

Sportliche Betätigung wird hier einfach mehr gefördert.

Leider wird dies in Deutschland nicht unterstützt. Mehrstündige Massagen sind unbezahlbar und es herrscht das Mantra, dass der Körper mehrere Tage Ruhe braucht nach einer Massage, was ich nicht bestätigen kann. Auch das Angebot an günstigen, öffentlichen Sportmöglichkeiten ist bei uns begrenzt.

Sport ist eben nicht nur gut für den Körper, sondern er hebt auch die Laune.

Sport ist eben nicht nur gut für den Körper, sondern er hebt auch die Laune.

Deshalb ist für mich persönlich, allein durch unsere Aufenthalte in Bangkok mit ihrer gesundenen Wirkung, diese Asienreise eine der besten Dinge, die ich je in meinem Leben gemacht habe.