Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Peter auf dem geliehenen Motorroller

Peter auf dem geliehenen Motorroller

Wie man an unserer Rinjani-Tour sehen konnte, sind auch wir vor diesen Tricks durch Nepper, Schlepper, Bauernfänger nicht gefeit. Man dankt dem netten Herrn aus Mataram, der uns geholfen hat, das Jugendzentrum ausfindig zu machen, an das wir unsere Laptops gespendet haben, indem man den Transport auf die Gili-Inseln anstatt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der Einheimischen über sein Unternehmen bucht, und schon sitzt man in einem Cafe in Bangsal, wo einem weitere Touri-Touren des besagten Unternehmen aufs Auge gedrückt werden. Angeblich fährt die Fähre nach Gili Trawangan erst um 10:00 Uhr, wurde uns in dem Cafe mitgeteilt, obwohl das wackelige Holzbootchen, dass man nun wirklich nicht als Fähre bezeichnen kann, wirklich ständig nach Gili Trawangan übersetzt, sobald genügend Leute ein Ticket gekauft haben. Also bucht man halt noch schnell und sichtlich überrumpelt eine Rinjani-Tour und einen Komodotrip ohne genauere Informationen und Details. Das unsere Rinjani-Tour suboptimal verlaufen ist, konnte man bereits unseren letzten Blogs entnehmen. Trotzdem muss ich zugeben, dass dies wirklich ein Erlebnis war, was ich sicherlich nie vergessen werde. Es klingt ja auch ziemlich spannend, einen Vulkan zu besteigen, wenn man mal außen vorlässt, dass ich für eine derartige Tour schlichtweg nicht geeignet bin. Den Komodotrip hatte ich bereits vor Urlaubsbeginn eingeplant, da die Komodowarane nun mal weltweit nur hier in Indonesien in freier Wildbahn zu finden sind. Am Samstag beginnt unser Bootstrip nach Komodo, und ich hoffe wirklich sehr, dass dieser etwas entspannter wird als die Rinjani-Besteigung. Nachdem wir nun also gleich zu Beginn unserer Backpacker-Reise durch Asien und Australien alle Nepper, Schlepper und Bauernfänger Fallen mitgenommen haben, werde ich mich ernsthaft bemühen, diese im weiteren Verlauf unserer Reise zu vermeiden. Laut Freunden und ehemaligen Kollegen gehören diese Erfahrungen zu einer Asienreise aber auch standardmäßig dazu, und es scheint auch wirklich niemanden zu geben, dem es nicht schon ähnlich ging. Sei es, dass man eigentlich in Thailand einen Tempel besuchen wollte, man stattdessen aber auf einmal beim Schneider sitzt, und einen neuen Anzug maßgeschneidert bekommt, oder das man trotz Buchung einer Fahrt mit dem Fastboat auf einmal auf der SlowFerry sitzt, da das Fastboat bereits bei Verkauf des Tickets abgelegt hatte. Wenigstens kann ich derartige Erlebnisse nun bereits auf die Abgehakt-Liste setzen.

Aber ehrlich gesagt, lasse ich mich auch lieber hier in Indonesien in kleinem Stil abzocken, als in Deutschland systematisch durch Großkonzerne ausnehmen. Die Banken verlangen neben Kontoführungsgebühren Servicegebühren, wenn man sein eigenes Gehalt, dass man den Banken freundlicherweise zur Verfügung stellt, an einem Geldautomaten eines anderen Instituts abheben möchte und das trotz Rettung dieser Gierschlunde durch Steuerzahlermilliarden. Die Stromkonzerne enthalten den Privatkunden die gesunkenen Einkaufpreise vor. Es fehlt nur noch, dass Frau Merkel erfreut daneben steht und in die Hände klatscht.

Trotzdem haben wir es in Indonesien in den letzten Tagen schon besser gemacht als zu Beginn unserer Reise, und uns einfach nur einen Motorroller ausgeliehen und für kleines Geld die schönsten Strände in der Umgebung von Kuta auf Lombok besucht und uns in die Wellen gestürzt. Wilde Affen haben wir auch schon mit kleinen Bananen gefüttert, und von unserem Hotelbesitzer in Kuta haben wir ein traditionelles indonesisches Essen spendiert bekommen, da er die Geburt seiner Tochter gefeiert hat. Solche Erlebnisse sind ebenfalls unvergesslich und doch wesentlich günstiger als diese Touri-Touren. Ein weiterer Vorteil bei so einer Motorroller-Fahrt ist auch, dass man nicht ständig gefragt wird, ob man nicht eine Tour buchen oder einen Motorroller ausleihen möchte. Man muss also nur noch die Verkäufer von Tüchern, Kokosnüssen, Ananas und Armbändchen im Restaurant und am Strand abwimmeln und aufpassen, dass man nicht die Kinder überfährt, die mitten auf der Straße stehen, und vorbeifahrenden Touristen einen Eimer entgegenhalten, in den man augenscheinlich Geld werfen soll. Auf alle Fälle haben wir bereits nach einem Monat auf unserer Reise alles mitgenommen, was so geht. Ich würde mal sagen, dass der Einstand gelungen ist und jetzt geht es erstmal los nach Komodo.

Strand in Kuta

Strand in Kuta

Monkey Forrest in Kuta

Monkey Forrest in Kuta

Beim Füttern des Äffchens

Beim Füttern des Äffchens

Äffchen mit Banane

Äffchen mit Banane

Wenn Welten aufeinander prallen

Auf dem Motorroller

Auf dem Motorroller

Eigentlich sind wir doch alle gleich. Wir alle sind Menschen. Wir sollten uns gegenseitig respektieren. Wir sollten in Frieden miteinander auskommen. Wir sollten unseren Planeten schützen, auf dem wir alle gemeinsam leben und auf dem auch noch unsere Nachfahren in Hunderten von Jahren leben werden. Das klingt doch eigentlich nicht so schwer. Wieso also bekommen wir das nicht auf die Reihe?
In Deutschland wird den Schulkindern bereits im Unterricht beigebracht, schonend mit den Ressourcen der Erde umzugehen. Wir wurden derart erzogen, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, und das es nichts Wertvolleres gibt als das Leben eines Menschen. Meine Schulzeit liegt zwar nun schon etliche Jahre zurück, doch ich gehe mal davon aus, dass Eltern und Lehrer immer noch versuchen, diese Werte auch im Zeitalter von Internet, Facebook, Twitter und Co. an Kinder weiter zu vermitteln, obwohl moderne Medien die Lehre dieser Werte nicht unbedingt vereinfacht und gefördert haben. Vielleicht mag es naiv von mir sein, aber eigentlich habe ich immer gehofft, dass diese Werte in der Mehrzahl der Länder an Kinder weitergegeben werden.
Doch dann sehe ich Menschen in Indonesien, die mit Ihren Kindern zu dritt oder viert auf einem Motorroller fahren, ohne dass auch nur eine Person auf dem Motorroller einen Helm trägt. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie in Deutschland die Gurtpflicht eingeführt wurde, und es mir widerstrebt hat, mich anzuschnallen, aber letztendlich habe ich begriffen, dass es zu meinem eigenen Schutz war. Das Leben der Menschen ist schützenswert, und doch werden in vielen Ländern noch nicht mal die einfachsten Sicherheitsvorkehrungen im Straßenverkehr wahrgenommen, selbst wenn es sich um die eigenen Kinder handelt. Oder ich sehe die ältere Frau auf der Fähre, die obwohl ein Meter neben ihr ein Mülleimer steht, trotzdem ihren Müll einfach so ins Meer wirft. Doch ich hoffe einfach auf die nächste Generation, dass diese es besser machen wird, bis ich das kleine Mädchen am Strand treffe, dass mir verzweifelt versucht ein Armband zu verkaufen und dabei Wasser aus einem Plastikbecher trinkt, den es danach einfach achtlos über seine Schulter auf den Strand wirft. Und ich verliere die Hoffnung wieder. Wenn Welten aufeinander prallen, dann zerbrechen sie. Man hofft immer darauf, dass es die nächste Generation besser machen wird, und dass sie aus den Fehlern der vorhergehenden Generationen lernt. Aber ich lebe offensichtlich doch in meiner eigenen kleinen Welt, oder aber wahrscheinlicher ist es, dass es immer Menschen geben wird, die es vielleicht einfach auch nicht besser wissen und noch nicht gelernt haben. Es ist wie Konrad Adenauer gesagt hat: Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.
Es ist einfach so, dass es solche und solche Menschen überall auf der Erde gibt, unabhängig davon in welchem Land man sich gerade befindet, und es ist dann sehr erfreulich, wenn man auf freundliche Menschen trifft, die einem ganz selbstlos weiterhelfen, wie mein Freund in seinem Blog beschrieben hat, und die auch einfach Interesse haben, etwas Neues dazu zu lernen und zu erfahren, und die deshalb auch das Gespräch mit Dir suchen. Ich versuche das auch, und auch ich habe noch sehr viel zu lernen. Wahrscheinlich werde ich bei meiner Reise noch auf sehr viele Menschen und Begebenheiten treffen, die mir gefallen, mich verwundern, verblüffen oder eben auch leider mißfallen.

Wunderschöne Strände

Wunderschöne Strände

Einer schöner als der andere

Einer schöner als der andere

Beneidenswert einfach, aber ....

Beneidenswert einfach, aber ….

Kein Kommentar

Kein Kommentar

Denn sie wissen nicht, was sie tun

Rinjani

Rinjani

Ich habe es leider noch nicht geschafft, diesen weltberühmten James Dean Klassiker zu sehen, aber alleine der Filmtitel “Denn sie wissen nicht, was sie tun” ist passend für sehr viele Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe. Dabei spielte es eigentlich nie eine Rolle, ob es sich um kleine oder große Entscheidungen handelte. Wahrscheinlich ist es auch gut so, dass man in den seltensten Fällen vorher alle Folgen und Konsequenzen eines Vorhabens einkalkulieren kann, sonst wäre das Leben vermutlich langweilig und berechenbar. Ich gehe auch davon aus, dass viele Menschen mit den Konsequenzen einer Entscheidung ganz unterschiedlich umgehen, und sich deshalb in den seltensten Fällen allgemeingültige Folgen ableiten lassen.
Ich habe auf alle Fälle die Entscheidung getroffen, dass ich mir unbedingt den Vulkan Rinjani auf Lombok in Indonesien anschauen muss. Immerhin war ich schon mal so clever, dass ich mir dafür eine geführte Tour gebucht hatte, trotzdem muss ich im nachhinein zugeben, dass ich vorher genauer hätte recherchieren sollen, was diese Tour alles beinhaltet, denn ich habe nämlich weder Treckingerfahrung noch Kondition. Wir hatten bereits eine dreitägige Tour zur Besichtigung des Vulkans gebucht, bevor wir nach Gili Trawangan gereist sind. Auf Gili Trawangan hatten wir dann die Möglichkeit, uns mit den ersten Touristen zu unterhalten, die diese Tour, oder sollte ich besser sagen Tortur, bereits absolviert hatten. Mir schwante bereits Übles. Auch bei einem letzten Skype-Telefonat mit meinen Eltern musste ich deren Frage, ob wir uns das genau überlegt hatten, verneinen. Als wir dann am Tag vor der Tour auf ein Hotel in 600 Meter Höhe gebracht wurden, stieg die Aufregung merklich. Denn auch die Touristen, welche die Tour gerade beendet hatten, wurden dort abgeliefert und diese waren alle vollkommen kaputt und dreckbedeckt von Kopf bis Fuß. Nach einer sehr unruhigen Nacht gab es dann am nächsten Morgen um 7:00 Uhr erstmal Frühstück. Nach einigem Hin und Her, wie in Indonesien üblich, wurde unsere Gruppe ohne jegliche Erklärung auf einen Pickup verladen und zur Talstation gebracht. Nachdem wir alle unsere Daten, wie Vorname, Nachname und Nummer des Reisepasses, in einem Buch vermerkt hatten, vermutlich falls sie unsere körperlichen Überreste zurückschicken müssen, ging die Fahrt auf dem Pickup weiter zum Fuß des Berges. Dort ging die Wanderung dann endlich los. Am Anfang war es auch noch sehr entspannt. Alle 15 Minuten gab es eine Pause an einer schattigen Stelle. Auch bis zur großen Mittagspause, bei der es für indonesische Verhältnisse eine ungewöhnlich große Portion Nudelsuppe sowie Reis und Ananas gab, haben wir nicht verstanden, warum die Touristen, welche die Tour bereits absolviert hatten, so kaputt waren. Doch dann wurde es von Höhenmeter zu Höhenmeter, den wir gingen, schlimmer. Man muß sich vorstellen, dass wir an dem einen Tag über 2000 Höhenmeter absolviert haben über übelste Schotterpisten. Je länger wir gingen, um so heftiger wurden die Steigungen, die wir überwinden mussten. Es ging nur noch steil bergauf über ungesichterte Schotterpisten. Wenn man sich umdrehte und nach unten schaute, konnte einem echt schwindlig werden. Jeder Schritt aber auch wirklich jeder Schritt kostete Überwindung. An jeder halbwegs stabilen Stelle versuchte man sich auszuruhen, um Kraft zu sammeln für den nächsten Schritt. Dies war keine Wandertour wie man sie aus den deutschen Alpen kennt sondern eine richtige Klettertour. Am Abend um ungefähr 18:30 hatten wir dann endlich die Kante des Vulkans erreicht. Wir waren so kaputt, dass wir kaum die Aussicht genießen konnten, geschweige denn den Auslöser unseres Fotoapparats drücken konnten. Drei Leute unserer Tour mussten sich vor lauter Anstrengung sogar übergeben. Die Windgeschwindigkeiten auf der Kante des Vulkans waren auch nicht zu ignorieren, so dass es empfindlich kalt wurde, nachdem die Sonne untergegangen war. Todmüde kletterten wir schleunigst in unser Zelt und kuschelten uns in unsere Schlafsäcke, und ich schaufelte mir noch schnell das abermals üppige Abendessen in den Magen. Der Anblick des Sternenhimmels war zwar phänomenal, allerdings haben wir auch den kaum genossen, weil es einfach zu kalt war, nachdem wir uns Höhenmeter für Höhenmeter den Vulkan hochgeschwitzt hatten. An Schlaf war kaum zu denken, zumal die heftigen Winde nach etwa 2 Stunden unsere äußere Zeltwand weggerissen hatten, und wir quasi nur noch unter dem Moskitonetz geschlafen haben. Mehrere Versuche, dass Zelt mitten in der Nacht wieder richtig aufzubauen, schlugen leider auch fehl. Einige ganz Verrückte ließen sich dann für den nächtlichen Aufstieg auf die Spitze des Vulkans nochmal um 3:00 Uhr morgens wecken. Wir lehnten dankend ab. Den Sonnenaufgang haben wir dann leider auch verpasst, weil dies der Zeitpunkt war, an dem wir endlich eingeschlafen sind. Am nächsten Tag beschlossen wir, dass wir wieder absteigen, anstatt noch den dritten Tag der Tour zum Kratersee und den heißen Quellen mitzunehmen, da dieser laut Tourguide noch anstrengender werden würde. Auf so einem Berg muss man einfach seine Grenzen kennen und akzeptieren. Würde ich diese Tour nochmal machen? Nein, auf gar keinen Fall, aber folgende Punkte nehme ich mit aus diesem Erlebnis:

1) Wir haben den Aufstieg geschafft, worauf wir sehr stolz sein können. Jedoch habe ich einen abartigen Mukelkater und Blasen in noch nie dagewesener Größe an meinen Füßen. Um die Vulkanasche wieder von mir abwaschen zu können, musste ich mich danach eine Stunde lang duschen und an manchen Stellen bin ich immer noch dreckig. Aufgrund totaler Erschöpfung und sehr großer Kälte konnte ich die Aussicht kaum genießen. Anstrengung und Genuß standen in keinem Verhältnis zueinander.
2) Meine größte Bewunderung gilt den Guides und Trägern der Touren. Diese laufen lediglich mit Flip Flops bekleidet an einem lachend, singend und rauchend vorbei und tragen dabei in geflochtenen Bambuskörben an Bambusstangen noch Gaskocher, Gasflaschen, Zelte, Isomatten und Essen wie rohe Eier, Hühnchen, Nudeln, Ananas, Bananen und etliches mehr. Das Gehalt, dass die Jungs bekommen, ist natürlich mal wieder lächerlich. Zweimal die Woche absolvieren sie die Tour. Manche machen das, seitdem sie 6 Jahre alt sind und haben weder lesen noch schreiben noch rechnen gelernt.
3) Des Weiteren ist auch dieser Vulkan trotz mehrerer Hinweisschilder absolut verdreckt. Der Vulkan ist ebenso wenig wie der Mount Everest für den Massentourismus geeignet. Leider meint jeder Hinz und Kunz, er muß da oben hin. Ich war da leider auch nicht besser.
4) Deine Eltern haben immer recht, egal wie alt Du bist. Hätte ich ihnen mal besser vor der Buchung der Tour von dem Vorhaben erzählt.

Aber in Zukunft werde ich genauer über solche Touren nachdenken, und mich vor allem besser vorher informieren, was das bedeutet, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob es irgendetwas gegeben hätte, dass mich darauf hätte vorbereiten können. Der Abstieg war übrigens noch schlimmer für mich als der Aufstieg, denn diesem habe ich meine riesigen Blasen zu verdanken.

Tourplanung für Rinjani

Tourplanung für Rinjani

Equipmentträger

Equipmentträger

Äffchen gab es auch auf dem Vulkan

Äffchen gab es auch auf dem Vulkan

Auf der Vulkankante

Auf der Vulkankante

Auch am nächsten Morgen noch schön

Auch am nächsten Morgen noch schön

Was ist Zeit?

Was ist Zeit?

Was ist Zeit?

Am 02. September 2014 begann unsere Asien- und Australienreise. Wir sind jetzt also seit genau 16 Tagen auf Reisen. Im Prinzip gibt es immer noch keinen Unterschied zu einem ganz gewöhnlichen Jahresurlaub, den man als Angestellter von seiner Firma erhält. Und doch ist es anders und ich weiß ehrlich gesagt nicht warum. Es kommt mir so vor, als wären mein Freund und ich schon seit Monaten auf Reisen. In Deutschland haben wir im Schnitt 40-50 Stunden pro Woche gearbeitet. Es gehörte zu den Highlights, wenn man es abends noch geschafft hat, sich mit seiner Familie oder seinen Freunden zu treffen. Wir haben auch versucht, noch einige wenige Stunden Sport wöchentlich einzuplanen, was auch dringend nötig ist, wenn man den ganzen Tag vor einem Computer sitzt. Ansonsten haben wir vorzugsweise einfach die abendliche Ruhe genossen. Und dabei ist die Zeit einfach so an uns vorbeigerauscht. Stunden wurden zu Tagen, Tage zu Wochen, Wochen zu Monaten und Monate zu Jahren. Das Leben floss dahin und die Zeit ebenfalls. Als ich dann gestern abend mit meinem Freund auf der Veranda unseres Bungalows saß, schoß die Frage aus mir heraus. Hatte ich als Einzige das Gefühl, dass wir schon seit Monaten umherreisen würden oder ging es ihm auch so? Er fühlte genau so wie ich. Seitdem frage ich mich, warum wir so empfinden. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dieses Gefühl bei unserer Amerika- und Jamaicareise vor einigen Jahren hatte. Wir hatten damals unseren gesamten Jahresurlaub für diese Reise zusammengespart, um dann für 5 Wochen zu verreisen. In diesem Urlaub hatten wir auch Länder besucht, die ich noch nicht bereist hatte. In den USA und Jamaica gab es ebenso wie in Indonesien sehr viel Neues und Schönes zu entdecken und zu sehen. Trotzdem hatte ich damals während dieser Reise nicht das Gefühl, dass wir schon seit Monaten umhergereist sind, obwohl erst wenige Wochen vergangen waren. Was also ist der Grund für dieses Gefühl? Haben wir schon soviel Neues erlebt und zu verarbeiten? Liegt es vielleicht am Land und den Leuten und es ergeht anderen Asienreisenden so wie uns? Oder ist es das Wissen, dass diese Reise noch sehr lange andauern wird? Liegt es daran, dass wir den Tag ganz anders nutzen, und viel mehr Zeit für uns haben, so wie es für Kinder eine gefühlte Ewigkeit ist, bis sie endlich 18 Jahre alt werden? Fragen über Fragen und keine passenden Antworten, deshalb nehme ich mir jetzt erstmal die Zeit, vergrabe meine Füße im feinen Sandstrand und geniesse den Sonnenuntergang.

 

Trommelcrew für den Sonnenuntergang (Sie haben diesen jeden Abend musikalisch untermalt.)

Trommelcrew für den Sonnenuntergang (Sie haben diesen jeden Abend musikalisch untermalt.)

Letzter Sonnenuntergang auf Gili Trawangan für uns

Letzter Sonnenuntergang auf Gili Trawangan für uns

Bea, die kleine Meerjungfrau

Einfach mal die Seele baumeln lassen

Einfach mal die Seele baumeln lassen

Also hier auf Gili Trawangan fernab der Partyzone kann man echt die Zeit vergessen. Ich habe jetzt einfach mal einige Tage entspannt und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Den ganzen lieben langen Tag habe ich am Strand gefaulenzt, das Internet nach neuen Reisezielen durchforstet, und bis auf einige kurze Ausflüge in die Partyzone habe ich einfach nur mal die Seele baumeln lassen. Erschrocken habe ich nach 6 Tagen auf der Insel festgestellt, dass es morgen ja schon weiter gehen soll. Also habe ich heute eiligst meinen Schnorchel eingepackt und bin zur ‘Snorkeling Area’ gelaufen. Ich bin leider weder eine gute Schwimmerin, noch habe ich in meinem Leben jemals geschnorchelt. Und genau so gut lief der erste Versuch dann auch. Zuerst habe ich mich immer zu tief in die Wellen gestürzt, so dass ich das Salzwasser literweise durch meinen Schnorchel eingesaugt habe und zwischendurch habe ich es sogar geschafft, mir das Salzwasser durch die Nase reinzuziehen. Also alles in allem hat es sehr viel Spaß gemacht und ich habe mich gefühlt wie Bea, die kleine Meerjungfrau. Nachdem ich mich zur Genüge über meine eigene Unfähigkeit amüsiert hatte, konnte ich aber doch noch einige weitere Versuche starten. Also habe ich mich einfach von den Wellen treiben lassen und habe mir diese vielen kleinen bunten Fische angeschaut, die in sagenhaften Farben leuchten. Vor Jahren habe ich mal einen Bootsausflug auf Jamaica gemacht. Damals sind wir Hummer aus Reusen einsammeln gefahren und in den Reusen waren nicht nur Hummer sondern auch noch eine Riesenauswahl an Fischen. Schon damals war ich gänzlich fasziniert von diesen farbenfrohen Tieren. Einmal einen Kugelfisch aus direkter Nähe zu sehen, ist echt unvergesslich. Und jetzt mal Hand aufs Herz, vor einem Salzwasseraquarium kann man doch einfach stundenlang hängen bleiben. Die gefangenen Kugelfische haben wir damals am Ende des Bootsausflugs übrigens wieder ins Meer zurückgeworfen. Auf meine Frage, ob die Kugelfische denn überhaupt noch leben würden, bekam ich zur Antwort, dass es eine wirklich Herausforderung ist, einen Kugelfisch tot zu bekommen. Die Kugelfische sind dann wie aufgeblasene, stachelige Luftballons auf den Wellen getrieben. Bei dem heutigen Schnorchelausflug hatte ich aber nun endlich mal die Möglichkeit, die kleinen bunten Fische im freien Meer zu sehen, und es hat mir sehr gefallen. Auch wenn ich wirklich Angst habe, tauchen zu gehen, so kann ich jetzt schon sagen, dass ich das trotzdem ausprobieren muss. Dann kann ich im wahrsten Sinne des Wortes noch viel tiefer eintauchen in diese magische Welt. Zum Ende meines ersten Schnorchelausflugs musste ich jedoch eine Feststellung machen: Wenn man sich einfach von den Wellen treiben lässt, endet der Schnorchelausflug an ganz anderer Stelle wo er begann. Die Strömung und die Kraft des Meeres sollte man nicht unterschätzen und trotzdem ist sie auch absolut faszinierend. Da wird einem wieder bewusst, wie klein und unbedeutend man bezogen auf die Geschichte und Naturgewalten dieses wunderschönen Planeten ist.

 

Das Boot ist nicht für einen Bootsausflug gedacht

Das Boot ist nicht für einen Bootsausflug gedacht

Keine Unterwasserkamera im Gepäck

Keine Unterwasserkamera im Gepäck

Deshalb gibt es Bilder von totem Fisch ...

Deshalb gibt es Bilder von totem Fisch …

... frisch zubereitet von den lokalen Restaurants

… frisch zubereitet von den lokalen Restaurants

Mach Dein eigenes Ding

Meer ...

Meer …

Und noch Meer ....

Und noch Meer ….

Ich sitze hier auf Gili Trawangan in Indonesien und lasse mir die Sonne auf den Pelz scheinen. Das Meer rauscht und der Wind hat meine Haare bereits in ein unkämmbares Knäuel verwandelt. Ich liebe das Meer. Es ist magisch, respekteinflössend, unberechenbar und einfach wunderschön. Eben wie ein Gewitter, Höhlen, Berge, Wasserfälle, Wüsten oder andere Naturschauspiele. Und was mache ich bei diesem beeindruckenden Anblick? Ich durchforste das Internet. Na ja, bin halt eine Informatikerin. Es ist bereits einige Jahre her, bis wir es endlich einmal schafften, in Worte zu fassen und damit auch zu realisieren, was unsere Träume sind, und wie wir es umsetzen können, diese innerhalb unserer Beziehung miteinander zu verknüpfen. Mein Traum ist es, die Welt mit meinen eigenen Augen zu sehen. Gut, die ganze Welt werde ich wahrscheinlich nicht schaffen, aber auf alle Fälle will ich an wirklich vielen Orten mal gewesen sein. So weit, so gut. Danach gingen wir wie gewohnt unserer Arbeit und unserem Alltag nach mit der Ausnahme, dass wir einen Geldbetrag festgelegt hatten, ab dem die Reise losgehen sollte. Und auf einmal war dieser Zeitpunkt da. Ab da ging alles ziemlich schnell, mit der Kündigung der Wohnung und dem Abbrechen der Zelte. Es gab nur einen Haken bei der Sache, nämlich das die Reiseplanung etwas kurz geriet. Einige grobe Reiseziele sind vorhanden. Das war es dann aber auch schon. In den letzten Tagen vor der Abreise wurden noch eiligst Tipps bei Freunden, Verwandten, Arbeitskollegen und aus dem Internet eingeholt bezüglich sehenswerter Orte und schon standen wir am Flughafen. Da ich also meine Reise während der Reise plane, muss ich mir noch viele Informationen einholen. Also lese ich die Blogs von anderen Weltenbummlern voller Neugier, wie beispielsweise http://www.grossereisen.de. Welche Hindernisse diese zu bewältigen haben, welche Eindrücke sie auf ihren Reisen sammeln oder eben auch welche akribischen Vorbereitungsmaßnahmen sie getroffen haben für ihre Weltreisen. Vor allem interessant finde ich die Ideen, auf welche manche Blogger kommen. Manche reisen nur mit den Fortbewegungsmitteln durch die Welt, die den minderbetuchten Einheimischen zur Verfügung stehen. Andere berichten in ihren Blogs nur über die Kleidungsvorlieben der Einheimischen oder lokales Essen. Wiederum andere nehmen Kuscheltiere und fotografieren diese an jeder Straßenecke der Welt. Mein Blog ist also im Prinzip nur der hunderttausendste Blog, mit dem so ein umherreisender Hippie auf einem Selbstfindungstrip das Internet vollspammt. Die Frage ist, wer denn das eigentlich lesen will. Es heißt, um seinen Blog zu etwas Besonderem zu machen, müsste man sein eigenes Ding machen. Ich weiß nur nicht, was das für ein Ding ist. Mach Dein eigenes Ding, dass klingt so einfach. Letztendlich ist es aber schlichtweg folgendermaßen: Ich mache bereits mein eigenes Ding und zusätzlich noch gemeinsame Sache mit meinem Freund. Wir sehen die Welt mit unseren eigenen Augen und schauen sie uns auf unsere eigene Art und Weise an. Dann schreibe ich über die schönen und weniger schönen Erlebnisse, und vielleicht interessiert es jemanden oder hilft sogar jemanden weiter. Meine Kuscheltiere habe ich auf alle Fälle zu Hause gelassen.

Eine Koralle aus dem Meer ...

Eine Koralle aus dem Meer …

Dazu Meer am Abend!

Dazu Meer am Abend!

Das Wichtigste ist erledigt

Manche Erlebnisse stellen dein Leben auf den Kopf

Manche Erlebnisse stellen dein Leben auf den Kopf

Als mein Freund und ich unsere Reise nach Asien und Australien vorbereiteten, war uns klar, dass wir unsere Erlebnisse irgendwie niederschreiben müssen. Ein Tagebuch ist zwar nett, aber es ist doch schöner, wenn man seine Familie und seine Freunde an seinen Erlebnissen teilhaben lassen kann. Deshalb haben wir beschlossen, Blogs zu schreiben. Da unsere Laptops bereits 6 Jahre auf dem Buckel hatten und die Akkus zu nichts mehr zu gebrauchen waren, beschlossen wir, uns neue Laptops zu kaufen. Die alten Laptops wollten wir entsorgen. Jedoch ist mein Freund während unserer Reisevorbereitungen auf die Homepage http://www.labdoo.de gestossen. Dabei handelt es sich um die Homepage einer gemeinnützigen Organisation, welche gebrauchte Laptops für wohltätige Projekte in ärmeren Ländern sammelt und repariert. Daraufhin hat mein Freund unsere alten Laptops formatiert und an die Deutschlandzentrale von labdoo gesendet. Während unsere alten Laptops repariert und mit einem indonesischen Ubuntu Betriebssystem für Kinder versehen wurden, haben wir uns auf der Homepage ein wohltätiges Projekt in Indonesien ausgesucht, welches unsere alten, reparierten Laptops bekommen sollte. Mit vier Laptops bestückt, haben wir dann unsere Reise angetreten: 2 Laptops für das wohltätige Projekt und unsere beiden eigenen neuen Laptops. Zum einen war es uns eine Herzensangelegenheit, unsere alten Laptops so schnell wie möglich, an das Jugendzentrum in Mataram auf Lombok in Indonesien zu übergeben, aber ich muss natürlich auch zugeben, dass wir diese auch aus praktischen Gründen gerne schnell abgeben wollten, denn 4 Laptops sind eine Menge Gepäck. Wir waren sehr erleichtert, dass es bei den Flügen, welche wir auf unserer Reise bereits gemacht haben, niemals Probleme bei den Zollkontrollen gab. Und gestern war es dann endlich so weit. Wir konnten mit Hilfe von Einheimischen den genauen Standort des Jugendzentrums in Mataram ausfindig machen, und unsere Laptops an die freiwilligen Helfer und die Kinder übergeben. Ich kann nicht beschreiben, was für ein schönes Gefühl das war und was für eine tolle Erfahrung wir damit gemacht haben. Wir wurden herzlichst von den freiwilligen Helfern des Jugendzentrums in Empfang genommen und sogar mit lokalen Spezialitäten versorgt. Es war wirklich herzerwärmend zu sehen, welche tolle Arbeit die freiwilligen Helfer dort leisten, und es war sehr schön für uns, dass wir auch einen Beitrag dazu leisten konnten. Unsere alten Laptops, welche wir eigentlich schon entsorgen wollten, und wegen denen wir in Deutschland schon schief angeschaut wurden, weil wir immer noch diese alten Dinger benutzt haben, wurden nun nochmal hergerichtet und für einen guten Zweck verwendet. Ich möchte mich bei labdoo bedanken, dass wir diese tolle Erfahrung machen durften. Das Wichtigste ist erledigt.

Jugendzentrum

Jugendzentrum

Kinder und Jugendliche beim Lernen

Kinder und Jugendliche beim Lernen

Abschiedsfoto

Abschiedsfoto

Nur die Harten kommen in den Garten

Ich habe heute in Spiegel Online einen Artikel über Austauschschüler (http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/austausch-log-schueleraustausch-nach-israel-brasilien-australien-paraguay-a-989452.html) gelesen, welche zu Beginn eines Austauschs einen Brief an sich selbst geschrieben haben, welcher ihre Erwartungen, Sehnsüchte und auch Ängste beschreiben soll. Nach dem Austausch würden sie diesen Brief dann lesen, und sehen, wie sehr sie dieser Austausch verändert hat. Für mich ist mein Blog dieser Brief. Das bedeutet für mich, dass ich hier auch intime, vielleicht schmerzhafte und manchmal auch peinliche Momente meiner Reise beschreiben möchte und deren Auswirkungen auf mich.

Da es von mir nur Blogeinträge gibt, über Themen, die mich wirklich berühren und betreffen, möchte ich hier auf den Blog meines Freundes verweisen, der unsere Reiseerlebnisse sehr viel detaillierter dokumentiert als ich. Schaut bitte auf: http://www.mplx.de/Blog.

Ansonsten möchte ich hier alle Leser darauf hinweisen, dass der heutige Blogeintrag nichts für zarte Gemüter ist und vor allem an die weiblichen Leser gerichtet ist. Denn es gilt das Motto: Nur die Harten kommen in den Garten.

Wir haben unser Hotelressort in Bintan verlassen und sind weiter nach Kuta in Bali gereist. Kuta ist eine wirklich üble Partyhochburg. Dagegen ist Mallorca oder Llorett de Mar der reinste Kinderfasching. Hier liegt nicht nur der Müll und Dreck auf der Strasse, sondern auch die besoffenen Teenager aus aller Welt. In Kuta gibt es wirklich Party rund um die Uhr. Für mich gilt hier das Motto von Danny Glover aus der Lethal Weapon Reihe: Ich bin zu alt für diesen Scheiß. Wäre ich 15 Jahre jünger gewesen, hätte ich hier wahrscheinlich meinen Spaß gehabt, aber ich fand die Stadt wirklich heftig. Deshalb haben wir auch beschlossen, nach einer Nacht wieder abzureisen. Zuerst ging es mit dem Taxi zum Hafen in Patang. Dort sind wir dann mit der Fähre rüber nach Lombok. Die Fahrt mit der Fähre hat ungefähr 5 Stunden gedauert und hat mich vor ein Riesenproblem gestellt, dass für Männer wahrscheinlich schwer nachzuvollziehen ist. In warmen Ländern wie Indonesien muss man halt nunmal auf seinen Flüssigkeitshaushalt achten. Also habe ich fleissig Wasser getrunken. Dann bin das erste Mal auf der Fähre auf die Toilette gegangen und auch gleich wieder rückwärts raus. Die Toiletten für Frauen waren einfache Löcher im Boden. Ich hatte diese Art von “Toiletten“ zwar bereits auf dem Flughafen in Doha gesehen, aber hier hatte man immerhin noch die Wahl. Es standen auch westliche Standarttoiletten zur Verfügung. Mmmmh, aber was soll man machen bei einer fünfstündigen Fahrt. Man beisst in den sauren Apfel, krallt sich in der schaukelnden Fähre fest, wo es nur möglich ist, und dankt Gott auf Knien, dass man keine Durchfallerkrankung hat. Auf alle Fälle ist jetzt schon mal die erste Schamgrenze überwunden. Trotzdem bin ich heilfroh, dass wir jetzt wieder in einem Hotel sind mit richtigen Toiletten. So ein bißchen Luxus und Mindeststandard ist halt doch nicht zu verachten. Abschließend möchte ich noch einen der besten Tipps weitergeben, den ich für meine Asienreise bekommen habe: Immer Toilettenpapier oder Taschentücher mitnehmen.

Typischer Touri-Shop in Kuta

Typischer Touri-Shop in Kuta

Mopeds überall

Mopeds überall

Aussicht auf Bali von der Fähre

Aussicht auf Bali von der Fähre

Jeden Tag lernt man etwas dazu

Neue Bekanntschaften

Neue Bekanntschaften

In Deutschland gibt es viele Punkte und Themen, die mich wirklich aufregen und nerven. Ich verstehe oftmals nicht, warum sich die Menschen nicht intensiver für ihre Interessen einsetzen. Fehlt ihnen die Kraft oder die Zeit oder haben sie einfach kein Interesse, sich mit politischen Themen auch noch auseinander zu setzen. Vielleicht haben sie auch einfach nur die Hoffnung aufgegeben. Ich will hier auch nicht verschweigen, dass ich keinen Deut besser bin, und auch jeden Abend, wenn ich aus der Arbeit heimkomme, einfach nur froh bin, wenn ich meine Ruhe habe. Doch dann reist man in ein Land wie Indonesien und es wird einem wieder bewusst, auf welch hohem Niveau man jammert. Unser Bildungssystem lässt schon zu wünschen übrig, aber es ist schockiernd, wenn man mitbekommt, dass die Menschen in Indonesien noch nicht mal eine Sprache wie Englisch in der Schule lernen. Gestern abend hatten wir einen wirklich netten Abend mit einigen der Hotelangestellten. Wir sind stundenlang mit ihnen zusammen gesessen und haben mit ihnen auf Englisch gequatscht über ernste Themen wie Umweltverschmutzung aber auch beispielsweise über verbindene Themen wie Sport. Und wir haben alle viel übereinander gelernt. Für die Indonesier war es einfach nur lehrreich sich mit uns auf Englisch zu unterhalten, während wir uns glücklich schätzen durften, dass unser Bildungssystem zwar auch massive Verbesserungen benötigt, wir jedoch trotzdem ausreichend für eine Reise in die Welt vorbereitet wurden. Letztendlich ist es immer wieder bitter festzustellen, dass das Einzige, was wirklich interessiert, das liebe Geld ist. Man fragt sich, wo die Menschlichkeit bleibt. Aber auf welchem Niveau auch immer man jammert, es ist bereits wie Bob Marley in einem seiner Lieder gesungen hat: Steh auf und kämpfe für Deine Rechte. Wir kleinen Leute müssen uns gegenseitig unterstützen und helfen, und wir dürfen niemals aufhören für einander einzustehen und für unsere Rechte, denn wenn wir das nicht tun, dann wird das niemand für uns tun. Ich wünschte, ich hätte ein paar alte Englischlehrbücher mit auf die Reise genommen, die ich hier verschenken kann. Leider ist es dafür zu spät, aber ich kann es hier niederschreiben, dass solche Bücher dringend benötigt werden in Indonesien. Also wenn ihr hierher reist, dann schmeisst eure alten Bücher nicht weg, sondern bringt sie mit hierher, damit die Menschen hier auch Englisch lernen können. Sie lernen mit großem Enthusiasmus und mit großer Freude und sie sind so dankbar für alles Neue, was sie lernen können. Das sind wirklich schöne und auch lehrreiche Momente. Jeden Tag lernt man etwas dazu, vor allem wenn man ferne Länder bereist und Menschen fremder Kulturen trifft.

Ernste Themen

Ernste Themen

Schöne Themen

Schöne Themen

Welcome to the jungle

Majorly Beach Ressort

Majorly Beach Ressort

Nach einer seeeeehr langen und anstrengenden Anreise bin ich endlich an meinem ersten Reiseziel angetroffen: Pulau Bintan in Indonesien. Hier kann man wirklich seinen Blick in die weite Ferne schweifen lassen, und man sieht bis zum Horizont nichts außer dem Meer. Keine hässlichen Hochhäuser oder sonstigen Industriegebäude versperren einem hier die Sicht. Und das Wetter ist einfach der Wahnsinn. Ich war auch schon das erste Mal im Meer baden und das hat mich wirklich amüsiert, denn nachdem ich ungefähr einen Kilometer ins Meer gewatet bin, stand ich immer noch erst hüfthoch im Wasser. Also habe ich beschlossen, dass ich mir erst mal einen Planschbecken-Tag gönne und mir morgen richtige Gummischuhe kaufe, da ich mit Badeschlappen hier einfach nicht vorwärts komme. Da dies erst mein erster Tag in Indonesien ist, fühle ich mich momentan noch wie auf einer ganz normalen Urlaubsreise, aber gerade habe ich in Spiegel Online den Zeitungsartikel einer Frau gelesen, die ein ähnliches Abenteuer sogar mit Mann und Baby wagt: http://www.spiegel.de/reise/fernweh/reisen-mit-baby-unterwegs-auf-flores-in-indonesien-a-989681.html. Ich bin voller Bewunderung für den Mut, die Offenheit und Natürlichkeit dieser Frau, mit der dieser Land und Leuten begegnet. Ich möchte mir eine große Scheibe von ihr abschneiden, und ebenfalls so leichtfüßig durch die Welt reisen. Hoffentlich lese ich noch viel über solche Menschen und lerne viele solche Menschen kennen. Denn eins steht schon mal fest, ich kann noch jede Menge Anfängertipps und Hilfe brauchen. Für mich heißt es erstmal: Welcome to the jungle.

Endlose Weiten

Endlose Weiten