Was ist Zeit?

Was ist Zeit?

Was ist Zeit?

Am 02. September 2014 begann unsere Asien- und Australienreise. Wir sind jetzt also seit genau 16 Tagen auf Reisen. Im Prinzip gibt es immer noch keinen Unterschied zu einem ganz gewöhnlichen Jahresurlaub, den man als Angestellter von seiner Firma erhält. Und doch ist es anders und ich weiß ehrlich gesagt nicht warum. Es kommt mir so vor, als wären mein Freund und ich schon seit Monaten auf Reisen. In Deutschland haben wir im Schnitt 40-50 Stunden pro Woche gearbeitet. Es gehörte zu den Highlights, wenn man es abends noch geschafft hat, sich mit seiner Familie oder seinen Freunden zu treffen. Wir haben auch versucht, noch einige wenige Stunden Sport wöchentlich einzuplanen, was auch dringend nötig ist, wenn man den ganzen Tag vor einem Computer sitzt. Ansonsten haben wir vorzugsweise einfach die abendliche Ruhe genossen. Und dabei ist die Zeit einfach so an uns vorbeigerauscht. Stunden wurden zu Tagen, Tage zu Wochen, Wochen zu Monaten und Monate zu Jahren. Das Leben floss dahin und die Zeit ebenfalls. Als ich dann gestern abend mit meinem Freund auf der Veranda unseres Bungalows saß, schoß die Frage aus mir heraus. Hatte ich als Einzige das Gefühl, dass wir schon seit Monaten umherreisen würden oder ging es ihm auch so? Er fühlte genau so wie ich. Seitdem frage ich mich, warum wir so empfinden. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dieses Gefühl bei unserer Amerika- und Jamaicareise vor einigen Jahren hatte. Wir hatten damals unseren gesamten Jahresurlaub für diese Reise zusammengespart, um dann für 5 Wochen zu verreisen. In diesem Urlaub hatten wir auch Länder besucht, die ich noch nicht bereist hatte. In den USA und Jamaica gab es ebenso wie in Indonesien sehr viel Neues und Schönes zu entdecken und zu sehen. Trotzdem hatte ich damals während dieser Reise nicht das Gefühl, dass wir schon seit Monaten umhergereist sind, obwohl erst wenige Wochen vergangen waren. Was also ist der Grund für dieses Gefühl? Haben wir schon soviel Neues erlebt und zu verarbeiten? Liegt es vielleicht am Land und den Leuten und es ergeht anderen Asienreisenden so wie uns? Oder ist es das Wissen, dass diese Reise noch sehr lange andauern wird? Liegt es daran, dass wir den Tag ganz anders nutzen, und viel mehr Zeit für uns haben, so wie es für Kinder eine gefühlte Ewigkeit ist, bis sie endlich 18 Jahre alt werden? Fragen über Fragen und keine passenden Antworten, deshalb nehme ich mir jetzt erstmal die Zeit, vergrabe meine Füße im feinen Sandstrand und geniesse den Sonnenuntergang.

 

Trommelcrew für den Sonnenuntergang (Sie haben diesen jeden Abend musikalisch untermalt.)

Trommelcrew für den Sonnenuntergang (Sie haben diesen jeden Abend musikalisch untermalt.)

Letzter Sonnenuntergang auf Gili Trawangan für uns

Letzter Sonnenuntergang auf Gili Trawangan für uns

Bea, die kleine Meerjungfrau

Einfach mal die Seele baumeln lassen

Einfach mal die Seele baumeln lassen

Also hier auf Gili Trawangan fernab der Partyzone kann man echt die Zeit vergessen. Ich habe jetzt einfach mal einige Tage entspannt und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Den ganzen lieben langen Tag habe ich am Strand gefaulenzt, das Internet nach neuen Reisezielen durchforstet, und bis auf einige kurze Ausflüge in die Partyzone habe ich einfach nur mal die Seele baumeln lassen. Erschrocken habe ich nach 6 Tagen auf der Insel festgestellt, dass es morgen ja schon weiter gehen soll. Also habe ich heute eiligst meinen Schnorchel eingepackt und bin zur ‘Snorkeling Area’ gelaufen. Ich bin leider weder eine gute Schwimmerin, noch habe ich in meinem Leben jemals geschnorchelt. Und genau so gut lief der erste Versuch dann auch. Zuerst habe ich mich immer zu tief in die Wellen gestürzt, so dass ich das Salzwasser literweise durch meinen Schnorchel eingesaugt habe und zwischendurch habe ich es sogar geschafft, mir das Salzwasser durch die Nase reinzuziehen. Also alles in allem hat es sehr viel Spaß gemacht und ich habe mich gefühlt wie Bea, die kleine Meerjungfrau. Nachdem ich mich zur Genüge über meine eigene Unfähigkeit amüsiert hatte, konnte ich aber doch noch einige weitere Versuche starten. Also habe ich mich einfach von den Wellen treiben lassen und habe mir diese vielen kleinen bunten Fische angeschaut, die in sagenhaften Farben leuchten. Vor Jahren habe ich mal einen Bootsausflug auf Jamaica gemacht. Damals sind wir Hummer aus Reusen einsammeln gefahren und in den Reusen waren nicht nur Hummer sondern auch noch eine Riesenauswahl an Fischen. Schon damals war ich gänzlich fasziniert von diesen farbenfrohen Tieren. Einmal einen Kugelfisch aus direkter Nähe zu sehen, ist echt unvergesslich. Und jetzt mal Hand aufs Herz, vor einem Salzwasseraquarium kann man doch einfach stundenlang hängen bleiben. Die gefangenen Kugelfische haben wir damals am Ende des Bootsausflugs übrigens wieder ins Meer zurückgeworfen. Auf meine Frage, ob die Kugelfische denn überhaupt noch leben würden, bekam ich zur Antwort, dass es eine wirklich Herausforderung ist, einen Kugelfisch tot zu bekommen. Die Kugelfische sind dann wie aufgeblasene, stachelige Luftballons auf den Wellen getrieben. Bei dem heutigen Schnorchelausflug hatte ich aber nun endlich mal die Möglichkeit, die kleinen bunten Fische im freien Meer zu sehen, und es hat mir sehr gefallen. Auch wenn ich wirklich Angst habe, tauchen zu gehen, so kann ich jetzt schon sagen, dass ich das trotzdem ausprobieren muss. Dann kann ich im wahrsten Sinne des Wortes noch viel tiefer eintauchen in diese magische Welt. Zum Ende meines ersten Schnorchelausflugs musste ich jedoch eine Feststellung machen: Wenn man sich einfach von den Wellen treiben lässt, endet der Schnorchelausflug an ganz anderer Stelle wo er begann. Die Strömung und die Kraft des Meeres sollte man nicht unterschätzen und trotzdem ist sie auch absolut faszinierend. Da wird einem wieder bewusst, wie klein und unbedeutend man bezogen auf die Geschichte und Naturgewalten dieses wunderschönen Planeten ist.

 

Das Boot ist nicht für einen Bootsausflug gedacht

Das Boot ist nicht für einen Bootsausflug gedacht

Keine Unterwasserkamera im Gepäck

Keine Unterwasserkamera im Gepäck

Deshalb gibt es Bilder von totem Fisch ...

Deshalb gibt es Bilder von totem Fisch …

... frisch zubereitet von den lokalen Restaurants

… frisch zubereitet von den lokalen Restaurants

Mach Dein eigenes Ding

Meer ...

Meer …

Und noch Meer ....

Und noch Meer ….

Ich sitze hier auf Gili Trawangan in Indonesien und lasse mir die Sonne auf den Pelz scheinen. Das Meer rauscht und der Wind hat meine Haare bereits in ein unkämmbares Knäuel verwandelt. Ich liebe das Meer. Es ist magisch, respekteinflössend, unberechenbar und einfach wunderschön. Eben wie ein Gewitter, Höhlen, Berge, Wasserfälle, Wüsten oder andere Naturschauspiele. Und was mache ich bei diesem beeindruckenden Anblick? Ich durchforste das Internet. Na ja, bin halt eine Informatikerin. Es ist bereits einige Jahre her, bis wir es endlich einmal schafften, in Worte zu fassen und damit auch zu realisieren, was unsere Träume sind, und wie wir es umsetzen können, diese innerhalb unserer Beziehung miteinander zu verknüpfen. Mein Traum ist es, die Welt mit meinen eigenen Augen zu sehen. Gut, die ganze Welt werde ich wahrscheinlich nicht schaffen, aber auf alle Fälle will ich an wirklich vielen Orten mal gewesen sein. So weit, so gut. Danach gingen wir wie gewohnt unserer Arbeit und unserem Alltag nach mit der Ausnahme, dass wir einen Geldbetrag festgelegt hatten, ab dem die Reise losgehen sollte. Und auf einmal war dieser Zeitpunkt da. Ab da ging alles ziemlich schnell, mit der Kündigung der Wohnung und dem Abbrechen der Zelte. Es gab nur einen Haken bei der Sache, nämlich das die Reiseplanung etwas kurz geriet. Einige grobe Reiseziele sind vorhanden. Das war es dann aber auch schon. In den letzten Tagen vor der Abreise wurden noch eiligst Tipps bei Freunden, Verwandten, Arbeitskollegen und aus dem Internet eingeholt bezüglich sehenswerter Orte und schon standen wir am Flughafen. Da ich also meine Reise während der Reise plane, muss ich mir noch viele Informationen einholen. Also lese ich die Blogs von anderen Weltenbummlern voller Neugier, wie beispielsweise http://www.grossereisen.de. Welche Hindernisse diese zu bewältigen haben, welche Eindrücke sie auf ihren Reisen sammeln oder eben auch welche akribischen Vorbereitungsmaßnahmen sie getroffen haben für ihre Weltreisen. Vor allem interessant finde ich die Ideen, auf welche manche Blogger kommen. Manche reisen nur mit den Fortbewegungsmitteln durch die Welt, die den minderbetuchten Einheimischen zur Verfügung stehen. Andere berichten in ihren Blogs nur über die Kleidungsvorlieben der Einheimischen oder lokales Essen. Wiederum andere nehmen Kuscheltiere und fotografieren diese an jeder Straßenecke der Welt. Mein Blog ist also im Prinzip nur der hunderttausendste Blog, mit dem so ein umherreisender Hippie auf einem Selbstfindungstrip das Internet vollspammt. Die Frage ist, wer denn das eigentlich lesen will. Es heißt, um seinen Blog zu etwas Besonderem zu machen, müsste man sein eigenes Ding machen. Ich weiß nur nicht, was das für ein Ding ist. Mach Dein eigenes Ding, dass klingt so einfach. Letztendlich ist es aber schlichtweg folgendermaßen: Ich mache bereits mein eigenes Ding und zusätzlich noch gemeinsame Sache mit meinem Freund. Wir sehen die Welt mit unseren eigenen Augen und schauen sie uns auf unsere eigene Art und Weise an. Dann schreibe ich über die schönen und weniger schönen Erlebnisse, und vielleicht interessiert es jemanden oder hilft sogar jemanden weiter. Meine Kuscheltiere habe ich auf alle Fälle zu Hause gelassen.

Eine Koralle aus dem Meer ...

Eine Koralle aus dem Meer …

Dazu Meer am Abend!

Dazu Meer am Abend!