Das war kein besonders langes Vergnügen

Die Strasse von Cairns nach Port Douglas führt direkt an der kurvenreichen Küste entlang.

Die Strasse von Cairns nach Port Douglas führt direkt an der kurvenreichen Küste entlang.

Am späten Nachmittag nach Beendigung unserer Reef Experience beschlossen Peter und ich, dass wir die nächste Nacht nochmal im Dougies in Port Douglas verbringen wollten. Dort gibt es warme Duschen, was nicht das Schlechteste nach einem Boots- und Tauchausflug ist, und außerdem konnten wir dort nochmal schauen, ob in der Zwischenzeit Post bezüglich unseres kleinen Campervans eingetroffen war. Also machten wir uns gleich im Anschluß an die Reef Experience auf den Weg nach Port Douglas.

Die Strecke zwischen Cairns und Port Douglas bietet wunderschöne Ausblicke auf das Meer, ...

Die Strecke zwischen Cairns und Port Douglas bietet wunderschöne Ausblicke auf das Meer, …

... und an ein oder zwei Aussichtspunkten auch die Möglichkeit für sportliche Aktivitäten vor spektakulärer Kulisse, ...

… und an ein oder zwei Aussichtspunkten auch die Möglichkeit für sportliche Aktivitäten vor spektakulärer Kulisse, …

... jedoch sind an der zwischen Bergen und Küste eingebetteten Strasse nur sehr wenige Haltebuchten.

… jedoch sind an der zwischen Bergen und Küste eingebetteten Strasse nur sehr wenige Haltebuchten.

Peter und ich haben bereits einige Autos sowohl gemeinsam als auch jeder für sich alleine besessen. Leider wurden nicht alle dieser Autos ausschließlich aufgrund von Alterserscheinungen ersetzt. Bei unserem VW Jetta ist beispielsweise der Motor in Rauch aufgegangen. Mein VW Golf wurde erst von einem Mader malträtiert, was ich glücklicherweise noch rechtzeitig feststellen konnte. Anschließend habe ich ihn jedoch leider in einem leichten Auffahrunfall geschrottet. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Motor unseres kleinen Campervans ist auf dem Weg nach Port Douglas ebenfalls abgeraucht wie der Motor unseres VW Jettas. Wir hatten jedoch Glück im Unglück, dass das Auto gerade noch auf die Wiese einer Farm gerollt ist, und wir nicht mit unserem Motorschaden mitten auf der Strasse der kurvenreichen Strecke zwischen Cairns und Port Douglas stehen geblieben ist.

Es gibt schlimmere Orte für einen erneuten Zwangsaufenthalt ...

Es gibt schlimmere Orte für einen erneuten Zwangsaufenthalt …

... als das Dougies in Port Douglas.

… als das Dougies in Port Douglas.

Trotzdem hätte ich davon Einige gebrauchen können nach dem Fiasko.

Trotzdem hätte ich davon Einige gebrauchen können nach dem Fiasko.

Selbst das Lachen des Laughing Kookaburra hat mich nicht mehr aufheitern können.

Selbst das Lachen des Laughing Kookaburra hat mich nicht mehr aufheitern können.

Nach einer unruhigen Nacht am Strassenrand entschieden wir uns am nächsten Tag nach einem Telefonat mit dem australischen ADAC unser Auto zum Schrottplatz bringen zu lassen und wieder im Dougies einzuziehen. Das war kein besonders langes Vergnügen, dass wir mit unserem ersten eigenen Auto seit sieben Jahren hatten. Zahlreiches Kopfschütteln und unzählige Selbstvorwürfe später haben wir bei Jucy Australien eine Reservierung für einen kleinen Campervan gemacht. Am nächsten Tag sind wir dann mit dem Dougiesbus nach Cairns gefahren, haben unseren Mietvan abgeholt und unseren Roadtrip durch Australien fortgesetzt.

Nach diesen erfreulichen Erfahrungen haben wir uns einen Van gemietet.

Nach diesen erfreulichen Erfahrungen haben wir uns einen Van gemietet.

Es ist viel passiert

Der Strand von Port Douglas spricht für einen längeren Aufenthalt in der Stadt.

Der Strand von Port Douglas spricht für einen längeren Aufenthalt in der Stadt.

Es ist viel passiert in Australien und ich war leider zu faul meine Erlebnisse und Erinnerungen in schriftlicher Form festzuhalten. Das möchte ich jedoch gerne nachholen, damit ich es hoffentlich später jederzeit wieder nachlesen kann und in Erinnerungen schwelgen kann.

Die ersten Wochen unserer Australienreise haben wir in Port Douglas verbracht, wie ich bereits in meinem letzten vor ewigen Zeiten veröffentlichten Blog erwähnt hatte. Wir haben hier in einem kleinen Stylie-Zelt im Dougies gewohnt. Dieses Zelt war eine vergleichsweise kostspielige Unterkunft, vor allem wenn man davor 8 – 9 Monate in asiatischen Unterkünften gewohnt hat, die nur ein Drittel des Preises dieses Zeltes gekostet haben. Dementsprechend dringend haben wir nach einem fahrbaren Untersatz mit integriertem Bett gesucht.

Der Hafen von Port Douglas ist ebenfalls schön anzuschauen.

Der Hafen von Port Douglas ist ebenfalls schön anzuschauen.

Viele Work- und Travelreisende erkunden Australien beginnend in Perth oder Melbourne und beenden ihre Reise dann meist in Cairns. Dies ist eigentlich ein wichtiger Punkt, der für einen Autokauf in Cairns spricht. Die Stadt Cairns liegt ungefähr eine Autofahrstunde von Port Douglas entfernt. Einmal die Woche fuhren wir also mit dem Bus nach Cairns und besichtigten verschiedene kleine Camper, aber keiner schien in einem passablen Zustand zu sein. Wir hatten zwar nicht vor ins Outback zu fahren, aber bis nach Melbourne wollten wir es schon schaffen. Die Zeit tickte und kein passender Campervan war zu bekommen. Wir konnten lediglich weitersuchen, Port Douglas genauer erkunden und Freundschaften schließen mit den zahlreichen Australiern und Work- und Travelreisenden, die wie wir im Dougies wohnten.

Viele Gebäude schauen hier einfach urig aus, ...

Viele Gebäude schauen hier einfach urig aus, …

... aber wir wollten nicht länger auf diesem Längen- und Breitengrad festhängen. Australien ist schließlich riesig.

… aber wir wollten nicht länger auf diesem Längen- und Breitengrad festhängen. Australien ist schließlich riesig.

Als wir schließlich schon in unserer Verzweiflung beschlossen, die Autohändler in Cairns und Umgebung aufzusuchen, stießen wir noch auf eine weitere Anzeige eines zum Verkauf stehenden Campervans von zwei Work- und Travelreisenden. Wild entschlossen besichtigen wir zuerst Autos bei den ansässigen Autohändlern, um uns anschließend noch den angebotenen Campervan anzuschauen. Dieses Mal wollten wir nun wirklich nicht mehr ohne Auto zurückkommen. Also liefen wir bei sengender Mittagshitze zuerst zu einigen Autohändlern und schauten uns anschließend schon reichlich frustiert den Campervan von zwei deutschen Jungs an. Der Van schien in einem passablen wenn auch schlecht gepflegten und gewarteten Zustand. Trotzdem entschieden wir uns, den Wagen zu kaufen und machten uns anschließend glücklich auf dem Weg zurück nach Port Douglas.

Zwischen diesen komischen Vögeln vom Campingplatz in Cairns ...

Zwischen diesen komischen Vögeln vom Campingplatz in Cairns …

... entschieden wir uns dann diesen Campervan zu kaufen, ...

… entschieden wir uns dann diesen Campervan zu kaufen, …

... denn unser Stylie-Zelt war nicht die allergünstigste Unterkunft.

… denn unser Stylie-Zelt war nicht die allergünstigste Unterkunft.

Am Montag würden wir bei dem Van noch die Spur einstellen lassen und ihn von einem Mechaniker kurz durchchecken lassen, und dann würde unser Roadtrip endlich beginnen. Unser Campervan enthielt bereits alle Utensilien, die das Camperherz begehrt. Der kurze Werkstattbesuch, eine gründliche Reinigung des Vans und die Planung einer Route waren unsere letzten Todos bevor das große Abenteuer Roadtrip durch Australien endlich starten konnte.

Endlich konnte der Roadtrip beginnen.

Endlich konnte der Roadtrip beginnen.

Kulturschock der Zweite

Sonnenuntergang in Port Douglas in Australien

Sonnenuntergang in Port Douglas in Australien

Bereits in meinem letzten Blog hatte ich angemerkt, dass mein erster Kontakt mit Asien ein Kulturschock für mich war. Es hatte mich Zeit gekostet, diese andere Lebensart anzunehmen, aber ich habe gelernt, sie zu lieben. Dementsprechend habe ich mich zumindest gedanklich versucht, darauf vorzubereiten, dass ich nun wieder in ein westliches Land zurückkehren würde. Doch auf einen Kulturschock kann man sich nicht vorbereiten. Irgendwann kommt der Augenblick, wo einem alles surreal oder lächerlich erscheint. Auch ich konnte Kulturschock der Zweite nicht verhindern.

Der Sonnenuntergang auf Gili T. in Indonesien ist ebenso schön.

Der Sonnenuntergang auf Gili T. in Indonesien ist ebenso schön.

In Asien beispielsweise holt man sein Essen auf der Strasse von einem fahrenden Händler, oder von einem Händler auf einem der zahlreichen Märkte, oder wahlweise auch aus einer Bude mit Plastikstühlen zum Sitzen oder vielleicht sogar aus einem richtigen Restaurant. Es gibt meistens nur eine geringe Anzahl an Gerichten zur Auswahl. Oftmals hat man keinen blassen Schimmer, was genau man da eigentlich isst. Die Zutaten sind jedoch immer frisch und natürlich und das Essen wird frisch vor der eigenen Nase innerhalb weniger Minuten zubereitet. In Australien dagegen stehe ich wie erschlagen in einem riesigen Supermarkt vor gigantischen Fleisch- und Obsttheken. Die Auswahl an angebotenen Produkten ist riesig und wird mit sterilem, hässlichen Neonlicht beleuchtet. Es gibt hier alles im Überfluss. Es gibt auch große Supermärkte in Asien, wo man wirklich alles kaufen kann oder 7-11 an jeder Ecke, aber glücklicherweise haben die kleinen Straßenhändler und Straßenrestaurants in diesen Ländern Tradition.

Der Markt in Port Douglas in Australien befindet sich auf einem schönen weitläufigen Fußgängerplatz.

Der Markt in Port Douglas in Australien befindet sich auf einem schönen weitläufigen Fußgängerplatz.

Früchte gibt es hier auch zu kaufen.

Früchte gibt es hier auch zu kaufen.

Ich erinnere mich noch, wie wir in Thailand eine Hotelrechnung auf die Rückseite einer anderen Rechnung gedruckt bekommen haben, aber immerhin haben wir überhaupt eine Rechnung bekommen. Stifte und Papier waren eigentlich überall knapp und man konnte mit einem einfachen Kugelschreiber einen Menschen glücklich machen. In Australien dagegen hat jeder Zettel und Stift.

Straßenmärkte gibt es in Asien zahlreiche und diese sind meistens in engen Gassen.

Straßenmärkte gibt es in Asien zahlreiche und diese sind meistens in engen Gassen.

Selbst auf größeren Plätzen lassen die Stände kaum Platz zur Bewegung.

Selbst auf größeren Plätzen lassen die Stände kaum Platz zur Bewegung.

Sehr amüsiert hat uns hier in Port Douglas, als wir uns ein Fahrrad ausgeliehen haben. In Australien muss man einen Fahrradhelm tragen, sonst muss man 110 AUD Strafe zahlen. Dies entspricht momentan 77 Euro. Es ist einfach lustig, wenn man nach einer achtmonatigen Asienreise, wo alle Menschen ohne Helm zu dritt, viert oder fünft auf einem Moped fahren, mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf durch die Straßen von Port Douglas radelt. Auch einen Fußgängerweg habe ich seit 8 Monaten nicht mehr gesehen und hier gibt es sogar einen Fahrradweg. Die Straßen sind kerzengerade angelegt und sie sehen aus wie geschleckt. Alles ist so ordentlich.

Es wird in Australien nicht immer gerne gesehen, wenn man seine Eindrücke fotografiert, wie ich bei diesem Foto erfahren durfte.

Es wird in Australien nicht immer gerne gesehen, wenn man seine Eindrücke fotografiert, wie ich bei diesem Foto erfahren durfte.

Die Fleischauswahl in australischen Supermärkten ist riesig und die Fleischpackungen sind es auch.

Die Fleischauswahl in australischen Supermärkten ist riesig und die Fleischpackungen sind es auch.

Glücklicherweise sind hier sehr viele Menschen auch sehr offen und freundlich, und begrüßen einen sogar im Vorbeiradeln mit einem „Hey, how are you?“. Trotzdem ist es ein kleiner Unterschied, wenn man gerade aus dem Land des Lächelns kommt, wo einen jeder wie ein Honigkuchenpferd angrinst. Man ist glücklicher, wenn man die ganze Zeit lächelt beziehungsweise angelächelt wird. Das fehlt mir schon und ich lächele leider auch schon automatisch weniger.

Undenkbar in Europa oder Australien ist dieses Bild.

Undenkbar in Europa oder Australien ist dieses Bild.

Das Verkehrsaufkommen in asiatischen Städten ist mit nichts zu vergleichen.

Das Verkehrsaufkommen in asiatischen Städten ist mit nichts zu vergleichen.

In australischen Städten sind selbst die Nebenstraßen breit und alles sieht aus wie geschleckt.

In australischen Städten sind selbst die Nebenstraßen breit und alles sieht aus wie geschleckt.

Es war wunderschön in Asien und es ist auch wunderschön in Australien. Die Natur ist wunderschön und wild. Es ist alles wieder so anders.